auf
Übersicht Meinungen NGOs Medien Merkwürdigkeiten Metakritik 1973
Materialversand

Kommentare zu den Interpretationen von "Terror, Gedenkterror und Krieg"

Vorher geschrieben ...

Liebe Freunde, wenn die „Ereignisse“ sich überstürzen und viele sprachlos sind  (W.  Krauß), hilft es sehr, einmal ins „Archiv zu schauen. Wir fanden dort ein in verschiedener Hinsicht geradezu prophetisches Wort eines amerikanischen Bischofs.
Für die Redaktion der „VERSÖHNUNG“
Thomas Nauerth

„Weil wir gehasst werden“ -  Terrorismus und USA

Robert Bowman flog 101 Kampfangriffe in Vietnam. Heute ist er Bischof der Vereinigten Katholischen Kirche in Melbourne Beach, Florida/USA.Seine Stellungnahme zum Phänomen terroristischer Angriffe auf die USA
erschien bereits im Frühjahr 1999 in „DER PFLUG“  (eine Publikation der Bruderhöfe).
„Wenn wir uns weiterhin über die wahren Hintergründe des Terrorismus täuschen lassen, wird er uns so lange weiter bedrohen, bis wir vernichtet werden. Die Wahrheit ist, dass keine unserer tausend Atomwaffen uns vor dieser Bedrohung schützen kann. Kein Star-War-System - ganz egal, wie technisch hoch entwickelt, ganz egal, wie viele Milliarden Dollar hineingesteckt worden sind - kann uns vor einer Atomwaffe schützen, die in einem Segelboot oder in einer Cessna, in einem Koffer oder in einem Mietwagen ankommt.  Nicht eine einzige Waffe in unserem riesigen Arsenal, nicht ein Cent der 270 Milliarden Dollar, die wir jährlich für so genannte Verteidigung ausgeben, kann uns gegen eine Terroristenbombe schützen. Das ist eine militärische Tatsache. Als Oberstleutnant im Ruhestand und jemand, der häufig Vorträge zum Thema nationale Sicherheit gibt, habe ich oft den Psalm 33 zitiert:
„Wenn ein König in der Schlacht den Sieg erringt, dann verdankt er das nicht seiner großen Armee; und wenn ein Krieger heil davonkommt, dann liegt es nicht an seinen starken Mus-keln.“
Die Frage ergibt sich:  Was können wir dann tun? Gibt es denn nichts, wodurch wir unseren Bürgern Si-cherheit bieten können?  Doch!  Aber um das zu begreifen, müssen wir die Wahrheit über die Bedro-hung kennen.  Als Präsident Clinton dem amerikani-schen Volk erklärte, warum wir Afghanistan und den Sudan  bombardierten, sagte er nicht die Wahrheit.
Er sagte, wir wären das Ziel des Terrorismus, weil wir für Demo-kratie, Freiheit und Menschenrechte stehen. Unsinn!  Wir sind das Ziel der Terroristen, weil unsere Regierung fast weltweit für Diktatur, Sklaverei und Ausbeutung steht. Wir sind das Ziel der Terroristen, weil wir gehasst werden. Und wir werden gehasst, weil unsere Regierung hassenswerte Taten begangen hat. In wie vielen Ländern haben die Vertreter unserer Regierung Führer, die von der Bevölkerung gewählt waren, abgesetzt und durch Militärdiktatoren ausgetauscht, die nichts anderes als Marionetten und bereit waren, ihre eigenen Bürger an amerikanische Großkonzerne zu verkaufen. Wir taten dies im Iran, als die US-Marine und das CIA Mossadegh absetzten, weil er die Ölindustrie nationalisieren wollte. Wir ersetzten ihn durch den Schah und wir bewaffneten, trainierten und bezahlten dessen gehasste Geheimpolizei, die die Menschen im Iran versklavte und terrorisierte, nur um die finanziellen Interessen unserer Ölkonzerne zu schützen. Ist es da ein Wunder, dass es Leute im Iran gibt, die uns hassen? Wir taten dies in Chile. Wir taten dies in Vietnam. Und es ist noch nicht so lange her, da versuchten wir es auch im Irak zu tun. Und natürlich, wie oft haben wir es in Nikaragua getan und in all den anderen latein-amerikanischen Bananenrepubliken? Wieder und wieder haben wir angesehene Führer verdrängt, die den Reichtum des Landes unter den Leuten, die dafür gearbeitet haben, verteilen wollten. Wir ersetzten sie durch mörderische Tyrannen, die ihre eigenen Leute verkauften, sodass der Reichtum des Landes durch Konzerne wie Domino Sugar, Folgers und Chiquita Banana ausgebeutet werden konnte.
In einem Land nach dem anderen hat unsere Regierung Demokratie vereitelt, Freiheit unterdrückt und ist auf den Menschenrechten herumgetrampelt. Deswegen wird sie rund um die Welt gehasst. Und deswegen sind wir das Ziel der Terroristen.
In Kanada genießen die Menschen Demokratie, Freiheit und Menschenrechte; ebenso die Menschen in Norwegen und Schweden. Hast du schon mal von einer kanadischen Botschaft gehört, die bombardiert wurde? Oder von einer norwegischen oder schwedischen?
Wir werden nicht gehasst, weil wir Demokratie ausüben, Freiheit schützen oder die Menschenrechte unterstützen. Wir werden gehasst, weil die amerikanische Regierung diese Dinge den Menschen in den Dritte-Welt-Ländern versagt, deren Rohstoffe von unseren Großkonzernen begehrt werden:  Der Hass, den wir säten, ist zurückgekommen, um uns in der Form des Terrorismus zu bedrohen - und in der Zukunft:
Atomterrorismus!
Sobald die Wahrheit erkannt ist, warum diese Bedrohung besteht, wird die Lösung klar: Wir müssen unsere Richtung ändern. Unsere Atomwaffen loszuwerden - gegebenenfalls einseitig - wird unsere Sicherheit erhöhen, und eine drastische Änderung unserer Außenpolitik wird sie garantieren. Anstatt unsere Söhne und Töchter um die Welt zu schicken, um Araber zu töten, damit wir das Öl, das unter deren Sand liegt, haben können, sollten wir sie senden, um deren Infrastruktur wieder in Stand zu setzen, reines Wasser zu liefern und hungrige Kinder zu füttern. Anstatt damit weiterzumachen, tagtäglich Hunderte von irakischen Kindern durch unsere Sanktionen umzubringen, sollten wir den Irakern helfen, ihre Elektrizitätswerke, ihre Wasseraufbereitungsanlagen und ihre Krankenhäuser wieder aufzubauen - all die Sachen, die wir zerstörten und deren Wiederaufbau wir verhinderten.
Anstatt Terroristen und Todesschwadronen auszubilden, sollten wir die School of Americas schließen. Anstatt Aufstand, Zerrüttung, Mord und Terror weltweit zu unterstützen, sollten wir den CIA abschaffen und das Geld Hilfsorganisationen geben.
Kurzum, wir sollten Gutes tun anstelle von Bösem.
Wer würde versuchen, uns aufzuhalten?
Wer würde uns hassen?
Wer würde uns bombardieren wollen?
Das ist die Wahrheit, die die amerikanischen Bürger - und die Welt - hören müssen.“

