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No Law No War - Antikriegsseite

Irakkrieg ++ Deutschland ++ Europa ++ Welt ++ Gute Kriege und Krieger ++ Die Logik des Krieges ++ Al Gore ++ Links

Was als Methodenstreit um die gegenwärtige Entwaffnung eines Diktators erscheint, ist in Wirklichkeit ein Konflikt über die zukünftige globale Ordnung. (Lehren aus Europas Versagen, FR, 10.03.03, S.3)

Nur, wer töten kann, wird als freier Mann anerkannt; und nur wer in großen Stil, gezielt und geplant töten kann, wird als Staat enerkannt.
Auszug aus Christoph Spehr, 1999: "Die Aliens sind unter uns", Siedler Verlag München (S. 81)

Kein Krieg
(T. & M.: Hartmut Engler / Ingo Reidl)
Kinderhände malen
Bomben auf ein Blatt Papier
und ein rotes Fragezeichen, keiner kann doch was dafür.
Die Guten und die Bösen, die Rollen sind verteilt,
das Drehbuch hdlt mit Sicherheit kein Happy-End bereit.
Das Fadenkreuz im Bildschirm und dann ein heller Knall.
Nur streng geschminkte Ahnungen vom wirklichen Verfall.
Das Meer schlägt hohe Flammen, und schwarze Wolken ziehn,
und mehr als sonst sieht man, die Leute leise betend knien.
Kein Krieg ist heilig,
kein Krieg ist gerecht,
im Teufelskreis der Waffen
wird gestorben und gerdcht.
Kein Krieg ist edel,
kein Krieg lebt von Mut,
er ist unvorstellbar grausam
und auch für sogenannten Sieger nur zum Verlieren gut
Unschuld ölverklebter Federn, die Welt verliert die Schlacht,
bis nicht mal mehr Profitgier unseren Todeshändlern lacht.
Haßgeimpft im Wüstensand, im Herzen schon das Gift,
bis kein Mensch mehr am Leben bleibt und dann erst Frieden ist.
Kein Krieg ist heilig,
kein Krieg ist gerecht,
im Teufelskreis der Waffen
wird gestorben und gerdcht.
Kein Krieg ist edel,
kein Krieg lebt von Mut,
er ist unvorstellbar grausam
und auch für die sogenannten Sieger zu viel verlorenes Blut
Schlimmer als ein Alptraum, Tote werden nicht mehr wach.
Die Bauern sind zuerst vom Feld bei dieser Art von Schach.
Kinderhdnde malen einen, der den Krieg verlor.
Im Radio läuft ,,Brüder", und ich stell's mir gerade vor.
Nie mehr vergossenes Blut, kein Herz mehr blind.
Stell dir vor, daß Brüder endlich Brüder sind. Stell's dir vor.
Kein Krieg ist heilig,
kein Krieg ist gerecht,
im Teufelskreis der Waffen
wird gestorben und gerächt....

Versuch eines Gedicht zu Soldaten und Mördern (jaybee, Dez. 2008)
Soldaten sind Mörder.
Soldaten sind Mörder?
Sind Soldaten Mörder?
Sind Mörder Soldaten?

Soldaten sind keine Mörder. Sondern Killer.

Mörder haben individuelle Gründe für ihre Taten - Killer kennen nur zwei Motive: Kollektive Verblendung oder Geld.
Mörder glauben, dass es für sie besser ist, zu töten - Killer wissen nicht, wem das Töten nützt.
Mörder kennen ihr Opfer - Killer wissen nicht, wen sie töten.
Mörder töten mit Zielen - Killer töten als Selbstzweck.
Mörder handeln aus Gier, Verzweifelung, Ohnmacht - Killer berechnen ihr Tun.
Mörder sind Amateure - Killer sind Profis.
Mörder begehen Einzeltaten - Killer handeln in Serie.
Mörder tragen selten Uniform - Killer tragen oft Uniform.
Mörder wurden zur Ordnung gehenkt - Killer wurden mit Orden behängt.

