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DIE RUeCKKEHR DER ASSASSINEN

Im Jahre 1090 unserer Zeitrechnung soll Hasan Sabbah mit seinen Nisaris,  einer Splittergruppe der ismailitischen Schiiten, in der Gegend des  noerdlichen Iran, Syrien und Libanon einen Geheimbund gegruendet haben,  der seine politischen Ziele mit dem Mord von militaerischen, politischen  oder religioesen Gegnern zu erreichen suchte. Dieser Bund der Assassinen  (eigentlich arabisch „Haschischraucher“) wurde so beruehmt beruechtigt,  dass er selbst im westlichen Europa wegen seiner unglaublichen Attentate  zur Legende wurde und die Sprache praegte: assassin (frz.), assassini  (ital.), asesino (span.) - Moerder. Hasan Sabbah soll seinen Assassinen  mittels Drogen vorgegaukelt haben, dass er sie ins Paradies fuehren koenne  und so waren sie ihm blind ergeben bis in den Tod und seine Macht wuchs  unermesslich.
Heute, am schwarzen 11. September 2001 kamen Tod, Verwuestung und Terror  in den Inbegriff der westlichen Metropole: New York, die wie keine andere  fuer den modern way of life steht. Das Symbol dieser symbolischen Stadt,  das 400 Meter hohe World Trade Center mit seinen himmelstrebenden Towers  in denen 50.000 Menschen arbeiteten wurde in einer beispiellosen  Terroraktion vernichtet. Nichts erinnert so an den Zusammensturz des in  Hochmut erbauten Turms zu Babylon wie dieses Ereignis. „Babylon is  fallin .“ Den Katastrophenfilm dazu gabs als self fulfilling prophecy  schon vorher.
Auch das Pentagon, die Zentrale militaerischer Macht, das Symbol US- amerikanischer militaerischer Ueberlegenheit wurde schwer getroffen -  nicht von Bomben, nicht von Cruise Missiles sondern von einer  vollbesetzten Zivilmaschine auf Inlandsflug.
Ueber dem Capitol Hill, dem Symbol staatlicher Allmacht und der  Weltherrschaftsnachfolge des Roemischen Imperiums stehen die Rauchwolken.  Auch hier hat der mysterioese Feind zugeschlagen, gnadenlos und praeszise.  Seit heute ist der Traum von der Unangreifbarkeit der Supermacht USA  ausgetraeumt: kein Superheld hat in einer Mission Impossible den Angriff  verhindern koennen, kein Top Gun hat die toedlichen Zivilwaffen vom Himmel  holen koennen, bevor sie einschlugen. Ein simpler Plan mit einer simplen  Logistik hat den Leader mittschiffs getroffen. Der Krieg der Sterne findet  am Boden statt.
Natuerlich hoeren wir gebetsmuehlenhaft die PolitikerInnenverlautbarungen  und hoeren wir die schockierten Distanzierungen potentieller Feindstaaten  der USA die die ersten Opfer einer neurotisch Schlaege austeilenden  Superarmee unter Electric-Chair-Bush werden koennten.  Aber hinter all den verstoerten und beteuernden Figuren der Weltgeschichte  haelt die Welt den Atem an. Was wird nun geschehen? Bricht nun das fragile  Gleichgewicht destabilisierter Weltregionen vollends zusammen? Wird das  New Yorker Desaster zum Menetekel einer Welt am Abgund? Nichts wird sein  wie vorher und auf der Tagesordnung wird die Vergeltung eines vom eigenen  Blutgeruch rasend gewordenen Staatsmonsters stehen, das fuerwahr schon  genug Unheil angerichtet hat. Nun da die Saat, die es hundert Jahre lang  ausstreute zu ihm zurueck ins Wohnzimmer geflogen kommt wie die sieben  Plagen, heult es auf, als sei es das Opfer und nicht die Millionen, die es  um Land, Leib und Leben gebracht hat und immer noch bringt.
Auch die armen unschuldigen Opfer dieser fuerchterlichen Anschlagsserie  aus dem Dunkeln gehen letztendlich auf das Konto des Amerikanischen  Imperiums, das nichts unversucht liess und laesst zum eigenen Nutz und  Frommen fremde Voelker (und das eigene Volk) unter seiner Tatze zu halten  und ihnen den Lebensnerv fuer Macht und Luxusleben einer kleinen  prosperierenden Klasse von Superreichen abzupressen.