Wer kein Ziel hat, kann es auch nicht verfehlen! (aus Ö-Punkte 4/01)

Gibt es auch irgendetwas Positives an den Anschlägen vom 11. September und dem dann einsetzenden gesellschaftlichen Gedenk"terror", des Zivilisations-Patriotismus und dem hilflosen, oft peinlichen, aber auch teilweisen rassistischen bis faschistischen
Gestammel aller Großmäuler dieser Republik - von PolitikerInnen über Medien und NGOs bis zu den Mackern linksradikaler Protest"kultur"? Die Antwort lautet: Ja! Es hat selten einen gesellschaftlichen Erregungskorridor gegeben, in dem soviel klar wurde. Die
Bilanz ist schlimm. Sie zeigt die volle Manipulierbarkeit öffentlicher Wahrnehmung und damit auch politischer Entscheidungsfähigkeit der Gesellschaft und die totale Leere politischer Bewegung hinsichtlich von Zielen, Grundpositionen und Strategien.
Die Stunden danach ...
Kaum waren die vier Flugzeuge und das Leben in ihnen mit unterschiedlicher Wirkung zerschellt, setzte geschäftiges Geschnatter ein. Die Palästinenser waren da, hieß es zunächst, obwohl eigentlich niemand überhaupt irgendwas wußte. Nach ca. 10 Stunden
waren die Palästinenser dann so schnell wieder aus dem Rennen, wie sie hineingekommen waren. Die NATO-Staaten hatten entschieden, lieber einen anderen Gegner zu finden. Irgendetwas, was mensch getrost und am besten auch noch nutzbringend bombardieren
könne. Irak? Nein, denn das hieße, daß alle ständigen Bombardierungen dort mit den Hunderttausenden von Toten pro Jahr erfolglos (aus Sicht der Bombenden) gewesen wäre. Zum Glück gab es dann noch den Ex-CIA-Mann Bin Laden und das Land Afghanistan mit
seinem religiös-faschistischen Regime der Taliban (deren Widerlichkeiten aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde, das aber natürlich auch selbst mit Hilfe der NATO an die Macht gekommen war). Zwar lagen auch weiterhin keinerlei Daten vor, aber der
Truppenaufmarsch in Richtung Afghanistan startete schon einmal.
"Linke" Politik I: Gute gegen Böse
Unzufrieden war nur eine Gruppe - die Antideutschen. Sie hatten gehofft, daß es endlich ihrem Lieblingsfeind, dem von ihnen so genannten "palästinensische Selbstmordkollektiv", an den Kragen gehen könnte. Standhaft versuchten sie, die Anschläge als Fortsetzung der Intifada zu bezeichnen und forderten, daß nicht nur gegen Afghanistan Krieg zu führen sei, sondern Ziel sei die "militärische Bezwingung des Islamismus" insgesamt. Alles sei eine Sache von "barbarischem Angriff und notwendiger Gegenwehr".
Ein einfaches Weltbild. Wer gegen den Krieg sei, sei Antisemit, andere Gründe für eine Ablehnung von Krieg scheiden aus.
Bei soviel Einteilung der Welt in "Gut" und "Böse" seitens der NATO und der Antideutschen, bei beiden mit der Konsequenz des Traumes eines Heiligen Krieges von Christen gegen Nicht-Christen (Zivilisation gegen den Rest), bei den Antideutschen in einer Kampfkoalition mit dem Judentum, was zu konstruieren als Einheit der Guten auch eine Spezialität der Antideutschen und anderer Antisemiten ist, wollten andere nicht nachstehen ...
"Linke" Politik II: Rassistisches Gedenken
Aus dem üblichen Spektrum der sanften Politgruppen wurde zunächst wochenlang dem Gedenken gefrönt. Sonntagsspaziergang in Ahaus - mit Gedenkminute. Presseinformationen und Flugblätter von Friedensgruppen, Umweltverbänden, Parteien, Attac oder wie sie alle heißen - nirgends fehlten die seierigen Worte. "Wir sind mit den Menschen in den USA in ihrem Schock und Leiden uneingeschränkt solidarisch", schrieb beispielsweise die Aktion "Gewaltspirale durchbrechen" vom Friedensnetzwerk und aus Attac-Umfeld.
"Innere Identifikation mit den Opfern" empfand der offenbar schwer senile Horst-Eberhard Richter im Leitartikel der attac-Zeitung. Welch eine rassistische Logik. Wenn in den armen Regionen Menschen durch Hunger, Vertreibung, sexuelle Gewalt oder Umweltzerstörung auf qualvolle Weise sterben, regt sich kein Gefühl. Solche Zahlen werden schnell vergessen oder nüchtern in Statistiken gepreßt. Zerfetzte Israelis nach Selbstmordanschlägen von Palästinensern auf Marktplätze, versehentlich abgeschossene Flugzeuge, absaufende Flüchtlingsboote unter militärischem Druck - all das verursacht nirgendwo direkte Betroffenheit. Aber jetzt die zunächst 6.000 Toten in New York (inzwischen ist die Zahl, auch bemerkenswert, deutlich gesunken). Eine solche Zweiteilung trägt klar rassistische Züge. Fast alle politischen Gruppen haben sie vollzogen.
