Projektwerkstatt

BERICHT EINER AKTION IN U- UND STRAßENBAHNEN

Ablauf der Aktion


1. Ablauf der Aktion
2. Reflexion
3. Kritikpunkte
4. Verbesserungsvorschläge

Eine Person mit bunt geschminkten Gesicht sprach die Menschen direkt an: "Die Fahrausweise müssen sie mir natürlich nicht zeigen ... wir haben hier für sie ein Alternativprogramm zur Dummglotzerei." Ein anderer Mensch überklebte parallel dazu die an der Decke montierten Fernseher mit DIN A4 Zetteln. Aufschrift: "Freifahrtscheine für alle. Für ein schönes Gratisleben!" und "Auf dem Weg in eine Welt ohne Kontrollen und Marktzwänge." Untermalt wurde das Ganze durch die Gitarrenmusik einer weiteren Person; in vielen Zügen wurden auch noch Widerstands - u. Ungehorsamslieder gesungen. Zusätzlich zu den Aktionsmaterialen hatten wir MD-Player und Fotoapparat dabei, um die Aktion zu dokumentieren (geplant ist eine Radiosendung und ein Doku für's Web).

Während der Aktion wurden Gratistickets und erklärende Flyer verteilt, zusammen mit der Aufforderung, sich an zivilem Ungehorsam zu beteiligen, also immer das Gratisticket vor zu zeigen und Kontrolleuris in Gespräche über zu verwickeln. Das Ticket also als Aufhänger für die Debatte um eine Welt ohne Verwertung, Geld und Ausbeutung nutzen. Bei Nachfragen wurden Möglichkeiten zum Umgang mit Kontrolleuris vorgestellt, in der mensch sich nicht in die Ecke drängen lässt, z.B. lenkende Fragen: "Warum sind sie so unfreundlich zu mir - gefällt ihnen das Ticket nicht?" oder "Sie machen ihren Job doch auch nur, weil sie das Geld brauchen." Am Ende baten wir manchmal um Spenden für die Kopierkosten ("Leider gehören uns die Prioduktionsmittel noch nicht"). Als Geschenk durften sich die Menschen eine selbstgebastelte Blume nehmen. Nach etwa zwei bis drei Stationen steigen wir aus, wechselten in den nächsten Wagen oder in eine andere Linie.

Als Variante mischten sich zwei Aktivistas unter die Mitfahris und versuchten, ihre Aufmerksamkeit mittels verdecktem Theater zu wecken. Dazu agierten sie ganz unterschiedlich, z.B. durch lautes Nachfragen ("Kennst du das ... was machen die da? Hast du schon so eion Ticket?"), Bestätigung ("Interessante Aktion") oder Nachfragen an die AktivistInnen ("Wie soll das gehen? Wer soll das bezahlen"), um diesen die Chance zu geben, Inhalte zu vermitteln.
Die Wirkung war unterschiedlich: Einige Menschen waren generell desinteressiert oder vergruben sich in ihre Zeitung. In einigen Situationen führte es tatsächlich dazu, dass plötzlich viele Leute Flyer haben wollten, Aufmerksamkeit stieg oder sich sogar nette Gesprächssituationen entwickelten. Eine andere Möglichkeit bestand darin, die Aktivistas anzugreifen, laut zu werden ("Das kostet alles Steuergelder ... Kommunismus klappt nicht" usw.), und eine andere Person eingreifen zu lassen, die die Aktion verteidigt.

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