Martin Luther

MARTIN LUTHER - KRITISCH BETRACHTET

Luther - deutschnationales Vorbild auch und gerade heute


1. Einleitung
2. Grundsätzliches zu Martin Luther
3. Die unbekannten Seiten des Martin Luther
4. Martin Luther - ein Vorbild?
5. Luther - deutschnationales Vorbild auch und gerade heute
6. Lob für den Hetzer
7. Aktion gegen Lutherverehrung
8. Links zu Martin Luther

Luther selbst zu kritisieren, ist müßig, da er tot ist (ach ja ...). Kritisch zu sehen ist, wie er durch den Film und auch andernorts nachwievor gehypt wird. Dazu noch ein paar Beispiele:
  • Mehrere evangelische Landeskirchen bezogen sich zur Zeit des Nationalsozialismus positiv auf Luther und begründeten mit ihm ihre Akzeptanz der Judenvernichtung (siehe Flugblatt).
  • Die Grünen benutzten das Konterfrei von Luther als positiver Bezug auf Reformen (siehe Scan ihres Zeitschriften-Titels rechts).
  • Die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD-Parteistiftung) veröffentlichte 1983 das Büchlein "Martin Luther - Ahnherr der DDR?", wo sie Luther zum Symbol für eine deutsche Einheit machte. Zitate daraus siehe Ausschnitte unten.
  • Im diesem Büchlein wird Erich Honecker (DDR-Staatschef) und die SED (DDR-Einheitspartei) zitiert mit sehr ähnlichen Aussagen zu Luther. Bemerkenswert sicherlich die SED-Aussage (unterster Scan), der schon sprachlich einen positiven Bezug so nationalem Sozialismus aufmacht!



  • In der Werbung für den Film "Luther" wurde mit der Überschrift "Eine deutsche Heldengeschichte" geworben.

Im Original: Kritischer Text der Giordano-Bruno-Stiftung
Volksheld, Antisemit, Hassprediger
Rund 250 Millionen Euro aus allgemeinen Steuergeldern bringt die öffentliche Hand für die "Luther-Dekade" auf. Der 500. Jahrestag seines angeblichen "Thesenanschlags" soll sogar als bundesweiter Feiertag begangen werden. Doch war Martin Luther ein Mann, den man feiern sollte? Nein, sagt die Giordano-Bruno-Stiftung, die in ihrer soeben veröffentlichten kritischen Luther-Broschüre aufzeigt, dass der Reformator einer der "wirkmächtigsten Vertreter des Judenhasses von Golgatha bis Auschwitz" war.
Für Adolf Hitler war Martin Luther "ein großer Mann, ein Riese", der "den Juden" sah, "wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen." Auch für den evangelischen Landesbischof Martin Sasse, der 1938 (nach der Reichspogromnacht) das Heft "Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!" herausgab, war der Reformator ein leuchtendes Vorbild, der "größte Antisemit seiner Zeit, der Warner seines Volkes wider die Juden".
Die Nationalsozialisten setzten um, was Luther 400 Jahre zuvor in seiner Hetzschrift "Von den Juden und ihren Lügen" gefordert hatte, nämlich Zwangsarbeit und Zwangsunterbringung für Juden sowie das Niederbrennen ihrer Synagogen. Von Martin Luther übernahmen die Nazis auch den Leitspruch ihres Hetzblattes "Der Stürmer": "Die Juden sind unser Unglück!" Kein Wunder also, dass sich "Stürmer"-Herausgeber Julius Streicher 1946 beim Nürnberger Prozess mit Berufung auf Martin Luther verteidigte: "Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank, wenn dieses Buch von der Anklagevertretung in Betracht gezogen würde. In dem Buch ‚Die Juden und ihre Lügen‘ schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezücht. Man solle ihre Synagogen niederbrennen, man solle sie vernichten."
Den meisten protestantischen Theologen sind diese geschichtlichen Zusammenhänge wohlbekannt, weshalb sie auf kritische Nachfragen durchaus einräumen, dass es bei Martin Luther "dunkle Flecken" und "beschämende Aussagen" gebe. Allerdings legt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) großen Wert darauf, dass hierdurch das öffentliche Bild des Reformators nicht beschädigt wird. Daher soll die Beschäftigung mit Luthers "dunklen Flecken" möglichst Fachkreisen vorbehalten bleiben, während für die breite Bevölkerung das Loblied auf den Verkünder der "Freiheit des Christenmenschen" angestimmt wird - angereichert mit allerhand harmlos-lustigem Luther-Tand wie etwa "Luther-Lutschern", "Luther-Bonbons" oder "Luther-Playmobilfiguren".
Die Giordano-Bruno-Stiftung möchte diesem unkritischen, geschichtsverfälschenden Luther-Bild entgegenwirken. Zu diesem Zweck lässt sie den Reformator in der Broschüre selbst zu Wort kommen. Dabei zeigt sich, dass Luther nicht nur ein besonders vehementer religiöser Judenhasser (Antijudaist) war, der den Begriff der "Judensau" wie kaum ein Zweiter popularisierte, sondern dass er auch im Sinne eines vormodernen Rassismus (Antisemitismus) gegen "die Juden" agitierte. So schrieb Martin Luther im Jahr 1543: "Das israelitische Blut ist vermischt, unrein, verwässert und verwildert worden. […] Dieser trübe Bodensatz und stinkender Abschaum, dieser verschimmelte Sauerteig und sumpfige Morast von Judentum sollte die Erfüllung des Messias verdient haben, aber doch nichts weiter ist als ein fauler, stinkender, verrotteter Bodensatz vom Blut ihrer Väter?"
Neben Luthers unbändigen Judenhass werden in der gbs-Broschüre auch die menschenverachtenden Positionen des Reformators gegenüber Frauen, "Hexen", Behinderten und aufständischen Bauern dokumentiert. Allerdings kann eine 12-seitige Broschüre nur einen kurzen Einstieg in Luthers Weltbild bieten. Daher verweist der Text zur weiteren Vertiefung auf die aktuelle dreibändige Edition der judenfeindlichen Schriften Luthers, herausgegeben von Karl-Heinz Büchner, Bernd P. Kammermeier, Reinhold Schlotz und Robert Zwilling (allesamt Mitglieder der gbs-Regionalgruppe Rhein-Neckar). Außerdem bezieht sich die Broschüre auf die von der gbs-Rhein-Neckar konzipierte Ausstellung "Von Golgatha nach Auschwitz" sowie auf das gleichnamige Buch von Reinhold Schlotz. Buch und Ausstellung ordnen Luthers Denken historisch ein und belegen anhand zahlreicher Quellen, dass die christliche Judenfeindschaft zwar keine hinreichende, wohl aber eine notwendige Voraussetzung für den Holocaust war.
Wer die Broschüre "Martin Luther: Volksheld – Antisemit – Hassprediger" im Luther-Jahr verteilen oder als Korrektiv zu den offiziellen EKD-Materialien im Unterricht einsetzen möchte, kann gedruckte Exemplare über dieses Formular kostenfrei beim Stiftungssekretariat bestellen. Die Onlineversion der Luther-Broschüre ist ab sofort als pdf-Datei über die gbs-Website verfügbar.


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