"Linke" Politik III: Die Maßstäbe kippen ... der Super-Holocaust<
Hiroshima, der Holocaust, Kreuzzüge, Weltkriege - alles Peanuts gegen die Anschläge. "Mordaktion ohnegleichen" schrieb wiederum Horst-Eberhard Richter bei attac," beispiellos brutalen Terroraktion" stand bei www.gewaltspiraledurchbrechen.de. Phantasievoll
suchten die Antideutschen ebenfalls nach Begriffen und fanden derer viele: "Grauen von New York und Washington"
"Linke" Politik IV: Antisemitismus: World Trade Center als Judenturm
Was alle Gruppen, die auf ihre Art Gewalt und Rassismus hegten und pflegten, einte, war die Reduzierung der Anschläge auf das World Trade Center. Daß auch das Pentagon getroffen wurde, ist fast gänzlich aus den Berichten verschwunden. Das hat System und
wird benutzt. So konnten die Antideutschen die Anschläge zu einem Angriff auf das Judentum umwerten - und bemerkten nicht ihren eigenen, penetranten Antisemitismus, ständig das Finanzkapital mit dem Judentum gleichzusetzen. Was könnte antisemitischer sein als die Behauptung, daß getroffene Gebäude sei eine jüdische Einrichtung gewesen oder das Judentum stehe für das Finanzkapital. Attac & Co. phantasierten einen Verzweifelungsschlag von unterdrückten Menschen in die Anschläge. Und die NATO sah den Kampf Zivilisation gegen Barbarei. Für alle war wichtig, nur New York zu thematisieren. Die Attacke auf das Pentagon war für die US-Streitkräfte nicht nur äußerst peinlich, sondern weist auch auf andere oder zumindest weitergehende Ziele der AttentäterInnen hin. Das Pentagon steht nicht für Kapitalismus oder Judentum, sondern für Militarismus und Herrschaft.
"Selbstverständlich müssen die Schuldigen ermittelt und mit rechtsstaatlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden", stand im bundesweiten Aufruf zu den Demonstrationen in Berlin und Stuttgart. Was ist hier selbstverständlich und warum? Daß Staaten alles kontrollieren und regeln? Daß sie sich dabei ihrer Armeen, Polizei und Gerichte bedienen? Ist das neue politische Ziel: Weniger Krieg durch mehr Knast? Der internationale Gerichtshof wurde immer wieder benannt - welche eine Aufwertung einer Einrichtung, die ausschließlich von wenigen Führungsnationen der Welt kontrolliert wird. Besonders deutlich wurden die Antideutschen - sie bezeichnen das Taliban-Regime als "Anarchie" und bringen damit auf eine besonders deutliche Art ihre Vorliebe für geordnete Verhältnisse zum Ausdruck.
"Linke" Politik VI: Mehr Toleranz für Intoleranz<
Religionen sind immer Herrschaftssysteme, denn sie schaffen übermenschliche Wertsysteme und sind mit mehr oder weniger harten Durchsetzungsformen verbunden - von den Bestrafungsformen der Scharia oder der Bibel bis zu den Drohungen auf einen sozialen Abstieg im nächsten Leben reichen die Gewaltformen der Religionen. Das thematisierte kaum jemand. Gegenüber anderen Religionen solle Toleranz geübt werden - und die eigene ist ohnehin ein Teil des "Guten" auf der Welt.
Aber auch anderes wurde legitimiert - die Antideutschen wollten mehr Krieg und bezeichneten Bomben auf Dörfer als Gegenwehr und Befreiung. Vergeltung sei "berechtigte Abwehr". Auch die "sanften Linken" aus bürgerlichen Milieu fanden, daß Gewalt jetzt
wieder korrekt sei. Mit den Worten, "alle Welt erkennt Amerikas Recht an, die Schuldigen und ihre Drahtzieher unnachsichtig zur Rechenschaft zu ziehen", zeigte attac das typische Gesicht: Gewalt des Staates ist legitim (gegen den Staat natürlich nicht, wie die ständigen Haßtiraden seitens attac gegen Militante zeigen). Und sprach wie immer für "alle Welt".
"Linke" Politik VII: Inhalte? Fehlanzeige ...
Bei genauerer Betrachtung geht fast allen Texten und Aufrufen eine klare Position ab. Warum sind Menschen gegen den Krieg - aber für (welt)polizeiliche Härte? Warum rufen Antideutsche die NATO zu mehr Krieg auf und halten KriegsgegnerInnen für