Soldaten sind keine Mörder. Beleidigt die Mörder nicht länger, in dem Ihr sie mit Soldaten vergleicht.

Übersicht

Inhaltliches
Und so sieht die Zeitung aus ...Downloads

No Law - No War: Die Zeitung gegen Krieg und Herrschaft ... (4 Seiten A4 als A3-Faltblatt, Kopiervorlagen als .pdf)

Debatten um Irak-Krieg

Religiöse bzw. politische Führungskämpfe zwischen USA und EU

Auszüge aus einer Rede des hess.-nass. Kirchenpräsidenten, Peter Steinacker, bei einer Tragung der Friedrich-Ebert-Stiftung, FR 21.1.2002 (S. 7)
Das transatlantische Verhältnis bekommt offensichtlich Risse durch das gegenseitige Unverständnis gerade im Kernbereich der Begrndung politischen Handelns. Ich vermute, dass diese sich verbreiternde Kluft zwischen befreundeten und verbünteten Völkern auch religiöse Ursachen hat. Für Europäer klingen Vokabeln wie "das Reich des Bösen" eher nach Fantasy, "Star Wars", nach "Herr der Ringe" als nach realer Politik. Dennoch bilden solche ästhetisch-religiösen Begriffe eine theologische Grundlage für die gegenwärtige amerikanische Politik. ...
Nun ist George Bush Methodis, und er nimmt seinen Glauben ernst, und niemand steht an, ihm das zu bestreiten. Aber die theologische Unterscheidung der Welt in ein "Reich des Bösen" und ein "Reich des Guten" (das im Wesentlichen mitden Vereinigten Staaten und seinen Verbündeten identifiziert wird) hat seine Vorbilder nicht in der Bibel, sondern in einem Religionssystem, das sich schon zu Zeit des Neuen Testamentes, von Osten kommend, über as römische Weltreich ausdehnte: die so genannte "Gnosis" (auf Deutsch übersetzt heißt das Wort "Erkenntnis"). ... Die Gnosis will die Fähigkeit verleihen, sich vorbehaltlos und eindeutig auf die Seite des Guten zu schlagen. Aufgabe des Gläubigen ist es nun, das Böse in der Welt zu erkennen und zu überwinden.

Friedensbewegte für rot-grüne Regierung

Auszüge aus Reden auf der Antikriegsdemo in Berlin, Junge Welt, 17.2.03, S. 2-3)

Stellvertretender PDS-Vorsitzender Dieter Dehm in: Junge Welt, 19.2.03 (S.3)
Wenn die Regierung entschieden nein sagt zum Krieg, ist das jede Unterstützung wert - egal aus welchen Motiven.

Friederich Schorlemmer, Studienleiter der evangelischen Akademie Wittenberg:
Wir stehen für die Grundprinzipen der UN-Charta. Und deshalb stehen wir heute auch zur deutschen Regierung.

Christoph Bautz, Sprecher der Kampagne »Resist«:
Ich sehe zwei Adressaten des Protests: Zum einen die US-amerikanische Öffentlichkeit. Zum anderen die deutsche Bundesregierung. Wir müssen den Druck hochhalten, damit sie sich auf dem diplomatischen Parkett weiter - und auch geschickter als bisher - gegen diesen Krieg stellt und ihrer kriegskritischen Rhetorik auch endlich Taten folgen lässt.
Ziehen sie endlich Fuchs und Flotte aus der Golfregion ab, Herr Struck! Untersagen Sie britischen und US-amerikanischen Militärflugzeugen die Überflugrechte, Herr Schröder [...]!

Antikriegsproteste als „Kur“ für Nationalstolz in Doitschland?

