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Berichte und Auswertungen gelaufener Aktionen

Große, mehrjährige Aktionen
2008

UNO-Biodiversitätskonferenz im Mai in Bonn
Aus einer Kritik an den Aktionen (Mail auf Klima-Mailingliste am 21.11.2008)
Ein Vorspiel zu Kopenhagen konnten wir im April 2008 in Bonn während des UN Gipfels zu Biodiversität bereits beobachten. Die NGOs und indigene Organisationen der ganzen Welt sind mit Millionen Euros überschüttet worden. Hatten ein eigenes Gebäude, Hotels, Computer, Übersetzung und Infrastruktur ohne Ende. 6000 Leute haben demonstriert, zig Publikationen wurden veröffentlicht und Aktivitäten durchgeführt.
Die Krönung der ganzen Vereinnahmungshow war die gigantische Eröffnungsfeier, die von Umweltminister Gabriel moderiert wurde. Stundenlang (!) durften NGOs, Umweltgruppen, Indigene, Bauernorganisationen, Kinder, Jugendliche aus allen Ecken der Welt.... auf die Bühne kommen und 3 Minuten lang ein Statement abgeben, ein Theaterstück aufführen, beeindruckende Videoclips abspielen, ein Transpi halten etc. Zwischendurch kam auch mal etwas Radikaleres wie zb das Statement von Via Campesina das in der perfekten Inszenierung leider völlig unterging.
Alle - auch die UN Interventionen - vermittelten die Botschaft über wie ernsthaft die Krise ist (Ernährung, Klima, Biodidversität...) und wie dringend es ist, dass wir jetzt alle agieren.
Als alle fertig waren, bedankten sich Minister & co und erklärten, dass mehr Emissionshandel, Öko-Technologien, Agrotreibstoffe, mehr Einsatz von Gentechnik und Reservate ohne Indigene Bevölkerung die Lösung all unserer Probleme sei. Und das war's.
Die einzelnen radikaleren Aktionen (Blockaden von Tankstellen, Transpiaktionen etc) haben am Grundtenor der politischen Ergebnisse kaum etwas verändert.

Klimacamp im August 2008 in Hamburg
Aus persönlichen Reflektionen zum "Klimacamp08" eines Mitwirkenden
Dass es kein Nebeneinander verschiedener Politikformen geben konnte, die in einen kritischen Dialog treten, ist und bleibt schade. Dieser Umstand lag aber meiner Einschätzung nach darin begründet, dass die Politik der einen, nämlich derjenigen auf NGO und sogenannter "spektrenübergreifenden" Seite die der anderen Seite, der herrschaftskritischen, öko-anarchistischen Seite, ausschloss. ...
Der fulminante Höhepunkt dieser verfehlten Pressepolitik könnte folgender, zum Ende des Camps publizierter Artikel sein. Klar waren laut Pressegruppe die Redakteure Schuld. Und nicht das Pressekonzept an sich. Klar, bringt uns hier auch keine personalisierte Kritik weiter, aber es ist schon erstaunlich, wie blind die Pressegruppe gegenüber der strukturellen Nachteile ihres Pressesprecher-Konzeptes war. Oder hat mensch die Augen bewusst zugekniffen? Wurde die mögliche Vereinnahmung einer neuen "Bewegung" wohlwollend in Kauf genommen und nur rhetorisch davor gewarnt? ...
Infrastrukturelles Proletariat und intellektuelle Bürokratie statt Selbstorganisation aller Campteilnehmer mit möglichst wenig Arbeitsteilung. Diejenigen denen es wichtig war, ein möglichst alltags-ökologisches Camp infrastrukturell zu wuppen, lieferten durch Kompostklos hämmern, Scheisse und Pisse schleppen, Photovoltaik warten, Duschen und Sonnenkollektoren schrauben, Feuer machen, Spülen, Kochen usw. die schönen Bilder und überhaupt ein funktionierendes Camp an sich, dass dann von der "intellektuellen" Bürokratie in Pressemitteilungen ausgenommen und ausgebeutet werden konnte. ...
Abschließend sei provokant gefragt, ob sich die Politik-Macherei großer Teile der Klimacamp09-Vorbereitung so sehr von den konventionellen Mustern von Merkel & Co. unterscheidet und daher ähnlich entfremdend auf die "Normalbevölkerung" wirkt. Ein Beispiel kann hier im Kontext mit dem heiß diskutierten Flyer "Die unendliche Geschichte..." genannt werden. Während der Text in Teilen von Antira-Kreisen durchweg mit Zustimmung aufgenommen wurde, stieß er in den Klimacamp09-Vorbereitungskreisen nicht auf viel Gegenliebe. Da die Urheberschaft im öko-anarchistischen Barrio gesucht wurde kam es zu einem kuriosen Vorfall. Während eines persönlichen Gesprächs zwischen einem Menschen aus der Klimacamp09-Vorbreitung und einem Öko-Anarcho bot der Klimacamp-Mensch überraschend an über den Flyer "zu verhandeln". Der Öko-Anarcho sollte dafür sorgen, dass der Flyer aus dem Verkehr gezogen wird, dafür könne er mehr Mitspracherecht in der Pressegruppe bekommen. Das Gespräch fand ein entsprechend jähes Ende. Mit "Verhandeln", Politik zu machen spricht eigentlich schon Bände. Es geht nicht mehr um die Sache sondern um Macht. Der Bundestag lässt grüßen. Erstaunlich klar werden mit diesem Vorfall auch die Machtverhältnisse: die Klimacamp-Vorbereitung möchte die Öko-Anarchos in der Hand haben. Und bietet dafür an, ein Stück ihres "Macht-Kuchens" abzugeben. Undurchschaubare Machtspielchen, fehlende Transparenz, Elitenbildung, konventionelle herrschaftsförmige Politik: Mit Emanzipation hat das nix mehr zu tun...

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