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Ö-Punkte ... die andere Umweltzeitung

Viermal jährlich erschienen die Ö-Punkte als gedruckte Zeitschrift - von 1997 bis 2001. Dann war Schluss. Neben vielen anderen Besonderheiten (marktkritische, emanzipatorische Ökologie, themenübergreifend, verbands-, konzern- und staatsunabhängig) boten die "Ö-Punkte" eine Vielzahl von Kurztexten aus allen Teilen der Umwelt"bewegung". Sie waren somit selbst vernetzend.
Allerdings hatte das einen Nachteil: Vieles konnte nur kurz&bündig abgedruckt werden. Oft war das schmerzlich, daher lief in der Endphase ein Test: Lange Texte und kurze Zusammenfassung wurden kombiniert - kurz in der "Ö-Punkte", lang im Internet.
Noch immer stehen Informationen und der Download der "Ö-Punkte" im Internt bereit. Alle bisherigen Hefte der Ö-Punkte (außer der vergriffenen Startausgabe) können zudem gegen 8 Euro bestellt werden beim Aktionsversand, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen. Bestellseite hier ...

Achtung! Von einigen Ö-Punkten sind noch richtig viele da - und wer davon welche haben, sollte sich mal melden. Wir verschicken auch gerne größere Mengen zum Verschenken/Verteilen. Nett wäre, wenn die Porto übernommen werden könnten. Meldet Euch doch einfach per Mail, damit wir Näheres abklären können.
Folgende Hefte sind in größeren Mengen da:

Hinweis: Die Startausgabe 1997 ist vergriffen. Daher haben wir sie komplett hier ins Netz gesetzt. Auch die zweite Ausgabe (Nr. 1/1998, Schwerpunkt Agenda 21) in hier zu finden.

Das waren die ...

Ö-Punkte (1997 bis 2001, dann eingestellt)

Der Infodienst für aktive UmweltschützerInnen
Termine, Tipps, Aktionen

Redaktion: c/o Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen
06401/90328-3, Fax -5, oe-punkte@gmx.de

Die Idee

Zwei Lücken sollten die Ö-Punkte füllen. Zum einen fehlte überregional eine umfassende Umweltzeitung, die nicht auf die staats- und konzernnahe Jubelberichterstattung zu Agenda 21, Nachhaltigkeit, Ökosteuern oder sogar die Expo 2000 einschwenkte, sondern kritische Positionen enthielt und mitbestimmungsorientierte, radikale Umweltschutzideen vermittelte (Umweltschutz von unten). Zum zweiten waren die meisten Zeitungen nur auf ihr Thema, ihre Zielgruppe oder ihren Verband fixiert. Eine umfassende Vernetzungsarbeit erfolgte nicht.
Die Ö-Punkte sollten beiden Zielen dienen: Eine thematisch übergreifende Sammlung von Tipps, Berichten, Ankündigungen und Terminen aus allen Bereichen des Natur- und Umweltschutzes sowie anderer politischer Themen und direkter Aktionsformen. Und ein Medium, das kritische Debatten anzettelte, neue Strategien entwarf usw.

Die autonomen Themenredaktionen

Die "Ö-Punkte" wollten ein politisches Magazin innerhalb aktiver Bewegung sein. Staats- und konzernangepaßte Blätter waren ebenso nicht unser Ding wie einheitliche Kommentarsammlungen aus abgehobenen Kreisen.Die Redaktionen der "Ö-Punkte" waren jeweils Teil politischer Bewegung und berichteten aus diesen. Gegenüber der die Zeitung am Ende layoutenden Gruppe waren die Themenredaktionen autonom, d.h. sie entschieden über die Inhalte.
Für Mitarbeit in den Redaktionen oder für einzelne Texte und Fragen war der direkte Draht zu den Redaktionen am wichtigsten. Am Ende der Ö-Punkte waren die Themenredaktion wie folgt besetzt:

Die "Querschnitts"-Redaktionen

Ganz neu ist die Idee, Redaktionen zu schaffen, die grundsätzliche politische Positionen und Diskussionen in die anderen Redaktion hineintragen oder in Schwerpunkten bzw. auf den Debattenseiten der Ö-Punkte verwirklichen. Diese Redaktionen haben keine eigene Rubrik, sondern arbeiten "querschnittsorientiert" mit allen Redaktionen zusammen.
Geplant sind u.a.:
 - Gender/Antisexismus
 - Antifaschismus/Antirassismus/Antinationalismus
 - Esoterik
 - Jugendpolitik, Jugendaktionen

Die Verteiler

Die Ö-Punkte konnten abonniert werden, in der Hauptsache aber nutzte die Redaktion bestehende Verteiler. Das war auch wichtig, denn so kam die Zeitung z.Zt. an ca. 10-12.000 Basisgruppen - über die Verteiler von Verbänden, Rundbriefen, Netzwerken usw. Verteilt wurden die Ö-Punkte u.a. über ...