Sprüche auf der Friedensdemo in Berlin. Aus: Freitag, 21.2.03
"Kein Viertes Reich Israel"
"Endlich, endlich können wir als Deutsche Stolz sein"

Bericht auf der hoppetosse mailingliste zum SchülerInnenstreik, 25.2.03
Dann bei der Kundgebung der zu erwartende "Schock". Super viele Transpis mit antiamerikanischen Inhalt und ultra-verkürzter Kritik an Kriegen. Sogar eine EU-Flagge und ein richtig widerliches Transpi mit dem Aufspruch "WIR DEUTSCHEN HABEN AUS UNSEREN FEHLERN GELERNT!" waren vertreten, die wir dann allerdings gezockt haben.

Vorwort des Musikmagazins "feedback", April 2003 (S. 3, Autor: Jens Vollmer, Herausgeber
Die Friedensbewegung hat Hochkonjunktur und die eindeutige Stellung Deutschlands zum Irak-Krieg erlaubt vielleicht zum ersten Mal seit der schlimmen Vergangenheit dieses Landes, stolz auf Deutschland zu sein. Wir haben scheinbar aus der Vergagenheit gelernt und das ist gut so.

Auszug aus Eppler, Erhard (2005): "Auslaufmodell Staat?", Suhrkamp Verlag in Frankfurt (S. 192)
Daher hat auch das überraschende, ohne alle Schwankungen durchgehaltene Nein der Regierung Schröder-Fischer zum Irakkrieg der Bundesrepublik Deutschland genutzt. Nach außen, weil plötzlich in aller Welt diese Republik als eigenständiger Akteur - zum Glück auch noch gemeinsam mit Frankreich - wahrgenommen wurde; ...

EU-Verfassung

Zum Bild rechts: CDU-Adenauer-Stiftung, Grünen-Böll-Stiftung und die eher linksbürgerlich angehauchte Evangelische Akademie ... alle zusammen für "multilaterale Institutionen" und rechtskonforme Kriege?

EU-Verfassungsentwurf verankert Krieg, Aufrüstung und Neoliberalismus - einige Zitate sprechen für sich:
"Die Mitgliedstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern." (EU-Verfassungsentwurf, Artikel 40, (3))
"Die Mitgliedstaaten, die anspruchsvollere Kriterien in Bezug auf die militärischen Fähigkeiten erfüllen und die im Hinblick auf Missionen mit höchsten Anforderungen untereinander festere Verpflichtungen eingegangen sind, begründen eine strukturierte Zusammenarbeit im Rahmen der Union. Diese Zusammenarbeit erfolgt nach Maßgabe von Artikel III-213." (EU-Verfassungsentwurf, Artikel 40, (6))
"Das Europäische Parlament wird zu den wichtigsten Aspekten und den grundlegenden Weichenstellungen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik regelmäßig gehört und über ihre Entwicklung auf dem Laufenden gehalten. (EU-Verfassungsentwurf, Artikel 36, (6))"

Friedliches Frankreich?

Jürgen Elsässer in: Junge Welt, 8.2.03 (S.3)
Der UN-Sicherheitsrat hat grünes Licht zum Krieg gegeben, die Kampfverbände sind schon vor Ort, das Gemetzel kann losgehen. Was sich die USA bezogen auf den Irak noch erhoffen, hat Frankreich für Côte d’lvoire, die Elfenbeinküste, schon erreicht: Außenminister Vilepin ließ sich am Mittwoch vom höchsten UN-Gremium Carte Blanche für ein militärisches Eingreifen in Schwarzafrika geben - in der selben Sitzung, in der er gegenüber seinem US-kollegen Powell zum wiederholten Male als Friedensengel auftrat.

Jubel für Machtpolitik, Doitschland & Europa

Auszüge aus "Europas Rückkehr", in: FR, 19.2.03 (S. 3)
Den Dienst, den die Europäer mit ihrer Positionsbestimmung dem Frieden leisten, ruht auf zwei Säulen: Zum einen stärken sie die Vereinten Nationen, indem sie deren zentrale Rolle in der internationalen Ordnung herausstreichen und damit deren Gewaltmonopol.
Wenn Bagdad nicht vollständig und umgehend die Forderungen der UN erfüllt, dann schließen auch die Europäer die Anwendung von Gewalt nicht mehr aus. Der Aufbau dieser Drohkulisse ist für die EU der entscheidende politische Durchbruch. Denn erst die Bereitschaft, bis zur letzten Konsequenz zu gehen, verschafft der EU das internationale Gewicht [...].

Kommentar in: Frankfurter Rundschau. 8.2.03 (S. 3)
Wenn sich erst einmal der Pulverdampf über den Irak verzogen hat, dann zählen Ergebenheitsbekenntnisse vom Baltikum nichts mehr. Dann zählen Wirtschaftskraft und politisches Gewicht in der EU. Denn ohne Europa können die USA die Nachkriegszeit in Arabien nicht erfolgreich bestehen. Berlin kommt darin eine Schlüsselrolle zu. Und Washington wird sich damit arrangieren. Kein Anlass also zu transatlantischem Hosenflattern.

Kommentar von Martin Winter in: Frankfurter Rundschau, 29.11.03 (S. 3)
Immerhin, ein Anfang ist gemacht. ... Ohne Londons militärischen Fähigkeiten und Erfahrung kann eine europäische Sicherheitspolitik auf Dauer nicht auskommen. Sie darf sich aber auch nicht von britischen Launen transatlantischer Natur mal hier- und mal dorthin treiben lassen. Die erreicht Einigung schafft eine ausreichend feste Struktur, in der sich langfristig europäische Sicherheitspolitik entwickeln kann.

Hetzkommentar "Kein Pardon für die Piraten" von Christoph Albrecht-Heider in: FR, 19.11.2008 (S. 13)
Die USA, China, Russland, die EU oder auch die Öl-Staaten am Golf müssen ihre patroullierende Flotte zahlenmäßig und nachrichtentechnisch aufrüsten, damit sich das Risiko für die Räuber deutlich erhöht.

Europa-Patriotismus pur ...

Doitschland und Europa

Heinrich August Winkler in: Der europäische Weg, FR, 15.2.03 (S. 9):
Deutschland kann nur einen europäischen Weg anstreben, zusammen mit Frankreich und möglichst vielen europäischen Verbündeten. ...
Deutschland muss auf eine europäische Gemeinschaft setzen [...]
Folglich kann es für Deutschland nur darum gehen, sich zunächst auf’s Engste mit denen in der EU abzustimmen, die ebenfalls ein stärkeres Gewicht Europas in die Waagschale werfen wollen. Dazu gehören auch größere Anstrengungen bei der Verteidigung als bisher. ...
Aber es gibt keine euro-asiatische Wertegemeinschaft von Paris bis Peking. Infolgedessen gibt es keine Alternative zu den Bemühungen, die EU zu einer politischen Union auszubauen, mit einer eigenen Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Rahmen des atlantischen Bündnisses. ...
Die Europäer müssen versuchen, die neue Weltordnung im Sinne der westlichen Werte und der westlichen Völkerrechtstradition zu gestalten. ...
Entscheidend ist, dass die Europäer ihr sicherheitspolitisches Defizit überwinden und das Ziel eines politisch handlungsfähigen Europa nicht aus dem Auge verlieren. ...
Wenn man das Völkerrecht weiter entwickeln will, weil man meint, es reicht für den Kampf gegen den Terrorismus nicht aus, dann muss das innerhalb der Vereinten Nationen geschiehen. ...
Im Übrigen haben die westlichen Verbündeten auch ohne Uno-Mandat im Kosovo interveniert. Doch dies geschah zur Abwehr eines laufenden Vökermordes.

Weltregierung und ihre Strategien

Auszug aus "Spiel ohne Grenzen", Freitag Nr. 18 vom 25.4.2003 (S.1)
Will die UNO unter diesen Umständen je wieder zum glaubwürdigen Anwalt der Volkssouveränitäten werden und künftige Kriege vermeiden, darf sie die für den Irak notwendige humanitäre Hilfe nicht selbst leisten. Sie sollte ausdrücklich nur als Koordinator internationaler und privater Hilfsleistungen agieren. Gleiches gilt für einen möglichen Blauhelm-Einsatz. Für Ordnung und Humanität muss der sorgen, der Unordnung und Inhumanität über das Land gebracht hat.

