Der Infodienst für aktive UmweltschützerInnen
Frühjahr 1998

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Landschaft

Landschaft

 

Zeitschriftenschau

 

Ökologie & Landbau (1/98)

Schwerpunkt: Ökolandbau und Regionalentwicklung


Corax (Band 17/Heft2/1998)

Der Schaalsee ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung für mausernde, rastende und überwinternde Wasser und Ufervögel


Wattenmeer International (2/97)

Regierungskonferenz und Küstentag

Nationalpark wohin?

Berichte über verschiedene Eingriffe: Muschelfischerei, Elbvertiefung, Emssperrwerk


Natur und Landschaft (11/97)

Schwerpunkt: Berichtspflichten für Natura 2000


Natur und Landschaft (12/97)

Richtlinien für eine naturbezogene, ökologisch orientierte Stadtentwicklung in Deutschland (1/98)

Mut oder Verzweifelung am Straßenrand? Der Einfluß von Straßen auf die Raumnutzung und das Verhalten von Bläß und Nonnengänsen am Dollart, NW Niedersachsen


Vogelwelt (5/1997)

Bestandssituation europäischer Spechte in Zusammenhang mit anthropogenen Lebensraumveränderungen. Ein Überblick

NNA Berichte

Schwerpunkt: Feuereinsatz im Naturschutz

Verschiedene Artikel über die Auswirkungen des Feuers auf Flora und Fauna und der Geschichte des Feuereinsatzes


Zeitschrift für Ökologie und Naturschutz (3/97)

Tierarten-Klassifizierung für Zustandsanalysen und Bewertung


Ökowerk Magazin (6/97)

Naturschutz in der Stadt

Privatisierung in Naturschutzgebieten


Ökowerk Magazin (1/98)

Tiere im Winter

Schwerpunkt nachwachsende Rohstoffe

Oder Nationalpark in Gefahr

Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg

Die sensiblen Fließgewässer des Landes Brandenburg

Probleme der Integration der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung


Grünstift (1,2/98)
Wo Spekulanten pokern: Naturschutz? Privatsache!


Naturschutzreport (13/97)
Raufußkauz und Sperlingskauz in Deutschland Vorkommen, Reproduktionsbiologie und Schutz

 

 

Politische Ökologie

(Sonderheft 10)

Bodenlos - zum nachhaltigen Umgang mit Böden


LÖBF-Mitteilungen (4/97)

mehrere Texte zur nachhaltigen Waldwirtschaft und Erhaltung von Genressourcen


Naturschutz im Land Sachsen-Anhalt (2/97)

Einsatz und Ausbildung von Schutzgebietsbetreuern in Sachsen-Anhalt

sowie ein Sonderheft über die Muldeaue in Sachsen-Anhalt


Natur (2/98)

Wölfe brauchen keine Wildnis


WWFjournal (1/98)

Abenteuer Arktis Der Kampf um die größte Wildnis der Erde


Geografische Rundschau (2/98)

Schwerpunkt zum Thema Fernerkundung und deren Nutzen bei Naturschutzvorhaben

 

 

 

 

Literatur

 

"Natur-Erlebnis-Mappe"

Mit vielen praktischen Anleitungen für den Naturschutz vor Ort, sowie Natur-Erlebnis-Spielen Natur-Freizeiten. Kostet 12,- DM (+6,-DM Porto)

Bestelladresse: JUP!
Am Bürgerpark 2
23843 Bad Oldesloe 04531/4512

 

Natur- und Umweltschutz Akademie NRW

"Natur-Werkstatt für Kinder"

"Natur-Kindergarten"

Sehr gute und günstige Broschüren mit zahlreichen Anleitungen vor allem auch um sie gemeinsam mit Kindern umzusetzen.

Kosten 3,- DM

Bestelladresse: NUA
Pf 101051
45610 Recklinghausen, 0236/3051

 

 

WWW-Infoseiten

 

Seit einigen Monaten ist "BlattForm" in Internet zu finden mit Veranstaltungsterminen, Fachblättern, Wettbewerbsausschreibungen usw. für ökologische Planungsdisziplinen.

http://www.loek.agrar. tu-muenchen.de/blattform

 

 

 

 

 

Themenredaktion "Landschaft und Naturschutz"
Jörn Hartje
Institut für Ökologie
Poststr. 39
22946 Brunsbek

