Projektwerkstatt

DISKURSANALYSE

Konstruktion von Wirklichkeit


1. Konstruktion von Wirklichkeit
2. Herrschaftskritik nötig

Wichtig ist, daß auch unser Erkenntnisapparat ein operational geschlossenes System ist, das nicht eine äußere Weit abbildet, sondern eine eigene Wirklichkeit hervorbringt. Unsere Wirklichkeit ist ein Produkt unserer Erkenntnis. Sprachlich kann man unterscheiden zwischen der äußeren Realität und der Wirklichkeit, die in uns "wirkt" und die wir "bewirken", die uns nicht gegenübersteht, sondern durch uns hindurch geht. Erkennen ist also kein rezeptiver oder mechanischer Vorgang, sondern eine aktive Handlung. Wir erkennen, um zu überleben, nicht um Wahrheiten zu entdecken. Andere Lebewesen ? Insekten, Vögel oder Katzen ? verfügen über andere Wahrnehmungsfähigkeiten als der Mensch, weil sie zum Überleben andere Wahrnehmungen benötigen.

Wie wenig objektiv unsere sinnlichen Wahrnehmungen sind, zeigen die vielfältigen optischen Täuschungen. Farbe ist ein Aktivitätszustand unseres Nervensystems."Unsere Erfahrung einer Welt farbiger Objekte ist buchstäblich unabhängig von der Zusammensetzung der Wellenlänge des Lichtes, das von uns beobachteten Objekten ausgeht." (Maturana, Varela 1987, S. 26). Andererseits würden wir ohne diese Objekte auch keine Farben sehen oder besser gesagt: erleben. Wir nehmen eine Welt wahr, nicht wie sie ist, sondern wie sie uns erscheint. Gewiß ist lediglich die Tatsache, daß wir erkennen und daß diese Erkenntnisse uns Orientierungen und "erfolgreiche" Handiungen ermöglichen.

Siebert, Horst (2002): Der Konstruktivismus als pädagogische Weltanschauung. Frankfurt am Main: VAS (S. 21-22)

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