Spekuliert wird ueber den Urheber des Angriffs. Immer wieder faellt der  Name Bin Ladin - ist er „der verborgene Imam“ der neuen Assassinen?  Zuzutrauen waere es ihm. Ein Staat als eigentlicher Urheber dieser Aktion  faellt aus, muesste er doch damit rechnen von der militaerischen  Supermacht USA ausradiert zu werden. So kommt eigentlich nur eine kleine  Gruppe Fanatiker(Innen?) in Frage, eine Sekte, ein Geheimbund, eine  klandestine Organisation, die verrueckt und hermetisch geschlossen genug  ist, eine solch konzertierte Aktion an verschienenen Stellen des Landes  gleichzeitig durchzufuehren, ohne dass etwas nach aussen dringt. Die  Handschrift der Selbstmordattentaeter ist in der Regel die von arabischen  FanatikerInnen, denen nach erfolgtem selbstmoerderischen Angriff der  sofortige Aufstieg in den Siebten Himmel des Islam versprochen wird, an  den sie vorbehaltslos glauben. Fuer sie ist der Tod einfach ein  wundertaetiges Martyrium. Auch der Tag, der 11. September spricht dafuer.  Aber nicht zwangslaeufig muss der verteufelte „Schejtan“ (Satan) Bin Ladin  Anfuehrer einer solchen Gruppe sein. Arabische Menschen, die das US- Imperium bis auf den Tod zu hassen Grund genug haben, gibt es uebergenug.  Es ist auch nicht ueberfluessig an den Angriff aus dem eigenen Land zu  denken: durchgedrehte Amis gibts zu Hauf, die zu Tausenden beispielsweise  in paramilitaerischen Milizen zum Teil rechter und rechtsradikaler  Orientierung organisiert sind. Wozu solche Leute faehig sind war vor  einigen Jahren in Oklahoma City zu begutachten. Ja sogar Kinder(gruppen)  begehen ja bekanntlich in schoener Regelmaessigkeit Massaker im „freiesten  Land der Welt“. Wenn der Angriff aus dem eigenen Lande gekommen waere  (weisse Amerikaner haetten den leichtesten Zugang zu allen noetigen  Informationen und den Flugzeugen), womoeglich von einer neofaschistischen  Gruppierung - was wuerde das fuer das US-amerikanische Selbstbewusstsein  neuerlich bedeuten?!
Aber auch Sekten kaemen in Frage, man denke an die (zunaechst staatlich  gefoerderte) japanische AUM-Sekte, deren Giftgasanschlaege in der Tokioer  U-Bahn vor ein paar Jahren nur der Auftakt zu einem Generalangriff auf  Staat und Gesellschaft sein sollten. Wirre Leute aller Art finden sich  ebenfalls en masse im Lande der seltsamen Psychosekten und Endzeitkirchen,  den Vereinigten Staaten von AmeriKKKa.
Wer auch immer zugeschlagen hat: die Folgen werden immens sein. Ueber sie  zu spekulieren reicht meine Phantasie nicht aus. Stehen wir am Rande eines  neuen Weltkriegs, ausgeloest von ein paar Irren und einem jede Massstaebe  verlierenden Staat, einer kollektiv austillenden Supermacht? Dass die USA- Herrschenden nun in sich gehen, ist nicht zu erwarten. Mit jeder Faser  ihres steinernen Herzens werden sie nach Rache schreien und diese Rache  wird blind sein. Blind gegen diejenigen die sich trifft und blind fuer die  Folgen. Nur eine vage Hoffnung bleibt - dass diese Einschaetzung ein  Irrtum sei.
R@lf G. Landmesser  [LPA]
Trefferquote: perfect
Die hoechsten Gebaeude von New York sind zerstoert. Tausende, vielleicht
Zehntausende tot, das Pentagon getroffen, der Capitol Hill in Flammen: Tefferquote: perfect!