AntisemitInnen - während sie selbst fleißig an antisemitischen Bildern (World Trade Center = jüdisches Symbol) werkeln? Wie kommen NGOs wie attac auf so absurde Ideen wie bei ihrer Aktion gegen Steuer-Oasen, daß diese Mitschuld am Terror seien? Die Antwort ist einfach: In politischen Gruppen fehlen die Ziele - oder sie verfolgen solche, die Herrschaft legitimieren oder nutzen würden. Der starke Staat, Religionen, Polizei und Armeen sind für viele bürgerliche GlobalisierungskritikerInnen eher eine Hoffnung gegen den "entfesselten Kapitalismus" denn genau dessen unbedingte Voraussetzung.
Der Irrtum "Markt und Staat"
Mehr Markt ist nur möglich mit mehr Staat, denn die Ausdehnung des Marktes ist kein Kampf gegen den Staat, sondern der Staat bekämpft die Menschen, um mehr Markt schaffen zu können. Eigentlich müßte das klar sein, denn das Zeitalter des Neoliberalismus, fälschlich immer als Stärkung des Marktes einhergehend mit der Ohnmacht der Nationalstaaten beschrieben, ist genau der gleiche Zeitraum, in dem Staaten ihre Handlungsmöglichkeiten gegen die Bevölkerung und andere Staaten stärken (Aufrüstung nach innen und außen).
Das Mehr an Markt ist kein zwingendes Ergebnis eines stärkeren Staates, aber das zur Zeit dominierende. Ausnahmen sind zur Zeit wenige Staaten, die starre Diktaturen, religiöse oder feudale Systeme durchsetzen wollen (wie z.B. die Taliban in Afghanistan).
Selbstbestimmung und das Ende von Herrschaft und Verwertung sind mit Staat und Markt nicht zu machen. Wer mehr Institutionen, Kontrolle oder Regulierung fordert, will den Staat stärken - und damit die Macht, die den Markt gegen die Menschen durchsetzt.
Wer nach mehr Markt brüllt, braucht ebenfalls mehr Staat. Staat und Markt stehen nicht gegeneinander, sondern bilden im Kapitalismus eine Einheit. Darum wollen die Regulierer aus NGOs (attac, Weed usw.) sowie Teilen der Parteien (PDS, sogenannte Linke bei SPD und Grünen) dasselbe wie die Weltbank, die EU und andere Institutionen von Staatsmacht und Neoliberalisierung. Mit der Tobin Tax und Maßnahmen gegen die Offshore-Zentren haben sie inzwischen auch gleiche politische Forderungen - nach den obigen Ausführungen gar nicht so überraschend!
Stattdessen: Emanzipation
Das Ziel politischer Arbeit, die den Menschen befreien will aus den "Klauen" von Macht und Markt, muß alle Formen von Herrschaft abbauen. Dabei geht es nicht um die Alternative zwischen Reform und Revolution, wie in den Debatten von inhaltsleeren angepaßten und verbalradikalen Gruppen immer anklingt. Sondern es geht um die Frage, ob Reformen oder Revolutionen Markt bzw. Macht stärken oder schwächen - andersherum die Selbstbestimmung der Menschen fördern oder abbauen. Als übergreifender Begriff und Maßstab für sinnvolle und rückwärtsgerichtete Formen politischer Aktionen und Forderungen erscheint "Emanzipation" passend. Er könnte der "gemeinsame Nenner" von direkter Aktion und Lobbyarbeit, von Militanz und Gewaltfreiheit, von Reform und revolutionären Strategien sein.
Reformen, die mehr Herrschaftsinstitutionen schaffen (neue Steuern, Kontrollen usw., oktroyierte Inhalte in der herrschenden Von-oben-Pädagogik und mehr Rechtsstaatlichkeit gehören hierzu - also fast alle aktuellen Vorschläge aus NGO-Kreisen), sind ebenso antiemanzipatorisch wie radikale Positionen, an deren Ende nur neue Herrschercliquen bis hin zu Massakern an Andersdenkenden stehen. Und interne Strukturen, die von Zentralismus, Hierarchie, Mackertum und Dominanz bis zur modernen Instrumentalisierung von Basisgruppen durch wenige FunktionärInnen für ihre politischen Konzepte und Karriere (Prinzip bei attac) reichen, sind ebenfalls nicht emanzipatorisch, denn sie weiten Herrschaftsverhältnisse ebenfalls aus - auf die politischen Gruppen selbst.
Eine intensive Auseinandersetzung um emanzipatorische Ziele (Reformen und Visionen), um Kritik an Markt und Macht, um Aktionsformen und Organisierung von unten würde eine politische Bewegung entwickeln, die viele, aber dennoch klare Antworten auf Krieg, Unterdrückung, Ausbeutung und die "Events" dieser Gesellschaft hat. Die aktuellen politischen Gruppen, von Attac bis Antideutschen, sind eher Stützpfeiler von Herrschaft, Verwertung, Rassismus, Antiseminitismus und mehr.

