Idee der Umsonstläden

Aus CONTRASTE Nr. 207 (Dezember 2001)

LOKALE OEKONOMIE
Bildet weitere Umsonstläden !


Seit nun bald drei Jahren betreiben wir, der Arbeitskreis Lokale Oekonomie, in Hamburg den ersten Umsonstladen. Die Idee ist einfach: Wer in Hamburg funktionsfaehige Dinge ueber hat, kann sie bei uns vorbeibringen, statt sie weiter nutzlos bei sich zu lagern oder sie wegzuwerfen. Wer etwas benoetigt, kann diese Dinge bei uns umsonst abholen.

Hilmar Kunath, Redaktion Hamburg - Jede® kann pro Besuch bis zu drei Teile mitnehmen und gerne wiederkommen. Geben und Nehmen sind nicht mechanisch aneinander gekoppelt.
Wer braucht, nimmt und wer hat, gibt. Doch wer ein halbes Jahr nur nimmt, kann schon mal gefragt werden, ob er oder sie nicht auch in irgendeiner Form etwas beitragen will. Wir bitten die BesucherInnen um eine freiwillige Spende von 1 DM fuer unsere Ladenmiete, die wir von Anfang an aus eigener Kraft aufbringen.
Grosse Gegenstaende (z.B. Moebel) koennen wir bei uns nicht lagern. Deshalb schreiben wir sie auf Karteikarten, die im Stadtteilladen ausgehaengt werden. So koennen VorbesitzerIn und Interessenten sich in Verbindung setzen. Bisher haben ueber 12.000 Leute dieses konsum- und warenkritische Selbsthilfeprojekt fuer sich nutzen koennen.
Das Stichwort "zu schade zum Wegwerfen" verstehen die meisten Menschen und freuen sich, dass sie ihre nicht mehr benoetigten nuetzlichen Dinge anderen schenken koennen. Uns ist bei unserer praktischen Umverteilungsaktion wichtig, dass Leute aus allen sozialen Schichten zu uns kommen, auch etliche "normale" Berufstaetige, die nicht nur Dinge bringen, sondern auch holen, weil sie nicht mehr einsehen, alles neu zu kaufen. Staendiger Neukauf erhoeht die Erwerbszwaenge. Niemand wird bei uns gefragt, ob sie oder er "beduerftig" ist. Wir haben das Projekt Umsonstladen mit vier Leuten in unserem 50 qm-Stadtteilladen gestartet. Jetzt arbeiten ueber zehn regelmaessig mit und eine Reihe weiterer Menschen hilft ab und zu. Die meisten davon sind als NutzerInnen auf uns gestossen. In den naechsten Monaten werden wir wahrscheinlich in etwas groessere Raeume umziehen. Darueber hinaus braeuchten wir noch Werkstattraum fuer unsere Idee "Reparieren statt wegwerfen".

Zwei Berliner haben die Internet-Homepage www.alles-und-umsonst.de entwickelt. Das ist quasi ein Umsonstladen im Netz. Hier fehlt natuerlich der menschliche Kontakt  und verwertungssuechtiger Missbrauch ist dort auch nicht so leicht abzustellen. Trotzdem ist es toll, dass es so etwas gibt. Schliesslich sind noch nicht ueberall Umsonstlaeden in der Naehe.

Seit ueber einem Jahr betreibt inzwischen auch die Projektgemeinschaft Bremer Commune erfolgreich den Bremer Umsonstladen. Er ist auch ueber www.umsonstladen.de im Netz erreichbar. Am 2. November eroeffnete in Hamburg-Bergedorf der zweite Umsonstladen Hamburgs mit StudentInnen der Fachhochschule "Rauhes Haus". In Dresden funktioniert das Abfallgut e.V.  herrlich. In Berlin-Mitte oeffnet gerade ein weiterer Umsonstladen (Brunnenstr. 183), in Hannover gibt es inzwischen einen Umsonstladen und in Detmold wird demnaechst der erste Umsonstladen unter dem Dach der evangelischen Kirche eroeffnen. Wo entsteht der naechste ??
 

Wir empfangen in Hamburg weiterhin gern Gaeste aus anderen Staedten, damit sie sich den Betrieb des Umsonstladens ansehen, um anschliessend bei sich zu Hause ein aehnliches Projekt zu entwickeln. Also: herzlich willkommen ! (Tel.: 040 - 39 90 64 88)

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