Was aber wenn die Ziele keine Symbole sondern taktisch gewesen waeren? Was  wenn ein grosser Staudamm, eine grosse Chemiefabrik oder ein gar  Atomkraftwerk getroffen worden waere? Der letztere Fall ist kaum  auszudenken, aber AtomkraftgegnerInnen haben ihn schon vor 25 Jahren  bedacht und dies oeffentlich gemacht: Atomkraftwerke sind gefaehrliche  Ziele fuer Terroranschlaege oder - abstuerzende Flugzeuge der zivilen und  militaerischen Luftfahrt. Wird das naechste Ziel eine dieser tickenden  Zeitbomben sein? Warum sollten die Angriffe zu Ende sein, solange noch  einer der nun von der ganzen Welt gejagten Attentaeter noch lebt? Und wenn  der letzte zur Strecke gebracht ist - werden der Hydra nicht neue Koepfe  wachsen, genaehrt von neuem Unrecht, neuer Ausbeutung, neuem Schlachten?
Wer eine derartige Tat begeht hat mit seinem Leben abgeschlossen und wird  die gewaltsame Beendigung desselben so teuer wie moeglich verkaufen. Es  ist keine Zeit Angst zu verbreiten, aber es ist Zeit, den Dingen nuechtern  ins Auge zu blicken.
Der Terror der 1. Welt gegen die 2. die 3. und 4. kommt nach Hause zurueck. Die Herrschenden haben Grund Angst zu haben - und wir, die wir die Herrschenden dieser 1. Welt nicht imstande waren zu bremsen oder uns lieber mit ihnen einrichten wollten, wir muessen diese Furcht teilen.
R@lf G. Landmesser   [LPA]
 

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Japan-RAF oder CIA ?

Spekulationen und Trittbrettfahrer. Das sind die Folgen von  terroristischen Grossereignissen. Eine Japanische Rote Armee Fraktion soll  angeblich die Verantwortung fuer das N.Y.-Attentat als Rache fuer  Hiroshima und Nagasaki uebernommen haben. Schoen, die Japaner haben das  Kamikaze erfunden, oder? Aber dieses Statement ist schon ein wenig  strange, nicht wahr?
Mehr Gedanken machen muss mensch sich da schon, ob Geheimdienstkreise des  US-Staates selbst etwa hinter dem Horrorszenario stecken (es gibt Leute,  die dies vermuten bzw. nicht fuer unmoeglich halten) um durch eine  zynische Katastropheninszenierung Grund fuer einen militaerischen Schlag  finaler Groesse zu schaffen. Nicht dass mensch es ihnen nicht zutrauen  wuerde ... auch die „Lusitania“, ein vollbesetztes US-Passagierschiff  wurde ja angeblich durch gezielte Fehlinformationen an die deutsche Seite  geheimdienstgsteuert durch ein deutsches U-Boot versenkt um Amerika einen  Grund zum Kriegseintritt in den Weltkrieg zu verschaffen ... aber dass CIA- Agenten selbst zu Kamikazefliegern werden ist doch recht unwahrscheinlich.
Moeglich waere natuerlich, dass US-Geheimdienste einer arabischen
Terrorgruppe einen gedeckten Korridor fuer die Attentate verschafft haben
? ohne deren Wissen: so etwas nennt man Funktionalisierung. Es waere nicht  das erste Mal, dass Geheimdienste sich scheinbar autonomer Terrorgruppen  bedienen. Aber zu welchem Zweck waere es diesmal?

Wenn mensch davon ausgeht, dass die politischen, oekologischen und wirtschaftlichen Verhaeltnisse einer Grosskrise zusteuern und es Kreise geben koennte, die dies genauso analysieren, koennte mensch annehmen, dass hier ein Interesse besteht den Zeitpunkt vorzuverlegen und damit die Kontrolle zu behalten oder wiederzuerlangen. Gemeinhin machen Regierungen so etwas mit Krieg. Der Krieg polarisiert die Menschen zu gegeneinander gerichteten Haufen die sich Nationen nennen und gegenseitig in wechselnden Kominationen abschlachten. Daneben wird jedes andere Problem zur Nebensache.
