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//_Und wen interessiert das jetzt? An dieser Stelle folgt ein der obligatorische autobiografische Text, damit ihr keine Probleme habt, Espi Twelve in eine Schublade zu stecken ;-)
Ich glaube ich habet 2001 angefangen, Musik zu machen - anfangs nur mit einem simplen Wave Editor auf dem PC. Das war alles aber wenig tiefgründig oder kreativ und ich habe Computer immer als Einschränkung für meine Kreativität erlebt. Zu dieser Phase gehörte auch mein erstes Bandprojekt, dass ein Freund und ich gestartet haben: "Klorophyll" - schrottiger D.I.Y. Hip Hop mit verrückten Texten. Das war endwitzig und wir haben sogar ein paar Auftritte und ein Demotape gemacht. Danach war das Musizieren eine längere Phase nur noch ein Hintergrundrauschen, weil ich mich "politisiert" (schreckliches Wort!) und sehr grundsätzlich mit der Normal-Biographie gebrochen habe - statt Ausbildung oder Job war ich eher von selbstorganisiertem Leben und kreativer Widerstand angetan. Nach langer Pause traf ich Mitte 2003 auf Sampling Workstations, denen ich sofort verfallen bin. Das Musizieren ging wieder los - endlich begleitet von dem Gefühl, mit Werkzeugen zu arbeiten, die mich, mein Gefühl & meine Ideen unterstützen. Inzwischen geht es weniger um "fette Beats" als grundsätzlich darum, auf Sample-Basis interessante Musik zu machen, die ich mir selber auch gerne anhören mag. Ausgangspunkte: "Zuordnung leider fehlgeschlagen" Hip Hop war schon ein Ausgangspunkt für vieles, aber mit der Subkultur konnte ich schon länger wenig anfangen. In der Szene ist Konkurrenzgehabe, Schönheits- und Modekult, aber auch Mackertum, Homophobie und Sexismus unglaublich stark verbreitet. Darauf hatte ich schnell keinen Bock mehr. Aber auch auf einer grundsätzlicheren Ebene hab ich mich zur Subkultur distanziert: Ich bin irgendwie unfähig, mir eine eindeutige Identität zuzulegen, will mich selbst keiner Szene zuordnen und kann diese ganzen Abgrenzungskämpfe nicht verstehen, die ich überall antreffe. Ich will leben und auf andere zugehen, die ich interessant finde - Codes, Label und Identitäten ... all das sind Mauern, die ich dabei durchbrechen will. Inzwischen würde ich mich musikalisch eher an den Rändern der Hip Hop Welt verorten - Sampling, Scratches und ausgeklügelte Reime reißen mich immer noch mit - aber ich will mir keine Grenzen setzen, was das Hören & Machen von Musik betrifft. Antriebe: Irgendwo zwischen Frustration und Faszination Ich bin bis heute fasziniert von der Idee, durch das kreative Zusammensetzen von Klangschnippseln aus unterschiedlichsten Quellen etwas Neues zu schaffen. Mich reizt es, gerade aus Schrott - verrauschte Samples aus TV-Serien oder Werbung - schräg-schöne Klangwelten aufzubauen. Und ich habe das Gefühl, dass dieser Ansatz längst noch nicht ausgeschöpft ist. Deshalb bin ich auch so frustriert, wenn ich lieblos produzierte sample-basierte Musik höre, die sich nach vier Takten nur noch wiederholt. Gleichzeitig war und ist diese Unzufriedenheit ein wichtiger Antrieb für mich, Musik zu machen. Aus diesem Grund ist meine Musik immer auch der Versuch, die Idee des Samplings wieder zu beleben, zu kultivieren und weiter zu entwickeln. Auch in absehbarer Zukunft bleibe ich sicher dem einfachen Konzept "Sampler, Klangfetzen und schräge Einfälle" verbunden bleibe, ohne mich allzu sehr daran festzuklammern. Abseits der Musik Ich versuche mich in einem schräg-bunten Leben, das mir
gar nicht komplex genug sein kann - ein paar Schlagworte zu dieser Mischung:
Widerständig leben, für eine herrschaftsfreie Welt kämpfen,
auf liebe Menschen treffen, Musik und anderen kreativen Unfug machen,
die Utopien vorwegnehmen - eigentlich ist jeder Tag zu kurz, um alles
umzusetzen, was mir durch Kopf & Bauch schwirrt. Aber ich arbeite
daran, ein produktives Verhältnis für das alles zu finden. Ansonsten
sind autobiografische Texte wie dieser sicher nicht der Ort, wo ich mein
Leben ausbreiten werde ... espi twelve, 21.01.05
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