Naturtip

Naturkunde im Frühling

Im Frühjahr kommt wieder leben in die Natur - so viel und so schnell, daß die Zeit eigentlich langsamer laufen müßte, um alles mitzubekommen.
Da sind die Frühjahrsblüher, wie Buschwindröschen, Scharbockskraut oder Gelbstern. Sie blühen um die Wette für die ersten bestäubenden Insekten. Schnell wird das Sonnenlicht durch die kleinen Blätter ausgenutzt, bevor sich das große Blätterdach des Waldes über ihnen schließt.
Oder die Amseln morgens auf den Dachgiebeln - gibt es ein besseres Lied für den Frühling?
Die Zauneidechsen sonnen sich an Böschungen in den warmen Frühlingsstrahlen - wollt ihr sie beobachten, sind sie wie der Blitz in einem Gang verschwunden. Dank der Sonnenenergie!
Jetzt fliegen Hummelköniginnen suchend in Gärten und draußen herum, um einen geeigneten Platz für das zukünftige Nest zu finden. Schlaue Leute bauen jetzt Hummelnistkästen.
Kennt ihr eine sandige offene Böschung oder eine sonnenexponierte Bodenstelle in eurer Nähe? Nichts wie hin, denn dort fliegen gerade hunderte von Sandbienen. Diese besuchen oft nur die Weiden. Sind sie verblüht, ist das Leben in der Bienenkolonie wie durch einen Zauberstreich vorbei - für ein Jahr! Warum so lange warten? Noch ist es nicht zu spät, Nisthilfen für Wildbienen zu bauen. Einfach Holzklötze anbohren und aufhängen. Im Sommer nisten dann "Eure Bienen" in den Bohrlöchern.
Welchen Schmetterling habt ihr dieses Jahr zuerst gesehen - das Tagpfauenauge, den Kleinen Fuchs oder den Zitronenfalter? Wie lange hat der klein Fuchs auf das Frühjahr gewartet! Er saß zusammengekauert und gefaltet wie ein Blatt in der dunklen Ecke einer Gartenhütte oder eures Speichers im Haus. Seit dem Herbst hat er es geschafft, nicht von Winkelspinnen ausgesaugt zu werden und vor allem: er hat es geschafft wieder ins Freie zu kommen.
Ist es euch schon einmal aufgefallen, daß manche wilde Rosen so merkwürdige, haarige Wucherungen haben? Es sind die Gallen der Rosengallwespe. In den Kammern liegen ihre Puppen und warten auf den Sommer, um dann zu schlüpfen. Als Versuch könnt ihr eine Galle mitnehmen und daheim im Warmen ausbrüten. Schlüpfen daraus Gallwespen oder grünmetallisch glänzende Parasit-Wespen?

Mit Schmetterlingen, Amphibien, Pflanzen u.v.m. beschäftigt sich der Deutsche Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) genauso wie mit den aktuellen Umweltproblemen und der Umweltpolitik. Auf internationalen zweiwöchigen Sommerlagern in ganz Deutschland erkunden 15-20 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 25 Jahren die Natur und versuchen ökologische Zusammenhänge zu begreifen. Denn das Motto heißt: "Nur was man kennt, kann man schützen!"
Wenn auch ihr Lust bekommen habt, Informationen über andere DJN - Veranstaltungen oder Ortsgruppen wollt, so schreibt an:
Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Justus-Strandes-Weg 14, 22337 Hamburg.

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