//_Auf der Suchen nach dem perfekten Sampler

Welchen Sampler sollen wir einpacken?

 

Erfahrungen, Tipps und schlechte Ratschläge für die Sampler-Suche

Sampler sind elektronische Geräte, mit denen Teile existierender Musikstücke und Klänge jeder Herkunft aufgenommen, verändert und wieder gegeben werden können. Manche wollen einfach nur ein paar Lieblings-Sounds immer wieder einstreuen. Bei anderen führt die exzessive Nutzung von Samplern dazu, dass aus lauter "geklauten" Geräuschen etwas Neues, ganze Songs oder komplexe Kompositionen entstehen, die sich wie ein gesamtes Orchester anhören. Einige Entwicklungen in der Musik sind fest mit dem Sampling verwoben, z.B. Hip Hop oder Drum & Base. Wer irgendwann auf die Idee kommt, selber sample-orientierte Musik zu machen steht immer auch vor der Frage nach dem "richtigen" Equipment. Dieser Text ist der Versuch, meine gesammelten Erfahrungen mit unterschiedlichen Samplern und einige grundsätzliche Überlegungen weiter zu geben - in der Hoffnung, dich bei der Suche nach dem für dich passendem Musikinstrument zu unterstützen.

Die Qual der Wahl?

Sampler sind ein Hilfsmittel, ein Werkzeug für deine Kreativität. Was aus den Outputs der Geräte kommt, liegt an dir - die Hoffnung auf "Wunderkisten", Kultgeräte oder Super-Sounds zu lenken dürfte vergeblich sein. Deshalb ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, dass du dir klar machst, was du eigentlich willst. Und vor diesem Hintergrund zu überlegen, welche Hilfsmittel dafür geeignet sein könnten, welche Funktionen du unbedingt brauchst. Stell dir doch einfach mal ein paar Fragen, um eine eigene Vorstellung zu gewinnen: Willst du einfach nur ein paar dreckige Drums? Willst du minimalistische Beats oder hochkomplexe Kompositionen mit vielen Samples machen? Suchst du ein Gerät, das dir volle Kontrolle bis ins letzte Details gibt oder ein schnell erlernbares, eingängiges Werkzeug für deine Ideen? Suchst du ein Musikgerät oder willst du am Computer arbeiten - oder beides? Du kannst dir möglicherweise viel Enttäuschung ersparen, wenn du dich damit beschäftigest, was du willst und was du von einem Sampling-Musikinstrument erwartest. It's on you - es liegt an dir ...

Zwischen AnhängerInnen unterschiedlicher Technologien toben Streits, die gewisse Ähnlichkeit zu religiösen Auseinandersetzungen aufweisen. Die Konfliktlinien drehen sich um die Ausrichtung auf Soft- oder Hardware, Bitraten usw. Manchen behaupten, Musik mit dem PC zu machen sei "nicht real" und überhaupt könne mensch mit Computern keine fetten Beats produzieren. Andere verstehen nicht, was spassig ist, stundenlang vor uralten Samplern zu sitzen und Geräusche mühselig nach Gehör zu schneiden. Manche schwören auf 16bit, andere auf den Sound von 12bit-Samplern, der wiederum dreckiger sei.

Es ist hochgradig unproduktiv, sich auf diese Grabenkämpfe einzulassen - denn hier geht es um Abgrenzung, die Vergewisserung der eigenen Identität, Normen usw. Auch wenn andere eine SP 12 oder MPC noch so toll finden, können dich diese Kisten vielleicht total anöden. Du solltest die Hilfsmittel benutzen, die deiner Kreativität entgegen kommen und dir Spass bereiten, egal was andere erzählen. Es gibt Leute, die mit Computern wunderbare Musik machen. Es gibt viele, die langweilige, standardisierte Songs produzieren - unabhängig vom genutzten "Gerätepark". Es gibt dennoch Argumente und Sichtweisen, die für bestimme Varianten sprechen und die durchaus gegeneinander abgewogen werden können, um die eigene Entscheidung zu erleichtern. Verschiedene Geräte selber anzutesten bleibt sowieso unersetzlich ...

