Intransparenz, Dominanz ... Bewegung von unten!

Zum Hoppetosse-Diskussionsforum
Ist das "Januartreffen" nicht nur ein Schritt voran, sondern auch ein Beispiel, wie Dominanzen auch dort entstehen, wo es eigentlich um ihre Überwindung geht?

Der folgende Texte soll einen kurzen Überblick bieten über die ausgebrochene Debatte. Er kann dabei nur ausschnitthaft und subjektiv sein - zumal diese Internetseiten nicht von unbeteiligter Seite erfolgen. Nein, ganz im Gegenteil - diese Internetseiten sind sogar Teil des Streits ... nämlich in der Gegenüberstellung dieser Seiten, auf denen der Versuch maximaler Transparenz unternommen wird, zu denen der Vorbereitungsgruppe, wo es lange keine und dann kaum Informationen gab, die AK-Texte von der Dominanzkritiker zunächst weggelassen und dann nur sehr unvollständig veröffentlicht wurden usw.

Nichtsdestotrotz soll hier auch klargemacht werden, daß diese Debatte der Reflexion und Weiterentwicklung dient, nicht der Denunzierung von Personen. Es sei daher vorangestellt, daß die viele Arbeit, die das Vorbereitungsteam in das "Januartreffen" steckt, ein wichtiger und unersetzbarer Teil ist, die Idee einer widerständigen "Bewegung von unten" über bisherige Grenzen hinweg zu verwirklichen. Die Kritik ist deshalb solidarisch, aber dennoch nötig. Wo Kritik (unabhängig, ob sie richtig oder falsch ist - aus jeweils verschiedenen Blickwinkeln kann auch beides zutreffen!) nicht möglich ist (und einige der Reaktionen auf die Kritik fordern das tatsächlich!), ist auch Weiterentwicklung ausgeschlossen.
 

Die Kritik wurde mit einer Mail vom 21.12.00 von Jörg aus der Projektwerkstatt in Saasen veröffentlicht. Sie begann mit den Worten:

Ich kann nicht mehr recht ruhig halten - zumal ich erhebliche „Schaeden“ fuerchte. Empfand ich die Stimmung nach dem Hoppetosse-„Gruendungs“treffen (war ja eher eine Weiterentwicklung aus dem Rest-Expo-Zusammenhang als eine Neugruendung) als deutlich gestiegen und vor allem das Klima zwischen allen, die Art der Diskussion, den Willen zu einer Weiterarbeit auch gezielt mit verbesserten Formen der hierarchiearmen Vernetzung usw. als positiv, so kommt mir immer mehr der Eindruck, dass das Januartreffen all diese Ideen ziemlich wegwischt.
Ich gehoere nicht zur Vorbereitungsgruppe, aber zum erlauchten Kreis zweiten Grades, die immerhin noch Leute kennen aus der Vorbereitungsgruppe und so ab und zu etwas erfahren. Aus all dem erscheint mir die Vorbereitung des Januartreffens durchzogen von Machtgerangel, Intransparenz, Hierarchien - sowohl infolge von mangelnder Sensibilitaet fuer Dominanzentstehung als auch in einigen der Faelle, darunter sehr gravierenden, in gezielter Weise. (Die ganze Mail ...)


Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es KEINE einzige Mail gegeben, die über den Verlauf der Vorbereitung informierte. Einzig die Aufrufe waren rausgeschickt worden, nachdem sie ca. 24 Stunden vorher im Entwurfe über die bestehenden Mailinglisten abgefragt wurden.
Eine spätere Mail einer Person aus der Vorbereitungsgruppe, in der die Kritik zurückgewiesen, berichtet vom Ablauf der Dinge:

