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Der Gießener Landbote
Termine, Aktivitäten und Projekte für eine bessere Welt.
Ja, echt!

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Die aktuelle Ausgabe immer auf www.giessener-landbote.de ++ Terminplakat

Texte der zurückliegenden Ausgaben

Jahresende 2017

Kommt der Nulltarif samstags nach Gießen? Und was bedeutet das?
Welch eine Überraschung: Der zuständige Ausschuss des Stadtparlaments hat zugestimmt, testweise am Samstag die Busse im Stadtgebiet Gießen umsonst fahren zu lassen. Das ist natürlich viel zu wenig und birgt die Gefahr, dass viele Busse völlig überlastet sind. Aber ein Anfang ist es allemal - für mehr könnte sich Gießen ein Beispiel an Dunkerque nehmen. Die Stadt ist ähnlich groß, will gerade einen Nulltarif für immer und alle einführen und rüstet dafür die ganze Verkehrsinfrastruktur aber vorab richtig auf. Einen informativen Bericht „Fahren ohne Fahrschein“ über Nulltarif-Städte in Europa gibt es im ZDF (https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-fahren-ohne-fahrschein-100.html). Ein ausführlicher Artikel erschien unter  www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/politik-prueft-umsonst-busfahren-in-giessen_18291469.htm. Wir haben unsere zusätzlichen Forderungen und den Plan zur Verkehrsutopie Gießen (autofrei bis 2025) daraufhin nochmal präzisiert und veröffentlicht (www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/121266/nulltarif-an-giessener-samstagen-waere-nur-ein-kleiner-anfang-umweltschuetzerinnen-fordern-nulltarif-und-radikale-verkehrswende-fuer-giessen/.
Auch beim Ziel der Entkriminalisierung des Schwarzfahrens bewegt sich immer mehr. Nach dem CDU-Justizminister in Nordrhein-Westfalen hat nun auch sein grüner Amtskollege aus Berlin die Streichung aus dem Strafgesetzbuch gefordert. Es lohnt sich also, weiter dran zu bleiben ... Aktionsideen, unter anderem die Idee des straffreien Schwarzfahrens unter www.schwarzstrafen.tk.

Ab Weihnachten: 6 Wochen ständiges Programm in der Projektwerkstatt
Auf www.projektwerkstatt.de/termine findet Ihr die Einladung und das genaue Programm für die alljährliche Winterphase in der Projektwerkstatt mit Seminaren, Trainings, dem Filmfestival und vielem - die Gelegenheit für Euch, auch die Projektwerkstatt kennenzulernen oder mal wieder zu besuchen ... oder gar zu überlegen, ob dieses Haus nicht geeignet wäre, für Euch ein bisschen mehr zum Mittelpunkt politischen Engagements zu werden. Ich würde mich freuen, wenn da viele vorbeischneien - und noch mehr, wenn es hier wieder einen Kreis von Leuten gibt, der aus dem Haus das macht, was es sein soll: Die „Villa Kunterbunt des kreativen Widerstands“!

Nutzt den UmsonstZug für Eure Ideen
Der UmsonstZug am 2. Dezember wird schon der achte sein - einiges ist also schon Routine. Zum Glück hat sich der Kreis der Mitmachenden wieder erweitert. Im umseitigen Kalender findet Ihr gleich zu Beginn die nächsten Termine und auch die Möglichkeiten, wie Ihr wann und wo mitmischen könnt. Denn wir würden uns weiterhin seeeeeehr freuen, wenn das Team wächst, welches die UmsonstZüge organisiert. Dabei geht es einmal um die Aufgaben, die jedes Mal vorher und auf der Route zu tun sind. Denn es sind ja viele Einkaufswagen voller guter Sachen, Kleiderständer und Bücherregale, die bestückt sein wollen. Dazu versammeln wir uns immer am Abend vorher für gemeinsames Containern, manchmal auch für weitere Aktivitäten (z.B. Transpi- und Schildermalen, Entwerfen eines neues Flugblattes usw.). Die wichtigste Arbeitsphase ist der Tag des UmsonstZuges selbst ab 10 Uhr bis zum Start der Verteil-Demo. Hier wird alles sortiert, die Wägen gefüllt usw.
Viel Luft nach oben ist auch bei der Beteiligung politischer und kultureller Gruppen. Denn es soll ja nicht nur eine Verteil-Orgie werden, sondern wir wünschen uns politische Redebeiträge, Straßenmusik, Theater, Jonglieren, Artistik ... Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer den UmsonstZug noch nicht kennt, findet unter https://youtu.be/4sKVS4mtUCU einen 34min-Film - aufgenommen beim 3. UmsonstZug im Juni 2017. Nutzt doch den UmsonstZug für Eure Themen. Macht einen globalisierungskritischen Spaziergang auf der Demo, berichtet von Euren Aktionen, ladet zu Veranstaltungen oder neuen Projekten ein, präsentiert das, was schon passiert oder in Vorbereitung ist. Der UmsonstZug soll auch ein Werben für eine bessere Welt, für politisches Engagement, für den Aufbau neuer Ideen und das klare Nein gegenüber menschenfeindlichen Politiken und Wirtschaftsformen sein.

Container-Petition erneut eingereicht! Online-Phase in Kürze!
Wir haben Anfang November die Container-Petition neu eingereicht und hoffen, diesmal die ersten zum Thema in dieser (gerade erst begonnenen) Legislaturperiode des Bundestages zu sein. Dann nämlich bekommt sie die erhoffte Onlinephase. Durchschnittlich drei Wochen nach Einreichung wird eine Petition dann für vier Wochen online erscheinen. Bis zum Ende der Online-Phase können zudem Unterschriftenlisten auf Papier eingereicht werden (Download, Termine und Links zur Online-Seite auf 242.blogsport.de).

Bleibt unabhängig!
Das Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG), Konzerne wie OBI und immer wieder die Stadtverwaltung oder das Land Hessen: Für viele kulturelle Initiativen und politische Gruppen in       und um Gießen scheint das Kungeln mit staatlichen Stellen oder Firmen eine normale Sache zu sein. Die Folgen können katastrophal sein, und zwar gleich mehrfach. Zum einen wird hier denen der Ruf verbessert, die Umwelt und Menschen ausbeuten oder vor wenigen Monaten mit einer unsäglichen Satzung noch die Straßenmusik aus Gießen weitgehend verbannen wollten oder mit ihrer Betonpolitik den Autowahn jahrzehntelang gefördert haben. Sind das die richtigen Partner für einen Wandel („transition“)? Außerdem drohen schwere Abhängigkeiten. (Gegen-)Kultur und emanzipatorische Politik aber müssen frei sein, sonst werden sie zu Anhängseln derer, die Verhältnisse geschaffen haben, die es zu ändern gilt. Daher: Bleibt unabhängig. Organisiert Euch selbst. Seid kreativ und frech. Die Welt braucht keine Arschkriecher!

Vernetzen via Mailingliste
„giessen-vernetzung“ heißt unsere Liste, wo alle, die darauf eingetragen sind, ihre Ideen, Termine, Anregungen und Infos mit anderen austauschen können. Eintragen könnt Ihr Euch über www.projektwerkstatt.de/mailing.html.

Oktober 2017

Veranstaltungsreihe zu sog. „Verschwörungstheorien“
Zwei Termine sind schon vorbei - zwei weitere folgen am 31.10. und 1.11.: Wir klären über den Hang zu vereinfachten Welterklärungen auf, per Film und per Lesung aus Büchern dieser „Szene“. Bei beiden Veranstaltungen stehen zudem kompetente Referent*innen zur Verfügung. Wer sich selbst informieren will, findet unter www.kopfentlastung.tk kritische Seiten und mit „Den Kopf entlasten“ das passende Büchlein dazu (www.aktionsversand.tk oder im Antiquariat Guthschrift).

Schwarzstrafen ... neue Runden im Gerichtspoker
Mainz und Gießen sind die nächsten Stationen im Ringen um die Entkriminalisierung des Schwarzfahrens - und beide Prozesse könnten sehr spektakulär werden, weil die Angeklagten keine heimlichen Fahrten machten, sondern offen gegen das Fahrkartensystem kämpfen. Mit Schild und zum Teil Flyern machen sie das bei ihren Fahrten auch deutlich. Offen erkennbares Schwarzfahren aber ist keine Straftat!
Spannend ist eine Nachricht aus Nordrhein-Westfalen: Der dortige Justizminister (immerhin ein CDUler) will sich dafür einsetzen, das Schwarzfahren als Straftat weitgehend abzuschaffen. Dem sollte mensch mit ein paar gelungenen Aktionen und Freisprüchen doch Rückenwind geben. Immerhin sitzen zur Zeit 5000 Menschen nur deshalb im Knast, weil sie ihr Ticket nicht bezahlen wollten oder konnten. Jeder Tag Knast kostet viel Geld und zerstört soziales Leben. Das muss endlich ein Ende haben. Zufrieden sollten wir damit dann aber nicht sein - bis zum Nulltarif ist es noch ein weiter Weg!

