Wenn die Tage immer kürzer und die Nächte immer kälter werden. Wenn die allerletzten Spätblüher schon längst ausgesamt haben und vor allem Bäume und Sträucher immer kahler werden, dann wird es Zeit, diesen Naturtip zu lesen. Denn es gibt keinen Grund, sich in den naturkundlichen Winterschlaf zu begeben und aufs nächste Frühjahr zu warten. Auch der Winter hat naturkundlich einiges zu bieten. Wer z.B. jetzt einen Baum bestimmen will, muß nicht verzweifelt im Laub wühlen und nach passenden Blättern suchen. Viele Merkmale, die man im Sommer übersieht, können jetzt weiterhelfen. Wie ist der Baum oder Strauch gewachsen? Wie fühlt sich die Rinde an (rauh, glatt, warzig, schuppig) ? Haben die Zweige Dornen (Weißdorn, Schlehe, Robinie) oder Stacheln (Rosen und Brombeeren) ? Manchmal hängen auch noch Reste von Früchten an den Zweigen. Das wichtigste Bestimmungsmerkmal aber sind die Knospen. Knospen sind die Überwinterungsform der nächsten Jahrestriebe. Jede Knospe beherbergt in ihrem Innern bereits einen vorgefertigten Trieb. Nach ihrem Inhalt kann man drei Arten von Knospen unterscheiden: Blattknospen - Blütenknospen - gemischte Knospen. Alle Knospen werden bereits in der sommerlichen Vegetationsperiode angelegt. Sie sind immer in den Achseln der Blätter zu finden. Die Knospen werden von Knospenschuppen umhüllt. Die Knospenschuppen sind veränderte Blätter und dienen unter anderem dem Schutz vor Kälte, Feuchtigkeitsverlust, Insekten und Fäulnis. Für die Bestimmung ist vor allem die Anzahl der Knospenschuppen von Bedeutung. So haben z.B. Weiden nur eine einzige Knospenschuppe und der Wollige Schneeball besitzt keine. Sehr oft sind Knospenschuppen behaart und unterschiedlich gefärbt (z.B. Spitzahorn rot, Bergahorn grün). Für die Bestimmung ist wichtig, Wie dei Knospen an den Zweigen angeordnet sind. Sie können entweder gegenständig, wechselständig oder spiralig angeordnet sein. Wichtig ist auch, ob sie abstehend, anliegend, gestielt oder sitzend am Zweig sind. Auch die Größe kann sehr entscheidend sein. So fällt z.B. die Roßkastanie durch riesige, klebrige Knospen auf. An den Stellen des Zweiges, an den während der Vegetationsperiode die Blätter sitzen, wird im Herbst eine Trennschicht gebildet. Nach dem Abfallen der Blätter wird diese Trennschicht von einer Korkschicht als Verdunstungsschutz bedeckt. Diese Blattnarben, die meist auf einer erhöhten Stelle des Zweiges sitzen, dem Blattkissen, sind immer unmittelbar unter den Knospen zu finden. In den Blattnarben sind die Blattspuren zu sehen. Für die Bestimmung sind hierbei Anzahl und Verteilung der Blattspuren wichtig.
Mit Naturkunde beschäftigt sich der Deutsche Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) genauso wie mit den aktuellen Umweltproblemen und der Umweltpolitik. Auf internationalen zweiwöchigen Sommerlagern in ganz Deutschland erkunden 15-20 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 25 Jahren die Natur und versuchen ökologische Zusammenhänge zu begreifen. Denn das Motto heißt: "Nur was man kennt, kann man schützen!"
Wenn auch ihr Lust bekommen habt, Informationen über andere DJN - Veranstaltungen oder Ortsgruppen wollt, so schreibt an:
Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Justus-Strandes-Weg 14, 22337 Hamburg.