Das Hoppetosse"gründungs"treffen fand zwischen dem 13. und 15. Oktober statt. Dort wurde vorgeschlagen, das nächste Treffen in Düsseldorf abzuhalten, da hierzulande bislang nur Regiotreffen, aber kein bundesweites (Anti-Expo-)Treffen stattfand. Bis irgendwann Mitte November (kann ich leider nicht mehr ganz genau nachvollziehen) suchte ich nach adäquaten Möglichkeiten, hier in Düsseldorf das nächste Treffen abzuhalten und stand in Verhandlungen, die sich zum Schluß als unmöglich heraus stellten. Als letzte Alternative war allerdings direkt die FH angedacht.
Dann erreichte mich die Nachricht zeitgleich von der Initiative, in der ich für gewöhnlich agiere, und durch die Weiterleitung einer Mail, die Jörg B. in die Anti-Expo-Liste gesetzt hat (ohne jetzt behaupten zu wollen, daß er derjenige gewesen sei, der diesen Termin und die Zusammenlegung ins Spiel gebracht hätte!!!), nach der sowohl der Termin, die Örtlichkeit, als auch die Zusammenlegung zweier Vernetzungstreffen feststand - entgegen der Absprache bei oben erwähnten Hoppetossetreffen eine Woche früher und eben in Verbindung mit einer Gruppe, die sich mit internationalen Kontakten auseinandersetzen wollte und für dieses Wochenende einen Termin in der FH Düsseldorf anberaumt hatte. Statt groß rumzukreischen, da alles schon derartig fest geklopft erschien, setzte ich mich mit Andrea, eine der OrganisatorInnen eben jenes Treffens auseinander und habe sie gefragt, ob es möglich wäre, den bekanntgebenen Informationen Realität folgen zu lassen. Sie war sofort dafür, ihre Gruppe (die, die dieses Treffen wollte), hatte nichts dagegen - bis auf eine Person.
Ich weigere mich an dieser Stelle schlicht und ergreifend, diese ausufernden Diskussionen und permanent wechselnden Entscheidungen, ob die Treffen die gleiche Infrastruktur nutzen dürfen, breit zu treten. Das ist eine Diskussion, die möglicherweise, aber nur möglicherweise, interessant ist, wenn alle Netzwerkteilnehmer sich sehen (oder eben die gleichen Informationsstrukturen benutzen würden, was einfach nicht gewährleistet ist) und darüber selber diskutieren. Meiner Wahrnehmung nach ist die Linke ohnehin zu sehr in unversöhnliche Minigruppen gespalten, als daß eine derartige Diskussion über Hören-Sagen weitergeleitet werden sollte. Mit anderen Worten: diejenigen, die Interesse an Schlammschlachten haben (egal wie berechtig diese in den Augen mancher sein mögen), sollen das bitteschön machen, aber ich nehme mir mein persönliches Recht, darauf keinen Bock zu haben! Da es dabei lediglich um eine Diskussion innerhalb einer Gruppe ging, die in dem Moment einfach sagen konnten, "ok, wir nutzen die gleiche Infrastruktur", oder "sorry, aber die FH ist nicht groß genug für beide Treffen", weil sie bereits dabei waren, die Struktur aufzubauen, war es für das Hoppetosse-DAN-Treffen lediglich im ersten Moment eine Frage, ob wir die Räumlichkeiten erhalten oder nicht, wenn ja, dann war es eine Frage der Arbeitserleichterung für die Orgagruppe, wenn nein, war es eine Frage der Suche nach Örtlichkeiten außerhalb Düsseldorfs, die dann eben genutzt werden sollten.
Letztlich "erbat" ich (recht massiv) eine entgültige Entscheidung, ob jene Gruppe, trotz internen Vetos, damit leben könnte, ein Treffen in dem gleichen Gebäudekomplex laufen zu lassen, oder nicht.
Erstaunlicherweise war dann auch die Möglichkeit, die Teilnehmer nicht voneinander abzuschotten und, wenn sie Interesse daran haben, auch mit den jeweils anderen Teilnehmern zu reden, oder möglicherweise sich sogar an dem ein oder anderen "fremden" AK teilzunehmen, ein Gedanke, der nicht mehr vollkommen ausgeschlossen war.
Um jegliche Gewichtung von vorne herein auszuschließen und alle Netze als gleichberechtigt wirken zu lassen, entschloß sich die Orgagruppe auf einer Anregung/Bitte/wie-auch-immer der o.g. Gruppe hin, das Treffen ansich neutral zubennen, die Einladung ebenfalls neutral zu formulieren und die Vernetzungstreffen ihre eigenen Aufrufe ins Netz stellen zu lassen mit eigenen Beschreibungen der AKs und so weiter. Mit anderen Worten: die Orgagruppe stellt die Infrastruktur ohne große Diskussionen und die Inhalte bleiben bei den einzelnen Vernetzungen und können dort in epischer Breite durchdiskutiert werden. Und wenn Vorschläge zu den Inhalten aus der Orgagruppe kommen würden, dann gingen sie eben die Mailinglisten.
Anfang diesen Monats konnten wir endlich loslegen. Von der Infrastruktur bin ich bislang ausgegangen, daß sie bei solchen Treffen aus rein praktischen Gründen in den Händen einer willigen Orgagruppe liegt, die weder Schlafmangel noch den zeitweisen Verlust der persönlichen Freiheit scheut, nicht aber das letzte halbe Stündchen Schlaf für einen zur Diskussion zu stehen habenden Tagesverlauf, in dem z.B. über alle Köpfe hinweg entschieden wurde, wo die Getränke (Öko, preiswert, bei Bedarf mit Rückgabegarantie) gekauft würden, oder welche Kochgruppe Zeit und Lust hat, den Teilnehmern dankenswerterweise zu ermöglichen, an den AKs etc. teilzunehmen. Die anderen Leute der Orgagruppe sahen das offenbar ähnlich... Demnach wurde nicht ins Netz gestellt, welche Farbe der Raum bekommen sollte, der erst gestrichen werden mußte, um überhaupt irgendein Treffen in der FH abhalten zu dürfen, auch nicht, welche Farbe die Umschlagseite des Readers haben sollte und vieles mehr. Verzeiht, wenn ich sarkastisch klingen sollte - ich bin nur einfach permanent müde. Woher das wohl kommen mag...
