Selten gab es einen so schönen Sommer wie den letzten. Die warmen Tage kommen den Insekten gerade recht, denn sie besitzen nicht "warmes" Blut wie wir, sondern sie sind i.d.R. von der Außentemperatur abhängig. Schmetterlinge werden oft erst ab 15° C aktiv, Nachtschmetterlinge oft erst ab 20° C.
Auch Heuschrecken reagieren stark temperaturabhängig. Der Warzenbeißer, eine der größten einheimischen Heuschrecken, zirpt exakt erst ab 23° C! Ihr Gesang ist sogar bis über 50m weit zu hören. Oft denkt man, das Tier säße genau vor einem, doch bei genauerem Nachsuchen, kann es sein, daß es noch 20m weit entfernt sitzt.
Heuschrecken findet man bis in den Oktober hinein, so daß diese auf Exkursionen fast das ganze Jahr anzutreffen sind.
Die Suche nach Schmetterlingen lohnt sich auch im September noch. Ein Schmetterlingsleben durchläuft die bekannten Stadien: Das Ei, die Raupe, die Puppe und schließlich der Falter. Jedes dieser Lebensstadien, die sich bei den einzelnen Arten über unterschiedlich lange Zeiträume erstrecken, benötigt meist unterschiedliche Lebensräume mit speziellen Umweltbedingungen.
Ein Beispiel ist der Schwalbenschwans, eine gefährdete Art der Roten Liste, der an sonnigen Tagen von Mitte April bis Anfang September an trockenen Hängen zu beobachten ist. Der schwarz-gelb-gestreifte Falter mit blauen "Augen" auf den Hinterflügeln gehört zu den auffälligsten der heimischen Tagfalter. Seine Raupe frißt ausschließlich auf Doldenblütlern. Wer etwas für bedrohte Falter tun will, kann in seinem Garten ein paar Möhren stehen lassen.
Faszinierend ist auch der Silbergrüne Bläuling, ein Tagfalter der an Südhängen in trockenen Rasen anzutreffen ist. Unglaublich klingt die Geschichte von der Lebensgemeinschaft, die der Silbergraue Bläuling mit mancher Ameisenart eingeht. Die Raupen geben nach einem aufregendem Trommeln der Ameisen ein zuckerhaltiges Sekret ab, daß den Ameisen und deren als Nahrung dient. So kann eine Raupe Nahrung für fünf bis zehn Ameisenleben liefern. CA. Zehn der Bläulingsraupen können einen Monat lang einen Ameisenstamm ernähren. Es handelt sich hier nicht um einen einseitige Ausnutzung der Raupen durch die Ameisen, sondern um ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein Phänomen, das auch als Symbiose bezeichnet wird. Als Gegenleistung für das "Gemolken werden" beschützen die Ameisen die Raupen tagsüber, wenn sie fressen. Nachts, wenn sich die Raupen von ihren Futterpflanzen auf den Erdboden zurückziehen, bauen ihnen die Ameisen einen regelrechten Stall, einen Erdpavillon, in dem sie weitgehend vor Feinden geschützt sind.
Wenn ihr Lust bekommen habt, die Natur gemeinsam mit anderen jugendlichen zu entdecken, fahrt doch auf ein DJN-Sommerlager. Die zweiwöchigen Sommerlager finden über das ganze Bundesgebiet statt- bestimmt gibt es auch eines in deiner nähe! Da jedes Sommerlager nur etwa 20 Teilnehmer hat, brauchst Du keine Angst zu haben, wenn Du noch niemanden kennst, denn in so einer kleinen Gruppe lernt man sich schnell kennen. Teilnehmen kann jeder Jugendlicher im Alter zwischen 12 und 25. Allerdings mußt Du dich darauf gefaßt machen, daß es bei uns nicht besonders luxuriös zugeht: Unserer Unterkunft beschränkt sich oft auf Zelte oder einer kleinen Hütte. Aber für zwei Wochen ein bißchen abseits der Zivilisation leben kann auch ganz lustig sein- z.B. bei schönem Wetter unterm Sternenhimmel übernachten, im Mondschein schwimmen zu gehen oder eine Nacht am Lagerfeuer mit heißem Kakao, Gitarre und Liedern zu verbringen, um sich dann in der Morgendämmerung auf eine Vogelexkursion aufzumachen.
Tagsüber machen wir kleine Ausflüge, gehen auf Exkursion und versuchen Jugendliche und die Öffentlichkeit für die Natur zu begeistern und einen Beitrag zur Erhaltung dieser Natur zu leisten. Anders als bei anderen Jugend-Umweltorganisationen steht bei uns die Naturkunde im Vordergrund. Dahinter steckt der Gedanke, daß man kenne muß, was man schützen will: Wenn Du allmählich den phantastischen Artenreichtum der Natur kennenlernst, wird dir erst ganz bewußt, was für kleine Wunder die Natur direkt vor deiner Haustür zu bieten hat und wie gefährdet diese Vielfalt ist. Um zu einer sinnvollen Naturschutzarbeit zu gelange, ist es außerdem notwendig, ökologische Zusammenhänge zu kennen. Nicht zuletzt macht es aber auch Spass und ist immer wieder faszinierend, sich mit Naturkunde zu becshäftigen.
Neugierig geworden? Mehr Informationen gibt es beim Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN),Justus-Strandesweg 14, 22337 Hamburg oder bei Stefanie Wiesmeier, Bundesstraße 9, 79194 Gundelfingen