Gerichtsprozesse um Aktionen mit Beteiligung aus Gießen
Berühmt werden will offenbar ein Provinzrichter aus Nienburg. Er räumte mit seinem Urteil Kapital- und Machtinteressen den Weg frei. Ein Aktivist aus dem Raum Gießen wurde für eine schlichte Sitzblockade (vor einem Tiertransporter) zu drei Monaten ohne Bewährung verurteilt, obwohl er nicht einmal eine Vorstrafe hatte. Das Urteil liest sich grotesk: Sitzblockaden sind „im Kern“ dasselbe wie der Straßenterror der SA. Prost! Doitsche Justiz in Hochform!
Ein weiterer, schon von der angeklagten Handlung her spektakulärer Prozess startet am 23.10. am Amtsgericht Kerpen. Das ist westlich von Köln und nahe an den Braunkohlegruben. Dort hatte 2012 ein anderer Aktivist aus Gießen zusammen mit vier Personen per Anketten die Durchfahrt von Kohletransportzügen für etliche Stunden blockiert. Es war eine der ersten direkten Aktionen gegen die Braunkohleverstromung und zusammen mit der Besetzung des Hambacherforsts, weiteren Aktionen und den Klimacamps der Start für die inzwischen großen Klimaschutzproteste. Wie immer sind die Anfänge klein und wenig beachtet. Die Akteur*innen landen eher im Gefängnis, während die erst später hinzukommenden großen Player die Medienberichte dominieren und Spenden einsammeln. Doch auf die Anfänge kommt es an. Insofern wird dieser Prozess zwei Fragen zu klären haben: Sind solche Aktionen legitim (§ 34 StGB: Rechtfertigender Notstand)? Und dient die Braunkohle der Versorgung der Bevölkerung - oder eher deren Entsorgung? Sollte sie nämlich schädlich und überflüssig sein, wäre eine Verurteilung im Sinne der jetzigen Anklage nicht möglich.
Und dann noch die Schwarzfahrprozesse ... also einiges los im Theater der Robenträger*innen. Termine: Siehe Kalender umseitig.

Nutzt den UmsonstZug für Eure Ideen
Der UmsonstZug am 11. Oktober ist schon der siebte (siehe umseitigen Kalender). Viel Luft nach oben ist auch bei der Beteiligung politischer und kultureller Gruppen. Nutzt doch den UmsonstZug für Eure Themen. Macht einen globalisierungskritischen Spaziergang auf der Demo, berichtet von Euren Aktionen, ladet zu Veranstaltungen oder neuen Projekten ein, präsentiert das, was schon passiert oder in Vorbereitung ist. Der UmsonstZug soll immer auch ein Werben für eine bessere Welt, für politisches Engagement, für den Aufbau neuer Ideen und das klare Nein gegenüber menschenfeindlichen Politiken und Wirtschaftsformen sein.
Außerdem laden wir wieder zu Vorbereitungstreffen. Wir würden uns nämlich seeeeeehr freuen, wenn das Team wächst, welches die UmsonstZüge organisiert. Dabei geht es einmal um die Routineaufgaben, die jedes Mal vorher und auf der Route zu tun sind. Denn es sind ja viele Einkaufswagen voller guter Sachen, Kleiderständer und Bücherregale, die bestückt sein wollen. Zudem soll es ja nicht nur eine Verteil-Orgie werden, sondern wir wünschen uns politische Redebeiträge, Straßenmusik, Theater, Jonglieren, Artistik ... Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer den UmsonstZug noch nicht kennt, findet unter https://youtu.be/ 4sKVS4mtUCU einen 34min-Film - aufgenommen beim 3. UmsonstZug im Juni 2017.

Containern legalisieren!
Auch diese Aktion läuft noch: Wir haben eine Petition zur Änderung des Diebstahls-§ 242 StGB gestartet - keine Strafe für „Containern“ und Sperrmüllwühlen. Im Moment können dafür auf Papier Unterschriften gesammelt werden. Im Oktober geht es dann mit einer einmonatigen Eintragemöglichkeit im Internet in die heiße Phase. Danach wird ausgezählt -  - 50.000 brauchen wir am Ende insgesamt. Mehr Infos und Listendownload: 242.blogsport.de.

„Wir sind unpolitisch ...“
Zum wiederholten Male zu hören war dieser Satz beim Versuch, Gruppen für mehr Vernetzung zu gewinnen. Was ist das für eine Kultur, in ein früheres Schimpfwort zum Markenzeichen mutiert? Wenn Wohlfühlen im reichen globalen Norden wichtiger wird als die Analyse, was wo warum passiert? Oder Gespräche und Workshops zu erfolgreichem Marketing oder Fundraising die Zeit füllen statt Planen und Handeln für eine bessere Welt? Der „Gießener Landbote“ wird sich dem Zeitgeist nicht unterwerfen - und hofft, dass das viele andere auch nicht tun! Ruhe und Harmonie hier basieren auf dem Elend anderswo. Das dürfen wir nie vergessen!

August 2017

8.- 10.8.: 3 Gießener Gewaltabende
Wir starten am 8.8. um 20:00 Uhr im AK44, Alter Wetzlarer Weg 44. Berichte von Gießener Demonstrationsteilnehmer*Innen beim Hamburger G20, anschließend gemeinsames Schauen des Filmes „Gipfelstürmer - Die blutigen Tage von Genua“ rund um den G7-Gipfel im Jahr 2001.
Am 9.8. geht es 19.30 Uhr weiter mit einer Lesung im Guthschrift Antiquariat, Bahnhofstrasse 26: Jörg Bergstedt trägt ein vielbeachtetes Günther Anders-Interview vor. 1985 lehnte Anders (technikkritischer dt. Philosoph 1902-1992) den Andreas-Gryphius-Preis aus politischen Gründen ab, ebenso wie 1992 die Ehrendoktorwürde der Universität Wien. Seine Haltung zur Gewaltfrage - Anders fragte, ob Attentate auf Betreiber von Atomkraftwerken legitim seien - löste seinerzeit intensive Diskussionen aus und ist jetzt aktueller denn je.
Donnerstag, 10.8, 19.30 Uhr findet dann im Aktionsraum in der Bahnhofstrasse 26 (Eingang durchs Antiquariat) eine Fishbowl (Methode der hierarchiearmen Diskussionsführung in großen Gruppen) rund um die Frage „Ist Gewalt legitimes oder gar notwendiges Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele?“ statt. Das eine gewaltfreie Zukunft eine wünschenswerte Utopie ist, wird wohl Konsens sein. Wie der Weg dorthin aussehen könnte, wollen wir mit Euch kontrovers beackern. Gepflastert mit dem guten Vorsatz der Gewaltfreiheit oder eher gepflastersteint? Kommt vorbei!

Lesung „Hinter den Laboren“ als Film
Wer die Lesung am 19.7.2017 im Gießener Antiquariat Guthschrift verpasst hat, kann alles Nachhören - geschnitten mit ein paar Bildern aus dem Buch: https://youtu.be/6rkBLmLNON4.

Nutzt den UmsonstZug für Eure Ideen
Der fünfte UmsonstZug wird am Badesee stattfinden (siehe umseitiger Kalender). Dafür habt Ihr dort bessere Möglichkeiten, mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir würden uns nämlich seeeeeehr freuen, wenn das Team, welches die UmsonstZüge vorbereitet und dann auch jeweils am ersten Samstag des Monats vor Ort dabei ist, wächst. Dabei geht es einmal um die Routineaufgaben, die jedes Mal vorher und auf der Route zu tun sind. Denn es sind ja viele Einkaufswagen voller guter Sachen, Kleiderständer und Bücherregale, die bestückt sein wollen. Zudem soll es ja nicht nur eine Verteil-Orgie werden, sondern wir wünschen uns politische Redebeiträge, Straßenmusik, Theater, Jonglieren, Artistik ... Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Viel Luft nach oben ist auch bei der Beteiligung politischer und kultureller Gruppen. Nutzt doch den UmsonstZug für Eure Themen. Macht einen globalisierungskritischen Spaziergang auf der Demo, berichtet von Euren Aktionen, ladet zu Veranstaltungen oder neuen Projekten ein, präsentiert das, was schon passiert oder in Vorbereitung ist. Der UmsonstZug soll immer auch ein Werben für eine bessere Welt, für politisches Engagement, für den Aufbau neuer Ideen und das klare Nein gegenüber menschenfeindlichen Politiken und Wirtschaftsformen sein.
Wer den UmsonstZug noch nicht kennt, findet unter https://youtu.be/4sKVS4mtUCU einen 34min-Film - aufgenommen beim dritten UmsonstZug im Juni 2017.

Containern: Erste Listen sind voll!
Wir haben eine Petition zur Änderung des Diebstahls-§ 242 StGB gestartet - keine Strafe für „Containern“ und Sperrmüllwühlen. Im Moment können dafür auf Papier Unterschriften gesammelt werden ... hier die Liste zum Ausdrucken - 50.000 brauchen wir am Ende. Im Oktober geht es dann mit einer einmonatigen Eintragemöglichkeit im Internet in die heiße Phase. Danach wird ausgezählt - Listen und online. Ab sichersten ist, bis dahin genug zusammen zu haben. Mehr&Listendownload: 242.blogsport.de.


