Fiese Tricks von Polizei und Jostiz

VERKEHRSWENDE IM VOGELSBERGKREIS

Noch mehr Autobahn? A49-Weiterbau von Schwalmstadt zur A5


1. Übersicht
2. Noch mehr Autobahn? A49-Weiterbau von Schwalmstadt zur A5
3. Was zerstört würde: Eindrücke rund um die geplante A49-Trasse
4. Straßen säen, Verkehr ernten - Betonpolitik geht weiter!
5. Bahn und Bus rund um Alsfeld und Lauterbach
6. Per Fahrrad im Vogelsberg

Dies ist die Eingangsseite zum Protest gegen den Bau der A49 und zur Verkehrswende im Vogelsbergkreis (www.keine-a49.siehe.website, ehemals "www.keine-a49.tk"). Die Links hier drüber führen zu den zugehörigen Themen, weitere Seiten zur Mobilität sind über das Menü oben unter Umwelt --> Verkehr zu erreichen.

Die Autobahn trotz Bekenntnissen zu Verkehrswende und Klimaschutz noch zu bauen, bloß weil sie schon genehmigt ist, gleich dem Menschen, der fest entschlossen abnehmen will, aber erstmal noch fünf Stücke Kuchen ist, weil die schon bestellt sind.
Barbara Schlemmer auf einer Veranstaltung in Gießen am 25.11.2019

Eine Autobahn bauen, weil es zuviel Autoverkehr gibt, ist wie das Aufdrehen eines Wasserhahn, weil der tropft.

Noch mehr Autobahn: Nördlich und südlich Stadtallendorf soll weiter gebuddelt, gesägt, gepumpt, asphaltiert und zerstört werden - die A49, parallel zur A5 gebaute Autobahn von Kassel Richtung Süden frisst sich durch Äcker, Wiesen und Wälder, durch Natur- und Wasserschutzgebiete, vorbei an Dörfern und kleinen Städten.

Ab sofort wieder Sonntagspaziergänge: 14 Uhr ab Mahnwache am Dannenröder Sportplatz - bitte mit 2m Abstand und Maske, die aber kreativ gestaltet sein darf!


Der Wald ist besetzt - Rodung für Winter 2019/20 daraufhin ausgesetzt!

Ausgewählte Presseberichte (Sammlung aller Pressetexte)

Rodung wurde für die Wintersaison 2019/20 gestoppt!
Die Oberhessische Presse schreibt am 11.10.2019: "Alle Baumfällungen an der A-49-Trasse sind auf den Zeitraum 2020/2021 verschoben." ++ Presseerklärung des Staatsunternehmens Deges ++ Ähnlich auf RadioFFH ++ Reaktion aus dem Bündnis "Keine A49"

Lageplan von Besetzung (schwarzer Kreis), Mahnwache (rot) und der Trasse ++ Weg dorthin über Waldwege ab Sportplatz Dannenrod oder B62 ++ nächste Bahnhöfe: Stadtallendorf und Burg-/Nieder-Gemünden ++ Mindestens tagsüber: Mahnwache am Sportplatz Dannenrod
Dannenröder Wald - Film von Susanne Fasbender & brandfilme ++ Kurzer Film aus Marburg (unten)

Die rechtliche Lage
Am 23. Juni 2020 legte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig fest: Ja, es gibt Planungsfehler. Die aktuellen wasserrechtlichen Vorschriften sind nicht beachtet. Aber das ist nicht so wichtig, daher darf gebaut werden.

Rund um die Besetzung: Proteste und Initiativen
Jeden Sonntag findet um 14 Uhr eine Protestkundgebung mit Waldspaziergang statt (fallen wegen Corona zur Zeit aus!). Meist geht es vom Sportplatz Dannenrod in den Dannenröder Forst zu den Baumhäuser, manchmal aber auch in andere Abschnitte der geplanten A49. Nutzt Zug und Fahrrad für die Anfahrt!
Radtour I: 13.30 Uhr ab Bahnhof Stadtallendorf (bis Dannenrod 9,3km mit 115m Steigung)
Gießen ab 12.39 Uhr, Marburg ab 13.05 (hält überall), Stadtallendorf an 13.25 Uhr
Treysa ab 13.06 Uhr, Stadtallendorf an 13.19 Uhr
Einzelfahrt 4,95€, Hin-/Rückfahrt=Tagesticket 9,65€, 5-Leute-Tageskarte 16,60€