Computer versus Sampler

Inzwischen gibt es verschiedene Software-Sequenzer, -Sampler und unzählige Programme, die einen PC mit guter Audiokarte zu einer kompletten Produktionsstätte machen, mit der du Musik bis zur fertigen CD erstellen kannst. Die Vorteile liegen auf der Hand: Samples können graphisch bearbeitet, präzise geschnitten und mit Effekten versehen werden. Probleme mit Sampledauer und Speicherplatz sind angesichts riesiger Festplatten kaum zu erwarten, die Datensicherung via CD-Brenner denkbar einfach. Daneben gibt es solide, alte Multimedia-Computer (z.B. Atari oder Apple Mac), für die es viele Musikprogramme gibt und die gut mit einigen Samplern zusammen arbeiten, wenn du eine Mischvariante anstrebst.

Was spricht für Sampler? Sampler haben einen Eigenklang, insbesondere ältere 12bit-Dinosaurier bringen nach meinen Hör-Eindrücken viel Druck in die Drums. Zwar können gute Soundkarten vieles nachahmen, aber an die Wandler in guten Samplern kommen diese nicht ran. Interessant sind vor allem die als eigenständige Musikinstrumente ausgelegten "Wunderkisten", die Sampler, Sequenzer, Effektgerät und mehr in eins sind: Die MPC-Reihe, Emu SP-12(00) oder z.B. die Sampling-Keyboards Ensoniq EPS, EPS 16+ und ASR 10. All diese Geräte haben eine eingängige, intuitive Bedienung. Und sie sind Werkzeuge für sample-basierte Musik, mit denen es sich anders arbeitet als mit Computern. Klar ist: Welche Arbeitsweise dir liegt, musst du natürlich selber heraus finden ...

Eine unendliche Geschichte

Ich selber habe lange Zeit mit einem PC gearbeitet und musikalische Gehversuche mit Soundforge (Wave Editor) und Cubase (Sequenzer) unternommen. Allerdings fand ich es nie toll, vor dem Rechner zu sitzen und auf den Bildschirm zu starren. Zudem fand ich den glasklaren, kalten Sound immer unbefriedigend. Aber vor allem hatte ich nicht das Gefühl, das mich der PC beim Umsetzen meiner Ideen unterstützt. Irgendwann habe ich dann angefangen, Sampler auszuprobieren - und bin darauf hängen geblieben. Für mich ist es viel einfacher geworden, kreativ zu sein, schöne Drums zu basteln oder komplexe Strukturen zu entwickeln. Das intuitive Musikmachen mit den Samples steht viel mehr im Vordergrund als vorher ... und vor allem macht es mehr Spass.

Das Suchen der "richtigen" Sampler war allerdings sehr anstrengend, da ich mich viel zu spät damit beschäftigt habe, was ich eigentlich will. Viele Entscheidungen waren vom Wunsch gelenkt, loslegen zu wollen, Überlegungen, was ich von den Kisten erwarte wurden anfangs an den Rand gedrängt. Mit mehr Reflektion hätte das anders laufen können. Naja, Hintergrund dieses Textes ist ja auch, dass ich vielleicht anderen helfen kann, etwas überlegter vorzugehen als ich. Ok, die unendliche Geschichte der Sampler beginnt ...

Anfangs habe ich eine SP 12 TURBO ausprobiert ... schöner, dreckiger Sound, aber nichts für die komplexe Musik, die mir vorschwebte. Es folgte eine MPC 2000XL ... Sequenzer, Drum Pads und die generelle Eingängigkeit haben's mir angetan, aber der Sound und der Sampler waren sehr schmälernd. Dazu kamen ein Akai s 950 ... wiederum mit knackigem 12bit Klang. Als letztes kam dann das Sampling-Keyboard Ensoniq ASR, das sich mit der MPC super ergänzte. Das vorläufige Ende der Geschichte ist ein Dreiergespann: Die MPC ist der Sequenzer, die ASR der Sampler. Den s 950 setze ich für druckvolle Drums und die Aufnahme vieler Samples ein, die später in die ASR wandern. Den PC nutze ich nur noch zur Bearbeitung der abgemischten Spuren und manchmal, um Samples zu schneiden und zu manipulieren, die ich in einen Sampler füttern will.

