Personen, die während der S26 Demonstrationen in Prag festgenommen
wurden, werden im Gefängnis gefoltert. Nähere Informationen
sind über
A-Infos (http://www.ainfos.ca) oder das Independent Media Center in
Prag (http://praha.indymedia.org) zu beziehen.
Bitte nehmt Euch die Zeit, den folgenden Brief per Fax oder Mail an
die Adressen am Ende dieser Mail zu verschicken. Wenn Ihr Zeit habt,
fügt Eure eigenen Kommentare hinzu und faxt und/oder mailt sie
ebenfalls.
Bitte verschickt an Adressen außerhalb des deutschsprachigen Raumes
die englischsprachige Version des Briefes, die sich unterhalb der
deutschen Übersetzung befindet.
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[deutsche Version]
Die Folter in den tschechischen Gefängnissen beenden
Ich bin sehr beunruhigt über Berichte aus Prag, daß Personen,
die
aufgrund des 'S26' festgenommen wurden, im Gefängnis von der
tschechischen Polizei gefoltert werden. Eine Presseerklärung von
INPEG
enthüllt, daß
- Frauen vor männlichen Polizeibeamten zur Durchsuchung vollständig
entkleiden mußten und gezwungen wurden, zur Belustigung der Beamten
gymnastische Übungen durchzuführen
- zahlreichen Personen wird Wasser, Essen und Schlaf verweigert;
manche erhalten Essen nur, wenn sie die Wachen bezahlen. Frauen und
Faschisten erhalten mit größerer Wahrscheinlichkeit Wasser
- von den freigelassenen Personen berichten viele, daß Festgenommene
von Polizeibeamten an isolierte Orte gebracht und dort schwer
zusammengeschlagen wurden, ehe sie zur Polizeiwache transportiert
wurden
- zwei Norweger, die eine Polizeiwache in der Trisparni Straße
in der Nähe von Vlatavska aufsuchten, um eine Anzeige wegen eines
gestohlenen Mobiltelefons zu machen, wurden bei einer kurz geöffneten
Tür Zeugen, als eine Anzahl Menschen mit Handschellen an die Wand
gefesselt und schwer zusammengeschlagen wurden. Dies wurde auch durch
etliche Berichte von freigekommenen Personen bestätigt, aus denen
hervorgeht, daß auf der Wache Gruppen von 40 bis 60 Personen
aufgefordert wurden, sich mit gespreizten Armen und Beinen
aufzustellen, während sie geschlagen wurden, ihre Köpfe zurückgezogen
wurden, ihnen in die Kniekehlen getreten wurde und vielen Männern
in
die Leistengegend geschlagen wurde. Auch wurden mit Handschellen
gefesselte Personen Treppen heruntergestoßen
- es gibt einen Bericht, daß 22 Personen in eine 4 quadratmeter
große
Zelle gedrängt wurden
- 30 Menschen wurden im Olsanska Gefängnise in einem Außenhof
über
Nacht ohne Decken und Essen festgehalten. Sie wurden später nach
Balkova in der Nähe von Pilsen gebracht. Zwei Deutsche, die am
Mittwoch in der Nähe von Lupacova, Praha 3 für ungefähr
8 Stunden in
Haft waren, wurden mit einem Israeli, einem Amerikaner, einem
Deutschen und einem Italiener festgehalten. Der Israeli war schwer
zusammengeschlagen worden, es fiel im schwer zu gehen, er hatte ein
blaues Auge und wahrscheinlich eine gebrochene Rippe. Ihm wurde
medizinische Versorgung verweigert. Menschen mit Diabetes erhielten
keine Verpflegung, Personen, die medizinische Behandlung benötigten,
bekamen diese nicht und die britische Botschaft mußte intervenieren,
damit Medikamente ins Gefängnis gebracht werden konnten
- eine norwegische Frau, die mit 30 anderen Frauen in Haft gehalten
wurde, erlebte wie eine deutsche Frau mit einem schwer verwundeten
Bein medizinische Behandlung verweigert wurde
- das Recht auf rechtliche Vertretung und Beratung, das Recht auf
Übersetzer, das Recht auf Essen und Wasser, das Recht auf elementare
medizinische Versorgung und das Recht auf einen Telefonanruf wurden
alle im großen Umfang ignoriert
Ich fordere die sofortige Freilassung aller Gefangenen und erwarte,
daß sie mich informieren, wenn dies geschehen ist.