Koennte es also Kreise in den USA geben, die Interesse an einem umfassenden weiteren Krieg haben, weil sie sich die Chance ausrechnen, jetzt, da sie noch die einzige militaerische Supermacht sind, diese Karte zu spielen und die Oberhand zu gewinnen oder zu behalten? In wenigen Jahren werden sich die Machtpole auf der Welt verschoben haben und der technologische Vorsprung der USA moeglicherweise von anderen Machtgebilden wie China oder Europa aufgeholt aufgeholt oder stark reduziert sein.
Auf den ersten Blick mutet diese Spekulation absurd an, aber die Welt ist voll von Absurditaeten die in die Realitaet gewirkt haben oder wirken.
Zu akteller Sorge gibt jedenfalls Anlass, dass es offenbar so einfach ist  vitale Machtzentren zu treffen. Das koennte Nachahmer schaffen, besonders  in naechster Zeit wo die kranke Phantasie noch angeregt ist ...
 

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WELTHANDEL UND WORLD TRADE CENTER
Die Vernichtung des World Trade Center in New York am 11. Sptember 2001 hat eines der vitalsten Wirtschaftszentren nicht nur der USA sondern auch der gesamten Welt getroffen. Hier liefen dichte Buendel von Faeden zusammen und die Boersen der Welt reagieren nun mit drastischen Kursverlusten. Die New Yorker Boerse wird moeglicherweise bis Donnerstag einschliesslich geschlossen bleiben. Das spekulative Kapital, von dessen Laune wir abhaengig sind - ob wir wollen oder nicht, ist stimmungsmaessig auf dem Tiefpunkt. Auch wegen der ohnehin schon vorhandenen Krise.
Es liegt auf der Hand, dass alleine durch die materiellen Zerstoerungen in New York eine noch nicht kalkulierbar hohe Milliarden-Dollar-Summe, die vermutlich im dreistelligen Bereich liegen wird, an Schaden entstanden ist. Die Lahmlegung der ganzen Metropole, der Ausfall des gesamten Luftverkehrs, die Evakuierung von vitalen Gebaeuden weltweit - der Verlust von vier Airlinern ist dagegen als „peanuts“ zu betrachten.
Der zweite Verlust ist virtuell, wird sich aber ebenfalls dramatisch auswirken: der Datenverlust tausender Rechner, die weltweiten Verbindungen im World Trade Center standen.
Aber auch tausende, wenn nicht zehntausende hochqualifizierter Fachleute der Wirtschaft sind mit einem Schlag ums Leben gekommen. Viele werden nicht leicht ersetzbar sein. Abgesehen von der menschlichen Tragoedie nicht fassbaren Ausmasses reissen die nun fehlenden Qualifikationen und Verbindungen dieser Menschen im wirtschaftlichen Sektor ein ungeheures Loch in die Weltoekonomie, die ihre Orders weitgehend ueber New York abwickelt. Neben dem materiellen Schaden an Immobilien und Infrastruktur ist der menschliche Faktor ein weiterer X-Milliarden-Dollar-Faktor, der moeglicherweise die materiellen Schaeden bei weitem ueberholt.
Wir koennen also annehmen, dass hier an zentraler Stelle ein so ungemeiner Einbruch erfolgt, dass selbst die US-Wirtschaft davon schwer angeschlagen ist, obwohl die Funktionen von New York sicher in einem relativ kurzen Zeitraum auf einen anderen Knotenpunkt (oder mehrere) uebertragen werden koennen. Bei der ohnehin dauerwackeligen Oekonomie des Turbokapitalismus koennte diese Tatsache zu einer weltweiten Springflut von Wirtschaftskatastrophen werden, die von New York ausgeht.
Die Vergeltungsmassnahmen die die US-Regierung mit Sicherheit ergreifen wird, werden ein weiteres Milliardengrab - und vermutlich das Grab vieler weiterer Menschen.
Geld ist kein Phantom. Das Tauschaequivalent muss, bevor es ausgegeben werden kann, ersteinmal erwirtschaftet werden, ausgepresst, von anderen Menschen und/oder auf deren Kosten ausgebeutet werden. Auf grosse Verluste wird also mit Sicherheit eine haertere Gewinnstrategie folgen, die sucht, diese Verluste wieder wett zu machen. Dies bedeutet eine noch krassere folgenschwerere Ausbeutung fuer weite Gebiete dieser Welt durch die vorherrschende kapitalistische Macht.
