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HierarchNIE!
Reader und Texte zu Entscheidungsfindung von unten

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Konkrete Methoden

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BBU-Schafe
Bild: Ausschnitt aus einem Werbeposter des BBU - Selbsteinschätzung als Schafherde ...

Kommilitonen, die im Sommer auf die Straßen gingen und heute die Hörsäle besetzen. Sie haben Druck gemacht, mit Erfolg. Würden sie sich jetzt noch in einer erwachsenen Organisation zusammentun, kaum auszumalen, was ihnen gelingen könnte.
Aufforderung zur konventionellen Organisierung von Studierendenprotesten im Kommentar der FR, 14.11.2009 (S. 13)

Dominanzverhältnisse

Zicken – (Text: Jaybee)

d C
Ich bin froh, daß ich ´ne Zicke bin, denn Zickigsein heißt Frechheit pur.
Bb C
Ich bin froh, daß ich so'n armes Schaf nicht bin, denn Schaf bedeutet Herde nur.

d C
Zicken ... machen gerne Späße. Zicken sehen öfter rot.
Bb C
Wir Zicken ... sind nicht anzupassen. Zicken sind sehr klug beim flieh'n.
d C
Zicken sind so schrecklich aufmüpfig und widerständig – visionär.
Bb C
Zicken ... foppen Bullenschweine, überlisten sie und vieles mehr.

d C
Und darum bin ich froh, daß ich ´ne Zicke bin, denn Zickigsein heißt Frechheit pur.
Bb C
Ich bin froh, daß ich so'n armes Schaf nicht bin, denn Schaf bedeutet Herde nur.

d C
Zicken ... haben Phantasie, Zicken haben 'n dicken Kopf.
Bb C
Und gegen die ganzen Herrschaftsmittel, pöbeln Zicken sowieso.

d C
Ich bin froh, daß ich ´ne Zicke bin, denn Zickigsein heißt Frechheit pur.
Bb C
Ich bin froh, daß ich so'n armes Schaf nicht bin, denn Schaf bedeutet Herde nur.

d C
Schafe ... bleiben lieber ruhig, sonst gibt’s Ärger mit der Obrigkeit.
Bb C
Und haben sie dennoch was zu kritisiern, ist´s laue Unterwürfigkeit
d C
Schafe ... sind beliebt bei Eliten, denn Schafsein ist dort angesagt.
Bb C
Darum wollen Schafe auch Karriere machen, mit Pöstchen ist man bei den Schafen gefragt.
d C
Und darum bin ich froh, daß ich ´ne Zicke bin, denn Zickigsein heißt Frechheit pur.
Bb C
Ich bin froh, daß ich so'n armes Schaf nicht bin, denn Schaf bedeutet Herde nur.

Mööööhhh.

Hierarchien als Naturgesetz?

Fast wie ein "Naturgesetz" durchziehen formale (Vorstand, Koordinationsgruppe, Moderation usw.) und informelle (Dominanzen, intransparente Zirkel und Entscheidungsverfahren) Hierarchien bestehende Gruppen, Verbände, Vernetzungen und Aktionen mit ihren Plena, Informationsflüssen und Entscheidungsabläufen. Fast alle Versuche, sie zu beseitigen oder zu überwinden, enden nach kurzer Zeit erfolglos oder tauschen eine Hierarchieform gegen die nächste. "Von unten" als Prozeß gleichberechtigter und autonomer Menschen sowie gleichberechtigter, autonom agierender Gruppen und Zusammenhängen findet nicht oder kaum statt. JUP Pankow Hierarchien
Nicht nur die Praxis fehlt, sondern auch die Theorie: Konkrete Ideen und Experimente, wie hierarchiefreie Entscheidungs- und Aktionsstrukturen aussehen können, werden kaum entwickelt und vorgeschlagen. Damit soll ein Ende sein - so die Hoffnung, die sich mit diesem Text verbindet. Ziel ist, eine Diskussion zur Aufdeckung von Dominanzverhältnissen und zur Entwicklung konkreter Vorschläge für deren Abbau zu entfachen. Sie soll im günstigsten Fall als dauernde Debatte bestehen bleiben, immer wieder Ideen und Versuche austauschen, reflektieren und weiterentwickeln.
Die Zeiten quälender Plena, intransparenter Machtzirkel, der Neigung zu zentralen Strukturen oder Entscheidungen, der Stellvertretungspolitik in der Bewegung und des dominanzbildenden Gegeneinanders sollen vorbei sein - stattdessen zählen ein horizontales, gleichberechtigtes Miteinander, die Dezentralisierung von Entscheidungen, das konsequente Ringen um Transparenz und gleichberechtigten Zugang zu Wissen und Ressourcen in politischen Zusammenhängen, aber auch die Effizienz von "Bewegung von unten".Reader HierarchNIE!