Radtour II: 13.35 Uhr ab Bahnhof Ehringshausen an der Vogelsbergbahn (bis Dannenrod 11km mit 150m Steigung!)
Alsfeld ab 13.19 Uhr, Ehringshausen an 13.33 Uhr
Einzelfahrt 3,25€, Hin-/Rückfahrt=Tagesticket 6,35€, 5-Leute-Tageskarte 10,90€
Gegenrichtung aus Gießen-Grünberg-Mücke an 13.35 Uhr


Das Bauprojekt im Detail
Auf Wikipedia wird zum geplanten Endstück der A49 geschrieben:
Das Planfeststellungsverfahren für den letzten Abschnitt zwischen Stadtallendorf Nord und der Bundesautobahn 5 sollte ursprünglich bereits im Jahre 2004 abgeschlossen sein; zunächst sollte die A 49 mitten durch den östlich von Stadtallendorf gelegenen Herrenwald geführt werden. Im Jahr 2003 schlug das Regierungspräsidium Gießen den Herrenwald wegen seiner vielen seltenen Lebensräume und Tierarten – unter anderem existiert dort eine Population von Kammmolchen – als europäisches Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet (FFH-Gebiet) vor. 2004 erfolgte die Anerkennung. Der damalige hessische Verkehrsminister Alois Rhiel (CDU) stellte daher im Herbst 2005 eine Alternativtrasse vor, die näher an Stadtallendorf liegt, den Herrenwald aber nur am Rande anschneidet. Diese soll nun verwirklicht werden. Der Planfeststellungsbeschluss für den letzten Abschnitt wurde am 30. Mai 2012 erteilt. Eine Klage zweier Naturschutzvereine gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 23. April 2014 abgewiesen. Der letzte Abschnitt soll ebenfalls in einem öffentlich-privaten Projekt (ÖPP) finanziert werden. Aufgrund der Finanzierungszusage wurde Mitte 2015 mit einer Fertigstellung der A 49 im Jahr 2021 gerechnet.


Was zerstört würde: Wald, Wasser und mehr
Der Wald, die Landschaft, die Orte der Umgebung ... die Sammlung von Eindrücken auf der Extra-Seite.

Die A49 ist nur der Anfang - mehr Beton und Verkehr folgen
Aus dem Bericht "Industriegebiet an der A49 nahe Flosrshain: Schwalmstädter haben Angst vor Flächenverlust", in: HNA am 30.10.2019
„Zwischen Treysa und Florshain entstehen massive Quartiere an gewerblicher Nutzfläche“, so Jörg Haafke von der Initiative Schwalm ohne Autobahn. Betroffen davon sind vor allem Florshainer Landwirte, die mit erheblichem Verlust ihrer landwirtschaftlichen Nutzflächen konfrontiert werden. Ortslandwirt Hans-Wilhelm Rang: „Wir sind schon durch den Bau der A49 sehr stark betroffen, bei uns hat schon der Flächenverlust begonnen, als im Vorfeld der Autobahn die Umgehungsstraße gebaut worden ist.“ Die Florshainer Landwirte haben sich der vom Bauernverband gegründeten Initiative „Stoppt den Flächenfraß“ angeschlossen, denn Fälle wie in Florshain gibt es überall - rund 60 Hektar werden täglich versiegelt und entfallen der landwirtschaftlichen Nutzung. ...
Die betroffenen Flächen seien wertvolles Gebiet mit hoher Biodiversität, so Felix Liesegang, der auf die ökologischen Folgen durch die zunehmende Flächenversiegelung aufmerksam machte. „Wenn man vorhat, weitere Tier- und Pflanzenarten auszurotten, ist das Gewerbegebiet gut geeignet.“ Neue Gewerbeflächen seien überflüssig, so das Fazit der Initiative Schwalm ohne Autobahn. Haafke: „Die Stadt solle sich eher auf die vorhandenen örtlichen Verhältnisse konzentrieren und nicht auf die Schaffung eines Warenumschlagplatzes und eines Industriekomplexes vor den Toren der Stadt.“


Unser Gegenvorschlag: Verkehrswende statt Betonwüsten
Unterstützt die Forderungen der Schutzgemeinschaft Gleental! Und darüber hinaus:
  • Keinen Quadratmeter mehr für den motorisierten Individualverkehr - hier & nirgendwo!
  • Flächenverbrauch stoppen - keine neuen Straßen, keine neuen Gewerbegebiete!
  • Straßen erzeugen Verkehr – daher: A49 zurückbauen statt ausbauen!
  • Bahn statt Auto: Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf den Bahnlinien Kirchhain-Homberg und Alsfeld-Bad Hersfeld. Stärkung der Main-Weser- und der Vogelsbergbahn mit weiteren Haltepunkten und, bei letzterer, Begegnungsgleisen!
  • Fahrrad statt Auto: Ein Fahrradstraßennetz in allen Orten und Verbindungsrouten zwischen ihnen, vor allem zu den Zentren und zu Bahnhaltestellen!
  • Güterverkehr schrumpfen – regionale Wirtschaft stärken, globale Ausbeutung stoppen!
  • Güter auf die Bahn – mehr Güterverladestellen, Güterverkehr auch auf Nebenstrecken ermöglichen!
  • Güter aufs Fahrrad: Bereitstellung von Leih-Lastenräder in allen Gemeinden!
  • Nulltarif in RMV und NVV – Mobilität muss ökologisch und sozial gerecht werden!
  • Kurze Wege statt lange Fahrten: Läden, Schulen, Kindergärten, Arztpraxen ... zurück in Dörfer und Ortszentren!
  • Bessere Arbeitsbedingungen für Bus- und Lokführer*innen. Faire Ausstiegs- und Umschulungsangebote für Auto- und Straßenbauer*innen.

Beton- und Aspalt-Seilschaften
Für die Bundesregierung (Verkehrsministerium) soll deren Umsetzungsgesellschaft DEGES die A49-Planung vollstrecken. Auch die hessische Landesregierung (grüner Verkehrsminister) steht hinter dem Projekt. Vor Ort sind ebenfalls viele Gemeinden positiv zu Rodung, Versiegelung und mehr Verkehr(slärm) eingestellt - zum Teil in deutlichem Gegensatz zur Bevölkerung. Dazu gehört die Homberger Bürgermeisterin, aber auch der Gemeinderat von Gemünden. Der treibt es aber ziemlich seltsam und will sich quasi bestechen lassen. Gemeindegrundstücke werden der Autobahn geopfert, wenn diese für die Gemeinde wirbt.

Aus "A49: Gemündener stellen drei Forderungen für Grundstücksverkauf", in: Oberhessische Zeitung, 28.9.2019
Die Gemeinde Gemünden stellt drei Bedingungen für den Verkauf von Grundstücken, die von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) für den Bau der A 49 benötigt werden. Das war das einstimmige Votum der Gemeindevertreter, die am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Ehringshausen tagten.
Die Bedingungen sind erstens ein Lärmschutzwall für die Gemeinde Gemünden, zweitens die Umbenennung des Ohmtaldreiecks in Gemündener Dreieck und drittens ein Hinweis an der künftigen Abfahrt auf Gemünden.

Parteien äußern sich zur A49
Kathy Walter, grüne MdL, will Windenergieanlagen mit gleichen Mitteln durchsetzen wie Autobahnen.
Gesagt auf einer Veranstaltung in Gießen am 25.11.2019
Der Rechtsstaat muss etwas Beschlossenes auch durchsetzen.* Wir brauchen das nämlich auch für die Windenergie.
*Gemeint war die planfestgestellte Autobahn A49.

Staatsgläubigkeit dominiert Inhalte
Katy Walther auf Facebook
Gerichtsurteile sind das eine. Die Auswirkungen vor Ort zu sehen, etwas anderes. Als Sprecherin für Straßenbau muss ich den Planfeststellungsbeschluss und damit den Rechtsstaat verteidigen, als Mensch, Mutter und Klimaschützerin blutet mir das Herz. Die #A49 ist ein aus der Zeit gefallenes Projekt, dass nicht nur Natur- und Umweltschützern wehtut, sondern ganz normale Menschen auf die Barrikaden bringt. Beim Vor-Ort-Termin im Maulbacher Wald sind sogar Tränen geflossen. Ich werde mit den Menschen im Gespräch bleiben und ein wachsames Auge auf alle Ausgleichsmaßnahmen haben.

SPD/UWL Kirtorf: Wir wollen weniger Straßen, dafür bauen wir erstmal neue
Einen besonderen Spagat bieten diese lokalen Parteien. Sie tun so, als wenn Regionalität und damit verbundener Straßenrückbau zwar eigentlich gut sind, aber bis dahin soll weiter betoniert werden. Wie aber soll Regionalität entstehen, wenn die Politik das Gegenteil macht?

Aus der SPD/UWL-Fraktion, zitiert auf: Oberhessen live, 14.12.2019
Erst wenn sich ein gesellschaftlicher Wandel in Richtung auf eine stärkere Regionalität entwickelt, können wir auch das Straßennetz zurückfahren. Das ist aber noch nicht absehbar. Pendler brauchen eine gute Anbindung und die Anwohner der B 62 wollen den Durchgangsverkehr reduziert sehen. Das sind Aspekte, die derzeit durchaus für den Weiterbau sprechen.

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