5. Organisierung-von-unten-Treffen
24.-28. August in Saasen

Siehe auch: Bericht 4. Treffen +++ Ovu-Haupttext +++ Werbeflyer als .pdf-Download
Das fünfte Treffen war eine Enttäuschung. Saft- und kraftloses Herumgehänge prägte das Geschehen, selbst bei der reproduktiven Arbeit, dem bisherigen Markenzeichen der Treffen in Sachen Verknüpfung von Aktion und Reproduktion (Workshopraum Küche ... eine AG machte immer nebenbei Tee, Kaffee, schnippelte Gemüse usw.), waren es diesmal wenige, die fast alles machten. Inhaltliche Impulse blieben diesmal fast ganz aus ... selbst brennende Themen wie die geplanten Projekte und Aktionen zum Castor oder zu "Freie Menschen in Freien Vereinbarungen" fielen aus. Einige nächtliche Aktionen, die Debatte zu Rio+10 in Marburg und weniges mehr waren die Highlights.
Das folgende war die Einladung zu einem Treffen jenseits von Seilschaften, Verbandslogos und FunktionärInnentum ...

24. bis 28. August in Saasen

5. Treffen "Organisierung von unten & kreativer Widerstand"

Die Treffen, offen für alle und gerade auch für Menschen, die neu einsteigen wollen in die Diskussion, sind ein selbstorganisiertes, teilweise chaotisches, aber immer engagiertes und kreatives Treffen, bei dem über anstehende Aktionen, über Strategien politischer Arbeit (Organisierung von unten, Dominanzabbau in Gruppen usw.) diskutiert oder selbiges auch geübt wird. Trainings in direkter Aktion gehören genauso dazu wie das Experimentieren mit hierarchieabbauenden Diskussionsformen.

Hier folgen die Workshops, AGs usw., die schon feststehen bzw. angekündigt wurden:

1. Aktionen: Reflexion, Auswertung und Planung neuer Aktionen

 +++ Anti-Wahl-Aktionen: Austausch über den Stand der Dinge, Vorbereitung von Antiwahlaktionen ... Flugis erstellen, Trainings zu verstecktem Theater und mehr. (siehe auch www.wahlquark.de.vu – auf Indymedia ist in den letzten Tagen verstärkt über Anti-Wahl-Aktionen berichtet worden)
 +++ NATO-Treffen in Prag/September 02 und München/Februar 03 (siehe Auswertung von München 02 unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/antinato)
 +++ Atomforum: Rückblicke auf das Atomforum in Stuttgart und Perspektiven
 +++ Vorbereitung auf den nächsten Wendland-Castor
 +++ Vorbereitung des nächsten Prozesses am 10.9. in Stuttgart (wegen Anti-Atomforums-Aktionen)


2. Fähigkeiten aneignen, Wissen weitergeben

So lange Wissen und Fähigkeiten auf wenige Personen beschränkt bleibt, fördert das Abhängigkeit. Zum Abbau von Dominanzen gehört Weitergabe bzw. das Aneignen von Fähigkeiten, um die eigenen Möglichkeiten zu erweitern. Das soll in freier Vereinbarung laufen, d.h. Menschen, die Know-How tanken wollen, suchen sich die, die es weitergeben und umgekehrt. Die Atmosphäre und Ausstattung der Projektwerkstatt fördert das optimal.
  •  +++ Radio-machen-Workshop
  •  +++ Einführung in HTML, Webseiten selber gestalten, Seiten von Parteien fälschen - und dann direkt einsetzen!
  •  +++ Bildbearbeitung, Plakate erstellen - vielleicht auch in Hinblick auf anstehende Aktionen (z.B. Aktionstag am 14.9. in Gießen?
  •  +++ Mailinglisten ... unter anderen, damit mehrere Personen rotierend die Hoppe-Mailingliste betreuen!
  •  +++ Webspace beschaffen, Weiterleitungen, günstige Domainprovider, Zusatzfunktionen wie Foren einbinden ohne sie selber programmieren zu müssen

