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Der regelrechte Erziehungswahn vieler Eltern, hat seinen Ursprung in der Annahme, Kinder seien erziehungsbedürftig. So weit verbreitet diese Annahme auch ist: Sie stimmt nicht. Viele Menschen verwechseln Erziehung und Lernen. Erziehung ist eine Veranstaltung des Erziehers. Lernen hingegen ist eine Tätigkeit des Kindes. Es erkundet seine Umwelt, nimmt Informationen auf. Das Kind ist Subjekt seines Lernens. Kinder lernen - und zwar ohne daß man sie dazu zwingen muß. Man kann das Lernen nicht einmal verhindern, höchstens behindern, durch Erziehung zum Beispiel. Kinder sind nicht erziehungsbedürftig, sondern lernbedürftig; und lernen tun sie auch ohne Erziehung.
(Quelle: K.R.Ä.T.Z.Ä.: Erziehen ist gemein, www.kraetzae.de)
In der Familie und in der Erziehung geschieht dasselbe. Die mißverstandenen Theorien von der progressiven Erziehung haben zu einer Erziehungsmethode geführt, bei der dem Kind nicht mehr gesagt wird, was es zu tun hat, wo ihm keine Anordnungen gegeben werden oder wo es nicht mehr bestraft wird, wenn es solche nicht ausführt. Das Kind soll sich selbst »ausdrücken«. Aber es wird ihm von seinen ersten Tagen an ein heilloser Respekt vor der Konformität eingeimpft, die Angst, »anders« zu sein, und die Furcht, sich von der Herde zu entfernen. Der so in Familie und Schule aufgezogene »organisierte Mensch«, dessen Erziehung dann in den großen Institutionen vervollständigt wird, besitzt Meinungen, aber keine Überzeugungen; ...
Auszug aus Fromm, Erich (1985): "Über den Ungehorsam", dtv München (S. 16 f.)
Der Großteil unserer institutionalisierten Erziehungsbemühungen hat zum Ziel, unsere Kinder zu trivialisieren. ... Da unser Erziehungssystem daraufhin angelegt ist, berechenbare Staatsbürger zu erzeugen, besteht sein Zweck darin, jene ärgerlichen inneren Zustände auszuschalten, die Unberechenbarkeit und Kreativität ermöglichen. Vielfach darf in der Schule eine Frage nur eine Antwort haben; ...
Auszüge aus Heinz von Förster/Bernhard Pörksen (8. Auflage 2008), „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“, Carl Auer Verlag in Wiesbaden (S. 65)
we dont't need no education!
Erziehung ist der Glaube, zu wissen, was für andere gut ist. Dieser Unsinn wird benutzt, um Kinder wie "Mindermenschen" zu behandeln, zu bevormunden und einzuschränken, aber auch die Entmündigung von sog. "psychisch Kranken" trägt ähnliche Züge.
Dieses grundsätzliche Muster findet sich in allen pädagogischen Ansätzen wieder. Bevormundung und Manipulation sind kennzeichnend für alle Erziehungsstile inklusive reformpädagogischer oder antiautoritärer Modelle - zwar enthalten diese immer auch Elemente, die Selbstbestimmung fördern (weniger verregelter Unterricht, kreativere Methoden usw.), aber auch hier gibt es ein Bild, nach dem andere geformt werden sollen. Gleichberechtigung unter Menschen - gedacht als tendenzieller
Prozess - ist nur möglich, wenn Erziehung eine klare Absage erteilt wird. Das ist schon lange überfällig ...
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