Brot, Bomben und Lügen

Von Christoph Spehr

1. Für eine sofortige Einstellung des westlichen Angriffskrieges in Afghanistan
Die USA führen derzeit einen Angriffskrieg gegen Afghanistan, möglicherweise bereiten sie auch einen Angriffskrieg gegen weitere Länder vor. Sie tun dies mit Zustimmung der NATO und der G8-Staaten im Rahmen der üblichen imperialistischen Arbeitsteilung; dass die europäischen Regierungen einen Stil des „nachdenklich Bombardieren“ bevorzugen, heißt nicht, dass es hier irgendwelche Differenzen gäbe. Dieser Angriffskrieg ist ein verbrecherischer Akt, und er liegt mitnichten im Interesse der westlichen Bevölkerungen.  Das Entsetzen über die Anschläge des 11.September kann nichts daran ändern, dass Terror weder mit Gegenterror noch mit Krieg zu beantworten ist. Die Rhetorik, die Anschläge seien eine Kriegserklärung gewesen, soll gezielt von der Fragwürdigkeit von Vergeltungsschlägen ablenken. Es gibt bislang kein Verfahren, keine der Öffentlichkeit vorgelegten Beweise, keinen darauf gestützten Auslieferungsantrag; dass die Taliban-Regierung Osama bin Laden nicht in vorauseilendem Gehorsam „einfach so“ ausgeliefert hat, gilt als ausreichender Grund für einen Krieg gegen Afghanistan. Dass die militärischen Aktionen der Ergreifung Bin Ladens gelten sollten, ist seit den immer massiveren Bombardements als Lüge offensichtlich: Kriegsziel ist das Auswechseln der afghanischen Regierung.
Die Opferzahlen des westlichen Angriffskrieges werden die Zahl der Toten in New York und Washington um ein Vielfaches überschreiten. Der Krieg tötet nicht nur die, die von Bomben getroffen werden; er tötet auch die, die seit dem Truppenaufmarsch vor ihm zu fliehen versuchen und an Hunger und Kälte sterben werden. Der Zynismus der Nahrungsmittelpakete, die mit Grüßen vom amerikanischen Volk hinterhergeworfen werden, wird sie nicht retten.