Aus dem Soundmobil ein richtig geiles Ding machen!
Es ist schon über zwanzig Jahre alt, hat seinen Dienst immer mehr oder weniger treu getan: Das Fahrradhänger-Soundmobil aus der Projektwerkstatt. Der Strom stammte aus Solarmodulen, die mit die ersten waren, die in Deutschland auf den Markt kamen - damals eine Spende eines längst untergegangenen Solar-Kollektivbetriebs aus der Region. Jetzt, besonders wegen UmsonstZug und anderer Aktionen in Gießen, haben wir das Gefährt grundrenoviert und aufgemotzt. Noch fehlen einige Teile, und gern dürfen Menschen auch mit überlegen, planen, schrauben und das Bestehende ergänzen. Aktuelle Suchliste: Verstärker mit Tonregulierung (Höhen, Bässe ...) für ca. 2x150Watt-Boxen, Mischpult für mindestens 2 Mikrofone und weitere Eingänge (z.B. Cinch, Klinke). Liste auf www.projektwerkstatt.de/gesucht.

Juli 2017

Verkehrsutopie Gießen
Ende 2016 haben wir beschlossen, alle Ideen für eine ganz andere Mobilität zusammenzutragen und einen Etappenplan hin zu einer autofreien Innenstadt von Gießen zu schaffen. Das Ergebnis ist eine Liste von Forderungen zum Beispiel für autobefreite, reine Fahrradstraßen durch Gießen, die Einführung des Nulltarifs in Bussen und Bahnen, drei Regiotramlinien plus zusätzlicher Haltestellen und einer reaktivierten Lumdatalbahn, dazu viele kleine Punkte. Aufgeteilt ist alles in einen Dreistufenplan der Verwirklichung bis 2018, 2020 und 2025. Der Plan ist als Flyer vielfach verteilt worden (und sollte das weiter!), an die Nachhaltigkeitsstelle von Stadt und Landkreis sowie an alle Stadtparlamentsfraktionen gegangen. Zurückgemeldet hat sich keine der Parteien - eine erneute Demonstration des Desinteresses von Regierenden. Einige Projektgruppen werkeln aber schon an kleinen Verbesserungen. Überall dort kannst du mitmischen, den Flyer verteilen (Download und mehr auf www.giessen-autofrei.tk) oder bei der monatlichen Critical Mass mitmischen. Hier ein Ausschnitt aus der Utopiekarte - genauer im Web und auf dem Flyer:

Ab 2. Juli in Gießen: ALLrad-Projekt
Unkommerzielle, sogenannte freie Lastenrad-Projekte gibt es in über 30 Städten in der BRD. Wir verbinden die gratis Ausleihe mit weiteren Ideen. So wollen wir einen Diskurs über Gemeingutwesen, Gesellschafts- und Wirtschaftskonzepte, sowie Technikkritik anregen. Fragend gehen wir erste Schritte.
Wichtig sind uns die unmittelbar gelebte Nachbarschaft, die Inklusion von Migrant*innen, und das gemeinsame Radeln mit Menschen, die alleine nicht radfahren können. Zur Verkehrswende, zur menschenfreundlichen Stadt und zur Überwindung der sich zuspitzenden ökologischen, sozioökonomischen Krise möchten wir einen Teil beitragen. Mitwirkung, Interesse, Begeisterung, Weitererzählen (bewusst ohne facebook und twitter) und Material- und Geldspenden sind willkommen und helfen bei der Verwirklichung der Pläne. Am 2. Juli ist Auftaktfest (siehe Terminkalender). Mehr auf dasallrad.org.

Neues zum UmsonstZug
Am 1. Juli ist es schon das vierte Mal, dass der Umsonstzug durch Gießen zieht. Uns bleibt wichtig, deutlich zu sagen: Wir wollen nicht diejenigen sein, die herunterfallende Brotkrümel von den Tischen der Reichen und Mächtigen besser verteilen. Wir wollen die Tischsitten ändern! Daher rufen wir auf, sich am Umsonstzug auch mit politischen Aktionen zu beteiligen: Straßentheater, Redebeiträge, Flugblätter, Einladungen zu Veranstaltungen, Lesungen und Musik, Kreidesprüche und Transparente - macht, was euch gefällt!
Eine konkrete Forderung bleibt der Nulltarif in Bussen&Bahnen. Beim Umsonstquiz auf dem Umsonstzug gibt es Startersets für straffreies „Schwarzfahren“ zu gewinnen (www.schwarzstrafen. tk). Menschen aus der Gießener Umgebung: Macht Euch Schilder&Flyer! Kommt mit dem Umsonstzug zum Umsonstzug!
Eine Aktion hatte schnell Erfolg. Am 3. Juni machten wir uns gegen eine Satzung stark, die Straßenmusik einschränken würde. Zwei Wochen später war die vom Tisch. So darf es weitergehen!
Neu: Es gibt UmsonstZug-Filme online! Hier die Links - und bindet die doch auch auf Euren Internetseiten ein!

Petition zum Containern
Wir haben eine Petition zur Änderung des Diebstahls-§ 242 StGB gestartet - keine Strafe für „Containern“ und Sperrmüllwühlen. Im Moment können dafür auf Papier Unterschriften gesammelt werden ... hier die Liste zum Ausdrucken - 50.000 brauchen wir am Ende. Im Oktober geht es dann mit einer einmonatigen Eintragemöglichkeit im Internet in die heiße Phase. Danach wird ausgezählt - Listen und online. Ab sichersten ist, bis dahin genug zusammen zu haben. Mehr&Listendownload: 242.blogsport.de.

Neues aus der Projektwerkstatt
Bitte keine reinen Seminar- und Kennenlerngruppen mehr ... nach einem frustrierenden Wochenende mit zwei Gruppen im Haus, verheerenden Erfahrungen angesichts derer Unfähigkeit, den Alltag zu organisieren, und der Nichtkommunikation steht auf www.projektwerkstatt.de/seminarhaus jetzt ein Text mit der Bitte und Erklärung. Das Haus ist eine Aktionsplattform - und zur Schonung von Mensch und Material lieber nur dünn besucht als voller Gruppen, denen politischer Widerstand völlig egal ist. Umso herzlicher sind aber die selten gewordenen Gruppen und Menschen willkommen, die hier tatsächlich politische Aktion vorantreiben wollen!!! Wer kann Elektrotechnik reparieren? Hier warten Akkubohrer, Lautsprecheranlagen, ein Mischpult und andere Geräte. Auf www.projektwerkstatt.de/gesucht finden sich Listen, was gesucht wird für Projektwerkstatt und Aktionsraum Gießen.

Vernetzung und Kooperation
Menschen und Gruppen, die etwas Konkretes anpacken, sind das Wichtigste. Doch ihre Wirkung steigt, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsame Infrastruktur schaffen, die allen nützen. Zur Zeit bestehen:

Und gerade für Gruppen, Projekte und alle, die im Ostkreis Gießen oder westlichen Vogelsberg wohnen: Die Projektwerkstatt in Saasen steht auch für Euch offen - für Treffen, Kinoabende, Bandproben, Seminare, Fahrradwerkeln, Stöbern in den riesigen Bibliotheken und mehr. Kommt einfach mal vorbei und schaut euch das Haus an ...

Juni 2017

Der Umsonstzug
Am 3. Juni ist es schon das dritte Mal, dass der Umsonstzug durch Gießen zieht. Es ist uns wichtig, deutlich zu sagen: Wir wollen nicht diejenigen sein, die herunterfallende Brotkrümel von den Tischen der Reichen und Mächtigen besser verteilen. Wir wollen die Tischsitten ändern! Daher rufen wir auf, sich am Umsonstzug auch mit politischen Aktionen zu beteiligen: Straßentheater, Redebeiträge, Flugblätter, Einladungen zu Veranstaltungen, Lesungen und Musik, Kreidesprüche und Transparente - macht, was euch gefällt! Drei Aktionen stellen wir diesmal vor:
Aktion 1: Umsonstzug zum Umsonstzug
Wir fordern den Nulltarif in Bussen&Bahnen. Beim Umsonstquiz auf dem Umsonstzug gibt es Startersets für straffreies „Schwarzfahren“ zu gewinnen (Infos: www.schwarzstrafen.tk). Vorschlag für Menschen aus der Gießener Umgebung: Macht Euch Schilder, druckt Flyer aus und kommt mit dem Umsonstzug zum Umsonstzug!
Aktion 2: Change §242 - für straffreies Containern
Essen aus Mülltonnen retten ist in diesem Land strafbar! Das wollen wir ändern und dazu brauchen wir 50.000 Unterstützer*innen auf unseren Unterschriftenlisten. Dann müssen sich Abgeordnete aller Bundestagsparteien mit uns treffen und über eine Ergänzung des Diebstahlsparagraphen (§ 242 StGB) reden. Unseren Vorschlag für die Gesetzesänderung und Unterschriftenlisten findet Ihr auf 242.blogsport.de.
Aktion 3: FreeSchool, Lesungen und mehr
Es gibt mehrere Plattformen und Orte, wo Menschen Wissen frei weitergeben oder zusammen erlernen können. Über die FreeSchool laufen Kurse zu verschiedenen Themen, im Antiquariat Guthschrift gibt es Lesungen, Vorträge, in der Projektwerkstatt immer mal mehrtägige Seminare und Trainings.
Aktion 4: G20-Gipfel in Hamburg
Am 7. und 8. Juli treffen sich die 20 aggressivsten Länder der Welt in Hamburg, um die Welt weiter unter sich aufzuteilen (einvernehmlich oder im Streit). Auf dem Umsonszug am 1. Juli ist Platz für Redebeiträge und Aktionen zum Thema. Wer macht's?

