Tuschelrunden - Schwungvolles Brainstorming in Kleingruppen
Ablauf ++ Ziele und Einsatzmöglichkeiten ++ Vorbereitung ++ Materialien (Downloads) ++ Ähnliche Methoden
Bilder zu Tuschelrunden
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- Alle Bilder stammen von Tuschelrunden auf dem Jugendumweltkongress in Bielefeld (2005)
Tuschelrunde: Ablauf...
Die Tuschelrunde ist eine Verknüpfung von Brainstorming und Kleingruppen-Dynamik für größere Gruppen ab ca. 12 Personen
Wie geht's?
- Eine größere Anzahl Leute trifft sich in einem Raum
- Die Methode und die gewünschte Fragestellung wird kurz vorgestellt bzw. verabredet
- Es bilden sich Kleingruppen von 2 bis etwa 5 Personen, die sich ein paar Minuten gegenseitig zu einer konkreten Frage austauschen - z.B. welche Wünsche und Ideen sie mit dem aktuellen Treffen verbinden - immer auch mit Blick auf Kooperationsmöglichkeiten, Verabredungen zu Workshops usw.
- Denkbar ist, die gesammelten Antworten oder Ideen auf Zetteln festzuhalten - wichtig dabei: Kontaktmöglichkeiten ("um 12h an Punkt x", Telefonnummer o.Ä.) angeben, damit Vereinbarungen möglich sind
- Nach drei bis fünf Minuten lösen sich die Gruppen auf und die Teilnehmis* bilden neue Gruppen
Dieser Prozess kann so oft wie gewünscht wiederholt werden (z.B. bis alle Teilnehmis* mit allen anderen geredet haben). In sehr kurzer Zeit ist es so möglich, einen Austausch mit vielen Leuten zu haben -? z.B. um Ideen für Arbeitskreise zu entwickeln. Gut ist, die entstehenden Ideen zu dokumentieren, damit auch spätere Verabredungen möglich sind.
Tuschelrunde: Ziele?
- Ziel der Tuschelrunde ist es, die Ideen und Wünsche der Teilnehmis* für andere transparent zu machen und Verabredungen zu fördern
- Die Tuschelrunde ist ein Raum, um eigene Vorstellungen auszudrücken ohne Angst vor Be-? oder Abwertung
- Sie will zur Umsetzung eigener Ideen ermuntern, um die Trennung in Referentis* und Teilnehmis* zu überwinden
- Tuschelrunden ermöglichen einen dynamischen, kreativen Austausch ohne umständliche Großtreffen
- Gleichzeitig können Tuschelrunden das Kennenlernen unterstützen, weil unbekannte Menschen eine Anfangs-Kommunikation miteinander haben, welche erste Hürden abbaut
Einsatzmöglichkeiten
- Tuschelrunden bieten sich für alle Treffen an, wo eine hohe Beteiligung angepeilt wird und die Ideen konkreter Menschen zum Tragen kommen sollen. Sie kann zum Beispiel am Anfang eines Open Space-?Verfahrens eingesetzt werden, aber auch in Phasen, wo es an Schwung mangelt
- Denkbar ist auch, Tuschelrunden einzusetzen, um sich zu einer konkreten Fragestellung auszutauschen, ein Problem zu bearbeiten oder Feedback zu geben - mit dem Vorteil, auf eine Großgruppensituation verzichten zu können, welche Dominanzgefälle und Hemmungen verstärkt
Tuschelrunden vorbereiten
- Ein Raum mit Platz für Kleingruppen, die sich dabei immer sehen und direkt miteinander kommunizieren können
- Sitz- oder Stehecken für kleine Runden, ausgestattet mit Zetteln und Stiften zum Notieren von Ideen oder Vereinbarungen
- Ein Plakat, welches die Methode verständlich erklärt
- Ein Plakat, welches die konkrete Fragestellung beschreibt ("Was sind deine Wünsche für dieses Treffen?", "Was würdest du hier gerne lernen?", "Was hat dir am Seminar gefallen?", "Was würdest du an diesem Kongress verbessern?")
- Ort zum Sammeln der Zettel - denkbar sind große Wühltische oder Infowände
*Hinweis: Die hier verwendete Endung "-is" ist der Versuch, die Aufteilung in Männer und Frauen sprachlich zu hinterfragen und geschlechtsneutrale Formulierungen zu finden. Dabei geht es weniger um eine politisch "einwandfreie" Sprache - eher darum, eine Auseinandersetzung um die zweigeschlechtliche Ordnung anzuregen.
Downloads zu Tuschelrunden
- Infoplakate zu Tuschelrunden (3xA4, .pdf, 60kb)
- Kurzbeschreibung der Tuschelrunde (A4 quer, .pdf, 40kb)
- Werbung für Tuschelrunden (Ort und Termin einfach hinzufügen): A4-Plakat (.jpg, 490kb) und Flyer (.jpg, 650kb)
- Tuschelnde Pinguine als Werbegag (.jpg, 700kb)
Ähnliche Verfahren
World-Café = Knowledge-Café
Der folgende Text stammt von Wikipedia ... das Verfahren ist auch noch für sehr viel kürzere Phasen verwendet worden, z.B. auf den Perspektiventagen im Januar 2008 in Berlin. Dort war jede Phase nur 5 Minuten lang.
Knowledge-Cafés teilen ein Gruppen-Plenum in kleinere Gruppen von fünf bis sechs Personen, die sich jeweils an einem runden Caféhaus-Tisch versammeln, um zu einer spezifischen offenen Fragestellung oder einem bestimmten Thema zu diskutieren. Ein Caféhaus-Besitzer moderiert die Diskussion. Jedes Café dauert ca. ein bis zwei Stunden. Die Teilnehmerzahl sollte mehr als zwölf, idealerweise 30 Personen betragen. Vor der Öffnung der einzelnen Caféhäuser sollten die Moderatoren/Moderatorinnen eine kurze Einführung zum Thema Knowledge-Cafés und deren Zweck geben.
Nach einer vorher festgelegten Zeit von ca. 45 Minuten wechseln die Cafétisch-Besucher den Tisch und wandern ins nächste Knowledge-Café – so lange bis jede Gruppe einmal jedes Café besucht hat. Die Caféhaus-Besitzer bleiben am Tisch zurück und geben der ankommenden Gruppe eine kurze Zusammenfassung ihres Diskussionsthemas sowie der Ergebnisse der Vorgruppe (ca. zehn Minuten). Ebenso erstattet die neu angekommene Gruppe einen kurzen Bericht über den Diskussionsverlauf in ihrem vorherigen Café. Auf Basis beider Zusammenfassungen eröffnen sie anschließend eine neue Diskussion[4], die der Caféhaus-Besitzer/die-Besitzerin möglichst nicht unterbrechen sollte, denn im Knowledge-Café geht es um den Gedanken- und Meinungsaustausch der gesamten Gruppe – also um kollektives Brainstorming. Zu den entwickelten Ideen können sich die Teilnehmer/innen und der/die Moderator/in Stichworte notieren, z. B. auf einer papierenen Caféhaus-Tischdecke.