2. Gegen die Mystifizierung der Anschläge
Die Anschläge vom 11.September sind keine Anschläge auf „die Zivilisation“.  Es sind auch keine Proteste gegen Armut und Kapitalismus. Es sind Verbrechen, politisch motivierte Anschläge, und Massaker als Teil einer machtpolitischen Strategie. Wenn sie tatsächlich von radikal-islamistischen Terrororganisationen im Umkreis von El-Quaida und Bin Laden verübt sind, haben sie einen ziemlich konkreten Hintergrund. Zum einen sind es Racheakte für den erneuten Bündniswechsel des Westens in Afghanistan, nämlich von den Taliban zur Nordallianz, an die in jüngster Zeit große Waffenlieferungen vorbereitet wurden und deren militärischer Führer, Massud, im April auf Einladung des Europa-Parlaments zu strategischen Gesprächen mit Solanas u.a.  zusammentraf, bevor er zeitgleich mit den Anschlägen von einem Selbstmordkommando ermordet wurde. Zum anderen reihen sich die Anschläge in eine Serie von Mordanschlägen seit 1993, die gegen Angehörige des US-Militärs, der US-Geheimdienste und anderer Einrichtungen in arabischen Ländern verübt wurden und die Ziele verfolgen sollen, die von Bin Laden und anderen Terror-Organisatoren immer wieder genannt wurden: Abzug amerikanischer Truppen aus allen arabischen Ländern; Ende des militärischen und ökonomischen Krieges gegen den Irak; Entzug der westlichen Unterstützung für „gefügige“ Satelliten-Regime wie Saudi-Arabien.  Diese Ziele (nicht die Anschläge!) finden in der Bevölkerung der arabischen Länder weite Zustimmung, und sie sind berechtigt. Das Problem ist, dass der militärisch-ökonomische Komplex des islamistischen Terrors sich diese, an sich schwer abweisbaren, Ziele zu eigen macht, um sein eigenes Süppchen darauf zu kochen. Er behauptet, dass diese Ziele nur durch ihn zu erreichen sind; dass sie nur mit seinen faschistischen Mitteln erreichbar sind; und dass sie nur zusammen mit einigen anderen Zielen erreichbar sind, die man ebenfalls als faschistisch bezeichnen muss: der Errichtung fundamentalistischer „Gottesstaaten“ a la Taliban, der Vernichtung Israels, der totalen Allmacht der islamistischen religiösen und militärischen Führer.  Die Mystifizierung der Anschläge verdeckt, dass die westlichen Regierungen keine Antwort auf dieses Problem haben; ja dass sie es auch gar nicht lösen wollen, weil sie mit dem Terror auch alle legitimen arabischen Ansprüche bekämpfen möchten, die dem westlichen imperialen Anspruch zuwiderlaufen. Die Mystifizierung verdeckt, dass der sunnitische Fundamentalismus, Osama bin Laden und die Taliban vom Westen gezielt aufgebaut, finanziert und aufgerüstet wurden, im Rahmen der größten CIA-Aktion seit dem Zweiten Weltkrieg; zunächst um die Sowjetunion zu bekämpfen, später um in Ungnade gefallene Protegés durch andere Kräfte zu ersetzen. Und sie verdeckt auch, dass der Westen andere Versuche in der arabischen Region, Souveränität und reale Selbstbestimmung zu erlangen, konsequent zerstört hat oder ausbluten ließ.

3. Die Politik des Westens: wie von Bin Laden bestellt
Was ist nun die aktuelle Politik des Westens gegenüber diesem Problem? Sie wirkt, als hätten  Bin Laden und die anderen Exponenten islamistischer Terrororganisationen persönlich sie bestellt: Die USA stellen sich auf eine mindestens 10jährige massive Truppenpräsenz ein, im Prinzip sollen amerikanische Truppen für immer auf dem Boden arabischer Länder stationiert bleiben. Der Westen stützt fragwürdigste Regime mit politischen, ökonomischen und militärischen Geschenken, sofern sie nur an der Kriegs-Koalition teilnehmen; Menschenrechte spielen dabei keine Rolle. Die Einbeziehung des Irak als Ziel militärischer Operationen ist sehr wahrscheinlich, ein Ende des Embargo ist in weite Ferne gerückt. Mit der Aufrüstung der Nordallianz greift der Westen zum dritten Mal massiv in den afghanischen Bürgerkrieg ein, und er wird auch die Nordallianz fallen lassen, sobald sie Kritik an der westlichen Politik und an den westlichen Bomben übt. All dies ist Wasser auf die Mühlen des Terrors.