Auszug aus Wilke-Launer, Renate: "Mit Frauen Staat machen - Die UN und die Reform der Sicherheitskräfte in Liberia", in: der überblick 01/2007 (S. 4)
Von weitreichenderer Bedeutung ist eine möglichst große Anzahl weiblicher Polizisten und Soldaten. Sie kann den UN-Missionen ein anderes Gesicht geben, ihnen - nicht nur im Hinblick auf die weibliche Bevölkerung - mehr Zugang verschaffen und mittelfristig auch im Geschlechterverhältnis etwas verändern. Und schließlich muss auf eine Gender-Architektur von Friedensmissionen geachtet werden, die dem für den Erfolg so wichtigen Anliegen der Beteiligung und Förderung von Frauen auch Nachdruck und Nachhaltigkeit verschafft. ... Eine Präsidentin im Gastland, die ihrerseits darauf Wert legt, dass die Sicherheit der Bürger und des Staates auch in die Hände von Frauen gelegt werden kann, wird es leider nicht immer geben.

Aus dem Aufruf zum Tag der Erde 22.4.2003

Vorstand und Mitglieder der Aktionsgemeinschaft TAG DER ERDE e.V. appellieren unter Verweis auf ihre Kernpunkte an die deutsche Bundesregierung, sich für eine entsprechende Ausrichtung internationaler Einrichtungen einzusetzen. Sie begrüßen die Friedenspolitik und wünschen sich, dass sich die Regierung - unbeirrt von der Hybris der USA - um eine ökologische und soziale Zivilisation bemüht ...
(Zu vermeintlichen Unklarheiten bezüglich des 11.9.2001) Schon werden Stimmen laut, die Vergleiche zum Berliner Reichstagsbrand 1933 ziehen ...
Kernpunkte der ökologisch-sozialen Welt-Zivilisation:
 ... 5. alle Umwelt- und Arbeitschutzgesetze werden durch eine internationale Weltpolizei überwacht,
 6. ein internationaler Umweltstrafgerichtshof und ein Arbeits- und Sozialgerichtshof werden eingerichet ...
 9. neben Parlamenten, Regierungen und Gerichten werden Medien aus ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit von Großkonzernen befreit, zur objektiven Berichterstattung verpflichtet und zur vierten Gewalt erklärt ...
Die USA verwirken ihre Großmachtsstellung ... Das militärische und politische Instrumentarium (z.B. psychologische Beeinflussung der Massen) in der Hand von psychologisch ungeeigneten Personen kann zu einer Katastrophe für die irdische Lebensgemeinschaft werden.
Vision: In nächster Zeit sind die Menschen bereit und fähig, ein irdisches politisches Regelungsssystem zu schaffen, das die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig bewahrt, politische Betriebsunfälle der Völker korrigiert und weltweit Gerechtigkeit im ökonomischen Prozeß gewährleistet. Krieg wird als politisches Mittel der Vergangenheit angehören. Es bricht das Zeitalter der planetaren Demokratie an.

Auszug aus dem Flugblatt "Verhandeln statt schießen" der DFG-VK (April 2007)

Jedem seine Lieblingskriege(r)

"Kriterien für Auslandseinsätze" - es berät: Funktionär der Friedensbewegung
Friedrich Schorlemmer, "Wann ist militärische Gewalt gerechtfertigt?", in: FR, 21.5.2013 (S. 10)
Die Anwendung von Gewalt, auch von militärischer Gewalt, ist nur dann legitim, wenn sie Geist und Buchstaben des Grundgesetzes entspricht sowie der dazu ergangenen höchstrichterlichen Rechtsprechung. Das elementarste Menschenrecht ist das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Grundgesetz). Das heißt, auch militärische Gewalt darf daher nur in Betracht kommen, wenn alle Möglichkeiten friedlicher Konfliktlösung ergebnislos waren und nur so das Töten von Menschen verhindert oder beendet werden kann, und zwar in einer Weise, die den Einsatz militärischer Mittel auf dieses Ziel begrenzt.