JUP Pankow (aus Junge Welt)Bilder: Ausschnitte aus der "Jungen Welt" - bemerkenswertes Beispiel des Umgangs vieler "linker" Gruppen mit Hierarchien. Blumiges Vokabular verschleiert die grauselige Wirklichkeit klarer Dominanzen, demokratischer Zentralen usw. - Geschäftsführer, Vorstände ... all das ist irgendwie gleichberechtigt, halt demokratisch und gut.

Junge Welt gegen "open mic"Auch sind es eher "Linke", die neben ihren blumigen Polit-Phrasen von Selbstbestimmung knallharte Kontrolle und Hierarchien immer wieder einfordern. Das Prinzip offener Mikrophone ("open mic") statt zentralistischer Geheimplanungen in den Eliten von Verbänden und Bewegungen wird von der Jungen Welt zerrissen - weil bei einer Veranstaltung Nazis mit einem Transparent vor der Bühne gestanden hätten (was das miteinander zu tun hat, bleibt offen).

"Es gibt viele, die würden gerne etwas tun, die aber Unterstützung und Anleitung brauchen." Ehrenamtliche seien damit überfordert. "Dafür braucht man Profis." ... zitiert die FR am 10.11.2003 (S. 29) einen Mitarbeiter der Gemeinnützigen Wohnungsbau Hessen.

Linke Gruppen feiern Vereinheitlichung usw.

Einheitsmeinung als Qualitätsmerkmal politischer Gruppen?
Michael Kronawetter, "Sprecher" (!) der AAB (inzwischen ALB) in „Antifa heißt Angriff?“ im Interview: Rüdiger Göbel, Junge Welt 1.02.03)
Ist es nicht einfach so, daß die AANO keine eindeutige Position in der Kriegsfrage bezieht, weil es innerhalb der Gruppe so viele gegensätzliche Standpunkte gibt - von der Zustimmung eines US-Angriffes, weil er vermeintlich Demokratie und Prosperität
bringt, bis hin zur Ablehnung der Aggression, zumindest ernsthaften Bedenken dagegen. Wenn eine politische Gruppe in einer solch zentralen Frage keine Position beziehen will oder kann, ist sie nicht ernstzunehmen.

Aus Wilk, Michael (1999): "Macht, Herrschaft, Emanzipation", Trotzdem Verlag Grafenau
Von der "Emanzipation", geschweige denn Befreiung einer Gruppe zu sprechen, ist damit solange unsinnig, solange nicht die individuelle Erfahrung von Emanzipation auch innerhalb einer Gruppendynamik spürbar wird. Oder schärfer formuliert: Befreiung muß auch heißen, sich von der Gruppe befreien zu können. ... (S. 50)
Auch für die Gruppe selbst ist es zweifellos entscheidend, ob sie nicht alsbald durch die Herausbildung informeller Strukturen eine innere Hierarchie manifestiert, die einer formalen FührerInnenstruktur kaum nachsteht. Diese ist dann oft schwerer zu "knacken", weil es offiziell keine Führung gibt - sondern vielmehr der Anspruch einer formalen Gleichheit und Kollektivität hochgehalten wird, die jedoch kaum noch erfahrbar ist. ...
(S. 60)
Aufgabe libertären Agierens in diesem Zusammenhang müsste sein, Innerhalb dieser Dynamik Transparenz und Strukturen zu schaffen (oder zumindest einzufordern), die die Handlungskompetenz aller sicherstellen." Gerade in Sozialen Bewegungen oder BI's, die ab einer bestimmten Größe immer mehr zentralistische innere Strukturen ent­wickeln und die formal oder informell Führungsebenen herausbilden, ist es notwendig, eine diesen autoritären Tendenzen entgegengesetzte Aktivität zu entwickeln. Das wir uns mit diesen Bemühungen bei unseren MitstreiterInnen nicht immer beliebt machen ist klar, sollte uns aber nicht abschrecken.
(S. 62)

Weder Regeln noch Dogmen bei der Art der Entscheidungsfindung

Aus Christoph Spehr (2003): "Gleicher als andere", Karl Dietz Verlag in Berlin (S. 44)
Die Definition gibt keine formalisierten Verfahren des Verhandelns oder der Entscheidungsfindung vor. Für solche Verfahren gilt dasselbe wie für alle anderen Regeln auch: Sie genießen kein höheres Recht, sie sind der Verhandlung nicht entzogen.