3. Papierkram: Broschüren und Bücher zu kreativem Widerstand, Direct Action

In D-Land gibt es bisher nur sehr wenige Ratgebis, die Know-How über Aktionen vermitteln, Anregungen geben und für einen intelligenten, fantasievollen Widerstand werben. Das soll sich ändern! Möglich sind Brainstorming, Planung und das Erstellen weiterer Aktionsbroschüren, als Themen sind u.a. zu Reclaim The Streets, Antiatom, kreativer Umgang mit Repression und Antisexismus im Umlauf. Neu ist die Idee, viele kleine Hefte zu machen, die sich jeweils einem Aspekt sehr intensiv widmen, z.B.  zu Gerichtsprozessen, Festnahmen usw. Daneben ist denkbar, die gesammelten Werke in Form von Reader oder eines Buches zu kreativem Widerstand zu veröffentlichen und Themenseitem im Internet zu gestalten.
  •  +++ Direct-Action-Buch
  •  +++ Broschürenreihe zu Direkten Aktionen (u.a. RTS, Anti-Atom, Gerichtsprozesse, Antisexismus im Alltag)
  •  +++ Neues Zeitungs-/Medienprojekt (Aktionsmaterial-Abo, siehe www.projektwerkstatt.de/zeitung)
  •  +++ Randaleführerin als Brettspiel

4. Kooperation mit Zeitungen, bestehende Medien nutzen

Was hier in Sassen schon mal andiskutiert wurde & mir gerade noch mal eingefallen ist, wäre mal zu überlegen, ob wir uns nicht stärker koordinieren, was bestehende Zeitungsprojekte betrifft, da reinpowern. Also z.B. eine Selbstorganisationsredaktion für die Contraste und / oder weitere Schwerpunkte (Anti-Repression steht z.B. noch aus!). Auch der Kritischen Masse würde weitere Beteiligung sehr gut tun ...
Weiteren Zeitungen geht es ähnlich; kaum Basisbezug & Leute, die Bewegung rein bringen. Der Schwarze Faden fragt z.B. regelmäßig bei libertären Gruppen an, ob die was schreiben wollen.
Es ist superschade, wieviel da ungenutzt bleibt bzw. nur von den üblichen Verdächtigen, gerade weil ich z.B. nicht fett die Ressourcen habe, eigene Zeitungen zu finanzieren. Und es gute Möglichkeiten sind, den Output zu Direkte Aktion, Organisierung von unten, HierarchNIE usw.  zu verbreiten, Leute zu erreichen.
Einige würden z.B. gerne mal Schwerpunkte zu Queer aus emanzipatorischer Sicht und „Beziehungen & freie Vereinbarung auf Mikroebene“ machen. Cool wäre ja soweieso, wenn sich für ein Thema immer wieder temporäre Redaktionen von Interessierten finden, also mit starkem Projektbezug.  Lasst uns mal beim OVU-treffen drüber laabern!
Und das beschränkt sich ja nicht auf Papierkram, sondern z.B. auch auf Freie Radios.

5. Organisierung von unten

Weiterführung der Debatte (z.B. am überarbeitungsbedürftigen Text ... siehe www.projektwerkstatt.de/ovu) sowie konkrete Workshops zu Auswertung und Planung von Camps, Aktionen, Seminaren usw.
  •  +++ Reflexion des Cross-Over-Camps
  •  +++ Entscheidungsfindung von unten auf Camps
  •  +++ Schutzkonzepte (gegen Nazis, Sexistis usw.) von unten (kritische Auswertug Grenzcamps, 1. Mai Saasen)
  •  +++ Wie werden neue Leute in selbstorganisierten Strukturen aufgefangen? (u.a. kritische Auswertung Atomforums-Aktion Stuttgart)

6. Vorschlag für Kongreß und Camps zu Widerstand und Vision in 2003???

Wie wäre es, wenn wir für 2003 einladen zu etwas größeren Treffen zu den Debatten um herrschaftsfreie Gesellschaft und direkte Aktion ... Widerstand und Vision u.ä.? Denkbar z.B. ein Kongreß im Februar und ein Camp Pfingsten? Mit Workshops (aber alles in anderen Abläufen wie sonst üblich ...), konkreten Projekttreffen usw. Denkbar ist, daß beides auch genutzt werden kann für ...
  •  +++ Fortführung der Debatte „Freie Menschen in Freien Vereinbarungen“
  •  +++ Neues Medienprojekt
  •  +++ Praxis und Reflexion zu Entscheidungsfindung von unten
  •  +++ Direkte Aktion
  •  +++ Planung konkreter Aktivitäten
Das alles ist brainstorming ... neben Reaktionen hier wäre ja nötig, daß überhaupt Menschen Lust haben, sich in ihren Orten auch technisch zu kümmern (natürlich immer als offenes Team, wo auch andere menschen mitstricken

