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Vernetzung im kreativen Widerstand
Versuch, Gelingen und Scheitern

Die Idee entstand aus dem Widerstand gegen die Expo2000 in Hannover und aus dem seit Ende der 90er Jahre bestehenden Netzwerk "Umweltschutz von unten", den wieder zusammengefundenen Resten der ehemaligen radikalen Jugendumweltbewegung der 80/90er Jahre, von denen so viele politisch inaktiv wurden, andere steile Karrieren hinlegen und ihre ehemaligen Ideen verrieten. Doch einige blieben und versuchten, wieder neu zu starten ...

Das erste Treffen: 13.-15.10.2000 in der Projektwerkstatt Saasen

Der Einladungstitel lautete: Widerstand organisieren! Bewegung von unten aufbauen!

Text eines Teilnehmers des ersten Treffens

Das Jahr 2000.
Der Kapitalismus wuchert in immer ekligeren Ausmaßen und sein tödlicher Kreislauf von Profit und Wertgesetz saugen der Erde und den Menschen immer schneller das Leben aus.
Man braucht kein intellektueller Schnelldenker zu sein, um das deutliche Ausmaß und Tempo der Zerstörung zu sehen, mit der uns allen die letzten Lebensgrundlagen unter den Füßen weggezogen werden um den Geldberg zum Wachsen zu bringen.
Täglich breitet die kapitalistische Konsensfabrik aus Medien und Regierungen den Mantel westlichen Wohlstandsgrinsens über eine ausgebeutete Südhalbkugel und eine neoliberale Ideologie, hinter deren frei-heitlicher Maske nichts weiter steckt als brutaler Sozialdarwinismus. Der Stärkste soll gewinnen, auf dem Markt wie auf der Straße. Mordende Neonazis setzen diese Ideologie in einer rassistisch abgeschotteten Festung Europa auf den Straßen in die Tat um, während eine Regierung von Ex-68er-Revoluzzern die ImmigrantInnen nur dann für lebenswert erklärt, wenn sie dem Markt der New Economy im Standort Deutschland nutzen. Derweil basteln Gentechniker am perfekten Menschen für morgen – schön, stark, konsumfreudig, unkritisch, aus der Retorte, befreit von lästigen Übeln wie Individualität oder Menschlichkeit.

Der Irrsinn liegt also so klar vor uns wie selten zuvor.
Dennoch hat „die linke, emanzipatorische Bewegung“  mit heftigen Problemen zu kämpfen.
Immer noch sind es viel zu wenig Menschen, die sich in Theorie und Praxis für eine andere Welt einsetzen.
Egal ob in Hannover (Expo-Widerstand) oder Prag (Proteste gegen IWF und Weltbank), bei Castor-Transporten oder auf Antifa-Demos, beim täglichen Engagement in Infoläden und autonomen Freiräumen – es sind immer noch wenige, immergleiche Leute, die sich um Veränderung bemühen.

Woran liegt das? Was kann mensch da ändern?

Eine endgültige Antwort auf diese Frage ist nicht zu finden, aber dennoch wollen wir ein paar Thesen aufstellen, woran es liegen kann, dass sich selbst in der Linken (geschweige denn außerhalb) Politikmüdigkeit breitmacht.

Zu viel Routine und zu viel Ernst ...

Es ist kein Wunder, dass sich bei Protesten und Demos viel mehr Leute zusammen finden als in den Plena und Treffen, die solche Events organisieren. Aktiver Widerstand ist lebendig, mitreißend und direkt. Theoretische Treffen und Plena dagegen oftmals so bierernst und lasch, dass sie keine neuen Leute begeistern können. Für einige Leute entsteht so der Eindruck, dass die linken Leute, ohne deren kontinuierlicher Arbeit gar kein Widerstand auf die Beine gestellt würde, allesamt zum Lachen in den Keller gehen und zudem gar nicht mehr an eine Veränderung glauben, sondern ihr Programm wie eine lästige Pflicht zur Gewissensberuhigung runterspulen.

Elitismus und Abgrenzungsspielchen

Viele Außenstehende „Alternative“, die eigentlich schon mit den Inhalten der Linken sympathisieren, haben es schwer, mit linken Gruppen und Netzwerken Kontakt aufzunehmen. Sie treffen oftmals auf eine gewisse Kälte und Arroganz und sie müssen feststellen, dass innerhalb der Linken viel zu viele pubertäre Abgrenzungs-spielchen zwischen Gruppen ausgetragen werden, die besser miteinander kooperieren sollten. Anstatt die Leute für Visionen einer besseren Welt und aktiven Widerstand zu begeistern, wird der Eindruck erweckt, dass mensch das Risiko neuer Leute gar nicht wirklich im alten Filz haben will.

Wenn wir eine andere Welt wollen, dann müssen wir für sie kämpfen.
Und wir müssen sie vorleben!
Wir müssen die Menschen wieder dazu motivieren, sich zu wehren und Visionen zu haben – Visionen davon, dass es eben doch anders geht und Kapitalismus kein Naturgesetz ist.

Deswegen wurde auf einem Treffen namens „Widerstand organisieren! Bewegung von unten schaffen!“, das Mitte Oktober in der Projektwerkstatt Saasen stattfand, ein neues linkes Netzwerk gegründet, das den Namen „Hoppetosse  – Netzwerk für kreativen Widerstand“ tragen soll. Dieses neue Netzwerk soll dazu beitragen, den Staub unmotivierter Routine aus dem linken Widerstand zu blasen und neue Ideen für einen Widerstand zu entwickeln, der sich weder in trockener Theorie, noch in der üblichen Demo- und Eventroutine erschöpft. Ein radikaler  Widerstand, der weiß was er will, zum Lachen nicht in den Keller geht, agiert statt reagiert und über Dogmen und Gruppengrenzen hinaus offen sein soll für alle Menschen, die eine freie Welt mit erkämpfen wollen!

Erste Ideen für den kreativen Widerstand sind dabei....

Agieren und Überraschen – spontane, kreative Aktionen & Aktionskunst

Demos und Proteste wie in Prag, Seattle, Hannover oder London sind wichtig, aber völlig erwartbar.
Wirklich überraschend und clever subversiv sind dagegen spontane Aktionen, die nicht auf etwas reagieren, sondern aus heiterem Himmel in den Alltag der BürgerInnen einbrechen und somit viel mehr beachtet werden!
Der Feind sitzt überall! Überall gibt es Bankfilialen, neoliberale Konsumtempel, Gerichte oder Firmenfilialen.
Wie wäre es etwa, vor dem Eingang des Centros verkleidet in Kutten aus Scheinen eine heilige Messe an den neuen Gott des Marktes abzuhalten?
Wie wäre es, auf dem Weihnachtsmarkt ein kleines Theaterstück aufzuführen, in dem wohlverdienende Konsumtouristen zum Elends-Sightseeing in ein afrikanisches Slum fahren, weil sie nur so „wieder zu schätzen lernen, wie gut es uns eigentlich geht?“
Und wer sagt, dass die Werbe-Flugis mit den Originallogos von Bayer oder Opel auch immer von Bayer oder Opel sein müssen...?
Direkte Aktion, Ironie, Satire, Reclaim-the-streets, Theater, Kommunikations- und Spaßguerilla...was auch immer ihr machen wollt – seid kreativ! Agiert dezentral, selbstständig und plötzlich – das macht Eindruck, weckt Interesse und ist im Zweifel sogar ungefährlicher als eine konventionelle Latschdemo.

Visionen vorleben!

Wir können nicht immer nur „anti“ sein! Ich weiß, dass wir es nicht sind, aber es wirkt nach außen so!
Wichtig sind Aktionen, die schon zeigen, wo wir hinwollen. Kritik ist wichtig, Gegenentwürfe aber auch!
Wer sich Freiräume erkämpft und auf Wagenplätzen, in autonomen Zentren und offenen Plätzen vorlebt, wie mensch ohne Hierarchie fair und solidarisch miteinander umgehen kann, lebt etwas vor!
Wer subsistent und ökologisch lebt, wer praktiziert, was er/sie predigt, lebt etwas vor!
Wer wie „Food not Bombs!“ einfach umsonst eine Straßenvokü macht, lebt etwas vor!
Wer eingefahrene Konzepte durch neue, innovative Ideen wie etwa eine radikale Kritik an dem Konzept Arbeit (Beispiel: Gruppe Krisis – Manifest gegen die Arbeit) oder kreative Utopien (Beispiel: Tobi Blubb – Panokratie) angreift, der rüttelt an den eingefahrenen Denkmustern und lebt somit auch etwas vor – nämlich, dass noch längst nicht alles gedacht wurde!
Die Konsensfabrik ist mächtig – zeigen wir den Menschen, dass es anders geht!

Spaß und Politik wieder zusammenbringen

Spaß und Politik schließen sich nicht aus! Und Spaß ist auch nicht konterrevolutionär, sondern unmittelbarer Ausdruck unserer Lebensfreude, unseres Dranges nach Freiheit! Die Szenen sollten wieder zusammen kommen und gemeinsam für eine andere Welt kämpfen und das Schönste erleben, was es gibt – eine Gemeinschaft von Individuen, die mehr wollen als einen verschissenen Supergewinn ihrer neugegründeten Internetfirma! Weg mit der Abgrenzung zwischen Autonomen und Punks, Fanzines und linksintellektuellen Theorieblättern, Kopflinken und Bauchlinken, Kiffern und Straight Edge, Hü und Hott, Bla und Blubb. Im Kampf gegen den wahren Feind sollte uns ein schlimmer Feind nicht im Weg stehen – Engstirnigkeit und Szene-Dünkel!

Das Netzwerk „Hoppetosse“ lädt jeden ein, an der Diskussion und Praxis um neuen, kreativen Widerstand teilzunehmen.
Ein gutes Forum dazu bildet die offene Debatte auf  www.opentheory.org, aber auch jedes linke Heft, jedes Fanzine, jedes AZ und jeder Infoladen sind dazu aufgerufen, einen Ideenaustausch an ihren Orten anzufangen und als Anlaufpunkte zur Verfügung zu stehen.
Das erste große Treffen des Netzwerks „Hoppetosse“ soll im Januar 2000 in Düsseldorf stattfinden. Das erste konkrete Projekt aber soll im Rahmen des Bundesökologietreffens stattfinden: Die Gründung des Direct-Action-Netzwerkes, das eigenständig und selbstorganisiert erreichen soll, daß direkter und kreativer Widerstand zu einem Markenzeichen politischer Arbeit wird. Das Treffen findet statt vom  22. – 26. November in der TU Clausthal-Zellerfeld. (Technische Universität Clausthal, Adolph-Roemer-Straße 2A D-38678 Clausthal-Zellerfeld, mehr ...).

Kommt vorbei und bastelt mit an Ideen, wie wir nicht mehr länger nur  eine Masse von berechenbaren Demogängern sind, die der Staat bequem wegknüppeln kann, sondern eine Masse unberechenbarer, dezentraler Individuen, die einen kreativen Widerstand leben, der den Herrschenden vor Verwirrung die Kinnlade runter-klappen lässt!

  Weiterer (Kurz-)Bericht

Das Wochenende mit dem Treffen „Widerstand organisieren! Widerstand vonunten aufbauen!“ ist vorbei. Es werden sicher (hoffentlich?) Protokolleusw. folgen.  Sie werden über die Mailingliste(n), den neuenRundbrief/Diskussionsmagazin zu Bewegungsstrategien verschickt und aufder Ex-Anti-Expo-Seite "www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/expo" zu lesen sein.
Hier nur schon in aller Schnelle ein ganz kurzer Bericht (zuerst einGesamtüberblick und dann einige Punkte herausgegriffen) ... Protokollefolgen demnächst:

Verlauf

Es waren insgesamt 20 Leute da aus sehr verschiedenen Städten/Regionen.Durch die Einladung wurden auch einige ganz neue Menschen zur Teilnahmegewonnen. Das Treffen setzte sich selbst unter Zeitdruck durch die Überlegung,Samstag nach fertigzuwerden, um dann an der Anti-Castor-Demo teilzunehmen.Es gab drei Plenums- und zwei Kleingruppenphasen. Letztere fanden am Samstagstatt, unterteilt in zwei Blöcke, einmal zu strategischen Fragen (VisionärePolitik, Widerstand im Alltag, Reflexion/Strukturen usw.) und einmal zuden praktischen nächsten Schritten (Rundbrief/Kommunikation, nächstesTreffen, kreativen Widerstand organisieren von Kommunikationsguerilla biszu einem Direct-Action-Netzwerk).

Ein-Punkt-Bezug, gemeinsame Arbeit

Es wird keine neue ausgewählte Aktion sein, die als themenübergreifendeAktion läuft (wie zuvor Expo). Wir beziehen uns auf die laufendenAktivitäten und entwickeln Schwerpunkte in:

Rundbrief und Kommunikation

Es ist sehr intensiv über die zukünftigen Infoflüsse usw.geredet worden, dazu wird es auch ein Protokoll geben. Wichtig hier schonmal: Es soll ein neuer Rundbrief entstehen, der Infos zu Aktionen und Aktionsformen,Reflexionen und Positionspapiere zu gelaufenden Aktionen und zu politischenPositionen enthält sowie die Einladung zu den Treffen mit Texten zuden ausgewählten Schwerpunktthemen (Samstags-AGs) ... und natürlcihdie Berichte von den Treffen.
Außerdem ist über Mailinglisten, Internet usw. geredet worden.Wichtig: Überlegt ist, die bisherige Expo-Mailingliste zu beendenund eine neue, zeit- und ein-punkt-lose neue zu schaffen. Wer dagegen protestierenmöchte, sollte das möglcihst sofort tun. Sonst sind die Tageder expo-no-Liste gezählt. Der erste neue Rundbrief geht noch auchüber den alten Expo-Verteiler sowie über einige andere (Infoladen,Umweltschutz-von-unten-Rundbrief usw.), danach ist der Expo-Rundbrief-Verteilerauch beendet. Wir freuen uns aber natürlich, wenn alle oder vielesich an der Entwicklung von politischen Postionen und Widerständigkeitbeteiligenüber Ein-Punkt-Bezüge und konkrete Aktionen hinweg!

Netzwerk für direkte Aktionen und kreativen Widerstand

Nachdrücklich wurde die Notwendigkeit für ein solches Netzwerkund den Aufbau von Zusammenhängen (am besten Leute aus verschiedenenGruppen) oder Gruppen in allen Regionen und Städten betont: Klettern,Festketten, Durchbrechen von Polizeiketten, Blockaden, Kommunikationsguerilla,Störungen usw. üben und trainieren, damit sich bei künftigenAktionen viele Gruppen mit Übung in solchen Aktionen beteiligen unddie Aktionsfähigkeit deutlich erhöhen können. In Prag konnte„Mensch aus Deutschland“ staunen, was alles in anderen Ländern daschon entstanden ist ... und bei der CASTOR-Demo am Sonntag konnte menschauch staunen, was alles hier nicht geht (Ein 400-Leute-Zug, der in stundenlangerLaberplena-Debatte beschlossen hatte, die Schienen entlang zu gehen undsie an passender Stelle mit nebenliegender Campfläche zu zu besetzen,ließ sich von 30 (in Worten: 30!) ungepanzerten Bullen, die auf einerBreite von 50 Metern (also mit Riesenabständen zwischen den Personen!)die überlegte Durchbruchsstelle sichern wollten, einschüchtern... und natürlich hatten die ObercheckerInnen der Politszene schonverbreitet, wo überall noch die Hundertschaften versteckt waren, diedann aber seltsamerweise nie auftauchten ... peinlich!).  Daher einAufruf vorweg: Gründet in Regionen und Städten Gruppen, die sichauf kreativen und direkten Widerstand vorbereiten - am besten überGruppengrenzen hinweg, so daß das KnowHow dann in viele Gruppen zurückfließenund bei verschiedensten Aktionen verwendet werden kann (Antifa, Anti-Atom,Großbaustellen, Aktionen gegn Gefängnisse, Abschiebungen, Gelöbnisseusw. und natürlcih die überregionalen Großaktionen).
Und:ERSTES VERNETZUNGSTREFFEN FÜR EIN DIREKT-AKTION/KREATIVER-WIDERSTANDSNETZWERK vom 22.-26.11.auf dem Bundes-Ökologie-Treffen in Clausthal-Zellerfeld (technischeInfos: http://jump.to/boet)

Nächstes Treffen

Wird in der zweiten Januarhälfte wahrscheinlich in Düsseldorfstattfinden. Als drei Themenstränge sind vorgeschlagen:

Alles Info (hoffentlich) über die Mailinglisten, den Rundbrief (eintragenin Adreßverteiler durch Mail an bfmr@gmx.net)und ständig auf der Internetseite Ex-Anti-Expo-Seite "www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/expo".
Beiträge zum Rundbrief, u.a. zu den drei Schwerpunktthemen, bis20.11. an die Projektwerkstatt, Red. Rundbrief, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen(Sammelstelle, der Rundbrief wird dann woanders gemacht!) bzw. an bfmr@gmx.net.

Hoppetosse

Was ist "Hoppetosse"? (Hoppeltrottel, Hopselstopsel ... und noch mehr?)

Jetzt wird es aber langsam kribbelig. Nun redet Reh-zi schon von „Hoppetosse-Zusammenhang“, obwohl Hoppetosse doch bislang nur eine Mailingliste mit angeschlossener Webseite ist. Ich habe ja nichts gegen Zusammenhänge und vielleicht könnte Hoppetosse auch einer sein, aber bislang gestaltet sich das ja eher nicht so. Ein Label fände ich allerdings auch nicht schlecht, wie wäre es mit „Organisierung von unten“ bzw. „XYZ aus der Debatte Organisierung von unten“, da kann ich mir zumindest ein bißchen vorstellen, wer dazu gehört. Grundsätzlich neige ich jedoch weiter dazu, so etwas wie eine bundesweite Struktur zu schaffen, die auch ein „Label“ hat. Ich fänd es gut über die Problematik demnächst beim Februartreffen mal zu diskutieren.
Mit solidarischen Grüßen Einfreunddesmaquis

> Am Rande: Jetzt wird es aber langsam kribbelig. Nun redet Reh-zi schon von
> „Hoppetosse-Zusammenhang“, obwohl Hoppetosse doch bislang nur eine
> Mailingliste mit angeschlossener Webseite ist. Ich habe ja nichts gegen
> Zusammenhänge und vielleicht könnte Hoppetosse auch einer sein, aber
> bislang gestaltet sich das ja eher nicht so. Ein Label fände ich
> allerdings auch nicht schlecht, wie wäre es mit „Organisierung von unten“
> bzw. „XYZ aus der Debatte Organisierung von unten“, da kann ich mir
> zumindest ein bißchen vorstellen, wer dazu gehört.
Wieso? Für OvU gibt es doch noch nicht einmal eine „Mailingliste mit einer angeschlossenen Webseite“. Ich kann mir da genauso gut oder schlecht vorstellen, „wer dazu gehört“ oder nicht, zumal es ja keine „Mitgliedschaften“ im eigentlichen Sinn gibt.  Mir ist ebenso unklar, was dieses Label überhaupt bringen soll. Eine einheitliche Meinung, die dann von VertreterInnen repräsentiert werden soll, wird ja meines Wissens nicht angestrebt (was ich in der momentanen Situation auch gut finde). Wenn aber sowieso jedeR, macht was ersiees will (bzw. jede Gruppe), dann müsste m.E.  erst noch geklärt werden, warum so ein Label sinnvoll ist und wie mensch darstellen kann, dass eben keine ausdiskutierte Einheitsposition vertreten wird.

> Grundsätzlich neige ich
> jedoch weiter dazu, so etwas wie eine bundesweite Struktur zu schaffen,
> die auch ein „Label“ hat.
S.o. - was versprichst du dir von diesem Label und (für mich viel wichtiger) von dieser „bundesweiten Struktur“? Hast du Ideen, wie mensch dazu kommen soll? Wie sie aussehen könnte? Wie offen sie sein soll/ kann? etc. etc.?

> Ich fänd es gut über die Problematik demnächst beim Februartreffen mal zu diskutieren.
Könnte sinnvoll sein ...
Wenn es allerdings eine bundesweite „Vernetzung“ (verwende jetzt mal den Begriff) geben soll, wäre es m.E. wichtig, dass sich lokale Zusammenhänge vorher klar werden, was sie sich darunter vorstellen, wie sie sich einbringen können/ wollen, was sie sich davon erwarten etc.  Auch fände ich es gut zu klären, was OvU, hoppetosse oder was auch immer in diesem Sinne eigentlich bedeutet/ bedeuten soll. Zur Veranschaulichung:
Dürfen nur Menschen/ Gruppen mitmachen, die das OvU-Protokoll unterschreiben können bzw. sogar nur die, die sich (tendenziell)  auch daran halten? Falls ja: wie rechtfertigt mensch dieses Selektionskriterium und wer überwacht sie und setzt sie durch? Falls nein: Wie geht mensch mit den damit verbundenen Risiken (z.B. Unterwanderungsversuche) um?
Ein weiteres Bsp.: Sollen auch laut OvU-Protokoll wohl „hierachische“/ „zentralistische“ linke Organisationen (z.B. die FAU-IAA, der ich mittlerweile ja irgendwie angehöre), falls sie das Wünschen sollten, vernetzt werden?
(Wenn ja: wo ist die Grenze?) Oder doch nur Einzelmitglieder, die zusätzlich was in OvU-Zusammenhängen machen wollen (was ja Tendenz des Protokolls ist)?  Oder nur bisher nicht (bundesweit) organisierte Menschen/ Gruppen? (Auch hier wieder das Problem von Rechtfertigung, Überwachung und Durchsetzung)
...

> Am Rande: Jetzt wird es aber langsam kribbelig. Nun redet Reh-zi
> schon von
> „Hoppetosse-Zusammenhang“, obwohl Hoppetosse doch bislang nur eine
> Mailingliste mit angeschlossener Webseite ist.

Ja, das sehe ich auch als gefaehrlich an. In verschiedenen Kreisen wird Hoppetosse jetzt von aussen konstruiert. So steht auch in der Contraste das irgendwo beim OVU-Text - ist aber gar nicht von mir dorthingeschickt worden. D.h. die allgemeine Neigung zu klaren Schubladen wird (wie ja schon erwartet, mich ueberrascht das jedenfalls nicht) auch uns erreichen. Die Frage ist, wie der Umgang damit von unserer Seite aus ist (wobei das „uns“ hier ja auch von mir schon konstruiert wird).
> Ein Label faende ich
> allerdings auch nicht schlecht, wie waere es mit „Organisierung von
> unten“
> bzw. „XYZ aus der Debatte Organisierung von unten“,

Naja. Ich bin ja ein Fan der Regelung, dass alles, was nach draussen geht, dann, wenn es unterzeichnet wird, von konkreten Perosnen oder Gruppen unterzeichnet wird (ob nun richtiger oder falscher Name, ist dabei egal). So wie bei „HierarchNIE!“ im Bereich Entscheidungsfindung von unten. Wir haben das bei der Projektwerkstatt in Saasen auch vor Jahren mal so beschlossen ...  daher ruehrt die hohe Anzahl verschiedener Namen, die hier irgendwie was mit zu tun haben, aber eben nie als Projektwerkstatt auftreten.

> Ich faend es gut ueber die Problematik demnaechst
> beim Februartreffen mal zu diskutieren.

Warum auf dem Februartreffen? Ostern finde ich passender ...
Joerg
 

> Am Rande: Jetzt wird es aber langsam kribbelig. Nun redet Reh-zi schon von
> „Hoppetosse-Zusammenhang“, obwohl Hoppetosse doch bislang nur eine
> Mailingliste mit angeschlossener Webseite ist. Ich habe ja nichts gegen
> Zusammenhänge und vielleicht könnte Hoppetosse auch einer sein, aber
> bislang gestaltet sich das ja eher nicht so. Ein Label fände ich
Naja, so als Diskussions-zusammenhang lässt sich das schon beschreiben.  Und das Bedürfnis nach der grossen, beschützenden Gruppe habe ich auch irgendwie (inclusive der Angst davor).

> allerdings auch nicht schlecht, wie wäre es mit „Organisierung von unten“
> bzw. „XYZ aus der Debatte Organisierung von unten“, da kann ich mir
> zumindest ein bißchen vorstellen, wer dazu gehört. Grundsätzlich neige ich
> jedoch weiter dazu, so etwas wie eine bundesweite Struktur zu schaffen,
> die auch ein „Label“ hat. Ich fänd es gut über die Problematik demnächst
> beim Februartreffen mal zu diskutieren.
Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, wie sich die OvU-Debatte weiterentwickeln könnte. Das bisherige Paper ist ja ziehmlich fuer ne kleine Gruppe und EinzelaktivistInnen gemacht (nicht absichtlich, aber lag wohl zum Teil an den daran arbeitenden Menschen). Ich fände es wichtig weiter zu gehen und über Möglichgkeiten von kooperatriven Gruppen und ähnliches zu reden. Gerade wenn so etwas wie München nicht einmalig sein soll, sollten wir uns Gedanken machen, wie das Verhältnis von Vorbereitungsgruppen vor Ort und „KrawalltouristInnen“ sich möglichst herrschaftsarm gestalten lässt.
Das ist ja z.B. bei X1000-quer-Zusammenhänge irgendwie das Moment, wo es nicht klappt ohne krassen Zentralismus („Ideenwerkstatt“ oder „Vorbereitungsgruppe“, die meistens das aktions-taktische vorbereitet haben).
Und über Label-Politik gibts wohl auch so einiges zu schreiben, aber erstmal ein bischen Sonne, ne Kippe, frische Luft und Gehirn... (damit keine Denkifehler passieren)

An den Anfang möchte ich mal einen Versuch stellen, etwas mit dem Begriff Label anzufange, der ja (wohl zu recht) nicht gerade sehr positiv in der Linken bewertet wird. Negativ ist auf jeden Fall so etwas wie agressives Branding, also die hoppetrottel-Pullis, die ja keine Aussage haben ausser „ohne wäre mir kalt“ oder so...  Was Labels reizvoll macht, ist die Vermittlung von inhalten ohne jedesmal von 0 anfangen zu müssen. Also ein Label „OvU“ oder „kreativer Widerstand hoppel“ würde nach einigen gelabelten Aktionen menschen auf unsere Aktionsformen und die OvU-Debatte aufmerksam machen. Also, über den Widererkennungseffekt ein Branding zu produzieren, um unser Produkt „OvU-Protokoll“ zu vermarkten, ähhh, genau das doch eigentlich wieder nicht...
Wie gesagt, sollte ja nur ein versuch werden.

Michael D. wrote:
> Wieso? Für OvU gibt es doch noch nicht einmal eine „Mailingliste mit einer
> angeschlossenen Webseite“. Ich kann mir da genauso gut oder schlecht
> vorstellen, „wer dazu gehört“ oder nicht, zumal es ja keine
> „Mitgliedschaften“ im eigentlichen Sinn gibt.  Mir ist ebenso unklar, was
Naja, OvU ist halt schon der Wunsch nach einer anderen, selbstbestimmtne und herrschaftsfreien/-armen möglichkeit uns zu organisieren um politische Veränderungen und Aktionen zu machen. So wie es im Protokoll festgehalten ist.

> dieses Label überhaupt bringen soll. Eine einheitliche Meinung, die dann von
Und dann würde das Label genau für diese Organisierungsform Werbung machen.

> VertreterInnen repräsentiert werden soll, wird ja meines Wissens nicht
> angestrebt (was ich in der momentanen Situation auch gut finde). Wenn aber
> sowieso jedeR, macht was ersiees will (bzw. jede Gruppe), dann müsste m.E.
> erst noch geklärt werden, warum so ein Label sinnvoll ist und wie mensch
> darstellen kann, dass eben keine ausdiskutierte Einheitsposition vertreten
> wird.
Gerade hier wäre ein Label gar nicht so dumm. Wenn ich auf irgendeinem Treffen oder ner Aktion mich bei anderen vorstelle, ich bin flixy aus dem Poser-Label-Zusammenhang, dann würden die alle wissen, dass ich zu denen gehöre, die ständig betonen, nur für sich und nicht für andere Menschen sprechen zu können. Wäre dann immer auch auf Castor-Camps die Forderung, den SprecherInnenrat umzubenennen, da ich weder SprrecherIn sein will, noch eineN haben will.

> S.o. - was versprichst du dir von diesem Label und (für mich viel wichtiger)
> von dieser „bundesweiten Struktur“? Hast du Ideen, wie mensch dazu kommen
> soll? Wie sie aussehen könnte? Wie offen sie sein soll/ kann? etc. etc.
Ist doch nett, wenn mensch von einer geilen Aktion ist XY-Dorf oder ABC-Neustadt was hört und dann „hoppe-Poser“ hören und mit stolzgeschwellter Brust allen FreundInnen erzählen können, dass es eine Aktion von ihrer Gruppe war... ;)
Aber andererseits, schon praktisch, wenn ich weiss, das Rumpelstilzchen auch ne kreative ist und ich die anlabern kann für ne Aktion aufm Anti-Gencamp oder was in DieStadt an Event ansteht und ich die Gruppe „Besser Essen“ anhauen kann, ob dir mir nicht einen DA-Stadtplan basteln können usw. (pennplätze, Infrastruktur, ...)

> Könnte sinnvoll sein ...
> Wenn es allerdings eine bundesweite „Vernetzung“ (verwende jetzt mal den
> Begriff) geben soll, wäre es m.E. wichtig, dass sich lokale Zusammenhänge
> vorher klar werden, was sie sich darunter vorstellen, wie sie sich
> einbringen können/ wollen, was sie sich davon erwarten etc.
Schon klar, dass „lasst uns mal was richtig fettes überregionales gründen“ so ohne Inhalt keinem AnarchistInnen-Herz gefällt. Aber wie schnell wird ein Program daraus, und danach eine verkrustete Struktur...  und wie passt das auf „keine ausdiskutierte Einheitspositionen“? Klar: freie Vereinbarungen in freien Menschen in freien Strukturen bla...  (auch wenn ich es grade für ne gute Idee halte, was ist morgen?  vielleicht mehr Bock auf Radikalbasisdemokratie oder Konsens oder sonstwas)

> Auch fände ich es gut zu klären, was OvU, hoppetosse oder was auch immer in
> diesem Sinne eigentlich bedeutet/ bedeuten soll. Zur Veranschaulichung:
> Dürfen nur Menschen/ Gruppen mitmachen, die das OvU-Protokoll unterschreiben
> können bzw. sogar nur die, die sich (tendenziell)  auch daran halten? Falls
Genau, Big Rehzi is watching you. Und Chefinquisitor JB wacht darüber, dass du regelmässig dein kreatives Antirepressionstraining besuchst. ;)

> ja: wie rechtfertigt mensch dieses Selektionskriterium und wer überwacht sie
> und setzt sie durch? Falls nein: Wie geht mensch mit den damit verbundenen
> Risiken (z.B. Unterwanderungsversuche) um?
Naja, also irgendwie hatten wir (oder wars nur meine Wahrnehmung, oder nur ich...) die Idee beim OvU-Protokoll, dass wenn alles voll offen ist und ohne Zensur, nur dann sind wir fett sicher vor StaatNazisTrozkistenEntristenEntenGänsenusw Nur gegen attac hilft es nix, da helfen nur gute Aktionen und vielvielviel vermittelung. Vielleicht auch denen ein Label entgegenzusetzen?

> Ein weiteres Bsp.: Sollen auch laut OvU-Protokoll wohl „hierachische“/
> „zentralistische“ linke Organisationen (z.B. die FAU-IAA, der ich
> mittlerweile ja irgendwie angehöre), falls sie das Wünschen sollten,
> vernetzt werden?
Erzähl uns mal, auf was du dich da eingelassen hast, wo ist das Selektionskriterium, weil du nur „irgendwie“ angehörst. Fände ich echt so ne ganz tolle Idee, damit alle wach werden:

ACHTUNG TOLLE IDEE!
Wie wäre es, wenn wir auch hier nicht schwarz-weis machen, also entweder hoppepopel oder nicht-hoppepopel, sondern noch ganz viele andere Farben....

> (Wenn ja: wo ist die Grenze?) Oder doch nur Einzelmitglieder, die zusätzlich
> was in OvU-Zusammenhängen machen wollen (was ja Tendenz des Protokolls ist)?
> Oder nur bisher nicht (bundesweit) organisierte Menschen/ Gruppen? (Auch
> hier wieder das Problem von Rechtfertigung, Überwachung und Durchsetzung)
Bei den K-Gruppen gabs da so nette Probemitgliedschaften und so... ;) Ne, aber ich denke, dass es durchaus für ne OvU-Menschen-Ansammlung einen unterschied macht, ob sie mit ner anderen OvU-Menschen-Anhäufung kooperieren oder mit ner Basisgruppe von attac.
Wäre übrigens auch so ne richtig witzige sache, die Mega-Super-Zusammenhangsgruppe zu konstruieren, mit nur der Aussage:
Keinen Zentralen, also jeder attac-Ortsverband darf rein ausser die Verden, genauso mit FAU-IAA (und wenn du ins ZK oder wie das bei euch heisst kommst, dann machen wir nix mehr mit dir, ätsch) oder dem LR oder dem VS (und dem werfen wir ein instrumetelles Verhältnis zu uns vor, wenn wir in ihrem zentralen Bericht erscheinen).
 

ein paar Ideen zu der Hopselstopsel-Debatte:

Erstes Treffen: 14.-16.September 2001 in der Projektwerkstatt Saasen

Einladungstext
Zentralismus oder unorganisierte Planlosigkeit - oft scheint es, als würde es nur dieses beides geben. Doch die Stärke von politischen Aktionen, Gruppen und Vernetzungen wird davon abhängen, wieweit wir uns von einer militärischen Logik ("wir müssen so organisiert sein wie der Gegner, nur stärker ...") oder von der auf Zufälle und Gleichgültigkeit ausgerichteten Planlosigkeit befreien und eine selbstorganisierte, von unten getragene, auf Handlungsfähigkeit aller setzende Organisierungsform entwickeln. Das Streckenkonzept des Castor-Widerstandes (verschiedene Aktionsformen entlang der Gleise und Straßen) oder die Flächenkonzepte des Widerstandes gegen IWF, G8 usw. sind erste Ansätze, die sich lohnen, weiterzudenken. Und zwar nicht nur für große "Events", sondern auch überall lokal und regional.

Wir laden alle Menschen ein, die Lust haben, über Organisierungen zu reden. Was wir diskutieren und entwickeln, ist unsere Sache. Als Vorschlag sei ein kreativer, prozeßorientierter Verlauf des Treffens gemacht - eine Art Open Space. Es geht nicht um ein großes Treffen, sondern um eines, wo Menschen (nicht als FunktionärInnen, sondern als Menschen mit ihren Ideen und Erfahrungen) ihre Vorschläge, Kreativität, Ängste usw. einbringen. Wo sie nicht warten auf die ewige Leier, daß einige Wichtig-Leute die Themen gleich vorschlagen und der Rest sich zuordnet. Wir wollen einen offenen Rahmen bilden, wo sich die Ideen ständig weiterentwickeln.

Mögliche Inhalte:

Vorschläge zum Verlauf des ersten Treffens

Vorbereitung in Basisgruppen und Kollektiven(wenn möglich)
Es wäre super, wenn möglichst viele noch dieZeit dafür finden, ganz konkrete Überlegungen für das Treffenin Dresden zu entwickeln, diese sowie dafür nötiges Materialu.ä. mitzubringen und am Freitagabend einzubringen, also z.B. ...

Start am Freitagabend
Die Idee vom letzten Bundes-Ökologie-Treffen fand ich ziemlich nett und schlage sie auch hierfür vor: Wir machen nach einer Vorstellungsrunde nach Zufallsprinzip viele kleine Gruppe, die jeweils für wenige Minuten sich austauschen: "Was will ich hier?", "Was schlage ich vor?". Die Ergebnisse werden auf Zetteln festgehalten und es beginnt von vorn - jetzt ein paar Minuten länger, da auch noch berichtet wird, was in der vorherigen Runde erzählt wurde. Und noch einmal. Der Start könnte dann bereits aus diesem Durcheinander mit den Themen sein, die allen am meisten unter den Nägeln brennen.
So geht es dann auch die Tage weiter: Alle bringen ihre Vorschläge ein, Diskussion darum, Festlegung der Phasen und der konkreten Themen der Startphase. Zudem werden die Zettel ausgetauscht und eine Form der ständigen Informationstransparenz vereinbart: Vorschlag (wenn machbar) ist ein Infopoint mit Wandzeitungen sowie einige Austauschplena, auf denen keine Entscheidungen gefällt werden, aber aus denen neue AGs usw. entstehen können.
Die Projektwerkstatt bietet mit ihren verwinkelten, aber direkt aneinanderliegenden Tagungsräumen und Bibliotheken eine optimale Möglichkeit für diese kreativen Prozesse. Entsprechende Infowände werden vorbereitet sein.