Neues vom Transrapid

Nachdem es in den letzten Wochen wiederholt zu Meldungen zu den Finanzproblemen für den Bau und Betrieb des Transrapids gekommen war, melden sich nun die Naturschützer wieder zu Wort. Stein des Anstoßes ist nun die von der Transrapid Planungsgesellschaft favorisierte südliche Trassenführung. Das Umweltministerium in Berlin und Brandenburg hatte sich deutlich für die Nordtrasse ausgeprochen, weil diese deutlich weniger schädliche Umweltauswirkungen als die Südtrasse mit sich bringen würde. Wirtschaftsministerium und Wirtschaftsverbände forderten dagegen die Südtrasse, weil dadurch die Fahrzeit des Transrapid auf unter eine Stunde gedrückt werden könnte und Baukosten gespart werden könnten. Wenn mensch den Transrapid gar nicht bauen würde, könnte mensch allerdings noch weitaus mehr Geld sparen. Wenn nun allerdings hauptsächlich wirtschaftliche Interessen den Ausschlag für die Trassenführung geben, scheinen die ganzen biologischen Untersuchungen und Bewertungen durch die Umweltministerien nur nach der Gesetzeslage notwendiges Übel zu sein. Bleibt nur zu hoffen, daß sich durch diese Nichtbeachtung eigener Planungsergebnisse die Klagechancen erhöhen und die Kosten für den Transrapid ins Unermeßliche steigen...

Quelle: Grünstift 1,2/1998

 

Zu echt, um falsch zu sein

Die TransrapidgegenerInnen müssen ihre Protestbanknoten mit der Aufschrift: " Transrapid, Techno-Flop des späten 20. Jahrhunderts, Millardengrab auf Stelzen" nach einer Anweisung der Landeszentralbank Berlin-Brandenburg vernichten. Zum Glück ist ein Großteil (ca. 50.000) dieser Protestnoten aber schon verteilt. Sie dienen vor allem dazu, auf den geplanten Volksentscheid in Brandenburg aufmerksam zu machen. Die Landeszentralbank befürchtet nun, daß der unechte 1000 Mark Schein auch als Zahlungsmittel Verwendung finden könnte. Von den bisher im Umlauf befindlichen Geldscheinen wurde allerdings bisher noch keiner als Zahlungsmittel in Umlauf gebracht...

Quelle: taz

 

Transrapid zum dritten...

Die Gemeindeversammlung Witzhave (östlich von Hamburg) hat beschlossen, eine GmbH zu gründen, die ein Grundstück auf der geplanten Trasse des Transrapids kaufen soll. So möchte sich die Gemeinde die Klageberechtigung gegen den Planfeststellungsbeschluß sichern. Die Grünen in Schleswig-Holstein lobten dies als "phantasievollen Widerstand". Ob dies nun besonders phantasievoll ist oder nicht, mag jede/r selbst entscheiden, aber für eine Gemeinde ist dieses Vorgehen sicher außergewöhnlich. Bleibt zu hoffen, daß sich andere Gemeinden diesem Beispiel anschließen.

Quelle: taz vom 30.1.1998

 

Jagen wie in der DDR

Schon zu DDR Zeiten war es eine besondere "Tugend" der Mächtigen Honnecker, Mielke und Co., sich in den schönsten Naturoasen ihre Jagden aufzubauen. Aus den meisten dieser Gebiete sind heute wertvolle Naturschutzgebiete oder Nationalparks geworen. Einige Gebiete wie zum Beispiel innerhalb des Nationalpark Vorpommerische Boddenlandschaft sind allerdings weiterhin in Bundesbesitz und werden von der Bundesforstverwaltung als "Gästejagdgebiete" genutzt. Ein Skandal, so findet der Bund der Ökologen Bayerns (BÖB).

Quelle: Natur und Landschaft 12/1997

 

Wassersport und Naturschutz auf CD-ROM

Wassersportgewässer sind oftmals zugleich auch wertvolle Lebensräume. Viele von ihnen stehen deshalb unter Naturschutz. Schutzbemühungen konkurrieren daher häufig mit den Interessen der Wassersportler. Diese CD ROM will hier Auswege aufzeigen, gute Beispiele vorzeigen und Wassersportler zu umweltfreundlichem Handeln bewegen. Ob hierzu das Medium CD ROM richtig ist, bleibt dagegen fraglich, wer hat schon beim Paddeln oder Segeln seinen Computer dabei...

