Protestbriefe/-mails wegen Polizeiwillkür in Prag


Noch immer befinden sich nach den S26 Demonstrationen in Prag mindesten 16 Personen im Gefängnis und insgesamt wurden mindestens 25 Personen von der Polizei bestimmter Vergehen beschuldigt. Es ist dringend erforderlich, daß wir mehr Druck entwickeln, um zu erreichen, daß alle freigelassen und sämtliche Anklagepunkte fallengelassen werden.
Der nachfolgende Brief kann unterzeichnet und an die tschechischen Behörden verschickt werden. Wenn Ihr Zeit habt, solltet Ihr ihn außerdem faxen oder per Briefpost verschicken und ihn ausdrucken und von anderen unterzeichnen lassen. Bitte modifiziert den Text nach belieben, ehe Ihr ihn unterzeichnet.

[Anm. d. Übersetzers: Mitteilungen der tschechischen Organisation Ziviler Rechtsbeobachter (OPH) die inzwischen Beschwerdeverfahren gegen die Polizei eingeleitet hat, ZeugInnenaussagen und Berichte mit näheren Informationen zu Mißhandlungen von Gefangenen durch die Polizei bis hin zu sexuellen Übergriffen und folterähnlichen Methoden befinden sich im Web unter http://praha.indymedia.org/ und
http://www.ainfos.ca/]

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Während und nach den S26 Demonstrationen in Prag hat die tschechische Polizei rund 950 Personen festgenommen. Den Festgenommen wurden ihre Rechte verweigert, sie wurden nach der Festnahme geschlagen und der Zugang zu Rechtsbeiständen, Essen, Medizin, Trinkwasser und Toiletten wurde ihnen verweigert. Viele der Festgenommenen berichten, daß die Polizei sie bis zu 36 Stunden daran hinderte, zu schlafen. Die Tatsache, daß nur gegen 25 der Festgenommenen Anklage erhoben wurde, belegt nicht nur die Willkür der Festnahmen sondern auch, daß am S26  und S27 tatsächlich ein Polizeikrawall stattfand. Fotos beweisen, daß viele Polizeibeamte ihre Dienstnummern entfernt oder unlesbar gemacht hatten.

Außerdem enthüllen Fotos, die in Zeitungen und im Internet veröffentlicht worden sind, daß als Demonstranten verkleidete Polizeiprovokateure eingesetzt wurden. In ihrer Ausgabe vom 29. September berichtete die tschechische Zeitung Lidove Noviny auf Seite 2:
"Beobachter filmten einen Mann, der ein Fenster von McDonalds zerschlug und sich dann ungehindert durch einen Polizeikordon entfernte."
"Reporter trafen Polizisten, die sich mit schwarzen Sweatshirts und schwarzen Tüchern oder Masken über ihren Gesichtern als Demonstranten verkleidet hatten. Bei Tylovo Namesti beobachteten Reporter einen der maskierten Polizisten, als er mit der Metallstange eines ausgerissenen Geländers auf ein Schaufenster einschlug; später nahm er Aktivisten fest."
Abscheulicherweise reagierte Innenminister Stanislav Gross auf die Beweise über den Einsatz verdeckter Agenten mit der Forderung, die Personen, welche die Beweise vorgelegt hatten, ebenfalls festzunehmen (Prager Post vom Mittwoch, den 4. Oktober 2000). Die Mißhandlungen der Festgenommenen durch die Polizei und die umfassenden Vertuschungsbemühungen des tschechischen Staates haben international Empörung hervorgerufen. Vor tschechischen Botschatfen in aller Welt haben Demonstrationen stattgefunden und hunderttausende Organisationen und Einzelpersonen haben Protestbriefe verschickt.

Ich fordere die sofortige Freilassung aller infolge der S26 Proteste gegen IWF und Weltbank festgenommenen Personen, die sich noch in tschechischen Gefängnissen befinden.
Ich fordere, das sämtliche Anklagen gegen Personen, die an diesem Tag festgenommen wurden, fallengelassen werden.

Unterschrift

Adresse:

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Schickt E-Mails an:
president@hrad.cz
stiznosti@mvcr.cz
oks@mvcr.cz

Wenn Ihr Zeit habt, verschickt auch Faxe und Briefe an die folgenden Adressen oder ruft dort an:

Büro des Präsidenten Vaclav Havel:
Tel.: 004202 24310855
Fax.: 004202 24373196
e-mail:  president@hrad.cz

Tschechisches Innenministerium:
Tel.: 004202 61421115
Fax.: 004202/6143 3552-3 (fax)
e-mail:  stiznosti@mvcr.cz

Tschechische Polizei:
e-mail:  oks@mvcr.cz

Tschechisches Justizministerium
Postadresse: Vysehradska 16, 128 10  Praha 2, Tschechische Republik
Tel.: 004202  21997111
      004202 24919927

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Weitere Vorschläge:
Druckt diesen Brief aus und sammelt unterschriften an Infoständen, auf der Arbeit, in Schule und Universität oder auf Treffen. Sammelt auch Portospenden oder bittet die Leute, den Brief direkt bei der tschechischen Botschaft einzureichen.

[Quelle: A-Infos Nachrichtenservice vom 9. Oktober
(http://www.ainfos.ca/ainfos00833.html)
Autor des Originals: Revolt (revolt@newmail.net)
Übersetzung aus dem Englischen: Wintermute (winter-mute@gmx.net)]

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