Die Aspekte, die tatsächlich in die Hände aller sollten, die also transparent sein müssen, wurden transparent gemacht. Es wurde ein Verlauf des Wochenendes vorgeschlagen, der in sich logisch ist, aber nicht starr. Wann die AKs und Plena in welchen Konstellationen letztlich stattfinden werden, wird sich auf dem Treffen ergeben, schließlich sind wir alle mündige Menschen, die selber entscheiden können, wann was stattfinden soll (Diesem Anspruch wurde mit der Formulierung "Vorschlag" in der Einladung nachgekommen!!!). Es wurde vorgeschlagen, die AKs vorzubereiten und nicht nur einfach zu bilden. Der Vorschlag wurde supergut angenommen und die AKs wurden und werden rege vorbereitet (bis auf den DAN-AK, was vielleicht auch o.k. ist, in Anbetracht der Tatsache, daß es wahrscheinlich eh um die Vorbereitung für Pfingsten geht), die Entwürfe für die Aufrufe wurden in die Netze gestellt und ausschließlich von Jörg B. korrigiert, aber auch er hatte nur Kleinigkeiten anzumerken, wobei die Korrektur von dem DAN-Aufruf leider zu spät kam und nur ein Punkt sowohl ihm als auch mir aufgefallen war. Die anderen beiden Punke, wie gesagt, konnten nicht mehr verbesert werden, da der Aufruf, gemäß des angegebenen Zeitpunkts, bereits in den Mailinglisten war. Hierzu mußten der Termin für Gegenvorschläge oder Korrekturen leider sehr eng gefaßt werden, weil die Aufrufe einfach endlich raus mußten, da dort eben auch nochmal auf den Reader aufmerksam gemacht wurde, der noch zusammen gestellt, gestaltet und neben den nötigen Einladungen per Post versendet werden sollte. Und das alles sollte noch zwischen Weihnachten und Neujahr raus, um möglichst viele Leute möglichst rechtzeitig auf all das aufmerksam zu machen. (Weihnachten, Silvester und Neujahr sind Feiertage, an denen die Gesellschaft, die wir nicht wollen, auf die wir manchmal aber angewiesen sind, sich weigert, zu arbeiten. Oft erstreckt sich diese Weigerung sogar über die Tage dazwischen aus, so daß es sinnvoll ist, alles, was wir an Arbeitseinsatz von den Leuten, die in jener Gesellschaft beheimatet sind, wollen, vorher erledigt zu bekommen, oder es muß bis ins neue Jahr damit gewartet werden. ;-))
Der Reader wurde sogar letztlich ziemlich lange vorbereitet. Ursprünglich war ein Hoppetosserundbrief mit DAN-Anteil geplant. Der Aufruf, hierfür die Texte zuzusenden, ist schon lange im Netz. Dann kam aus der oben genannten anderen Gruppe (die ich im übrigen nur nicht mit Namen benenne, weil noch kein Name für das, was die Leute vorhaben, existiert) der Vorschlag, alle Texte für das gesamte Treffen doch in diesem Hoppetosserundbrief zu veröffentlichen. Als ich das hörte, fragte ich erstaunt, ob das tatsächlich erbeten wurde, denn schließlich waren mir noch all die vorangegangenen Diskussionen im Ohr. Tatsächlich wurde bei diesem ansonsten intelligenten Gedankengang nicht bedacht, daß es eine enorme Gewichtung darstellen würde, wenn auf dem Reader des Januartreffens "Hoppetosse" prangen würde. Also beschloß die Orgagruppe die Arbeitsleistung zu erbringen, einen separaten Reader zu erstellen, die Texte sollten aber weiterhin von allen Vernetzungen kommen (Strukturangebot: Orgagruppe, Inhalte: Vernetzungen - ist doch nicht ganz so blöd, wie es in der Diskussion bislang rüber kam, oder?!?!). Dieses Angebot wurde transparent gemacht - und, wie könnte es anders sein - es wurde darauf reagiert. Und zwar von jenen Leuten, die Heiligabend den Hoppetosserundbrief fertigen wollten. Einfach genial war es, als sie vorschlugen, statt des ersten Hoppetosserundbriefs und dem Januarreader, in dem ja auch die Texte des Hoppetosserundbriefs sein würden, nur den Januarreader zu machen. Jörg P. war sogar bereit, an der Gestaltung mitzuarbeiten, was er letzlich, wegen eines auch für den unaufmerksamen Lesers dieser kleinen Abhandlung einleuchtenden, Zeitmangels innerhalb von 1 1/2 Tagen ganz alleine machte. (Vielen Dank, Jörg!!!)
Die Webside sollte mit den Texten des Readers gefüllt werden. Es war vielleicht nicht schlau, damit zu warten, bis der Reader fertig war, aber manchmal können Fehler auch der motiviertesten Orgagruppe unterlaufen. Jörg B. dachte da besser mit und setze direkt alles ins Internet. Es stieß nur auf Protest und Widerwillen, weil er dafür nicht die eigens eingerichtete Webside, die über alle Aufrufe (außer dem der Projektwerkstatt [Ich weiß zwar mittlerweile, daß dieser Text von ihm als Pressemitteilung konzipiert war, aber da in der Betreffzeile auch das Wort "Aufruf" vorkommt, ist davon ausgegangen worden, daß es sich um einen Aufruf handelt]) bekannt gegeben wurde, benutzte, sondern eine eigene einrichtete. Er hat mitgedacht, aber nicht weit genug, da ein Ideenanstoß vielleicht schon ein besseres Ergebnis erzielt hätte. Aber letztlich ist halt nie etwas wirklich perfekt. So ist das eben.
Die Orgagruppe wollte im Übrigen keine Pressemitteilung rausgeben, weil das eindeutig nicht zur Infrastrukturbeschaffung gehört. Wer Pressemitteilungen raussenden möchte, kann das gerne machen, wobei ich eigentlich davon ausgehen würde, daß bei Vernetzungstreffen die Presse durch die Vernetzung, was logischerweise erst beim Treffen selber möglich ist, informiert werden sollte. Kann sein, daß ich mich da irre, aber eines ist ganz sicher - es ist nichts, was in diesem speziellen Fall die Orgagruppe machen sollte. Wenn es aber ausdrücklich gewünscht wird, daß sich die Orgagruppe um eine Struktur zur Versendung von Pressemitteilungen (die wir aber nicht verfassen werden!) kümmert, dann läßt sich das sicherlich auch noch machen.


