Offene Presseplattform
– selbstorganisiert, kreativ, eine unter vielen„Wir“,
das sind einige Leute mit eigenen Ideen, die mit kreativen Aktionen gegen
das Deutsche Atomforum vom 14.-16.5. in Stuttgart sowie gegen Atomenergie
und Nukleartechnik im besonderen sowie alle Formen von Herrschaft im allgemeinen
„anstinken“ wollen ... also ... wir haben einen Vorschlag für eine
offene Presseplattform. Sie soll Gruppen und Einzelpersonen die Möglichkeit
geben (z.B. in Verbindung mit Aktionen), selbst an die Medien heranzutreten.
Die
dafür geschaffene Presseplattform soll (bisheriger Stand) umfassen:
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Handy-Nummern
u.ä., die als Kontakttelefone von Aktionsgruppen und MedienvertreterInnen
angerufen werden können – die eigenen, um Infos über ihre Aktionen
bzw. inhaltliche Statements zu verbreiten, die anderen, um Infos abzufordern,
sowie eine Liste von Menschen, die für Interviews u.ä. bereitständen,
wenn sie denn in dem Moment erreichbar sind, wo jemand gesucht wird
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Listen
von PresseansprechpartnerInnen zum Weitergeben an die, die aktive Pressearbeit
machen wollen.
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| Die
Presseplattform betreibt keine eigene Pressearbeit und vertritt erst recht
nicht irgendwelche anderen Menschen oder Gruppen gegenüber der Presse.
Niemand redet im Namen der Presseplattform. Niemand ist die Presseplattform,
es gibt sie nicht als eigenständig nach außen tretende Gruppe.
Sie ist vielmehr ein Infokarrussel, das helfen kann, die Positionen und
Berichte der Gruppen, die aktiv sind, so nach außen zu bringen, daß
sie möglichst gut verbreitet werden. |
Wichtig
ist noch:
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Die Presseplattform
ist offen. Die bekanntgegebenen Handynummern können nicht nur für
Anfragen von JournalistInnen und für Berichte, Fragen u.ä. von
Aktionsgruppen genutzt werden, sondern auch von Menschen, die Lust haben,
selbst mitzumachen. Meldet Euch also – Presseplattform organisieren und
selbst Aktionen mitmachen schließt sich dabei nicht aus.
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„Wir“
kommen aus der Diskussion „Organisierung von unten“, d.h. wir sind gegen
Hierarchien, für Selbstorganisation und die dafür notwendige
Transparenz. Hierarchie entsteht auch durch unterschiedliche Möglichkeiten.
Die Handynummern geben Menschen die Möglichkeit, schneller in Kontakt
mit MedienvertreterInnen zu kommen. Dem wollen entgegensteuern, in dem
zum einen „wir“ nur die Kontakte vermitteln, also nicht als Presseplattform
selbst Statements abgeben. Gleichfalls sollen aber die Handynummern nicht
an die BesitzerInnen der Handys gebunden sein. D.h. wer das Handy während
der Aktionen bei sich hat, wird in der offenen Gruppe, die die Presseplattform
organisiert, ständig neu festgelegt. Auch von daher verträgt
sich das Mitwirken hier und zu einer anderen Zeit eigene Aktionen in München
machen.
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Niemand
ist dazu gezwungen, die Presseplattform zu nutzen. Damit das nicht nur
ein hohles Wort ist, veröffentlichen „wir“ alle Daten, die für
unsere Arbeit nützlich sind. Im Internet finden sich die selbsteingegebenen
Kontaktdaten der JournalistInnen und Medien. Wer also sich völlig
selbstorganisieren will – super ... dafür nutzt ruhig unserer Daten!
Als Aufruf
sei angefügt: Frechheit, Kreativität und Selbstorganisation sind
die „Waffe“ gegen Herrschaft, nicht Uniformität und militärische
Logik. Darum denk Euch eigene Aktionen aus, nutzt die Hilfsmittel wie Stadtpläne,
Rechtshilfeinfos, Direct-Action-Fibeln, Presseplattform – und Euch als
Quelle der guten Ideen. Kreative Aktion, dahinterstehende Positionen und
Visionen (Inhalte!) sowie (ganz wichtig!) deren Vermittlung nach außen
(die Menschen um Euch herum, die an den Fenster gucken, die Presse oder
wer auch immer) ist zusammen die Chance, ein Stück zu Rütteln
am unmöglich Erscheinenden ...
Telefon&Handy-Nummern
der Presseplattform
0171/8348430, 0711/6197022
Email:o.p.p@web.de |
Einladung
zu
einem Pressegespräch
im
Rahmen der „Offenen Presseplattform“
zu
den Aktionen gegen das Atomforum
11.-16.
Mai in Stuttgart Wann und wo?
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Wo: Stuttgart, Umweltzentrum
in der Rotebühlstr. 86/1
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Wann: Montag, 13. Mai,
14 Uhr (Achtung! hier war leider einige Tage Dienstag,
13. genannt. Das war falsch!)
