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PRESSEMITTEILUNGEN ZUM EXPO-WIDERSTAND

Expo 2000: Veranstaltung der Fremdbestimmung


1. Der schöne Schein der Expo & Die wirkliche Lage in den Ländern
2. Expo 2000: Veranstaltung der Fremdbestimmung
2. Technik auf der Expo 2000 ist Herrschaftstechnologie
4. Kritischer Text zum Agenda-Haus Berlin
5. Nationentag Mexiko auf der EXPO "bereichert"...
6. Pressemitteilung zu Buch-Neuerscheinung
7. Gesundrederei durch Expo-FunktionärInnen darf Kritik an Expo-Zukunftsbildern nicht verdrängen!
8. Gruppe Landfriedensbruch zum Deutschlandbild auf der Expo
9. Pressemitteilung zum Abbruch einer expokritischen Ausstellung

Kritik an der Art der Präsentation üben Expo-GegnerInnen. In einer Stellungnahme nach dem Besuch des Themenparkes äußerten sie sich entsetzt: ?Die Expo 2000 zeigt nicht nur ein Zukunftsbild, in dem technische Lösungen dominieren und die Mitbestimmung der Menschen stark eingeschränkt ist. Auch die Art, wie die Präsentation erfolgt, degradiert die Menschen zu Wesen, die keine eigenen Entscheidungen zu treffen haben?.

Der Themenpark der Expo 2000 präsentiert verschiedene Themen in großen, aufwendigen Ausstellungsbereichen. Durch fast alle führt ein vorgegebener Weg. Absperrungen und Betreuungspersonal achtet darauf, daß niemand diesen verläßt. Der Weg ist in der Regel dunkel, der Boden kaum oder nicht sichtbar. Die Ausstellungsstücke, meist Bildschirme oder Projektionsflächen mit oft platten, technikverherrlichenden Aussagen, sind die einzigen Lichtpunkte. So kann die Aufmerksamkeit der BesucherInnen voll vereinnahmt werden. Gespräche zwischen den BesucherInnen unterbleiben aufgrund der völligen Dunkelheit, der daraus folgenden Abhängigkeit von den Wegweisungen der Expo sowie der Licht- und Geräuscheffekte. Die Ausstellungsart führt somit dazu, daß die BesucherInnen völlig passiv konsumierend durch die Ausstellung gehen. Diskussionen oder längeres Verharren an einer Stelle sind kaum möglich, das Zurückgehen, um sich eine Präsentation nochmal anzusehen, gar nicht.
Ein besonders prägnanter Fall solcher manipulativer Präsentationsmethoden ist das Chemodrom in der Halle 7 (?Mensch?). Dort werden die BesucherInnen in ein Fahrzeug gesetzt und bewegen sich durch einen langen Tunnel. Dieser ist dunkel, nur die Informationen, die der Verband der Chemischen Industrie als Organisator des Chemodroms präsentiert, sind erleuchtet. Alle BesucherInnen erhalten einen Rundumlautsprecher umgehängt, der sie von den Geräuschen der Umgebung weitgehend abschirmt. Unterhaltung mit Mitfahrenden ist unmöglich, Diskussionen unterbleiben. Dabei wäre eine kritische Auseinandersetzung notwendig: Die Aussagen im Chemodrom kommen plakativ rüber, preisen Chemie und vor allem Gentechnik als Rettung gegen Hunger und Krankheiten. Hier wie auch in anderen Ausstellungsbereichen werden die Menschen mit ihren Krankheiten, Verhaltensweisen und dem unhinterfragt als ?Problem? bezeichneten Bevölkerungswachstum als Ursache von Umweltzerstörung und Armut benannt. Die Technik bringt die Lösungen.

Mit der Art der Ausstellung, in der Menschen zu KonsumentInnen degradiert und Mitgestaltungsprozesse, ja sogar die Diskussion überhaupt gezielt unterbunden werden, paßt sich die Expo 2000 ihren Zukunftsbildern an. Dort bleibt kein Platz mit für Selbstbestimmung von Menschen, alles ist nach den Notwendigkeiten der High-Tech und der Profitmaximierung geregelt. Die Expo 2000 ist selbst schon eine Umsetzung der eigenen technik-totalitären Logik.

Hinweise für JournalistInnen:

Telefonkontakt zur Expo-Kritik: Projektwerkstatt, 06401/903283

Unter dem Titel ?Freie Menschen in freien Vereinbarungen? ist ein Buch mit Visionen erschienen, die gegen die Expo-Zukunftsbilder stehen. Bestellungen gegen 19,80 DM bzw. als Rezensionsexemplar bei der Projektwerkstatt Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen, Tel. s.o., projektwerkstatt@apg.wwbnet.de

Unter dieser Internetadresse kann eine bislang unveröffentlichte Studie zur Expo 2000 heruntergeladen werden (PDF-Format). Diese war von der PDS in Auftrag gegeben worden, allerdings lehnte der Bundesvorstand sie wegen ihres brisanten Inhaltes ab.

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