Bombs not food ... Gestern haben die Grünen hier in Göttingen eine Wahlkampfveranstaltung auf
dem Marktplatz gemacht. Es redeten im strömenden Regen von der Ballustrade
des Rathauses: Margit Göbel, Stefan Wenzel (Land- und Kreistag), Jürgen
Tritten, Joschka Fischer. Zahlreiche Aktionen kommentierten das Geschehen,
im folgenden eine kleine Liste: Außerdem: Die Bullen waren massiv vor Ort, vor allem hatte sich eine sehr große Anzahl Zivi-Bullen unter die Leute gemischt. Die haben dann
teilweise ziemlich brutal und ohne Rücksicht auf die Umstehenden versucht, WerferInnen herauszugreifen. Dabei ist - vielleicht willentlich - auch das "Humanitär bombardieren"-Transpi zerrissen worden (nach einige Sekunden). Fazit: Die Kommunikationsguerilla-Aktionen haben ein bißchen an der
Durchmischung der Protestierenden gelitten. Am Ende haben sich eher der
gewohnte Spruch "Kriegstreiber" und der allgemeine Stör-Lärm durchgesetzt. Allerdings war die Koordinierung insgesamt auch mehr als schwierig, da die allermeisten Leute auf dem Platz unter Schirmen standen, großer Lärm war und man gar keinen Überblick bekam. Die Veranstaltung hat insgesamt (3
Redner!) nur 40 Minuten gedauert, da sonst Fischer alleine schon mal eine
Stunde redet (laut taz) und auf dem Platz auch viele ZuhörerInnen waren,
die nicht mitprotestiert haben, muß man das als Folge des Protestes
werten, denen die ergiebiegen Regengüsse aber sicher geholfen haben.
Fischer mußte am Ende mit Polizeischilden abgeschirmt werden. Gut: Die Kommunikationsguerilla war am Anfang gut (als nicht enden
wollende Joschka-Rufe den Lokalmatador Trittin verwirrten) und gut wäre
auch gewesen, nach Ende der Reden nochmal laut zu rufen (da hätte man das
nämlich über den ganzen Platz hören können) - der Regen war jedoch
unerträglich. Gut sind vermutlich auch spontane Kommentare, wie z.B. die
"Aldi, Aldi"-Rufe, als Trittin das Engagement der Kette bzgl. des
Dosenpfands lobte. Die Dachkletterer waren toll, mir tat es echt leid, daß deren Transpi zerriß. Die Redner: Ich habe nicht viel mitbekommen von dem, was sie gesagt haben. Vieles davon war sicher wenig angreifbar (auf die platte Art) und ich finde es auch merkwürdig, wenn mit solchen Aktionen immer nur die Grünen bedacht werden (obwohl sie es sicher auch verdient haben), für Göttingen kann man das jedoch nicht sagen. Schäuble und Beckstein sind in Göttingen zuletzt auch nicht zu Wort gekommen. Und wer weiß, was bei den kommenden Wahlkampfveranstaltungen passiert. Lustig war, das Fischer immer nur gegrinst hat, als die Joschka-Rufe bei Trittins Rede laut waren (hat er sich über die Mißachtung von Trittin gefreut oder dachte er noch, das alles gut wird?). Trittin hat übrigens vor der CSU gewarnt, mit der
Begründung, man dürfe Rechtspopulisten nicht helfen und hat Paralellen zu
Berlusconi und Le Pen gezogen. Ob das die Presse bringt? Die
Zwei-Haufen-Scheiße-Theorie war in den Reden sehr präsent (gewarnt wurde
natürlich nur vor der schwarz-gelb-braunen Scheiße). Die Grünen: Der Kreisverband hatte 50 OrdnerInnen aufgeboten, die
natürlich hilflos waren. Aber Vorsicht: Auch wer nur ruft etc. wird schon
gerne mal von umstehenden Grünen autorität oder drohend angefaßt. Eine
Ordnerin hat mich zu beruhigen versucht (obwohl ich nichts geworfen hatte
und überhaupt niemanden irgendwie zu nahe gekommen bin), sie
verabschiedete sich mit dem Wort "Peace" (offenbar eine
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Fischer & Co. in Göttingen (August 02)