Sampler

Es sind unzählige Sampler verschiedenster HerstellerInnen im Umlauf. Die Auswahl der vorgestellten Kisten ist beschränkt auf Geräte, die ich selber ausprobiert habe oder immer noch benutze. Es gibt einige Seiten im Netz, auf denen viele alte und neue Sampler vorgestellt werden, z.B. www.synrise.de (Online-Archiv über Synthies und Sampler - englisch + deutsch) oder www.amazona.de (Testberichte über Sampler, Mischpulte etc.).
Worauf du achten solltest:

Viele Geräte werden nicht mehr gebaut. Daher solltest du dich genau informieren, ob Ersatzteile und Erweiterungen noch erhältlich sind (Mutec produziert immer noch Speichererweiterung für ältere Akai Sampler wie den s950). Auch beim Erwerb eines Sampler solltest du genau checken, was alles drin ist und was nicht. Das Suchen nach nicht mehr hergestellten Speichererweiterungen kann ganz schön nervaufreibend sein. Daher macht es Sinn, sich ein gut ausgebautes Gerät zu organisieren, auch wenn das vielleicht länger dauert.

Sampling "Workstations"

Sampling Workstations sind AlleskönnerInnen, die Sampler, Sequenzer und teilweise Effektgerät in sich vereinen. Diese "Wunderkisten" sind eigenständige Musikinstrumente, die für sample-basierte Mucke geschaffen wurden. Mit einem dieser Geräte hast du (fast) alles, um einen fertigen Song in das Mischpult einzuspeisen. Diese eigene, kompakte Produktionsweise macht den Reiz der Workstations aus. Zudem entfällt die umständliche Verkabelung von x Geräten. Alle, die sich der Kunstform des Samplings verschrieben haben, um Musik zu machen, sollten sich diese Kisten unbedingt mal ansehen. Wer nur ab und zu ein paar Samples einstreuen will, dürfte andere Lösungen bevorzugen.

Emu SP 12 / SP 1200 (12bit, Monosampling)

Eines der Kultgeräte im Hip Hop. Ausschlaggebend dafür dürfte der druckvolle 12bit-Sound, der eigene, raue Klang der SP und die einfache Produktionsweise sein. Der Dinosaurier verfügt über einen Sequenzer, d.h. mit der SP 12 hast du bereits alles, um eigene, einfache Songs zu basteln. Zwischen einzelnen Geräten gibt es allerdings große Unterschiede: Die SP 12 hat nur 2,5 Sec. Samplezeit, die SP 12 TURBO 5 Sec. Beide haben eine kleine Festplatte, aber kein Diskettenlaufwerk - es gibt einige 5,25 Laufwerke aus der c64-Ära, die angeschlossen werden können. Zudem gibt es eine Software (Drum Library - siehe www.emulatorarchive.com), um die Geräte an einen Apple Mac zu bringen. Die SP 1200 bietet dagegen 10 Sec. Samplezeit und ein 3.5 Diskettenlaufwerk - allerdings nicht ganz günstig. Tipp: Der Emu Emax I (als Keyboard und Rackversion im Umlauf) basiert auf dem gleichen Prozessor wie die SP, ist aber preislich viel erschwinglicher.

Wer die Kiste benutzt: Jel aus dem Anticon-Kollektiv zeigt immer wieder, was mensch aus den reduzierten Möglichkeiten dieses Dinos raus holen kann - eine LP hat er mit Bezug auf die bescheidene Samplezeit der SP 1200 "10 Seconds" getauft.

Rating:

  • Einfache Bedienung, eingängige Produktionsweise
  • Druckvoller, "dirty" Sound mit viel Eigenklang, der sich vor allem für Drums eignet
  • Beim Pitchen fangen Samples an zu "Glühen" - ich mag genau diesen, "angerissenen" Sound, aber wer Die Tonhöhe sauber anheben will, wird sich ärgern
  • Die Sampledauer und Monophonie (8 Stimmen) ist nichts für komplexe, vielschichtige Musik
  • Die SP 1200 wird aufgrund des Kultstatus teuer gehandelt. Für das gleiche bzw. deutlich weniger Geld sind technisch deutlich überlegene Geräte erhältlich

Ensoniq EPS 16+ / ASR 10 / EPS

Die EPS 16+ ist ein 16bit Sampling-Keyboard und eher ein Geheimtip. Sie verbindet eine relativ einfache Bedienung mit einer unglaublichen Tiefe in der Klangbearbeitung und Modulation. Zudem ist ein Sequenzer und ein Effektboard als Standard integriert. Einzigartig ist die Möglichkeit, Sounds mit Effekt zu re-sampeln. All das macht die EPS zu einem sehr kreativen Musikinstrument, um Samples zu variieren und in lebendige Klängen zu verwandeln. Sample-KünstlerInnen werden mit dieser Kiste viel Freude haben!