Wechsel von Kleingruppen und Informations-Plena
Das Ganze orientiert sich am Open Space, d.h. es können ständig neue Gruppen entstehen dadurch, daß die Idee dazu entsteht/Menschen es wollen. Jede neue Gruppe muß transparent werden, damit alle Interessierten auch dorthin kommen können . Typische Entstehungswege sind Gruppen, die sich von bestehenden abspalten, weil dort eine neue Idee oder ein neues Thema geboren wurde, oder aus einem Austauschplenum als neue Fragestellung u.ä. entstehen.

Schaffung von Transparenz
Um die Teilnahme aller Interessierten an einem Thema oder Projekt zu ermöglichen und die Kooperation zwischen Gruppen zu ermöglichen, sollte eine hohe Transparenz bezogen auf die beteiligten Aks, Basisgruppen, Projekte und AkteurInnen erreicht werden. Mein konkreter Vorschlag ist, daß alle Gruppen sich nicht passiv verhalten ("wir reden mal da und da drüber und mal sehen") sondern (orientiert an der Idee von Planspiel) ihr Thema offensiv angehen, d.h. aus der Debatte heraus auch gleich gucken, wo sich Berühungspunkte mit anderen AGs (die ja transparent sind) oder auch Basisgruppen-/akteurInnen (deren Ideen usw. ja bekannt sind über die Zettel) ergeben und selbst Kontakt mit diesen aufnehmen (z.B. in irgendeiner AG entsteht die Idee für eine Aktion, zwei Menschen, die dort nicht vertreten sind, haben aber ähnliche Interessen - dann Kontakt mit denen aufnehmen). Der Infopoint, die Austauschplena und die Wandzeitungen sollen vor allem zwei Zielen dienen: Wo paßt was zusammen (mit Verabredung, wenn es zu einem direkten Treffen kommt)? Welche neuen Ideen ergeben sich und wie werden die angangen (Verabredung neuer AGs u.ä.)?

Streitkultur
Unterschiedliche Positionen sind bislang oft Ausgangspunkt von Streit mit der Folge von Ausgrenzung. Manchmal scheint es so, daß es nur noch Freund/FreundIn oder Rauswurf gibt. Ich möchte für eine andere, offensive, Streit positiv begreifende Vorgehensweise plädieren. Unterschiede werden transparent gemacht, Streit eher noch herausgearbeitet und ausgetragen. Prozeß und Weiterentwicklung lebt sehr stark von Widersprüchen (Dialektik). Streitpunkte sollten wie neue Ideen und Projekte offengelegt und zum Austragen des Streit eingeladen werden - also z.B. über die Wandzeitung, das Austauschplena (dort nicht Streit austragen, sondern transparent machen und sich auf eine Vorgehensweise verständigen.

Keine CheckerInnen
Alle Vorschläge gehen von Basisgruppen, sich bildenden Projekten und AKs aus, d.h. sie werden zunächst dort eingebracht bzw. einen AK gebildet.

Zu guter Letzt: Wer Lust hat, seinen/ihren Aufenthalt in der Projektwerkstatt noch zu verlängern (zwecks Stöbern in den Archiven, Mitarbeit an Projekten oder Renovierung, guten Diskussionen usw.), ist herzlich eingeladen. Sowohl davor als auch danach ist das möglich.

Protokollierung der Ergebnisse
Stichworte

Warum funktioniert nix?
Hinweise: Die für die benannten Problempunkte aufgezählten Gegenstrategien der Organisierung von oben und von unten sind solche, die diese Probleme überwinden sollen. Daneben ist bei der Organisierung von oben weit verbreitet, daß die Probleme ganz bewußt belassen oder sogar erzeugt werden, als politischen oder Dominanzgründen. Als Organisierung von oben sind alle politischen Organisationskonzepte mit zentralen Gremien und ungleicher verstetigter Ressourcenverteilung (Geld, Befehlsgewalt, materielle Zugänge, Informationen usw.) gemeint – unabhängig davon, ob diese durch eine demokratische Wahl (Vorstand u.ä.), durch Selbstakklamation (Führungsgruppe) oder intransparent (dominante Zirkel) erfolgen.

2.1 Gesellschaftliche Konstruktionen (Sozialverhalten) wirken weiter
Organisierung von oben:
- Verregelung (z.B. Frauenquote)

Organisierung von unten:
- Allgemeine Analyse von Herrschafts- und Diskriminierungsmechanismen
- Aneignung, Anwendung und Weiterentwicklung kreativer Gruppenmethoden zum Abbau der gesellschaftlichen Konstruktionen und Steigerung der Handlungsfähigkeit (siehe Texte der Projektgruppe „HierarchNIE“ unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse)
- Verbindung der internen Diskussionen/Veränderungen mit nach außen gerichteter politischer Arbeit gegen soziale Konstruktionen

2.2 Sich „normal“ zu organisieren, scheint besser zu funktionieren
Org.v.o.:
-

Org.v.u.:
Muß wirksamer werden (nicht nur überzeugender, sondern auch wirkungsvoller, d.h. Organisierung von unten ist dann der sinnvolle Weg, wenn sie zwei Ziele verdindet – sich so zu organisieren, wie es emanzipatorischen Zielen entspricht („was wollen wir“) und wie es die Handlungsfähigkeit und Wirksamkeit steigert („was nötig ist“).

2.3 Eigene Ohnmacht und unendliche Ressourcen von Staat und Gesellschaft. Irrelevanz und Marginalisierung der politischen Arbeit und der AkteurInnen (bzw. der Individuen und ihrer freien Zusammenschlüsse überhaupt)
Org.v.o.:
- Scheinmächtigkeit („religiös“, fanatisch, internalisierter Zwang)
- Pressegeilheit
- Minimalreformismus und Kooperationen mit Machtinstitutionen
- VertreterInnen der Macht in die eigenen Strukturen holen
- Eventhopping, Hype der Events

Org.v.u.:
- Prozesse erzeugen statt statische Ziele erreichen
- Flexible Handlungsfähigkeit erzeugen durch Aneignung von Methoden und Aktionstechniken
- Neue Handlungsfelder erschließen, z.B. Konzept direkter Aktion & Erregungskorridor, direkte Intervention im Alltag
- Subversion (Nutzen der Übermacht für eigene Ziele – Prinzipien japanischer Kampfkunst auf politische Auseinandersetzung übertragen)
- Visionen entgegensetzen und populär machen
- Raus auf die Straße, rein in die Gesellschaft („teachins“ statt Vorträge in Hinterzimmern, Drängen in öffentliche Räume mit Aktionen und Mitdiskutieren) ... statt Nischenbildung, Konspi-Gehabe usw.

2.4 Bedürfnis nach schnellen Erfolgen
Org.v.o.:
- Lobbyarbeit

Org.v.u.: (nicht diskutiert)

2.5 Unwillen zur kontinuierlichen Arbeit
Org.v.o.:
- Hauptamlichkeit

Org.v.u.: (nicht diskutiert)

2.6 Geringe Handlungsmöglichkeiten durch Einbindung der AkteurInnen in gesellschaftliche Zwänge (Arbeit, Ausbildung, Familie usw.)
Org.v.o:
- Hauptamtlichkeit

Org.v.u.: (nicht diskutiert)

2.7 Fehlende Phantasie, Verstellungskraft für Organisierung von unten, Alternativen zu gesellschaftlichen Zwängen
Org.v.o.:
- Verregelte Kurzzeitkreativmethoden (als Unterbrechung sonst starrer Strukturen)
- Einkauf von Kreativität von außen (Agenturen usw.)
Org.v.u.: (nicht diskutiert)

2.8 Angst vor Vielfalt, Dynamik, produktivem Streit
Org.v.o.: (das wird dort komplett nicht gewollt)
Org.v.u.: (nicht diskutiert)

2.9 Angst vor Repression, Eigenverantwortung/.initiative, Vereinzelung, Offenheit
Org.v.o.:
- Zu Repression (nur bei sich als radikal empfindendenden Gruppen): Konspi-Tick und intransparente Zuständigkeit
- Zu Eigenverantwortung: Schein-Eigenverantwortung durch Ämtervergabe, Einbindung in Apparate; ansonsten eher Zentralismus statt Eigenverantwortung/-initiative, z.T. durch den Begriff „Demokratie“ legitimiert
- Zu Vereinzelung: Cliquenbildung, Identitätskonstruktion, Vereinsmeierei, Uniformisierung
- Zu Offenheit: Mythos der Offenheit, z.B. bei Verbänden („hier kann jedeR mitmachen“ ... aber nur als StatistIn oder ZuarbeiterIn) oder im Begriff „antiautoritäre Linke“ für einen von Dominanzen und Machtkämpfen stark durchzogenen Zusammenhang von Gruppen

Org.v.u.: (nicht diskutiert)

Bericht des zweiten "Organisierung von unten"-Treffens 2.-4. November 2001, wieder in Saasen

Ich bin nicht über Dir, Ich bin nicht unter Dir, Ich bin NEBENDir! ...
Weißt Du jetzt, dass Du frei bist? Weißt Du jetzt, werDu bist?
Dass Organisierung von unten (im folg. OvU) sexy ist, wussten schondie „Ton, Steine, Scherben“ in „Komm, schlaf bei mir“. Leider hat auchder Bekanntheitsgrad dieses Liedes ganz und gar nicht dazu geführt,dass die Menschen heute mehr „nebeneinander“, also „von unten“ organisiertwären. Nein, Machtverhältnisse sind im Zentralismus mancher Organisationengenauso vorhanden, wie in eintransparenten Dominanzen der „Antiautoritären“.
Da es widersprüchlich anmutet, eine (hierarchie)freie Gesellschaftmit von Macht und Mackertum durchsetzten Zusammenhängen erreichenzu wollen, brauchen wir Konzepte für eine hierarchiefreie Organisierung„von Unten“. Denn un-hierarchisch bedeutet nicht un-organisiert – die Frageist, WIE mensch sich organisiert!
Ein Projekt des Hoppetosse-Zusammenhangs beschäftigt sich derzeitmit Konzepten und Methoden für eine Verbesserung der „Organisierungvon Unten“.
Die Überlegungen dazu sind keineswegs end- und immergültig.Konzepte für emanzipatorische Organisierung müssen prozesshaftvon allen Agierenden permanent weiterentwickelt werden.
Die grundlegende Bedingung für OvU ist – natürlich – dassalle Hierarchien abgebaut werden, so dass eine Kooperation gleichberechtigterMenschen in einem Netzwerk gleichberechtigter Gruppen möglich wird.Dadurch wird gleichzeitig ein diskriminierungsfreier Raum und eine Atmosphäregeschaffen, in der die Individuen sich trauen, abweichende Meinungen zuhaben oder Fragen zu stellen.
Tatsächlich gibt es einige Zusammenhänge, die sich als hierarchiefreioder emanzipatorisch begreifen, und trotzdem von unsichtbaren Dominanzendurchzogen sind. Zudem ist eine basisorientierte Bewegung derzeit wenigsichtbar und hat wenig politische Aktionen – geschweige denn Erfolge -vorzuweisen. OvU hat das Image des chaotischen und erfolglosen.
Was funktioniert also bei OvU nicht, und warum ist das so?
Eine Auswahl von drei Problempunkten wird mit Analyse, Lösungsansätzenvon Oben und Vorschlägen für Lösungen von Unten knapp vorgestellt.
1. Gesellschaftliche Konstruktionen und Mechanismen des Sozialverhaltenswirken weiter
Viele Menschen, zum Beispiel Frauen, Homosexuelle und ethnische Minderheiten,werden in diesem System krasser unterdrückt als andere. Auch reagierenMenschen je nach Charakter und Sozialisation anders auf Bevormundung, Dominierung,Kommandierung oder Bestrafung.. Das typische Verhalten, das mensch benötigt,um sich „gegen andere durchzusetzen“ folgt – ebenso wie diese Wettkampflogikselbst – patriachaler Mackerlogik. Dadurch werden Menschen, die nicht soauftreten, erstens davon abgeschreckt, sich einzubringen, und zweitensvon den Anderen als weniger gewichtig wahrgenommen. Symptome davon sindetwa die „SchweigerInnen“ und die „VielrednerInnen“.
„Von Oben“ wird dies oft durch verbürokratisierte Regeln, zumBeispiel Frauen- oder Minderheitenquoten, gelöst. EmanzipatorischeOrganisierung verlangt eine allgemeine Analyse von Herrschaft- und Diskriminierungsmechanismen,welche verinnerlicht und permanent weiterentwickelt werden muss. Vorfällevon Diskriminierung sollten mit einer direkten Intervention aufgezeigtund zur Sprache gebracht werden, damit anschließend ein Lernprozessstattfinden kann. Starre Regelungen und schnelle Ausschlussverfahren sindabzulehnen. Sinnvoll ist es auch, mit alternativen Diskussions- und Entscheidungfindungs-methodenzu experimentieren, da sie die Dominanzen-lastigkeit, die in Plena existiert,verhindern. (mehr dazu unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse bei HierarchNie)
2. Eigene Ohnmacht gegenüber unendlichen Ressourcen von Staatund Gesellschaft; Irrelevanz und Marginalisierung der politischen Arbeitund ihrer AkteurInnen
Politik erscheint manchmal wie ein endloses Rennen gegen eine Mauer,die einfach nicht umfallen will: endlose Bullenketten, unzählige Protestgründe,und der Castor kommt auch jedes Mal durch. Die meisten Aktionen bleibensymbolisch, echte Veränderung ist selten. Dieses Gefühl der Ohnmachtund Marginalisierung, die Unerreichbarkeit unserer Ziele, Wünscheund Träume lässt viele Aktionspläne in der Schublade verstauben.
Lösungen „von oben“ gibt es viele. Neben der Schaffung einer Scheinmächtigkeit,bei der den AktivistInnen in jeder noch so minimalen Aufgabe eine übergroßeWichtigkeit vermittelt wird, die sich bis zu einem internalisierten Zwanghin entwickeln kann, erreichen auch Fanatismus oder Religiosität hoheAktivitätsgrade; Minimalreformismus oder Scheinreformismus (Bsp. „Atomkonsens“)lässt die Ziele erreichbarer erschienen, die Kooperation mit den Machtinstitutionendes Gegners und Lobbyismus verhindern die Aufreibung der eigenen Ressourcen.So wähnt mensch sich direkt an den Schalthebeln der Veränderung.Das sind nur einige der Lösungsstrategien „von Oben“.
Emanzipatorische Ansätze haben es wesentlich schwerer. Das heißtzwar nicht den Kampf um des Ziel aufhören sollten. Es wäre allerdingssinnvoller, sich des Prozesscharakters vieler Kampagnen bewusst sein, undso zu versuchen, gesellschaftliche Prozesse zu erzeugen. Oftmals sind unsdie Mittel und Wege unbekannt, wie wir handeln können. Wir findenuns in Situationen wieder, in denen wir gerne „was machen“ würden,nur nicht wissen was und wie. Deshalb ist das Aneignen von Methoden undAktionstechniken ein wichtiger Schritt in Richtung Handlungsfähigkeit.
Verschiedene Konzepte direkter Aktion, Intervention im Alltag oderdas Schaffen und Füllen von Erregungskorridoren kann ohne großeMühen und Risiken vollbracht werden. Dazu gehört, raus zu gehen,auf die Strasse und rein in d
ie Gesellschaft. Die Zeit der verschwörerischenZirkel muss weichen für offene Teach-ins auf Plätzen, Strassen,in Zügen und Bussen, in Schulen, Unis und Betrieben. Wir müssensichtbar und hörbar werden.
3. Angst vor Repression
Das kennen alle. Mensch möchte so gern eine Aktion machen, aberdie Angst vor prügelnden Bullen, strengen RichterInnen und dunklenKnastverliesen obsiegt. Mensch bleibt passiv. Die derzeitige üblicheAntirepressionsarbeit besteht hauptsächlich in Angstmacherei. VerregelteAnweisungen („Anna & Arthur halten’s Maul“) suggerieren Handlungsunfähigkeitund Ausgeliefertsein, sobald die Repressionsmaschine eineN in den Händenhat. Monopolisierter Zugang zu Anwälten und Alleinvertretungsanspruchder Rechtshilfe führt zu Abhängigkeiten von unbekannten Menschenund Organisationen wie Ermittlungsausschuss oder Rote Hilfe. Der einzigeSchutz gegen Spitzel soll extreme Konspirativität sein.
Ein emanzipatorischer Ansatz gegen Repression ist frech und heißt:„Entdecke die Möglichkeiten“. Zunächst sollten AkteurInnen imUmgang mit allen Formen der Repression geschult werde: Prügelbullenund Verhörbullen, Verfassungsschutz , Staatsanwalt, Gerichte und Knast.Die Angst vor dem Repressionsapparat sinkt, wenn mensch weiß, wieer/sie sich wehren kann. Das erhöht nicht nur die Handlungsfähigkeitim Allgemeinen, sondern die Verhaftung kann als Anfang einer neuen Aktiongesehen werden, nach dem Motto, „jetzt geht’s erst richtig los“. Sowohlder/die Betroffene als auch die Unbeteiligten wissen, was sie tun können.So werden Gerichtsprozesse zum Spass für uns und nervenaufreibendfür die StaatsdienerInnen. Das Öffentlichmachen eines solchenUmgangs mit Repression vermittelt allen anderen, dass wir keine hilflosenOper sind.
Absoluten Schutz gibt es nicht, aber es ist viel mehr möglich,als derzeit so bekannt ist.
Die Weiterentwicklung und Umsetzung dieser Ideen ist sehr wichtig. Seminarezu einzelnen Themen und weitere Diskussionsrunden, sowie direkte Aktionendazu sind unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse zu finden.

Drittes Treffen vom 21.-23.12.2001 in der Projektwerkstatt Saasen

Die Berichte:

Es war bunt, kreativ, druckvoll. Inhaltliche bis visionäre Debatten wechselten mit konkreten Planungen. Ablauf und Stimmung zu beschreiben, fällt schwer – selten so viel gelacht und gleichzeitig gemacht. Im folgenden sollen die Ergebnisse Stück für Stück zusammengetragen werden ... Einzelberichte aus AGs oder dem Treffen insgesamt (noch sind nicht alle Berichte da - die gehen zunächst über die Hoppetosse-Mailingliste und erscheinen dann hier).

Neues Zeitungsprojekt
Nach dem Ende der „Ö-Punkte“ gab es eine Sammlung von Idee für eine neue Zeitung. Einigkeit bestand,daß zur Zeit im deutschsprachigen Raum keine Zeitung existiert, dieauch nur annähernd diesen Wünschen entsprechen könnte. Alsomüßte es was Neues sein. Ob das allerdings sinnvoll bzw. machbarist, konnten wir in der Runde nicht einschätzen. Es bedarf nun vielerDiskussionen darüber – in verschiedenen Gruppen, auf Treffen und vorallem mit bestehenden oder in Gründung befindlichen regionalen Zeitungsprojekten.
Hier folgen die einzelnen Punkte,die genannt wurden für eine neue Zeitung – in der Reihenfolge, wiesie auf dem Wandplakat landeten.
Themenschwerpunkt „Organisierungvon unten/Entscheidungsfindung von unten“
Diese Themen und Diskussionssträngesollten auf jeden Fall in der Zeitung sein – mit Beispielen aus der Praxis.Die Zeitung ist Diskussionsplattform, ein internationaler Blick ist wichtig.
Forum für Utopien
Diskussionen um Utopien, visionäreGesellschaftsentwürfe (z.B. Oekonux, Freie Kooperationen, Freie Menschenin Freien Vereinbarungen, Streit zwischen Herrschaftsfreiheit und kontrolliertemStaatsmodell).
Bewegungsmelder(in)
Die Zeitung im Vorfeld von Genuawurde benannt als Anschauungsbeispiel der Verknüpfung mit regionalenGruppen und konkreten Aktionen.
Berichte aus Gruppen
Vor allem von besonderen Aktionsstilen(direkte Aktion u.ä.) mit Auswertung.Kein thematisch vereinheitlichenderSchwerpunkt
Also nicht wie die „Ö-Punkte“den Schwerpunkt Öko hatten.
Bundesweite Zeitung als Beilagefür regionale Blätter
Das wäre eine weitreichendeIdee ... die bundesweite Ausgabe wird nicht nur bundesweit über Abo,Verkauf u.ä. vertrieben, sondern auch als Beilage für regionaleselbstorganisierte Zeitungen, in die sich eingelegt wird. Das wärevor allem dann gut, wenn das ganze Projekt auch als Vernetzungsebene zwischeneben solchen Blättern gesehen wird, d.h. regionale Zeitungsredaktionenauch an der bundesweiten Beilage mitarbeiten (z.B. Texte aus ihrer Regionschreiben) oder auch Unterstützung, Seminare usw. für regionaleAkteurInnen organisiert wird.
Autonome Themenredaktionen
Es sollte wieder Gruppen gegeben,die bestimmte Themen kontinuierliche bearbeiten und einbringen. Überdie Aufteilung bestand noch keine Klarheit – die klassische „linke“ Aufteilungin International – Antifa – Feminismus – Ökologie ... hat Schwächen,weil sie Grenzen und verkürzte Gesellschaftskritik geradezu festzementiert.
Bunte Reihe verschiedener Produkte
Neben der Zeitung als Infodienstkönnten weitere Veröffentlichungen entstehen, die im Rahmen einesAbos auch zugeschickt werden. Denkbar wären:
- im Herbst ein Taschenkalenderzu kreativem Widerstand, der auch über Büchertische, Buchhandelusw. vertrieben wird (Kalendarium, Texte, Termine usw.).
- aktualisierte Adreßhefte
- Seminarprogramm am Jahresanfang
Kreatives Forum
Kunst, Satire, Spiele usw. solltenTeil der Zeitung sein (u.a. die in den letzten Ö-Punkten begonneneIdee eines Brettspiels mit Terminen)
Offener Ansatz und Herrschaftsfreiheit
Diskutiert wurde, wie in der Zeitungein offener Ansatz verwirklicht werden könnte, aber Dominanzen oderMißbrauch unterbleiben – das gleiche Thema ist gesamtgesellschaftlichspannend. Einigkeit bestand, auch über die Debatte und die verschiedenenVorschläge in der Zeitung selbst Transparenz zu schaffen.
Titel
Keine überzeugenden Vorschläge.Klar war, daß die Frage der Herrschaft und der Loslösung ausZwängen und Zwangsverhältnissen (also die Emanzipation) den inhaltlichenKern bildet. Der einzige Vorschlag „Emanze“ wurde trotzdem sofort verworfen.Das Begriffspaar „Widerstand und Vision“ erscheint als Teil z.B. einesUntertitels geeignet.

Radioprojekt
Grundsätzliche Idee: monatliche Radiosendung, die überregional erstellt und über Freie Radios ausgestrahlt wird.
Konkreter:
- Schwerpunktthema, News und Unterhaltungaus emanzipatorischer Sicht
- Offene Platform für BasisakteurInnenu. Interessierte statt selbsternannte Presse-Profis
- Bundesweite Readaktion von unterschiedlichenBasishoppeln, die sich die Zeit untereinander aufteilen u. über Internetkoordinieren
- Beiträge werden autonomerstellt, über Internet verschickt, in einer „Endreadaktion“ zusammengebastelt u. dann ins Netz gesetzt (z.B. auf freie-radios.net).
- besser noch: feste Sendeterminemit Freien Radios aus dem Bundesgebiet vereinbaren
- Denkbar auch: pro Sendung einlängerer Schwerpunktteil, der an versch. Radiogruppen geht, die denRest mit lokalspezifischen Infos ausfüllen
- BewegungsreporterInnen in unterschiedlichenRegionen einbinden, z.B. Castor-GegleiterInnen, GipfelstürmerInnenusw. Weitergehender wäre: Mediennetzwerk u. Kooperation mit Zeitungen

Seminare
Auf dem Hoppetosse Treffen vor Weihnachtengab es auch Neues zu den angedachten „Werkzeug“-Seminaren. Für einigeStädte sind schon welche geplant (hier vermischt mit weiteren Terminen):
25. – 27.01 in Frankfurt: Buko:Rio+10
26. – 28.4 in Düsseldorf:Februar-Treffen
Ostern Organisierung von unten
23. – 25.8 Thüringen: HierarchNIE– Hierarchien
Thüringen: D.A. gegen interneHierarchien
München: Kreative Anti-Repressionsarbeit
25. – 27.1 Saasen: Seminar zu Utopien
Sommer Seminar zu Gentec
Herbst Verden: Projektkurs
Herbst Organisierung von unten
Ausserdem schwebte die Idee im Raum,sich im Sommer auf bestehenden Camps einzuklinken, Workshops zu D.A. &Co. Zu organisieren. Für den Fall, das keines zu stande kommt, bestehtdie Option, selber ein Camp zu organisieren. Hier nochmal die Themen (istsicher noch mehr denkbar):
- Organisierung von unten
- Entscheidungsfindung von unten
- Selbstorganisation in Alltag & Politik
- Linux für EinsteigerInnen
- Direct Action Trainings
Immer noch gesucht werden Basisgruppen, die bei sich vor Ort Seminare zu diesen o.a. Themen organisierenwollen. Hilfreich wäre ebenfalls: Leute, die ihr Wissen u. Erfahrungum Direkte Aktionen, Selbstorganisation usw. weiter geben wollen und sichals ReferetInnen zur Verfügung stellen.

Konzept fuer ein Buch ueber Direkte Aktion, kreativen Widerstand und kreativen Umgang mit Repression
Protokoll:  3 Seiten eines Clipboardesthematisch unterteilt.I. Allgemeine Vorstellung
Buch hat zwei Teile:
1. Direkte Aktion
2. kreativer Umgang mit Repression

II. Teil 1 des Buches:Direkte Aktion
Wir haben eine Liste von Begriffengemacht (die nicht als endgueltig oder fertig anzusehen ist). Zu diesenBegriffen sollen Aktionen/Aktionsformen als Beispiel gefunden werden, unddann daran exemplarisch aufgezeigt werden, wie etwas gut gemacht wurde.Eine gute DA hat natuerlich die allermeisten Aspekte beruecksichtigt undgut ausgearbeitet, es soll jedoch fuer jeden Aspekt/Begriff immer nur einoder zwei exemplarisch etwas klar machen. Das kann in Form von Artikeln,Berichten, Interviews sein.
 
 

Die Begriffe sind:

  1. Vision
  2. Freiraum
  3. Direkte Intervention im Alltag
  4. Aneignung
  5. Militanz
  6. Erregungskorridor
  7. Diskursive Herrschaft
  8. Institutionalisierte Herrschaft
  9. Selbstorganisation/Organisierung von Unten
  10. Vermittlung
  11. Dekonstruktion
  12. Spass & Lust als Element von Politik
  13. Kommunikationsguerrilla
  14. Eskalation
  15. Sabotage
  16. Direktes Verhindern
  17. Zielgerichtetes Handeln

Die Aktion(sformen) sind:
(werden den passenden Aktionenzugeordnet)

  • Lotterie Sorglos, Anti-Expo-Sachen
  • Hausbesetzung (vielleicht die Erfurter ProfihausbesetzerInnen???)
  • Gratiseinkaeufe, Carwalking
  • ReclaimTheStreets, Gratiszug
  • Farbbeutel auf Fischer in Bielefeld
  • Anti-Weihnachten(?)
  • Verstecktes Theater
  • Knaststuermung der Tutte Bianche, Parteibuerobesetzungen etc.
  • Aktionen beim Stuttgarter Gruenenparteitag.
  • ReclaimTheStreets
  • Castorstopp, Abschiebeverhinderung


Wie mensch sieht: noch sehr erweiterungsfaehig.
Dann muss noch erklaert werden,was zu einer DA alles dazu gehoert und Tipps, wie mensch das machen kann.Naemlich: TECHNIKEN – OEFFENTLICHKEITSARBEIT – GELD/MATERIAL

III. Teil 2 des Buches: Umgang mit Repression
Zunaechst gibt es eine Einleitung.
- Darin wird geklaert, was derUnterschied zwischen Antirepressionsarbeit und Repressionsschutz ist.
- Ausserdem werden alle Elementeder Repression aufgezaehlt und erklaert:
Knast, Bullen, VS, Gerichte, schwarzeSheriffs & Bahnschutz, Jaeger, Bundeswehr, Behoerden, BGS
- die Eigenschaft der Antirepressionsarbeitals Aktionsplattform wird erklaert. Wir sind TaeterInnen, nicht Opfer.
Dann ist das Buch nach den verschiedenenRepressions-situationen gegliedert. Zu jeder Situation gibt es wieder einzwei Beispiele, wie damit erfolgreich und gut umgegangen wurde.

Beispiele haben wir noch keine besprochen.

Januartreffen

Eingeladen war das Treffen von Hoppetosse, Direct-Action-Netzwerk, Neolib/Prag-Vorbereitungsgruppen usw.. Ziel war, einen Startpunkt für eine breitere Bewegung zu setzen. Das scheiterte jedoch an Streitigkeiten, mangelndem Willen zur Selbstorganisation usw. Hier werden die Einladungen, Texte usw. dokumentiert.

Aufruf des Hoppetosse-Netzwerks (Entwurf)
Aufruf zu einem bundesweiten Treffen vom 19.-21. Januar 2001 an der FH Duesseldorf

Wie andere Gruppen und Menschen auch rufen wir (AktivistInnen, die ein Netzwerk für kreativen Widerstand namens Hoppetosse ins Leben gerufen haben) zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen vom 19.-21. Januar 2001 an der FH Duesseldorf auf.
Trotz zahlreicher Aktivitäten und Events von Seattle bis Prag, von London bis Hannover und trotz kontinuierlicher Arbeit zahlreicher Gruppen in allen Winkeln der Welt, macht sich in der Linken immer öfter die Frage breit, wie es eigentlich weitergehen soll. Welche Visionen und Ziele verfolgen wir eigentlich und wie können wir unsere Arbeit weitermachen, verändern, aus Fehlern lernen und neue Ideen entwickeln?
Im Januar wollen sich deshalb Leute aus verschiedensten Zusammenhängen in Düsseldorf treffen, um zusammen über die Perspektiven linken, emanzipatorischen Widerstandes nachzudenken.  Zahlreiche Arbeitskreise sollen dazu dienen, aus bisherigen Erfahrungen zu schöpfen und neue Ideen entwickeln zu können. Da das Treffen sowohl von aktiven Leuten aus den Prag-Zusammenhängen als auch von Leuten aus dem neuen Netzwerk für kreativen Widerstand vorbereitet wird, gibt es eine sehr breite und umfassende Palette von AK‘s zu vielen externen und internen, praktischen und theoretischen Fragen.
Das Netzwerk für kreativen Widerstand hat bislang vier AK‘s geplant.  In dem AK“Gruppenprozesse und Entscheidungsfindung von unten“ soll selbstkritisch mit Problemen und Strategien innerhalb der Linken umgegangen und sich in Selbstreflexion geübt werden. Weiterhin wird es einen Arbeitskreis zu „Gender/Antisexismus“ geben, indem sich einem lange vernachlässigten und kontrovers diskutiertem Thema genähert werden soll.  Kreativ und phantasievoll wird es dann hoffentlich in den AK‘s „Visionen und Utopien“ sowie „Aktionskunst/Theater/Satire“. Ersterer möchte bereits verfasste Visionen einer anderen Gesellschaft vorstellen und diskutieren sowie die Frage stellen, inwiefern wir unsere Visionen überhaupt schon leben können. Letzterer ist ein ganz konkretes Ergebnis der Idee, kreativen Widerstand zu fördern, indem wir uns einmal über Formen, Möglichkeiten und Organisation von spontaner, subversiver Kunst Gedanken machen. Die genaueren Beschreibungen der AK‘s werden dabei sowohl in dem Vorbereitungsreader zu finden sein, als auch ihren Weg über die allseits bekannten Mailinglisten finden.
Wir denken, dass die Linke sich mit ihren klassischen Formen des Widerstands in einer unsichtbaren Sackgasse befindet. Einerseits sind Aktionen wie in Seattle, Prag, Hannover oder London wichtig und nötig, andererseits werfen sie vor, während und nach ihrer Durchführung immer wieder Probleme auf. Wie kann mensch die Organisation verbessern, ohne hierarchischen Prinzipien zu verfallen? Wie können wir unsere Handlungs-möglichkeiten dadurch erweitern, einfach mal Alternativen zu konventionellen Formen anzudenken? Inwiefern müssen wir interne Konflikte konstruktiv ausfechten und inwiefern lassen wir uns unnötig lähmen? Welche theoretischen Ansätze sind es wert, ausdiskutiert zu werden und wo sind unsere Differenzen eigentlich nur unsere Fesseln?
Wer sich für solche und andere Fragen interessiert und Widerstand gegen das kapitalistische System und seine Logik für unabdingbar hält, ist aufgerufen, sich an dem Treffen zu beteiligen, eigene Ideen einzubringen und ebenso eigene Aufrufe zu verfassen und zu verteilen.

Aufruf aus Neolib/Prag-Vorbereitungstreffen zum Treffen
Widerstand weltweit organisieren!

Wie andere Gruppen und Menschen auch rufen wir (Leute, die sich aus internationalen Zusammenhaengen kennen und fuer die Prag-Mobilisierungsbroschueren „WiderStandort Prag“ zusammengearbeitet haben) zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen vom 19.-21. Januar 2001 an der FH Duesseldorf auf.
Viele von uns sind aus Prag mit neuer Dynamik zurueckgekehrt. Nicht nur der Erfolg unseres Protestes gegen den IWF/Weltbank-Gipfel hat uns motiviert, sondern auch das Beispiel von Bewegungen in anderen Laendern wie Ya Basta in Italien, Reclaim the Streets in Grossbritannien und viele andere. Was in diesen Laendern moeglich ist, ist auch bei uns moeglich: eine Zusammenarbeit zwischen linken Gruppen und Bewegungen, die ueber die ganze Bundesrepublik verteilt sind; eine UEberwindung von Ein-Punkt-Bezuegen ohne die konkrete praktische Arbeit aufzugeben; Verstaendigung trotz Diversitaet (und gerade deswegen bereichernd); Abbau von Herrschaft ohne informelle Hierarchien aufzubauen; neue Aktionsformen und politische Strategien. Wir moechten mitwirken am Aufbau einer solchen bundesweiten Vernetzung und rufen daher mit anderen zu einem ersten Treffen vom 19.-21. Januar in Duesseldorf auf.
Natuerlich richtet sich dieser Aufruf nicht an Menschen aller politischer Couleur; folgende Prinzipien sollten einer solchen Vernetzung zugrunde liegen:

Das Treffen vom 19.-21. Januar 2001 in Duesseldorf verstehen wir als einen ersten Schritt in einem langsamen Prozess, der sich ueber einen laengeren Zeitraum entwickelt. Fuer sein Gelingen ist es notwendig, dass sich moeglichst viele Ein-Punkt-Bezuege einbringen und den Prozess mitgestalten.  Wir fordern daher alle Gruppen und Menschen, die mit den obengenannten Prinzipien uebereinstimmen, auf, ebenfalls zu dem Treffen im Januar aufzurufen und sich dort inhaltlich einzubringen!
Unsere Gruppe kann sich vorstellen, vier Arbeitsgruppen zu den Themen „Europäische Vernetzung“, „Von Chiapas bis Prag“, „Umgang mit hierarchischen und/oder reformistischen Verbänden“ und „Plan Colombia“ anzubieten.

Organisatorische Hinweise zum Ablauf des Treffens

Um das Januartreffen nicht in die dunklen Tiefen der Vergessenheit rutschen zu lassen, hier nochmal die Einladung (ohne Aufrufe) und der Spendenaufruf.
In der Einladung befindet sich, wie die meisten von Euch sicherlich schon gelesen haben, ein Vorschlag, wie das Wochenende konkret ablaufen könnte.  Darüber hinaus kam noch ein weiterer Vorschlag über die Hoppetosse-Mailingliste. Beide Vorschläge sind bislang nicht weiter diskutiert worden, was sich aber sicherlich noch bis zum 19. oder spätestens am 19.01. nachgeholt werden kann. Natürlich sind auch weitere Vorschläge willkommen.
Auch die angekündigten AKs können natürlich weiterhin durch weitere AKs ergänzt werden. Wer sich also gerne auf einen AK vorbereiten möchte, der vorzugsweise zur Thematik des Treffens passen solle :-), kann dies gerne machen.

