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Effektiver Altruismus

Gleich zwei neue Bücher bieten Tipps für alle Menschen, die nicht Ursachen bekämpfen, sondern die Folgen besser lindern wollen. Der eine, Peter Singer, setzt sich schon lange mit solchen Fragen auseinander. Frühere Gedanken unter anderem zur Frage, ab wann menschliches Leben schützenswert ist, haben ihm viel Kritik eingebracht, ihn aber auch zur Ikone mancher Tierrechler_innen und missionarischer Humanst_innen werden lassen. In neuen Werk mit Untertitel „Eine Anleitung zu ethischen Leben“ (2016, Suhrkamp in Berlin, 237 S., 24,95 €) präsentiert er seine Leitlinien, wie Geldspenden gezielter eingesetzt werden können. Sein Plädoyer ist hoch-moralisierend, sämtliche Machtverhältnisse und Optionen zu deren Veränderungen werden ausgeblendet - so als hätten Unterdrückung, Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Umwelt keine strukturellen Ursachen. In seinem Fahrwasser schwimmt William MacAskill mit „Gutes besser tun“ (2016, Ullstein in Berlin, 288 S., 18 €), steigert den Ansatz dann zu einer grundlegenden Kritik, dass persönliche Verhaltensänderungen und nachhaltiger Konsum nichts bringen, um am Ende genau solche Vorschläge zu machen – und dazu auch noch welche, die zeigen, dass der noch recht junge Autor vor allem eines hat: Gar keine Ahnung von politischen Kämpfen und Handlungsmöglichkeiten. Effektiver Altruismus ist die Krönung der Idee, die Machtlosen zur modernen Schadensbegrenzungstruppen des Weltkapitalismus zu machen.

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