Hiermit laden
wir JournalistInnen und AkteurInnen aus Basisgruppen zu einer direkten
Begegnung ein. Inhalt des Gesprächs können sein:
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Basisgruppen stellen
ihre Aktionen und/oder Beweggründe für den Protest gegen das
Atomforum vorstellen wollen (nicht über geplante Aktionen reden zu
wollen, ist kein Grund, nicht teilzunehmen und über eigene Ziele zu
berichten)
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JournalistInnen und
AkteurInnen treffen weitere Vereinbarungen für Berichterstattung,
Interviews usw.
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Gegenseitiges Fragen
und Antworten über Ziele, Strategien usw.
Wir würden uns
freuen, wenn viele Menschen den Weg zu diesem Gespräch finden. Es
handelt sich nicht um eine offizielle Pressekonferenz. Es wird keine irgendwie
offizielle Meinung vertreten, sondern die anwesenden Personen sind selbst
die Gestaltenden. Es gibt daher auch keine offiziellen Einladenden. Die
„Offene Presseplattform“ ist der Versuch, direkte Kontakte zu ermöglichen
– ohne einen Zwang dazu zu schaffen oder gar irgendeine Form der Vereinnahmung
aufzubauen. Niemand spricht für andere, aber es wäre schön,
wenn viele für sich, ihre Ideen, Ziele, Aktionen, Visionen, Kritiken,
Positionen usw. sprechen.
Aktive
der Offenen Presseplattform
Telefonnummern
der „Offenen Presseplattform“:
0171/8348430, 0711/6197022
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Die Erfahrungen von
München (zur damaligen Internetseite)
Im Vorfeld trugen sich
sowohl JournalistInnen wie auch Aktionsgruppen in die Liste ein. Die Liste
der JournalistInnen war immer offen (Internet bzw. während der Aktionen
am Infopunkt aktualisiert), so daß Gruppen ständig auch selbst
Kontakte aufnehmen konnten. Außerdem war es bei Aktionen immer wieder
möglich, AkteurInnen, die gerade nicht an der Aktion teilnahmen, aber
am Infopunkt der Presseplattform waren, dafür zu gewinnen, die Liste
durchzutelefonieren und die JournalistInnen zum Ort zu schicken. Das klappte
gut – auch mit Menschen, die bisher der Idee gar nicht kannten – der Verzicht
auf feste Presseleute war also kein Qualitätsverlust. Das Ergebnis
konnte sich auch sehen lassen: Die JournalistInnen, die mit der Offenen
Presseplattform kooperierten, waren bei mehreren Aktionen die Einzigen,
die von Beginn an oder sehr schnell am Aktionsort waren. Das deutlichste
Beispiel: Im Kessel des Samstagabend (Schillerstraße) waren alle
Fernsehteam, die mit der Offenen Presseplattform kooperierten, im Kessel
– aber auch kein anderes.
Etliche Aktionsgruppen
konnten für ihre Aktionen direkt Kontakte aufnehmen.
Im Ergebnis:
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Es entstanden einige
umfangreiche Texte, Dokumentationen usw. von kreativen Aktionen
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In fast allen Beiträgen,
die über die offene Presseplattform vermittelt wurden, konnten auch
die Ziele und Motive der AkteurInnen vermittelt werden. Allerdings muß
klar festgestellt werden, daß eine solche Form der Pressearbeit von
unten nicht verhindern kann, daß JournalistInnen weiter an auflagefördernden
und dann platten bis falschen Berichterstattungen orientiert sind.
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Sämtliche Zeitungen,
die keinen Kontakt zur Offenen Presseplattform aufnahmen, blieben weiterhin
voll auf die Meldungen von Regierenen, Polizei und zentralistischen Anti-NATO-Gruppen
orientiert. Sie berichteten von den verschiedenen direkten Aktionen außerhalb
der zentralen Bündnis-Demonstrationen meist gar nicht.
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Auffällig war,
daß alle als eher links geltenden Zeitungen keinen Kontakt zur Offenen
Presseplattform herstellten und daher ebenso nicht über Aktionen jenseits
der zentralen Demonstrationen berichteten. Zudem fehlte gerade bei ihnen
die Stimme der herrschaftsfeindlichen, grundlegend systemkritischen AkteurInnen.
Das muß nach den Erfahrungen auch bei früheren Aktionen als
Strategie gewertet werden – gerade die „linken“ Zeitungen sind bewegungsarrogant
und AnhängerInnen von zentralistischen Politikkonzepten.
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Die Verzahnung mit selbstorganisierten
Medien wie Indymedia, freien Radiogruppen usw. lief nur sehr schlecht.
Hier war auch im Rahmen der Offenen Presseplattform nur wenig Aktivität
zu sehen, den Kontakt aktiv herzustellen.
Fazit
Die Idee ist gut, sie
war wirksam dort, wo die Kontakte hergestellt waren. Es ist nötig,
die zentralistischen Politikstrategien zu überwinden. Das Projekt
ist aber noch in der Anfangsphase ... eine Weiterentwicklung ist nötig,
aber möglich. |
Zu
den Listen, wo sich JournalistInnen und Aktionsgruppen, die Kontakte
zueinander suchen, eintragen können. Achtung: Die Liste der Aktionsgruppen
ist nicht offen einsehbar. Wir bitten JournalistInnen, sich einzutragen,
und den direkten Kontakt in Stuttgart (Ort und Kontakthandy-Nummern werden
noch bekannt gegeben) bzw. vorher zu suchen.
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