Pfingsten: Direct-Action-Training
Du findest, in der Welt läuft einiges verkehrt? Und fühlst Dich ohnmächtig, weil Du oft nicht weißt, wie das Bessere gelingen oder durchgesetzt werden kann? Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen in Zwangsanstalten, Diskriminierung und Ausbeutung - so vieles passiert täglich, aber kaum etwas hilft dagegen? Dann hilft dieses Direct-Action-Training. Denn so ohnmächtig, wie es scheint, sind wir nicht. Im Gegenteil: Es gibt viele Aktionsformen, die wir kennenlernen und üben können, um uns wirksamer wehren zu können, um lauter und deutlicher unsere Stimme zu erheben oder uns politisch einzumischen: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, gezielte Blockaden oder Besetzungen, intelligente Störung von Abläufen und vieles mehr schaffen Aufmerksamkeit und bieten Platz für eigene Forderungen und Visionen. Wir werden konkrete Aktionsideen besprechen, den rechtlichen Rahmen durchleuchten und einiges ausprobieren.
Schon mal informieren? Schaut unter www.direct-action.tk und youtu.be/cruXcOk1egw
Hinweis für alle, die schon mal ein solches Training besucht haben: Am zweiten Tag (also Pfingstmontag) bilden wir Kleingruppen, in denen das Erlernte zu Aktionsplanungen für Gießen angewendet werden soll. Kommt doch dann auch wieder dazu!

Mehr Fahrrad, weniger Autos
Wir fordern geeignete Fahrradstraßen durch Gießen, den Nulltarif in Bussen&Bahnen, drei Regiotramlinien einschließlich reaktivierter Lumdatalbahn und eine autofreie Innenstadt. Einige Projektgruppen werkeln an frei leihbaren (Lasten-)Rädern und Anhängern - und überall kannst du mitmischen (www.giessen-autofrei.tk).

Mai 2017

Der Umsonstzug

Spektakel, bunter Treffpunkt, politische Anklage ... oder alles?
Fast 100 Menschen zogen mit durch die Innenstadt, als es das erste mal hieß: Nutzen statt wegwerfen! Viele, die sich auch sonst engagieren, waren dabei: Foodsharing, Umsonstladen und weitere Gratis-Freaks. Doch was bedeutet das „Umsonst“ mitten in einer Welt, in der alles Geld kostet, wo viele von vielem ausgeschlossen bleiben, weil es kostet, und in der die Jagd nach Profit der Hauptantrieb allen Handelns ist - mit verheerenden Kosten für Mensch und Natur?

Der Ursprung des „Umsonstzugs“
Vor fast einem Jahr begann die Debatte darum, dass das Retten von Lebensmitteln, Möbeln usw. zwar wichtig ist, aber nur an wenigen Orten stattfindet und folglich auch immer nur die gleichen Kreise erreicht. Wir wollen Grenzen überwinden, mehr Menschen beteiligen und mehr Menschen erreichen. Daraus entstanden Verteilpunkte im Umsonstladen und die Gratis-KüchefürAlle jeden Dienstag um 20 Uhr im Infoladen (Alter Wetzlarer Weg 44 - lohnt sich übrigens!). Schnell aber spukte auch die Idee in den Köpfen herum: Wir wollten es ganz offen gestalten, am besten mitten in der Innenstadt. Das schien aufwendig, aber irgendwann war der Punkt erreicht: Jetzt machen wir das mal. Und als es dann losging, kam Schwung in die Sache - und plötzlich entstand ein Umsonstzog aus ganz vielen Ideen und mit ganz vielen Leuten ...

Wir wollen nicht nur Reste verteilen!
Unser Umzug soll freundlich wirken. Es soll Spaß machen, zu verschenken und mitzunehmen. Tanz, Musik, Gespräche ... all das gehört dazu. Aber das ist uns nicht genug. Es wäre sogar gefährlich, wenn das reichen sollte. Denn eigentlich tun wir nichts anderes, als die Brotkrümel, die von den Tischen der Reichen herabfallen, effizienter zu verteilen. Wir aber wollen die Tischsitten ändern. Es ist nicht akzeptabel, dass hier in Deutschland verfüttert, konsumiert oder weggeworfen wird, wofür in anderen Ecken der Welt Menschen von ihrem Land verjagt oder Urwald gerodet wird. Wir wollen keine Welt, die mit Kunststoffen Land und Meere vermüllt, mit Öl, Kohle und Gas das Klima aufheizt, und dabei riesige Landschaften, d.h. den Lebensraum von Mensch, Tier und Pflanze ruiniert. Ihr Mächtigen sollt wissen: Wir wollen nicht Eure Lieblings-Ehrenamtlichen sein, die ein bisschen von dem wieder gut machen, was Ihr zerstört. Wir können in unserem ganzen Leben nicht soviel Müll retten, wie Ihr bei Bau eines Panzers oder einer neuen Straße erzeugt. Wir wollen eine Welt, in der es uns nicht mehr braucht, weil es Eure Politik der Zerstörung und Ausbeutung nicht mehr gibt!

Weitere Projekte dieser Art
Einmal monatlich soll es diesen Umsonstzug geben. Wir freuen uns über alle, die mitmachen, die nehmen und/oder verschenken - aber auch über alle, die ihre Themen und politischen Forderungen mit einbringen. Hier lassen sich Ideen verbreiten und Mitstreiter*innen finden: Für das Ringen um den Nulltarif in Bussen&Bahnen (unsere Projektseite: www.schwarzstrafen.tk - wie wär's für Menschen aus der Gießener Umgebung: Kommt mit dem Umsonstzug zum Umsonstzug?), für mehr Fahrradfahren und weniger Autos (www.giessen-autofrei.tk), gegen Einsperren, Strafen und Zwangsbehandlungen ... und so vieles mehr. Einmal monatlich gibt es ein Vernetzungstreffen, wo wir Ideen austauschen und uns gegenseitig unterstützen. Der „Gießener Landbote“ fasst ca. monatlich Termine und Infos zusammen. Dort stehen Zeiten und Orte, wo sich welche bestehenden Gruppen treffen. Und das ist hoffentlich erst der Anfang ...

 

Neu: Aktionsgruppe
Wir wollen eine offene Runde von Menschen sein, die sich für kreative Aktionen in und um Gießen interessieren und nicht nur reden wollen. Wir wollen uns austauschen, konkrete Sachen anstoßen, planen, üben und umsetzen, aber nicht immer alles in einer festen Personenzusammensetzung machen, sondern stets andere mit einbeziehen. Am 10.5. werden wir uns in Gießen treffen. Pfingsten läuft ein Aktionstraining für alle, die das noch nicht „genossen»“ haben. Wer sich einstimmen will in die Vielfalt von Aktionen, findet einen Einführungsfilm unter https://youtu.be/cruXcOk1egw (www.direct-action.tk).

 

Vernetzung und Kooperation
Menschen und Gruppen, die etwas Konkretes anpacken, sind das Wichtigste. Doch ihre Wirkung steigt, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsame Infrastruktur schaffen, die allen nützen. Zur Zeit bestehen:

Aktionsräume&Treffpunkte

März/April 2017

1: Gegen die Strafbarkeit des Containers
Ab Mitte März soll bundesweit gegen die Strafbarkeit des „Containern“ und des Wühlens im Sperrmüll protestiert werden. Höhepunkte sind eine ePetition (bitte dann unterzeichnen!!!) und eine Aktionswoche in Aachen mit Strafprozess am 11.4. Alles weitere auf http://242.blogsport.de.

2: Verkehrsutopie: Gießener Innenstadt ohne Autos
Streiten für eine Flaniermeile, Fahrradstraßen, Nulltarif und Straßenbahnen. Unsere Aktionen:
*Freebikes: An verschiedenen Orten in der Stadt Stationen mit Fahrrädern, die unkommerziell genutzt werden können. To do: an Fahrrädern schrauben, Plätze für Stationen suchen usw. Kontakt: kalle@projektwerkstatt.de.
*Critical Mass: Zweimal im Monat im Stadtgebiet radeln und für eine fahrradfreundliche Stadt werben. Ab und zu danach Treffen zum Weiterdiskutieren über Aktivitäten zum Verkehr in Gießen.
*Basteln an der Verkehrsutopiekarte: Ihr findet sie nebst Infos auf http://www.projektwerkstatt.de/verkehr/giessen.html
*Aktions-Schwarzfahren: Fahren ohne Ticket, aber mit Hinweisschild und Flyer - Durchsetzen der Straffreiheit vor Gericht. Informiert euch & macht mit: http://www.schwarzstrafen.tk.