4. Genua hoch zehn
Entzivilisierung und Entdemokratisierung schreiten dabei auch im Westen selbst voran. Nach dem Willen der US-Regierung sollen bei der totalen Operation „Terrorbekämpfung“ alle Trennungen zwischen Militär, Polizei, Geheimdiensten und ökonomischer Politik aufgehoben werden. Der umfassende, totale Krieg gegen unbotmäßige Länder, der so zur realen Drohung wird, benutzt die UNO nicht einmal mehr als Feigenblatt: keine internationale Instanz wird die „Beweise“ gegen Afghanistan auch nur zu Gesicht bekommen haben, bevor die USA angreifen. Der proklamierte 10-Jahres-Plan, der militärische, ökonomische und politische Interventionen umfassen soll und damit den Charakter einer autoritären Weltinnenpolitik hat, wird im Kreis von Kriegskabinetten verhandelt, eine Gruppe von vielleicht zwanzig Menschen weltweit entscheidet über die Ausrichtung der Weltpolitik der nächsten 10 Jahre. Die bisherige Anmassung der G8-Treffen wird damit noch übertroffen.  Was hier vorbereitet wird, ist Genua hoch zehn. Dazu passt auch, dass Notstandsgesetze nach innen vorbereitet werden, um Widerstand und Kritik durch totalitäre Kontrolle und Zensur zu ersticken: die Abmahnungen von LehrerInnen in Sachsen, die es wagten die US-Politik zu kritisieren, geben einen ersten Vorgeschmack.

5. Die Dominanzkultur dreht durch
Der Westen hat durchaus ökonomische und geostrategische Interessen in Afghanistan. Es geht um das Pipeline-Projekt von Baku zum arabischen Meer, es geht generell um die Sicherung des westlichen Zugriffs aufs Öl in der ganzen Region; es geht beim „Kampf gegen den Terror“ auch um die „Sicherheit“ weltweit agierenden Kapitals und seiner Repräsentanten und Angestellten.  Dennoch ist das ökonomische und militärstrategische Kalkül in bezug auf den jetzigen Krieg widersprüchlich und keineswegs klar, und unter der Hand auch umstritten.
Dagegen ist seit langem keine militärische Operation so stark von den Bedürfnissen patriarchaler Dominanzkultur geprägt gewesen, und zwar auf beiden Seiten: der phallische Charakter des Anschlagsziels vom 11.September kommt nicht von ungefähr. Das Vorgehen der USA ist geprägt von der Panik vor Kontrollverlust. Mehr als alles andere geht es um die Illusion, „das Heft wieder in der Hand zu haben“: „the conflict, begun on the timing and terms of others, will end in a way, and at an hour, of our choosing“ (Bush). Es geht um die Unvorstellbarkeit, selbst Opfer zu sein, die jetzt militärisch ausradiert werden soll. Die patriarchale Dominanzkultur der Gegenseite funktioniert anders; sie drückt sich aus in der Rechtfertigung der Massaker als Gebot der Ehre, als Wiederherstellung gekränkter männlicher Identität, und in der wegwerfenden Geringschätzung des eigenen Lebens (ebenso wie des Lebens „zufällig Betroffener“). Es ist eine innerpatriarchale Konstellation, die von klassischen Frontstellungen wie Kolonisator/Kolonisierter, hegemoniale/marginalisierte Männlichkeit usw. durchzogen ist.  Das Drama ist, dass jedes rationale Interesse, das Leben eigener Bevölkerungen zu schützen, Gefahren abzuwenden, und Verbrechen gegen andere Bevölkerungen zu vermeiden, dabei vollständig unter die Räder kommt. Jede weitere Runde von Terroranschlägen, Bombardements, neuen Terroranschlägen, neuen Bombardements wird diesen Wahnsinn weiter nähren, der seine KritikerInnen als „Weicheier“ beiseiteschiebt. An genau diesem Punkt hat Wickert Recht, dass die Logik auf beiden Seiten dieselbe ist. Und es ist auf beiden Seiten ein guter Job, Mullah zu sein - sprich, zu denen zu gehören, deren Position immer besser und deren Handlungsspielräume immer größer werden, je weiter die Gewaltspirale sich dreht, und je mehr Opfer sie kostet.