Ablauf
Einige Leute aus der Vorbereitungsgruppe haben vorgeschlagen, einen Part des Open-Space-Verfahrens auf die AKs anzuwenden.  Open Space ist ein Kommunikationsverfahren, bei dem normalerweise bei einer plenumsartigen Diskussion zunächst Themen gesammelt werden, die dem Oberthema des Treffens angepaßt sein sollten, um sie als AK-Themen vorzugsweise auf einer größeren Tafel anzuschlagen. Für jeden AK erklärt sich jemand verantwortlich, so daß in jedem Fall mindestens eine Person pro AK vorhanden ist, die nicht nur an der Diskussion teilnimmt, sondern auch anschließend die Ergebnisse bekannt gibt (bei mehreren Personen in einem AK läßt sich das natürlich anderes vereinbaren). Es gibt in den AKs selber die Möglichkeit, die Themen dem Verlauf des Gespächs angepaßt zu verändern; mit anderen Worten: es gibt ein organisches Gesprächsgeschehen. Darüber hinaus ist es jederzeit möglich, zu einem AK hinzu zu kommen, sich einzubringen oder auch nicht, und auch wieder einen AK zu verlassen. Durch diese geregelten Freiheiten ist garantiert, daß niemand einen Ak „absitzen“ muß, bis zum schweigsamen Ende, es gibt die Möglichkeit, in vielen AKs reinzuschnuppern und soviel wie möglich mitzubekommen und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, solange ein Thema durchzudiskutieren, bis keinerlei Diskussionsbedarf mehr besteht. (Und falls dafür die Zeit nicht ausreicht, läßt sich so ein AK auch gut vertagen.) Anschließend werden in den AKs schriftlich kurze Resümees erstellt, die dann mit einer kurzen Zusammenfassung der Diskussion vor dem Abschlußplenum vorgestellt werden.  Die schriftlichen Resümees (ein oder zwei Sätze) werden anschließend zu den AK-Vorschlägen auf der o.g. Tafel geheftet, was auch einen nachfolgenden Einblick zwischen Thema und Ergebnis bietet.
(Sollte hier etwas Wesentliches vergessen worden sein, sei hiermit die Bitte um Ergänzung ausgesprochen!)
Der Part, in dem die Themen gesammelt werden, ist für das Januartreffen eindeutig bereits ausgelagert und durch die Art, wie die AKs vorbereitet werden, was eine gute Vorbereitung für alle innerhalb des AKs darstellt, unabhängig vom jeweiligen Informationsniveau, gibt es auch die Mindestanzahl an Leuten pro AK (wie gesagt: eine Person). (Lediglich der DAN-AK wurde bislang nicht weiter vorbereitet... )
Es bliebe noch das organische Gesprächsgeschehen, das „Gesetz der Füße“, durch das die AKs ganz flexibel aufgesucht werden können, sowie die Zusammenfassung mit Resümee der AKs.
Der Vorschlag der Vorbereitungsgruppe geht dahin, das „Gesetz der Füße“ walten zu lassen, um die Möglichkeit, so viel von den AKs mitzubekommen, wie jede/jeder es sich wünscht. Sollte diese AK-Form gemeinsam gewählt werden, ist es unserer Ansicht nach besser, dies auch ausdrücklich abzusprechen, um der Tendenz vorzubeugen, daß es oft als unhöflich empfunden wird, wenn jemand aus einem AK raus geht und auch, wenn „Neue“ in den AKs sich an dem Gespräch beteiligen.  Die Zusammenfassung der Diskussion und manchmal auch ein Resümee werden ohnehin meistens in den Plena gehalten.
Die Vorbereitungen laufen zur Zeit so, daß alle Materialien, die für ein solches Verfahren nötig sind, bereitgestellt werden. Sie können, wie vorgeschlagen genutzt werden, oder natürlich auch ganz anders, je nachdem, was gewünscht ist. Entsprechend wird es auch genügend Räumlichkeiten geben.
Sollte es andere Kommunikationsvorschläge geben, die Material benötigen, sollten sie rechtzeitig bekannt gegeben werden, um die Möglichkeit zu haben, das Material zu organisieren. Ansonsten läßt sich dieser und jeder weitere Kommunikationsvorschlag in den Listen diskutieren und spätestens am 19.01.  auf kurzem Weg abklären.
Darüber hinaus schlägt die Orgagruppe vor, daß diejenigen, die einen AK vorbereitet haben, „ihren“ AK im Vorfeld ganz kurz vorstellt, damit wir alle nicht nur einen Satz zum Thema des AKs haben, sondern auch einen ganz kurzen Einblick, wie der AK starten soll.
Für die Eröffnung des Januartreffens und die Moderation werden noch Menschen gesucht, die sich bereit erklären, etwas derartiges zu machen, ohne sich mies bei dem Gedanken zu fühlen, als dominant zu gelten, bzw. eine gewisse Dominanz damit auch zum Ausdruck zu bringen. Aufgrund der leidigen Diskussion weigern wir uns von der Vorbereitungsgruppe, freundlich und nett vor versammeltem Plenum erheblich mehr als „Guten Tag“ zu sagen, oder darauf zu achten, wer sich als nächstes gemeldet hat. Lediglich organisatorische Aspekte wird eine/r von uns bekannt geben.
Also hiermit der dringende Aufruf, enthusiastische Personen mögen sich zu derartigem bereit erklären!

BEGRÜSSUNG UND MODERATION
Zunächst möchten wir darauf hinweisen, daß sich noch immer niemand bereit erklärt hat, die Massen, die da in einer Woche auf uns einströmen werden, zu begrüßen und im Sinne einer Moderation im Zaum zu halten. :-) Es kann nicht sooo wahnsinnig schwer sein, aber aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen möchte die Orgagruppe sich in diesem Punkt lediglich bei reinen Orgafragen einbringen.
Wer es nicht alleine machen mag, kann sich ja sich durchaus den Job mit mehreren teilen. Aber bitte: meldet Euch!
Was Ihr für diesen Job mitbringen müßt? Nur ein bißchen Dominanz und Durchsetzungsvermögen... ;-)

AKs
Der Theater-AK, der von Sebastian und Oliver vorbereitet wurde, muß leider auf Sebastian verzichten. Damit ändert sich der Input ein wenig. Es gibt also etwas weniger fundierte Information, dafür aber mehr kreatives Brainstorming für gute Ideen, die veröffentlicht werden sollen (Mailinglisten, Rundbrief etc.), um bundesweit regionale Gruppen zu kreativen Widerstand durch Theater anzuregen. Es wird sicherlich auch so ein sehr spannender und interessanter AK!
Wie ja schon von Luciano bekannt gegeben wurde, sind sechs Leute von PCN auf dem Weg hierher. Ganz genau können wir noch keine Auskunft geben, wann sie was machen möchten, aber die Orgagruppe vermutet, daß die PCN-Leute logischerweise im Plan-Colombia-AK mitmachen werden und dort ihre Sache vorstellen. Sollten sie einen eigenen AK wünschen, läßt sich das auch noch am Wochenende regeln.
Der Visionen-AK wird, wie Ihr auch schon aus den Mailing-Listen entnommen haben müßtet, geteilt in Geschichte und Grundlagen (Oliver) und praktische Beispiele und eigene Ideen (Annette), die hintereinander stattfinden und damit zwar aufeinander aufbauen, aber dennoch auch getrennt wahrgenommen werden können.
Der Anti-Sexismus-AK wird ein solider Grundlagen-AK. Viele von uns sind gegen Sexismus und doch gibt es nur wenige, die sich aus dem Stehgreif fähig fühlen, tatsächlich etwas Substanzielles dazu hervorzubringen. Die meisten Argumente kommen unreflektiert aus dem Bauch oder wurden zusammengereimt aus den Äußerungen derer, die sich tatsächlich schon ewig mit dem Thema beschäftigen und dabei voraussetzen, daß alle schon alles wissen. Es hilft nicht viel, Diskussionen über die Grundlagen von Diskussionen zu dem Thema zu führen, oder zu sagen, daß über gewisse Diskussionsansätze nicht diskutiert wird, wenn zu wenig Leute Basiswissen zum eigentlichen Thema haben. Ohne ÜBER die bestehende Debatte zu reden, wird dieser frische Ansatz sicher helfen, die laufende Sexismusdebatte erheblich besser zu verstehen und persönlich einordnen zu können.
Bei den restlichen AKs sind zur Zeit keine Änderungen bekannt.

PRAKTISCHES
Wir bitten um schnellstmögliche Meldung, wenn jemand für einen AK einen Fernseher, ein Videogerät, einen Diaprojektor oder sonstige Materialen benötigt. Es läßt sich (so gut wie) alles besorgen - nur nicht mehr nächstes Wochenende!
Wir können im Übrigen so viele Räume benutzen, daß wir sogar alle AKs bei Bedarf gleichzeitig laufen lassen könnten und dann immer noch Räume hätten, falls der ein oder andere AK ggf. getrennte Diskussionsstränge weiter verfolgen und sich zu diesem Zweck auf weitere Räume verteilen möchte.  (Nun.... auch das hat Grenzen, die allerdings hoffentlich nicht ganz so schnell ausgeschöpft sind....)
Bitte macht Euch auch nochmal Gedanken um den Verlauf des Wochenendes. Wir werden am Freitag beim ersten Plenum zumindest eine grobe Einigung erzielen müssen!

SPANNENDES
Der Anmeldungsstand von gestern Abend belief sich auf 86 Personen. Täglich kommen weitere Anmeldungen rein und die Wahrscheinlichkeit, daß sich nicht alle anmelden, die kommen werden, ist relativ hoch...  Freut Euch also auf ein sehr umfangreiches und sicherlich kommunikatives Treffen.

BAYER sponsert Januar-Treffen...
... wenn wir sie denn liessen... haben wir aber abgelehnt!  Drum spendet Ihr nun bitte fleissig fuer die Erstellung des Readers, Porti, Materialien fuer das Treffen und so weiter!
Also nur keine Hemmungen!

Noch ein weiteres Wort zu den Kosten:
Die reinen EK-Kosten fuers vegan/vegetarische Essen von Freitag bis Sonntag betragen pro Person DM 24.-. (Wer mehr zahlen kann, wird gebeten dies auch zu machen und damit die Leute solidarisch zu unterstuetzen, die nicht so viel zahlen koennen.)
Getraenke, ueber Kaffee und Tee hinaus, werden auch zum EK-Preis abgegeben, muessen aber separat bezahlt werden.
Fuer eine gute Planung der Nahrungsmittelmengen und weitere Kleinigkeiten waere es sehr nett, wenn Ihr Euch kurz via Mail, Anruf oder Brief anmelden koenntet bei ...

Vorschläge zum "Januartreffen" der der Gruppe Las Kalinkas

Ciao GenossInnen,
wir, eine Gruppe aus dem Ruhrgebiet (www.nadir.org/kolinko) haben eure Einladung zum Kongress in Duesseldorf bekommen und auch Lust, an der Diskussion teilzunehmen. Im Folgenden wollen wir kurz darstellen,
a) was wir an den bisherigen Mobilisierungen (Seattle, Prag, Nizza etc.) gut finden,
b) was wir an den Aktionen politisch kritisieren und
c) in welche Richtung wir uns eine internationale Vernetzung vorstellen.

Ein Gefuehl von weltweiter Bewegung...
Was uns an den Aktionen wie in Seattle, Prag oder zuletzt in Nizza Spass und Mut macht ist die internationale Dimension. Viele Leute aus unterschiedlichen Laendern kommen zusammen, um in direkter Form zu zeigen, dass sie sich nicht mit einer Welt zufrieden geben, die vom Geld und nicht von unseren Beduerfnissen bestimmt wird. Bei den Aktionen ist Raum fuer unterschiedliche Formen des Protests und sie sind, soweit wir es mitbekommen haben, nicht so langweilig, bierernst und verbal-radikal, wie sonst gerade ueblich.

...aber mit wem, wogegen und wohin?
Die „revolutionaeren“ Teile der Bewegung wollen den Kampf gegen den Kapitalismus, gegen Ausbeutung und Unterdrueckung vorantreiben. Was aber unter „Kapital“ oder „Kapitalismus“ verstanden wird, bleibt meist sehr nebelig. Meistens geht es nur um einzelne Erscheinungen des Kapitals (die globalen Finanzstroeme), um besondere Massnahmen (Gatt-Abkommen, NAFTA, MAI etc.) oder um einzelne Bestandteile des staatlichen Apparats (EU-Gipfel, IWF-Tagungen etc.). Es ist vielen auch klar, dass es nicht um solche „Ein-Punkt“-Angriffe gehen kann und daher wird versucht, moeglichst viele andere politische Gruppen, die an anderen Fronten kaempfen, mit einzubeziehen. Nicht diese Offenheit der Bewegung fuehrt dazu, dass sich „reformistische“ Organisationen (Gewerkschaften, NGOs, politische Parteien) und auch nationalistische Vereine an den Protesten beteiligen koennen. Es liegt vielmehr an der Reduzierung des Kampfs gegen einzelne „Schweineprojekte“ und kurze Proteste gegen die Treffen einer Handvoll VertreterInnen des Kapitals bzw. Staats.
Es geht um alles - fuer die Globalisierung der Kaempfe gegen die Ausbeutung!
Fuer uns ist der Kapitalismus die ausbeuterische Form, in der sich die Gesellschaft weltweit produziert. Alle Bereiche der Gesellschaft sind dem Prinzip der Ausbeutung unterworfen:

Der Kampf gegen den Kapitalismus kann keine Abkuerzungen nehmen und nur die „Herrschenden“, die herrschenden Institutionen oder einzelne ihrer Projekte attackieren. Er muss dort gefuehrt werden, wo sich das Kapital und seine Macht taeglich reproduziert: in der Ausbeutung selbst. Nur das garantiert, dass der Kampf nicht von politischen Vertretern gefuehrt wird, sondern von denen, die sich befreien muessen: den Ausgebeuteten selbst. Nur so kann der Kampf die Gesellschaft grundlegend umwaelzen und eine neue schaffen.  Wir sind Teil dieses Prozesses und wollen ihn unterstuetzen. Das koennen wir vor allem dadurch, dass wir Informationen ueber z.B.  selbstorganisierte Schulbesetzungen in Italien oder Streiks in Frankreich dorthin tragen, wo sie gebraucht werden. Wir muessen unseren eigenen Alltag als ProletarierInnen zum Ausgangspunkt nehmen und uns mit anderen bei der Arbeit, in der Umschulung oder auf den Aemtern gegen die Ausbeutung und Drangsalierung organisieren. Nur von dort kann sich der Kampf gegen den Kapitalismus selbstorganisiert ausweiten und an Staerke gewinnen.
Wir wollen auf dem Kongress am 19./21. Januar mit anderen Gruppen und GenossInnen darueber diskutieren, was wir momentan in diesen klassenkampfarmen Zeiten tun koennen, um die Konflikte in den Orten der Ausbeutung vorantreiben zu koennen. Wir stellen uns eine internationale Vernetzung in Form eines „proletarischen Netzes“ vor, das zum Austausch von Erfahrungen und zur Diskussion von Gruppen dient, die Initiativen gegen Schul-, Aemter- und Arbeitsstress organisieren.  Wie eine Unterstuetzung der proletarischen Selbstorganisierung aussehen kann und in welcher Form wir dafuer eine internationale Vernetzung brauchen, koennen wir auch anhand unserer momentanen Initiative in Call Centern diskutieren. Wer Interesse an der Diskussion hat, sollte sich auf unserer Website (www.free.de/prol-position) umschauen und besser noch eigene Erfahrungen und Ideen einbringen. Wir denken dass sich die AG „Von Chiapas bis Prag“ am besten fuer die Diskussion eignet, wuerden aber bei Notwendigkeit auch eine eigene AG vorschlagen.
lucha y passion
Las Kalinkas

Kolinko c/o Archiv Am Foerderturm 27 46049 Oberhausen
e-mail: kolinko@koma.free.de
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kolinko/

Möglicher Verlauf (Vorschlag Vorbereitungsgruppe, am 19. abends festzulegen)

Freitag, 19.01.
18.00 Ankunft und Essen
20.00 gemeinsames Plenum und Inputreferate

Samstag, 20.01.
9.00 Frühstück
10.30 Arbeitsgruppen, u.a. geplant:

Ziel der Arbeitskreise ist der Austausch, die Erarbeitung konkreter Vorschläge und möglichst ein Abschluß zu weiteren Schritten, ein Diskussionspapier für eine breitere Debatte usw.

20.00 Abendessen
danach gibt’s die Möglichkeit zum Filmgucken
22.00 Fete !!!

Sonntag, 21.01.
10.00 Frühstück
11.30 Plenum/Plena
15.00 Essen

Achtung: Vorschläge aus der Orgagruppe zum Ablauf sowie Info zur Unterkunft.
   und noch aktuellere Infos zum Stand der Vorbereitung vom 14.1.01.

Die Arbeitskreise (Ankündigungstexte)

AK Aktionskunst, Straßentheater & Satire
(angeboten von Sebastian und Olli)
Dieser AK soll der ursprünglichen Idee des Hoppetosse-Netzwerks folgen und einen Ideenpool für kreative Ideen bilden. Es sollen Möglichkeiten, Techniken und Voraussetzungen für gelungene Aktionskunst vorgestellt werden und diskutiert werden. Dabei wird mit Sicherheit auch ein Blick auf schon bestehende Aktionskunst geworfen und diskutiert werden, wie wir möglichst überraschend und möglichst wirksam den schläfrig-betäubten Trott des Systems und seiner Bürger stören können.
Der AK legt besonderen Wert darauf, dass es definitiv keine Laberrunde wird, in der mensch darüber diskutiert, ob mensch eventuell mal irgendwo irgendwie irgendwas machen könnte, sondern eine produktive Runde, aus der wirklich eine richtig fette Liste mit Ideen für Aktionen und praktischen Tipps für die Durchführung hervorgehen soll. Quasi eine Art Mini-Reader, den dann alle Gruppen in Zukunft wie auch immer als Motivation und Anstoß benutzen können. Da Sebastian als Autor, Kabarettist und Theatermensch einige Erfahrung mit politischer Kunst vorzuweisen hat, ist dieses Ziel sicher nicht als gänzlich unrealistisch zu betrachten.
Also – bringt Eure Ideen für Aktionskunst mit und denkt daran – keine Idee ist so absurd, als dass sie nicht in diesen AK eingebracht werden könnte! Lasst uns die alten Formen überwinden und endlich mal ein Bild davon entwickeln, was kreativer Widerstand sein kann!

AK Visionen und Utopien
(angeboten von Olli & Annette)
Es mag sich polemisch anhören, aber auch Linksradikale haben einen Alltag. Der besteht zumeist in dem immergleichen Rhythmus Planung-Event-Nachbereitung-neues Event und viele haben sich wohl schon stoisch damit abgefunden, ihr Leben damit zu fristen, Jahr für Jahr zu der Schar wackerer KämpferInnen zu gehören, die ihre ganz eigene Lebensnische gefunden haben, in der alle Zeit für den Widerstand geopfert wird.
In all der Hektik nimmt sich kaum noch jemand Zeit für die Frage nach Visionen und Zielen. In der Bekämpfung der bestehenden Misere verlieren wir immer mehr aus den Augen, wie die Welt, für die wir kämpfen, eigentlich aussehen soll. Oder haben wir etwa Angst, dass wir so verschiedene Visionen haben, dass uns gar mehr trennt als eint? Oder haben wir etwa gar keine Visionen mehr?
Der Arbeitskreis „Visionen und Utopien“ möchte einige Visionen vorstellen, die bereits entworfen wurden und fragen, inwiefern wir aus ihnen schöpfen und lernen können. Es geht dabei ebenso um klassische Ausprägungen des Anarchismus (Kropotkin, Godwin, Proudhon, Bakunin, Anarchosyndikalismus gestern und heute) wie um radikalökologische Ansätze, exotische Utopien wie die Panokratie oder aktuelle anarchistische Äußerungen von Leuten wie Noam Chomsky. Die einzelnen Ansätze sollen kurz vorgestellt und dann diskutiert werden und jedeR ist aufgefordert, seine eigenen Utopien und Visionen miteinzubringen. Außerdem soll dabei mal ein unzensierter Blick auf die eigene Bewegung geworfen und gefragt werden, inwiefern wir unsere Visionen überhaupt schon leben können oder an unseren Ansprüchen scheitern. Je nachdem wieviel Motivation der Beteiligten da ist, könnten wir auch noch darüber diskutieren, warum es so schwierig ist, mit „unseren“ Visionen die Leute anzusprechen und warum sozialdarwinistische und neurechte Ideen das um so besser schaffen.
Das wirft nämlich Fragen auf, inwiefern gewisse Themen und Denkweisen (das Irrationale im Menschen, Kritik an der Moderne, Technikwahn oder Technikfeindschaft, Psychologie) bereits in sich antiemanzipatorisch sind oder erst durch die Konsequenzen, die manche daraus ziehen, antiemanzipatorisch gemacht werden.
Visionen sind schließlich nur dann wirksam und sinnvoll, wenn sie keine in sich abgeschlossenen Luftschlösser bauen, sondern ihre Konzepte aus der Analyse des Bestehenden ziehen und sinnvoll herleiten. Mut zum radikal Neuen aus purem Realismus bei der Betrachtung des Alten. Oder?

Weitere Texte:

Europäische Vernetzung
Nach dem Erfolg des internationalen Widerstandes in Prag und der dafuer aufgebauten europaeischen Strukturen, planen die beiden Basisbewegungen Ya Basta aus Italien und Reclaim the Streets aus Grossbritannien ein grosses europaeisches Vernetzungstreffen im Maerz in Mailand. Bei diesem Treffen wird ueber die Zukunft der europaeischen Vernetzung und den europaeischen Beitrag zur weltweiten Vernetzung im Rahmen von Peoples‘ Global Action (PGA) diskutiert werden. Ausserdem wird es unter anderem um die Verhinderung des naechsten G7-Gipfels im Juni in Genua gehen. In der AG kann ueber eine Beteiligung der deutschen Zusammenhaenge am europaeischen Vernetzungstreffen gesprochen werden.
Des weiteren wird in der AG von den eine Woche spaeter stattfindenden Aktionen gegen das World Economic Forum in Davos berichtet.

Von Chiapas bis Prag
Genf - London - Seattle - Prag: das neue Konzept globaler Aktionstage findet zumindest fuer kurze Perioden Gehoer in den Medien und der OEffentlichkeit.  Es stellt sich aber die Frage, wie aus den dafuer gebildeten Netzwerken und Aktions-Buendnissen langfristige Perspektiven des Widerstands angestossen werden koennen. Zur Diskussion stehen der Umgang mit informellen Hierarchien und „Experten-Aktivismus“ innerhalb dieser Netzwerke, die strukturelle Benachteiligung v.a. in der Kommunikation (Stichwort: Internet-Zugang) fuer Bewegungen aus dem Sueden innerhalb dieser Netzwerke, die Weiterentwicklung der inhaltlichen Auseinandersetzungen, die Entstehung langfristiger politischer Strategien, die Verbindung von politischem Aktivismus mit alternativen Lebensformen, etc.

Umgang mit hierarchischen und/oder reformistischen Verbänden
Seit Fruehjahr 2000 gibt es nun auch in der BRD ein Buendnis namens ATTAC (in Anlehnung an das franzoesische ATTAC = Buendnis zur Einfuehrung einer Steuer auf Spekulationsgewinne). ATTAC ist eine Organisation, die inzwischen nicht nur in Europa, sondern international auftritt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, eine demokratische Kontrolle der Finanzmaerkte durch Lobbyarbeit, Aufklaerungsarbeit und Aktionen zu erreichen. Die Gefahr, dass Medien die Menschen, die wegen radikaler Positionen auf die Strassen gehen, nicht von Menschen unterscheiden koennen, die wegen reformistischer Positionen auf die Strasse gehen, hat sich spaetestens bei der Demonstration gegen das World Economic Forum in Davos 1999 gezeigt. Insbesondere da ATTAC versucht, erfolgreiche Demonstrationen oder Aktionen ausschliesslich fuer sich zu reklamieren.
Im Vorbereitungsprozess zur IWF/Weltbank-Kampagne in Prag im Herbst 2000 und auch in Prag selbst haben sich immer wieder Spannungen zwischen hierarchisch strukturierten Organisationen und Basisgruppen mit dem Anspruch der Dezentralitaet und Autonomie gezeigt. Insbesondere die Mitgliedsorganisationen der International Socialists wie z.B. Linksruck waren problematische Buendnispartner, da sie bei Vorbereitungstreffen sehr dominant auftraten und zudem vehement fuer uniforme und zentral geleitete Aktionen eintraten. Zum Teil hielten sie sich bei den Aktionen selbst nicht an den vorher erreichten Kompromiss.
Die AG bietet die Gelegenheit, ueber unser Verhaeltnis zu hierarchischen und/oder reformistischen Organisationen zu diskutieren.

Plan Colombia
Unter dem Deckmantel einer gross angelegten Anti-Drogen-Kampagne versuchen die USA und die EU Gebiete in Kolumbien wirtschaftlich zu erschliessen, die einen grossen Reichtum an Arten und Rohstoffen zu bieten haben. Dies geht auf Kosten der indigenen und schwarzen Gemeinschaften, die diese Gebiete z.T.  seit Jahrhunderten besiedeln. Diese Gemeinschaften verstehen sich als Ergebnis jahrhundertelanger Kaempfe gegen Ausbeutung und Unterdrueckung, die mit der Versklavung in Afrika und der Conquista begonnen haben und sich ueber den Kolonialismus bis zum heutigen Neo-Kolonialismus fortsetzen. Mehrere Bewegungen aus der Region haben zum globalen Widerstand gegen den Plan Colombia aufgerufen. In der AG wird es darum gehen, was der Plan Colombia ist, inwiefern er die indigenen und schwarzen Gemeinschaften betrifft, was uns das angeht und wie wir den Plan Colombia gemeinsam verhindern koennen.

Hintergrundinformation:
Alfonso, aus dem Prozess der Schwarzen Gemeinschaften in Kolumbien wird nach Europa reisen um an den anti WEF Vorbereitungstreffen in Genf teilzunehmen (16-17 Dezember), und um mit Leuten zu sprechen die daran interessiert sind etwas zur verheerenden Situation in Kolumbien zu tun. Er wird auch in Freiburg (i.Br) am 13.12 (nächsten Mittwoch) ein Vortrag halten und wird auch nach dem Treffen in Genf ein paar Tahe dort bleiben um weitere Vorbereitungen einer Kampagne zu machen. Wenn du / ihr am Thema interessiert seid, wäre es Klasse wenn ihr in Genf noch ein bißchen länger bleiben könntet, am besten bis Montag abend.
In weiteren emails bekommt ihr eine Zusammenfassung auf Spanisch der intensiven Mordattacken durch die Paramilitärs (letzte Woche fand in Kolumbien die heftigste Massaker je durch Paramilitärs, eine bislang unbekannte Zahl von Menschen wurde umgebracht, bislang sind 70 identifiziert aber es sind sicherlich mehr da mehrere Körper zerstückelt wurden und in einen Sumpf geworfen) und die aktuellen Drohungen (die kolumbianische Amee hat weitere Massaker durch die Paramilitärs angekündigt in der Weihnachtszeit). Die Intensivierung des Krieges dient das Terrain im Vorfeld ‘frei zu machen’ für die militärische Intervention von US-Truppen in Kolumbien (logistisch von der Niederländischen Regierung unterstützt). Wir hoffen die Nachricht auch bald ins Englische usw übersetzt zu haben.
Der Krieg in Kolumbien wird sicherlich auf die anderen Länder der Region übergreifen, es hat das Operationsfeld der Paramilitärs schon erweitert und von allen anderen Akteuren im Konflikt über die Grenzen von Panama, Venezuela, Brasil, Peru und Ecuador hinaus. Die US Armee hat bereits weitere Militärbasen in der Region aufgebaut speziell für den Plan Colombia, einschließlich die größte US Militärbasis in Lateinamerika in Manta (Ecuador) und weitere Länder hin bis zum El Salvador. Sie haben sogar die Unterstützund der Niederländischen Regierung um von der Niederländischen Kolonie Curacao (an der Küste Venezuelas) aus zu handeln und um die Region zu überfliegen. Das ganze ist ein remake des Vietnam Krieges, aber dieses Mal mit extensivem Gebrauch von genmanipulierten Biologischen Waffen und Einwicklung von Europäischen Regierungen und Konzerne. In einem anderen mail findet ihr eine gute Zusammenfassung der Diskussionen die im Konvergenzzentrum in Prag stattgefunden haben zu Plan Colombia und die Kapagnen Ideen von einigen AktivistInnen aus Bristol in England (erläutert von einem Chomsky Artikel ).
Wir schlagen vor in Genf ein Diskussionsprozess zu inizieren, darüber wie wir eine Kampagne in Europa gestalten könnten, basierend auf dem Vorschlag der von einigen Kolumbianischen Bewegungen kommt (Schwarze, Indigenen, BäuerInnen). Ein wichtiger Teil von ihren Vorschlägen ist davon wird erstmal eine SprecherInnen Tour sein von KolumbianerInnen durch Europa sein, die der PCN vorgeschlagen hat vom 19. Januar bis Ende Februar zu halten (um auch an den anti WEF Proteste teilzunehmen). Es werden 6 VertreterInnen der schwarzen Gemeinschaften da sein die in jeweils in Gruppen von zwei reisen (eine Frau und ein Mann ) und hoffentlich auch  einige VertrerInnen aus Indigenen und BäuerInnenbewegungen (das ist bislang leider noch nicht bestätigt). Wir möchten in Genf diese Tours besprechen und auch die anderen Vorschläge der KolumbianerInnen. Wir hoffen, daß die Leute die an den anti WEF Protesten arbeiten Kolumbien zu eines ihrer Themen im Protest machen werden.
Alfonso kommt schon vor dem Treffen in Genf an, um am Mittwoch den 13.  An einem event am Europäischen Parlament in Strasburg teilzunehmen, zusammen mit zwei anderen Kolumbianern: ein Berater des Nationalen Farmers Rates und ein Indigener der gerade  (zum ersten Mal in der kolumbiansichen Geschichte) zum Gouverneur von Cauca gewählt wurde, eine der gewaltätigsten und kolonialen Regionen Kolumbiens, am Norden der Pazifikküste; er war der Kandidat eines Bündnisses von Indigenen, Schwarze, BäuerInnen und andere soziale Bewegungen). Alfonso wird am abend des gleichen Tages im selbstverwalteten Zentrum KTS  (Baslerstr. 103) in Freiburg ein Vortrag halten, zusammen mit den zwei anderen Leuten (noch nicht bestätigt).  Wenn ihr am Treffen teilnehmen wollt, könnt ihr euch an desaparecido@nadir.org wenden.

Gruppenprozesse und Entscheidungsfindung "von unten"
... auf dem Weg in ein hierarchiefreies Agieren in Basisgruppen, Plena und Vernetzungen

Kurzfassung
Fast wie ein "Naturgesetz" durchziehen formale (Vorstand, Koordinationsgruppe, Moderation usw.) und informelle (Dominanzen, intransparente Zirkel und Entscheidungsverfahren) Hierarchien bestehende Gruppen, Verbände, Vernetzungen und Aktionen mit ihren Plena, Informationsflüssen und Entscheidungsabläufen. Fast alle Versuche, sie zu beseitigen oder zu überwinden, enden nach kurzer Zeit erfolglos oder tauschen eine Hierarchieform gegen die nächste. "Von unten" als Prozeß gleichberechtigter und autonomer Menschen sowie gleichberechtigter, autonom agierender Gruppen und Zusammenhängen findet nicht oder kaum statt.
Nicht nur die Praxis fehlt, sondern auch die Theorie: Konkrete Ideen und Experimente, wie hierarchiefreie Entscheidungs- und Aktionsstrukturen aussehen können, werden kaum entwickelt und vorgeschlagen. Damit soll ein Ende sein - so die Hoffnung, die sich mit diesem Text verbindet. Ziel ist, eine Diskussion zur Aufdeckung von Dominanzverhältnissen und zur Entwicklung konkreter Vorschläge für deren Abbau zu entfachen. Sie soll im günstigsten Fall als dauernde Debatte bestehen bleiben, immer wieder Ideen und Versuche austauschen, reflektieren und weiterentwickeln.
Die Zeiten quälender Plena, intransparenter Machtzirkel, der Neigung zu zentralen Strukturen oder Entscheidungen, der Stellvertretungspolitik in der Bewegung und des dominanzbildenden Gegeneinanders sollen vorbei sein - stattdessen zählen ein horizontales, gleichberechtigtes Miteinander, die Dezentralisierung von Entscheidungen, das konsequente Ringen um Transparenz und gleichberechtigten Zugang zu Wissen und Ressourcen in politischen Zusammenhängen, aber auch die Effizienz von "Bewegung von unten".

 

Notwendig ist viel, bislang diskutiert und experimentiert wurde dagegen wenig. Deshalb ist dieses Diskussionspapier und der eingeladene Arbeitskreis am Samstag auf dem zweiten bundesweiten Treffen "Widerstand organisieren! Bewegung von unten aufbauen!" (sog. "Januartreffen" vom 17.-19.1. an der FH Düsseldorf, eingeladen u.a. vom Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand, Infos unter Ex-Anti-Expo-Seite "www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/expo"/widerstand) nur ein kleiner Anfang.

Ziele
Kooperations-, Diskussions- und Entscheidungsprozesse in politischen Gruppen und Vernetzungen sollen (sollten eigentlich?) verschiedenen Zielen dienen. Im Mittelpunkt stehen:

Damit diese Ziele erreicht werden können, müssen Vernetzungs- und Kooperationsprozesse so organisiert werden, daß sie den beschriebenen Zielen auch tatsächlich helfen. Das ist heute regelmäßig nicht der Fall.