Wird Europas Kapital zunaechst in den Strudel des wirtschaftlichen Verfalls gezogen, weil auch hier die Handelsbeziehungen gestoert sind und neue immense Kosten zur Terrorismuspraevention auftauchen, wird es doch langfristig von der (zeitweisen?) Schwaeche einer angeschlagenen USA profitieren koennen - sofern es sich nicht selber in Kriegshandlungen der USA einbinden und damit zur Ader laesst. Letzteres ist jedoch stark zu befuerchten.
Die weltwirtschaftlichen Folgen der Vernichtung des World Trade Centers N.Y. sind also lange nicht absehbar und werden wahrscheinlich erst im Abstand von einem halben Jahr klarer erkennbar sein.
Unter dem entsetzlichen Eindruck des Anschlags in New York wird jedoch auch die „Nation“ USA enger zusammenruecken und eine nationale Solidaritaet hergestellt, die alle klassenspezifischen Konflikte in der Gesellschaft fuer geraume Zeit ueberdecken wird - insbesondere, wenn es zu einer umfassenden Kriegshandlung durch die Entwicklung der Ereignisse kommen sollte. Die Zeiten fuer sozialen Wandel oder gar eine soziale Revolution werden also dementsprechend schlecht. Der Anschlag bedeutet einen Rueckschlag fuer jegliche sozialemanzipative Politik und den Weltfrieden. Wir koennen uns also im kommenden Winter in jeder Beziehung warm anziehen.
Kaum auszudenken, wenn die Terrorwelle erfolgreich weiter gehen sollte und moeglicherweise in aehnlicher Wirksamkeit auf Europa und andere Zentren uebergreift, beispielsweise Moskau, das mit mehreren muslimischen Teilrepubliken oder ehemaligen UDSSR-Republiken im Clinch liegt. Die Lunte am Pulverfass brennt. Nur wissen wir nicht, wo das Pulverfass versteckt liegt und wie lang die Lunte noch ist. Der Tanz auf dem Vulkan hat begonnen.
R@lf G. Landmesser   [LPA]
 
 

IST DAS DER COUP D ETAT ???
Pearl Harbour oder Reichstagsbrand?
Schwarzer September, 11. September 2001, schwarzer Tag fuer Freiheit,
Demokratie und Menschenwuerde. Alle Zeichen stehen auf (Wuesten)Sturm. Die  Gazetten schreien KRIEG-KRIEG-KRIEG, die bange Frage der Menschen lautet:
KRIEG ? ...
Es liegt Gleichschaltung in der Luft, ein Geruch von Reichstagsbrand und  Verwesung. „Mr. President: Retten Sie die Welt!“ titelt die springereigene  Berliner BZ. Die anderen Schlagzeilen sind kaum anders. Arabische  Terroristen werden zu Monstern und Bestien stilisiert - eingaengig nach  dem bestialischen Mordangriff auf New York.
Nachdenkliche Stimmen gehen im allgemeinen Rachegeschrei unter. „Wir  werden die Welt zum Sieg fuehren!“ Pres. George Bush, 13.9.2001 life im  Fernsehn. Ein Endsieg ueber „DEN“ Terrorismus wird herbeigeredet, der nur  in einem Phyrrussieg, in einer immer wieder verlorenen und zu verlierenden  Schlacht, einem Schlachten enden kann.
Es gibt Stimmen die von einer moeglichen Verschwoerung reden. Einer  Verschwoerung innerhalb des amerikanischen Regierungsapperates, der  Geheimdienste, die ein unheimliches Eigenleben, ausgestattet mit 60  Milliarden DM jaehrlich (dem Etat von ganzen Staaten!), fuehren und schon  mehr als einmal aus dem Ruder liefen. Hardliner, Falken in  Vorgaengerregierungen der USA haben sich dessen schon mehrfach bedient.  Beispiele? Reichlich! Sei es Watergate, der Putsch in Chile, die Iran- Contra-Affaere, Mordanschlaege auf Regierungsobehaeupter anderer Staaten  (Lumumba, Castro und andere). Seit dem „Freedom-of-Information-Act“ sind  derartig unglaubliche Verbrechen der US-Geheimdienste zu Tage gekommen und  aktenkundig geworden - dass sie noch immer niemand glaubt.  Bakteriologische und chemische Angriffe zu Testzwecken auf auf ganze  amerikanische (und andere??) Staedte, Liquidationsprogramme gegen die  innerpolitische Opposition (CoIntelPro) und vieles mehr, das ganze Baende  fuellt. Dokumentationen? Bitte: die gibts im Buchhandel und zwar aus  serioesen, unverdaechtigen Quellen.