Schlachtplatz Georgien-Krieg im August 2008

Russland und Georgien stehen sich gegenüber, machtgeile Männer hüben wie drüben. Militarismus überall. Doch Kritik an diesen Strukturen kommt kaum auf. Linke wie Bürgerliche suchen ihre Identifikationsobjekte - autoritär ist die Linke eben wie der Rest der Gesellschaft. Nur will sie andere Führer. Auch der Separatismus von Südossetion und Abchasien wird hier von links unterstützt - denn die beiden Regionen sind rußlandorientiert. Und das ist dann gut. So einfach ist die Welt.

Linke pro Russland ... Bomber werden zu Friedensengeln und Beistand für die arme Bevölkerung
Auszüge aus "Schulterschluß in Tbilissi", in: Junge Welt, 18.8.2008 (S. 1)
Russische Friedenstruppen bleiben in Sicherheitszone ...
Zweck der russischen Militärpräsenz auf georgischem Boden ist in erster Linie die Verhinderung von Streifzügen und Plünderungen südossetischer oder abchasischer Milizen, unter denen die Wut über die georgische Aggression, die den Krieg ausgelöst hatte, immer noch groß ist.
Auszug aus "Moskau, steh uns bei", in: Junge Welt, 23.8.2008 (S. 1)
500 russische Soldaten sollen für eine noch nicht genau festgelegte Übergangszeit in einer an Südosse­tien grenzenden Pufferzone auf georgischem Gebiet stationiert bleiben, um gegenseitige Übergriffe zu verhindern.

Anders die bürgerliche taz. Dort ist Georgien der Tolle ... und die NATO!
Auszüge aus "Georgien muss in die Nato", in: taz, 18.8.2008 (S. 1)
In Tiflis sprach sich Kanzlerin Angela Merkel plötzlich für den Beitritt Georgiens zur Nato aus. Und das ist gut so. ...
Russlands Ängste gegenüber der Nato sind unbegründet. Moskauer Traditionalisten nutzen alte Phobien, um ihre Macht im Innern auf Jahre festzuschreiben. Doch wo die Nato steht, herrscht meist Frieden.

Was ist Krieg?

Auszug aus Jean-Jacques Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts. zitiert in: Massing, Peter/Breit, Gotthard (2002): „Demokratie-Theorien“, Wochenschau Verlag Schwalbach, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn (S. 118 ff.):
Der Krieg ist also kein Verhältnis zwischen Mensch und Mensch, sondern ein Verhältnis zwischen Staat und Staat, innerhalb dessen die einzelnen nur gelegentlich, nicht als Menschen, nicht einmal als Staatsbürger (*), vielmehr als Soldaten, Feinde sind; nicht als Mitglieder des Vaterlands, vielmehr als seine Verteidiger. Letztes Ende kann jeder Staat nur andere Staaten zu Gegnern haben und nicht Menschen, ...

Heilige Kriege ... Auszug aus der Bibel, 1. Chronik 5:
Dazu waren viele erschlagen liegengeblieben, denn der Krieg war von Gott.

Matthäus 10, 34f:
Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Was ist Krieg? Wer führt ihn an, wer stachelt ihn an, wer hat welche Interessen am Krieg?

Rede von Jörg Bergstedt auf der Giessener Demo gegen den Irak-Krieg am 3. April 2003

Ich möchte etwas sagen dazu, was hinter dem Morden, hinter den Zerstörungen und den vielen Lügen steht, die damit verbunden sind. Denn Krieg kommt nicht von irgendwo, ist kein Naturereignis und erst recht keine plötzliche Katastrophe, die über die Menschen hereinschwappt. Sondern Krieg braucht Bedingungen – und die werden systematisch hergestellt.
Krieg findet nicht zwischen Menschen statt, sondern immer zwischen Nationen oder Völkern. Die bestehen zwar aus Menschen, aber das Typische an ihnen ist gerade, dass der Mensch als Individuum untergeht in der kollektiven Einheitlichkeit der Nation oder des Volkes. Nation und Volk aber brauchen Herrschaft, um sich überhaupt zu konstituieren. Niemals käme der Mensch aus Konstanz von selbst auf die Idee, ein Volk oder eine Nation mit den Menschen aus Flensburg zu sein, während seine Nachbarin in Bregenz ein anderes Volk, eines anderen Fleisch und Blut ist. Volk und Nation sind die Folge von gleichschaltender Identitätsbildung. Mensch ist nicht Deutscher, Amerikaner oder Iraker, sondern er wird dazu gemacht. Volk und Nation entstehen durch die, die für das Volk sprechen – und durch die Diskurse, die ständig überall reproduzierte Meinung, dass es ein Volk, eine Nation, eben eine kollektive Einheit gäbe. Es ist nicht möglich, dass sich die Menschen aus Flensburg und Konstanz, aus Aachen und Cottbus selbstorganisiert zu einer Einheit zusammentun – das bedarf der Steuerung, der Erzeugung des Gefühls von Zugehörigkeit und Einheitlichkeit. Volk und Nation entstehen in den Medien, in den Schulbüchern, in der Erziehung, in den Gesetzen und der Realität von Kontrolle und Repression, in alltäglichen Handlungen und Gesprächen. Ohne Herrschaft, sei die personale der Regierungen und Institutionen oder die informelle der Diskurse, Werte und Normen, gäbe es Volk und Nation nicht.
Kriege bedürfen des Volkes bzw. der Nation. Wer Menschen auf Zugehörigkeit, auf Identität zu einem grossen Ganzen trimmt, grenzt andere wiederum aus. Wir und Ihr sind die Pole des Denkens von Nation und Volk. Daraus entstehen die Konflikte, die Interessen derer, die im Namen von Volk und Nation reden – und die dann jeden Konflikt um Interessen zu einem zwischen Völkern und Nationen machen. Insofern handeln Volk und Führung kollektiv. Sie sind identisch, weil es ein Volk ohne Führer nicht gibt. Und Führer ohne Volk ebenso nicht. Nur die Menschen werden nicht gefragt, sind aber Teil des Ganzen, weil sie nicht begreifen, dass sie eingefügt sind in das System von Volk und Nation – und das sie selbst zum Bestandteil desssen geworden sind, was Volk und Nation bildet. Sie haben das verloren, was Menschen auszeichnen – ihre Autonomie.
Der Blick auf den Irak-Krieg zeigt das alles sehr deutlich. Vor wenigen Tagen hat das US-Repräsentantenhaus den Aufruf zu einem Gebetstag verabschiedet. Darin soll das amerikanische Volk beten für die Krieger in der Wüste, die zum Wohle eben des Volkes dort kämpfen. So entsteht Identität, Bushs Reden und die vieler amerikanischer PolitikerInnen, Medien, religiöser FührerInnen organisieren das Volk, das sie als ihren Legitimation wiederum brauchen.
Kein Stück anders auf der anderen Seite: Husseins Parolen triefen vor völkischem und nationalem Stolz. Und selbst wo ein solch widerliches Regime wie das im Irak die Bevölkerung knechtet und schikaniert, gelingt es ihr, den Diskurs des einen Volkes aufrechtzuerhalten. Die Amerikaner und Briten spüren es in der Wüste, wie gut auch auf der anderen Seite die geistige Gleichschaltung funktioniert.