Kritik der Ist-Situation
Zur Zeit sind hierarchische Strukturen und Dominanzverhältnisse ebenso weit verbreitet wie Experimente und Diskussionen zum Abbau derselben kaum stattfinden. Allgemein herrscht selbst dort, wo emanzipatorische Ansprüche bestehen, eine Engagementslosigkeit in diesem Bereich. Die Existenz von Ungleichheiten, z.B. Intransparenzen oder ungleicher Zugang zu Ressourcen (Wissen, materielle oder finanzielle Grundlagen, Adressen und Kontakte usw.), wird fast überall hingenommen. Grundsätzlich lassen sich vier Formen von Hierarchien und Dominanzverhältnissen in politischen Gruppen und Zusammenhängen unterscheiden:
Formale, zentralistische Hierarchien: Diese strukturierte Form der Hierarchie ist offensichtlich und sehr durchschlagend. Manche BefürworterInnen formal-zentralistischer Konzepte der Organisierung behaupten zwar, daß formale Hierarchien (Vorstände, VertreterInnenversammlungen, Kommissionen, Geschäftsstellen usw. mit besonderen Befugnissen) transparenter seien als die in nichtformal-hierarchischen Zusammenhängen, aber das trifft nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich sind formale Hierarchien auch immer mit informellen Unterschieden verbunden, d.h. ein Vorstand oder andere zentrale (Führungs-)Gremien können nicht nur bestimmte Entscheidungen treffen bis Weisungen erteilen, was Menschen außerhalb dieser Gremien nicht können, sondern sie verfügen gleichzeitig auch über bessere Zugänge zu den Ressourcen (Geld, Geräte, Kontakte, Informationen usw.). Dadurch können sie ihre formale Stellung stark untermauern und sich auch informell durchsetzen - z.B. bei Wahlen und Abstimmungen. Denn eigentlich hätte ein Führungsgremium innerhalb einer weitergehenden Versammlung (z.B. Vorstand innerhalb einer VertreterInnenversammlung) nicht mehr formale Macht als andere, jedoch aufgrund der besseren Vorbereitung, des Zugangs zu Daten usw. setzt sich der Vorstand in fast allen Fällen gegen Vorschläge aus einzelnen Basisgruppen durch. Eine Gegenmacht entsteht nur dann, wenn andere Zusammenhänge ebenso informelle Macht aufbauen, z.B. durch zeitintensiven Aufbau von Kontakten zu anderen Gruppen in der Vorbereitung solcher Versammlungen.
Bewußte, informelle Hierarchien: Informelle Hierarchien sind solche Unterschiede in der Durchsetzungsfähigkeit von Menschen, die nicht formal vereinbart sind und somit auch nicht über "offizielle" Strukturen wirken. Sie sind oft intransparent. Zu unterschieden sind bewußte und unbewußte, informelle Hierarchien. Es ist sehr wohl möglich, informelle Unterschiede gezielt zu schaffen oder sich selbst bzw. der eigenen Gruppe gezielt eine bessere Durchsetzungsposition zu erobern - jenseits jeglicher Argumentation, sondern durch Tricks in der Diskussion, ungleiche Zugänge oder Verteilung materieller Ressourcen und Wissen usw. Zu den Tricks in der Diskussion gehören abgesprochene Redebeiträge, bewußt dominantes Redeverhalten, gezielte Verunsicherung oder Diffamierung von Personen, die wegen abweichender Meinung oder aus anderen Gründen von der bewußt dominant agierenden Person oder Gruppe ausgegrenzt werden sollen. Dauerhaft informelle Hierarchien entstehen durch intransparente Zirkel und Kerngruppen, die besonderen Zugang zu den Ressourcen von Gruppen oder Vernetzungen haben - z.B. Geldern, Geräten, Räumen, Internetseiten, Mailinglisten usw. Bewußte Dominanzverhältnisse sind sehr weit verbreitet - deutlich stärker, als üblicherweise zugegeben wird. Gezieltes Streben nach informeller Macht, Ausgrenzung anderer und die Durchsetzung eigener Positionen z.B. über die Konstruktion scheinbarer Sachzwänge, die Macht des Faktischen usw. sind in fast allen Zusammenhängen Alltag.
Unbewußte Dominanzverhältnisse: Neben den bewußten informellen Hierarchien sind (fast) überall unbewußte Dominanzverhältnisse zwischen Gruppen und Einzelpersonen zu finden, die auf unterschiedlichen Möglichkeiten innerhalb einer Gruppe oder Vernetzung beruhen. Unterschiedliche Zugänge zu Informationen und Ressourcen, unterschiedlich durchsetzungsfähiges Redeverhalten und vieles mehr prägen die politische Arbeit. Im Gegensatz zu den bewußten Dominanzverhältnissen ist hier den beteiligten Personen die Dominanz nicht klar. Ursache dafür ist meist ein Mangel an Transparenz und Reflexion, also Sensibilität für Machtverhältnisse.
Weiterbestehen gesellschaftlicher Dominanzverhältnisse in politischen Zusammenhängen: Doch selbst dann, wenn eine Gruppe oder Vernetzung (was anzustreben ist!) sowohl formale Hierarchien abschafft, bewußtes Dominanzverhalten abwehrt und unbewußte Unterschiede in der Durchsetzungsfähigkeit reflektiert, herausarbeitet, benennt und erfolgreich überwindet, bleibt noch eine vierte Form der Hierarchie: Die der unterschiedlichen Wertigkeitsempfinden zwischen den Menschen, die in ihrem Leben für eine bestimmte soziale "Rolle" beeinflußt, d.h. "konstruiert" wurden. Frauen gegenüber Männern, Jugendliche gegenüber Erwachsenen, Menschen ohne Abschluß gegenüber solchen mit akademischem Grad, Arme gegenüber Reichen, ArbeitnehmerInnen gegenüber ArbeitgeberInnen oder Selbständigen, sog. Behinderte gegenüber "Gesunden", Nichtdeutsche gegenüber Deutschen (und jeweils umgekehr) - diese und viele Unterschiede bestehen auch dann, wenn eine Gruppe frei aller sonstigen Herrschaftsverhältnisse ist. Das ist nicht Schuld der Gruppe oder der Vernetzung, aber nichtsdestotrotz der Fall. Es ist auch nicht einheitlich, denn die oben genannten Personenkreise sind keine einheitlichen Gruppen - aber in der Tendenz sind sie gesellschaftlich "konstruiert", d.h. ihnen wird über Jahre und Jahrzehnte eine gesellschaftliche Rolle, Erwartungshaltung und ein Selbstwertgefühl vermittelt. Innerhalb dessen leben sie "funktional" in den realen Gesellschaftsverhältnissen, d.h. sie empfinden ihre Position als richtig für sich selbst, nehmen sie deshalb nicht mehr als konstruiert wahr und wehren sich nicht gegen diese. Das setzt sich in politischen Zusammenhängen bruchlos fort und kann nur abgebaut werden, wenn solche Dominanzverhältnisse offengelegt und Vereinbarungen zum Abbau getroffen werden.

Notwendige Wege
Die verschiedenen Herrschaftsverhältnisse in Gruppen und Vernetzungen sind vielfältig, komplex, überlagern sich und verstärken sich gegenseitig. So sind oft die, die auch gesellschaftlich als "stark" konstruiert sind, diejenigen, die zusätzlich noch dominantes Verhalten ausstrahlen (bewußt oder unbewußt) oder formale Hierarchien einführen. Die Schaffung herrschaftsfreier Verhältnisse ist das grundlegende Ziel emanzipatorischer politischer Arbeit. Sie kann nicht unterscheiden zwischen Binnen- und äußeren Verhältnissen, denn jede Gruppe oder Vernetzung ist auch Teil der realen Gesellschaft und keine Insel. Folglich gilt der emanzipatorische Anspruch auch hier. Der Abbau aller vier Formen von Dominanzen ist daher innerhalb jeder Gruppe oder Vernetzung ist daher Ziel jeglicher politischer Arbeit. Gleichzeitig ist der Abbau von Herrschaft immer ein Prozeß - angesichts der tiefgreifenden Verankerung von Dominanzverhältnissen in der aktuellen politischen Bewegung, in der Gesellschaft und in der Psyche aller Menschen wäre es eine Überforderung für Gruppen und Vernetzungen, die Hierarchiefreiheit als Voraussetzung für politische Arbeit zu betrachten. Ganz im Gegenteil ist wichtig, ständig die Dominanzverhältnisse zu beobachten und Stück für Stück abzubauen. Dabei kann Verkrampfung und Zerstreiten vermieden werden, wenn sich die Gruppe oder Vernetzungen vereinbaren, emanzipatorische Prozesse anzustreben und zumindest ein bißchen Raum zu schaffen, um die Prozesse zu reflektieren und u.a. auf Intransparenzen, dominantes Verhalten, Verfilzungen oder unterschiedliche Zugänge zu Ressourcen abzuklopfen. Denunziationen und Diffamierungen sind dabei zu vermeiden und auch unnötig. Denn "Zielscheibe" sind nicht Personen, sondern ihr Verhalten - in der Praxis oft genug aller Beteiligten, die auf verschiedene Art Dominanz ausüben bzw. Dominanzverhältnisse aufrechterhalten, aufbauen oder provozieren.
Der aktuelle Umgang mit Dominanzverhältnissen in politischen Gruppen und Vernetzungen ist meist nicht geeignet, einen Hierarchieabbau zu bewirken, weil ...

Dominanzabbau und Aufbau herrschaftsfreier Entscheidungsverfahren bedürfen ganz anderer Strategien. Es kommt nicht auf den spektakulären Einzelfall oder die bürokratische Verregelung an (diesem Irrtum unterliegen schon die Nationalstaaten, die ursprünglich mit immer mehr Regeln immer freiere Verhältnisse schaffen wollten - noch heute fordern viele selbsternannte "Linke" Reregulierungen oder neue Gesetze!), sondern auf die Entwicklung eines kontinuierlichen Prozesses. Dieser entsteht aber nicht von selbst, sondern bedarf konkreter Handlungsformen. Derer sind bislang leider wenige entwickelt. Die wichtigste Forderung ist daher, überhaupt mit dem Probieren, kreativen Denken und Experimentieren mit hierarchiefreien Diskussionsformen usw. zu beginnen, damit ein Know-How, ein Erfahrungsschatz von Möglichkeiten entsteht. Trotz dieses Mangels sollen zum Ende dieses Textes noch einige bestehende konkrete Formen und Möglichkeiten vorgestellt werden.

Konkrete Vorschläge
Die folgenden Einzelhinweise sind weder vollständig noch alle gleich durchschlagend in ihrer Wirkung. Dennoch können sie erste Handlungsmöglichkeiten zeigen, die auch weiterentwickelbar sind.

Transparenz
Nicht alles an politischer Arbeit und Aktionen ist geeignet, öffentlich kundzutun. Was nicht innerhalb eines Aktionszusammenhangs transparent ist, kann aber auch nicht dessen Aktion sein - sondern ist autonom durchgeführte Aktion einer Teilgruppe, die dafür ihre eigenen Entscheidungen trifft. Ansonsten gilt: Jedes Mehr an Transparenz dient auf dem Abbau von Dominanzen.
a. Einladungen zu Treffen
Oftmals kommen Einladungen nur sehr spärlich herum - sowohl von den Verteilern als auch vom Inhalt her. Unterlagen, Informationen zum Stand der Dinge und Möglichkeiten der Vorbereitung auf das Treffen werden verschwiegen. Sie sind nur einem nicht benannten Vorbereitungszirkel zugänglich, der folglich deutlich bessere Möglichkeiten der Vorbereitung auf Diskussionen, Entscheidungen oder auch Streitpunkte hat. Dominanzabbau bedeutet, daß für alle auf dem Treffen relevanten Punkte (soweit vorher bekannt) maximal gleichberechtigte Möglichkeiten des Zugangs zu Informationen und Vordiskussionen bestehen bzw. entwickelt werden.
Konkrete Möglichkeiten: Einladungen darauf überprüfen. Bei der Absprache von Folgetreffen ein bißchen Zeit nehmen, um Verbesserungsvorschläge zu sammeln. Vorbereitungsgruppe und Zugangsmöglichkeiten (Orte, Internetadressen, anfragbare Personen oder Gruppen usw.) sollten immer allen Beteiligten bekannt sein.
b. Transparenz auf Treffen
Was für die Vorbereitung und Einladung gilt, gilt für das Treffen genauso. Wichtig ist, auf dem Treffen transparent zu machen, welche Zusammenhänge z.B. Vordiskussionen zu Punkten des Treffens geführt haben, wo welche Informationen verfügbar sind, wer für welche Nachfragen ansprechbar ist usw.
Konkrete Möglichkeiten: Wiederum kostet nicht viel Zeit, zu Beginn eines jeden Punktes (soweit nicht schon mit der Einladung transparent gemacht) zu benennen, wer wo Vordiskussionen geführt oder sich vertiefend beschäftigt hat, wo vielleicht auch in anderen Gruppen oder Vernetzungen parallele bzw. ähnliche Debatten laufen, wo Personen Sachzwänge oder Vorentscheidungen sehen usw. Es ist keineswegs negativ zu sehen, wenn sich einzelne Menschen oder Gruppen auf Treffen intensiv vorbereiten bzw. schon Vorschläge einbringen, aber das sollte immer transparent geschehen.
c. Dauernde Transparenz, Info-Eliten vermeiden
"Alles Wissen für alle Menschen" ist eine Teilposition politischer Utopie - und das sollte auch für Gruppen und Vernetzungen gelten, soweit es sich auf die gemeinsam verhandelten Dinge bezieht. Wenn (z.B. aus Zeitgründen) nicht genannt werden kann, sollte bekannt sein, wo es zu finden ist oder wer gefragt werden kann. Rundbriefe, Internetseiten usw. können diese Informationen breit streuen.

Hinweis: Der Verweis auf Repression und notwendige Konspirativität ist unabgebracht, denn die Planung strafbarer Handlungen oder ähnlichem, auch die Absprachen zwischen solchen Aktionsgruppen hat in offenen Vernetzungen oder Gruppen ohnehin nichts verloren. Hier müssen Teilgruppen agieren, die für sich autonom handeln. In Vernetzungen wird der Hinweis auf Konspirativität oft benutzt, um Dominanzen zu verdecken oder hinter "Notwendigkeiten" zu verstecken.

Keine Abstimmungen aller: Autonomie der Einzelnen und der Teilgruppen
a. Entscheidungen und Aktivitäten dezentralisieren - Plena entmachten
Plena haben oft den Hauch des Wichtigen. Gleichberechtigung, Konsens oder Basisdemokratie herrsche nur dann, wenn alle gemeinsam über alles entscheiden. Bei genauerem Hinsehen aber schränkt das nicht nur Vielfalt und Minderheiten ein, sondern stärkt auch informelle Hierarchien. Denn je größer eine Gruppe ist, desto eher setzen sich nur wenige Kraft ihre rhetorischen Fähigkeiten, Sachzwangsargumentation oder ihrer scheinbaren Kompetenz durch. Ziel ist daher, die Entscheidungsprozesse genau umgekehrt zu gestalten: Möglichst viel entscheiden autonome Teilgruppen. Das Plenum oder andere gemeinsame Prozesse dienen der Transparenz, der Klärung von Streitpunkten und der Formulierung der Entscheidungspunkte und offenen Aufgaben, die dann von Teilgruppen gelöst werden. Bewegung und Vernetzung ist des Nebeneinander vieler handlungsfähiger Gruppen (horizontale Vernetzung). Neben ihnen muß es keine neue handlungsfähige Institution geben - weder Vorstand noch Koordinierungskreis noch Plenum. Alles, was ansteht, wird von den handlungsfähigen Teilgruppen übernommen - in einem transparenten Prozeß aller (dafür ist das Plenum dann wichtig). Im Idealfall entscheidet das Plenum nichts mehr.
b. Kooperationen fördern
Kooperation und Austausch entsteht nicht immer von selbst. Es sollten aktiv und kreativ Formen gefunden werden, wie diese zwischen Gruppen entstehen können: Plena, Infowände, Mailinglisten, Rundbriefe, Zeitungen, Internetseiten, Vernetzungstreffen nach Open-Space - diese und mehr Möglichkeiten stehen zur Wahl.
c. Rücksicht auf die Aktionsmöglichkeiten anderer autonomer Teilgruppen
Die Autonomie der handlungsfähigen Teilgruppen muß dort zu Abstimmungsprozessen führen, wo die Autonomie anderer Gruppen eingeschränkt wird. Dafür treten die jeweils betroffenen Gruppen in Kontakt und einigen sich direkt. Das Plena und andere Austauschstrukturen dienen hier wiederum nur der Transparentmachung solcher Konflikte oder Kollisionen (z.B. im Rahmen von Aktionen, wenn unterschiedliche Aktionen gleichzeitig und am gleichen Ort stattfinden würden, die sich ausschließen).
Zusatz: Die Entmachtung des Plenums ist nicht zu verwechseln mit Vereinzelung und Nebeneinander. Ganz im Gegenteil: Dort, wo kein Zwang zur Gemeinsamkeit besteht, kann Gemeinsames aus dem Willen der autonomen Teile des Ganzen wachsen - eben, in dem sich viele zusammentun, die eine Idee gemeinsam verfolgen wollen. Nötig dazu sind keine Abstimmungen, sondern die Transparenz, wer welche Ideen verfolgt und wo Mitwirkung möglich ist.

Gleichberechtigte Diskussionsverfahren entwickeln
a. Keine Führungspersonen, keine Moderation, keine Räte
Jede Form von Delegation der Führung oder auch Gruppenprozeß-Steuerung schafft Ungleichheiten. Daher sind alle Formen von herausgehobenen Gremien oder Personen zu vermeiden - unabhängig von ihrer genauen Rolle und ihrem Titel. Vorstände, Kommissionen, Koordinationsgruppen, SprecherInnenräte, ModeratorInnen: Sie alle sind eine "Wichtigleute"-Ebene gegenüber den anderen. In der Regel sind ihre Entscheidungen zudem nicht transparent. Solche herausgehobenen Stellungen sind überflüssig, es gibt genügend andere Mittel in Entscheidungsprozessen und zum Abbau informeller Hierarchien.
b. Gleichberechtigung als Prozeß aller
Nicht irgendwelche Gremien oder Gruppenprozeß-Steuernde (wie ModeratorInnen), sondern alle Menschen sind gleichberchtigt "zuständig" dafür, daß der Gruppenprozeß gleichberechtigt läuft. Die Idee ist, daß alle gleichberechtigt auf die Form gleichberechtigter Gruppenprozesse achten. Dafür ist wichtig, daß sich die Gruppe Dominanzverhältnisse klar macht und vereinbart, daß alle darauf achten. Das kann auch in völlig neuen Gruppen, z.B. einmaligen Arbeitsgruppen auf Seminaren oder größeren Treffen, geschehen - meist reichten 5-10 min zu Beginn, um zu vereinbaren, daß gleichberechtige Diskussionsstrukturen angestrebt werden und alle darauf achten, daß z.B. Meldungen von Leuten berücksichtigt, Dominanzen offengelegt werden usw.
c. Direkte Intervention statt Stellvertretung
Falsch ist es, Plena oder Gremien durch die Übertragung von Aufgaben wichtig zu machen, die auch direkt geklärt werden können. Hierzu gehören z.B. die Organisation reproduktiver Arbeiten oder das Einschreiten gegen Dominanz, Diskriminierung oder Übergriffe. Das Plenum sollte klären, daß es die Aufgabe aller ist, emanzipatorische Prozesse direkt durchzusetzen. Damit ist nicht in erster Linie die Anwendung von direkter Gewalt, sondern das "Sich-kümmern" und "Sich-Positionieren" gemeint. Beispiel: Wenn jedes sexistische oder rassistische Verhalten sofort auf den Protest vieler trifft und die Person(en), von der es ausgeht, kritisiert und zur Diskussion gezwungen wird, wird ein solches Verhalten viel eher zu verändern sein als dann, wenn solche Themen immer vertagt und auf scheinbar wichtige Gremien verlagert werden - mal abgesehen von der dort schwierigen Diskussionsform wegen des völlig unpassenden Rahmens.
d. Gleichberechtigung ist nicht Gleichmacherei
Menschen sind unterschiedlich und wollen es sein. Die Unterschiede im Redeverhalten, in der Gestik, im Ausdruck, in der Mimik beim Reden oder Zuhören - all das entsteht nicht nur aus unterschiedlicher Neigung zur Dominanz, sondern auch aus unterschiedlichem Wollen. Ziel eines Gruppenprozesses muß es sein, beides zu schaffen: Die Autonomie und Unterschiedlichkeit der Menschen zu achten, umzusetzen, ja zu fördern im Sinne einer Weiterentwicklung aller miteinander, aber in der jeweiligen Einzigartigkeit. Die Gleichberechtigung, das andere Ziel, bedeutet, daß die Unterschiedlichkeit nicht zu einer unterschiedlichen Durchsetzungsfähigkeit führt. Dazu ist nicht nötig (sondern wäre eher Gleichmacherei), daß alle im gleichen Stil agieren. Gleiche Redezeiten oder andere Regeln führen auch gar nicht zur Gleichberechtigung, weil jede Regel immer bestimmte Menschen fördert, die damit gut umgehen können (z.B. Redezeitbeschränkungen die, die schnell reden bzw. präzise formulieren können - meist also die Geschickten unter den Dominanten).

Vorgestellt: Besondere Methoden der Diskussion in größeren Runden
a. Open Space
Dieses Verfahren schafft in einem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang die Möglichkeiten der freien Entwicklung von Diskussionsprozessen und Themen. Ständig können neue Fragestellungen und Themen je nach Verlauf der Debatte aufkommen und "ausgerufen" werden (z.B. durch Anschreiben an einer zentralen Säule "Thema XY trifft sich um ... Uhr in Raum A/in der Sesselgruppe am Aquarium"). Es gibt keine festen Anfangs- und Endzeiten der Kleingruppen. Es kann ein Kommen und Gehen zwischen den Kleingruppen entstehen. Während einige zuende gehen, entstehen neue Fragestellungen. Jede und jeder kann Themen benennen und zur Debatte einladen. Beim Open Space setzen sich meist die Themen durch (Abstimmung mit den Füßen, d.h. wo Leute hingehen, da kann auch die Debatte laufen - denkbar aber sind auch Arbeitskreise allein), die aus der jeweiligen Situation heraus entstehen, wenn ein unmittelbares Interesse vorhanden ist. Das ist auch gut so, da es bisherige Dominanzgruppen und -personen auf eine gleichberechtigte Ebene bringt. Wichtig ist, daß die Ergebnisse an den Stellen der Diskussion dokumentiert werden (z.B. als Plakat oder Protokoll), um wiederum die nötige Transparenz herzustellen über die diskutierten Inhalte, ob eine Debatte weitergeht oder ob konkrete Vorschläge bzw. Aktionsideen entwickelt wurden. Ein Austausch in zwischengeschalteten und abschließenden Plena ergänzt das, fördert die Entstehung neuer Diskussionen, das Zusammenkommen sich berührender Themen usw.
b. Fish Bowl
Eine sehr einfache, aber oft dynamische Alternative zu Podiumsdiskussion (formale Hierarchie) oder moderierten Großplena. Bei der Fish Bowl sitzt ein kleiner Kreis von Menschen in der Mitte (z.B. an sechs Stühlen um einen Tisch). Alle anderen sitzen drumherum. Reden können nur die Personen am Tisch, und zwar untereinander als direkte Diskussion, d.h. nicht als aufs Publikum bezogene Aneinanderreihung von Reden. Spontanäußerungen von außen wie Beifall, Zwischenrufe u.ä. stören weniger als im "normalen" Plenum, weil bei der Fish Bowl die gerade diskutierenden Personen eine herausgehobene Stellung haben. Diese aber ist durchlässig, d.h. es können jederzeit Personen von außen zu dem Tisch gehen und mitdiskutieren. Ist kein Stuhl frei oder ist es gewollt, stellt sich die/der neue DiskutantIn hinter eine andere Person. Die muß dann (Ausreden noch möglich, wenn gerade am Reden) Platz machen und ins Publikum wechseln, kann aber später jederzeit wiederkehren. In der Praxis entwickelt sich nach einer anfänglichen Unsicherheit ein Kommen und Gehen, ohne daß dadurch die Debatte abbricht. VielrednerInnen werden schnell bevorzugt "rausgekickt" - für "Wichtigleute" eine bemerkenswerte Erfahrung!
c. Runde mit Ankündigungen und Plänen
Oftmals bestehen in großen Runden Unsicherheiten über das weitere Vorgehen. Die Debatte hat kein richtiges Ergebnis, weil aber die Neigung zu gemeinsamen Beschlüssen vorhanden ist (auch wenn das nicht sinnvoll ist, ist sie oft leider da), wird verkrampft ein Ergebnis gesucht. Das ist dann oft der kleinste gemeinsame Nenner, auch "Konsens" genannt. Eine Alternative dazu wäre eine Runde, wo die Personen oder Gruppen benennen, wie sie mit der Fragestellung umgehen, z.B. welche weiteren Diskussionen sie wünschen oder wie sie bei einer Aktion agieren werden. Statt eines Ergebnisses kann auch eine Vielfalt unterschiedlicher Konsequenzen sehr akzeptabel sein, wenn gar nicht das Ziel ist, daß immer alle zusammen eine Handlungsform finden müssen. Teil einer Auswertung einer solchen Runde müssen die Fragen sein, ob alle mit der entstandenen Lage leben und agieren können und wollen, ob es neue Fragen gibt, die abgeklärt werden müssen oder ob abweichende Handlungsvorschläge sich ausschließen und daher eine Lösung gefunden werden muß. Wichtig ist eine Stimmung, die nicht (wie bei Abstimmungen oder Konsensmodellen) eine Neigung zu Anpassung an die scheinbar überwiegende Meinung produziert, sondern die Vielfalt akzeptiert und als ein wichtiges Ergebnis der gewollten Autonomie sogar begrüßt (also eher mal Szenenapplaus für eine besonders aus dem Rahmen fallende, kreative Aktion als das Denken "das paßt aber gar nicht ...").
d. Kleingruppen und Austausch im Wechsel
Statt großer Runden, in denen nur wenige und meist immer dieselben reden, bietet sich an, Kleingruppenphasen und Plena im Wechsel zu veranstalten. Zur Diskussion umfassender Fragen können Kleingruppen zu gleichen Fragestellungen laufen und ihre Ergebnisse wieder in das Plenum einbringen. Denkbar ist auch, z.B. im Plenum verschiedene Fragestellungen oder Entscheidungspunkte zu formulieren und dann Kleingruppen zu den verschiedenen Punkten durchzuführen, die dann die jeweilige Entscheidung treffen oder Frage diskutieren.

Weitere Texte:

Hinweis: Der Arbeitskreis fand statt und war die Gründungsstunde des HierarchNIE!-Projektes.

AK Gender/Antisexismus
(angeboten von ??? aus Göttingen)
Für diesen AK fehlt leider ein Text, aber es gibt ein Vorbereitungsteam, auf dessen Wunsch (und nach Bedenken aus Teilen der Vorbereitungsgruppe) der eingeschickte Text der Gruppe AC/PC & H.A.R.A.K.I.R.I. aus Reader zensiert wurde.

Debatte zur Form der Vorbereitung: Intransparenz, Dominanz ... Bewegung von unten!

Ist das "Januartreffen" nicht nur ein Schritt voran, sondern auch ein Beispiel, wie Dominanzen auch dort entstehen, wo es eigentlich um ihre Überwindung geht?

Der folgende Texte soll einen kurzen Überblick bieten über die ausgebrochene Debatte. Er kann dabei nur ausschnitthaft und subjektiv sein - zumal diese Internetseiten nicht von unbeteiligter Seite erfolgen. Nein, ganz im Gegenteil - diese Internetseiten sind sogar Teil des Streits ... nämlich in der Gegenüberstellung dieser Seiten, auf denen der Versuch maximaler Transparenz unternommen wird, zu denen der Vorbereitungsgruppe, wo es lange keine und dann kaum Informationen gab, die AK-Texte von der Dominanzkritiker zunächst weggelassen und dann nur sehr unvollständig veröffentlicht wurden usw.

Nichtsdestotrotz soll hier auch klargemacht werden, daß diese Debatte der Reflexion und Weiterentwicklung dient, nicht der Denunzierung von Personen. Es sei daher vorangestellt, daß die viele Arbeit, die das Vorbereitungsteam in das "Januartreffen" steckt, ein wichtiger und unersetzbarer Teil ist, die Idee einer widerständigen "Bewegung von unten" über bisherige Grenzen hinweg zu verwirklichen. Die Kritik ist deshalb solidarisch, aber dennoch nötig. Wo Kritik (unabhängig, ob sie richtig oder falsch ist - aus jeweils verschiedenen Blickwinkeln kann auch beides zutreffen!) nicht möglich ist (und einige der Reaktionen auf die Kritik fordern das tatsächlich!), ist auch Weiterentwicklung ausgeschlossen.
 

Die Kritik wurde mit einer Mail vom 21.12.00 von Jörg aus der Projektwerkstatt in Saasen veröffentlicht. Sie begann mit den Worten:

Ich kann nicht mehr recht ruhig halten - zumal ich erhebliche „Schaeden“ fuerchte. Empfand ich die Stimmung nach dem Hoppetosse-„Gruendungs“treffen (war ja eher eine Weiterentwicklung aus dem Rest-Expo-Zusammenhang als eine Neugruendung) als deutlich gestiegen und vor allem das Klima zwischen allen, die Art der Diskussion, den Willen zu einer Weiterarbeit auch gezielt mit verbesserten Formen der hierarchiearmen Vernetzung usw. als positiv, so kommt mir immer mehr der Eindruck, dass das Januartreffen all diese Ideen ziemlich wegwischt.
Ich gehoere nicht zur Vorbereitungsgruppe, aber zum erlauchten Kreis zweiten Grades, die immerhin noch Leute kennen aus der Vorbereitungsgruppe und so ab und zu etwas erfahren. Aus all dem erscheint mir die Vorbereitung des Januartreffens durchzogen von Machtgerangel, Intransparenz, Hierarchien - sowohl infolge von mangelnder Sensibilitaet fuer Dominanzentstehung als auch in einigen der Faelle, darunter sehr gravierenden, in gezielter Weise.


Im Original: Die ganze Mail ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Wollen wir das? Gedanken zum Januartreffen
Hallo,
die folgenden Zeilen sind aus einem sich langsam anstauenden Frust und auch einer Wut entstanden, weil ich immer deutlicher abzeichnet, dass das schoene gemeinsame Januartreffen von krampfhaften Machtkaempfen durchzogen wird - und das nicht nur aus Routine (so gehts ja leider meistens ab), sondern auch gezielt.
Eigentlich wollten wir aber ja was anderes ... darum schreibe ich diesen Text.  Ich moechte damit niemanden persoenlich angreifen. Es laesst sich aber nicht vermeiden, Kritiken zu aeussern, bei denen die „Richtigen“ auch wissen, dass sie gemeint, wenn auch nicht genannt sind.
Ich kann nicht mehr recht ruhig halten - zumal ich erhebliche „Schaeden“ fuerchte. Empfand ich die Stimmung nach dem Hoppetosse-„Gruendungs“treffen (war ja eher eine Weiterentwicklung aus dem Rest-Expo-Zusammenhang als eine Neugruendung) als deutlich gestiegen und vor allem das Klima zwischen allen, die Art der Diskussion, den Willen zu einer Weiterarbeit auch gezielt mit verbesserten Formen der hierarchiearmen Vernetzung usw. als positiv, so kommt mir immer mehr der Eindruck, dass das Januartreffen all diese Ideen ziemlich wegwischt.
Ich gehoere nicht zur Vorbereitungsgruppe, aber zum erlauchten Kreis zweiten Grades, die immerhin noch Leute kennen aus der Vorbereitungsgruppe und so ab und zu etwas erfahren. Aus all dem erscheint mir die Vorbereitung des Januartreffens durchzogen von Machtgerangel, Intransparenz, Hierarchien - sowohl infolge von mangelnder Sensibilitaet fuer Dominanzentstehung als auch in einigen der Faelle, darunter sehr gravierenden, in gezielter Weise. Wenn ich es richtig deute, ist dafuer vor allem eine Gruppe verantwortlich: kleinundnett@ ...
(Gegendarstellung und Anmerkungen dazu siehe unten) und damit genau die, auch dieses Spielchen auch in der Prag-Vorbereitung durchgezogen haben. Und wie vor Prag auch, setzen sie nicht nur auf ihre intransparente Art ihre Wuensche durch (oder zumindest versuchen sie das mit ihren typischen Mitteln), sondern ziehen gleichzeitig eine Denunziation anderer Zusammenhaenge, Positionen und Personen durch.
Ich habe den Eindruck, dass wir (und auch ich, sehr dolle sogar) blauaeugig in diese Kooperation hineingegangen sind - bedingungslos. Was fuer andere, z.B.  offensichtlich autoritaere Zusammenhaenge wie Verbaende oder Linksruck, laengst diskutiert war (naemlich die Klarheit, dass eine Kooperation mit solchen nur akzeptabel ist, wenn sie ihre Entscheidungswege nciht auf die Kooperation uebertragen), wurde hier gar nicht ueberlegt: Hauptsache Kooperation. So wurde eine Gruppe, von der aus der Pragvorbereitung eigentlich bekannt war, dass sie stark machtorientiert arbeitet (nur eben verdeckt), ohne diese Vorbedingung fuer eine Kooperation gewonnen.
Doch das ist nicht alles: Auch die beteiligten Personen aus dem Hoppetosse-Zusammenhang liessen sich offenbar verleiten, die Intransparenz mitzutragen ... so wie ich es wahrnehme in der Hoffnung, dadurch einen Streit zu vermeiden und noch Schlimmeres zu verhueten. Ergebnis ist zur Zeit die totale Intransparenz.
Beispiel: Am 17.12. (soweit ich weiss) gab es ein Treffen, wo die Texte und Inhalte fuer den Reader festgelegt wurden. Dieses Treffen stand offenbar auch laenger fest, denn von kleinundnett@ lagen Stellungnahmen vor, welche Texte reinduerfen und welche nicht. Aber auf KEINER Mailingliste, ueber keinen Rundruf u.ae. wurde der Termin veroeffentlicht. Das Treffen war war eine Entscheidungsstruktur - es wurde auch Texte und Beitraege gestrichen, die aus den mitaufrufenden Zusammenhaengen vorgelegt wurden. U.a. wurde das AC/PC-Text zu Sexismus gestrichen. Das soll hier nicht inhaltlich kritisiert werden - auch wenn es nun bedeutet, dass KEIN Text zu Sexismus im Reader steht. Unakzeptabel ist das Verfahren. Der Text wurde deutlich vor dem 17.12. eingesandt. Es wurde auf dem Hoppetosse-Treffen besprochen, dass er reinsoll (wenn auch nicht allein). Bei kleinundnett@ wurde auch diskutiert, von dort kam der Impuls, ihn rauszuwerfen. Nirgendwo sonst wurde das transparent, niemand ahnte um die Debatte. Irgendwann gab es eine neue Vorbereitungsgruppe fuer den Sexismus-AK (was ja gut ist). Mitgeteilt wurde das auch nirgends. Von dort soll die Aussage gekommen sein, dass sie den AK nur machen wuerden, wenn der Text rausfliegt.  Kann ja alles sein, aber nichts von alledem wurde transparent.
Solcherlei Beispiele gibt es inzwischen viele. Die Vorbereitung des Januartreffens gleicht der Vorbereitung von Prag. Eine in Machtkungel geschulte Gruppe zieht die Faeden. Transparenz gibt es gar nicht mehr. Der eigentliche Diskussionszusammenhang (Hoppetosse, Direct-Action, Prag2000-de usw.) wird behandelt wie die Oeffentlichkeit - verbreitet werden die Aufrufe, aber nicht der Diskussionsprozess.
Noch ein Beispiel: Eine Internetseite wurde angekuendigt, aber die gibt es bis heute nicht. Wo es um Transparenz geht, klappt nichts. „Keine Zeit“ schon benannt worden. Ist das glaubhaft? Wenn es um den Infofluss innerhalb der Kungelgruppe geht, ist die Zeit immer da.
Inzwischen haben wir von hier die Internetseite gemacht - mit allen Texten, die vorgelegt wurden. Alle 1-2 Tage wird sie aktualisiert, das macht durchaus auch Arbeit. Aber die Transparenz ist uns wichtig. In der Vorbereitungsgruppe sind jetzt die Internetseiten (Ex-Anti-Expo-Seite "www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/expo"/widerstand/jantre.html) kritisiert worden, weil irgendeine Zeitangabe fuer den Verlauf des Treffens nicht stimmen wuerde ... da sei einfach der eigene Wille durchgesetzt worden. Spannend: Die Gruppe, die einfach alles macht, nichts veroeffentlicht (bis heute ist nirgends ein endgueltiger Zeitplan rumgeschickt worden, nur in einem der Aufrufe war ein ziemlich ungenauer drin), greift andere an, die aus den spaerlichen Informationen versuchen, ein bisschen Transparenz herzustellen.
Das sind zwei Beispiele, die wir direkt mitbekommen haben. Was ich sonst hoere, ist das der Standard.
Ich habe Angst, dass das die Idee von Hoppetosse erheblich gefaehrden koennte, weil schon als zweiter Schritt hinsichtlich „von-unten“-Strukturen eine bittere Enttaeuschung entsteht. Darum moechte ich mit diesem Text um Diskussion bitten.  Ich moechte weder das Januartreffen in Frage stellen noch irgendwie einen „Krieg“ vom Zaun brechen (soweit der nicht ohnehin besteht, wenn ich mir angucke, wie z.B. wir inzwischen im 24-Stunden-Takt Denunziationen von „Sexisten“ ueber „Intransparenz“ usw. einstecken muessen). Ich habe mich wirklich gefreut, dass es ein gemeinsames Treffen gibt und „an das Gute“ in den Menschen von kleinundnett@ geglaubt. Ich weiss auch nicht, wer das was bewusst macht und wer was nicht richtig analysiert.
Was ich mir wuenschen wuerde ist, dass wir im Vorfeld eine Diskussion beginnen, welchen Stellenwert das Januartreffen als gemeinsames Treffen verschiedener Stroemungen fuer uns hat, wie wir dann weitermachen wollen, wie wir eigene Treffen einfach anders organisieren und wie wir in Zukunft mit Gruppen kooperieren unter Vermeidung einer Uebernahme hierarchischer Strukturen.
Unter anderem moechte ich im von mir vorgeschlagenen AK ueber „Gruppenprozesse und Entscheidungsstrukturen von unten“ als Ergebnis (bzw. eines unter mehreren) Ideen fuer die Gestaltung und Vorbereitung von Vernetzungstreffen erarbeiten.
Wie schon gesagt: Es geht nicht um Denunziation, sondern darum, dass ich es so empfinde, dass es noetig ist, Transparenz ueber die Lage herzustellen - Menschen, mit denen ich rede, ausserhalb der Vorbereitungsrunde, kleinundnett@ und persoenlichen Kontakten dahin, haben einfach gar keine Ahnung, was Stand der Dinge ist.
Ich wuerde mich freuen, wenn wir andere Qualitaeten entwickeln und weiter Lust haben, diese auch experimentell, kreativ und transparent umzusetzen. Insofern koennte das Januartreffen ein sehr wichtiges Vernetzungstreffen sein - fuer den Hoppetosse-Prozess aber ist es kein wichtiger Baustein. Die muessen wir auf andere Art suchen - und der Verlauf der Januartreffen-Vorbereitung zeigt, wie wichtig es ist, ueber Strategien von Bewegung von unten und kreativem Widerstand zu reden.
Ich habe fuer mich das Gefuehl, dass es wichtig ist, dass wir VOR dem Januartreffen klar haben, wie es dann weitergeht und welche Rolle das Januartreffen fuer uns spielt. Dann koennen Enttaeuschungen vermieden, aus dem eben etwas anders orientierten Januartreffen doch was Gutes und in Zukunft der Hoppetosse-Prozess doch fortgefuehrt werden.
Ueber eine Diskussion wuerde ich mich freuen - und auch ueber mehr Transparenz.  Denn immerhin sind ein paar Hoppetossies bei allem dabei und haben bislang auch „vergessen“, die Ablaeufe transparent zu machen.
Ich hoffe auch, dass die Vermischung von Kritik und Beispielen mit persoenlicher Betroffenheit nicht die Klarheit verwischt - letztlich sind die Beispiele eben die, wo ich es am genauesten mitbekommen habe. Berichte und Einschaetzungen derer, die direkt dabei sind, waeren sicher besser als mein Text hier. Ich werde auch versuchen, direkt den Kritisierten zu vermitteln, dass es nicht gegen sie als Personen, sondern gegen bestimmte Verhaltensweisen geht - das ist ein wichtiger Unterschied!
Gruss ... Joerg
P.S. Wer zum Januartreffen was hat, was ins Internet soll ... immer her damit.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es KEINE einzige Mail gegeben, die über den Verlauf der Vorbereitung informierte. Einzig die Aufrufe waren rausgeschickt worden, nachdem sie ca. 24 Stunden vorher im Entwurfe über die bestehenden Mailinglisten abgefragt wurden.
Eine spätere Mail einer Person aus der Vorbereitungsgruppe, in der die Kritik zurückgewiesen, berichtet vom Ablauf der Dinge:

Das Hoppetosse"gründungs"treffen fand zwischen dem 13. und 15. Oktober statt. Dort wurde vorgeschlagen, das nächste Treffen in Düsseldorf abzuhalten, da hierzulande bislang nur Regiotreffen, aber kein bundesweites (Anti-Expo-)Treffen stattfand. Bis irgendwann Mitte November (kann ich leider nicht mehr ganz genau nachvollziehen) suchte ich nach adäquaten Möglichkeiten, hier in Düsseldorf das nächste Treffen abzuhalten und stand in Verhandlungen, die sich zum Schluß als unmöglich heraus stellten. Als letzte Alternative war allerdings direkt die FH angedacht.
Dann erreichte mich die Nachricht zeitgleich von der Initiative, in der ich für gewöhnlich agiere, und durch die Weiterleitung einer Mail, die Jörg B. in die Anti-Expo-Liste gesetzt hat (ohne jetzt behaupten zu wollen, daß er derjenige gewesen sei, der diesen Termin und die Zusammenlegung ins Spiel gebracht hätte!!!), nach der sowohl der Termin, die Örtlichkeit, als auch die Zusammenlegung zweier Vernetzungstreffen feststand - entgegen der Absprache bei oben erwähnten Hoppetossetreffen eine Woche früher und eben in Verbindung mit einer Gruppe, die sich mit internationalen Kontakten auseinandersetzen wollte und für dieses Wochenende einen Termin in der FH Düsseldorf anberaumt hatte. Statt groß rumzukreischen, da alles schon derartig fest geklopft erschien, setzte ich mich mit Andrea, eine der OrganisatorInnen eben jenes Treffens auseinander und habe sie gefragt, ob es möglich wäre, den bekanntgebenen Informationen Realität folgen zu lassen. Sie war sofort dafür, ihre Gruppe (die, die dieses Treffen wollte), hatte nichts dagegen - bis auf eine Person.
Ich weigere mich an dieser Stelle schlicht und ergreifend, diese ausufernden Diskussionen und permanent wechselnden Entscheidungen, ob die Treffen die gleiche Infrastruktur nutzen dürfen, breit zu treten. Das ist eine Diskussion, die möglicherweise, aber nur möglicherweise, interessant ist, wenn alle Netzwerkteilnehmer sich sehen (oder eben die gleichen Informationsstrukturen benutzen würden, was einfach nicht gewährleistet ist) und darüber selber diskutieren. Meiner Wahrnehmung nach ist die Linke ohnehin zu sehr in unversöhnliche Minigruppen gespalten, als daß eine derartige Diskussion über Hören-Sagen weitergeleitet werden sollte. Mit anderen Worten: diejenigen, die Interesse an Schlammschlachten haben (egal wie berechtig diese in den Augen mancher sein mögen), sollen das bitteschön machen, aber ich nehme mir mein persönliches Recht, darauf keinen Bock zu haben! Da es dabei lediglich um eine Diskussion innerhalb einer Gruppe ging, die in dem Moment einfach sagen konnten, "ok, wir nutzen die gleiche Infrastruktur", oder "sorry, aber die FH ist nicht groß genug für beide Treffen", weil sie bereits dabei waren, die Struktur aufzubauen, war es für das Hoppetosse-DAN-Treffen lediglich im ersten Moment eine Frage, ob wir die Räumlichkeiten erhalten oder nicht, wenn ja, dann war es eine Frage der Arbeitserleichterung für die Orgagruppe, wenn nein, war es eine Frage der Suche nach Örtlichkeiten außerhalb Düsseldorfs, die dann eben genutzt werden sollten.
Letztlich "erbat" ich (recht massiv) eine entgültige Entscheidung, ob jene Gruppe, trotz internen Vetos, damit leben könnte, ein Treffen in dem gleichen Gebäudekomplex laufen zu lassen, oder nicht.
Erstaunlicherweise war dann auch die Möglichkeit, die Teilnehmer nicht voneinander abzuschotten und, wenn sie Interesse daran haben, auch mit den jeweils anderen Teilnehmern zu reden, oder möglicherweise sich sogar an dem ein oder anderen "fremden" AK teilzunehmen, ein Gedanke, der nicht mehr vollkommen ausgeschlossen war.
Um jegliche Gewichtung von vorne herein auszuschließen und alle Netze als gleichberechtigt wirken zu lassen, entschloß sich die Orgagruppe auf einer Anregung/Bitte/wie-auch-immer der o.g. Gruppe hin, das Treffen ansich neutral zubennen, die Einladung ebenfalls neutral zu formulieren und die Vernetzungstreffen ihre eigenen Aufrufe ins Netz stellen zu lassen mit eigenen Beschreibungen der AKs und so weiter. Mit anderen Worten: die Orgagruppe stellt die Infrastruktur ohne große Diskussionen und die Inhalte bleiben bei den einzelnen Vernetzungen und können dort in epischer Breite durchdiskutiert werden. Und wenn Vorschläge zu den Inhalten aus der Orgagruppe kommen würden, dann gingen sie eben die Mailinglisten.
Anfang diesen Monats konnten wir endlich loslegen. Von der Infrastruktur bin ich bislang ausgegangen, daß sie bei solchen Treffen aus rein praktischen Gründen in den Händen einer willigen Orgagruppe liegt, die weder Schlafmangel noch den zeitweisen Verlust der persönlichen Freiheit scheut, nicht aber das letzte halbe Stündchen Schlaf für einen zur Diskussion zu stehen habenden Tagesverlauf, in dem z.B. über alle Köpfe hinweg entschieden wurde, wo die Getränke (Öko, preiswert, bei Bedarf mit Rückgabegarantie) gekauft würden, oder welche Kochgruppe Zeit und Lust hat, den Teilnehmern dankenswerterweise zu ermöglichen, an den AKs etc. teilzunehmen. Die anderen Leute der Orgagruppe sahen das offenbar ähnlich... Demnach wurde nicht ins Netz gestellt, welche Farbe der Raum bekommen sollte, der erst gestrichen werden mußte, um überhaupt irgendein Treffen in der FH abhalten zu dürfen, auch nicht, welche Farbe die Umschlagseite des Readers haben sollte und vieles mehr. Verzeiht, wenn ich sarkastisch klingen sollte - ich bin nur einfach permanent müde. Woher das wohl kommen mag...
Die Aspekte, die tatsächlich in die Hände aller sollten, die also transparent sein müssen, wurden transparent gemacht. Es wurde ein Verlauf des Wochenendes vorgeschlagen, der in sich logisch ist, aber nicht starr. Wann die AKs und Plena in welchen Konstellationen letztlich stattfinden werden, wird sich auf dem Treffen ergeben, schließlich sind wir alle mündige Menschen, die selber entscheiden können, wann was stattfinden soll (Diesem Anspruch wurde mit der Formulierung "Vorschlag" in der Einladung nachgekommen!!!). Es wurde vorgeschlagen, die AKs vorzubereiten und nicht nur einfach zu bilden. Der Vorschlag wurde supergut angenommen und die AKs wurden und werden rege vorbereitet (bis auf den DAN-AK, was vielleicht auch o.k. ist, in Anbetracht der Tatsache, daß es wahrscheinlich eh um die Vorbereitung für Pfingsten geht), die Entwürfe für die Aufrufe wurden in die Netze gestellt und ausschließlich von Jörg B. korrigiert, aber auch er hatte nur Kleinigkeiten anzumerken, wobei die Korrektur von dem DAN-Aufruf leider zu spät kam und nur ein Punkt sowohl ihm als auch mir aufgefallen war. Die anderen beiden Punke, wie gesagt, konnten nicht mehr verbesert werden, da der Aufruf, gemäß des angegebenen Zeitpunkts, bereits in den Mailinglisten war. Hierzu mußten der Termin für Gegenvorschläge oder Korrekturen leider sehr eng gefaßt werden, weil die Aufrufe einfach endlich raus mußten, da dort eben auch nochmal auf den Reader aufmerksam gemacht wurde, der noch zusammen gestellt, gestaltet und neben den nötigen Einladungen per Post versendet werden sollte. Und das alles sollte noch zwischen Weihnachten und Neujahr raus, um möglichst viele Leute möglichst rechtzeitig auf all das aufmerksam zu machen. (Weihnachten, Silvester und Neujahr sind Feiertage, an denen die Gesellschaft, die wir nicht wollen, auf die wir manchmal aber angewiesen sind, sich weigert, zu arbeiten. Oft erstreckt sich diese Weigerung sogar über die Tage dazwischen aus, so daß es sinnvoll ist, alles, was wir an Arbeitseinsatz von den Leuten, die in jener Gesellschaft beheimatet sind, wollen, vorher erledigt zu bekommen, oder es muß bis ins neue Jahr damit gewartet werden. ;-))
Der Reader wurde sogar letztlich ziemlich lange vorbereitet. Ursprünglich war ein Hoppetosserundbrief mit DAN-Anteil geplant. Der Aufruf, hierfür die Texte zuzusenden, ist schon lange im Netz. Dann kam aus der oben genannten anderen Gruppe (die ich im übrigen nur nicht mit Namen benenne, weil noch kein Name für das, was die Leute vorhaben, existiert) der Vorschlag, alle Texte für das gesamte Treffen doch in diesem Hoppetosserundbrief zu veröffentlichen. Als ich das hörte, fragte ich erstaunt, ob das tatsächlich erbeten wurde, denn schließlich waren mir noch all die vorangegangenen Diskussionen im Ohr. Tatsächlich wurde bei diesem ansonsten intelligenten Gedankengang nicht bedacht, daß es eine enorme Gewichtung darstellen würde, wenn auf dem Reader des Januartreffens "Hoppetosse" prangen würde. Also beschloß die Orgagruppe die Arbeitsleistung zu erbringen, einen separaten Reader zu erstellen, die Texte sollten aber weiterhin von allen Vernetzungen kommen (Strukturangebot: Orgagruppe, Inhalte: Vernetzungen - ist doch nicht ganz so blöd, wie es in der Diskussion bislang rüber kam, oder?!?!). Dieses Angebot wurde transparent gemacht - und, wie könnte es anders sein - es wurde darauf reagiert. Und zwar von jenen Leuten, die Heiligabend den Hoppetosserundbrief fertigen wollten. Einfach genial war es, als sie vorschlugen, statt des ersten Hoppetosserundbriefs und dem Januarreader, in dem ja auch die Texte des Hoppetosserundbriefs sein würden, nur den Januarreader zu machen. Jörg P. war sogar bereit, an der Gestaltung mitzuarbeiten, was er letzlich, wegen eines auch für den unaufmerksamen Lesers dieser kleinen Abhandlung einleuchtenden, Zeitmangels innerhalb von 1 1/2 Tagen ganz alleine machte. (Vielen Dank, Jörg!!!)
Die Webside sollte mit den Texten des Readers gefüllt werden. Es war vielleicht nicht schlau, damit zu warten, bis der Reader fertig war, aber manchmal können Fehler auch der motiviertesten Orgagruppe unterlaufen. Jörg B. dachte da besser mit und setze direkt alles ins Internet. Es stieß nur auf Protest und Widerwillen, weil er dafür nicht die eigens eingerichtete Webside, die über alle Aufrufe (außer dem der Projektwerkstatt [Ich weiß zwar mittlerweile, daß dieser Text von ihm als Pressemitteilung konzipiert war, aber da in der Betreffzeile auch das Wort "Aufruf" vorkommt, ist davon ausgegangen worden, daß es sich um einen Aufruf handelt]) bekannt gegeben wurde, benutzte, sondern eine eigene einrichtete. Er hat mitgedacht, aber nicht weit genug, da ein Ideenanstoß vielleicht schon ein besseres Ergebnis erzielt hätte. Aber letztlich ist halt nie etwas wirklich perfekt. So ist das eben.
Die Orgagruppe wollte im Übrigen keine Pressemitteilung rausgeben, weil das eindeutig nicht zur Infrastrukturbeschaffung gehört. Wer Pressemitteilungen raussenden möchte, kann das gerne machen, wobei ich eigentlich davon ausgehen würde, daß bei Vernetzungstreffen die Presse durch die Vernetzung, was logischerweise erst beim Treffen selber möglich ist, informiert werden sollte. Kann sein, daß ich mich da irre, aber eines ist ganz sicher - es ist nichts, was in diesem speziellen Fall die Orgagruppe machen sollte. Wenn es aber ausdrücklich gewünscht wird, daß sich die Orgagruppe um eine Struktur zur Versendung von Pressemitteilungen (die wir aber nicht verfassen werden!) kümmert, dann läßt sich das sicherlich auch noch machen.


Zur Konkretisierung der Kritik kam es in einer zweiten Mail von Jörg. Als Auszug hier die Liste der Beispiele, in denen der Autor Intransparenz und Dominanz zu entdecken glaubt:

In der weiteren Folge gab es weitere Wortmeldungen ... aus der Vorbereitungsgruppe ...

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Bin ich naiv?
Hallo Leute!
Ich verfolge nun schon seit geraumer Zeit den Konflikt um die Vorbereitungen zum Januartreffen auf dieser (Ex-Expo-No)-Mailingliste und sehe mich bemüßigt, nun auch mal meinen kurzen Senf dazu zu geben.  Ich war auch ein Mitglied jener berüchtigten Vorbereitungsgruppe und kann eigentlich zum Ablauf der Geschichte alles unterschreiben, was Sylvia in ihrer Mail auf dieser Liste vor ein paar Tagen ausführlich dargestellt hat.
Deshalb möchte ich auch nicht den ganzen Ablauf und die ganze Diskussion noch mal aufrollen, sondern mir lediglich ein paar Gedanken von der Seele schreiben.
Ich bin vor ein paar Jahren als motivierter, aber „bürgerlich“ geprägter Grünschnabel in diese „Szene“ gekommen mit der naiven Hoffnung, etwas verändern zu können. Ich habe eine Menge Erfahrungen über die Schwierigkeiten und Diskussionen in der „Linken“ gemacht und muss zugeben, dass ich sie zu großen Teilen verstehe, aber aus einem leicht veränderten Blickwinkel schon wieder zwischen Verzweiflung und Lachen hin- und herpendele.
Natürlich ist es wichtig, über all die unsichtbaren Hierarchien, Grabenkämpfe, Zentralismen und persönlichen Konflikte in „unserer Szene“ zu reden und auch schmerzlich das Salz in diese Wunde zu streuen, die wir allzu gerne übersehen, weil wir nicht wahr haben wollen, dass es bei uns teilweise immer noch genauso kindisch und irrational abläuft wie in jedem gottverdammten Betrieb zwischen Weihnachtsfeier und Kaffeeautomat.  Auch halte ich es nicht für verwerflich, die bisherige Praxis und Theorie emanzipatorischer Arbeit zu kritsieren und sich zu trauen, hier und da mal die eigene Szene bis auf die Knochen anzuklopfen.
Dennoch denke ich, dass wir was erreichen wollen.  Ich jedenfalls habe keinen Bock, 25 Jahre lang mit Leuten, die ich in meiner gutmütigen Naivität als „im Großen und Ganzen gleichgesinnt“ bezeichnen würde, über Aspekte zu diskutieren, die innerhalb unserer kleinen, linksradikalen Welt tatsächlich wichtige Streitpunkte sind, über die sich aber die Menschen außerhalb der Szene kaputtlachen würden. Und mit diesen Menschen meine ich keine dummbratzigen Spießer und auch keine überzeugten Neoliberalen. Ich meine die unauffällige Frau auf der Straße, die jeden Tag den Kopf schüttelt über die Politik und nach Alternativen fragt, ohne sie zu finden. Ich meine den bauchlinken Gutmenschen (und das ist für mich kein Schimpfwort!) ebenso wie denjenigen, der auch nichts von der Wirtschaftswelt anonymer „Automatons“ hält und dennoch so dreist ist, sich nicht direkt mit Sack und Pack einem Widerstand anzuschließen, in dem er niemanden persönlich kennt und der auf ihn zunächst einmal zu sehr nach einer eingeschworenen Clique aussieht, die zwar alle willkommen heißt, aber in der Stille ungeschriebene Aufnahmeregeln wabern lässt, die ihn nervös machen, ob wir wollen oder nicht. Ich kenne eine Menge solcher Leute und wenn die mitbekommen, auf welche Art in unseren Kreisen in der Vorbereitung eines Treffens aus meinetwegen (für uns) guten Motivationen gestritten wird, dann werden sie sich dreimal überlegen, ob sie es sinnvoll finden, dort mitzumachen.
Ich weiß, dass es niemand gerne hören will, aber Widerstand braucht Unterstützung - weit über jene Leute hinaus, die ihm lobenswerterweise ihr ganzes Leben gewidmet haben. Und ich setze jetzt einfach mal die These in den Raum, dass mensch dafür zwar durchaus szene-intern kritisch beobachten muss, dass aber die wichtigste Voraussetzung für eine funktionierende emanzipatorische/anarchistische Bewegung/Welt, die Fähigkeit sein muss, einfach mal hier und da alle Fünfe gerade sein lassen zu können und Konflikte zur richtigen Zeit zu führen.
Um es konkreter zu machen: Ich sehe es nicht so, dass Hoppetosse auf dem Januartreffen eine weniger wertvolle Bedeutung hat, als ursprünglich geplant. Meine Güte, es werden viele Hoppetossies da sein, es wird AK‘s geben, in denen von der Praxis (Aktionskunst, Direct Action) über die Hoffnung (Visionen) bis zur wichtigen, selbstkritischen Theorie (Entscheidungsfindung von Unten, Gender/Antisexismus) alle Themen behandelt werden können. Dieses Treffen IST eine Chance, sich sowohl auszusprechen, als auch endlich mal praktische Ideen in die Wege zu leiten und ich habe einfach keinen Bock, diese Chance zu vertun.
Vielleicht bin ich auch einfach nur zu naiv und noch nicht lange genug dabei.
Wenn das aber bedeutet, dass ich, wenn ich erst lange genug dabei bin, schon noch jede Hoffnung auf Veränderung, Außenwirkung und gegenseitige Nachsicht zugunsten szene-interner Diskussionen aufgeben werde, kann ich bereits jetzt ankündigen, dann nicht mehr dabei zu sein.
„After all we both have looked through. This place, this city, this country, this world sucks. I‘m fucking angry and so are you. Don‘t you know it won‘t get any better if we don‘t stop this splitting up? So let‘s communicate and join forces for a while; I‘m ready, give me a sign.“ (Sugarbombs)
Euer Oliver (Open End Fanzine)

... von der Gruppe kleinundnett ...

Wir (die Gruppe "kleinundnett") hatten geplant, zu einem bundesweiten Treffen vom 19.-21.1. an der FH Duesseldorf aufzurufen und weitere Gruppen zu fragen, ebenfalls aufzurufen, um Ein-Punkt-Bezuege zu ueberwinden - Hoppetosse hatte fuer das darauffolgende Wochenende ebenfalls ein bundesweites Treffen in Duesseldorf (ohne konkreten Ort) geplant. Die Diskussion ueber die Zusammenlegung wurde auf kleinundnett@ anschliessend sehr intensiv und kontrovers gefuehrt - ... - und die Entscheidung fiel uns nicht leicht. ...
Als wir uns schliesslich - wenn auch nicht einstimmig - dazu durchgerungen hatten, zu einem Teffen aufzurufen, zu dem auch Hoppetosse aufruft, haben wir am 8.12. unseren Aufruf veroeffentlicht (auch auf der Hoppetosse-Liste). Darin enthalten war die Kontaktadresse von Andrea (Teil von "kleinundnett"), die sich anbot, da Andrea Mitglied im AStA der FH Duesseldorf ist. Zu diesem Zeitpunkt schlossen sich Andrea, die Vorbereitungsgruppe des Hoppetosse-Treffens aus dem Ruhrgebiet und andere zum Orga-Team zusammen (auch ich weiss nicht, wer das im einzelnen ist). Es war also ab dem 8.12. oeffentlich, wie das Orga-Team zu erreichen ist - mit Telefon, E-Mail (mit automatischer Weiterleitung an alle Mitglieder im Orga-Team) und Adresse. Des weiteren wurde dazu aufgerufen, Texte fuer den Vorbereitungsreader an vivazapata@annyway.net zu schicken (diese Adresse war im ersten Aufruf falsch (.de) angegeben, aber in allen weiteren richtig). Es erschienen etliche weitere Aufrufe - und in allen war der Kontakt zum Orga-Team und die Mail-Adresse fuer die Texte fuer den Vorbereitungsreader angegeben. Es ist nicht der Fehler von "kleinundnett", wenn auf dieser Liste keine Vorschlaege gemacht werden, was fuer Texte in den Reader hinein sollen. Wir haben auf unserer Liste rege diskutiert, was fuer Vorschlaege wir fuer den Reader machen wollen. Andrea gab uns auch Feedback ueber von anderen vorgeschlagene Texte - und einige von uns baten Andrea, den Antisexismus-Text von AC/PC nicht aufzunehmen. Ich sehe nicht, warum wir verantwortlich sind, wenn die Hoppetossies im Orga-Team keine Informationen ueber die vorgeschlagenen Texte an die Hoppetosse-Liste schicken. Andrea selbst ist nicht Mitglied der Hoppetosse-Liste.

... und von Einzelpersonen mit Kritik an der Kritik (leider ohne jegliche Auseinandersetzung mit der Dominanzfrage)

U.a. von Anna (Auszug):
diese geschichte laeuft seit ueber einem halben jahr, und ich habe bisher verfolgt, dass es da ein problem zu geben scheint. ich hatte und habe ueberhaupt keine lust, die details davon, die ja offensichtlich auch z.t.  auf persoenlichen schwierigkeiten beruhen, jeweils verstehen zu wollen.
ich habe mich allerdings gefreut, dass diese schwierigkeiten beseitigt schienen, als die gemeinsamen, wenn auch unterschiedlichen einladungen zum januartreffen veroeffentlicht wurden.
und weil ich kein fan von nebensatzsemantik bin, habe ich sie nicht alle genau studiert, sondern gedacht: gut, dann soll wohl ein neuer anfang gemacht werden und ich bin sehr gespannt, ob es endlich zu einem bundesweiten netzwerk kommt, bei dem nicht sofort der hier so wahnsinnig beliebte kinderkram gestartet wird ‚die anderen sind aber doof und wir sind viel besser als die‘.

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also ich fange an, das ungeheuer nervig zu finden.
da gibt es offensichtlich verschiedene gruppen, die sich fuer das zentrum der welt zu halten scheinen und auch nicht viel besseres zu tun haben, als fuer andere undurchschaubare konflikte zu pflegen.
diese geschichte laeuft seit ueber einem halben jahr, und ich habe bisher verfolgt, dass es da ein problem zu geben scheint. ich hatte und habe ueberhaupt keine lust, die details davon, die ja offensichtlich auch z.t.  auf persoenlichen schwierigkeiten beruhen, jeweils verstehen zu wollen.
ich habe mich allerdings gefreut, dass diese schwierigkeiten beseitigt schienen, als die gemeinsamen, wenn auch unterschiedlichen einladungen zum januartreffen veroeffentlicht wurden.
und weil ich kein fan von nebensatzsemantik bin, habe ich sie nicht alle genau studiert, sondern gedacht: gut, dann soll wohl ein neuer anfang gemacht werden und ich bin sehr gespannt, ob es endlich zu einem bundesweiten netzwerk kommt, bei dem nicht sofort der hier so wahnsinnig beliebte kinderkram gestartet wird ‚die anderen sind aber doof und wir sind viel besser als die‘.
ich finde es im uebrigen auch ein unding vorauszusetzen, dass andere leute aehnlich viele mailinglisten verfolgen wie man selbst. manche leute haben auch noch anderes zu tun!
und wenn dann geschichten in der groessenordnung wie das hier unten dran in die welt gesetzt werden (‚weil ich es für nicht mehr sinnvoll halte, nur um des lieben Friedens Willen Informationen zurückzuhalten‘, ‚riesige Intransparenzen und damit ein Dominanzgefälle‘, ‚sonst besteht die Gefahr, daß es auf dem Treffen knallt‘, ‚ich bin auch nirgends informiert worden‘, ‚alle Texte, an die wir rankommen‘), in einem tonfall, der von beleidigtem nicht-mitmachen-duerfen bis zu politischer weltuntergangsstimmung reicht, dann koennte das vielleicht wenigstens mal begruendet werden??!!
und weil ich dachte, dass dann offenbar doch groessere katastrophen geschehen sind - etwas bewusstes ausgrenzen, persoenliche beschimpfungen, zusammenarbeit mit xy-inakzeptabel, was weiss ich - habe ich sogar versucht, das auf der genannten internetseite nachzuvollziehen. wobei, wie gesagt, ich bisher kaum politische begruendungen ausser ‚die anderen grenzen aus/machen nicht mit/wollen alles allein machen/geben uns von ihren materialien nichts ab‘ gefunden hatte und davon die nase absolut voll habe.
inzwischen neige ich dazu, das fuer bewusstes sabotieren der zarten pflanze ‚bundesweite vernetzung‘ zu halten. jedenfalls habe ich auf der seite nichts skandaloeses gefunden.
und dieser ganze insiderstil, ‚ich weiss da was, was ihr nicht wisst‘, der reicht jetzt auch. damit werden hierarchien gebastelt.
klaert das gefaelligst untereinander, oder macht eine politische angelegenheit daraus, wenn ihr der meinung seit, dass das ausreichend brisant ist, dass sich alle erstmal damit auseinandersetzen muessen.  ansonsten seid ihr demnaechst damit alleine und koennt euch den schuh anziehen, mit kinderkram alle bewegung fuer die naechsten zeit kaputtgekriegt zu haben! aber vielleicht ist es ja angenehmer mit ein paar ganz wenigen, die aber dafuer genau die richtigen sind.
und das richtet sich zuerst in richtung projektwerkstatt. damit bin ich wahrscheinlich auch schon eine von den boesen. geht ja schnell. bloss habe ich von den anderen derartiges oeffentlich noch nicht gesehen. und bin sehr froh drueber!
um es deutlich zu sagen, denn dieses paranoide geschleiche dehnt sich ja schnell auf alle aus, die irgendwie in erscheinung treten : ich gehoere keiner ‚seite‘ an!
Anna
ps: und nachdem ich die x anderen mailing-listen, auf denen das evtl. auch noch eine rolle spielt, alle nicht lese/habe, darf das hier bei bedarf gern weiterverbreitet werden.

und von Luciano aus der kleinundnett@-Gruppe. Auszüge:
ich komme aus Genf zurück wo es total geil abgeht in sachen Davos vorbereintungen. Ausserdem zeichnet sich eine Kooperation von PCN (Prozess der Schwarzen Gemeinschaften aus Kolumbien) mit europäischen Gruppen ab die sehr sehr interessant sein könnte. Das europäische Treffen steht in Milan an. Es werden ausserhalb Deutschlands schon ganz andere Diskussionen geführt....ich komme zurück nach Deutschland, und finde dass Jörg B wiederum hier ein Theater aufführt. Schöne deutsche Linke....  So langsam kann ich keine Toleranz mehr haben für das was du aufführst Jörg und muss dir ganz öffentlich sagen dass du ein schönes Arschloch bist.  Ja. Ich weiss dass ich hier nicht politisch argumentiere, konnte ich diesem Land in dieser politischen Kultur nie gut machen, und werde auch nicht ewig hier in diesem Land bleiben. Aber was ich von dir jetzt erlebe ist ein krankhaftes Verhalten um Sachen zu zerstören. ...
Nicht mit mir Jörg. Halte dich von nun an bitte sehr fern von mir und fange mal an über dein eigenes Verhalten zu reflektieren bevor es in eine Psychose endet. ...
Natürlich bin ich auch keine Engel, ich habe die hierarchiefreiheit, die Transparenz und die dezentralsierung auch nicht mit Löffeln gegessen. Aber so wie du reagierst und die anderen damit aufhetz ist krankhaft und reproduziert genau die Mechanismen gegen die ich mich wehre. ...

 

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Re: Wollen wir das ...
herr projektwerkstatt
ich komme aus Genf zurück wo es total geil abgeht in sachen Davos vorbereintungen. Ausserdem zeichnet sich eine Kooperation von PCN (Prozess der Schwarzen Gemeinschaften aus Kolumbien) mit europäischen Gruppen ab die sehr sehr interessant sein könnte. Das europäische Treffen steht in Milan an. Es werden ausserhalb Deutschlands schon ganz andere Diskussionen geführt....ich komme zurück nach Deutschland, und finde dass Jörg B wiederum hier ein Theater aufführt. Schöne deutsche Linke....  So langsam kann ich keine Toleranz mehr haben für das was du aufführst Jörg und muss dir ganz öffentlich sagen dass du ein schönes Arschloch bist.  Ja. Ich weiss dass ich hier nicht politisch argumentiere, konnte ich diesem Land in dieser politischen Kultur nie gut machen, und werde auch nicht ewig hier in diesem Land bleiben. Aber was ich von dir jetzt erlebe ist ein krankhaftes Verhalten um Sachen zu zerstören.
Ich (und nicht irgendwelche Dominanzgruppe neolib@ oder kleinundnett@) bitte dich am Januartreffen zu Hause zu bleiben. Ich will es auch gerade rauslassen weil ich keine Lust habe das mit ins nächste Jahr zu nehmen.
Ich wollte mich nicht auf deine blöden Machtspielchen einlassen, aber du beinflusst so viele Leute damit dass nichts anderes übrig bleibt. Hör endlich auf mit dem quatsch.
Alles was nicht nach deiner Pfeife tanzt, oder was nicht den Jörg Bergstedt ProjektwerkstattsaasenTÜV der herschaftsfreiheit und dezentralisierung hat wird systematisch angegriffen und rausgeekelt. Da merkt doch jedes Kind wer hier Macht ausübt. UNd jezt gebrauche ich genau deine Argumentationslinie: du konstruierst Fakten und Halbwahrheiten um das was dir nicht passt dann besser angreifen zu können. Schlimmer noch viele glauben dir das, weil du dich so gut artikulieren kannst und überall die Finger dran hast. Aber Leute können auch selbst denken und werden früher oder später deine Mechanismen auch verstehen. Du verschwörst böse Dominanzgruppe und stellst dein eigenes Machtverhalten nicht in Frage. Du trennst alles in dich gegen den Rest der Welt.Trennst in gute und böse als würden wir in Disney World leben.
Nicht mit mir Jörg. Halte dich von nun an bitte sehr fern von mir und fange mal an über dein eigenes Verhalten zu reflektieren bevor es in eine Psychose endet.
Selbstverständlich wirst du (und andere) gegen meine email sehr gut kontern können und es sehr gut ausdrücken in sehr gutes deutsch...du hast ja Übung. Wahrscheinlich von wegen „hier wird verlangt ich soll nicht nach Duesseldorf kommen um mein AK zur entschiedungsfindung von unten zu machen damit andere eben besser dominieren können „ usw uuuuuuf ich kanns jetzt schon lesen. Ist mir egal, ich wollte es diesmal nicht einfach so durchlassen. Ich breche damit auch die tabus diese politischen Kultur aber ist mal vielleicht nötig damit hier Leute mal wach werden.
Natürlich bin ich auch keine Engel, ich habe die hierarchiefreiheit, die Transparenz und die dezentralsierung auch nicht mit Löffeln gegessen. Aber so wie du reagierst und die anderen damit aufhetz ist krankhaft und reproduziert genau die Mechanismen gegen die ich mich wehre.
so jetzt gehe ich noch ein bißchen in den Schlammkrieg rein weil ich ja schon den blöden Schritt gemacht habe.
>diese Ideen ziemlich wegwischt. Ich gehoere nicht zur Vorbereitungsgruppe,
>aber zum erlauchten Kreis zweiten Grades, die immerhin noch Leute kennen
ach, das arme Opfer

>aus der Vorbereitungsgruppe und so ab und zu etwas erfahren. Aus all dem
>erscheint mir die Vorbereitung des Januartreffens durchzogen von
>Machtgerangel, Intransparenz, Hierarchien - sowohl infolge von mangelnder
>Sensibilitaet fuer Dominanzentstehung als auch in einigen der Faelle,
>darunter sehr gravierenden, in gezielter Weise. Wenn ich es richtig deute,
>ist dafuer vor allem eine Gruppe verantwortlich: kleinundnett@ ... und
>damit genau die, auch dieses Spielchen auch in der Prag-Vorbereitung
>durchgezogen haben. Und wie vor Prag auch, setzen sie nicht nur auf ihre
>intransparente Art ihre Wuensche durch (oder zumindest versuchen sie das
>mit ihren typischen Mitteln), sondern ziehen gleichzeitig eine
>Denunziation anderer Zusammenhaenge, Positionen und Personen durch.
ach, ja die böse Dominanzgruppe die das seid immer schon gezielt geplant hat und die deutsche linke mi einem geheimen subtilen Plan beherrschen will den nur mr Projektwerkstatt mit seiner wunderbaren fähigkeit die herrschaftsfreiheit und transparenz zu erkennen entlarven kann. juhuuu ein bißchen Konstrukt und abkotzen...

>Ich habe den Eindruck, dass wir (und auch ich, sehr dolle sogar)
>blauaeugig in
>diese Kooperation hineingegangen sind - bedingungslos.
jessas ! Könnte ich auch von mir behaupten, wer mit Jörg B kooperiert ist blauäugig.