3: Lebensmittel-Fairteiler im Seltersweg
Idee ist, einmal pro Woche mit geretteten Lebensmitteln (als Teil von Foodsharing Gießen) durch den Seltersweg zu ziehen und Essen zu verteilen - angemeldet als Demo, um rundherum noch Aktionen, Durchsagen, Musik, Kreidemalereien, Theater usw. zu machen je nach Lust und Laune. Beim Treffen wollen wir drüber reden, wie wir das ingang bringen.

4: Moloch-Konzerne wie Amazon, eBay, etc. in den wohlverdienten Ruin treiben?
Brainstorming zu Alternativen, Weiterentwicklung von bestehender Internetplattform zu profitfreier Schenk-, Tausch- und Kleinhändlerbörse. Termin folgt online auf Landboten-Webseite.

5: utopisch wirtschaften
Gemeinsame Debatte führen, öffentlichkeitswirksame Aktionen, konkrete Projekte angehen. Kontakt: kalle@projektwerkstatt.de.

6: Anti(zwangs)psychiatrie
Sich treffen, austauschen, gemeinsam aktiv werden - in und um Gießen/Wetzlar und im Oktober 2017 beim Weltpsychiaterkongress in Berlin.

Ausgabe Winter 2016/2017

Nochmal: Martin Luther
Der 31.10. ist vorbei, das Lutherjahr hat begonnen. Der Reformationstag bot fast überall einen Vorgeschmack auf das, was die Lutherfeiern bringen werden: Heldengedenken ohne kritische Blicke. Denn es gab zwar im Vorfeld vereinzelte Interviews mit Kirchenoberen, die zumindest die ohnehin bekannten menschenverachtenden Positionen des Reformators einräumten. Aber am 31.10. war davon nichts mehr zu sehen. Auch Bundespräsident Gauck, selbst evangelischer Pfarrer und stets den jeweiligen Regierungen (ob DDR oder BRD) ganz im Lutherstil unterwürfig, würdigte den christlich-fundamentalistischen Juden- und Frauenhasser, geistigen Brandstifter gegen Glaubensabtrünnige, sog. Behinderte, Hexen usw. ohne ein Wort der Kritik. Also: Alles wie immer. Umso wichtiger ist die Kritik. Die kam am 31.10. in Gießen ganz harmlos daher. Drei Leute verteilten vor dem Reformationsgottesdienst in der Johanniskirche Flugblätter. Doch die Christenapparate mögen Kritik und Meinungsfreiheit nicht - auch hier ganz im Sinne Luthers. Sie schimpften, schubsten, beleidigten und riefen schließlich die Polizei, die mit einem beachtlichen Aufgebot die Kirche vor Kritik schützte (www.giessener-zeitung.de/giessen/ beitrag/115385/kritik-an-martin-luther-aktion-an-johanneskirche-in-giessen-und-weitere-vorhaben/).

Vernetzung und kreative Aktion
Es ist schon merkwürdig: Da suchen Gruppen in Gießen (verzweifelt) nach Räumen, andere jammern über zu wenig Aktive und wieder anderen fehlt es an KnowHow für Aktionen. Doch Kooperation entsteht daraus nicht. Kontakte bestehen eher auf der persönlichen Ebene, z.B. zwischen den alten Linken oder zwischen den eher Reichen-Milieus entstammenden Studi-Cliquen. Für politische Veränderung ist das keine gute Voraussetzung, denn gesellschaftlich wirkmächtig kann kaum werden, wer beständig im eigenen Saft schmort.

Treffpunkte und Aktionsräume
Zwei Aktionsräume stehen allen Aktiven offen. Der eine, mitten in Gießen im Antiquariat Guthschrift (Bahnhofstr. 26), entsteht gerade neu - und Ihr seid alle eingeladen, an Ausbau und Einrichtung mitzuwirken. Da ist noch viel Platz für eigene Ideen. Geplant ist ein gut ausgestatteter Veranstaltungsraum, der auch spontan genutzt werden kann (solange nicht schon eine andere Gruppe da ist). Für Filme und Vorführungen ist ebenso alles da wie für Workshops und Kleinkunst. Eine lange Schrankreihe bietet Platz für Aktionsmaterialien, im Keller kann beasteltelt und gemalt werden. Für die laufenden Kosten werden Unterstützer_innen gesucht (Konto „Spenden&Aktionen“, IBAN DE29 5139 0000 0092 8818 06, Stichwort „Aktionsraum GI“) Kontakt für Mithilfe: kleinkunst@antiquariat-guthschrift.de.
Etwas außerhalb, aber gut erreichbar per Bahn (Linie Gießen-Grünberg-Alsfeld-Fulda) und Fahrrad (immer dem „R7“ folgen von Gießen Richtung Osten), liegt zudem die Projektwerkstatt. Die ist schon über 25 Jahre alt, ein ganzer Gebäudekomplex gefüllt mit vielen politischen Aktionsräumen, riesigen Bibliotheken, einem Tagungsbereich mit ca. 20 Betten und vielen Treffräumen. Guckt Euch die „Villa Kunterbunt des kreativen Widerstands“ (Ludwigstr. 11, Reiskirchen-Saasen) mal an und schaut, wie Ihr das nutzen oder mitwirken könnt. Mehr Informationen auf www.projektwerkstatt.de/saasen.
Für beide Räume suchen wir noch etliche Materialien (Liste immer unter www.projektwerkstatt.de/gesucht).

Monatliches Vernetzungstreffen
Einmal im Monat laden wir zu einem offenen Treffen, wo alle Gruppen und Projekte den Stand ihrer Aktivitäten oder neue Ideen kurz vorstellen und sich dann mit Interessierten verabreden können. Bislang kommen nur wenige Aktive oder Gruppen, aber das soll besser werden. Wir werden das weiter versuchen in der Hoffnung, dass mehr Kooperation gelingt und dass der Aktionsraum im Antiquariat nicht nur ein gemeinsamer Treffpunkt wird, sondern dort auch gut zugänglich Aktionsmaterialien aus verschiedenen Quellen gelagert werden können, die dann für alle jederzeit erreichbar sind. Die nächsten Termine: Siehe Kalender!

Der „Gießener Landbote“ ...
Unser kleiner, aber politischer Terminkalender ist unabhängig und frei getragen. Es geht uns um alles, was in und um Gießen emanzipatorische Ideen voranbringt - also das Ringen um ein freies, selbstbestimmtes Leben in einer dafür lebenswerten Umwelt und Gesellschaft. Die Informationen fließen bisher vor allem im Gießener Antiquariat Guthschrift und in der Saasener Projektwerkstatt zusammen. Auf www.giessener-landbote.de findet Ihr diese Ausgabe als PDF zum Lesen, Ausdrucken, Vervielfältigen und Verteilen, dazu alle Texte und einen Kalender. Projekte und Gruppen können dort einen Zugang einrichten und Termine mit Kontaktmöglichkeit eintragen.

Projekte und Aktionen
Das Wichtigste aber sind die konkreten Gruppen und Projekte. Was immer an Aktionsstrukturen und -räumen entsteht, ob diese kleine Zeitung oder Vernetzungstreffen - sie sollen das konkrete Handeln unterstützen. Wir würden uns wünschen, wenn Grenzen z.B. zwischen Gruppen, Identitäten, Herkunft, Alter, sozialen und Bildungsschichten in Zukunft weniger die Rolle spielen. Wir brauchen auf inhaltliche Schärfe und auch Meinungsstreit nicht verzichten, aber Abrenzungen stören, wenn es heißt: Widerstand organisieren, Alternativen aufbauen, Forderungen stellen - konkret, kreativ, wirkungsvoll!

Neue Kurse und Organisationstreff
Habt ihr Lust, selbst Kurse anzubieten ? Braucht ihr einen Raum oder Material für einen neuen Kurse oder eine neue Gruppe? Jeden Samstag können Menschen, die im FreiRaum/FreeSchool oder anderswo aktiv werden wollen, in die Schottstr. 5 (Gießen) kommen und alles organisieren. Text von dort: „Wir können arabisch, farsi, englisch und deutsch sprechen. Sie können gerne vorbei kommen!
Are you interested in offering a new course? Do you need a room or material for a new course or group? We can help you organize everything. We speak Arabic, Farsi, English and German. You are happily welcome to come stop by!“

Globale Mittelhessen vom 20.-29.1.2017 (plus 4 Tage)
Programm und Spielorte siehe www.globale-mittelhessen.de!
Vom 30.1.-2.2. gibt es diesmal eine „Nachspielzeit“ für die Spielorte in der Provinz. Dabei: Vier Filmabende in der Projektwerkstatt Saasen:

Theorie- und Praxistage in der Projektwerkstatt
Start am 23. Dezember ...
bis zum 15. Januar: In dieser Zeit könnt Ihr jederzeit in die Projektwerkstatt kommen und findet dort Menschen, die in den Archiven und Bibliotheken sortieren (das ist einmal jährlich nötig, um alles Neue in die Aktenordner zu bringen bzw. die Bücher in den Ausleihverzeichnissen einzutragen). Da könnt Ihr mitmachen. Jeden Tag zu einer verabredeten Zeit gibt es dann einen Workshop zu praktischen Fragen. Ihr könnt Euch das Thema wünschen!
Wenn die Sonne untergeht und die Dunkelheit hereinschleicht, treffen wir uns zum gemütlichen Kaffee-/Teetrinken jeweils mit einem politischen Debattenthema. Ob eine, zwei oder mehr Stunden - wir können uns in ein Thema mal richtig hineindenken und -reden.
Hier folgt eine Aufstellung der vorgeschlagenen Themen. Ihr könnt dann vor Ort Eure Wünsche äußern oder schon bei der Anmeldung. Wir schauen dann, welcher praktische Workshop und welches Thema es jeweils ist.

Praktische Workshops zum Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten oder Alltagswissen - erlernt am Beispiel der Projektwerkstatt:

Diskussion&Themengespräche zum Sonnenuntergang:

Zudem: Archivieren, Containern und mehr. Infoseite: www.projektwerkstatt.de/termine. Und das alles in der Projektwerkstatt ... die allein schonden Besuch lohnt (siehe www.projektwerkstatt.de/saasen)!

Ausgabe Herbst 2016

Why the fuck ... Martin Luther???
Okay, fangen wir mit Martin Luther an. Was mac
ht den so wichtig, dass der „Gießener Landbote“ ihn auf den Titel hievt? Und politisch Aktive den Oktober nutzen, um mit Veranstaltungen und Aktionen auf Theologie und Praxis der Reformation hinzuweisen? Luther selbst kann es nicht sein. Der ist tot. Was aber lebt, sind die Institutionen, die Luther als Helden abfeiern und sich damit hinter ihn stellen, wenn er für Juden fordert, „daß man ihre Synagoga oder Schule mit Feuer anstecke, ... das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe“ (also ein Art Ausgangsverbot) und sie zu Zwangsarbeit verpflichte. Luther erniedrigte Frauen. Türken, Glaubensabweichler, Gebrechliche und Aufständische seien vom Teufel besessen und deshalb zu vertreiben oder gleich zu töten. Jede Obrigkeit sei von Gott bestimmt und deshalb auch der schlimmste Despot zu ertragen. Dass Hitler sich auf Luther bezog, ist angesichts dessen nicht überraschend. Es ist aber unerträglich, wenn heute große Organisationen diesen religiösen Fanatiker abfeiern - und Millionen Menschen der Kirche und anderen lutherisch geprägten Strömungen dabei kritiklos folgen. Dass Luther mit seinem Hahnenkampf gegen den Papst (beide sahen sich selbst als Stimme Gottes und unfehlbar - ein unversöhnlicher Gegensatz) auf die weltlichen Führungen setzte und der heranwachsenden Allmacht des Staates ein geistiges Fundament schuf, ist schlimm genug. Der Staat bedankt sich artig und fördert solchen Fanatismus seit Jahrhunderten. Auch die jetzt anstehenden Feierlichkeiten für einen der einflussreichsten Antisemiten und Hassprediger aller Zeiten werden mit Steuergeldern ausgestattet. Das Gegenteil wäre nötig: Luther als Held streichen! Wider jeden religiösen Fanatismus! Lutherdenkmäler schleifen! Lutherstraßen, -kirchen, -städte und -stätten umbenennen! Kritische Aufarbeitung statt Feiern! Aufklärung statt Verklärung!
Auf www.martin-luther.tk haben wir die zentralen Punkte der Kritik zusammengetragen. Dort befindet sich auch der Link zum aktuellen 19-seitigen Lutherschwerpunkt in der Zeitung „grünes blatt“ (auch im Antiquariat Guthschrift, in der Projektwerkstatt und in der Bahnhofsbuchhandlung zu erstehen). Am 31.10. beginnt das „Lutherjahr“. Es dauert bis zum 500jährigen Jubiläum des vermeintlichen Thesen-
anschlags von Wittenberg (wahrscheinlich eine Legende). Wir  bereiten diesen Starttag mit zwei kritischen Veranstaltungen vor und rufen alle Menschen auf, am 31.10. mit uns in Gießen und anderen Orten aufzustehen für eine kritische Distanz zu Antisemitismus, Sexismus, religiösen Fana tismus und alles weitere, wofür Luther steht.

Der “Landbote“ fördert ...
Vernetzung und kreative Aktion
Treffpunkte und Aktionsräume

Sie sollen eine wichtige Rolle beim Informationsaustausch zwischen Gruppen spielen, vor allem aber bei Planung und Verwirklichung konkreter Aktionen. Zwei Aktionsräume stehen allen Aktiven offen. Der eine, mitten in Gießen im Antiquariat Guthschrift (Bahnhofstr. 26), entsteht gerade neu - und Ihr seid alle eingeladen, an Ausbau und Einrichtung mitzuwirken. Da ist noch viel Platz für eigene Ideen. Was auf jeden Fall geplant ist, ist ein gut ausgestatteter Veranstaltungsraum, der auch spontan genutzt werden kann (solange nicht schon eine andere Gruppe da ist). Für Filme und Vorführungen ist ebenso alles da wie für Workshops und Kleinkunst. Zudem werden Schränke mit Aktionsmaterial gefüllt für kreative Straßenaktionen und mehr. Im Keller ist Platz für Basteln und Malen. Da der Ort sehr zentral und direkt neben dem Kinocenter liegt, wo wir einige Filmabende organisieren, könnte von hier aus in Zukunft einiges starten. Im Haus findet Ihr zudem das Antiquariat, eine Buchverkaufsecke mit allem Material aus der Projektwerkstatt und ein Verteilpunkt der Solawi (solidarische Landwirtschaft). Zur Zeit gibt es meist zwei Tage pro Woche, wo im Raum gewerkelt wird plus Zeit für direkte Treffen.
Etwas außerhalb, aber gut erreichbar per Bahn (Linie Gießen-Grünberg-Alsfeld-Fulda) und Fahrrad (immer dem „R7“ folgen von Gießen Richtung Osten), liegt zudem die Projektwerkstatt. Die ist schon über 25 Jahre alt, ein ganzer Gebäudekomplex gefüllt mit vielen politischen Aktionsräumen von der Druckerei über ein Filmstudio, Layouttischen, Theatersammlung, Sabotagewerkstatt, Fahrrad-, Holz- und Metallwerkraum, riesigen Bibliotheken, einem Tagungsbereich mit ca. 20 Betten und vielen Treffräumen. Vieles im neuen Gießener Aktionsraum stammt aus dieser „Villa Kunterbunt des kreativen Widerstands“ (Ludwigstr. 11, Reiskirchen-Saasen). Guckt Euch das Haus mal an und schaut, wie Ihr das nutzen oder mitwirken könnt. Mehr Informationen auf www.projektwerkstatt.de/saasen. Für beide Räume suche wir noch etliche Materialien (www.projektwerkstatt.de/gesucht).

Die „Aktionsbühne“: Vernetzung und neue Impulse
Einmal im Monat laden wir zu einem offenen Treffen, wo alle Gruppen und Projekte den Stand ihrer Aktivitäten oder neue Ideen kurz vorstellen und sich dann mit Interessierten verabreden können.

Projekte und Aktionen
Das Wichtigste aber sind die konkreten Gruppen und Projekte. Was immer an Aktionsstrukturen und -räumen entsteht, ob diese kleine Zeitung oder Vernetzungstreffen - sie sollen das konkrete Handeln unterstützen. Wir würden uns wünschen, wenn Grenzen z.B. zwischen Gruppen, Identitäten, Herkunft, Alter, sozialen und Bildungsschichten in Zukunft weniger die Rolle spielen. Wir brauchen auf inhaltliche Schärfe und auch Meinungsstreit nicht verzichten, aber Abrenzungen stören, wenn es heißt: Widerstand organisieren, Alternativen aufbauen, Forderungen stellen - konkret, kreativ, wirkungsvoll!

Der „Gießener Landbote“ ...
... steht für das Gegenteil dessen, was Luther formuliert hat und Kirchen bzw. Staat mit ihrer Verehrung heute weiter befürworten. Unser kleiner, aber politischer Terminkalender ist unabhängig und frei getragen. Die enthaltenen Informationen kennen keine thematischen Grenzen, daher ist „Luther“ auch nur der Aufhänger für diese Ausgabe. Tatsächlich geht es uns um alles, was in und um Gießen emanzipatorische Ideen voranbringt - also das Ringen um ein freies, selbstbestimmtes Leben in einer dafür lebenswerten Umwelt und Gesellschaft. Die Informationen für diese Ausgabe flossen vor allem im Gießener Antiquariat Guthschrift und in der Saasener Projektwerkstatt zusammen. Auf www.giessener-landbote.de findet Ihr diese Ausgabe als PDF zum Lesen, Ausdrucken, Vervielfältigen und Verteilen, dazu alle Texte und einen Kalender. Alle Projekte und Gruppen können dort einen Zugang einrichten und Termine mit Kontaktmöglichkeit eintragen. Anonym geht nicht, denn wir wollen weder Parties noch Werbeveranstaltungen oder rechten Dreck im Kalender haben, sondern die Vernetzung fördern - durch direkte Kontaktaufnahme.

Ausgabe Sommer 2016

Diesmal ist es eine Zwei-Monats-Ausgabe, denn: Es ist Sommer. Gießen als Stadt mit dem höchsten Studierendenanteil in diesem Land wechselt in den Schlafmodus, durchzogen von einigen kulturellen Sommerevents. Das Grauen hinter einer profitgetriebenen Wirtschaft fällt im Licht der Sonne noch weniger auf - so wie es für Abschiebungen, die ständige weitere Ausbeutung von Mensch und Umwelt immer schon gilt. Die kleinen Perlen gelungener Versuche, das Leben zurückzugewinnen, gehen da fast unter. Aber es gibt sie: Engagement für mehr Gleichberechtigung aller Menschen, besetzte Flächen, die sich in kleinen Gärten wandeln, Aktionen gegen Rassismus, Wegwerfkultur oder Autodominanz. Der „Gießener Landbote“ will darüber berichten und zum Mitmischen einladen. Wir hoffen auf eine bessere Vernetzung und gegenseitige Unterstützung bestehender Gruppen und aller, die etwas beitragen wollen mit ihren Ideen oder durch Unterstützung vorhandenerr Projekte. Getreu dem bekanntesten Satz aus dem historischen Vorbild und Namensgeber sei „Friede den Hütten!“ und „Krieg den Palästen!“, auch wenn die Begriffe heute anders gewählt werden müssen, sind doch Reichtums- und Machtunterschiede hinter verklärenden Fassaden demokratischer Gleichschaltung sehr viel schwieriger zu erkennen.

Vernetzung
Das vergangene Monatstreffen (lief am 29.6.) hatte als klaren Schwerpunkt die Frage, wie wir die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung der überwiegend völlig getrennt voneinander agierenden politischen Initiativen in Gießen verbessern können. Auch wir haben das bisher nicht geschafft, die Mauern um Label und Abkapselung in kleine, abgegrenzte Runden zu durchbrechen. Das aber wäre wichtig, um Wissen, Aktionsmaterialien usw. besser nutzen zu können, über den Tellerrand zu schauen, zu größeren Aktionen und Kampagnen fähig zu sein und das Problem zu durchbrechen, dass alle Gruppen immer nur die ihnen ähnlichen sozialen Schichten in der Bevölkerung ansprechen.

Das Aktionsvernetzungstreffen
Einmal im Monat laden wir zu einem offenen Treffen, wo alle Gruppen und Projekte den Stand ihrer Aktivitäten vorstellen und auch neue Ideen gestartet werden können. Kooperationen werden geplant oder Möglichkeiten für den Neueinstieg von Menschen aufgezeigt. Bislang ist das Vernetzungstreffen noch klein, aber es soll wachsen. Termin ist immer der 27. eines Monats ab 18 Uhr. Damit wechseln die Wochentage, damit alle Menschen irgendwann auch mal dazukommen können. Die nächsten Termine und ihre Orte sind im Kalendarium rechts zu finden.

Der „Gießener Landbote“ online
Es gibt jetzt eine Internetseite www.giessener-landbote.de, auf dem diese Printausgabe auch als PDF zu finden ist (zum Lesen, Ausdrucken, Vervielfältigen, Verteilen). Außerdem gibt es dort die Texte dieser Ausgabe online und einen Kalender, auf dem ständig neue Termine eingetragen werden können. Alle Projekte und Gruppen können sich dort einen Zugang machen und dann Termine mit Kontaktmöglichkeit eintragen. Anonyme Termine können nicht eingetragen werden, denn wir wollen weder Parties noch Werbeveranstaltungen oder rechten Dreck im Kalender haben, sondern die Vernetzung fördern - gerade durch direkte Kontaktaufnahme.

Gemeinsame Ereignisse
Wer kennt noch das Brandplatzfest? Das war früher ein gemeinsames Ereignis, wo sich verschiedene politische Gruppen trafen, vorstellen, Aktivitäten und Themen in die Öffentlichkeit trugen und mit einer Bühne auch kulturell interessiertes Publikum anzogen. Wollen wir so etwas wiederbeleben? Vielleicht einmal im Sommer und einen inhaltlich anspruchvollen, aber auch dem Austausch dienenden Kongress im Winterhalbjahr?

Projekte und Aktionen
Im Folgenden seien ein paar ausgewählte aktuelle Projekte vorgestellt. Die Liste ist willkürlich und wird mit jeder Ausgabe des „Gießener Landboten“ fortgesetzt. Wer in die vorherigen Ausgaben schaut, findet dann immer weitere Beschreibungen, z.B. in der Juni-Ausgabe:

Gesucht: Filmfreaks für Dokufilme, Filmen bei Aktionen usw.
Zudem gründet sich eine Runde, die Veranstaltungen zur Kritik an Knast und Strafe öffentlich machen will. Kontakt jeweils über Projektwerkstatt, 06401-903283, saasen@projektwerkstatt.de

Hanflabyrinth
Dieses Jahr findet das Hanflabyrinth zum zweiten Mal unter dem Motto „Irrwege ins gute Leben“ statt und beschäftigt sich mit dem Thema Grenzen des Wachstums. Auf die Besucher_innen warten zahlreiche Impulse, die zum Nachdenken anregen und dazu einladen, sich mit der Vision einer Postwachstumsgesellschaft auseinanderzusetzen.

Treffpunkte
Ganz neu entsteht in Gießen ein Aktionsraum im Antiquariat Guthschrift. Der ist nicht nur jederzeit für Veranstaltungen nutzbar und  ausgerüstet, sondern bietet auch ein gut zugängliches Lager für Aktionsmaterial. Die Lage ist in der Bahnhofstr. 26 sehr zentral (und direkt neben dem Kinocenter, wo wir einige Filmabende organisieren). Guckt Euch den Raum und die Ausstattung doch einfach mal an! Im Moment ist alles noch im Aufbau - bringt auch Eure Ideen mit ein.
Ganz anders die Projektwerkstatt in Saasen. Die ist schon über 25 Jahre alt, ein ganzer Gebäudekomplex über und über mit politischen Aktionsräumen von der Druckerei über ein Filmstudio, Layouttischen, Theatersammlung, Sabotagewerkstatt, Fahrrad-, Holz- und Metallwerkraum, riesigen Bibliotheken, einem Tagungsbereich mit ca. 20 Betten und vielen Treffräumen. Auf der Bahnlinie Gießen-Grünberg-Alsfeld-Fulda hält der Zug in 4 Minuten Fußweg von der „Villa Kunterbunt des kreativen Widerstands“. Auch hier gilt: Guckt Euch das Haus mal an und schaut, wie Ihr das nutzen oder mitwirken könnt. Mehr Informationen auf www.projektwerkstatt.de/ saasen.

Ausgabe Juni 2016

Es tut sich was in Gießen. Aus mehreren Filmabenden mit Diskussion und einem Direct-Action-Training entwickelt sich eine offene Aktionsvernetzung mit Austausch, gemeinsamer Infrastruktur, diesem regelmäßigen Terminboten und noch einigem mehr.

Thema des Monats: Lebensmittel im Müll
Eine Idee der Aktionsvernetzung ist, jeden Monat einen Schwerpunkt zu setzen. Das heißt nicht, dass andere Themen dann nicht mehr wichtig sind und alle nur noch das Eine machen. Aber rund um das Monatsthema gibt es zusätzlich Veranstaltungsreihen in Kooperation mit dem Kinocenter, dem Antiquariat Guthschrift und allen Gruppen, die sich beteiligen wollen. Manchmal soll so eine politische Frage öffentlich gemach, in anderen Fällen ein Projekt gestartet oder gestärkt werden - oder es gibt einen aktuellen Anlass. So ist es diesmal. Vor einigen Monaten kam es zu einer Auseinandersetzung an den Containern des Supermarktes tegut in der Galerie Neustädter Tor, gleich mit roher Gewalt gegen den dort nach Lebensmitteln Stöbernden. Anfangs sah alles nach einem Strafprozess wegen Diebstahl aus. Doch inzwischen vollzog der Supermarkt eine abenteuerliche Wendung und kämpft nun für die Straffreiheit des Containerns (siehe den taz-Artikel dazu, leider eher im Bildzeitungsstil: www.taz.de/Verfahren-gegen-Container-Aktivisten/!5303612/). Der Prozess am 29.6. läuft trotzdem, hat aber jetzt einen anderen Charakter.
Der Prozess ist ein Skandal: Nicht das Retten von Lebensmitteln ist verwerflich, sondern das Wegschmeißen - noch dazu als Teil der globalen Widerlichkeit, dass durch Agrarindustrie, Ausbeutung und ungerechte Verteilung massenhaftes Elend erzeugt wird. Mit Aktionen in der Innenstadt und vor Supermärkten soll deshalb auf das Problem aufmerksam gemacht werden: Umsonstessen, Straßentheater unter anderem mit Kostümen wie Bananen, Äpfel, Karotten, Tomaten, Kuh oder Schwein. Zwei Kinoabende am 23. und 28.6. mit spannenden Filmen und Gästen vertiefen das Hintergrundwissen. Erstes Ziel: Straffreiheit für Containern und ein Ende des Wegwerfens. Und dann: Schluss mit der Ausbeutung weltweit!