Bestellung für 10,- DM (zzgl. Porto und Verpackung) bei der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW, Siemensstr. 5, 45659 Recklinghausen, Tel.. 02361/3051

 

Ein Bündnis für den Boden

Trotz moderner Technik sind wir in der Nahrungsmittelproduktion auf intakte Böden angewiesen. Der Umgang mit den Böden zeugt allerdings nicht von sehr viel Verantwortungsbewußtsein, so sind in den letzten 40 Jahren nahezu ein Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen unwiederbringlich zerstört worden. Hier setzt das Bündnis aus zahlreichen Wissenschaftlern, der Schweinfurth-Stiftung und der evangelischen Akademie Tutzingen an und haben eine Bodenkonvention entwickelt, die im 10. Sonderheft der Politischen Ökologie erstmals veröffentlicht wurde. Neben der Konvention finden sich in diesem Heft noch diverse weitere Artikel zum Thema Bodenschutz.

Ökom, Waltherstr. 29, 80337 München

 

Golf: Tausend Quadratmeter für einen Spieler

Golfsport und Umweltschutz sind sich gegenseitig nach wie vor nicht grün. Nach Ansicht des Naturschutzes bringen Golfplätze für den Naturschutz mehr Nach- als Vorteile, das berichtet das "UmweltMagazin". Daß neue Anlagen wenigstens Rückzugsmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen bieten, ändert an der Sichtweise nichts. Bedenklich sei nach wie vor, daß potentielle Investoren immer noch vor allem landschaftlich interessante Gebiete suchen, in denen Golfplätze absolut nichts zu suchen haben.

Auch alleine der Flächenbedarf von tausend Quadratmetern Fläche pro Spieler könne nur zu Lasten der Natur gehen. Zum Vergleich: Eine Großsportanlage mit Laufbahn bietet auf gut einem Hektar Platz für mehrere hundert SportlerInnen.

Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Golfplätze in Deutschland mehr als verdoppelt.

Pressemitteilung UmweltMagazin

 

Aussagen von Golfplatzgegnern gerichtlich bestätigt

Einer der wenigen Golfplätze, wo sich überhaupt Widerstand regte, steht nun kurz vor der Fertigstellung. Mit diversen Tricks und kriminellen Methoden wurden die Planungen für den Golfplatz Winnerod durchgezogen. Dabei deckten die GegnerInnen diverse Unstimmigkeiten und Lügen auf, was sie auch immer öffentlich gemacht haben. Dies paßte nun wieder einigen GolfplatzbefürworterInnen nicht und einer klagte ... um´s kurz zu machen: er verlor den Prozeß und darf damit weiter als Lügner bezeichnet werden.

Info: AG Ökohof statt Golfplatz, Tel. 06401/ 90328-3, Fax -5

 

Größtes Schutzgebiet

Im November 1997 wurde Deutschlands größtes Schutzgebiet "Biosphärenreservat Flußlandschaft Elbe" von der Weltkulturorganisation UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Mit dieser internationalen Anerkennung wird die überregionale Bedeutung dieses 3.750 Quadratkilometer großen Gebietes unterstrichen.

Quelle: Ökowerk 1+2/1998

 

Musterlösungen gesucht

Im Auftrag des Bundesamt für Naturschutz sammelt die Uni Göttingen "positive" und "erfolgreiche" Naturschutzprojekte, um diese näher zu untersuchen und in Form einer Veröffentlichung vorzustellen. Die eingereichten Projekte sollten vor allem folgende Kriterien erfüllen:

  • es wurden im hohen Maße naturschutzrelevante Ziele erreicht

  • die beteiligten Akteure bewerten das Erreichte positiv

  • Das Projekt sollte sich in erster Linie dem Naturschutz in der Kulturlandschaft widmen. Konflikte, die bei der Einrichtung von Schutzgebieten entstehen, sind hiermit nicht gemeint.

  • Die Projekte befinden sich in der Umsetzung oder sind bereits abgeschlossen

Uni Göttingen, Institut für Forstgenetik und Naturschutz, Dipl. Pol. Wiss. Uwe Brendle, Büsgenweg 5, 37077 Göttingen, Tel. 0551/393418, Fax 0551393415, e-Mail hbergma1@gwdg.de

 

Wattenmeerplan

Die Regierungsvertreter aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden haben sich auf ihrer Konferenz ende letzten Jahres in Stade auf den sogenannten Wattenmeerplan geeinigt, der eigentlich Selbstverständliches regeln soll. So soll beim Aus- und Umbau von Häfen und Industrieanlagen, bei der Vertiefung von Fahrrinnen und beim Bau von Öl- und Gaspipelines entstehende Belastung der Umwelt möglichst gering gehalten werden. Was "unvermeidbar" sei, sollte dann auch ausgeglichen werden. Eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, wie die VertreterInnen der Naturschutzverbände den Wattenmeerplan bezeichneten, stimmt auch unter dem Hintergrund, daß auch die wesentlichen Ziele der letzten Wattenmeerkonferenzen immer noch nicht umgesetzt sind, nicht gerade hoffnungsvoll.