>Was fuer andere,
>z.B. offensichtlich autoritaere Zusammenhaenge wie Verbaende oder
>Linksruck, laengst diskutiert war (naemlich die Klarheit, dass eine
>Kooperation mit solchen nur akzeptabel ist, wenn sie ihre
>Entscheidungswege nciht auf die Kooperation uebertragen), wurde hier gar
>nicht ueberlegt: Hauptsache Kooperation. So wurde eine Gruppe, von der aus
>der Pragvorbereitung eigentlich bekannt war, dass sie stark
>machtorientiert arbeitet (nur eben verdeckt), ohne diese Vorbedingung fuer
>eine Kooperation gewonnen. Doch das ist nicht alles: Auch die beteiligten
>Personen aus dem Hoppetosse-Zusammenhang liessen sich offenbar verleiten,
>die Intransparenz mitzutragen ... so wie ich es wahrnehme in der Hoffnung,
>dadurch einen Streit zu vermeiden und noch Schlimmeres zu verhueten.
>Ergebnis ist zur Zeit die totale Intransparenz.
und noch ein bißchen Konstrukt und verschwörung.. jetzt haben die böse Dominanzgruppe auf einmal die naiven hoppetossies beienflusst (sie können ja eh nicht selber denken) und blab blabub

>Beispiel: Am 17.12. (soweit ich weiss) gab es ein Treffen, wo die Texte
>und Inhalte fuer den Reader festgelegt wurden.
aha, wie weiss du das ? Ich wusste nichts davon. Und gehöre zu dieser bösen Dominanzgruppe

>Dieses Treffen stand
>offenbar auch laenger fest, denn von kleinundnett@ lagen Stellungnahmen
>vor, welche Texte reinduerfen und welche nicht.
leute von kleinundnett (weil es unmöglich ist im Namen der ganzen Gruppe zu reden ) wollten einen eigenen reader machen, weil sie keinen reader haben wollten der auf den Namen ‚Hoppetosse‘ reduziert wird. Texte wurden auf der Liste vorgeschlagen und ansatzweise diskutiert. C‘est tout. Ich habe auch keine Ahnung wie es dazu kam dass es aufeinmal einen einzigen reader gab. Ich dachte bfmr und du machen den Hoppetosse Rundbrief. Die Leute aus Duesseldorf (die ich  noch nie gesehen habe, aber deren Arbeit ich sehr schätze) haben angeboten einen reader zu machen. Ich habe meine Texte dorthingeschickt. aus die maus.
>Das Treffen war war eine Entscheidungsstruktur
Es wurde auch nie diskutiert wie das Treffen vorbereitet werden sollte und wer was macht und wie entscheidet. Ich weiss es auf jeden Fall nicht. Die Gruppe hat agiert und ich bin froh überhaupt eine Gruppe da ist die einen reader vorbereitet. Wenn sie meinen Texte gestrichen hätten, dann hätte ich mich an sie gewendet und gefragt warum. Aber nicht eine Dominanzgruppe verschwört...

>Beitraege gestrichen, die aus den mitaufrufenden Zusammenhaengen vorgelegt
>wurden. U.a. wurde das AC/PC-Text zu Sexismus gestrichen.
soweit ich mitbekommen habe wurde 1 Texte nicht veröffentlicht. Das ist der AC/PC (ich habe den noch nie gelesen, aber ich bin sicher dass ich den auf deine webseite finden könnte).
So weit ich mitgekriegt habe, wird im reader auch auf diese webseite hingewiesen und inhaltlich erklärt warum er nicht drin ist. Er wurde ja auch nicht in anderen Zeitungen gedruckt die du angeschrieben hast. Ich frage mich ob das Problem am Text oder an der Entscheidungsstruktur liegt ?  Aber wenn ich in einer Gruppe bin die einen reader vorbereitet dann würde ich auch nicht jeden Text annehmen, wenn er zb genau das ist was ich bekämpfe oder so.

>wurde deutlich vor dem 17.12. eingesandt. Es wurde auf dem
>Hoppetosse-Treffen besprochen, dass er reinsoll (wenn auch nicht allein).
>Bei kleinundnett@ wurde auch diskutiert, von dort kam der Impuls, ihn
>rauszuwerfen. Nirgendwo sonst wurde das transparent, niemand ahnte um die
>Debatte. Irgendwann gab es eine neue Vorbereitungsgruppe fuer den
>Sexismus-AK (was ja gut ist). Mitgeteilt wurde das auch nirgends. Von dort
>soll die Aussage gekommen sein, dass sie den AK nur machen wuerden, wenn
>der Text rausfliegt. Kann ja alles sein, aber nichts von alledem wurde
>transparent.
stimmt. Wurde denn vorher ein Verfahren festgelegt wie die readerzusammensetzung passieren würde ?
Wenn nein, sind wir dann nicht alle Schuld dran oder ist es wiederum die bösen Dominanzinstrasparenzgruppe...

>Solcherlei Beispiele gibt es inzwischen viele. Die Vorbereitung des
>Januartreffens gleicht der Vorbereitung von Prag. Eine in Machtkungel
>geschulte Gruppe zieht die Faeden. Transparenz gibt es gar nicht mehr.
und noch ein bißchen draufhauen damit es dann richtig spaß macht zu hetzen,
so schlucken es die Leute am besten. Hassgefühle entwickeln ist ja geil...lenkt
von der inhaltlichen diskussion ab und die Leute reden eh immer lieber über
solche Nachbarstories, in so einem Umfeld lässt sich dann auch besser die
eigene Meinung durchsetzen etc.

>Arbeit. Aber die Transparenz ist uns wichtig. In der Vorbereitungsgruppe
>sind jetzt die Internetseiten (Ex-Anti-Expo-Seite "www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/expo"/widerstand/jantre.html)
>kritisiert worden, weil irgendeine Zeitangabe fuer den Verlauf des
>Treffens nicht stimmen wuerde ... da sei einfach der eigene Wille
>durchgesetzt worden. Spannend: Die Gruppe, die einfach alles macht, nichts
>veroeffentlicht (bis heute ist nirgends ein endgueltiger Zeitplan
>rumgeschickt worden, nur in einem der Aufrufe war ein ziemlich ungenauer
>drin), greift andere an, die aus den spaerlichen Informationen versuchen,
>ein bisschen Transparenz herzustellen.
unser Transparenzheld hat uns wiederum von der bösen Gruppe“allesmacht“ gerettet. Juhuu. Sie hat das natürlich in geheimen meetings so entschieden damit niemand ein Plan hat was abgeht. Danke danke Jörg für die webseite!!!!

>Das sind zwei Beispiele, die wir direkt mitbekommen haben. Was ich sonst
>hoere, ist das der Standard.
Nebenfrage wer ist „wir“  ? Hast du mehrere Persönlichkeiten die du da ansprichst oder gibt es eine andere Personen die aus dieser email Adresse schreiben ?

>Wie schon gesagt: Es geht nicht um Denunziation, sondern darum, dass ich
>es so empfinde, dass es noetig ist, Transparenz ueber die Lage
>herzustellen - Menschen, mit denen ich rede, ausserhalb der
>Vorbereitungsrunde, kleinundnett@ und persoenlichen Kontakten dahin, haben
>einfach gar keine Ahnung, was Stand der Dinge ist.
abkotzen, alles kaputt machen und Intransparenzen verschwören...sich dann als der Held hinstellen. Das heisst nicht denunziation, nee.  Natürlich läuft einiges schief. In normaleren Umgang hätten sich wahrscheinlich viele drüber gefreut dass jemand bereit ist eine www zu gestalten. Aber zuerst muss du erstmal alles platt machen.

Ich wuerde mich freuen,
>wenn wir andere Qualitaeten entwickeln und weiter Lust haben, diese auch
>experimentell, kreativ und transparent umzusetzen.
wie soll jemand noch Lust und Spaß an Politik haben nach dem mensch solche erfahrungen mit dir macht ?

>Insofern koennte das
>Januartreffen ein sehr wichtiges Vernetzungstreffen sein - fuer den
>Hoppetosse-Prozess aber ist es kein wichtiger Baustein. Die muessen wir
>auf andere Art suchen - und der Verlauf der Januartreffen-Vorbereitung
>zeigt, wie wichtig es ist, ueber Strategien von Bewegung von unten und
>kreativem Widerstand zu reden.
juhu...und schön alles spalten wie in disney world. Folgt mir denn ich habe die herrschaftsfreiheit mit Löffeln gegessen und ich weiss genau wos lang geht. Ihr könnt ja selber nicht denken....

>Denn immerhin sind ein paar Hoppetossies bei allem dabei und haben bislang
>auch „vergessen“, die Ablaeufe transparent zu machen.
die armen Leute die aus Jörgskontrolle zur bösen Intransparenzgruppe rüberlaufen. ohjemine
>Ich hoffe auch, dass
>die Vermischung von Kritik und Beispielen mit persoenlicher Betroffenheit
>nicht die Klarheit verwischt - letztlich sind die Beispiele eben die, wo
>ich es am genauesten mitbekommen habe. Berichte und Einschaetzungen derer,
>die direkt dabei sind, waeren sicher besser als mein Text hier. Ich werde
>auch versuchen, direkt den Kritisierten zu vermitteln, dass es nicht gegen
>sie als Personen, sondern gegen bestimmte Verhaltensweisen geht - das ist
>ein wichtiger Unterschied!
ja ja ja... jetzt auf einmal. Ist mir egal. Nachdem du soviel scheisse zu schlucken gibst kann ich nur abkotzen.  Der Verfassungschutz freut sich sicherlich. Gute Strategien um diese Zusammenhänge kaputt zu machen werden hier sichtbar gemacht.
bringt alle Schlamm mit nach Duesseldorf ! es lebe die typsich deutsche linke
Luciano

... mit Kritik an Intransparenz durch weitere Personen aus dem Hoppetosse-Netzwerk,

so von Werner:
Ich möchte Dir nur sagen, daß ich mich darüber freue, daß Du entschieden Transparenz einforderst. Für mich selbst ist das das allerwichtigste Thema überhaupt. Meine Unterstützung ist Dir also mehr als sicher. Schaue ich mir "Bewegung" unter dem gesichtspunkt Transparenz an, dann sehe ich was Haarsträubendes. Das soll Linke sein? Bei dem Wort Emanzipation schauen die Dich an wie ein junger Seehund, dem die Mutter weggeschwommen ist. Die wissen einfach nicht was das ist. Ich glaube, daß darüber gezielt debattiert werden muß. Und zwar von Grund auf neu, so wie im Kindergarten, angefangen mit einer Redefinition anhand des konkreten Begriffes, also e mano captivenda oder so ähnlich: aus der festhaltenden Hand herauskommen, dann also die weitere historische Genese des Begriffes, dann seine Konnotationen, seine Mißbräuche, die Zusammenhänge darstellen, wo er bisher gebraucht wurde und zuletzt die Große frage aller fragen, welchen Inhalt "wir" diesem Begriff geben WOLLEN. Aber ... wer sollte das machen. Ich hab da keine Lust mehr zu. Vielleicht kennst Du Menschen, die da noch den naiven Mut der Verzweiflung behalten haben.
Gruß, Werner

von Annette (Auszug):
Daß es viele von uns anstinkt, wenn wir Intransparenz riechen, ist schon ein wichtiges Zeichen. Ein eventueller Vorwurf, der damit verbunden ist, trifft uns selber ja auch, sobald wir was in die Hand nehmen und machen.
Ich fühle aber an mir selber, daß das Bewußtsein dessen einem auch hilft, selber achtsamer zu werden (bei mir ist das die DDR-Vergangenheit, aus deren Erfahrung ich mich immer selber frage: "Was machst du jetzt und wie machst du  es jetzt - ist das wirklich okay so?". Ich merke, daß viele Sachen bei Euch ähnlich ablaufen, wie bei uns. Da strampelten sich z.B. viele FunktionärInnen wirklich im besten Wollen und Gewissen für die "gute Sache Sozialismus" ab... opferten sogar viel. Im Nachhinein wurde ihnen oft gar nicht das, was sie inhaltlich wollten, vorgeworfen, sondern daß die die Leute zu diesem ihrem Glück zwingen wollten. Daß sie einfach von oben herab zu viel gegängelt haben. Innerhalb der DDR ist ja die Kritik und Selbstkritik viel diffiziler, als man über die Medien und von den scheinbaren Haupt-"Wendehälsen" hört. Wenns lediglich um MfS und so ginge, könnte jede/r der damit nun nichts direkt zu tun hatte, abwinken. Ich hab aber in Bezug auf FDJ viele gehört, die z.B. in FDJ-Jugendklubs mitgemacht haben, daß sie nichts gegen Sozialismus und FDJ an sich und so gehabt hätten, sondern gegen die Art und Weise, wie da von oben herab hantiert worden sei. Ich selber hatte in meinem Bereich damals schon andere Erfahrungen, die habe ich dann nach der Wende mit in mein weiteres politisches Leben genommen.)

und von j'bn (Auszug)
Daß  das Teffen in der jetztigen Form stattfinden wird, ist zwar nicht  schlecht, aber das war die Entscheidung von ein paar wenigen Leuten. Die  Problematik ist, daß denen die alleine Entscheidungen treffen, die  gegenüberstehen, die sich um nix kümmern. (Das ist durchaus selbstkritisch  gemeint.) Ein weiteres Problem ist die schlechte Informationsweitergabe.  Ich bspw. habe mich nur immer gewundert, was alles so entschieden worden  ist (und ich mich beim besten Willen nicht erinnern konnte, daß das auf  dem Hoppetossentreffen so beschlossen worden sei). Es wäre wirklich nicht  schlecht gewesen, mal vorher informiert zu werden, dann hätten sich auch  alle an den Entscheidungen beteiligen können. Ich denke, transparente  Entscheidungsstrukturen müssen wir noch eintrainieren. Naja, Rom wurde  auch nicht an einem Tag zerstört.
Die Diskussionskultur ist teilweise auch nicht sehr entwickelt. Zu  Beiträgen wie diesem von Luciano braucht nix mehr gesagt zu werden, so was  disqualifiziert sich selbst.
Schade finde ich, daß der Beitrag von AC/PC, der eigentlich in den Reader  sollte, der „heiligen autonomen Inquisition“ zum Opfer gefallen ist.


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Ich habe versucht, die Diskussionen in der letzten Zeit (allerdings nur  die Beiträge bis zum bis 25.12.00) nachzuvollziehen und möchte mal meinen  Senf dazu abgeben:
Ich finde die Kritik von Jörg an der mangelnden Transparenz richtig. Daß  das Teffen in der jetztigen Form stattfinden wird, ist zwar nicht  schlecht, aber das war die Entscheidung von ein paar wenigen Leuten. Die  Problematik ist, daß denen die alleine Entscheidungen treffen, die  gegenüberstehen, die sich um nix kümmern. (Das ist durchaus selbstkritisch  gemeint.) Ein weiteres Problem ist die schlechte Informationsweitergabe.  Ich bspw. habe mich nur immer gewundert, was alles so entschieden worden  ist (und ich mich beim besten Willen nicht erinnern konnte, daß das auf  dem Hoppetossentreffen so beschlossen worden sei). Es wäre wirklich nicht  schlecht gewesen, mal vorher informiert zu werden, dann hätten sich auch  alle an den Entscheidungen beteiligen können. Ich denke, transparente  Entscheidungsstrukturen müssen wir noch eintrainieren. Naja, Rom wurde  auch nicht an einem Tag zerstört.
Die Diskussionskultur ist teilweise auch nicht sehr entwickelt. Zu  Beiträgen wie diesem von Luciano braucht nix mehr gesagt zu werden, so was  disqualifiziert sich selbst.
Schade finde ich, daß der Beitrag von AC/PC, der eigentlich in den Reader  sollte, der „heiligen autonomen Inquisition“ zum Opfer gefallen ist. Ich  kann mir natürlich vorstellen, daß einige Oberpolitischkorrekte diesen  Text „sexistisch“ finden. Aber dieses Spektrum scheint seit Jahren nix  anderes zu tun, als alles, was ihnen nicht paßt, „sexistisch“,  „rassistisch“ oder „sonst-wie-istisch“ zu finden. Ist ja auch recht  bequem, damit erspart mensch sich lästige Diskussionen und Begründungen,  einfach ein „...istisch“ Zauberwort vorbringen und schon sind alle  unliebsamen Diskussionen verhindert und das nicht nur in ihren eigenen  Zusammenhängen, sondern sie beanspruchen ein Zensurrecht, daß sich  mindestens auf die gesamte Linke bezieht. Das erinnert mich manchmal an  Erfahrungen von alten GenossInnen aus den dreißiger Jahren während des  Stalinismus, nur daß dort Diskussionen mit dem Zauberwort „trozkistisch“  unterbunden wurden.
Was ich bedenklich finde, ist, daß Leute von außen soviel Druck auf Leute  aus unseren Zusammenhängen entfalten können, daß sie in der Lage sind,  unsere diskussionsvorbereitenden Papiere zu zensieren. Das muß sich  wirklich ändern. Entweder sollen diese Leute auf den Hoppetosse Treffen  auflaufen und sagen, was sie zu sagen haben und sich der Diskussion  stellen oder sich ganz raushalten. So eine ferngelenkte Zensur ist  jedenfalls ziemlich übel.
Trotz dieser Kritikpunkte hoffe ich, daß das Treffen im Januar interessant  wird. Daß mehrere Zusamenhänge aufeinandertreffen kann vielleicht  produktiv wirken. Die Chance dazu besteht jedenfalls.
Anarchie & Luxus, j,bn

Am 26.12. veröffentlichte Jörg eine dritte, grundsätzliche Kritik am Umgang mit Intransparenz:

> einfach mal hier und da alle Fuenfe gerade sein lassen zu koennen und
> Konflikte zur richtigen Zeit zu fuehren.

Hallo,
ich moechte an diesem Satz eine Frage aufhaengen: Was ist unser Ziel, das wir mit „emanzipatorisch“ umschreiben. Als politische Bewegung (wie beim „Widerstand im Alltag“ auch) haben wir zwei Moeglichkeiten des Handelns:

Es gibt keinen Grund, nur eines von beidem zuzulassen.
Deshalb sehe ich unsere Treffen und jedes einzelne Projekt nicht nur als einen Schritt zur nach aussen gerichteten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhaeltnissen bzw. dem Schaffen von Gegenmodellen/Freiraeumen/Experimenten, sondern immer auch als einen Ort, in dem wir selbst unsere Ideen verwirklichen.
Oder, um es am Machtbegriff zu sagen: Macht ist fuer eine Bewegung von unten, also einen emanzipatorischen Prozess, nur akzeptabel als „Gegenmacht von unten“. Dort aber, wo wir selbst agieren, Freiraeume schaffen, die Verhaeltnisse selbst herstellen bzw. stark beeinflussen koennen, ist Macht unakzeptabel. Dazu gehoeren unsere eigenen Aktionen, Vernetzungen, Treffen, Gruppen.
Macht aber ist weder in der Gesellschaft noch bei „uns“ ein einfaches Ding. Oben und unten, Macht als sichtbares Herrschaftsorgan - all das gibt es zwar auch, aber es ist keine neue Erkenntnis, dass das nicht alles ist. Bezogen auf unsere Zusammenhaenge moechte ich vier Typen von Macht kennzeichnen. Der folgende Text ist eine Passage aus der AK-Beschreibung zu Entscheidungsfindung von unten (Arbeitskreis auf dem Januartreffen):
Formale, zentralistische Hierarchien: Diese strukturierte Form der Hierarchie ist offensichtlich und sehr durchschlagend. Manche BefuerworterInnen formal-zentralistischer Konzepte der Organisierung behaupten zwar, dass formale Hierarchien (Vorstaende, VertreterInnenversammlungen, Kommissionen, Geschaeftsstellen usw.  mit besonderen Befugnissen) transparenter seien als die in nichtformal-hierarchischen Zusammenhaengen, aber das trifft nur die halbe Wahrheit. Tatsaechlich sind formale Hierarchien auch immer mit informellen Unterschieden verbunden, d.h. ein Vorstand oder andere zentrale (Fuehrungs-)Gremien koennen nicht nur bestimmte Entscheidungen treffen bis Weisungen erteilen, was Menschen ausserhalb dieser Gremien nicht koennen, sondern sie verfuegen gleichzeitig auch ueber bessere Zugaenge zu den Ressourcen (Geld, Geraete, Kontakte, Informationen usw.). Dadurch koennen sie ihre formale Stellung stark untermauern und sich auch informell durchsetzen - z.B. bei Wahlen und Abstimmungen. Denn eigentlich haette ein Fuehrungsgremium innerhalb einer weitergehenden Versammlung (z.B. Vorstand innerhalb einer VertreterInnenversammlung) nicht mehr formale Macht als andere, jedoch aufgrund der besseren Vorbereitung, des Zugangs zu Daten usw. setzt sich der Vorstand in fast allen Faellen gegen Vorschlaege aus einzelnen Basisgruppen durch. Eine Gegenmacht entsteht nur dann, wenn andere Zusammenhaenge ebenso informelle Macht aufbauen, z.B. durch zeitintensiven Aufbau von Kontakten zu anderen Gruppen in der Vorbereitung solcher Versammlungen.
Bewusste, informelle Hierarchien: Informelle Hierarchien sind solche Unterschiede in der Durchsetzungsfaehigkeit von Menschen, die nicht formal vereinbart sind und somit auch nicht ueber „offizielle“ Strukturen wirken. Sie sind oft intransparent. Zu unterschieden sind bewusste und unbewusste, informelle Hierarchien. Es ist sehr wohl moeglich, informelle Unterschiede gezielt zu schaffen oder sich selbst bzw. der eigenen Gruppe gezielt eine bessere Durchsetzungsposition zu erobern - jenseits jeglicher Argumentation, sondern durch Tricks in der Diskussion, ungleiche Zugaenge oder Verteilung materieller Ressourcen und Wissen usw. Zu den Tricks in der Diskussion gehoeren abgesprochene Redebeitraege, bewusst dominantes Redeverhalten, gezielte Verunsicherung oder Diffamierung von Personen, die wegen abweichender Meinung oder aus anderen Gruenden von der bewusst dominant agierenden Person oder Gruppe ausgegrenzt werden sollen. Dauerhaft informelle Hierarchien entstehen durch intransparente Zirkel und Kerngruppen, die besonderen Zugang zu den Ressourcen von Gruppen oder Vernetzungen haben - z.B. Geldern, Geraeten, Raeumen, Internetseiten, Mailinglisten usw. Bewusste Dominanzverhaeltnisse sind sehr weit verbreitet - deutlich staerker, als ueblicherweise zugegeben wird.  Gezieltes Streben nach informeller Macht, Ausgrenzung anderer und die Durchsetzung eigener Positionen z.B. ueber die Konstruktion scheinbarer Sachzwaenge, die Macht des Faktischen usw. sind in fast allen Zusammenhaengen Alltag.
Unbewusste Dominanzverhaeltnisse: Neben den bewussten informellen Hierarchien sind (fast) ueberall unbewusste Dominanzverhaeltnisse zwischen Gruppen und Einzelpersonen zu finden, die auf unterschiedlichen Moeglichkeiten innerhalb einer Gruppe oder Vernetzung beruhen. Unterschiedliche Zugaenge zu Informationen und Ressourcen, unterschiedlich durchsetzungsfaehiges Redeverhalten und vieles mehr praegen die politische Arbeit. Im Gegensatz zu den bewussten Dominanzverhaeltnissen ist hier den beteiligten Personen die Dominanz nicht klar. Ursache dafuer ist meist ein Mangel an Transparenz und Reflexion, also Sensibilitaet fuer Machtverhaeltnisse.
Weiterbestehen gesellschaftlicher Dominanzverhaeltnisse in politischen Zusammenhaengen: Doch selbst dann, wenn eine Gruppe oder Vernetzung (was anzustreben ist!) sowohl formale Hierarchien abschafft, bewusstes Dominanzverhalten abwehrt und unbewusste Unterschiede in der Durchsetzungsfaehigkeit reflektiert, herausarbeitet, benennt und erfolgreich ueberwindet, bleibt noch eine vierte Form der Hierarchie: Die der unterschiedlichen Wertigkeitsempfinden zwischen den Menschen, die in ihrem Leben fuer eine bestimmte soziale „Rolle“ beeinflusst, d.h. „konstruiert“ wurden. Frauen gegenueber Maennern, Jugendliche gegenueber Erwachsenen, Menschen ohne Abschluss gegenueber solchen mit akademischem Grad, Arme gegenueber Reichen, ArbeitnehmerInnen gegenueber ArbeitgeberInnen oder Selbstaendigen, sog. Behinderte gegenueber „Gesunden“, Nichtdeutsche gegenueber Deutschen (und jeweils umgekehr) - diese und viele Unterschiede bestehen auch dann, wenn eine Gruppe frei aller sonstigen Herrschaftsverhaeltnisse ist. Das ist nicht Schuld der Gruppe oder der Vernetzung, aber nichtsdestotrotz der Fall. Es ist auch nicht einheitlich, denn die oben genannten Personenkreise sind keine einheitlichen Gruppen - aber in der Tendenz sind sie gesellschaftlich „konstruiert“, d.h.  ihnen wird ueber Jahre und Jahrzehnte eine gesellschaftliche Rolle, Erwartungshaltung und ein Selbstwertgefuehl vermittelt. Innerhalb dessen leben sie „funktional“ in den realen Gesellschaftsverhaeltnissen, d.h. sie empfinden ihre Position als richtig fuer sich selbst, nehmen sie deshalb nicht mehr als konstruiert wahr und wehren sich nicht gegen diese. Das setzt sich in politischen Zusammenhaengen bruchlos fort und kann nur abgebaut werden, wenn solche Dominanzverhaeltnisse offengelegt und Vereinbarungen zum Abbau getroffen werden.
------- (Zitat Ende) ------

Es ist eine verdammt anspruchsvolle Aufgabe, hier Schritte voranzukommen und Dominanzen auch in unseren Zusammenhaengen abzubauen.
Genau deshalb hat mich erschreckt, wie unsensibel die Vorbereitungsgruppe und auch die Zusammenhaenge, die das Treffen tragen, mit diesem Thema umgehen. Meine Kritik thematisierte das zum ersten Mal. Als Reaktion sind Aussagen davon, dass ich alles kaputt mache bis „Arschloch“, „krankhaft“ usw. gekommen. Eine Auseinandersetzung FINDET WEITERHIN NICHT STATT.  Macht aber verschwindet nicht, wenn wir wegsehen. Wenn wir sie nicht beachten, wirken die gesellschaftlichen Normalverhaeltnisse fort - also die unbewussten Dominanzverhaltensweisen und die ohnehin vorhandenen „Konstruktionen“ von Wertigkeiten, Rollen usw. In der Orgagruppe kommen aber sogar einige (nicht viele) bewusste Dominanzvorgaenge hinzu.
Mich enttaeuscht diese Unsensibilitaet. Ich wollte und wuerde weiterhin gerne eine andere Qualitaet gewinnen. Das wird ohnehin muehsam und nur Schritt fuer Schritt moeglich sein - immer reflektierend, selbstkritisch betrachtend. Sich gegenseitig auf „Fehler“ hinzuweisen, ist das Mindeste, was geschehen muss. Meines Erachtens brauchen wir einen offensiven Umgang mit Dominanzen, d.h.  es darf nicht als nerviges Nebenthema abgetan werden, sondern zu unseren Aktionen sollte gehoeren, dass wir die Dominanzfrage offensiv stellen und gemeinsam bearbeiten.
Davon ist das Januartreffen meilenweit entfernt. Ich hatte anders erhofft, meine Enttaeuschung ist sicher offensichtlich geworden.
Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass das Januartreffen eine Qualitaet gewinnt, viele Menschen kommen und wir in einem vielfaeltigen Prozess einige Dinge voranbringen - neben konkreten Aktionen und einigen theoretischer angelegten Diskussionen hoffentlich auch den Willen und die Ideen, unsere eigenen Arbeitsformen immer staerker zu enthierarchisieren.
Meine Kritik hat nichts damit zu tun, dass ich das Januartreffen unwichtig finde oder gar torpediere - ich habe keine Sekunde ueberlegt, aufzuhoeren mit der Vorbereitungsarbeit, die eigene Akzente setzt (z.B. eben den AK Entscheidungsfindung/Gruppenprozesse von unten), aber auch die Orga-Arbeit unterstuetzen soll. Ich hoffe, dass alle, die hier mitlesen, Lust haben, zu kommen, zu diskutieren, den Termin weiterzutragen usw.
Gruss ... Joerg


Am 13.1. veröffentlichte die kritisierte Gruppe "kleinundnett" eine Erklärung, in der sie sich von der Debatte und vom Januartreffen insgesamt distanzierte (Auszug):

Wir weisen diese Vorwürfe entschieden zurück. Allerdings wollen wir einzelne Vorwürfe gar nicht erst widerlegen, denn die Art und Weise, wie hier Gruppen und Einzelpersonen mit gezielten Lügen denunziert werden, bedürfen keiner Widerlegung oder Rechtfertigung. Hier sind die Grenzen im Diskussionsstil und Umgang miteinander bei weitem überschritten. Da wir keine Grabenkämpfe weiterführen wollen, soll durch diese Erklärung vielmehr deutlich werden, wie Einzelpersonen politische Arbeit und Initiativen zu Kooperation und Vernetzung mit solchen Diffamierungen vergiften können.
Mehr noch, nicht nur wird eine Atmosphäre zur Zusammenarbeit vergiftet, sondern auch durch Anschuldigungen von „Machtkungel“ und gezielter Hierarchiebildung selber Dominanz aufgebaut. Des Diffamierers Sichtweise wird zum Maß aller Dinge und es werden Gruppen und Menschen gegeneinander in Stellung gebracht. Hiervon distanzieren wir uns, denn unser Verständnis von Dominanz und Hierarchie beginnt bereits im Umgang miteinander, bei den Bedingungen, unter denen wir zusammenarbeiten und uns vernetzen wollen.
Diese Anfeindungen und Denunziation stehen mit unseren Vorstellungen von Toleranz und Achtung im krassem Widerspruch, weshalb wir uns dazu veranlasst sehen, uns vom Januartreffen zu distanzieren und nicht als Gruppe teilzunehmen.
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Erklärung gegen Diffamierung und Dominanz
Wir, das ist eine überregionale Bezugsgruppe mit dem provisorischen Namen „kleinundnett@“, werden mittlerweile schon seit Monaten von einer Person, die u.a. auch im Hoppetosse-Netzwerk aktiv ist, massiv angegriffen, und zwar in einer indiskutablen und diffamierenden Form. Die Vorbereitung zum Januartreffen soll „durchzogen von Machtgerangel, Intransparenz, Hierarchien“ sein, dabei „in einigen Fällen (..) in gezielter Weise“. Dafür soll namentlich unsere Bezugsgruppe „kleinundnett@“ verantwortlich sein. Die Charakterisierung unserer Gruppe gipfelt in der Behauptung: „eine in Machtkungel geschulte Gruppe zieht die Fäden“, und die Gruppe kleinundnett verleite andere Leute zu Intransparenz.
Wir weisen diese Vorwürfe entschieden zurück. Allerdings wollen wir einzelne Vorwürfe gar nicht erst widerlegen, denn die Art und Weise, wie hier Gruppen und Einzelpersonen mit gezielten Lügen denunziert werden, bedürfen keiner Widerlegung oder Rechtfertigung. Hier sind die Grenzen im Diskussionsstil und Umgang miteinander bei weitem überschritten. Da wir keine Grabenkämpfe weiterführen wollen, soll durch diese Erklärung vielmehr deutlich werden, wie Einzelpersonen politische Arbeit und Initiativen zu Kooperation und Vernetzung mit solchen Diffamierungen vergiften können.
Mehr noch, nicht nur wird eine Atmosphäre zur Zusammenarbeit vergiftet, sondern auch durch Anschuldigungen von „Machtkungel“ und gezielter Hierarchiebildung selber Dominanz aufgebaut. Des Diffamierers Sichtweise wird zum Maß aller Dinge und es werden Gruppen und Menschen gegeneinander in Stellung gebracht. Hiervon distanzieren wir uns, denn unser Verständnis von Dominanz und Hierarchie beginnt bereits im Umgang miteinander, bei den Bedingungen, unter denen wir zusammenarbeiten und uns vernetzen wollen.
Diese Anfeindungen und Denunziation stehen mit unseren Vorstellungen von Toleranz und Achtung im krassem Widerspruch, weshalb wir uns dazu veranlasst sehen, uns vom Januartreffen zu distanzieren und nicht als Gruppe teilzunehmen. Wir wollen gegebenenfalls als Einzelpersonen erscheinen, jedoch aus folgenden Gründen nicht als Bezugsgruppe auftreten:
Diskussionen zwischen der angegriffenen Gruppe und dem Angreifer können lediglich in Schlammschlachten ausarten. Vielmehr sind wir der Auffassung, dass es einer grundlegenden Diskussion bedarf, in welcher Form Menschen miteinander radikale, alternative Politik machen wollen.
Es liegt uns fern, Machtspielchen mitzumachen oder uns auf diese Hetzkampagne einzulassen. Dagegen erscheint es uns sinnvoll als Einzelpersonen das Gespräch zu suchen, gerade mit Aktiven, die von der ganzen Sache einiges mitbekommen haben, aber nicht direkt involviert sind.
Wir wollen die Gefahr abwenden, dass während des Treffens Polarisierungen entstehen und hitzige Debatten über persönliche Vorwürfe hinsichtlich Dominanz und Klüngel das Treffen prägen. Dies wirkt in unseren Augen destruktiv.
Statt dessen wollen wir den Raum offen halten für inhaltliche Auseinandersetzungen und vorurteilsfreien Umgang miteinander. Gerade die inhaltliche Diskussion ist uns ein Anliegen, und für diese sollte Platz sein beim Treffen, denn nur die bringt einen Vernetzungsprozess langfristig weiter.
Trotzdem finden einige aus unsere Gruppe das Treffen wichtig. Denn wie auch bei der Mobilisierung nach Prag, verstanden wir unsere Beteiligung am Januartreffen in Düsseldorf als Anstoß und Start-Initiative, um lokale Gruppen wie auch überregionale Zusammenhänge zu dezentralen Aktionen und Mobilisierung, aber auch zu Vernetzung und Kooperation aufzufordern. Unser Verständnis basiert auf der Überzeugung, dass sich vielfältige Ansätze entwickeln sollen, die sich durch Bezug aufeinander gegenseitig stärken, jedoch in ihrer Vielfalt sichtbar bleiben sollen (das steckt hinter dem Motto „Für eine Welt, in die viele Welten passen“). Mit unserer Vorstellung von möglichst hierarchiefreier Zusammenarbeit sind die oben genannten Diffamierungen nicht vereinbar.
Die Gruppe „kleinundnett@“

Darauf sowie auf etliche weitere Mails (die hier nicht alle dokumentiert werden), antwortete Jörg noch einmal.

Im Original: Die ganze Mail ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Der folgende Text ist ein Aus einer Mail von Jörg, die Absätze mit > stammen von Luciano aus der kleinundnett-Gruppe.
> Ich bleibe dabei mit der persoenlichen Bitte an Joerg, dass er nicht
> nach Duesseldorf kommt. Ich werde ihn physich natuerlich nicht
> rausschmeissen, aber ich habe keine Lust auf Schlammschlachten,
> Denunziationen und vergiftete Stimmung, die ganze Energie die ich
> gerade in PCN/Plan Colombia stecke ist mir viel zu kostbar dafuer.
Dieser Absatz sowie die Erklaerung der Gruppe „kleinundnett“ mit ihrer sauberen Treffen in „Angreifer“ und „angegriffene Gruppe“ zeigen eine Sichtweise, nach der der Streit hier einseitig laeuft ... ich der Angreifer, die anderen die angegriffene Gruppe (von der offenbar keine Angriffe ausgehen. Die Forderung nach dem Nichtzusammenlegen der Treffen, nach meiner Nichtteilnahme, die Beschimpfungen mit „Arschloch“ und „krankhaft“ scheinen also alles Einbildungen gewesen zu sein.
Ich behaupte nicht, dass hier ein einseitiger Streit stattfindet, sondern es ist eine (von der Form her sicherlich beschissene) Auseinandersetzung, nicht die Konstellation „Angreifer“ und die armen Opfer. Diese Einteilung ist bereits denunziatorisch.

> Ich will nicht dazu gebracht werden mich so wehren zu muessen wie
> schon einmal auf dieser Liste, das mag ich nicht.
„mich so wehren zu muessen“ ist eine Formulierung, die suggeriert, dass die Zielperson der Worte „Arschloch“ und „krankhaft“ selbst verursachend ist fuer diese Beschimpfung. Auch das finde ich ziemlich daneben.
Warum koennen hier Menschen, die in einem Streit stehen (was ja noch nichts Schlimmes ist, auch wenn einige Beitraege von Dritten sich so interpretieren lassen, dass Streit per so doof waere - das teile ich nicht), sich das nicht eingestehen? Und entsprechend auf dieser realistischen Ebene handeln, um im bzw. trotz des Streits eine Form der Kooperation und Kommunikation zu finden?