Termine (wenn nicht zu sehen, hier klicken ...)

Kurzüberblick (Tabelle ist erst im Aufbau!)

HierarchNIE!

Worum geht es?

Diskutieren und Streiten

Was ist Herrschaft?

Problem: Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Machtgefälle zwischen Menschen. Viele davon sind verfestigt durch Strukturen, Sozialisation, Erwartungshaltungen und Rollen usw.

HierarchNIE!

Die Ausstellung

HierarchNIE!

Der Reader

Plenum?

Konsens?

Problem: Es wird zwar behauptet, dass durch Konsens die Gleichberechtigung gefördert und Minderheiten geschützt werden. Tatsächlich eröffnen Konsensprozesse aber gleichzeitig neue Manipulationsmöglichkeiten, vor allem bei der Formulierung der Entscheidungsfrage.

Problem: In kleinen Runden ist Streiten oft noch gleichberechtigt möglich, wenn alle mit aufpassen, ob Dominanzen auftreten. Bei größeren Treffen dagegen setzen sich dominantes Reden, Taktieren usw. oft gnadenlos durch. Streit fördert diesen Verlust von Rücksicht zusätzlich.

Lösung: Das Instrument der Fishbowl hat sich für größere Streitdebatten bewährt. Es klappt nicht immer, aber doch recht oft. Podiumsdiskussionen, Plenardiskussionen um strittige Punkt vor einer Abstimmung sowie (selbst-)kritische Reflexionen z.B. nach Aktionen können in dieser Form gut laufen.

Lösungen: Die Auseinandersetzung mit Herrschaftsformen kann den Blick schärfen, Machtstrukturen im Alltag und in der Kommunikation zwischen Menschen zu erkenne. Die Herrschaftsbrille aufsetzen ist angesagt ...

Entscheiden

Problem: Mitunter liegt eine Frage an, die entschieden werden muss. Das sollte allerdings als erstes genau geprüft werden, ob eine Vereinheitlichung per Abstimmung wirklich nötig ist - oder ob nicht mehrere Lösungen neben-/miteinander bestehen können.

Lösungen: Es hilft, wenn sich dann nur die damit auseinandersetzen, die es auch interessiert. Also aufteilen, nicht im Plenum nacheinander alle Fragen abstimmen. Aber auch wenn es nur weniger sind, stellt sich die Frage der Entscheidungsformen.

Problem: Vor allem in Gruppen mit basisdemokratischem Anspruch steht das Plenum im Zentrum der Entscheidungsfindung. Aber gerade da wirken sich Dominanzverhältnisse besonders krass aus.

Lösungen: Entscheidungen dezentralieren (was geht wirklich alle an?). Einheit aufheben (Vielfalt und mehrere Lösungen zulassen, statt dessen Kommunikation und Kooperation fördern).

Lösungen: Wie beim Plenum, also Autonomie und Vielfalt statt Abstimmung. Transparentes Verfahren der Fragestellung.

Kreative Ideensammlung

Offene Plattformen

Und viel, viel mehr Methoden ...

Große Treffen

Häuser und Plätze

72 Seiten voller Tipps, Methodenbeschreibungen und einleitender Texte zu den Grundlagen von Dominanz in Gruppen, dem Blick durch die "Herrschaftsbrille" usw. (A4 groß)

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Übersicht über die Themen des Readers

Über sich selbst nachdenken ...

 

 

Übersetzungsprojekt ... diese Texte, die Ausstellungstafeln und die Methodenbeschreibungen des Readers sollen in möglichst viele Sprachen übersetzt werden. Jeder neu übersetzte Text bringt das Ganze ein Stück weiter. Hast Du Lust? Dann gucke hier ...

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