6. Neue Weltordnung II: Schnäppchenmarkt für Zyniker
Im Zuge der „internationalen Koalition gegen den Terror“ werden derzeit Verhandlungen geführt, die weit über den Krieg gegen Afghanistan hinausgehen und einige wesentliche Konkretisierungen und Veränderungen der nach 1989 proklamierten „Neuen Weltordnung“ zum Gegenstand haben. Jenseits aller noch halbwegs legitimierten internationalen Organe und ohne jede Beteiligung der Bevölkerungen ist hier ein wilder Schnäppchenmarkt für Zyniker aller Couleur entstanden. Die USA haben unverhohlen erklärt, die „new benchmark“ (Powell), d.h. der Maßstab für die Politik der USA gegenüber anderen Staaten, sei ausschließlich deren Unterstützung für den US-Krieg gegen Afghanistan und alle weiteren Maßnahmen in diesem Zusammenhang. Die Regierungen der Staaten, die an der Koalition teilnehmen, möchten sich dies umgekehrt in verschiedenster Weise bezahlen lassen. Pakistan braucht Geld; Indien möchte Zustimmung für seine Kashmir-Politik; Russland will Freispruch für seinen eigenen Staatsterror in Tschetschenien; die Liste ist lang. Auch wenn sich in der Koalition eine gewisse imperiale Überspannung der USA ausdrückt und die Notwendigkeit, an der Illusion völlig unbeschränkter nationalstaatlicher Handlungsfreiheit Korrekturen vorzunehmen, so ist von dieser Art Kuhhandel zwischen Regimen nur eine weitere Verschärfung der menschenverachtenden und autoritären Züge der aktuellen Weltordnung zu erwarten.  Auch die deutsche Regierung will in diesem Sommerschlußverkauf nicht zurückstehen. Im Gegenzug für bedingungslose Unterstützung der Militäroperationen der USA, soll wieder einmal eine deutsche „Normalisierung“ durchgesetzt werden: die vollständige, offene Rückkehr zur Großmachtspolitik, die Möglichkeit selbst wieder kriegsführende Macht zu sein, die Stärkung internationalen Einflusses (Sitz im Weltsicherheitsrat usw.). Das ist gemeint, wenn Schröder die „Nachkriegszeit“ für beendet erklären will.  All dies ist an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten. Fremde Opfer zählen ebenso wenig, wie Risiken für die eigene Bevölkerung; Fragen von Rechtmäßigkeit und Sinn des derzeitigen Krieges geraten völlig in den Hintergrund: der Afghanistan-Krieg wird zum Medium einer Neuaushandlung dessen, wer in einem zeitgemäßen Imperialismus welche Rolle spielen darf und kann.

7. Was tun?
In diesem Krieg gibt es keine Seite des Guten; und es gibt keine wünschenswerte Tendenz, die von den Anschlägen des 11.September hervorgerufen würde, auch nicht indirekt. Beides kann nicht überraschen. In den Diskussionen um einen neuen Internationalismus ist immer wieder betont worden, dass es nicht funktioniert, sich auf eine Seite des Guten schlagen zu wollen, und dass es keinen inneren Automatismus gibt, der aus den Widersprüchen wie durch Geisterhand in eine bessere Zukunft führt.  Was ist daher jetzt zu tun?

Auch ein Weg, wie er hier skizziert ist, enthält Risiken und Gefahren. Auch er ist langfristig, schwierig, nicht unbedingt sofort erfolgreich. Aber es ist der einzige, den man gehen kann, wenn einem das Leben (das eigene und das Anderer) wichtiger ist als Herrschaft und Dominanz. Und es wird ihn niemand gehen, wenn nicht wir.

gegen eine vermeintlich ´antideutsche´ relativierung von auschwitz

Von der gruppe sinistra

dass sich jede parteinahme auf seiten der, zweifellos auch antisemitisch motivierten, islamisten für linke von selbst verbietet ist natürlich richtig. ebenso richtig, dass der ´antiimperialismus´ der islamisten nichts aber gar nichts emanzipatorisches hat und jede klammheimliche freude ueber die toten in nyc nur reaktionär ist. dennoch zeugt der unsaegliche bahamas-text, von einem zutiefst ahistorischen verstaendnis von ´westlich-buergerlicher´ kultur oder ´abendlaendischer zivilisation´. die rede davon, dass diese ´zivilisation´ (bei aller kritik, bla, bla) im gegensatz zum islamismus immer noch voraussetzung fuer eine befreiung der menschen sei hat einen zentralen historischen aspekt schlicht vergessen: es war gerade diese zivilisation, die ihr jetzt meint gegen den ansturm der babaren verteidigen zu muessen, die das schlimmste verbrechen der menschheitsgeschichte hervorgebracht hat: AUSCHWITZ. die vernichtung von sechs millionen juden fand eben nicht in einem rückständigen, ´barbarischen´ land statt, sondern in deutschland, einer der höchstentwickelten industrienationen der welt, einem land, das (kant usw.) vielen als wiege der europäischen aufklärung galt und gilt. vor diesem hintergrund laesst sich der versuch die auseinandersetzung usa/europa versus ´islamische welt´ als verteidigung der zivilisation gegen die barbarei und abwehrschlacht gegen den antisemitismus umzudeuten nur als deutsche projektion verstehen: wenn die araber/muslime (bahamas: ´koran = mein kampf´) heute die neuen nazis vorstellen, so erscheinen die vernichtungslager von auschwitz, belzec und sobibor nicht mehr als zeugnisse einer singulären deutschen schuld. so kommen die anti-deutschen ironischerweise am ausgangspunkt ihrer politik gelautert wieder an. angetreten, den finger in die wunde der nie wirklich aufgearbeiteten deutschen schuld zu legen und die singularität des holocaust gegen relativiererInnen und schlussstrichtheoretikerInnen zu betonen, entlasten sie die deutschen nun mit dem bild des antizivilisatorischen muselmanns. hier gilt es entgegenzuhalten: