Hallo, hier die Vorbereitungscrew für die Herbstkonferenz der
Anti-Atom-Bewegung.
Wir melden uns, um Euch über den aktuellen Vorbereitungs- und
Diskussionsstand zu informieren. ZunäXt eine Info über Ort und
Zeit der Konferenz: Ihr solltet Euch das Wochenende vom 23.- 25. November
schon mal frei nehmen. Für diese drei Tage möchten wir Euch nämlich
in die Leipziger Spinnereistraße einladen und mit Euch über
die aktuelle Lage und die Zukunft der Anti-Atom-Bewegung sprechen.
>Bisheriges Konzept überarbeitet
Seitdem wir so ab Ende Juli unsere ersten Vorstellungen zum Ablauf
und der inhaltlichen Ausrichtung der Herbstkonferenz über verschiedene
Mailinglisten, in der anti-atom-aktuell (Nr. 122) und in analyse und kritik
(Heft 453) zur Diskussion gestellt haben, sind bei uns einige interessante
Rückmeldungen angekommen. Die Anregungen und Kritikpunkte haben wir
versucht, in unser Konzept einfließen zu lassen. Deshalb noch mal
kurz ein paar Sätze zu unseren bisherigen Vorstellungen. Als großes
Ziel der Veranstaltung im November versprechen wir uns, dass wir als Anti-Atom-Bewegung
uns unserer aktuellen Rolle als soziale Bewegung und der gesellschaftlichen
Entwicklungen bewusst werden und damit zu den Perspektiven unseres Widerstands
reflektieren können. Darüber hinaus sollten über die Analyse
konkrete Widerstandsformen jenseits des Castors entwickelt und ausgebaut
werden. Unser bisheriges Konzept hat vorgesehen, dass es einen Pool von
Perspektiven-Ideen gibt, aus denen in der Vor-Konferenz-Phase in der Diskussion
mit Euch gefiltert wird, welche für den zukünftigen Widerstand
relevant sind. Zur Auswahl standen u.a. Themen wie Uran, Ökostrom
oder dezentrale Zwischenlager. Zum Ablauf der Konferenz gab es drei Phasen.
In Phase I û Freitagabend û sollte über den kurz zuvor
abgelaufenen Castor nach Gorleben reflektiert werden. Für Phase II
û Sonnabendvormittag - wollten wir alle TeilnehmerInnen in
mehrere Gruppen von etwa 20 Leuten aufteilen. In diesen Gruppen sollten
dann die etwa drei Überthemen diskutiert werden. In Phase III
û Sonnabendnachmittag bis Sonntagmittag û sollten dann die
konkreten Pläne für die Zukunft ausgeheckt werden. Im schönsten
aller möglichen Fälle würden so die TeilnehmerInnen aus
der Anti-Atom-Konferenz mit konkreten Ansatzpunkten und vielleicht völlig
neuen Zukunftsaussichten nach Hause fahren.
>Von den Spezialthemen zur Analyse
Aus den Diskussionen, die wir über den Sommer so geführt
haben, hat sich nun folgendes ergeben: Die Vorstellung, dass alle KonferenzteilnehmerInnen
etwa drei Spezialthemen diskutieren, ist mehrfach kritisiert worden. Argumente
waren u.a., dass es ohne eine umfangreiche politische Analyse kaum möglich
ist, neue Perspektiven zu entwickeln. Außerdem ist es möglicherweise
nur von unserm Wunschdenken geprägt, dass sich alle Anwesenden an
drei spezielle Inhalte binden wollen. Vielmehr wurde eingefordert, eine
Analyse der aktuellen politischen Zustände und unserer Beziehung dazu
vorzunehmen. Inhalt dieser Einschätzung sollte zum einen die Analyse
gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen in der Zeit nach dem Atomkonsens
und die Auswirkungen der neoliberalen Entwicklungen sein. Daran anknüpfend
müssen wir uns die Frage stellen, wie wir auf die Geschehnisse um
uns herum reagieren. In dieser Analyse unseres Widerstandes müssen
wir uns über unsere gesellschaftliche Verortung klar werden, unsere
Beziehung zu anderen sozialen Bewegungen formulieren und eine Bewertung
des bisher geleisteten vornehmen. Gemeint sind hiermit neben dem Castor-Widerstand
auch bisher angeleierte Kampagnen wie äÖkostrom von untenô
oder der Uran-Ansatz. Daraus könnten sich wiederum neue Kampagnen
und Perspektiven entwickeln oder bisherige Ideen ausgebaut werden. Ein
wichtiger Bestandteil der Konferenz soll aber weiterhin die so genannte
Phase III û das Entwickeln und Ausbauen konkreter Handlungsansätze
û sein.
>Von der Würfelgruppe zum Handlungs-AK
Festhalten werden wir an der vorgestellten Struktur, die vorsieht,
dass die allgemeineren Themen in größeren, per Zufallsprinzip
aufgeteilten Gruppen diskutiert werden, die konkreten Handlungsansätze
jedoch kleineren Arbeitsgruppen, zu denen sich jedeR frei zuordnen kann.
Die Arbeit in den größeren Gruppen soll anhand von Analysepapieren
erfolgen. Diese wollen wir im Vorfeld mit Eurer Hilfe erstellen.
Das heißt konkret: Wir brauchen von Euch Texte. Wie oben beschrieben
und jetzt gleich auch noch mal aus dem Ablauf sichtbar, wollen wir zu Beginn
zur großen Analyse ansetzen. Die Themen heißen grob:
1. äWas passiert Draußen? - gesellschaftlich-politisch außerhalb
der
Anti-Atom-Bewegungô
2. äWas passiert Drinnen? - Wie reagiert die Anti-Atom-Bewegung
auf die veränderten Bedingungenô Klar bleibt, dass wir auch
weiterhin nur mit Eurer Unterstützung eine akzeptable Konferenz hinbekommen.
Wenn ihr jetzt stöhnt, weil schon wieder Arbeit auf Euch zukommt oder
weil so sehr in der praktischen Anti-Atom-Arbeit drin hängt, dass
Euch gar keine Zeit für das Schreiben und analysieren bleibt: Je weiter
gefasst Eure Einschätzungen zur allgemeinen Innen- und Außenlage
ist, umso besser, wir erwarten aber nicht von jeder Antwort ein Marcuse-
oder Bourdieu-Pamphlet. Nach Euerm fleißigen Reagieren auf
diesen Text, werden wir uns dann dranmachen, die Analysen zu sortieren
und zusammenzufassen. Insgeheim hoffen wir aber auch darauf, daß
wir diese Arbeit an andere Gruppen abgeben können oder mit anderen
gemeinsam durchführen.
>Die modifizierte Konferenzstruktur stellt sich jetzt so dar:
>Freitagabend:
>Sonnabend:
>Sonntag:
Neben der Darstellung des aktuellen Vorbereitungsstandes möchten
wir diesen Text auch als Einladung zur Unterstützung verstanden wissen.
Logisch, wir freuen uns über die Post und Eure Analysepapiere. Wir
können außerdem weitere Hilfe bei der organisatorischen Konferenzvorbereitung
gebrauchen. Ein paar Punkte sind immer offen, die noch erledigt werden
müssen.
Zeitgleich mit unserer Herbstkonferenz findet in Berlin das
BundesÖkologie-Treffen (BÖT) statt. Wir haben diese Terminüberschneidung
zu spät erfahren, um noch umplanen zu können. Wir können
uns vorstellen, die Ergebnisse und den Diskussionsstand des BÖT û
das nach unserem bisherigen Wissen einen ähnlichen Analyseanspruch
hat wie die Herbstkonferenz û in Leipzig auf den Plena und/ oder
an Tafeln zu dokumentieren.
>Für Anregungen, Diskussionen, Analysepapiere, Hilfsangebote, Lob
und Kuchen:
Herbstkonferenz@squat.net
oder Presse@anti-atom-sachsen.de
>Sowie:
Anti-atom-netzwerk sachsen
Bernhard-Göring-Straße 152
04277 Leipzig
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