Die ASR 10 ist die Nachfolgerin der EPS 16+, wichtigste Neuerung: Der Speicherplatz kann auf bis zu 16 MB erweitert werden, erstmalig in der Reihe wird Stereosampling geboten. Zudem ist nun das Re-Sampling verschärft worden: Ganze Sequenzen oder live mit dem ASR eingespielte Abläufe können gesampelt und weiter bearbeitet werden. Zudem unterstützt eine höhere Version des Betriebssystems Harddisk-Recording via SCSI. Ansonsten sind nur wenige, durchschlagende Neuerungen dazu gekommen - wer auf lange Samplezeit und Stereosampling verzichten kann, dürfte auch mit der günstigeren EPS 16+ glücklich werden. Der Vollständigkeit halber: Die EPS ist ein 13Bit-Sampler, den ich leider noch nicht testen konnte ...

Sound-Beispiel: El-P benutzt eine EPS 16+, um seine kargen Beats zu basteln, die sich zu komplexen Kompositionen ausdehnen - das Instrumental-Album "Little Johnny From The Hospital" ist ein sehr hörenswertes Dokument abgefahrener, experimenteller Klangwelten am Rande von Hip Hop.

Erweiterungen:

  • Bis zu 3 MB RAM bei der EPS 16+, d.h. 1 MB Speicherweiterung plus 1 MB Flashbank
  • Bis zu 16 MB RAM bei der ASR 10 mit Speichererweiterungen
  • Output-Erweiterung für 6 zusätzliche Mono- bzw. 3 Stereoouts
  • SCSI-Schnittstelle (bei der Rack-Version Standard)

Einschätzung:

  • Allrounder mit Sampler, Sequenzer und Effekten
  • Aufgrund des Funktionsumfangs wie geschaffen für die Kunstform des Samplings
  • Die Keyboard-Version lohnt sich für alle, die komplexe Melodien einspielen und viele Samples gleichzeitig greifbar haben wollen
  • Die große Tiefe bei der Klangbearbeitung und Resampling-Funktionen machen EPS 16+ und ASR zum kreativen Werkzeug und unterstützen lebendige Klänge
  • Das Einspielen von Drums wird erschwert durch das Fehlen der Repeat-Taste
  • Der Speicher der EPS 16+ könnte selbt bei maximalem Ausbau (2 MB Ram plus 1 MB Flashram) für lange Samples eng werden. Bei guter Ausnutzung der variablen Samplingraten (fehlt leider in der ASR) und Re-Sampling muss das aber keine Begrenzung sein
  • Der Sequenzer ist nicht sehr übersichtlich, da das Display keine Grafiken ausgeben kann

Akai MPC 2000XL (16bit, Stereosampling)

Die MPC zeichnet sich durch einfache, übersichtliche Bedienung aus, die dich dabei unterstützt, deine Ideen ohne große Umwege umzusetzen. Egal was du tun willst: Drums einzuspielen und ganze Songs zu entwickeln ist mit der MPC sehr easy - die eingängige, intuitive Produktionsweise ist für mich das stärkste Argument für die MPC. Zudem bietet sich die MPC sehr für den Live-Einsatz an. Die Kehrseite: Die Möglichkeiten der Klangbearbeitung und des Sampling fallen sehr dünn aus: Hüllkurven sind nur grob einstellbar, bei der Erstellung von Loops gibt es gar keine Hilfsfunktionen. Das muss z.B. für Drums kein Problem darstellen - aber AnhängerInnen komplexen Samplings werden eher enttäuscht werden. Zudem ist das Gerät im Vergleich zu Ensoniq-Produkten nicht gerade günstig, zumal die Standard-Ausstattung auch nicht üppig ausfällt. MPC 60 (12bit) und MPC 3000 (16bit) entstanden in Zusammenarbeit mit Roger Linn - beide werden relativ hoch gehandelt, gelten aber in Hip Hop Kreisen als die klanglich besseren Geräte (warum auch immer, die Informationen dazu sind rar - sich in Hip Hop Foren umhören und selber Testen hilft ...).

MPC-User: Mit dem Album "Deadringer" hat Rjd2 die Möglichkeiten der MPC 2000 eindrucksvoll demonstriert - das Ergebnis ist ein Wunderwerk mit abwechslungsreichen Komposition und Song-Strukturen, die in der Öde vieler Hip Hop Beats heraus ragen. Auch Scott Herren (Prefuse73) bastelt seine verdammt groovigen Beats mit der MPC.