Außer erfolgte eine Verteilung über die Redaktionen und einige Büchertische. Der Zeitschriftenhandel wurde anfangs bedient, dann aber wieder eingestellt. Weitere Verteiler waren herzlich willkommen. Die Ö-Punkte wurden den Weiterverteilstellen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Da die Ö-Punke postalisch als Supplement gelten, waren kaum Mehrkosten zu erwarten.
An Ende neu: Pro Stadt/Region wurde einer Person/Gruppe eine Anzahl von Ö-Punkten zur Verteilung zugeschickt. Je ein Exemplar ging dann von dort an ...

Wer hat Lust, das in der eigenen Stadt/Region zu übernehmen? Eventuell kann in Verbindung auch eine Verkaufsstelle ausgewählt werden, wo dann auch Einzelpersonen die Ö-Punkte erhalten können. Bislang sind nur wenige Orte abgedeckt.

Abo und Finanzierung (nicht mehr gültig!)

Das Normalabo kostete 20 DM/Jahr. Förderabo waren gern gesehen (ab 40 DM/Jahr).
Sammel-Abo: Pro zusätzlich zugeschicktem Heft 3 DM/Jahr, d.h. z.B. für je 10 Hefte 47 DM/Jahr.
Zudem gab es das Perspektiven-Abo. Das bedeutete, daß zusätzlich zu den vier Heften noch der unregelmäßige Rundbrief zu den Perspektiven von "Umweltschutz von unten" sowie weitere Sondersendungen mit Infomaterial verschickt wurden. Das Perspektiven-Abo kostete 40 DM/Jahr (Förder-Abo ab 60 DM/Jahr).

Die Ö-Punkte warem finanziell nie gesichert, sondern mussten ständig durch Gelder vor allem aus der Projektwerkstatt in Saasen und den dort aktiven Gruppen unterstützt werden. Das war auf Dauer nicht möglich. Daher suchten wir einmalige und dauerhafte SpenderInnen. Ungefähr die Hälfte der Kosten ließ sich über Anzeigen und Abos abdecken. Für die andere Hälfte, ca. 20.000 DM pro Jahr, suchten wir UnterstützerInnen ... z.B. 20 zu je 1000 DM. Spendenbescheinigungen waren möglich.

Die bisherigen Ausgaben

Bereits erschienene Hefte können zum Preis von 1 Euro pro Heft nachbestellt werden (plus einmalig 1 Euro Porto). Außerdem sind sie als PDF-Datei (zu lesen mit dem Acrobat Reader, einer Freeware, die ebenfalls aus dem Internet zu "ziehen" ist) geladen werden durch anwählen auf der untenstehenden Liste. Alle Hefte der Ö-Punkte (außer der vergriffenen Startausgabe) gegen 8 Euro-Scheines an Aktionsversand, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen.

Zur Umweltschutz-von-unten-Homepage (siehe auch http://go.to/umwelt):

"Ende"-Text aus dem "Frechen Umwelt-Info"