Unterschrift
Adresse
[Die englische Version des Schreibens folgt nach den Adressen]
Bitte schickt diesen Text an folgende Adressen (nehmt bei Adressen
außerhalb des deutschsprachigen Raumes bitte die englische Version):
president@hrad.cz,
ssi1@mvcr.cz,
ministr@mzv.cz,
posta@vlada.cz,
th_fr@gmx.net
wsp@wsp.justice.cz
Wenn Ihr Zeit habt, schickt ihn bitte auch an diese weiteren Adressen.
Bitte bedenkt, daß einem Fax/Brief meist mehr Beachtung geschenkt
wird
als einer E-Mail - am meisten aber einem Telefonat.
Tschech. Justizministerium: wsp@wsp.justice.cz
Büro des Präsidenten Vaclav Havel:
Tel.: 00 420 2 24310855
Fax.: 00 420 2 24373196
00 420 2 24310851
e-mail: president@hrad.cz
Tschech. Innenministerium:
Tel.: 00 420 2 61421115
Fax.: 00 420 2/6143 3552-3
00 420 2 61433560
Tschech. Botschaft in der BRD:
Tel.: 030-226380
Fax.: 030-2294033
[Quelle: A-Infos Nachrichtenservice vom 29. September
(http://www.ainfos.ca/) Übersetzung aus dem Englischen: Wintermute
(winter-mute@gmx.net)]
Es folgt der englische Text:
Stop the torture in Czech jails
I am extremely concerned about the reports coming from Prague of 'S26'
prisoners being tortured in jail by the Czech police. A press
release
>from INPEG in Prague reveals that
- Women have been strip searched by male officers and have been forced
to perform physical exercises for their enjoyment
- Many individuals are being denied water, food, and sleep; some are
able to get food only if they pay guards, women and fascists are more
likely to get water
- Many people released have reported that before reaching police
stations, officers took individuals to isolated areas and beat them
severely.
- Two Norwegians that went to a police station on Trisparni Street
near Vlatavska to report a stolen mobile phone witnessed behind
briefly opened doors that a number of people were handcuffed to the
wall and being beaten severely. This has also been confirmed by many
reports from released persons that in the processing rooms groups of
40 to 60 people were asked to spread eagle while they were beaten,
heads were knocked back, legs were kicked in, and numbers of men had
their groins twisted or punched. Additionally people handcuffed were
tossed down stairs.
- There is one report that 22 people were crammed into a 4 square
meter cell.
- 30 People were detained at the Olsanska jail in an outdoor courtyard
overnight with no blankets or food. They were later moved to Balkova
near Pilsen. Two Germans that were detained in Lupacova, Praha 3 on
Wednesday for approximately eight hours were held with an Israeli,
an
American,a German, and an Italian. The Israeli had been beaten
severely, had difficulty walking, a black eye, and likely had a broken
rib. He has been denied medical attention
- People with diabetes were not fed, people that needed medication
were not given it, the British Embassy had to intervene to get
medication into the jail.
- A Norwegian woman held in jail with 30 other women witnessed a
German woman with a badly injured leg where medics were denied.
- Right to legal representation and advice, right to interpreters,
right to food and water, right to basic medical attention, and the
right to a phone call have all been ignored on a widespread
scale.
I demand the immediate release of all the prisoners and wish to be
informed when you have done this
Signed
Address: