auf

Übersichten über diese Seiten: "Alle Themen"-Button links (Seite nach oben scrollen!) ++ Projekte ++ Themen
Methoden Liste Konsens Mehr Kleingruppen Plenum Fish Bowl
Ausstellung

Methodensammlung

Diskussion/Entscheidung ++ Moderation ++ Visualisierung ++ Kreativität/Lösungsfindung ++ Reflexion/Auswertung

Hilfsmittel für Diskussions- und Entscheidungsfindungsrunden

Das richtige Verfahren zu finden, d.h. über die Gesamtstruktur Wege zu finden, die Gleichberechtigung stärken und Dominanzen abbauen, ist das wichtigste der Entscheidungsfindung von unten. Wer an hierarchischen Strukturen mit zentralen Gremien (von Vorstand bis Plenum) festhält, wird mit allen weiteren Methoden nur noch die grundlegenden Fehler abmildern. Da aber auch Verminderungen von Dominanz sinnvoll sind, sollen im folgenden Beispiele für solche Methoden genannt werden. Viele von ihnen sind auch dort hilfreich, wo der Grundrahmen bereits geändert ist.

Blitzlichtrunde

Die Blitzlichtrunde dient dazu, dass alle Anwesenden äußern können wie sie die gegenwärtige Situation finden, sowohl was den inhaltlichen Verlauf der Diskussion anbelangt, als auch das subjektive Empfinden über deren Art. Blitzlichtrunden können eigentlich bei jeder Gelegenheit stattfinden, auch im Rahmen einer Entscheidungsfindung.

Eine Blitzlichtrunde kann zu vorher verabredeten Zeiten durchgeführt werden, oder (zusätzlich) wenn eine Beteiligte das will. In der Blitzlichtrunde dürfen alle nacheinander, in einer zufälligen Reihenfolge oder nach Vereinbarung (z.B. reihum), sagen was sie über die gegenwärtige Situation gerne loswerden wollen, was sie zu Vorschlägen denken, wie sie sich in der aktuellen Diskussion führen u.ä. - aber das möglichst so kurz, dass auch alle anderen Gelegenheit haben sich zu äußern. Gut ist auch wenn diejenigen, die gerade nicht in der Runde dran sind, zuhören und still sind, und sich wer dran ist nicht nur auf vorangegangene Beiträge bezieht - jedenfalls nicht im wertenden Sinne, also weder beschimpfend noch anschließend. Schließlich soll es darum gehen, einen Überblick darüber zu bekommen, was die Einzelnen im Moment meinen. Allerdings wäre ein Redezwang wieder nicht herrschaftsmindernd.

Zur Entscheidungsfindung kann eine Blitzlichtrunde dienen, indem der Überblick über die Meinungen aller entsteht. Das hilft, um erkennen zu können, wo im gegenwärtigen Verlauf der Diskussion die zu klärenden Probleme liegen, welche Ansatzpunkte oder Lösungsvorschläge bestehen usw. Außerdem können in Blitzlichtrunden Empfindungen geäußert werden, die in einem sachlichen Verlauf der Diskussion nicht angesprochen würden, die Entscheidungsfindung aber dennoch beeinflussen. Zur Entscheidungsfindung von unten sind Blitzlichtrunden geeignet, indem sie relativ geringe Tendenzen zur Hierarchiebildung aufweisen, weil alle Beteiligten in festgelegter Reihenfolge zu Wort kommen (können), wodurch eine Polarisation der Positionen nicht durch die Diskussion dominierende MeinungsführerInnen begünstigt wird. Blitzlichtrunden öffnen somit Möglichkeiten zur Konsensfindung (Konsensverfahren).

Diese können noch verstärkt werden, indem Blitzlichtrunden nicht nur nebenbei zur Unterbrechung anderer Diskussionsverfahren vorkommen, sondern soweit wie in dieser Gesprächsform Leute etwas zu sagen haben fortgesetzt werden, also die Runden in der festgelegten Reihenfolge solange wiederholt werden, bis eine Entscheidung gefunden ist oder andere Diskussionsverfahren wieder sinnvoller erscheinen. Auf der anderen Seite fördern Blitzlichtrunden die kollektiven Strukturen und schwächen Autonomie/Vielfalt. Ohnehin werden Blitzlichtrunden bei sehr vielen Beteiligten schwierig. Ist abwechselndes Reden bei zwei Beteiligten die einzig mögliche Form des Gesprächs, wird die gleichberechtigte Diskussion bei mehr als hundert Beteiligten unmöglich. Blitzlichtrunden oder andere Verfahren mit formalisierter Gleichberechtigung dauern Stunden. Ist es nötig, dass Gruppen dieser Größe gemeinsame Entscheidungen treffen, sollte eher versucht werden die Gruppe z.B. in zehn Gruppen zu je zehn Beteiligten zu teilen, um Gespräche und Blitzlichtrunden in den zehn Gruppen zu machen. Die Ergebnisse können in einer Gesamtrunde mit je einer Person aus diesen Gruppen zusammengetragen werden, wobei auch wiederum Blitzlichtrunden die Einstieg bilden können, in der die Meinungen aus allen Gruppen benannt werden.

Redeliste

Wenn ein größere Gruppe miteinander reden will, kommt es oft zu Dominanzen, weil einige Personen sich schneller, intensiver und länger zu Wort melden als andere. Die Redehäufigkeit und -länge ist nicht zufällig verteilt, sondern folgt gesellschaftlichen Zurichtungen nach Bildungsgrad, Alter, Geschlecht, Herkunft usw. Um diesen Zustand zu brechen, müssen andere Diskussionsformen als solche mit plenarem Charakter gefunden werden. Ist das nicht gewünscht oder möglich, können Verfahren eingeführt werden, die die Reihenfolge der Rednerinnen bestimmen. Eine Möglichkeit dazu ist die () Blitzlichtrunde, eine andere die Redeliste. In dieser richtet sich allgemein die Reihenfolge der Reden nach der Abfolge der Meldungen der Rednerinnen. In einer moderierten Diskussion kann eine Person, die Moderatorin, die Meldungen auf eine Liste schreiben, und die Rednerinnen dann in der Reihenfolge ihrer Meldungen aufrufen. In einer unmoderierten Diskussion können alle Beteiligten selber darauf achten die Reihenfolge einzuhalten, und in großen, unübersichtlichen Gruppen kann z.B. ein Ort festgelegt werden, wo sich die Rednerinnen in einer Reihe anstellen und warten bis sie dran sind (z.B. am Mikrofon). Die Reihenfolge der Reden kann noch durch zusätzliche Regeln verändert werden.

Verbreitet ist eine Quotierung nach Geschlecht, das heißt dass Frauen und Männer sich getrennt anstellen oder aufgeschrieben werden und immer abwechselnd eine Frau und ein Mann reden darf. Dieses Verfahren fördert Frauen gegenüber Männern und ist politisch damit begründet, dass aufgrund der gesellschaftlichen Zurichtung Frauen weniger dominant agieren als Männer und so deutlich weniger Raum in Diskussionen einnehmen. Allerdings gibt es gute Gründe, die Quotierung nach Geschlecht in Frage zu stellen. Ziel sollte es sein, Dominanz abzubauen und gleiche Handlungsmöglichkeiten zu geben. Die Einteilung nach dem biologischen Geschlecht orientiert sich aber gar nicht an der Frage von Dominanz. Zwar sind Frauen aufgrund der gesellschaftlichen Zurichtung durchschnittlich weniger dominant, allerdings (wie Männer auch) sehr verschieden. In kaum einer Diskussion sind nicht auch dominante und redegewaltige Frauen sowie schüchterne Männer anwesend. Eine geschlechterquotierte Redeliste gibt nun den dominanten Frauen sehr gute Möglichkeiten, ständig zu Wort zu kommen, während die nicht dominanten Menschen (viele Frauen, wenige Männer) gar nicht unterstützt werden. Redelistenquotierungen sollten deshalb eher an sozialen Verhalten als an biologischen Merkmalen orientiert sein - besser ist z.B. die ErstrednerInnenquotierung, nach der die Personen bevorzugt werden, die sich erstmals melden. Unabhängig davon kann verabredet werden, die Redezeit pro Beitrag auf eine bestimmte Zeit zu begrenzen. Das wird oft und gerade von den eher dominanten OrganisatorInnen oder ModeratorInnen von Treffen mit der Eindämmung von Dominanz begründet. Auch daran sind Zweifel angebracht - denn es sind ja gerade die Redegewandten, die es oft schaffen, alle ihnen wichtigen Punkte exakt in der vorgesehenen Zeit unterzubringen, während weniger Redegewandte dann mit der Uhr in Konflikt kommen. Sehr ähnliches gilt für Handzeichen, die dazu auffordern, auf den Punkt zu kommen oder moderierende Eingriffe, bitte eine Frage zu formulieren. Die Redegewandten werden mit all dem besser umgehen können als die weniger Geübten. Unter dem Gesichtspunkt stellt sich durchaus die Frage, ob nicht viele Regeln, die nach außen als Dominanzabbau verkauft werden (und mit denen Eliten oft Sympathiepunkte erheischen) nicht tatsächlich ihrer Dominanzsicherung dienen (wie z.B. oft auch das Konsensverfahren insgesamt).

Bewertung:

Zur Entscheidungsfindung von unten können Redelisten nur ein allererster Schritt sein, um z.B. aus stark dominanzlastigen oder gar mackrigen Verhaltensformen herauszukommen. Redelisten verregeln, sind sehr unscharf und helfen denen nicht, die ganz schweigen, weil auch in quotierten Diskussionsverfahren nur diejenigen zu Wort kommen die sich zu Wort melden.

Rotation

Bei Rotation werden Entscheidungsbefugnisse, Aufgaben oder Posten werden nach einer festen Regel abwechselnd von verschiedenen Leuten übernommen. Rotation bietet sich vor allem dann an, wenn ein begrenzter Aufgaben- oder Entscheidungsbereich mit fest zuständigen Personen besetzt werden soll oder muss (z.B. die Bundestagsmandate einer Partei, Administratorfunktionen bei Mailinglisten, Moderation, falls diese gewollt wird o.ä.).

Bewertung:

Durch die Rotation zwischen den Beteiligten kann verhindert werden, dass sich informelle Hierarchien, die durch solche Aufgabenteilungen immer entstehen, im Zeitablauf ständig weiter vertiefen - jedeR lernt den Arbeitsbereich mal kennen, niemand wird unentbehrlich oder erhält eine überdurchschnittliche Verhandlungsmacht. Rotation dient auch dem Schutz der AmtsträgerInnen, die sonst allzuleicht von anderen aus dem Zusammenhang oder von außen auf "ihre" Aufgaben festgelegt werden können. Wichtig ist jedoch, dass sich ein relevanter Teil an der Rotation beteiligt, es sich also nicht nur um eine formale Regelung handeln, die bei genauem Hinsehen doch zur Bildung einer Teilgruppe führt, die privilegierten Zugang zu den Arbeitsbereichen hat. Umgekehrt besteht eine Gefahr darin, dass einige mit Verweis auf die Rotation unter Druck gesetzt werden, bestimmte Aufgaben ggf. sogar zu einem bestimmten Zeitpunkt zu übernehmen.

Weiterentwicklung:

Rotation verweist immer auf besondere, nicht allen zur Verfügung stehende Befugnisse und Zugangsmöglichkeiten. Grundsätzlich sollte die Zuschreibung solcher Dinge zu einzelnen Personen Schritt für Schritt zugunsten der direkt vereinbarten Kooperation auf einer gleichberechtigten Stufe abgebaut werden. Rotation steht dem Lustprinzip und der freien Vereinbarung entgegen. Wenn es keine Lösung gibt, die eine dauerhafte persönliche Zuschreibung von Aufgaben und Befugnissen überflüssig macht, sollten die andere Methoden zur Anwendung kommen, die eher Kooperation fördern. Wichtig ist die Herstellung von Transparenz hinsichtlich der zusätzlichen Befugnisse und Entscheidungen und dass zur Vermeidung von Dominanzen in den Zusammenkünften der Basis ein besonderes Augemerk auf mögliche Diskussions-, Informations- oder Ressourcenvorteile der jeweiligen Amtsinhaber gelegt wird.

Runden Innerhalb einer Diskussion ...

können, z.B. auf Bitte einer Beteiligten, Runde gemacht werden, bei der alle nacheinander zu Wort kommen. Das durchbricht die sonst typischen Muster von Diskussionen, z.B. Dominanzen, wiederkehrende Streitebenen zwischen Personen oder Lagern/Flügeln. Bei einer Runde kommt jede/r dran und erzählt in ein paar Sätzen das wesentliche in Bezug auf die Fragestellung.
1. der Reihe nach
2. der/die Vorredner/in übergibt an die nächste redewillige Person (fördert die Sensibilität füreinander), bis alle dran waren (oder explizit gesagt haben, nichts sagen zu wollen). Freiwilligkeit ist einer der wichtigsten Grundsätze, ansonsten kann jede Gruppe eigene Gesprächsregeln, die für sie sinnvoll sind.

Go-arounds

Angelehnt sind Go-arounds an Methoden aus der Radikalen Therapie. Auf einem Bundes-Ökologie-Treffen hat sich ein AK-Gruppe "Arbeit mit Gruppen" überlegt, dass der Ansatz sehr spannend ist, aber zu intensiv und tiefenpsychologisch für die meisten vorrangig politisch arbeitenden Gruppen. So wurde versucht, den ursprünglich therapeutisch-tiefgehenden Anspruch für diese Gruppen zu modifizieren. Die Idee basiert auf verschiedenen Runden, welche zu bestimmten Zeiten von Gruppentreffen passen.

1. Beispiel: "Hallo!-Wie-geht´s?" - go-around

Fragestellung: Was bringe ich an Frust und/oder Lust zu diesem Treffen mit?" Jede/r erzählt in einer kurzen Runde, mit was für unsichtbaren "Mitbringseln" er/sie zum Treffen kommt z.B. "Klasse Tag heute! Zuerst Referat gehalten, bei dem die Partnerin 1 Std. vorher abgesagt hat. Dann auf ein Treffen gehetzt bei dem 3/4 der entscheidenden Leute gefehlt hat. Bus verpasst, nichts mehr essen können. Hier bin ich!" unterscheidet sich rein stimmungsmässig sehr von "Habe vorgestern eine sehr nette Frau kennengelernt und wir treffen uns nachher wieder (verliebt grins!)". Wann? Gleich am Anfang. Warum könnte dies sinnvoll sein? Es beugt ständigen Seitengesprächen vor und schafft Verständnis für die momentane Zusammenstellung individueller Befinden.

2. Beispiel: Was gibt´s neues? - go-around

Fragestellung: Was gibt´s an organisatorischen Neuigkeiten? Dazu gehört das Sammeln von Ideen, um z.B. eine Tagesordnung daraus zu erstellen. Wann ? nach der Anfangsrunde. Warum könnte dies sinnvoll sein? Bevor mal das eine dann das andere Thema angeschnitten wird, erleichtert es das Anstehende zu sichten und zu sortieren.

Feedback

Schicke mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen." Antoine de Saint-Exupery Auf deutsch wird "feedback" wohl am besten mit Rückmeldung übersetzt. Feedback kann gegeben werden, um sich gegenseitig zu ermutigen, das momentane Beziehungsgefüge offenzulegen, Fremdwahrnehmungen zum Ausdruck zu bringen oder Ausgangspunkte für Veränderungen zu liefern. Feedback ist kein unkompliziertes Geplauder, sondern eine sehr sensible Angelegenheit. Hier ein paar Anregungen, um Missverständnisse zu vermeiden:

1. Gib Feedback, wenn der/die andere es auch hören kann und will! (Am besten ankündigen, dass Du ihm/ihr gerne etwas persönliches zu sagen hast und ob er/sie sich die Zeit dafür nehmen will)
2. Du solltest Feedback nur annehmen, wenn Du dazu in der Lage bist!
3. Wenn Du Feedback annimmst, dann höre erstmal ruhig zu! (Du musst Dich nicht rechtfertigen! Nimm Dir vielmehr die Zeit, genau zu verstehen, was der Punkt beim Feedbackgebenden ist.)
4. Feedback soll so ausführlich und konkret wie möglich sein!
5. Teile Deine Wahrnehmungen als Wahrnehmungen, Deine Vermutungen als Vermutungen und Deine Gefühle als Gefühle mit!
6. Feedback soll den/die andere/n nicht analysieren! (Mache Aussagen über Dich, nicht über den/die andere: "Es stört mich, wenn Du..." - NICHT: "Du bist echt gestört! Du hast vorhin...")
7. Feedback soll gerade auch positive Gefühle und Wahrnehmungen umfassen!
8. Feedback soll sich auf begrenztes konkretes Verhalten konzentrieren! (es geht um bestimmte Verhaltensweisen der Person, nicht um die Person als Ganzes)
9. Feedback soll möglichst unmittelbar erfolgen. (Den Ärger erst komplett anzustauen bis Du platzt, ist weder für Dich noch für den völlig ahnungslosen Menschen gut, der sich Deinem Wutausbruch gegenüber sieht)

Moderation

Moderation ist weitverbreitet. Sie ist vor etlichen Jahren in vielen Gruppen eine Reaktion gewesen auf zähe Dominanzen, z.T. sehr mackriger Art. Allerdings wird Moderation selten hinterfragt - ist bei vielen Treffen inzwischen so etwas wie ein Standard. Dabei gibt es viele Gründe Moderation kritisch zu betrachten, weiterzuentwickeln und vor allem nur als Zwischenschritt zu begreifen. Denn Moderation kann zwar mackrige und formale Hierarchien brechen, ist aber selbst ein Mittel der Steuerung und Dominanz. Ziel der Moderation sollte nur das Strukturieren und Organisieren des Diskussionsprozesses sein. Die moderierende Person sollte nach Lehrbuch frei von Eigeninteressen und bestimmten Sympathien für Anwesende sein. Das aber ist bereits unmöglich und gar nicht wünschenswert, wenn Selbstentfaltung der Menschen als Ziel der Emanzipation begriffen wird. ModeratorInnen unterliegen vielen Einflüssen und steuern notwendigerweise nach ihren Überzeugungen. Gute ModeratorInnen sind meist die, deren Machtausübung weniger auffällig ist. Ob sie nach eigenen Vorlieben entscheiden oder Teil einer die Verfahrensabläufe so steuernden Elite sind, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Ziel der Moderation sollte der gleichberechtigte Gruppenprozess sein. Einige ModeratorInnen sind ausgesprochene MethodenspezialistInnen, d.h. sie sind auf bestimmte Abläufe fixiert. Die Verfahrensvielfalt kann dadurch erheblich eingeschränkt werden.

Bewertung
Im Original: Zitate zur Moderation ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Richard Häusler in der Toolbox, punkt.um 12/2001 (S. 17)
Weder die formelhaften Bekenntnisse der Politik zur Nachhaltigkeit noch der Aktionismus selbst ernannter Agenda-Arbeitskreise treffen den Nerv der Sache. Die wirklichen Veränderungen finden dort statt, wo sich mit der Einführung von Moderationsverfahren das "Wie" des politischen Prozesses ändert.

Aus dem Einladungstext zum 7. Open-Space-Symposium "Selbstorganisation", 21.-24.4.2001 in Hamburg
Sie möchten die Kraft, den Esprit der Beteiligten nutzen, aber nicht die Kontrolle verlieren. ... Führung und Selbstorganisation, ergeben sie zusammen einen Sinn? Oder, wenn Führung Sinn stiftet, ist Selbstorganisation dann eine mögliche oder gar zwingende Folge? ... Wie könnte ein selbstbestimmtes, sinnorientiertes, kraftvoll beherztes Handeln erzeugt werden? Welche Rahmenbedingungen braucht es und welche Art Führung?

Anzeige von TuWas e.V. in Ökologisches Wirtschaften 6/2003 (S. 9)
Moderation ist die Führungstechnik der Zukunft!

Aus: ToolBox für Agenda-ModeratorInnen, punkt.um 6/2001 (S. 13)
Auch ModeratorInnen (müssen) manipulieren
Die kommunikativen Fäigkeiten, von Agenda-ModeratorInnen, reichen für den Erfolg häufig nicht aus. Es müssen weitere Qualifikationen hinzu kommen, die mit dem öffentlichkeitswirksamen Charakter des Agenda-Prozesses zu tun haben. Und hier geht es eindeutig nur um das eine - Manipulation. ...
... Wichtig ist es, die Energie zu besitzen, sich ständig zu wiederholen - die Werbung macht es auch so.
... Ein absolutes Muss ist es, Gefühle anzusprechen. Gefühle steuern das Verhalten viel unmittelbarer als rationale Beweggründe.

Aus: Bettina Oppermann/Kerstin Langer, 2000: Umweltmediation (S. 11)
Mediations und Partizipationsverfahren können politische Entscheidungen jedoch nur vorbereiten und damit die Argumentationsbasis qualitativ spürbar verbessern. Da die Mitglieder eines Rundes Tisches nicht demokratisch legitimiert sind, können sie die Entscheidungsfindung in politischen Gremien nicht ersetzen.

Auszug aus Len Fisher (2010): "Schwarmintelligenz", Eichborn in Frankfurt (S. 85 f.)
Unabhängige Schlichter können zwar gelegentlich zur Lösung eines Problems beitragen, aber in der Regel werden sie ein Teil des Problems.
Steigerung: Mediation
Im Original: Mediation bei Stuttgart 21 ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus H. Stuhlfauth, "Schön, dass wir drüber geredet haben", in: GWR 1/2011 (S. 8)
Denn die Methode der Schlichtung, hier gespielt durch einen im Kern autoritären, allmächtigen Vermittler, der als weiser mann oder Volkstribun daher kommt, hat mindestens drei historische Wurzeln: Einmal ist sie dem bürokratisch überformten (bzw. entstellten) deutschen Streikrecht entlehnt, das zu bestimmten Eskalationsstufen eines Arbeitskampfs bzw. Tarifstreits eine Schlichtung vorsieht.
Geißler hatte sich zuvor im vielleicht wichtigsten deutschen Gewerkschaftskampf der vergagenen 10 Jahre, dem Konflikt zwischen Lokführergewerkschaft GDL und deutschen Bahn AG als Vermittler einen Namen gemacht.
Die andere Wurzel liegt in der Alternativ-Bewegung nach 1968, die auch die Partei der Grünen hervor gebracht hat, in Hippie-Kommunen, Alternativ-Betrieben, Wohlkollektiven, Bürgerinitiativen etc. Dort herrschte stets ein besonderes Augenmerk auf Redeverhalten, Kritik von Machtstrukturen, eine Lust am Ausdiskutieren und oft auch ein nervenzerfetzender Drang bzw. Zwang zur Harmonie. Und es gibt sicher nicht wenige (ehemalige) AbonnentInnen der Graswurzelrevolution, die aus der Mediation und ähnlichen sozialpsychologischen Methoden inzwischen einen Beruf gemacht haben und dieses Handwerk ursprünglich in alternativen Strukturen erlernt haben.
Eine dritte historische Spur führt möglicherweise zu den Runden Tischen der untergehenden DDR ...
"Schön, dass wir drüber geredet haben", reicht heute absolut nicht mehr aus. Eine merkwürdige Verirrung libertärer Organisationsformen besteht darin, dass Treffen vor allem dann für gut befunden werden, wenn die Art des Redens vermeintlich konfliktfrei, egalitär und spannungsarm war. Und wenn möglichst viele zu Wort gekommen sind. Aspekte, die wichtig sind - dieser Text soll nicht als Plädoyer für einen Rückfall in autoritäre Strukturen verstanden werden - eine durchaus entscheidende Frage an ein Treffen muss aber dennoch bleiben: Was ist heraus gekommen? Was hat sich bewegt? Was ging voran?
Möglicherweise muss es für einen Fortschritt in und wieder auch mal ordentlich im Karton rappeln. Es sei den, wir einigen uns darauf, dass wir unsere Treffen tatsächlich nicht abhalten, um die Wirklichkeit zu verändern, sondern als sozialpsychologische Sondermaßnahmen, als soziale Wärmstube und Feel-good-event.
Eine Mediation - sowohl im gewerkschaftlichen als auch im Hippie-Sinne - nützt immer denen, die in der stärkeren Position sind. Das sind meist die AuftraggeberInnen, am Arbeitsplatz also die UnternehmerInnen und Vorgesetzten. In sozialen Konflikten wie in Stuttgart oder im Wentland sind die Ressourcen Geld, Macht, Wissen und Medien ebenfalls eindeutig asymmetrisch verteilt. ...
Nur wenige scheinen zu führen, dass dieses Gutmenschentum im Kern höchst aggressiv ist, weil es seine historische Mission darin erfüllt, radikalere und unversöhnliche Elemente einer Elemente zu isolieren und auszugrenzen.

Visualisierung, Ergebniskontrolle

1. mindmaps

Fangt bei einem Aspekt an und sammelt alle Unteraspekte in einem Diagramm (stammbaumähnlich). Schaubild ...

2. Karten

Die Ergebnisse einer Fragestellung werden auf Karten geschrieben. Am besten ein Aspekt pro Karte, so dass es möglich ist diese anschließend auf Tafeln anzubringen. Rubrizierung, d.h. das Zusammentragen von Karten, die gemeinsame Aspekte berühren, ist dann sehr gut möglich.

Bewertung der Kartentechnik:

Transparenz über alle Ideen entsteht. Durch das Einsammeln und Mischen kann eine gewisse Anonymität erreicht werden, was die Einbeziehung unsicherer TeilnehmerInnen fördert. Andererseits geht dann der persönliche Bezug verloren, d.h. die jeweiligen AutorInnen erklären ihre Karte nicht mehr. Die Anforderungen an TeilnehmerInnen sind nicht sehr hoch, das Verfahren kann genutzt werden, um mehr Kreativität zu schaffen - ähnlich dem Brainstorming. Bei der Rubrizierung ist Manipulation möglich, z.B. mehrfaches Schreiben einer Karte oder Umdeutung beim Anbringen an der Wand. Die Rubrizierung soll durch die beteiligten Personen selbst erfolgen, nicht durch eineN ModeratorIn. Um Inhaltsverkürzung zu vermeiden, sollte über das Aufzuschreibende/Aufgeschriebene zeitnah geredet werden. Gut ist, wenn Karten während der Rubrizierung vervielfältigt werden dürfen, damit Zuordnung zu mehreren Rubriken möglich wird.

3. Wandzeitung

Großes Blatt Papier an die Wand oder auf den Boden (Achtung. Durchschreibgefahr) a) alle schreiben darauf wild durcheinander (Brainstorming) b) systematisches gemeinsames ausfüllen, z.B. bei einer thematischen Einheit c) zum immer mal wieder draufschreiben oder draufschauen z.B. Infowand oder ; sehr gut geeignet sind hierfür Örtlichkeiten, zu denen jede/r mal muss: Stichwort Klozeitung (als Infowand nur sinnig, wenn ein gemeinsamer Vorraum besteht)

4. Protokoll

Kann echt nervig sein, aber auch wichtig! Wichtig um z.B. auch mal zu kontrollieren wie es denn so um die Umsetzung Eurer Ideen steht. Ihr könnt z.B. am Anfang jedes Treffens das letzte Protokoll durchgehen und dadurch Euer Treffen strukturieren. Außerdem lassen sich Probleme wie "Das haben wir nie besprochen!" so unparteiisch lösen (was nicht bedeuten soll, das Thema damit durch ist! Wenn sich jemand so aufregt, hat sie/er auch ihre/seine Gründe. Ursachenforschung!)

Kreativverfahren

Jenseits der Frage des Abbaus von Dominanzen gibt es Verfahren, die die kreative Ader der Beteiligten reizen sollen. Am besten ist die Verbindung mit Entscheidungsfindung von unten, denn angstfreie Räume stärken Kreativität. Und zur Angst gehört die Angst vor der Niederlage überall dort, wo es um Entweder-Oder geht, also z.B. eine Wahl oder Abstimmung am Ende steht. Einen Rahmen zu entwickeln, wo nicht die Entscheidung, sondern die Entwicklung von Ideen und Strategien für die Umsetzung in den Mittelpunkt rücken, ist deshalb wichtig. Zudem können Einzelmethoden helfen, die Kreativität anzuregen.

Brainstorming

Brainstorming meint das unreglementierte Sammeln von Ideen. Dafür wird eine gesondere Phase festgesetzt, z.B. zu Beginn eines Treffens oder einer konkreten Planungsphase, aber auch zur Durchbrechung festgefahrener Gesprächssituationen. Bei Brainstorming gilt, dass Ideen nur gesammelt werden. Möglich sind Ergänzungen oder Varianten, aber kein wertendes Debattieren über die einzelnen Ideen. In einer kreativen Atmosphäre sollten die TeilnehmerInnen sogar aufgefordert sein, benannte Ideen auch weiterzuspinnen. Die Ideen können z.B. auf einem Flipchart festgehalten werden.