Zur Konkretisierung der Kritik kam es in einer zweiten Mail von Jörg. Als Auszug hier die Liste der Beispiele, in denen der Autor Intransparenz und Dominanz zu entdecken glaubt:


In der weiteren Folge gab es weitere Wortmeldungen ...


Am 26.12. veröffentlichte Jörg eine dritte, grundsätzliche Kritik am Umgang mit Intransparenz:

> einfach mal hier und da alle Fuenfe gerade sein lassen zu koennen und
> Konflikte zur richtigen Zeit zu fuehren.

Hallo,
ich moechte an diesem Satz eine Frage aufhaengen: Was ist unser Ziel, das wir mit „emanzipatorisch“ umschreiben. Als politische Bewegung (wie beim „Widerstand im Alltag“ auch) haben wir zwei Moeglichkeiten des Handelns:

Es gibt keinen Grund, nur eines von beidem zuzulassen.
Deshalb sehe ich unsere Treffen und jedes einzelne Projekt nicht nur als einen Schritt zur nach aussen gerichteten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhaeltnissen bzw. dem Schaffen von Gegenmodellen/Freiraeumen/Experimenten, sondern immer auch als einen Ort, in dem wir selbst unsere Ideen verwirklichen.
Oder, um es am Machtbegriff zu sagen: Macht ist fuer eine Bewegung von unten, also einen emanzipatorischen Prozess, nur akzeptabel als „Gegenmacht von unten“. Dort aber, wo wir selbst agieren, Freiraeume schaffen, die Verhaeltnisse selbst herstellen bzw. stark beeinflussen koennen, ist Macht unakzeptabel. Dazu gehoeren unsere eigenen Aktionen, Vernetzungen, Treffen, Gruppen.
Macht aber ist weder in der Gesellschaft noch bei „uns“ ein einfaches Ding. Oben und unten, Macht als sichtbares Herrschaftsorgan - all das gibt es zwar auch, aber es ist keine neue Erkenntnis, dass das nicht alles ist. Bezogen auf unsere Zusammenhaenge moechte ich vier Typen von Macht kennzeichnen. Der folgende Text ist eine Passage aus der AK-Beschreibung zu Entscheidungsfindung von unten (Arbeitskreis auf dem Januartreffen):

Formale, zentralistische Hierarchien: Diese strukturierte Form der Hierarchie ist offensichtlich und sehr durchschlagend. Manche BefuerworterInnen formal-zentralistischer Konzepte der Organisierung behaupten zwar, dass formale Hierarchien (Vorstaende, VertreterInnenversammlungen, Kommissionen, Geschaeftsstellen usw.  mit besonderen Befugnissen) transparenter seien als die in nichtformal-hierarchischen Zusammenhaengen, aber das trifft nur die halbe Wahrheit. Tatsaechlich sind formale Hierarchien auch immer mit informellen Unterschieden verbunden, d.h. ein Vorstand oder andere zentrale (Fuehrungs-)Gremien koennen nicht nur bestimmte Entscheidungen treffen bis Weisungen erteilen, was Menschen ausserhalb dieser Gremien nicht koennen, sondern sie verfuegen gleichzeitig auch ueber bessere Zugaenge zu den Ressourcen (Geld, Geraete, Kontakte, Informationen usw.). Dadurch koennen sie ihre formale Stellung stark untermauern und sich auch informell durchsetzen - z.B. bei Wahlen und Abstimmungen. Denn eigentlich haette ein Fuehrungsgremium innerhalb einer weitergehenden Versammlung (z.B. Vorstand innerhalb einer VertreterInnenversammlung) nicht mehr formale Macht als andere, jedoch aufgrund der besseren Vorbereitung, des Zugangs zu Daten usw. setzt sich der Vorstand in fast allen Faellen gegen Vorschlaege aus einzelnen Basisgruppen durch. Eine Gegenmacht entsteht nur dann, wenn andere Zusammenhaenge ebenso informelle Macht aufbauen, z.B. durch zeitintensiven Aufbau von Kontakten zu anderen Gruppen in der Vorbereitung solcher Versammlungen.
Bewusste, informelle Hierarchien: Informelle Hierarchien sind solche Unterschiede in der Durchsetzungsfaehigkeit von Menschen, die nicht formal vereinbart sind und somit auch nicht ueber „offizielle“ Strukturen wirken. Sie sind oft intransparent. Zu unterschieden sind bewusste und unbewusste, informelle Hierarchien. Es ist sehr wohl moeglich, informelle Unterschiede gezielt zu schaffen oder sich selbst bzw. der eigenen Gruppe gezielt eine bessere Durchsetzungsposition zu erobern - jenseits jeglicher Argumentation, sondern durch Tricks in der Diskussion, ungleiche Zugaenge oder Verteilung materieller Ressourcen und Wissen usw. Zu den Tricks in der Diskussion gehoeren abgesprochene Redebeitraege, bewusst dominantes Redeverhalten, gezielte Verunsicherung oder Diffamierung von Personen, die wegen abweichender Meinung oder aus anderen Gruenden von der bewusst dominant agierenden Person oder Gruppe ausgegrenzt werden sollen. Dauerhaft informelle Hierarchien entstehen durch intransparente Zirkel und Kerngruppen, die besonderen Zugang zu den Ressourcen von Gruppen oder Vernetzungen haben - z.B. Geldern, Geraeten, Raeumen, Internetseiten, Mailinglisten usw. Bewusste Dominanzverhaeltnisse sind sehr weit verbreitet - deutlich staerker, als ueblicherweise zugegeben wird.  Gezieltes Streben nach informeller Macht, Ausgrenzung anderer und die Durchsetzung eigener Positionen z.B. ueber die Konstruktion scheinbarer Sachzwaenge, die Macht des Faktischen usw. sind in fast allen Zusammenhaengen Alltag.
Unbewusste Dominanzverhaeltnisse: Neben den bewussten informellen Hierarchien sind (fast) ueberall unbewusste Dominanzverhaeltnisse zwischen Gruppen und Einzelpersonen zu finden, die auf unterschiedlichen Moeglichkeiten innerhalb einer Gruppe oder Vernetzung beruhen. Unterschiedliche Zugaenge zu Informationen und Ressourcen, unterschiedlich durchsetzungsfaehiges Redeverhalten und vieles mehr praegen die politische Arbeit. Im Gegensatz zu den bewussten Dominanzverhaeltnissen ist hier den beteiligten Personen die Dominanz nicht klar. Ursache dafuer ist meist ein Mangel an Transparenz und Reflexion, also Sensibilitaet fuer Machtverhaeltnisse.
Weiterbestehen gesellschaftlicher Dominanzverhaeltnisse in politischen Zusammenhaengen: Doch selbst dann, wenn eine Gruppe oder Vernetzung (was anzustreben ist!) sowohl formale Hierarchien abschafft, bewusstes Dominanzverhalten abwehrt und unbewusste Unterschiede in der Durchsetzungsfaehigkeit reflektiert, herausarbeitet, benennt und erfolgreich ueberwindet, bleibt noch eine vierte Form der Hierarchie: Die der unterschiedlichen Wertigkeitsempfinden zwischen den Menschen, die in ihrem Leben fuer eine bestimmte soziale „Rolle“ beeinflusst, d.h. „konstruiert“ wurden. Frauen gegenueber Maennern, Jugendliche gegenueber Erwachsenen, Menschen ohne Abschluss gegenueber solchen mit akademischem Grad, Arme gegenueber Reichen, ArbeitnehmerInnen gegenueber ArbeitgeberInnen oder Selbstaendigen, sog. Behinderte gegenueber „Gesunden“, Nichtdeutsche gegenueber Deutschen (und jeweils umgekehr) - diese und viele Unterschiede bestehen auch dann, wenn eine Gruppe frei aller sonstigen Herrschaftsverhaeltnisse ist. Das ist nicht Schuld der Gruppe oder der Vernetzung, aber nichtsdestotrotz der Fall. Es ist auch nicht einheitlich, denn die oben genannten Personenkreise sind keine einheitlichen Gruppen - aber in der Tendenz sind sie gesellschaftlich „konstruiert“, d.h.  ihnen wird ueber Jahre und Jahrzehnte eine gesellschaftliche Rolle, Erwartungshaltung und ein Selbstwertgefuehl vermittelt. Innerhalb dessen leben sie „funktional“ in den realen Gesellschaftsverhaeltnissen, d.h. sie empfinden ihre Position als richtig fuer sich selbst, nehmen sie deshalb nicht mehr als konstruiert wahr und wehren sich nicht gegen diese. Das setzt sich in politischen Zusammenhaengen bruchlos fort und kann nur abgebaut werden, wenn solche Dominanzverhaeltnisse offengelegt und Vereinbarungen zum Abbau getroffen werden.
------- (Zitat Ende) ------