Projekte, Aktionen und Vernetzung

Das Aktionsvernetzungstreffen am 18. und die Anti-Psychiatrie-Aktion am 25.5. mit anschließender Veranstaltung zu Anarchie hat neue Ideen geboren und Infrastruktur geschaffen. Die stehen hier:

Soundmobil
Der Fahrradhänger mit Solarstrom und Lautsprecher aus der Projektwerkstatt steht jetzt in Gießen (Aktionsraum-Keller im Antiquariat Guthschrift) und kann immer eingesetzt werden. In ihm ist eine technische Anleitung zu finden, damit der Wagen viel eingesetzt werden kann, aber auch heil bleibt oder noch ergänzt wird.

Critical Mass
Jeden ersten Donnerstag (also 2.6., 7.7. usw., jeweils 19 Uhr ab Uni-Hauptgebäude) läuft die Fahrradaktion. Hier soll künftig immer der dann druckfrische „Gießener Landbote“ verteilt werden (gern dann auch an Menschen, die ihn in den Tagen danach weiter verteilen, Auslagepunkte bedienen usw.). Außerdem kann die CM ein Treffpunkt sein, d.h. im Anschluss finden noch Projekttreffen statt, werden die kommenden Aktionen geplant usw.

Anti-Zwangspsychiatrie-Aktionen
Am 25.5. standen und wanderten ca. 20 Personen dreieinhalb Stunden auf dem Gelände der Vitos-Kliniken an der Licher Straße. Der Platz vor dem Zentralbau und dem Cafe war gut, einige haben mit Menschen im und vor dem Cafe direkt gesprochen. Auf einem Rundgang zu den geschlossenen Anstalten wurden mehrere Kundgebungen abgehalten. Einige Häuser sind offenbar jetzt anders genutzt, wahrscheinlich wegen der Fertigstellung des zentralen Neubaus. In der Forensik gab es indirekten Kontakt mit Insassen. Die meldeten sich bei einer hochgezeigten Telefonnummer. Das wäre eine der offenen Fragen, ob eine dauerhafte Kontakttelefonnummer angeboten und betreut wird. Neuer Vorschlag für die nächsten Aktionen: Immer eine Kombination von Aktion und weiterer Besprechung, vielleicht auch noch mit einer anschließenden Abendveranstaltung - und reihum bei den verschiedenen geschlossenen Psychiatrien in Hessen. Die nächste Demo läuft nochmal nach Gießen, führt aber am Ende per Fahrrad von der Vitos- zur Unikliniks-Psychiatrie „Am Steg“. Daher bitte mit Fahrrad kommen und die mit Schildern usw. schmücken). Die Route: Donnerstag, 23. Juni, Start um 15 Uhr auf dem Vitos-Gelände, dort eine Stunde auf dem zentralen Platz (auch mit Zeit für unsere Besprechung, wie es weitergeht), dann als Fahrraddemo mit Zwischenstopp nochmal an der Forensik, dann Richtung Innenstadt mit Stopp z.B. am Berliner Platz und Selterstor, weiter die Frankfurter Straße zur Anstalt Am Steg. Das Kommen lohnt auch von auswärts, denn abends läuft im Kinocenter noch der Film „10 Milliarden“.
Kontakt für weitere Antizwangspsychiatrie-Aktivitäten, z.B. die Kritik an den Entwürfen der Landesregierung zum neuen Gesetz für die Psychiatrie (Psych-KG) über Simone: sfs333(ät)hotmail.com.

Globale Mittelhessen
Das jährliche Filmfestival mit Spielorten unter anderem in Gießen, Marburg, Wetzlar, Heuchelheim und Saasen ist in der Vorbereitungsphase. Zur Zeit werden Filme ausgewählt und das Rahmenprogramm organisiert. Einmal monatlich findet ein Plenum statt, dazwischen tagen verschiedene AGs. Mitwirkende sind gern gesehen. Mehr auf www.globalemittelhessen.de.

Treffpunkte

Ganz neu entsteht in Gießen ein Aktionsraum im Antiquariat Guthschrift. Der ist nicht nur jederzeit für Veranstaltungen nutzbar und ausgerüstet, sondern bietet auch ein gut zugängliches Lager für Aktionsmaterial. Die Lage ist in der Bahnhofstr. 26 sehr zentral (und direkt neben dem Kinocenter, wo wir einige Filmabende organisieren). Guckt Euch den Raum und die Ausstattung doch einfach mal an! Im Moment ist alles noch im Aufbau - bringt auch Eure Ideen mit ein.
Ganz anders die Projektwerkstatt in Saasen. Die ist schon über 25 Jahre alt, ein ganzer Gebäudekomplex über und über mit politischen Aktionsräumen von der Druckerei über ein Filmstudio, Layouttischen, Theatersammlung, Sabotagewerkstatt, Fahrrad-, Holz- und Metallwerkraum, riesigen Bibliotheken, einem Tagungsbereich mit ca. 20 Betten und vielen Treffräumen. Auf der Bahnlinie Gießen-Grünberg-Alsfeld-Fulda hält der Zug in 4 Minuten Fußweg von der „Villa Kunterbunt des kreativen Widerstands“. Auch hier gilt: Guckt Euch das Haus mal an und schaut, wie Ihr das nutzen oder mitwirken könnt. Mehr Informationen auf www.projektwerkstatt.de/saasen.

Termine und Treffpunkte in der Projektwerkstatt & Mittelhessen (wenn nicht zu sehen, hier klicken ...)

Der Gießener Landbote

Termine, Aktivitäten und Projekte für eine bessere Welt. Ja, echt!

Menschen aus Stadt und Kreis Gießen berichten über Projekte und Aktionen - und laden damit alle anderen ein, mitzumachen oder eigene Ideen zu entwickeln. Und zwar egal, ob sie sich als „Einheimische“ fühlen oder zugezogen sind ... aus der Wetterau, dem Vogelsberg, Niedersachsen oder Polen, Syrien oder Schlesien, Erfurt, Mali oder irgend einer anderen Ecke dieser Welt. Ebenso ist egal, in welchem der 60 Facebook-Geschlechter (oder vergessener weiterer) Ihr Euch wohl fühlt, ob Ihr rote oder grüne Pullover, langes, kurzes oder gar kein Haar tragt, durch braune oder blaue Augen auf diesen Text schaut, Sommersprossen Euer Gesicht zieren oder nicht. Unsere Welt ist bunt, denn: Kein Mensch ist illegal!

Ausgaben

Extra-Ausgaben für den Ostkreis

Zusammengestellt wird der „Gießener Landbote“ auf den monatlichen Treffen in Gießen und Saasen, layoutet und gedruckt dann in der Saasener Projektwerkstatt. Das ist ein offenes, kreatives Haus mitten im Wiesecktal - durch Bahnhof und Radwegeverbindungen gut erreichbar. Täglich nutzen viele Geflüchtete aus den umgebenden Häusern die Werkstätten, Fahrräder, Billard und mehr. Räume, Arbeitsmöglichkeiten und Bibliotheken stehen aber immer allen Menschen offen (www.projektwerkstatt.de/saasen).

Warum „Gießener Landbote“? Komischer Titel ...
Namensgeber ist Georg Büchner. Der Freiheitskämpfer, der die Gießener Region aus Angst vor staatlicher Verfolgung verlassen musste, hatte mit dem „Hessischen Landboten“ ein literarisches Werk geschaffen, dass den Herrschenden ein Dorn im Auge war. „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ dürfte der bekannteste Satz aus der Flugschrift sein, die Büchner viel Ärger einbrachte.

Impressum und Verteilung

Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen, 06401-903283, Fax 03212-1434654, landbote@projektwerkstatt.de V.i.S.d.P.: Jörg Bergstedt - Texte und Termine stammen von verschiedenen Menschen - Einheitsmeinungen sind uns fremd ...

Für die August-Ausgabe bitte Termine/Mitteilungen bis Ende Juli an uns schicken - oder am 27. zum Vernetzungstreffen mitbringen. Danke! Wir suchen noch Menschen, die den „Landboten“ zu Auslagestellen, weiteren Gruppen bringen. Exemplare liegen stets im Gießener Aktionsraum und in der Saasener Projektwerkstatt. Oder Ihr druckt das PDF einfach selbst aus.

Der Terminkalender

Veranstaltungsreihen mit „Themen des Monats“: In Kooperation mit dem Kinocenter, dem Antiquariat und allen Gruppen, die sich beteiligen wollen, können wir Themenreihen planen mit Filmen, Vorträgen, Diskussionen, Workshops usw. Der Beginn ist auch schon gemacht mit dem Film „Projekt A“ (lief ja Freitag) und einigen passenden Veranstaltungen im Mai. Der Juni könnte im Zeichen von "Lebensmittelverschwendung/Containern" stehen, weitere Ideen noch ohne Termine sind Kritik an Knast und Psychiatrie usw. Die Anfänge stehen auf www.projektwerkstatt.de/termin_prowe.html.
Übrigens: Es gibt noch eine zweite Ausgabe des „Gießener Landboten“ - für den Ostkreis Gießen. Schwerpunkt ist dort die Kooperation und Unterstützung von Flüchtlingen, zudem findet Ihr dort das Seminar- und Veranstaltungsprogramm der Projektwerkstatt in Saasen, die ja von Gießen aus per Fahrrad und Zug gut zu erreichen ist. Siehe unter www.projektwerkstatt.de/saasen und www.willkommen-im-wiesecktal.ml.

 

Downloads für Aktionen

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