Naturtip

Kröten

Ein Quaken und Summen
"Oäck-oäck---oäck ertönt es aus dem Wasser. Verwundert bleibe ich stehen und sehe mehrere bräunliche Tiere, wie sie in einem Pulk im Wasser, um etwas Unbekanntes kämpfen. Bei näherer Betrachtung wird klar, daß es sich hier um einen Vertreter der Froschlurche (im Gegensatz zu Schwanzlurchen - z.B. Molchen), genauer gesagt, um die Erdkröte handelt. Die Tiere haben alle eine kakaobraune, warzige Oberseite und eine hellbraune Unterseite. Jede Kröte krappelt mit erstaunlicher Behändigkeit auf etwas in der Mitte des Krötenknäuls zu und drückt unermüdlich mit ihren Vorder- und Hinterbeinen die Rivalen weg. Von Neugier gepackt, schiebe ich mit einem Stock die Kröten zur Seite und entdecke tief im Wasser ein glückliches Krötenpärchen. Das halb so große Krötenmännchen sitzt huckepack auf dem Weibchen und läßt seine Liebste unter keinen Umständen los. Unter dem Weibchen entdecke ich tief unten im Wasser eine lange, gallertartige Schnur, die sich um Äste und Wasserpflanzen windet. Ich folgere, daß es sich hier um eine Laichschnur handeln muß und daß die beiden gerade bei ihrem Liebesspiel sind. Voller Neugier schmökere ich im DJN-Amphibien- und Reptilienschlüßel und lese, daß es von den 14 Froscharten (Frösche, Kröten, Unken) in Deutschland 5 Krötenarten gibt. Sie zählen zu den Amphibien, weil ihre Larven im Wasser leben und die erwachsenen Tiere sich vor allem an Land aufhalten. Im Frühjahr (März bis Mai) wandern sie zu ihren Fortpflanzungsgewässern und laichen ab, über den Sommer leben sie in ihren Sommerquartieren meist weit ab von ihren Laichgewässern und wandern im Herbst zu ihren Überwinterungsquartieren, wo sie oft in feuchter Erde und zwischen Laub überwintern. In warmen Nächten, insbesondere im Frühjahr oder im Sommer nach dem Schlüpfen der Jungkröten, kommt es zu richtigen Massenwanderungen, so daß Amphipien in Massen auf den Straßen totgefahren werden. An solchen Stellen kann man durch Krötenzäune und fest installierte Laicheinrichtungen den Massenmord verhindern. Leider sterben auch viele Tiere in ihrem Bahrungshabitat. Neuere Untersuchungen beweisen, daß durch den Einsatz moderner Mähgeräte viele Amphibien verletzt werden und verenden. Dies ist sicher ein Grund, warum der Weißstorch so selten geworden ist! Amphibien sind ein lohnendes Objekt, besonders jetzt im Frühjahr. Es gibt sicher in Eurer Nähe ein paar Tümpel oder Teiche, zu denen ihr eine schöne Exkursion machen könnt.

Im März und April findet ihr in Kalkreichen Eichen- und Buchenwälder eine bunte Blumenpracht, darunter das weißblühende Buschwindröschen und das gelbblühende Scharbockskraut. Diese Frühblüher, auch Geophyten genannt, haben Speicherorgane unter der Erde und können deshalb schon im zeitigen Frühjahr austreiben, blühen und fruchten. Die Laubbäume sind nicht so schnell und benötigen mehrere Wochen, bis das Laubdach geschloßen ist. Licht ist der Konkurrenzfaktor und bestimmt in großem Maße das Ökosystem Wald.

Zu den typischen im Frühjahr anzutreffenden Insekten zählt die etwa 1cm lange, dicht behaarte Mauerbiene, die bis auf den leuchtenden roten Hinterleib vollständig schwarz gefärbt ist. Mit etwas Glück hört Ihr sie um Euren Balkon oder Rolladen summen, auf der Suche nach kleinen, etwa 8mm breiten Röhren. Die Brutröhren werden nacheinander in einzelne Kammern mit einem Ei, den Pollen und anderen Larvennahrungsmitteln bestückt und nach wenigen Wochen mit einem Lehmpfropfen verschloßen. Falls Ihr diese bezaubernden Insekten genauer beobachten wollt, so müßt Ihr mit einer Bohrmaschiene (Durchmesser zwischen 3 und 10 mm), etwa 5cm tiefe Löcher bohren und das Stück Holz an einen witterungsgeschützten und sonnigen Ort (unterm Dach an Süd- oder Ostseite) aufhängen. Wetten, daß sich schon nach kurzer Zeit die erstaunlichsten Bienenarten einstellen. Habt Ihr schon mal die winzige, azurblau- und rotschillernde Goldwespe gesehen - einfach Wahnsinn. Einzelheiten könnt ihr im Sondernabei Nr. 3 nachlesen. Viel Spaß beim Beobachten.

Mit Kröten u.v.m. beschäftigt sich der Deutsche Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) genauso wie mit den aktuellen Umweltproblemen und der Umweltpolitik. Auf internationalen zweiwöchigen Sommerlagern in ganz Deutschland erkunden 15-20 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 25 Jahren die Natur und versuchen ökologische Zusammenhänge zu begreifen. Denn das Motto heißt: "Nur was man kennt, kann man schützen!"
Wenn auch ihr Lust bekommen habt, Informationen über andere DJN - Veranstaltungen oder Ortsgruppen wollt, so schreibt an:
Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Justus-Strandes-Weg 14, 22337 Hamburg.

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