Es ist eine verdammt anspruchsvolle Aufgabe, hier Schritte voranzukommen und Dominanzen auch in unseren Zusammenhaengen abzubauen.
Genau deshalb hat mich erschreckt, wie unsensibel die Vorbereitungsgruppe und auch die Zusammenhaenge, die das Treffen tragen, mit diesem Thema umgehen. Meine Kritik thematisierte das zum ersten Mal. Als Reaktion sind Aussagen davon, dass ich alles kaputt mache bis „Arschloch“, „krankhaft“ usw. gekommen. Eine Auseinandersetzung FINDET WEITERHIN NICHT STATT.  Macht aber verschwindet nicht, wenn wir wegsehen. Wenn wir sie nicht beachten, wirken die gesellschaftlichen Normalverhaeltnisse fort - also die unbewussten Dominanzverhaltensweisen und die ohnehin vorhandenen „Konstruktionen“ von Wertigkeiten, Rollen usw. In der Orgagruppe kommen aber sogar einige (nicht viele) bewusste Dominanzvorgaenge hinzu.
Mich enttaeuscht diese Unsensibilitaet. Ich wollte und wuerde weiterhin gerne eine andere Qualitaet gewinnen. Das wird ohnehin muehsam und nur Schritt fuer Schritt moeglich sein - immer reflektierend, selbstkritisch betrachtend. Sich gegenseitig auf „Fehler“ hinzuweisen, ist das Mindeste, was geschehen muss. Meines Erachtens brauchen wir einen offensiven Umgang mit Dominanzen, d.h.  es darf nicht als nerviges Nebenthema abgetan werden, sondern zu unseren Aktionen sollte gehoeren, dass wir die Dominanzfrage offensiv stellen und gemeinsam bearbeiten.
Davon ist das Januartreffen meilenweit entfernt. Ich hatte anders erhofft, meine Enttaeuschung ist sicher offensichtlich geworden.
Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass das Januartreffen eine Qualitaet gewinnt, viele Menschen kommen und wir in einem vielfaeltigen Prozess einige Dinge voranbringen - neben konkreten Aktionen und einigen theoretischer angelegten Diskussionen hoffentlich auch den Willen und die Ideen, unsere eigenen Arbeitsformen immer staerker zu enthierarchisieren.
Meine Kritik hat nichts damit zu tun, dass ich das Januartreffen unwichtig finde oder gar torpediere - ich habe keine Sekunde ueberlegt, aufzuhoeren mit der Vorbereitungsarbeit, die eigene Akzente setzt (z.B. eben den AK Entscheidungsfindung/Gruppenprozesse von unten), aber auch die Orga-Arbeit unterstuetzen soll. Ich hoffe, dass alle, die hier mitlesen, Lust haben, zu kommen, zu diskutieren, den Termin weiterzutragen usw.
Gruss ... Joerg


Am 13.1. veröffentlichte die kritisierte Gruppe "kleinundnett" eine Erklärung, in der sie sich von der Debatte und vom Januartreffen insgesamt distanzierte (Auszug):

Wir weisen diese Vorwürfe entschieden zurück. Allerdings wollen wir einzelne Vorwürfe gar nicht erst widerlegen, denn die Art und Weise, wie hier Gruppen und Einzelpersonen mit gezielten Lügen denunziert werden, bedürfen keiner Widerlegung oder Rechtfertigung. Hier sind die Grenzen im Diskussionsstil und Umgang miteinander bei weitem überschritten. Da wir keine Grabenkämpfe weiterführen wollen, soll durch diese Erklärung vielmehr deutlich werden, wie Einzelpersonen politische Arbeit und Initiativen zu Kooperation und Vernetzung mit solchen Diffamierungen vergiften können.
Mehr noch, nicht nur wird eine Atmosphäre zur Zusammenarbeit vergiftet, sondern auch durch Anschuldigungen von „Machtkungel“ und gezielter Hierarchiebildung selber Dominanz aufgebaut. Des Diffamierers Sichtweise wird zum Maß aller Dinge und es werden Gruppen und Menschen gegeneinander in Stellung gebracht. Hiervon distanzieren wir uns, denn unser Verständnis von Dominanz und Hierarchie beginnt bereits im Umgang miteinander, bei den Bedingungen, unter denen wir zusammenarbeiten und uns vernetzen wollen.
Diese Anfeindungen und Denunziation stehen mit unseren Vorstellungen von Toleranz und Achtung im krassem Widerspruch, weshalb wir uns dazu veranlasst sehen, uns vom Januartreffen zu distanzieren und nicht als Gruppe teilzunehmen. (die ganze Mail ...)
Darauf sowie auf etliche weitere Mails (die hier nicht alle dokumentiert werden), antwortete Jörg noch einmal.