Ansonsten:

  • Die Schilderungen im Detail z.B. zum Treffen in Frankfurt sehe ich anders, ausser: Ich bin in der Tat der Meinung, dass es falsch war, sich nach Prag darueber aufzuregen, dass es eine Kritik (von mir) gab, statt sich mit dieser auseinanderzusetzen (was ja eine abweichende Sichtweise nicht ausschliesst).
  • Die Konsequenz der Gruppe „kleinundnett“, sich vom Januartreffen zu distanzieren, ist mir voellig unverstaendlich - und nebenbei finde ich es auch schade. Streit hat fuer mich zunaechst einmal mit Ausgrenzung nichts zu tun. Schwerwiegender ist aber noch, dass hier suggeriert wird, das Januartreffen sei eine von mir dominierte Veranstaltung (sonst ist ja sinnlos, aufgrund der Kritik an mir sich vom Januartreffen zu distanzieren). Tatsaechlich aber ist mein Einfluss auf das Januartreffen eher maessig. Ich mache einen AK, auf alle anderen und den Gesamtablauf habe ich bislang weder Einfluss gehabt noch das versucht (finde ich auch nicht noetig, denn ich finde das meiste o.k., was da laeuft - kritisiert habe ich im Kern die Transparenz).
  • Die Auseinandersetzung um die Transparenz ist fuer mich laengst abgeschlossen gewesen. Ich habe auch registriert, dass der Infofluss besser geworden ist (ob ausreichend, sei dahingestellt). Ich finde nicht, dass wir jetzt alle gleicher Meinung sind, sondern bemerke immer noch grosse Unterschiede. Aber diese sind ausgetauscht, sichtbar geworden und beduerfen keiner staendigen Wiederholung. Ich plane das auch nicht auf dem Treffen selbst. Ganz im Gegenteil war einer der Gruende, warum ich meine Kritik ueber die Listen einbrachte, diese Streitpunkte vor und nicht auf dem Treffen anzugehen.

Etliche Beiträge hatten sich Mitte Januar gegen die Debatte als solches ausgesprochen und die kritisierten Intransparenzen als weniger wichtig oder gar nicht vorhanden bezeichnet. Dem widersprachen wieder andere. Das wiederholte sich, so daß als Ergebnis festgestellt werden kann, daß der Streit zwar klar ist, aber keine Einigung zu erzielen ist. Niemand schätzte diese Unterschiede jedoch so gravierend ein, daß daran eine Kooperation scheitern würde. Die Kritik am Stil der Kritik jedoch fiel so aus, daß sich verschiedene Personen Kooperationen nicht mehr vorstellen konnten.

Zu einem besonderen Streitpunkt entwickelte sich ein für den Abdruck im Reader an die Vorbereitungsgruppe geschicktes Papier der Gruppe "AC/PC & H.A.R.A.K.I.R.I. GmbH" zu "Kritik und Perspektiven antisexistischer Praxis". Dazu der Bericht von Sylvia aus der Vorbereitungsgruppe:

So. Und nun zu dem einzigen Punkt, der wirklich hierarchisch, intransparent und nur in einer kleinen, illuminatengleichen Gruppe ;-) diskutiert und entschieden wurde, aber möglicherweise doch eher zum Punkt Inhalt, also zu den Teilnehmern des Treffens ansich gehört. Es fiel uns nicht leicht, über die eigenen Vorgaben zu klettern, aber es war auch eine absolut unlösbare Aufgabe.  Wir riefen ja auf, Texte für den Reader zu senden, die für die AKs oder ganz allgemein für das Treffen wichtig erscheinen würden. Nun erreichte uns auch der Text zu Sexismus von der Gruppe "AC/PC & H.A.R.A.K.I.R.I. GmbH", der schon eine ganze Weile immer wieder diversen Medien vorgelegt wurde und pauschalisiert abgelehnt wurde. Der Text ist eine Kritik an der gängigen Sexismusdebatte. Er stellt vieles in Frage, was als positive Entwicklungen von jenen, die in der üblichen Sexismusdebatte verhaftet sind, gesehen wird. Diese Infragestellung ist durchaus hart formuliert und jene, die die übliche Sexismusdebatte führen, halten praktisch jeden Satz für sexistisch und/oder patriachal. So sehr, daß sie offenbar bislang keinen Bock haben, ausführlich diesen Text auseinander zu pflücken und ihre Kritik an dem Text zu verdeutlichen. Sie lehnen diesen Text einfach nur im Gesamten ab und wollen sich nicht weiter damit beschäftigen. Davon abgesehen, ist der Text so lang, daß er in einer noch lesbaren Schriftgröße und mit dem ein oder anderen auflockernden Element gestaltet, gut die Hälfte des Readers eingenommen hätte. Zudem überlegen sich zwei Frauen, die weder zu Hoppetosse und DAN, noch zu der anderen Gruppe gehören, sondern, wenn ich das richtig verstanden habe, direkt aus der Sexismusdebatte kommen, den Anti-Sexismus/Gender-AK vorzubereiten.  Mit anderen Worten, da die Orgagruppe sich nicht auferlegt hat, entweder zu schweigen oder alles in die Mailinglisten zu stellen, wurde auch außerhalb der Gruppe darüber geredet, als der besagte Text rein kam. Noch bevor die Orgagruppe selber den Text las, entbrannte direkt ein Sturm der Entrüstung, einen solchen Text in den Reader aufnehmen zu wollen. Noch am Mittag des 15.12. war klar, daß wir gesagt hatten, daß die Texte, die uns bis zum 17.12. erreichen würden, in den Reader reinkommen und so würde es auch gemacht. Basta. Die Proteste verstärkten sich immer weiter und der Text wurde nun von der Orgagruppe bewußt auf diese Proteste hin gelesen. Mittlerweile war klar, daß wir als Orgagruppe die Arschkarte gezogen hatten. Egal, ob wir den Text aufnehmen würden oder nicht, es würde Ärger geben, der sich auf uns entladen würde. Also beriefen wir Freitagnacht, 15.12., kurzerhand ein Treffen für Sonntagabend, 17.12. ein, um festzustellen, wie wir mit dem Ärger umgehen wollen, über den Text zu sprechen und zu entscheiden, was wir nun machen sollten. Jörg P. sollte bis zum 19.12. den Reader fertig gestaltet haben, der direkt am Morgen des 20. zum Drucker mußte (Begründung für die Eile: siehe Erklärungen über Weihnachten etc.).  Es ging also weniger um eine inhaltliche Diskussion, obwohl klar war, daß diese sicherlich auch eine Rolle spielen würde, als um die Frage, wie wir mit den Protesten und dem anschließenden unvermeidlichen Ärger umgehen würden. Die meisten Personen der Orgagruppe fanden sich also ein und als erstes wurde uns ausgerichtet, daß die Frauen, die sich überlegen, den Anti-Sexismus/Gender-AK vorbereiten, diesen Text nicht als Grundlage für ihre Vorbereitungen nehmen möchten, er aber, falls er im Reader erscheinen würde, aufgrund der heftigen Diskussionen, die er auslöst, den AK dominieren würde. Was an dem Text auszusetzen sei, wurde gefragt, woraufhin keine anderen Antworten kamen, als die, die ich zwei Abschnitte weiter oben erläutert habe. Es wurden auch Beispiele genannt, die ich hier nicht widerholen werde, weil diese Beispiele nicht der Entscheidungsfindung dienten, sondern lediglich die Kluft zwischen der üblichen Sexismusdebatte und diesem Text verdeutlichte. Es spielt auch keine Rolle, wer in der Orgagruppe auf welche Weise den Text für sich selbst bewertete, es sei nur gesagt, daß die Meinungen anteilmäßig sehr gut ausgeglichen waren.  Was letztlich tatsächlich eine Rolle für die Orgagruppe spielte, war die Tatsache, daß deratig heftig auf den Text reagiert wird. Eine extreme Gewichtung wäre unvermeidbar gewesen. Zum einen eine Gewichtung innerhalb des Readers, im Sinne des Umfangs und im Sinne des Inhaltes. Zum anderen eine Gewichtung im Sexismus-AK, der wie gesagt nicht von den Autoren des Textes vorbereitet wird. Und zum letzten eine Gewichtung innerhalb des gesamten Treffens, da die Auseinandersetzung um diese kontroversen Meinungen aufgrund der Gewichtung im Reader innerhalb der möglicherweise gemeinsam abgehaltenen Plena diskutiert würde. Somit würden nicht mehr die verschiedenen gewünschten Vernetzungstreffen im Vordergrund stehen, sondern eine Diskussion über die Sexismusdiskussion und die Frage, ob der AC/PC & H.A.R.A.K.I.R.I. GmbH-Text überhaupt diskussionswürdig ist. Selbst jene der Orgagruppe, die den Inhalt des Textes partiell oder komplett in Ordnung fanden, konnten sich diesen Aspekten einfach nicht verschließen. Die einzige Lösung unseres Dilemmas hätte darin bestanden, diese Aspekte als für alle Seiten befriedigend nicht auflösbar zu klassifizieren, das Thema in die Mailingllisten zusetzen, eine gemeinsame Diskussion damit natürlich nicht zu ermöglichen, aber wenigstens den Leuten in den einzelnen Mailingslisten selber die Möglichkeit geben, sich darüber die Köpfe einzuschlagen und das Treffen vorerst für gescheitert zu erklären.  Oder aber, wir würden uns hierarchisch und dominant über die Gepflogenheiten der Linken hinweg setzen und eine diplomatische Lösung benutzen. Und die sieht so aus, daß wir im Reader kurz anmerken, daß es den Text gibt, daß es Bedenken darum gibt und welche die stärksten sind, und dazu veröffentlichen, wo es den Text einzusehen gibt.

Jedoch liegt darin ein Mißverständnis. Die Kritik an der Intransparenz betraf nicht die Zensur des Papier als solchem, sondern die völlig intransparente Verfahrensweise. Dazu ein Aus einer anderen Mail:

Ich finde die Entscheidung, die getroffen wurde, keineswegs schlimm (sicher ist sie kritisierbar - aber das ist ja schon ein Fortschritt, will heißen: Was kritisierbar ist, ist wenigstens bekannt). Ich möchte auf einige Punkte hinweisen, die meines Erachtens übersehen werden, die aber sehr wohl etwas mit Intransparenz und hierarchischen Entscheidungsmustern zu tun haben.  Sie deuten mindestens darauf hin, daß dafür keine Sensibilität besteht.
Sylvia hat selbst beschrieben, daß es einen Prozeß gab, wo Kritik am AC/PC-Papier aufkam. Dann wurde sogar ein Treffen angesetzt, wo das diskutiert werden sollte. In dieser Phase, offenbar mindestens einige Tage lang, hätte diese Info weitergegeben werden können. Das ist keine Zeitfrage. Eine Rundmail u.ä. nach dem Motto „Hallo Leute, es ist Kritik aufgekommen ... wir wollen das entscheiden ...  bitte schickt doch mal Statements, damit wir ein bißchen wissen, wie Ihr das einschätzt“ oder ähnlich wäre immerhin ein deutlicher Gewinn an Transparenz, aber auch teilweise an Entscheidungsbreite gewesen.
Die Information, daß der Text rausgeworfen wurde, ging dann auch nur an mich. Das ist aber nicht entscheidend, sondern die Transparenz insgesamt in den Zusammenhängen. Erst nach meiner Intervention ist allgemein bekanntgegeben worden, daß es diese Änderung gegeben hat.
Kritische Nachbetrachtung des Januartreffens

Liebe GenossInnen,
hier folgt eine kritische Nachbetrachtung des Januartreffens. Zunäxt werde  ich das Treffen mal aus meiner Sicht darstellen und danach eine Bewertung  versuchen.
Ich war am Samstag sowohl vor- als auch nachmittax im AK „Von Chiapas bis  Prag“, der beide Male in zwei Gruppen unterteilt wurde. Vormittax war ich  in der Gruppe, die keinen Input, sondern sofort mit der Diskussion  loslegen wollte. Stichwortartig zusammen gefaßt, gings um folgende  Diskussionspunkte:

Am Nachmittag gab es dann eine Phase gemeinsam mit der „Plan Colombia“  Gruppe, in der die Situation der Comunidades Negras in der  Auseinandersetzung mit den Angriffen auf ihre Gemeinden und die  Möglichkeiten der solidarischen Aktivitäten hier besprochen wurden.
Danach war die zweite Diskussionsphase des AK. Die Diskussion basierte auf  einem Paper der Gruppe „Schöner Leben“ aus Göttingen. Die Diskussion war  sehr lebhaft, aber stellenweise von einer Konfrontation mit einem  Vertreter von Linksruck geprägt, was etwas nervte, weil sich die  Argumentationen dann öfters wiederholten und im Kreis drehten. Insgesamt  m.E. aber deutlich spannender als der Vormittag.
In der Offenen Phase in der Mittagszeit war ich auf dem Direct-Action- Netzwerk (DAN) Treffen. Dabei wurden einige Technix abgeklärt, die zu  schildern ich mir hier spare. Außerdem wurden Fragen zu Struktur und  Aktivitäten des DAN beantwortet. Es gibt bislang eine Mailigliste  (directaction-request@listi.aktionsinfo.de   Betreff leer   Text:  subscribe)und eine Homepage, ein Briefverteiler ist geplant. Damit sollen  die Inhalte der Mailinglist an die unvermailten GenossInnen geschickt  werden. Das DAN soll über Aktionsideen und -techniken informieren, EA  Strukturen aufbauen, Sani- und Indy Media Gruppen einbinden und  Rechtshilfetips verbreiten.
Aktionen sollen nicht geplant werden, da das DAN eine offene Struktur ist  und dann schnell kriminalisiert werden könnte. Genau da liegt aber m.E.  das Problem: Aktionstips und -informationen gibt es in rauen Mengen und  wer kennt nicht die fröhlichen Diskussionsrunden nach jeder  Informationsguerilla Veranstaltung, in denen JedeR noch über ein paar  Ideen oder tatsächlich stattgefundene Aktionen berichten kann?  Irgendwelche konkreten Folgen in Form von Aktionen hat das fast nie. Mit  der geplanten Konzeption würde das DAN eine weitere unter vielen  Informationsquellen zu Aktionsmöglichkeiten sein, aber um wirklich die  Aktionsfähigkeit bei Demos u.ä. zu verbessern bräuchte es mehr, nämlich  konkrete Absprachen und Planungen. Na, mal schauen, ich werde mal per  Mailingliste die weitere Entwicklung verfolgen, einige scheinen ja auch  weiterführende Vorstellungen zu haben.
Am Sonntag gab es im Plenum einige Gruppenberichte und sonstige  Informationen. Dann gab es eine Kleingruppenphase. In meiner Kleingruppe  wurde u.a. folgendes diskutiert:

Dann folgte noch das Abschlußplenum, in dem die Kleingruppen berichteten  und noch einige andere Sachen besprochen wurden, bzw. besprochen werden  sollten. Durch die Meldung, daß das Essen fertig sei, wurde das Plenum  mehr oder weniger plötzlich beendet, wobei nicht verschwiegen werden soll,  daß auch der Autor dieser Zeilen weitgehend nach dem Motto „Erst das  Fressen, dann die Moral“ handelte.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, daß sehr viel darüber diskutiert wurde,  wie zu diskutieren sei. Es dauerte auch immer recht lange, bis es zu den  eigentlichen Themen der Diskussionsrunden kam, weil immer sehr viel  Formalkrempel abgearbeitet wurde, bevor es richtig los ging. Aber selbst  dann blieben die Diskussionen oberflächlich, es wurden viele Themen nur  angerissen. Oft war zu hören: „Das müßten wir mal (genauer) diskutieren“,  wobei mir klar ist, daß genauso sicher wie „Jaja...“ „Leck mich am Arsch!“  heißt, „Wir müßten mal...“ bedeutet „Da wird sowieso nix draus“. Außerdem  wurde in vielen Diskussionen zwar lange über Technix geredet, sobald es  aber zum eigentlichen Thema kam, wurde mit einem hohen Tempo durch die  noch abzuarbeiten Themen gehetzt. Nach meiner Meinung sollten wir uns  künftig viel mehr Zeit nehmen, um bestimmte Diskussionen mal zu vertiefen.  Besser war das m.E. nur da, wo ein konkretes Paper vorlag, über das  diskutiert werden konnte. Daraus würde ich den Schluß ziehen, daß künftig  die AKs viel konkreter und genauer vorbereitet werden müssen, damit etwas  mehr bei der Diskussionen rumkommt.
Dementsprechend gibt es auch nicht sehr viel zu berichten, was die  konkreten Ergebnisse des Treffens anbelangt. Was den Hoppetosse  Zusammenhang betrifft, wurde keine der offenen Fragen geklärt. Aber sehr  überraschend ist das nicht. Es war schließlich das erste Treffen von  verschiedenen Zusammenhängen, bei dem es im Vorfeld nicht leicht  einzuschätzen war, wie und ob die Zusammenarbeit funktionieren würde.  Aller Anfang ist schwer und Rom wurde auch nicht an einem Tag zerstört.
Ich halte es durchaus für richtig, weiter in diesem Zusammenhang zu  diskutieren. Sehr positiv fand ich, daß vor allem die altersmäßige  Zusammensetzung sehr unterschiedlich war. Es ist m.E. ein großes Problem,  daß in der linxradikalen Szene etwa alle 5-7 Jahre eine neue Generation  auftaucht, die von den vorherigen Zusammenhängen alleine gelassen wird.  Dadurch gehen Erfahrungen und Ergebnisse von Diskussionen oft verloren und  auch die Aktionsfähigkeit fällt meistens hinter einen Stand zurück, den es  vorher mal gegeben hatte. Das zu ändern, könnte durch eine Kontinuität von  Treffen wie dem Januartreffen vielleicht gelingen.
Anarchie & Luxus, j,bn

„Unser Leben ist der Mord durch Arbeit - wir hängen 60 Jahre am Strick und zappeln. Aber wir werden uns losschneiden.“   -Georg Büchner-Anarchosyndikalismus ist ein Messer.

Klimakonferenz in Bonn (ab 17. Mai 2001)


Hallo!

Ihr habt bestimmt schon mitbekommen, dass der nächste Weltklimagipfel, genauer die Zwischenverhandlungen cop 6.5 in Bonn stattfinden. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, hatte aber mit jemenschen abgesprochen, Artikel für Euch zu schreiben um eventuell einen thematischen Schwerpunkt zu machen. Nun stellt sich die Frage, wie lang sie werden sollen. Ich arbeite an einem über die Auswirkungen des Klimawandels im 21. Jahrhundert, der etwa drei Seiten lang wird. Zusätzlich kann ich Artikel anbieten zu Naturkatastrophen, Verwüstung (Desertifikation) und Bodenabtrag (Bodendegration). Natürlich wird es auch noch einen offiziiellen Text geben, was in Bonn so alles abgehen wird. Also: wieviel Platz gebt ihr mir, was wollt ihr haben. Ein zweites Problem sind die Fremdwörter. Wird „Frequenz und Magnitude“ oder „Biodiversität“ verstanden? Wie sieht es mit „Vulnerabilität“ aus und soll ich bei einem längeren Text mit Fußnoten arbeiten (ist mir eigentlich lieber)?
Als Info hänge ich noch eine Einladung zum Bündnistreffen dran, es wird nächste Woche aber ein Update geben.
Schöne Grüße, Till (till.winkelmann@gmx.net)

Hallo!
Vom 17. Mai bis zum 1. Juni findet in Bonn die nächste Weltklimakonferenz statt. Die letzte Klimakonferenz, in Den Haag, ist, besonders aufgrund der Rolle der USA, gescheitert. Die beteiligten Staaten wollen sich auf eine CO²-Reduktion von 5,2 % eini-gen. Strittig sind dabei die Fragen, in wie weit die CO²-Reduktion gehandelt werden kann. Das heißt, wenn mit Geldern der USA eine Solarstromanlagen in einem südamerikanischen Land gebaut wird, wird die entsprechende CO²-Reduktion den USA angerechnet werden. Die USA sind für eine 100prozentige Handelserlaubnis, die EU will aber nur maximal 50% CO²-Reduktion handeln lassen. Mit anderen Worten, die USA will ihren CO²-Ausstoss nicht reduzieren. Mit der Wahl von Bush als neuen amerikanischen Präsidenten schwinden die Hoffnungen weiter, dass die USA noch Vernunft annimmt.
5000 unabhängige Wissenschaftler, die in einem wissenschaftliches Forum der UN vertreten sind, fordern, dass mindestens 60% CO² reduziert werden muss, um den globalen Klimawandel zu stoppen. Erste Auswirkungen des Klimawandels sind überall auf der Welt bereits zu spüren. So gab es im Jahr 2000 850 Naturkatastrophen, doppelt so viele, wie Mitte der 90er Jahre. Neben der Zunahme von Überschwemmungen (die natürlich auch noch andere Faktoren haben) und Stürmen, einem Abschmelzen der Polkappen und dem damit verbundenen Ansteigen des Meeresspiegels führt die globale Erwärmung zu veränderten regionalen Klimabedingungen. Der globale Klimawandel wirkt sich u.a. positiv auf die Desertifikation (Bildung von Wüsten) aus, 250 Millionen Menschen sind heute direkt davon betroffen, in 10 Jahren können es bereits über 1 Milliarde Menschen sein.
Das sind nur ein paar Aspekte, um die DelegierteN auf dem Weltklimakongress mit ausserparlamentarischen Aktivitäten (zentrale und dezentrale Aktionen, alternative Pressearbeit etc.) unter Druck zu setzen. Nähere Informationen können über die Adresse climate_bonn@yahoo.de angefordert werden. Eine Homepage ist bereits im Aufbau.
Mittlerweile hat ein erstes Vorbereitungstreffen für die Organisation des Weltklimagipfel stattgefunden. Unteranderem haben wir über die Struktur der Bündnistreffen gesprochen und ein erstes Organisationsbrainstorming durchgeführt. Eine Infrastruktur-Vorlage wird es auf dem Bündnistreffen am 4. Februar geben.
Das erste Bündnistreffen findet am 4. Februar um 15:00 Uhr in der AZADE (Bonner Altstadt) statt. Eine Wegbeschreibung findet ihr am Ende des Dokuments. Der Tagesablauf könnte wie folgt aussehen:
Nach einer Vorstellungsrunde wird es eine Einführung in die Thematik durch einen Referenten geben. Er wird von den Erfahrungen in Den Haag berichten und ein Video zeigen. Nach einer Pause finden zwei Workshops statt, einen zu Infrastruktur und einen zu Kampagnen. Die Ergebnisse werden anschliessend kurz im Plenum vorgetragen.
Neben den Terminen für die nächsten Treffen soll eine Einschätzung vorgenommen werden, wie wir die Proteste gestalten können und in welchen Rahmen diese Ablaufen können. Mittelfristig ist die Verabschiedung einer Bündnisresolution angestrebt, zu der auf dem Treffen eine Diskussionsgrundlage ausgeteilt wird.

Eine Woche später, vom 9. – 11. Februar, findet das erste internationale Bündnistreffen, ebenfalls in der AZADE, statt. Ziel wird es unteranderem sein, eine Abschätzung dessen vorzunehmen, was das Bonner Bündnis an Arbeit leisten kann und was von anderen Gruppen übernommen werden muss. Ausserdem soll über die Mobilisierung nachgedacht werden. Inhaltlich werden diverse Arbeitsgruppen stattfinden. Weitere Informationen werden demnächst gemailt.  Auch zu diesem Treffen sind natürlich alle eingeladen. Bitte meldet Euch vorher we-gen Schlafplätzen und Versorgung bei climate_bonn@yahoo.de an.
Mittlerweile haben wir einen deutschsprachigen E-Mail-Verteiler unter der Adresse bon-cop6b@egroups.com eingerichtet. Der englischsprachige, d.h. europäische Verteiler findet sich unter der Adresse risingtide@egroups.com. Eine Mail an diese Adresse wird automatisch an alle Mitglieder weitergeleitet. Die Yahoo-Adresse ist für direkte Nachfragen an das Organisationsteam in Bonn gedacht.
Über eine allgemeine Rückmeldung würden wir uns freuen. Bis spätestens zum 4. Februar, Walter
 

Wegbeschreibung für die AZADE
Anreise mit der Bahn
Ab Bonn Hauptbahnhof die U-Bahn Richtung Siegburg nehmen, nach einer Station am Stadthaus wieder aussteigen. Direkt an der Ampel in Fahrtrichtung links gehen und rechts in die Breite Strasse. Dort die erste Strasse wieder links. Nach etwa 200 m findet ihr die AZADE auf der rechten Seite.
zu Fuß ab Hauptbahnhof, ca. 20 Minuten Fußweg
Richtung Innenstadt, immer geradeaus bis zum Münsterplatz, dort links ab, an einem alten Stadtturm vorbei, quer über den Friedrichplatz und am Ende links. Dort weiter bis zur großen Kreuzung, drüber und dann rechts in die Breite Strasse. Von dort in die erste Strasse links (Dorotheenstrasse) und nach etwa 200 m findet ihr
die Azade auf der rechten Seite (Nr. 20).

mit dem Auto (vorsicht, sehr schwierig und kaum Parkplätze) nähere Infos gibt es bei climate_bonn@yahoo.de .

Februartreffen 2002 (dann doch erst im April)

EINLADUNG & AUFRUF ZUM „FEBRUARTREFFEN im April“ vom 26. - 28. April 2002 in Düsseldorf
Seit dem letztjährigen Januartreffen haben sich Tempo und Rahmenbedingungen unserer Aktivitäten stark verändert. Während einerseits Genua und andere wichtige Gipfeltreffen eine deutliche Stärkung der sich ausweitenden antikapitalistischen Bewegung in Europa bedeuten, wird dieser neuen Stärke andererseits mit immer stärkeren Versuchen, diesen Widerstand zu brechen, begegnet; sowohl von Seiten des Deutschen Staates und europäischer Instiutionen wie Europol als auch auf internationaler Ebene. Die Geschehnisse seit dem elften September, wie der dauerhafte Kriegszustand und ein nie dagewesenes Bewaffnungsprogramm der USA  (in dessen Zuge Länder auf der ganzen Welt ihre eigene Militärmacht ebenfalls verstärken), haben diese Prozesse drastisch beschleunigt und die Auswirkungen sind schon jetzt vielerorts auf verschiedene Weise zu spüren, was in Zukunft wohl noch zunehmen wird. Angesichts des wachsenden internationalen Widerstands und möglicher weltweiter ökonomischer Krisen muss sich der Kapitalismus auf immer brutalere Art und Weise zur Wehr setzen.  Das alles hat auch Auswirkungen auf den Ausdruck unserer Ideen im täglichen Leben, unsere lokalen Aktivitäten und Kämpfe, wo immer wir auch sein mögen.  Wenn wir nicht sehr vorsichtig sind, könnte es passieren, daß unsere Aktivitäten den neuen Umständen nicht mehr angemessen sind und wir könnten Gefahr laufen, die wichtigen Fortschritte der Bewegung in den letzten Jahren zunichte zu machen. Trotz dieser heftigen Veränderungen gibt es für uns natürlich immer noch Möglichkeiten, in den verschiedenen lokalen und globalen Kämpfen, die wir führen, an Stärke zu gewinnen.
Wir schlagen diesmal einen roten Faden vor, an dem AKs und Diskussionsschwerpunkte orientieren können: „Repressionszyklen; wie kann sich der Widerstand weiter äußern? Zyklen in der Bewegung. Reaktionen, neue Formen, Ziele, Vernetzung.“ Damit wird auch klar, daß wir nach langer Diskussion zwischen „Open Space oder AKs“ den Weg „Open Space UND AKs“ gehen möchten. Das Open-Space-Verfahren wird ohne roten Faden angeboten und ist somit vollkommen themenunabhängig. Ihr könnt auch noch spontan auf dem Treffen Vorschläge zu AKs machen.
Wenn Ihr einen AK anbieten möchtet, schickt uns neben der Ankündigung auch einen informativen Text, der als Arbeitsgrundlage im Reader und auf der Webside veröffentlicht werden soll. Zu den jeweiligen Texten wird es die Möglichkeit von Diskussionsbeiträgen geben, die Ihr selber auf die Seite setzen könnt. Das ergibt eine Möglichkeit der direkten konstruktiven Auseinandersetzung schon weit vor dem Treffen. Einsendeschluß für die Texte, die in den Reader sollen, ist der 15.März 2002.
Als Orgagruppe stellen wir auch diesmal wieder möglichst alles zur Verfügung, was zum Gelingen eines Treffens rund um den weltweiten Widerstand mit Perspektiven, nötig ist. Es wird für alle Diskussionen, ob vorbereitet oder nicht, die Erungenschaften des Open Space angeboten:

(Tiere bleiben allerdings weiterhin aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ausgeschlossen.)
Menschen, die mit organisieren möchten, können sich bei uns melden. Bitte ruft an, um den genauen Ort und die Uhrzeit zu erfahren. Menschen mit guten Ideen sind natürlich auch via, Telefon, Briefkontakt, Mailingliste, wie auch immer willkommen!!! Menschen mit Link-Wünschen sollen sich bitte melden.  Menschen mit Texten für die Webside und den Vorbereitungsreader möchten sich bitte auch melden! Wenn ihr Plakate und Flugies für Eure Stadt auszudrucken wollt, findet ihr die pdf Datei auf der Homepage oder ihr könnt Euch bei uns melden.
Alles kann, darf und soll gesagt werden - na gut, es gibt natürlich Ausschlußkriterien... das Übliche halt: Sexismus, Imperialismus, Kapitalismus, rechtes Gedanken“gut“, etc.
Auch diesmal kostet das Treffen Geld! Natürlich wird Euch auch diesmal eine Grafik mit den Angaben über Einnahmen- und Ausgaben auf dem Laufenden halten.
Bitte spendet soweit Ihr könnt und teilt uns mögliche Einnahmequellen mit oder organisiert selber Geld, damit das Treffen gelingen kann! Auch hier sind Ideen und Mitarbeit jederzeit willkommen und ausdrücklich erwünscht!  Denn wir möchten gerne die TeilnehmerInnenbeiträge so niedrig wie möglich halten. Alle anderen organisatorischen Angelegenheiten wie Wegbeschreibung, Übernachtung und weiteres findet ihr auf der Homepage oder auf Anfrage.  Nehmen wir uns die Zeit uns in Ruhe über Inhalte, Probleme, Realitäten und Visionen linken Widerstands Gedanken zu machen!  Wir freuen uns über einen tollen Kongreß mit Euch.
die IGLUs

Berichte, Bewertungen

Aus der Hoppetosse-Mailingliste

Hallo,
also ich persönlich fand das „Februartreffen im April“ eher enttäuschend. Klar war es schön, Menschen zu treffen und/oder kennenzulernen, mit denen ich sonst höchstens per Mailingliste kommunizieren kann. Klar war die Atmosphäre ganz nett und ziemlich entspannt. Politisch gesehen war es aber erschreckend belanglos.  Ein Grund dafür war sicherlich, dass für das Konzept zu wenig Menschen anwesend waren. Falls es aber das Ziel war, Austausch und Vernetzung emanzipatorischer Menschen und Gruppen voranzubringen, ist dies wohl nicht allein an der geringen TeilnehmerInnenzahl gescheitert, sondern auch daran, dass es viel zu wenig emanzipatorische Basisgruppen gibt (auch „meine“ würde ich höchstens bedingt dazurechnen), die vernetzungsfähig und -willig sind. (Beides hängt natürlich zusammen). Außerdem wurde seitens der OrganisatorInnen mit der sich ja bereits Freitag Abend abzeichnenden Situation m.E. äußerst schlecht umgegangen. Das Plenum fand ich extrem nervig und in dieser Form schlicht überflüssig. Gerade wenn ohnehin nur so wenig Menschen da sind (und wohl auch sonst), kann ruhig darauf verzichtet werden, genau festlegen zu wollen, wann denn nun wie welcher AK sein soll. Hier fand ich den Vorschlag des „Kritik-AKs“ (den ich leider verpasst habe), eine Art „Stundenplan“ auszuhängen, in den die AKs und WSs eigenständig eingetragen werden können, sehr gut. Dies wäre übersichtlicher als das Info-Brett, würde es erleichtern, auf andere AKs Rücksicht zu nehmen (bei so wenig Menschen konnten ja allerhöchstens drei gleichzeitig laufen) und auch „open space“-Elemente ließen sich so wohl eher integrieren. Das würde vielleicht auch die Diskussion, ob es denn nun „open space“ geben sollte und was das denn nun eigentlich ist aus dem Plenum (das dafür gar nicht gedacht war und welches so unnötig in die Länge gezogen wurde) in einen  (Spontan)AK daran interessierter Menschen verlagern.  Ein Eröffnungsplenum sollte m.E. lieber dafür genutzt werden, dass sich alle kurz vorstellen (Name, Ort, Gruppe) und sagen, mit welchen Erwartungen sie zum Februartreffen gekommen sind. Das hätte auch ein emanzipatives Moment, da so alle mal zu Wort kommen (können). Weiterhin wäre es sicherlich nicht schlecht, wenn bereits feststehende ReferentInnen dabei ihren AK kurz vorstellen würden, damit sich im nachhinein (und das sollte zu Beginn des Plenum auch so erklärt werden) an den AK interessierte Menschen an sie wenden können, um mit ihnen gemeinsam eine Zeit (und evtl. noch mehr) zu vereinbaren.
Noch was zu open space: die beste Diskussion, die ich auf dem Treffen hatte, war die am Sa. Abend bei Tische, die sich um Organisation, Vernetzung, Labelpolitik etc. drehte. Dies würde zwar das Konzept von Jörg B. in gewisser Weise bestätigen, andererseits habe ich bei solchen Diskussionen aber schon oft die Erfahrung gemacht, dass die Themen recht schnell wechseln.  Das ist ja auch okay, aber das macht es eben schwierig festzuhalten, dass an Tisch xy gerade über abc gesprochen wird.
Um aber auf den Ausgangspunkt zurückzukommen: Wenn es ein weiteres Februartreffen geben soll (in welchen Monat auch immer ;-) ), muss sich unabhängig von der konkreten Ausgestaltung einiges ändern. 
Ziel sollte es v.a. sein, mehr Menschen und
Gruppen zu mobilisieren und dass diese sich im Vorfeld klar(er) darüber werden sollten, was sie denn eigentlich dort wollen, wieweit sie zu welcher Vernetzung bereit sind etc. Das können (und sollen) die OrganisatorInnen selbstverständlich nicht alleine erwirken, aber sie könnten zumindest einige Anstöße geben. So wäre es wahrscheinlich hilfreich, wenn die Einladungen eher ´rausgehen würden und wenn gezielt bekannte (nicht im Sinne von „prominent“[!]) Menschen und Gruppen aus dem Bundesgebiet und darüber hinaus schon im Vorfeld angesprochen würden, ob sie nicht vielleicht für das Februartreffen mobilisieren wollen. Zudem wäre es sicher sinnvoll, schon im Vorfeld klarer zu machen, worum es denn eigentlich gehen soll.
Faulheit, Luxus, Anarchie
Micha
P.S.: Bitte versteht den Text als politische und nicht als persönliche Kritik.  P.P.S.: Auch ich weiß um die Schwierigkeiten, gerade in Zeiten einer niedergehenden Bewegung, selbst wesentlich kleinere Sachen als das Februartreffen auf die Beine zu stellen.
Zum Abschluss: Was lief denn in Saasen? Ist so wenig passiert, dass es niX zum Schreiben gibt, oder soviel, dass ihr niX mehr schreiben könnt?