7. Sonstiges

  •  +++ Rosa-Luxemburg-Stiftungs-Anfrage für autonom organisierte überregionale Jugendarbeit, z.B. Bildung von unten, Umweltschutz, Gruppenmethoden/Evu


Zusatz: Besondere Tage mit feststehenden Ereignissen

Mo, 26.8., abends in Marburg: Infoveranstaltung zu Rio+10 usw.
Di, 27.8., 12 Uhr (bis abends) in der Projektwerkstatt Saasen: Direct-Action-Training und Vorbereitungstreffen für den antirassistischen Aktionstag am 14.9. (siehe unten), u.a. sind geplant (z.B. als Workshops):
  •  +++ Üben für eine Percussion-/Samba-Band
  •  +++ Verdecktes Theater
  •  +++ Subversion, Kommunikationsguerilla
  •  +++ Plakate fälschen
  •  +++ Kreativer Umgang mit Demorecht und Bullen-Anweisungen
Und reden über Aktionen in anderen Städten (14.9. Köln und mehr).


Viele weitere Ideen können hinzukommen (Sammlung von Vorschlägen hier ...) und werden jeweils nach Interesse der Anwesenden angeboten. Dafür wird das ganze Treffen als Open Space ablaufen, d.h. ohne vorgegebenen Zeitplan, sondern mit möglichst viel Zeit und Raum zur Selbstorganisierung. Es zählen also die Ideen in den Köpfen aller, die mitmachen! Das Verfahren wird zu Beginn erläutert (siehe auch www.projektwerkstatt.de/von-unten), außerdem ist das Haus optimal auf diese Bedingungen zugeschnitten.
Unterkunft und Beteiligung an Verpflegungskosten nach Selbsteinschätzung. Pennen im Seminarhaus und im Zelt möglich. Ständige Infos zum Treffen und zu den Projekten & Debatten unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse.

Zum Ort des Treffens:

Die Projektwerkstatt ist ein selbstorganisierter Raum, in dem versucht wird, innerhalb der Zwänge von Staat, Markt und herrschaftsförmigen Diskursen einen Freiraum zu schaffen. Überall sind Selbstorganisations-Ecken geschaffen, wo Menschen nach ihren Ideen an Projekten werkeln können (auf Matratzen, Hängematten oder Stühlen – je nach Ecke; mit Computern, Video, Kopierer ... – je nach Ecke; allein, zu zweit oder zu vielen ...). Eigentum ist im Haus liquidiert, alles was da ist, ist da weil es Menschen eingebracht und damit ent-privatisiert haben. Um diesen Prozeß weiterzubringen, fügen wir hier eine Liste an, was aktuell gerade besonders fehlt ... wer hat sowas und kanns mitbringen???
  •  +++ Videobeamer
  •  +++ Aluleiter (möglichst lang bzw. ausziehbar)
  •  +++ Brotmesser
  •  +++ Netzwerkkabel 8-adrig für Computer
  •  +++ TV-Karte
  •  +++ Festplatten
  •  +++ Feuerlöscher
  •  +++ Tragbare Radiorekorder, Kofferradios usw., die in den verschiedenen Räumen flexibel eingesetzt werden können
  •  +++ tragbarer CD-Player
  •  +++ E-Gitarre
  •  +++ Obstbäume (Kirsche, Birne, Mirabelle, Walnuß u.ä.) und tragender Wein (als Rankpflanze)
  •  +++ Solarladeregler, Wechelrichter/Spannungswandler 12V auf 230V Wechselstrom (mind. 600 Watt, besser 1 KW oder mehr), Notstromaggregat, Solarakkus

Außerdem wäre es superschön, wenn AGs und Workshops sich so organisieren, daß sie beim Diskutieren immer wieder im reproduktiven Bereich werkeln – Politik und Reproduktion also nicht getrennt sind. Dazu gehören vor allem:
  •  +++ Essen kochen/vorbereiten (immer eine AG), Brot backen
  •  +++ Renovierungsarbeiten in einigen Räumen: Neuer Infopoint/Zeitschriftenarchiv (Wände isolieren), Gipsen und Malen im Treppenhaus, Reparatur von Megafon, Elektrogeräten ... und ganz wichtig (falls es jemand kann: Schweißen!!!)
  •  +++ getrockneten Tee in Boxen füllen
Zu Hoppetosse +++ projektwerkstatt.de +++ Direct Action
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