Weiter ist es notwendig, sich die Eroeffnung von Kriegen und Konflikten in  der Vergangenheit anzusehen.
? Im Ersten Weltkrieg wurde der vollbesetzte Passagierdampfer Lusitania  von einem deutschen U-Boot (oder auch nicht) jedenfalls versenkt, weil man  den deutschen Geheimdienst mit der Information gefuettert hatte, es sei  ein Truppentransporter. Dies fuehrte zum Eintritt der USA in den Ersten  Weltkrieg.
? Pearl Habour, der Ueberraschungsangriff gegen die US-Flotte durch die  Japaner, soll der US-Aufklaerung vorher bekannt gewesen sein. Der Angriff  fuehrte zum offiziellen Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg.
? Der angebliche Ueberfall von Nordvietnamesen im Golf von Tonking war von  Anfang an inszeniert und lieferte den Grund zum Vietnamkrieg fuer die USA.
? Im Vorfeld des Golfkrieges wurde Saddam Hussein ueber diplomatische  Quellen von den USA (die ihm vorher gegen Iran geholfen und aufgeruestet  hatten) ermutigt Kuwait zu ueberfallen. Ergebnis: Operation Wuestensturm.
...

Das Muster ist auch von den Nazis bekannt:
Man bringt die Bevoelkerung durch einen Terrorakt auf und schlaegt dann  mit allgemeiner Unterstuetzung zurueck: „Ab 11:45 Uhr wird  zurueckgeschossen!“ so aeusserten sich die Nazis nach dem von ihnen in  Szene gesetzten Ueberfall von als Polen verkleideten SS-Maennern auf  Reichsgebiet.
Der Reichstagsbrand, den der Raetekommunist Van der Lubbe unmoeglich  alleine gelegt haben kann (zu viele Brandherde) diente bekanntlich dazu,  mit einem Schlage die Opposition im Reich zu vernichten.
Was koennte heute und zu unserer Zeit die Funktion eines Reichstagsbrandes  uebernehmen? Die Bombardierung der zentralen Symbole der US-Gesellschaft:
White House, World Trade Center, Pentagon?!?
Stimmt dies, ist mit weiteren zentralen Angriffen zu rechnen, die die  Europaeer (und Russen?) total auf Linie bringen. Wie waere es mit Louvre,  Eiffelturm, Centre Pompidou, Buckingham Palace, Regierungsviertel Berlin,  Nato-Hauptquartier Bruessel, Parlament Strassburg, Kreml (durch  „tschetschenische Gotteskrieger“), internationalen Massenveranstaltungen?  Wenn es da kracht, wissen wir Bescheid.
Was koennte das Ziel einer moeglichen Verschwoerung sein? Platt und  einfach: die uneingeschraenkte Weltherrschaft der USA und deren Ideologie.  Eine (rechts/macht)radikale Analyse koennte lauten: die Zeit war noch nie  so guenstig fuer einen TAKE-OVER. Die USA als zur Zeit NOCH staerkste  Weltmacht koennte jetzt NOCH die Oberhand gewinnen und ein fuer allemal  klaren Tisch zu ihren Gunsten machen. (Es gab bekanntermassen in der  Vergangenheit auch Gedankenspiele von US-Militaers, dass ein Nuklearkrieg  durch Erstschlag gewinnbar sei.) So koennten skrupellose  MachtpolitikerInnen im Pentagon und in den Diensten denken. Ob die Spitze  der US-Regierung, Bush und andere, darin involviert sind ist von  untergeordneter Bedeutung. Ein („totaler“ sog. Antiterror-)Krieg wuerde  der Moeglichkeit einer ruecksichtslosen Unterdrueckung jeglicher  Opposition gelegen kommen, aehnlich wie in der McCarthy-Aera in den USA  der Fuenfziger Jahre. Die Gefahr ist klar vorhanden. Wie die tatsaechliche  Entwicklung laeuft, werden die naechsten Wochen zeigen und in welcher Form  die linke und liberale Opposition NOCH eine Form und eine Sprache finden.