Ö-Punkte am Ende ... was wächst aus der Asche?
Es ist Schluß mit den Ö-Punkte in dieser Form (ob es eine andere Form gibt, lasse ich mal offen). Es sind viele Dinge, die zusammenkommen. Die katastrophalen Rahmenbedingungen (vom finanziellen Desaster bis zur Lage der politsichen Bewegung, in der einfache und dumme Lösungsvorschläge Hochkonjunktur haben und propagandistisch aufgeblähte Organisationen ohne emanzipatorische Inhalte wie attac oder die Antideutschen Massenzulauf haben) sind sehr entscheidend. Die Ö-Punkte hängen immer mehr in der Luft, sind immer mehr die letzte breit angelegte offene Zeitung - die aber keine Basis mehr hat.  Teil meiner Wut sind auch die vielen Zugriffe von außen, die ganzen Arschlöcher in der Bewegung, die ihren Dominanzkult, ihren Drang nach Führung gegen alles wenden, was unabhängig scheint ... der gewaltsame Rauswurf aus der anti atom aktuell, die nie diskutiert wurde, sondern von einigen selbsternannten Entscheidern (außerhalb der Redaktionen von Ö-Punkte und aaa) gewaltsam und ohne Wissen der beiden Redaktion am Versandort durchgezogen wurde; der Rauswurf aus Verteilern von Organisationen, die andererseits aber sogar die Ö-Punkte mitmachten; die Diffamierungen wahlweise als faschistisches, sexistischen, antisemitisches Blatt aus den Kreisen der damit typischerweise Dominanzpolitik betreibenden politischen Gruppen. Das trifft alles die Ö-Punkte nicht spezifisch, sondern ist Ausdruck einer antiemanzipatorischen Linken, wie sind in Deutschland halt hegemonial ist.
Ein Grund waren auch etliche Mitwirkende der Ö-Punkte, die auf meine Kosten ihre eigenen Sachen immer verschoben oder gar nicht gemacht haben. Es kostete Nerven, Nächte und mehr.
So ist ein Schlußstrich jetzt konsequenter als ein Weitermachen. Die Idee einer Zeitung inmitten von Bewegung ist nicht möglich, wenn die Bewegung gar nicht existiert. Würde ich weitermachen, wären die Ö-Punkte fortan auch nur ein Beispiel unter vielen, daß politische Bewegung in Deutschland ein Haufen konkurrierender oder nebeneinander agierender Gruppen ist, die vor allem ihr Dasein als Zweck haben. Wir brauchen kreative Bewegung von unten - daran muß zuerst gedacht werden. Eine Zeitung kann dann wieder Teil des Ganzen sein.
Mit dem Ende will ich ein bißchen Klartext reden, aber auch noch vermitteln, daß ich nicht mit allen brechen will, die an diesem Projekt mitgewirkt haben oder es vielleicht gemacht hätten – auch wenn es jetzt zu spät scheint. Denn: Die Ö-Punkte sind ein Projekt gewesen, das es nach der Lage von Bewegung nicht hätte geben können.  Sicherlich war ich der Hauptfaktor, daß es sie trotzdem gab. Aber auch viele andere waren ein guter Teil davon - die autonomen Themenredaktion, strategisch das Herzstück der Ö-Punkte ... wenn es tatsächlich kaum mal soweit kam.  Ich werfe an einem Zeitpunkt hin, wo ich noch Lust auf Neues habe. Es gibt einige erste Ideen, die mir Lust machen, weiterzudenken (siehe z.B. die Debatte unter „Organisierung von unten“ mit der Zeitungsidee - in den aktuellen Ö-Punkten oder unter www.hoppetosse.net nachzuleseen). Ich könnte mir ein kleines Ö-Punkte mit eingelegter Zeitung der dort beschriebenen Art vorstellen.  Die aktuellen Ö-Punkte sind in der Endredaktion zu zweit entstanden. Es war extrem kreativer als sonst - das wirft einen Blick auf eine zukünftige Situation, auf die ich hoffe. Ein kreativ offener Kreis der freien Kooperation (also kein Apparat, der konservativ das Alte bewahren will usw.). Guckt in die Ö-Punkte. Die mittleren Seiten (das Spiel) sind das Produkt der letzten drei Tage bei den Ö-Punkten ... neben dem Layout. Vielleicht könnt Ihr den Hauch nachspüren, der hier im Haus wehte, als über dieses Spielbrett gebeugt diskutiert wurde.
Ja. Es soll nicht zuende sein und ich würde Euch gerne (und trotz dieser Anpisse, die ich loswerden will nach den vier Jahren - und die nicht alle trifft, ich denke, es werden alle wissen und selbst entscheiden, was sie annehmen - oder ob überhaupt) mit Euch neu und weiter nachdenken, kooperieren (bzw. erstmals KOOPERIEREN). Nichts spricht dagegen, auch andersherum mal die Kritik auf den Tisch zu legen. Wer weiß, welchen Anteil an all dem ich aus Eurer Sicht trage ... die spannende Frage aber ist: Was wächst aus der Asche?

Hinweis: Ganz besonders am Herzen liegt mit die Diskussion um „Organisierung von unten“ – siehe auch im Text über das Hoppetosse-Netzwerk in diesem Heft ... dort ist auch eine neue Zeitung im Gespräch. Denkbar wäre auch eine kleinere Umweltzeitung, die mit der neuen Zeitung zusammen erscheint. Dann muß es aber eine umweltorientierte Redaktion dafür geben. Auch das FUI wäre ein Kooperationsparter bzw. vielleicht die richtige Zeitung, die in die Nachfolge der Ö-Punkte tritt ...

Weiterhin informiert sein?

Wir empfehlen als emanzipatorische Umweltschutzzeitung die Zeitschrift "grünes blatt". Infos hier ...
Wer regelmäßig informiert werden will, hat folgende Möglichkeiten:

Regelmäßig über Termine und Projekte informiert werden durch Eintrag in Ö-Aktuell-Liste (Mail ohne Text abschicken!).