Hallo Allerseits!
Danke der Nachfrage, mir geht es mittlerweile wieder besser. Daher konnte ich mich heute auch auf die Auswertung stuerzen.  Doch was mich hier erwartete, entsetzte mich.
Ich vermute, die Texte werden spaetestens Mittwoch ueber die Mailinglisten geschickt, also bitte noch ein bisschen Geduld. Soviel sei hier verraten:
Es gab 25 angekuendigte AKs, davon fanden 18 statt und bei 5 der stattgefundenen AKs gab es schriftliche Zusammenfassungen oder zumindest irgendeine weiterfuehrende Notiz.
Zudem fanden mindestens 10 Diskussionen im Rahmen von OpenSpace statt.  Dies entspricht insgesamt mindestens 23 Gespraechsgruppen, die bis auf ihre Ankuendigungen keinerlei Kommunikation ausserhalb ihrer Gespraechsgruppe zugelassen haben!
Ob es sich nun um AKs handelte, die Aufgrund des Beduerfnisses der Referent/innen entstanden oder Aufgrund von Anfragen von (potentiellen) Teilnehmer/innen oder ob es sich um im direkten OpenSpace entstandene mehr oder weniger spontane Informations- und Diskussionsrunden handelte - das gesamte Februartreffen war ein Kommunikationsforum. Doch wer das Pech hatte, sich nicht teilen zu koennen und sich darauf verliess, dass aus der Kommunikationsstruktur der OpenSpace-Idee tatsaechlich das erwachsen koennte, was daraus erwachsen soll - naemlich eine verbesserte Kommunikationsstruktur mit der Moeglichkeit, ueberall etwas mitzubekommen - war die/der Gearschte.
Ja, es ist schon laestig, Stichworte zu notieren, sie moeglichst sogar zwischendurch aufzuhaengen, doch spaetestens nach einem AK, einer Diskussion, der Ausformulierung einer Idee etc. kann es nicht zuviel verlangt sein, dieser Hauptpraemisse des OpenSpace zu folgen. Nicht weil es sich um Schikane handelt, sondern weil Kommunikation alles ist!
Es gab eine geaeusserte Kritik an dem Versuch, das Februartreffen nach den Vorteilen des OpenSpace auszurichten: es haette alles moeglichst in einem Raum stattzufinden, damit die Gruppen sich spontaner aufloesen und zusammenfuegen koennen und das „Gesetz der Fuesse“ besser funktionieren koennte.... (das waere uebrigens jederzeit im Foyer moeglich gewesen, ebenso wie es moeglich war, sich in die verschiedenen Seminarraeume zurueck zu ziehen)
Doch das war die einzige Kritik - es fiel offenbar niemanden auf, dass es keinerlei Kommunikation ausserhalb der wahrscheinlich hermetischen Gruppen gab. Selbst wenn das „Gesetz der Fuesse“ noch so gut funktioniert haben sollte, ist es unwahrscheinlich, dass alle alles jederzeit mitbekommen haben. Es ist sogar unwahrscheinlich, dass alle wenigstens das Wichtigste mitbekommen haben. Insofern ist das sofortige schriftliche Fixieren der Gedanken, Zusammenfassungen, Ideen etc. ein Dreh- und Angelpunkt der OpenSpace-Idee!
Ich hoffe, dass zumindest noch ein paar Texte fuer den Nachbereitungsreader reinkommen. Der Einsendeschluss wird dann mit der oben angekuendigten Mail bekannt gegeben. Jedoch freue ich mich auch jetzt schon ueber Nachbereitungstexte.
Liebe Gruesse
Sylvia
P.S. Es hat mir dagegen grosse Freude bereitet, ein paar Leute wiederzusehen und andere kennenzulernen. :-)

Februartreffen im April Auswertung

Allgemeines
Ca. 70 anwesende Menschen.
25 angekuendigte AKs, davon fanden 18 statt, bei 5 der stattgefundenen AKs gab es schriftliche Zusammenfassungen.
10 Diskussionen im Rahmen von OpenSpace
(Dies entspricht insgesamt mindestens 23 Gespraechsgruppen, die bis auf ihre Ankuendigungen keinerlei Kommunikation ausserhalb ihrer Gespraechsgruppe zugelassen haben.)
Veranstaltungen
Globalisierung
? IWF-Einfuehrung (Conny)
Fand nicht statt. Connys Vorschlag, die Diskussion ohne sie zu fuehren, wurde nicht realisiert.
? Lokalisierung der Antiglobalisierungsbewegung (Prol-position)
Fand statt. „1. Was koennen wir in unserer Region/Ort machen? 2.  Wie koennte ein breites Netzwerk nuetzlich sein? z.B. Austausch Info ueber aktuelle Kaempfe in unserem Gebiet. 3. Space/Raum - freie, offene, politische/physische Raeume schaffen: warum, weshalb, wo?“
? Globalisierung - Klassenkampf weltweit (Arbeitsscheue InternationalistInnen aus Ehrenfeld)
Fand statt. „Klassenkampf, Globalisierung, Revolution.
Argentinien - Sonderfall oder Perspektive. Prekarisierung und neue Kaempfe:
McDonalds, Einzelhandel, Putzarbeit, Muellbeseitigung. (zu den Streiks bei McDonalds, Pizza Hut usw. in Paris und Frankreich; den Streiks bei der Bahnreinigung in Italien und hier; dem Kampf der Muellarbeiter in Brighton letztes Jahr und den Fragen der Unterstuetzung; Migration und Arbeiterkampf).
Kaempfe von Prekaeren. Asien: eine junge Arbeiterklasse in Aufruhr (kaempfe
von
TextilarbeiterInnen in Indonesien, zur Entwicklung von Klassenkaempfen in
ganz Asien). Schlussfolgerungen: Von der Antigloblaisierung zum globalen
Klassenkampf, vom Appell an den Staat zur proletarischen Selbstbefreiung,
Solidaritaet und eigene Kaempfe im Alltag der Ausbeutung und
kapitalistischen
Herrschaft. McDonalds
? Globalisierung und das Danach (Thomas Duermeier)
Fand statt. Keine Notizen.
? Projektvorstellung Boykott der Weltbank (Daniel)
Fand nicht statt.
Antirepression
? Buchprojekt Antirepression (Rehzi)
Fand statt. Keine Notizen.
? Wartalk (Serjo)
Fand statt. Keine Notizen.
Menschen im alltaeglichen Widerstand
? Europen Social Consulta (Uri Gordon)
Fand statt. Keine Notizen.
? Queer: Gender, Emanzipation, Mehrgeschlechtlichkeit (Flori)
Fand statt. Keine Notizen.
? Queer: Gender, Emanzipation, Mehrgeschlechtlichkeit (Daniel G.)
Fand nicht statt.
Neue und alte Wege des Widerstands
? Kommunikationsguerilla (Joerg P.)
Fand nicht statt.
? Gewaltfrage im Widerstand (Basti)
Fand nicht statt.
Flucht und Migration
? Plan Colombia (Wilson)
Fand nicht statt. Infos lagen aus.
? Politische Gefangene und ihre Ideale (the voice africa forum)
Fand statt. Keine Notizen.
Anarchismus
? Max Stirner - Theoretiker des modernen Anarchosyndikalismus (Aljoscha)
Fand statt. Keine Notizen.
Organisation von Unten
? Neues Zeitungsprojekt zu Widerstand und Visionen (Joerg Bergstedt)
Fand statt. Keine Notizen.
Uni-Aktivitaeten
? Vorstellung des AStA-Projektstellenkonzepts Schulterschluss - eine Bruecke zwischen Arbeitenden und Studierenden (Ulrich Schroeder)
Fand statt. „Der Referent vertrat die These, dass nur im Schulterschluss zwischen Studierenden und Arbeitenden oeffentlichen Druck der Bewegung aufgebaut werden kann. Um ueberhaupt Kontakt mit Arbeitenden knuepfen zu koennen und die Gelegenheit zu haben - wie bereits in Bochum geschehen, wo Studierende auf einer Belegschaftsversammlung von Opel in der Westfalenhalle vor 3000 Leuten Redezeit bekamen - um also ueberhaupt derartig wirksame Moeglichkeiten zu haben - muesse man die Scheu ueberwinden, mit etablierten „Institutionen“ wie Gewerkschaften (z.Zt. ist Schulterschluss in Kontakt mit ver.di) und - vor allem - Betriebsraeten zusammen zu arbeiten. (Wenn Arbeitende und Studierende sich gegen den gemeinsamen „Feind“ verbuenden, wenn Studierende Arbeitende bei Streik unterstuetzen, Arbeitende umgekehrt an den Protestveranstaltungen der Studies teilnehmen, besteht auch eine Chance, die diskursive Leistunterscheidung (guter, solider, stolzer) Arbeiter vs.  (fauler, egoistischer, verwoehnter) Student zu ueberwinden. Studierende sollen - so ein Teilnehmer - in ihren Widerstandsformen radikaler werden; wirkliche Druckmittel erlangen, was sowohl d. direkte Aktion, als auch durch institutionellen Schulterschluss moeglich ist. Resuemee: Kooperation, Synergie, Zusammenarbeit zwischen Studierenden u. Arbeitenden = > ohne Vereinnahmung durch Gewerkschaften als Befriedungskraefte, selbststaendig auf allen Ebenen und in einer Diversitaet der Formen. Wer moechte eigenen Initiativen an seiner Uni/in seinem Betrieb starten? Kontakt:
u.schroeder.ruhr-uni-bochum@gmx.de“
* (Aus)bildungskritik am Beispiel der Unis (Sy.bi.le syndikat bildung leipzig)
Haette stattfinden koennen; leider keine TeilnehmerInnen.
Weitere
Infos: www.bildungskritik.de www.ag-seminare.forumfreiheit.de
Computer als Verstaendigungsmedium im Widerstand
? Freie Software und Gesellschaft - Die OEkonux-Debatte (Benni Baermann)
Fand statt. Keine Notizen.
? Datensicherheit im Netz (Foxx)
Fand statt. „Gelungene Sensibilisierung, den Computer und die Internet-Kommunikation nicht einfach nur zu benutzen, sondern auch wirklich verstehen zu lernen, was unter der Oberflaeche stattfindet. Selbstbestimmung bedeutet auch, verstehen zu lernen, was man eigentlich tut. Wenn man die Technik benutzt. Genaue Infos gibt es unter:
www.free.de/Zope/Februar/public/zwicki. Resuemee: Versteht die Matrix! Macht Euch nicht zu Anhaengseln der Technik!
? Kommunikation, Nettiquette, Interpretation & Missverstaendnisse (Andreas)
Fand nicht statt.
Kritische Analysen
? Herrschaft ausmachen (Schoener Leben Goettingen)
Fand statt. Hinweis auf Schoener Leben Goettingen Mailingliste:
Lokales Diskussions- und Informationsforum und Infos ueber die Arbeit von
Schoener Leben; Eintragung ueber eine leere E-Mail an
schoener-leben-subscribe@yahoogroups.com; e-Mail
post@schoener-leben-goettingen.de  Veroeffentlichungsarchiv
www.schoener-leben-goettingen.de
? Alternativen zur Neoklassik (Thomas Duermeier)
Fand statt. „Erfahrungsaustausch zu Theorien der politischen OEkonomie.“
Visionen
? Niemals zum Objekt machen/lassen !!! (Annette)
Fand statt. Keine Notizen.
? Zukunftsvisionen: eine theoretische Herangehensweise (Uri Gordon)
Fand statt. Keine Notizen.
OpenSpace
? Direct Action for Hipp(ies)
„Kurztreffen zur Planung eines DA-Zeltes/Trainings/Workshops auf dem Burg-Herzberg-Festival (mit Live-Musik)“
? Diskussionseinstieg / -fortfuehrung
„Wir und Die - Auf der Suche nach Agitationsobjekten oder BuendnispartnerInnen? Politisch und selbstbestimmt handeln - Widerspruch oder Kategorienfehler? Zwaenge selbstbestimmt annehmen - Wie geht das mit dem Frei-sein?“
? Anti-Bundestaxwahlzeitung
? Israel
? Aktionen zur Bundestaxwahl / AntiW@hl
? Strasburg Camp-Info
? Atomforum rocken
? Freiraeume verteidigen
„Projektwerkstatt in Saasen verteidigen.“ Infos lagen aus.  Regelmaessig jeden 01. Mai. Infos und oeffentliche Erklaerung der Soko „Sozialrassismus“ unter www.projektwerkstatt.de/pwerk/saasen/progrom.html.  Kontakt: saasen@projektwerkstatt.de, www.projektwerkstatt.de/saasen.
? Struktur Februartreffen - Probleme und Vorschlaege
? Schuetzen von empfindlichen Daten auf dem eigenen Compi fuer Anfaenger
 

Kulturelle Highlights
? Japan Collage (Flori)
Kommentar hierzu: Haiku-Hommage an Donna San von das O. und anderen.
? Spiral‘ne Hure angstschmerzlustvoll ausgesaugt auf zum Orient
? Zeig uns Deine Welt Werbemensch und Anarchist wir kaufen alles
? Ploetzlich ward Leben Lust Muede malmend Konferenz Gesang vertrieb Frust
? Dionysos‘ Welt des Floris Glueck ward unser Japan-Collage
? Tokio Dekadenz so fern streichelnd Gertenhieb Maske zeigt Gesicht
? „Because I am God“ Fremder Weltenzauberton Sinneinjektion
? Videos
Indymedia newsreal
Europe under attak
Deportation alliance
Global insights #4
Un Mumia, des Mumia
Pink&Silver
No border no nation
The voice refugee forum 2001
Guerilla vision
? Randy und Nico
Solikonzert fand statt
? Yoga mit John
Fand mangels TeilnehmerInnen nicht statt.
? Party
Wurde zur gemuetlichen Plauderrunde bei Kerzenschein und Musik.
Sonstiges
Linkliste
www.bildungskritik.de (Portal und Forum fuer bildungskritische Texte, Theorien und Alternativen) www.ag-seminare.forumfreiheit.de (Selbstorganisierte Seminare in Leipzig) www.free.de/asti www.projektwerkstatt.de/hoppetosse (Netzwerk fuer kreativen Widerstand) www.wahlquark.tk (Anti-Bundestaxwahlkampagne) www.queergestellt.de (Queergruppe aus Koeln) www.opentheory.org (Theoriedebatten zu freie Kooperation usw.) www.ainfo.ca/de (A-Infos) www.postgender.de (zu Intersexualitaet und leben nach den Geschlechtern) www.free.de/schwarze-katze (Texte zu Anarchismus und mehr)
Anfrage
? Gibt es im Internet (oder sonst wo) Listen von Lebensmitteln in DM zum Erinnern und Umrechnen in Euro? Antwort erbeten an info@februartreffen.de.

Die nächste Phase: Direct-Action-Netzwerk (ab 2001)

Organisierung von unten: Haupttext, Bericht der Treffen 4. Advent 2001, Ostern 2002 & 24.-28. August 2002
Zur Zeit befindet sich "Hoppetosse", dieser Nicht-Zusammenhang, klar in einer Krise. Die Kritik an Dominanzen in der "Linken", an staats- und marktorientierten Ideologien und langweiligen Aktionsformen hat den Haß der Eliten geschürt. Menschen aus der Hoppetosse-Debatte wurden inzwischen mehrfach schon vor Aktionen und Treffen verboten - viele "linke" Eliten übertreffen in ihrem Wahn von Ausgrenzung, Überwachung, Kontrolle usw. die Bullen!! Die Vorgänge haben Frustration geschaffen.
Zudem haben sich einige Menschen, die bisher sehr aktiv waren, aus dem Zusammenhang zurückgezogen - z.T. als Rückzug ins Private, z.T. aber auch zunehmender Akzeptanz von NGO- und Elitenstrategien.

Wenn es in Doitschland, diesem Staat mit der wohl weltweit am übelsten strukturieren, hierarchischen und staatsfetischistischen "Linken", wieder eine Chance für Organisierung von unten und kreativen Widerstand geben soll, ist ein neuer Anstoss nötig.
Anfang 2003 regte sich wieder ein bisschen mehr: Gegen die NATO-Tagung formierte sich ein kleiner, aber bunter Widerstand (v.a. Pink-Silver), zudem gab es einige Treffen wie das Aktionskunst-Seminar in Saasen und fettes Direct Action Camp Ostern auf Burg Lutter ... allerdings endete es dort wieder jäh mit einer prügelnd-mackeriger Lutter-Crew und dem Ende weiterer Vernetzung. Allerdings tat sich regional einiges. Neben den ständigen Aktionen in Mittelhessen bildete sich im Juni ein Direct-Action-Netzwerk in Bayern, zudem gab es in Berlin ebensolche Versuche.

Zum Bild rechts: Motiv aus einer Anzeige der Bundesregierung. Wir nehmen diese Aufforderung ernst ...

Zur Geschichte von Hoppetosse: Diese Seiten sollen die Diskussion um Widerstandsformen, Aktionsstrategien, politische Positionen usw. transparent machen. Am 13.-15.10.2000 startete ein offenes Forum zur Diskussion mit einem bundesweiten Treffen in der Projektwerkstatt in Saasen (Bericht).
Als "Rufname" der Vernetzung wurde vorgeschlagen: "Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand" (Aufruf dazu von einigen TeilnehmerInnen des ersten Treffens).
Was ist "Hoppetosse"? (Debatte von Mailingliste).

Bisherige (überwiegend gescheiterte) Versuche:

Weitere Versuche

Menschen-statt-Profite

Aufruf zur Bildung von Basiskollektiven
Der Text stammt von der Mailingliste des Hoppetosse - Netzwerk fürkreativen Widerstand. Nähere Informationen und auch das Angebot füreinen direkten Besuch, Treffen, Impulsreferat bei regionalen Infoverstaltungen über landfriedensbruch@gmx.de.

In München ist, ausgehendvon einer existierenden Gruppe, ein People-before-profits-Kollektiv gegründet worden - quer durch verschiedene Gruppen als Basisverbund für direkteAktionen, antikapitalistische Arbeit usw.
Wichtig ist mir nicht der Name,sondern die Idee - losgelöst von bisherigen Logiken und ohne Bezugauf einen einzigen Event etwas zu entwickeln, was wirklich wieder „Bewegung“darstellen könnte.
Diese Idee in vielen Orten einzubringenund aus dem plus bestehenden Gruppen/Vernetzungen auch überregionaletwas zu schaffen, waere das weitergehende Ziel. Dazu benenne ich einfachmal ein paar Ideen, nur so als brainstorming, um einen Anfang zu machen(die Ideen entstammen einem Telefonat von eben):


Also ... ich würde mich über Rückmeldungen - denn Strategiediskussionen und Weiterentwicklung in einer offenen Debatte (nicht nur in kleinen Runden ...) ist ja ein Sinn dieser Mailinglisten.
Und die DresdnerInnen können ja mal rückmelden, ob sie Lust haben, so ein Treffen zu organisieren (war ja hier schon mal ins Auge gefasst).
 

Aktuelle Informationen: Die Infozeitung für die Castor-Aktionen wird rechtzeitig fertigwerden. Zudem ist ein Termin für ein erstes Treffen von Leuten aus den Städten und Regionen zur Absprache von Vernetzung usw. angesetzt: 4.-6. Mai, als Ort wird Dresden geprüft.

Organisationsvorschlag für das Menschenstattprofite-Vernetzungstreffen in Dresden ... und weitere Treffen darüber hinaus
In einem Satz (Kurzgefaßt): Das Treffen in Dresden soll vor allem von einem neuen Organisationsansatz leben - statt unvorbereiteter TeilnehmerInnen, die in AGs den vorüberlegten Themen und Ideen weniger "CheckerInnen" lauschen, soll es in möglichst vielen Basisgruppen zu Vorbereitungen und Vorüberlegungen kommen, die dann am Freitagabend in gleichberechtigter Diskussion zu einem gemeinsam entwickelten Ablauf für das Treffen sowie zur Vereinbarung direkten Austauschs kommen.

Genauer:

  1. Der Zustand politischer "Bewegung" einschließlich bisheriger Treffen ist unbefriedigend
    Zur Zeit existiert keine Bewegung von unten - weder "Bewegung" als Bezeichnung einer breiten, miteinander wirkenden Vielfalt von Gruppen unterschiedlicher Themenschwerpunkte mit gemeinsamen Zielen und Aktionsformen noch als Organisationsmodell, wie die Kontakte laufen, nämlich als selbstorganisierter Austausch von Erfahrungen und Ideen, Diskussion, Streit und Weiterentwicklung. Vielmehr gibt es ein Nebeneinander bis hin zur Ausgrenzung, eine Organisation in Cliquen, intransparenten Handlungsformen usw. Die Versuche von Vernetzungstreffen (Expo-Widerstand, Januartreffen usw.) haben diese Probleme nicht überwinden können, vielmehr spiegelten sich die Probleme vorhandener, z.T. intransparenter Runden darin wieder, daß immer dieselben Kreise tendenziell die gleichen Themen anboten, für sich nach weiteren Aktiven suchten und kaum irgendein gemeinsamer Prozeß entstand.
  2. Notwendig ist ein neues Organisationsmodell, das der Idee von "Bewegung von unten" entspricht
    Nicht neue Themen (z.B. eine irgendwie noch kraftvollere Mobilisierung für Genua) sind der entscheidende Punkt, sondern die Frage der Organisation des Treffens. Daher halte ich für notwendig, daß wir ab dem Treffen in Dresden eine andere "Logik" der Vernetzung verwirklichen, die sich auch insgesamt in der Form der Zusammenarbeit von politischen Gruppen widerspiegelt. "Bewegung von unten" ist gleichsam sinnvoll und wirksam bei direkten Aktionen wie bei Veranstaltungen, Projekten oder eben Vernetzungstreffen. Die Situation, daß alles oder vieles von wenigen abhängt, deren Ideen dann die Masse unvorbereiteter Menschen "konsumiert", muß überwunden werden - egal ob beim Castor, bei Naziaufmärschen, bei gemeinsamen Veröffentlichungen oder beim Treffen in Dresden. Ein wichtiger Faktor ist die Vorbereitung. Nicht irgendwelche wenigen und oft intransparenten Wichtig-Leute bereiten das Treffen vor, sondern möglichst viele (am besten alle) der TeilnehmerInnen - in Diskussionen in ihren Basisgruppen und -zusammenhängen. Ideen für das Treffen, für Workshops, Vorschläge für gemeinsame Aktionen und Projekte, für den Ablauf des Treffens sowie Anfragen nach Unterstützung und Kooperation an andere Gruppen werden vorher entwickelt und dann zu Beginn des Treffens zusammengetragen.
    Das Treffen selbst muß so organisiert sein, daß es diese Selbstorganisation ermöglicht, in dem es zum einen von den Räumen und Arbeitsmitteln flexibel ist (verschiedene Räume verschiedener Größe, technische Infrastruktur für alle, die Ideen auch gleich umsetzen wollen usw.) und zum anderen dafür gesorgt wird, daß eine ständige Transparenz und ein Infoaustausch möglich ist (z.B. durch Wandzeitungen, einen Infopoint für den kontinuierlichen Austausch, Austauschplena usw.).
  3. "Bewegung von unten" beruht auf handlungsfähigen, selbstorganisierten Gruppen, die ihre Kommunikation, ihre Vernetzung und deshalb auch ein Vernetzungstreffen selbst entwickeln
    Ich schlage vor, daß wir als grundlegendes Ziel insgesamt und für das Treffen in Dresden (sowie folgende Treffen) definieren, ein kooperatives Verhältnis selbstorganisierter, handlungsfähiger Basisgruppen (örtliche Gruppen, überregionale Projektgruppen usw.) sowie deren selbstorganisierter Vernetzungen (Widerstands-Kollektive u.ä.) anzustreben. Alle gemeinsamen Treffen, Diskussionen, Aktionen usw. entspringen der Debatte in solchen Basisgruppen. Damit wird die bisherige Logik, daß vor allem eine recht kleine, z.T. untereinander zerstrittene Runde von "CheckerInnen" alle Treffen und Themen dominieren, abgelöst durch eine Form, bei der Vordiskussionen laufen. Das hindert niemanden, sich einzubringen - allerdings bedeutet es die Notwendigkeit von Diskussionen im Vorwege. Vernetzungstreffen können nicht mehr von Einzelnen als ihre Basisgruppen und Rekrutierungsebene "mißbraucht" werden.
  4. Konkrete Vorschläge für das Treffen in Dresden
    4.1 Vorbereitung in Basisgruppen und Kollektiven
    Auch wenn es zeitlich eng geworden ist ... es wäre super, wenn möglichst viele noch die Zeit dafür finden, ganz konkrete Überlegungen für das Treffen in Dresden zu entwickeln, diese sowie dafür nötiges Material u.ä. mitzubringen und am Freitagabend einzubringen, also z.B. ...
    • Vorschläge für gemeinsame Aktionen
    • Vorschläge für gemeinsame oder vernetzende Projekte (Zeitungsprojekt, Internet ...)
    • Vorschläge für weitere Treffen, Seminare und die weitere laufende Vernetzung
    • Konkrete Bitte um Unterstützung bei eigenen Projekten oder Angebot, wo die Gruppe andere unterstützen könnte (z.B. zusammengefaßt auf einem Zettel, der dann den anderen Gruppen ausgehändigt wird - weiterhin mein Vorschlag: Alle bringen jeweils einen 30fach kopierten Zettel mit, auf dem notiert ist, bei welchen Projekten KooperationspartnerInnen oder Unterstützung gesucht wird und wo eine Gruppe anderen helfen könnte, z.B. mit Know-How, Geräten u.ä.).
    4.2 Start am Freitagabend
    Alle Basisgruppen bringen ihre Vorschläge ein, Diskussion darum, Festlegung der Phasen und der konkreten Themen der Startphase. Zudem werden die Zettel ausgetauscht und eine Form der ständigen Informationstransparenz vereinbart: Vorschlag (wenn machbar) ist ein Infopoint mit Wandzeitungen sowie einige Austauschplena, auf denen keine Entscheidungen gefällt werden, aber aus denen neue AGs usw. entstehen können.
    4.3 Wechsel von Kleingruppen und Informations-Plena
    Das Ganze orientiert sich am Open Space, d.h. es können ständig neue Gruppen entstehen dadurch, daß die Idee dazu entsteht/Menschen es wollen. Jede neue Gruppe muß transparent werden, damit alle Interessierten auch dorthin kommen können (siehe 4.4). Typische Entstehungswege sind Gruppen, die sich von bestehenden abspalten, weil dort eine neue Idee oder ein neues Thema geboren wurde, oder aus einem Austauschplenum als neue Fragestellung u.ä. entstehen.
    4.4 Schaffung von Transparenz
    Um die Teilnahme aller Interessierten an einem Thema oder Projekt zu ermöglichen und die Kooperation zwischen Gruppen zu ermöglichen, sollte eine hohe Transparenz bezogen auf die beteiligten Aks, Basisgruppen, Projekte und AkteurInnen erreicht werden. Mein konkreter Vorschlag ist, daß alle Gruppen sich nicht passiv verhalten ("wir reden mal da und da drüber und mal sehen") sondern (orientiert an der Idee von Planspiel) ihr Thema offensiv angehen, d.h. aus der Debatte heraus auch gleich gucken, wo sich Berühungspunkte mit anderen AGs (die ja transparent sind) oder auch Basisgruppen (deren Ideen usw. ja bekannt sind über die Zettel) ergeben und selbst Kontakt mit diesen aufnehmen (z.B. in irgendeiner AG entsteht die Idee für eine Aktion, zwei Basisgruppen, die dort nicht vertreten sind, haben aber ähnliche Interessen - dann Kontakt mit denen aufnehmen). Der Infopoint, die Austauschplena und die Wandzeitungen sollen vor allem zwei Zielen dienen: Wo paßt was zusammen (mit Verabredung, wenn es zu einem direkten Treffen kommt)? Welche neuen Ideen ergeben sich und wie werden die angangen (Verabredung neuer AGs u.ä.)?
    4.5 Streitkultur
    Unterschiedliche Positionen sind bislang oft Ausgangspunkt von Streit mit der Folge von Ausgrenzung. Manchmal scheint es so, daß es nur noch Freund/FreundIn oder Rauswurf gibt. Ich möchte für eine andere, offensive, Streit positiv begreifende Vorgehensweise plädieren. Unterschiede werden transparent gemacht, Streit eher noch herausgearbeitet und ausgetragen. Prozeß und Weiterentwicklung lebt sehr stark von Widersprüchen (Dialektik). Streitpunkte sollten wie neue Ideen und Projekte offengelegt und zum Austragen des Streit eingeladen werden - also z.B. über die Wandzeitung, das Austauschplena (dort nicht Streit austragen, sondern transparent machen und sich auf eine Vorgehensweise verständigen.
    4.6 Keine CheckerInnen
    Alle Vorschläge gehen von Basisgruppen, sich bildenden Projekten und AKs aus, d.h. sie werden zunächst dort eingebracht bzw. einen AK gebildet.
  5. Nach dem Treffen ist vor den nächsten ... Aktionen, Treffen usw.
    Das Treffen in Dresden ist nur ein Baustein auf dem Weg hin zu etwas, was es im deutschsprachigen Raum nicht gibt - eben "Bewegung von unten". Dazu gehören viele weitere. Das Wichtigste ist, daß handlungsfähige Gruppen entstehen - Handlungsfähigkeit entsteht aus der Aneignung von Möglichkeiten: Organisierung (ohne Hierarchien!), Aktionstrainings, politische Debatte (da auch Vermittlung von Positionen und Visionen zu den Möglichkeiten politischer Arbeit gehört), Aufbau selbstverwalteter Infrastruktur (Räume, Geräte usw.) und Arbeitsmittel (eigene Medien usw.). Sinnvoll wäre eine von unten entwickelte freie Kooperation zwischen den Gruppen in Städten und Regionen (siehe Vorschlag "Bildet Widerstandskollektive!"). Zudem und aufbauend auf diesen handlungsfähigen Gruppen können (und sollten?) Kooperationen überregional entstehen, z.B.
    • Zeitungsprojekt/Rundbrief mit dem Ziel der Diskussion von Strategien und Aktionsmöglichkeiten, Streitdebatten um Positionen und Visionen usw.
    • Seminare und Treffen zu Einzelthemen, die wichtig sind (z.B. Entscheidungsfindung von unten, Direct-Action-Trainings, Repressionsschutz usw.)
    • Archive und Projektzentren als Arbeitsplattformen (z.B. KABRACK!archiv und andere)
    • Internetprojekte und vieles mehr.
    Kurz angefügt einige weitere Bausteine:

    Seminar "Entscheidungsfindung von unten" (18.-20.5. in der Projektwerkstatt Saasen)
    Es geht um die Entwicklung von Formen, wie Gruppen und Vernetzungstreffen hierarchieärmer, kreativer und auch effizienter gestaltet werden können - also statt Dominanzgruppen und Laberplena lieber kreative Formen wie Planspiel, Open Space, Selbstmoderation oder ganz neue Formen, die wir entwickeln und ausprobieren. Info und Reader über thofo@aol.com.

    Direct-Action-Gathering (1.-4.6. im AJZ Bielefeld)
    Eine ganze Stadt für Trainings nutzen, über Organisationsmodelle für konkrete Aktionen reden usw. - und die UN-Konferenz zum "Klimaschutz" (in Wirklichkeit geht es ja darum, die Luft zu kauf- und verkaufbaren Ware zu machen, mehr Atomkraftwerke zu bauen usw.) als ersten großen realen Fall einer gemeinsamen Aktion vorzubereiten /einzuüben. Mehr über www.aktionsinfo.de/dan.

    Selbstorganisation in Alltag und Politik (15.-17.5 in Stuttgart)
    Welche Alternativen gibt es für Einzelpersonen oder Gruppen, das eigene Leben und politische Aktivitäten ohne Abhängigkeiten vom Markt (Verkauf der Arbeitskraft, Einkauf von Waren aus Ausbeutungsverhältnissen) und Staat zu organisieren?

    Klimakonferenz (16.-26.7. in Bonn, wichtigste Aktionsphase vom 16.-19.7., dann eventuell Gratiszug-Aktion nach Genua)
    Direkte Aktionen und kreativer Widerstand gegen die Ausweitung von Macht und Markt, hier die Verkaufbarkeit von Luftverschmutzungsrechten, getarnt als Klimaschutz. Mehr über www.risingtide.de und in den aktuellen Ö-Punkten. Wichtig: Vorbereitungstreffen für Direkte Aktionen: 18.-20.5. in Bonn.

Bericht des Menschen-statt-Profite-Treffens in Dresden (11.-13. Mai 2001)
Was geschah im Vernetzungstreffen menschenstattprofite in Dresden 11.-13.Mai 2001 (Ergänzungen zu den konkreten Ergebnissen Genua-Zeitung, Mailinglisten und Diskussionsforen, siehe Mails der vergangenen Woche, die Ergänzungen sollten möglichst noch ergänzt werden)
Freitag 11. Mai
ca. 20 Leute waren da.
Kennenlernrunde und längere Diskussion zu den Zielen des Treffens, die Meinungen reichten von „erst mal sehen, ob uns überhaupt etwas verbindet, ob wir in unserem Widerstand gemeinsame Ziele haben.“ bis zu „wir sollten uns auf konkrete Mobilisierungen wie Göteborg und Genua konzentrieren, statt Grundsätze und Ziele zu diskutieren“.
Die Menschen kamen überwiegend über Linksruck zu der Kollektividee. Mit dabei waren außerdem Mitglieder von Arbeitermacht, vom Dresdner Freien Radio coloRadio, von SAV sowie Leute aus diversen Umwelt- und DirekteAktionsGruppen und auch Einzelmenschen ohne Gruppe. Die meisten Leute kamen aus Dresden, sonst war, glaub ich vertreten: Chemnitz, Leipzig, Hannover, Mühlhausen, Berlin, Köln, Essen und Saasen.
Vorstellung der open-space-methodik.
Jede/r schrieb dann mal auf, welche Arbeitsgruppen er/sie am nächsten Tag gern gründen würde.

Hier ungeordnet die gesammelten Ideen:

Sonnabend, 12. Mai
aus der Fülle der Ideen fanden sich zunächst zwei Arbeitsgruppen
eine Arbeitsgruppe zum uralten und schon wieder aktuellen Streit zwischen SozialistInnen und AnarchistInnen über Herrschaftsformen und Chancen von Herrschaftsfreiheit (leider weiß ich nicht, was dabei rausgekommen ist, weil ich nicht dabei war, vielleicht kann da jemand ergänzen?)
eine Arbeitsgruppe zur Genua-Mobilisierungszeitung, die Ergebnisse hat Jörg
Bergstedt ja schon rumgemailt
später weitere eher konkrete Arbeitsgruppen z.B. zur Frage, wie die großen Events wie Genua für den regionalen Widerstand genutzt werden können, außerdem zu einer sächsischen Regionalausgabe der Mobilisierungszeitung ... fällt noch jemandem was ein?
Abends Plenum
Schwerpunkt: sinnvolle Nutzung der Mailinglisten, Einrichtung von Diskussionsforen im Internet, Kontakte zu linken Medien verbessern (z.B. eigene Redaktionen aufbauen)

Sonntag, 13. Mai
allgemeine Zerstreuung und Abreise

Meine Einschätzung
Die Beteiligung war viel zu gering, um von einem bundesweiten Treffen zu sprechen. Die wenig zentrale Lage von Dresden kann nicht der einzige Grund für die geringe Teilnahme sein. Ich vermute eher allgemeines Desinteresse und gut gepflegte Vorurteile. Schade war vor allem, dass die „ErfinderInnen“ der Kollektive nicht da waren.
Der große Anteil Linksruckies führte nicht zu einer Linksruck-Dominanz. Die Linksruckies und auch alle anderen waren nicht als VertreterInnen ihrer Organisation gekommen, sondern als diskutierwütige Individuen.
Die Fähigkeit zur Selbstorganisation ist noch nicht sehr weit entwickelt, irgendwie schienen nicht wenige Leute darauf zu warten, dass ihnen jemand sagt, was als nächstes dran ist. Ebenso ist natürlich dieses dünne Protokoll Ergebnis fehlender schriftlicher Zusammenfassungen aus den Arbeitsgruppen. Nur wer dabei war, kann also ein Bild von dem haben, was hier los war und auch davon nur bruchstückhaft, so dass strenggenommen alle ihre Eindrücke aufschreiben müssten. Trotzdem fand ich die Atmosphäre dieses Treffens sehr angenehm und denke, die SpontanArbeitsgruppen-Methode hat viele Vorteile.
Die Idee von MenschenStattProfite ist mir zwar im Ansatz klar, ich halte diesen aber für wenig praktikabel. Für die in Dresden bestehenden lockeren Kontakte zwischen den Gruppen braucht es keinen extra Namen und keine Organisationsstruktur. Kontinuierliche Zusammenarbeit kann ich mir kaum vorstellen, wohl aber bessere Abstimmung zu konkreten Mobilisierungen. Das mag von Stadt zu Stadt verschieden sein. Regionale Kontakte, wie zwischen Dresden, Leipzig und Chemnitz, werden hoffentlich wachsen. Eine bundesweite Vernetzung halte ich weder für aussichtsreich noch für erstrebenswert, weil ich Nationalgrenzen ablehne.
Vernetzungen kann mensch nicht einfach beschliessen, sie müssen langsam wachsen. Vielleicht nicht während bundesweiter Treffen, sondern Stück für Stück.
Jedenfalls war das Treffen für mich nicht umsonst, denn ich lerne immer gern neue Leute kennen.
Viele Grüsse aus Dresden Uta

Hinweis: Der oben beschriebene Versuch scheiterte.

24.-28. August in Saasen 2002: 5. Treffen "Organisierung von unten & kreativer Widerstand"

 

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