Wer den Blick abwendet vom aktuell wahrgenommenen Konflikt im Irak, bemerkt die Übereinstimmungen mit den Konflikten überall in der Welt. Da kämpfen Menschen gegen Menschen, aber die einen fühlen sich als Russen, die anderen als Tscheschenen. Was eigentlich der Unterschied ist, wird keiner genau sagen können, aber es reicht, um das Wir und Ihr so stark zu konstruieren, dass aufeinander geschossen wird.
Wenn Nord- und Südkorea aufeinander treffen oder Israel und Palästina, so sind es immer Menschen, die handeln. Aber sie handeln eben nicht als Menschen, sondern als Teil des Kollektivs, ihrer Nation, ihres Volkes. Dabei stört es nicht, dass die Herrschenden immer wieder Menschen, die eben noch zum Volk gehörten, selbst abschlachten, einsperren, vertreiben, verfolgen. Die Ausmerzung des Abtrünnigen gehört zu Logik des Völkischen und des Nationalen.
Ganz bemerkenswert ist die Debatte in Europa und vor allem in Deutschland. Nein – mitgeschossen wird direkt nicht. Aber die Logik der Debatte ist dieselbe. Wo Bush, Hussein und Co. das Volk erst mit konstruieren und dann lenken mit ihren Wir- und Ihr-Bildungen, handeln Deutsche und Europafans ebenso. Im Schatten der völkischen Krieg entsteht das Gespenst der Nation Europa – ein durchaus meist von Rechten besetzter Begriff, der sich herauswagt, der geformt wird und zum kollektiven Gedankengut wird einer immer mehr gleichgeschalteten Masse von Menschen.
Ich zitiere: “Heute ... erleben wir die Entstehung einer europäischen Nation. Auf ein und demselben Kontinent, an ein und demselben Tag und für ein und dieselbe Sache haben sich die Völker gegen den Krieg erhoben.” Das schreibt nicht die NPD, sondern der als linker Sozialdemokrat geltende und bei den sogenannten GlobalisierungsgegnerInnen hochgejubelte französische Ex-Minister Strauss-Kahn – und zwar in der Frankfurter Rundschau. Das Blatt ist ohnehin zur Speerspitze europa-nationalistischer Propaganda geworden. Die offensive Sympathie für die staatstreue bis völkische überwiegende Mehrheit der Friedensbewegung und ihrer gleichgeschalteten Aktionen wird seit einigen Tagen sogar gekoppelt mit offen militaristischen Positionen, dem Wahn eines hochgerüsteten und damit den USA Paroli bietenden Europa. Noch ein Zitat aus dem euro-nationalistisch-militaristischen Kampfblatt FR, in dem deutlich wird, dass es tatsächlich um eine Nation Europa geht, in dem die anderen den Krieg kritisierenden Nationen als das Ihr, das Fremde definiert werden: “Es gibt keine euro-asiatische Wertegemeinschaft von Paris bis Peking. Infolgedessen gibt es keine Alternative zu den Bemühungen, die EU zu einer politischen Union auszubauen, mit einer eigenen Sicherheits- und Verteidigungspolitik”.
Doch es geht noch weiter. Die Muster der Einheitsbildung, des Kollektiven, des “Wir” sowie die daraus abgeleitete Ausgrenzung des Anderen, Fremden und eben dann oft Feindlichen findet sich nicht nur zwischen Völker und Nationen, sondern auch auf allen anderen Ebenen der Gesellschaft. Wo sich Clans, Gruppen, Vereine, Parteien, Familien usw. streiten bis bekämpfen, da sind es meist nicht die Menschen, sondern die Kollektive die handeln. Sie handeln gegen das Andere, ohne die Menschen dort zu kennen. Die Muster interner gesellschaftlicher Herrschaft sind so ähnlich der der internationalen Konflikte.

(abwertende Äusserungen und Gesten aus Teilen des Publikums)

Und darum will ich auch bei dem, was ich an Veränderungen und Forderungen für nötig halte, nicht zwischen den verschiedenen Ebenen trennen.

(Raunen und abwertende Äusserungen im Publikum, Aufforderung des Moderators, zum Schluss zu kommen)

Auch das ist Kriegsspiel ...

Krieg ist Frieden ist Krieg

Al Gore - Vizepräsident einer kriegsführenden Nation und Friedensnobelpreisträger

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