Das Szenario einer Verschwoerung koennte folgendermassen gestrickt gewesen  sein:
Terroristische Anschlagsvorbereitungen werden der Aufklaerung bekannt,  aber man laesst die Attentaeter zynisch gewaehren, unterstuetzt sie  sozusagen stillschweigend und ebnet ihnen den Weg. Man schlaegt zwei  Fliegen mit einer Klappe: 1.) diskreditiert man Widerstand gegen US- Hegemonie und diskreditiert den Islam insgesamt - und andere  „Fremdartigkeiten“, 2.) schafft man die Voraussetzungen eines Coup d Etat  dem die Menschen zujubeln werden, weil sie sich „gerettet“ fuehlen, bzw.  selbst nach Rettern schreien.
Dies ist alles Spekulation - auch wenn es Indizien gibt (z.B. die  logistische Groesse des Attentat-Coups in den USA, der schwer unbemerkt  bleiben konnte) die diese Spekulation nicht voellig aus der Luft gegriffen  scheinen lassen.
Gehen wir aber einmal davon aus, dass diese Spekulationen voellig falsch  und gegenstandslos sind: die tatsaechlichen Folgen des Angriffs auf N.Y.  und D.C. werden, wer immer ihn auch begangen oder gefoerdert hat,  gravierend sein. Denn de facto ist nun eine Situation geschaffen, von der  alle Rechtsputschisten im Staat immer getraeumt haben: der  Ausnahmezustand.
In diesem Ausnahmezustand setzt offenbar das rationale Denken weiter Teile  der Bevoelkerung und leider auch der Intellektuellen und geistig- politischen Fuehrergestalten aus und schlaegt um in Massenhysterie. In  diesem hoechst gefaehrlichen Zustand sind die Menschen manipulierbar und  navigierbar wie nie sonst.
Buergerliche Rechte werden mit einer Geste, einem Federstrich ausser Kraft  gesetzt und das ausgesprochene oder unausgesprochene Kriegsrecht regiert.  Kommen einzelne wieder zur Besinnung ist es zu spaet - der autoritaere  Staat hat schon vom Apparat Besitz ergriffen und eine Eigendynamik  produziert, die direkt dem Abgrund entgegenrauscht.
Ein Indymedia-Leser von rechts hat das letzthin hassvoll so ausgedrueckt:
„Wenn die Polizisten euch demnaechst auf den Demonstrationen  zusammenschiessen, werden die Leute an Strassenrand stehen und Applaus  klatschen!“
Wenn sich also in den naechsten Tagen und Wochen nicht eine aeusserst  starke Gegenbewegung auf allen Ebenen der Gesellschaft formiert, wird der  Take-Over stattfinden, zumindest der Versuch dessen, und womoeglich  jahrzehntelang nicht rueckgaengig gemacht werden koennen. Wir haben Grund  Angst zu haben - aber aus anderen Gruenden als das oeffentliche Kriegs-  Angst- und Panikgeheul das in HiFi und auf vielen Kanaelen verstaerkt und  wiedergegeben wird, wieder und wieder. So funktioniert Propaganda.
Wir muessen uns jetzt zu Wort melden, wir muessen auf die Strasse und den  Strom umleiten, wir muessen einen kuehlen Kopf bewahren und Besonnenheit  da, wo bei Oeffentlichkeit und PolitikerInnen alle guten Geister schon  entfleucht sind.
THIS IS THE EMERGENCY CASE !
Und es gibt keinen Notausgang. Ebensowenig wie fuer die bedauernswerten  Opfer in den Towers des WTC und in den zu Bomben umfunktionierten Jets.
R@lf G. Landmesser  [LPA Berlin]

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