Etliche Beiträge hatten sich Mitte Januar gegen die Debatte als solches ausgesprochen und die kritisierten Intransparenzen als weniger wichtig oder gar nicht vorhanden bezeichnet. Dem widersprachen wieder andere. Das wiederholte sich, so daß als Ergebnis festgestellt werden kann, daß der Streit zwar klar ist, aber keine Einigung zu erzielen ist. Niemand schätzte diese Unterschiede jedoch so gravierend ein, daß daran eine Kooperation scheitern würde. Die Kritik am Stil der Kritik jedoch fiel so aus, daß sich verschiedene Personen Kooperationen nicht mehr vorstellen konnten.


Zu einem besonderen Streitpunkt entwickelte sich ein für den Abdruck im Reader an die Vorbereitungsgruppe geschicktes Papier der Gruppe "AC/PC & H.A.R.A.K.I.R.I. GmbH" zu "Kritik und Perspektiven antisexistischer Praxis". Dazu der Bericht von Sylvia aus der Vorbereitungsgruppe:

So. Und nun zu dem einzigen Punkt, der wirklich hierarchisch, intransparent und nur in einer kleinen, illuminatengleichen Gruppe ;-) diskutiert und entschieden wurde, aber möglicherweise doch eher zum Punkt Inhalt, also zu den Teilnehmern des Treffens ansich gehört. Es fiel uns nicht leicht, über die eigenen Vorgaben zu klettern, aber es war auch eine absolut unlösbare Aufgabe.  Wir riefen ja auf, Texte für den Reader zu senden, die für die AKs oder ganz allgemein für das Treffen wichtig erscheinen würden. Nun erreichte uns auch der Text zu Sexismus von der Gruppe "AC/PC & H.A.R.A.K.I.R.I. GmbH", der schon eine ganze Weile immer wieder diversen Medien vorgelegt wurde und pauschalisiert abgelehnt wurde. Der Text ist eine Kritik an der gängigen Sexismusdebatte. Er stellt vieles in Frage, was als positive Entwicklungen von jenen, die in der üblichen Sexismusdebatte verhaftet sind, gesehen wird. Diese Infragestellung ist durchaus hart formuliert und jene, die die übliche Sexismusdebatte führen, halten praktisch jeden Satz für sexistisch und/oder patriachal. So sehr, daß sie offenbar bislang keinen Bock haben, ausführlich diesen Text auseinander zu pflücken und ihre Kritik an dem Text zu verdeutlichen. Sie lehnen diesen Text einfach nur im Gesamten ab und wollen sich nicht weiter damit beschäftigen. Davon abgesehen, ist der Text so lang, daß er in einer noch lesbaren Schriftgröße und mit dem ein oder anderen auflockernden Element gestaltet, gut die Hälfte des Readers eingenommen hätte. Zudem überlegen sich zwei Frauen, die weder zu Hoppetosse und DAN, noch zu der anderen Gruppe gehören, sondern, wenn ich das richtig verstanden habe, direkt aus der Sexismusdebatte kommen, den Anti-Sexismus/Gender-AK vorzubereiten.  Mit anderen Worten, da die Orgagruppe sich nicht auferlegt hat, entweder zu schweigen oder alles in die Mailinglisten zu stellen, wurde auch außerhalb der Gruppe darüber geredet, als der besagte Text rein kam. Noch bevor die Orgagruppe selber den Text las, entbrannte direkt ein Sturm der Entrüstung, einen solchen Text in den Reader aufnehmen zu wollen. Noch am Mittag des 15.12. war klar, daß wir gesagt hatten, daß die Texte, die uns bis zum 17.12. erreichen würden, in den Reader reinkommen und so würde es auch gemacht. Basta. Die Proteste verstärkten sich immer weiter und der Text wurde nun von der Orgagruppe bewußt auf diese Proteste hin gelesen. Mittlerweile war klar, daß wir als Orgagruppe die Arschkarte gezogen hatten. Egal, ob wir den Text aufnehmen würden oder nicht, es würde Ärger geben, der sich auf uns entladen würde. Also beriefen wir Freitagnacht, 15.12., kurzerhand ein Treffen für Sonntagabend, 17.12. ein, um festzustellen, wie wir mit dem Ärger umgehen wollen, über den Text zu sprechen und zu entscheiden, was wir nun machen sollten. Jörg P. sollte bis zum 19.12. den Reader fertig gestaltet haben, der direkt am Morgen des 20. zum Drucker mußte (Begründung für die Eile: siehe Erklärungen über Weihnachten etc.).  