Erweiterungen:

  • Bis zu 40 MB Ram durch 32 MB-Ram (die vom PC bekannten Standard SIMM Bausteine) plus 8 MB Flash-ROM (FMX 008 M)
  • Effektboard (IB-16)
  • 8 Einzelausgänge (IB-M 208 P)
  • SMPTE-Board (IB-M 20 T)

Einschätzung:

  • Eine angenehm intuitive Produktionsweise fördert die schnelle Umsetzung eigener Ideen
  • SCSI-Schnittstelle ist Standard
  • Der Sequenzer mit bis zu 64 Spuren ist übersichtlich und einfach zu bedienen
  • Anschlagsdynamischen Drum-Pads unterstützen das Einspielen realistischer Drums
  • Der Sequenzer und Drum Pads machen die MPC zum idealen Gerät, um andere Geräte oder Sampler über midi anzuspielen
  • Die Sampler-Sektion ist der Schwachpunkt der MPC, z.B. gibt es keine Hilfsfunktionen zur Loop-Suche oder Glättung von Loop-Punkten
  • Der Sound ist sehr "hifi", das integrierte Resampling dauert ewig

Einfache Sampler

Einfache Sampler sind nicht in der Lage, von sich aus zu musizieren. Sie müssen über ein Keyboard, Sampling-Workstation oder Computer angespielt (wird häufiger als "triggern" beschrieben) werden. Das ist natürlich umständlicher. Dennoch gibt einige Sampler, die aufgrund ihres Klangs und der Funktionen interessant sein können. Zudem werden viele dieser Geräte aufgrund der Verdrängung durch Software extrem günstig angeboten.

Akai s 950 (12bit, Monosampling)

Der s 950 ist der letzte 12Bit-Sampler von Akai. Mein subjektiver Eindruck ist, dass vor allem anschlagsstarke Samples wie Drums an Druck gewinnen und dass der Klang insgesamt wärmer ist als bei anderen Geräten - aber das ist sicher Ansichtssache. Sehr nett ist die völlig variable Samplerate bis zu 48khz. Zudem ist Re-Sampling nach Aufnahme sehr schnell möglich. Die Sampledauer beträgt 10 Sec. bei höchster Qualität - mit zwei Speichererweiterungen ist dieser bis zu 30 Sec ausbaubar. Unter Einsatz variabler Samplingraten ist es kein Problem deutlich länger zu sampeln, was den s 950 für 12bit-Fans interessant macht, die sich nicht mit 10 Sekunden zufrieden geben. Spannend sind Geräte mit eingebautem SCSI Interface - dann kannst du 60 MB Festplatten an den Sampler bringen. Zudem können Samples über die digitale Schnittstelle aufgenommen werden, an die z.B. ein Dat oder Minidisc angeschlossen werden kann. Mit Akaidisk können 900/950 Samples in 16bit konvertiert und auf den PC geladen werden. Der s 900 ist die Vorgängerin, die weder Speicher- noch SCSI-Erweiterungen bietet - wer einen reinen Drumsampler sucht dürfte damit aber zurecht kommen. Beide Geräte werden inzwischen für um die 100 Euro angeboten.

Bekannte NutzerInnen: "The Main Ingredient" von Pete Rock & CL Smooth wurde mit einem Sampler der 900er Reihe produziert. Und z.B. Fatboy Slim arbeitet auch damit.

Erweiterungen:

  • SCSI Board (IB 109) erweitert den s 950 um SCSI Schnittstelle, optische und digitale Eingänge
  • Atari Harddisk Board (IB 105)
  • 2,25 MB mit zwei Speicherweiterungen (EXM 006 - werden zur Zeit noch von Mutec produziert!)

Einschätzung:

  • 12bit-Sound für knackige Drums und den gewissen Druck in den Samples
  • Variable Samplingraten und eine schnelle Resamplingfunktion sind optimal, um Speicherplatz zu sparen und bieten eine breite Spanne von glasklarem bis hin zu dreckigem Klang
  • Automatische Suche von Loop-Punkten und Hilfsfunktionen (Crossfade usw.)
  • Negativ: Der monophone Modus funktioniert nicht einwandfrei. Monophone Samples knacken öfter, wenn diese beim Ausklingen erneut angespielt werden. Das z.B. für Hihats typische Abstoppen ist nicht umsetzbar

Bei Fragen zu diesem Artikel oder zu den vorgestellten Geräten - Kontakt aufnehmen!

__Autor: Espi Twelve, 10/2004
__Dieser Text in englisch / This article in english


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