Bewertung: Hohe Beteiligungsmöglichkeit, Vielfalt wird gefördert, wenig Anforderungen an TeilnehmerInnen, fördert Transparenz, macht häufig (zumindestens anfangs) Spass, Angst vor Fehlern ist geringer
Weiterentwicklung: Um Verfälschungen und Manipulation zu verhindern, sollte jede Person ihre Idee selbst auf das aufschreiben
Variante: Ideen werden (nach dem Abklären des Textes) durch jeden selbst auf kleine Zettel geschrieben, diese dann auf das gemeinsame Papier gepinnt. Eventuell werden in ein paar Jahren technische Verfahren existieren, die die Kartentechnik ersetzen, die aber Transparenz und Manipulationsverhinderung vermindern. Karten können (bei schüchternen TeilnehmerInnen) eingesammelt werden, anstatt von jedemR zum Papier gebracht zu werden (vermeidet Unruhe).

Mindmap

Diese Methode lebt stark von der Visualisierung. Ausgehend von einem Anfangspunkt werden Ideen in einem vielfach verästelten Baum notiert, wobei die Verästelungen jeweils Detailierungen des vorherigen Vorschlags sind. Mindmapping ist sozusagen ein sortiertes Brainstorming, bei dem aber einzelne Stränge gezielt weiterentwickelt werden.

Zukunftswerkstatt

Zukunftswerkstätten sind Treffen zur Planung von Aktionen, Veranstaltungen, Stadtteilen, Organisationsgründungen oder ähnlichem - also alles, wo Menschen für sich (und andere) etwas neues entwickeln oder Bestehendes verändern wollen. Es geht also um die Klärung der Problemstellung, der Fragen, und der Entwicklung des neuen. Üblich ist die feste Gliederung in drei Phasen, innerhalb derer jeweils plenare und Kleingruppenarbeit wechseln können. Die erste Phase stellt die Frage, wer warum und wie mit der bestehenden Situation unzufrieden ist (Kritikphase). Die Ergebnisse werden möglichst visualisiert oder anders festgehalten. Sodann erfolgt ein Bruch zur zweiten, der Visionsphase. Hier geht es, auch unabhängig von der konkreten Kritik, von Machbarkeit usw. um das Fernziel, den eigenen Traum (Visionsphase). Schließlich folgt die Realisierungsphase, d.h. das Anwenden der Traumphase auf aktuelle Situation, das Schmieden von konkreten Ideen, Entwickeln von Handlungslist, Vereinbarung konkreter Schritte usw. Der Zeitaufwand beträgt in der Regel 3 Tage bzw. ein Wochenende. Kürze Zukunftswerkstätten enden im Streß und täuschen kreative Phasen nur vor.

Bewertung: Viele andere Methoden können oder müssen integriert werden (z.B. Moderation). Beschreibung und Kritik an diesen gilt dann auch für die Zukunftswerkstatt. Diese kann helfen, bei festgefahrenden Situationen, Lösungsmöglichkeiten und Visionen aufzuzeigen. Die separat organisierten Phasen schaffen einen Rahmen, in dem die oft dominant wirkenden Machbarkeitsargumente zeitweise ausgeblendet werden können, was Kreativität erhöht. Allerdings ist der Gesamtrahmen recht starr, Störungen und Vorschläge für spontane Arbeitsgruppen usw. haben kaum Wirkung. Schwierig ist auch der Übergang von zweiter zu dritter Phase. In vielen Zukunftswerkstätten geht es nicht mehr um die Verwirklichung der Utopie, sondern die zweite Phase bleibe als etwas skurile, künstlerische Ebene stehen, alle Vorschläge in der dritten Phase werden dagegen gleich wieder auf vermeintliche Realität bezogen.

Weiterentwicklung: Chancen können sich ergeben, wenn die Zukunftswerkstatt nicht selbst den Rahmen bildet, sondern innerhalb eines offeneren Rahmens, z.B. Open Space, mit anderen Techniken verbunden ist. Dann erhöhen sich die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten, weil sie andere Arbeitsformen als die zur Zukunftswerkstatt passenden, dann im Gesamtrahmen leichter umsetzen können.

Methoden zur Reflexion und Auswertung


Einige der bereits genannten Methoden sind nicht nur im Entscheidungs- und Diskussionsprozeß einsetzbar, sondern sind oft auch wesentliche Methoden für Auswertung und Reflexion der Arbeit eines Zusammenhangs bzw. des eigenen Anteils. Insbesondere gilt das für die Runden, go-arounds, die Gesprächshilfen und natürlich das Feedback, wozu ihr auf den vorangegangenen Seiten mehr findet. Grundsätzlich ist es für einen politischen Zusammenhang bzw. eine emanzipatorisch orientierte Person unverzichtbar, sich zu fragen, ob mit der eigenen Vorgehensweise gesetzte Ziele erreicht werden oder nicht. Ansonsten läuft man quasi blind durch die Gegend und wird auch dann noch an etwas festhalten, wenn es sich schon längst als wenig erfolgreich erwiesen hat - das gilt für Strategien der Öffentlichkeitsarbeit ebenso wie für die Formen der eigenen Zusammenarbeit, das eigene Gesprächsverhalten etc.
Zwischenauswertungen: Sie können immer stattfinden und auch dazu dienen, ein laufendes Gruppentreffen zu bewerten und zu korrigieren. Die Zwischenauswertung soll demnach eher darauf orientiert sein, herauszubringen, wie es weiter gehen soll.
Endauswertung: Hier geht es eher darum, Bilanz zu ziehen oder offene Fragen zu sammeln. Versäumnisse und Fehler sollten benannt werden und geklärt werden, ob und wie weiter gearbeitet werden soll, was zu tun ist und wer davon was übernimmt. Zu einer Endauswertung gehört auch, einen Ausblick zu wagen und nach Perspektiven zu suchen, also kurz-, mittel- und langfristige Ziele zu formulieren oder zu verändern.