Es ging also weniger um eine inhaltliche Diskussion, obwohl klar war, daß diese sicherlich auch eine Rolle spielen würde, als um die Frage, wie wir mit den Protesten und dem anschließenden unvermeidlichen Ärger umgehen würden. Die meisten Personen der Orgagruppe fanden sich also ein und als erstes wurde uns ausgerichtet, daß die Frauen, die sich überlegen, den Anti-Sexismus/Gender-AK vorbereiten, diesen Text nicht als Grundlage für ihre Vorbereitungen nehmen möchten, er aber, falls er im Reader erscheinen würde, aufgrund der heftigen Diskussionen, die er auslöst, den AK dominieren würde. Was an dem Text auszusetzen sei, wurde gefragt, woraufhin keine anderen Antworten kamen, als die, die ich zwei Abschnitte weiter oben erläutert habe. Es wurden auch Beispiele genannt, die ich hier nicht widerholen werde, weil diese Beispiele nicht der Entscheidungsfindung dienten, sondern lediglich die Kluft zwischen der üblichen Sexismusdebatte und diesem Text verdeutlichte. Es spielt auch keine Rolle, wer in der Orgagruppe auf welche Weise den Text für sich selbst bewertete, es sei nur gesagt, daß die Meinungen anteilmäßig sehr gut ausgeglichen waren.  Was letztlich tatsächlich eine Rolle für die Orgagruppe spielte, war die Tatsache, daß deratig heftig auf den Text reagiert wird. Eine extreme Gewichtung wäre unvermeidbar gewesen. Zum einen eine Gewichtung innerhalb des Readers, im Sinne des Umfangs und im Sinne des Inhaltes. Zum anderen eine Gewichtung im Sexismus-AK, der wie gesagt nicht von den Autoren des Textes vorbereitet wird. Und zum letzten eine Gewichtung innerhalb des gesamten Treffens, da die Auseinandersetzung um diese kontroversen Meinungen aufgrund der Gewichtung im Reader innerhalb der möglicherweise gemeinsam abgehaltenen Plena diskutiert würde. Somit würden nicht mehr die verschiedenen gewünschten Vernetzungstreffen im Vordergrund stehen, sondern eine Diskussion über die Sexismusdiskussion und die Frage, ob der AC/PC & H.A.R.A.K.I.R.I. GmbH-Text überhaupt diskussionswürdig ist. Selbst jene der Orgagruppe, die den Inhalt des Textes partiell oder komplett in Ordnung fanden, konnten sich diesen Aspekten einfach nicht verschließen. Die einzige Lösung unseres Dilemmas hätte darin bestanden, diese Aspekte als für alle Seiten befriedigend nicht auflösbar zu klassifizieren, das Thema in die Mailingllisten zusetzen, eine gemeinsame Diskussion damit natürlich nicht zu ermöglichen, aber wenigstens den Leuten in den einzelnen Mailingslisten selber die Möglichkeit geben, sich darüber die Köpfe einzuschlagen und das Treffen vorerst für gescheitert zu erklären.  Oder aber, wir würden uns hierarchisch und dominant über die Gepflogenheiten der Linken hinweg setzen und eine diplomatische Lösung benutzen. Und die sieht so aus, daß wir im Reader kurz anmerken, daß es den Text gibt, daß es Bedenken darum gibt und welche die stärksten sind, und dazu veröffentlichen, wo es den Text einzusehen gibt.
Jedoch liegt darin ein Mißverständnis. Die Kritik an der Intransparenz betraf nicht die Zensur des Papier als solchem, sondern die völlig intransparente Verfahrensweise. Dazu ein Aus einer anderen Mail:
Ich finde die Entscheidung, die getroffen wurde, keineswegs schlimm (sicher ist sie kritisierbar - aber das ist ja schon ein Fortschritt, will heißen: Was kritisierbar ist, ist wenigstens bekannt). Ich möchte auf einige Punkte hinweisen, die meines Erachtens übersehen werden, die aber sehr wohl etwas mit Intransparenz und hierarchischen Entscheidungsmustern zu tun haben.  Sie deuten mindestens darauf hin, daß dafür keine Sensibilität besteht.
Sylvia hat selbst beschrieben, daß es einen Prozeß gab, wo Kritik am AC/PC-Papier aufkam. Dann wurde sogar ein Treffen angesetzt, wo das diskutiert werden sollte. In dieser Phase, offenbar mindestens einige Tage lang, hätte diese Info weitergegeben werden können. Das ist keine Zeitfrage. Eine Rundmail u.ä. nach dem Motto „Hallo Leute, es ist Kritik aufgekommen ... wir wollen das entscheiden ...  bitte schickt doch mal Statements, damit wir ein bißchen wissen, wie Ihr das einschätzt“ oder ähnlich wäre immerhin ein deutlicher Gewinn an Transparenz, aber auch teilweise an Entscheidungsbreite gewesen.
Die Information, daß der Text rausgeworfen wurde, ging dann auch nur an mich. Das ist aber nicht entscheidend, sondern die Transparenz insgesamt in den Zusammenhängen. Erst nach meiner Intervention ist allgemein bekanntgegeben worden, daß es diese Änderung gegeben hat.

Zu Hoppetosse +++ projektwerkstatt.de +++ Direct Action
Zum Anfang.