Grün und üppig stehen stehen sie auf unseren Wiesen und Weiden. Nahe betrachtet werden sie zu Wunderwerken: Die Staubbeutel, lila oder gelb, braun manchmal auch rot, quellen aus den einzelnen Blüten, auch die Narben, fein verästelt, weiß und zerbrechlich, gucken aus ihnen hervor. Gräser sind Pflanzen der Superlative. Ein garshalm von weniger als 5mm Durchmesser kann durchaus 2m Höhe erreichen. Das entspräche einem baum von 5m Durchmesser, der 2km in den himmel wächst. Klar, so einfach sind solche vergleich nicht, schließlich ist ein Grashalm viel leichter als ein Baumstamm, er ist ja auch hohl. Dennoch eine nette Vorstellung...
Wenn ihr eine Wiese seht, die rosarot von den Rispen eines Grases leuchtet, so handelt es sich höchstwahrscheinlich um das Wollige Honiggras (Holcus lanatus). Ein sehr sympatisches Pflänzchen übrigens, es ist weich und kuschelig (weil dicht behaart) und dadurch auch unverwechselbar.
Wenn ihr euch die Rispe näher anschaut, merkt ihr, daß sie reich verzweigt ist. Deshalb heißt sie Rispe. Eine Ähre hätte keine solchen Verzweigungen, die Blüten säßen ungestielt auf der Hauptachse. Das Wollige Honiggras wird durch Düngung gefördert und ist so auf unseren Wiesen recht häufig anzutreffen. Es gilt als nicht sehr wertvoll und ist auch von Rindern schwer verdaubar.
Ähnlich sieht es mit dem Weidewert eines weiteren häufigen Grases aus: Anthoxanthum odoratum, das Ruchgras. Bei diesem Gras muß mensch schon etwas klauben um die Verzweigungen der rispe zu erkennen. Es riecht würzig wie Waldmeister nach Kumarin und wurde schon als Würze für Schnupftabak, Getränke und Kräuterkissen benutzt. Seht euch ebi diesem Gras einmal die einzelnen Blüten genauer an. Bei dieser Art sind die zwei Blütenblätter um Staubbeutel und narbe nämlich keulenförmig und außerdem noch behaart, von jedem geht eine längere Borste aus.
So faszinierebd die Gräser auch sind , so sehr sind sie auch verhaßt. Nicht nur daß sie manchem von uns eine rote Nase bescheren.
Mit Pflanzen, Schmetterlingen, Fröschen u.v.m. beschäftigt sich der Deutsche Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) genauso wie mit den aktuellen Umweltproblemen und der Umweltpolitik. Auf internationalen zweiwöchigen Sommerlagern in ganz Deutschland erkunden 15-20 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 25 Jahren die Natur und versuchen ökologische Zusammenhänge zu begreifen. Denn das Motto heißt: "Nur was man kennt, kann man schützen!"
Wenn auch ihr Lust bekommen habt, Informationen über andere DJN - Veranstaltungen oder Ortsgruppen wollt, so schreibt an:
Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Justus-Strandes-Weg 14, 22337 Hamburg.