Papier/Karte und Stift

Aspekte und Fragestellungen für die Auswertung/Reflexion auswählen (siehe z.B. oben). Dann beantwortet jedeR dies für sich, schreibt das Ergebnis auf ein Blatt oder die einzelnen Aspekte auf verschiedene Karten und stellt das im Plenum vor. Die Ergebnisse können auf eine Wandzeitung übertragen werden oder die Karten nach Aspekten sortiert an einer (Pinn-)Wand gesammelt werden. Oft ist damit auch zugleich die Ergebnissicherung erledigt.

Rot-grün-Kritik

Einzeln schreibt ihr auf eine rote Karte oder nur ein entsprechendes Blatt eure Kritik („Stop! Was läuft für mich unangenehm?“) und auf eine grüne Karte, was okay war („Go! Das ist gut gelaufen.“). Möglicherweise kann man auch noch eine gelbe Karte aufnehmen für wichtige thematische Erkenntnisse („Das waren inhaltliche Aha-Erlebnisse für mich!“)

Du hast es in der Hand

Auswertung von inhaltlicher Arbeit, einer Gruppe oder Zusammenkunft mit Hilfe von Handzeichen für die man sich nach einer Phase des Überlegens entscheidet und die später im Plenum erläutert werden. Folgende Bedeutungen könnten die haben:
Daumen = Das war klasse, daran will ich weiter arbeiten.
Zeigefinger = Ich habe wichtige Infos erhalten
Mittelfinger = F*** you! Mir hat nicht gefallen...
Ringfinger = Die Atmosphäre war...
kleiner Finger = Zu kurz gekommen ist mir...
Bewertung: Wesentliches Merkmal der Methode ist wohl, dass man sich auf einen bzw. zwei Aspekte beschränken muss.
Weiterentwicklung: Vielleicht könnte man das auch mit einer Protokollierung oder Runde kombinieren, bei der nach Handzeichen sortiert aufgeschrieben wird bzw. die Anmerkungen vorgetragen werden.

Schwimmbad-Spiel

Alle stellen sich ein Freibad vor, mit Becken, Sprungturm, Liegewiese, Bedemeisterhäuschen, Kiosk, Umkleidekabinen, Duschen Eingang/Ausgang etc. Auf eine konkrete Situation hin, wird die Frage gestellt: „Wo stehst Du im Bezug zu diesem Konflikt/zur Gruppe?“ Antworten könnten sein: „Ich fühle mich wie der Bademeister und passe ständig auf, dass keineR absäuft“ oder „Ich befinde mich gerade auf dem Sprungturm und bin bereit, mich voll ins Geschehen zu stürzen“ oder „Ich bin zum Ausgang unterwegs, weil ich das Gefühl habe, Abstand zu brauchen“ oder oder oder... Sinn des ganzen ist durch das metaphorische Ausweichen auf einen neutralen Schauplatz der Reflexions- und Auswertungssituation die Spannung zu nehmen und mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen für den Standpunkt und die Stimmung der anderen. Letztlich eignet sich natürlich auch eine andere Metapher, als das Schwimmbad. Leitfragen für eine Auswertung könnten sein: Wie ist die überwiegende Stimmung? Was hat die Situation verursacht? Was ist gut? Was stört? Lässt sich das ändern?

Macken-Dialog

Ihr bildet Zweiergruppen. Diese Gruppen haben die Aufgabe, einen Dialog zu führen. Alle Einzelnen bekommen jedoch noch eine weitere Aufgabe, nämlich die Umsetzung eines besonderen Gesprächsticks. Der Tick (Gestik, Mimik...) soll als Rollenspiel in dem Gespräch sichtbar werden. Die Kommunikationsanweisungen könnten sein:

Nach jeder Runde tauschen sich die beiden in der Zweiergruppe aus: Wie wirkte sich meine Anweisung auf mich aus? Was bewirkt sie bei meinem Gegenüber? Wie wirkt sie sich thematisch aus? Wie ist der Tick insgesamt zu bewerten?
Mit diesem Rollenspiel kann man die Selbstwahrnehmung schulen, die gespiegelte Fremdwahrnehmung des Gegenübers erkennen lernen sowohl hinsichtlich der verbalen, wie der nonverbalen Signale. Es hilft vielleicht auch, Worte zu finden, um derartiges benennen zu können.

Bewertung: An diesem Spiel sieht man besonders gut, dass sich solche Methoden oft nur Werkzeuge sind, die sich sowohl herrschaftskritisch, als auch zur Ausbildung eines dominanten Verhaltens verwenden lassen.