Quelle: Natur und Landschaft 12/1997, Wattenmeer international 2/1997

 

Schrot auf VogelwartNationalpark

Schon häufiger hat mensch von Auseinandersetzungen zwischen Jägern oder Touristen und Vogelwärtern gehört. Auf der Insel Norderney ist allerdings ein besonders grotesker Vorfall bekannt geworden. Der Zivi Roland K. des Amtes für Insel- und Küstenschutz höret plötzlich Schüsse auf seinen Bauwagen. Er ging vor die Tür und sah sich fünf Jägern gegenüber, die weiterhin auf den Bauwagen schossen und ihn sogar einmal trafen (zum Glück blieb es bei einem Bluterguß am Oberschenkel). Bei der Protokollaufnahme durch die Polizei kam es zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen und die Jägen meinten, der Zivi wäre ein "Grüner" und sollte daher mal ganz ruhig sein. Die Jäger dagegen gehören scheinbar zur Polit- und Gastronomieprominenz.

Quelle: Wattenmeer International 2/1997

 

Kiesabbau wirklich im allgemeinen Interesse?

Sehr verbreitet ist immer noch die Annahme, daß Kiesabbau im allgemeinen Interesse wäre und daher die Gemeinden kaum Einfluß auf den Kiesabbau haben. Meist gelten die Anlagen für den Abbau von Kies und anderen Gesteinen als priviligierte Anlagen. Natürlich profitieren auch alle vom Abbau dieser Bodenschätze, weil sie für den Straßenbau und ähnliches verwendet werden.

Häufig werden dabei allerdings weder Naturschutzbelange berücksichtigt und nach Beendigung der Abgrabung ausreichend Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Meist geht es den beteiligten Unternehmen nur um die Gewinnmaximierung durch den Kiesabbau.

Um den überregional operierenden Bauunternehmen etwas entgegenzusetzen, ist es unbedingt nötig, die Bürgerinitiativen, die sich überall gegen diese Vorhaben gegründet haben, zu vernetzen.

Interessierte BI´s und Einzelpersonen können sich an die Bundeskontaktstelle Gesteinsabbau der Grünen Liga, Prof. Virchowstr. 8, 08280 Aue, Tel.: 0331/ 8321172 wenden.

 

Naturschutznovelle im Vermittlungsausschuß gescheitert

Auch im Vermittlungsausschuß konnten Bundesregierung und die Mehrheit des Bundesrates keine Einigung über das neue Bundes-Naturschutzgesetz erzielen. Größter Stolperstein war die Regelung über den Entschädigungsanspruch der Landwirte für Nutzungsverzichte in Schutzgebieten. Die Naturschutzverbände waren erleichtert über das Scheitern, weil sie den Regierungsentwurf als unzureichend ablehnten. Der Bauernverband bedauerte die Ablehnung. Die Umweltministerin Merkel plant nun ein Teilgesetz, was vor allem der Umsetzung der EU-Richtlinien (FFH, Artenschutz) dienen soll.

Quelle: Natur und Landschaft 11/1997

 

"Grünes Band" schrumpft

Nach der Grenzöffnung der DDR gab es noch Forderungen, den gesamten Grenzstreifen unter Schutz zu stellen. âus dieser Forderung ist bekanntlich nichts geworden, stattdessen werden diese Flächen immer stärker zu landwirtschaftlichen ? und Verkehrs-Flächen umgewandelt. Das längste deutsche Biotop ist komplett in Bundesbesitz, Naturschutz wäre somit ohne Nutzerkonflikte möglich, trotzdem tut die Bundesregierung gegenwärtig nichts zum Erhalt dieser Flächen. Der BUND fordert die Umweltministerin auf, durch länderübergreifendes Handeln dieses "Grüne Band" zu erhalten.

 

Artenschutz

Schweinepest - jetzt müssen die Kolkraben für die Massentierhaltung büßen

In Mecklenburg Vorpommern wurden mit der jüngst eingeführten "Schweinepestverordnung" vor allem Kolkraben zum Abschuß freigegeben. Aber damit nicht genug: die Jägerschaft wird in dieser Verordnung geradezu zur Verfolgung der Kolkraben, als potentiellen Übelträger der Schweinepest, aufgerufen. Nach Angaben der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft (DO-G) gibt es aber bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis, der diesen Verdacht erhärten könnte. Die DO-G empfiehlt dagegen vor allem den sanften Tourismus weiter zu entwickeln, als überkommene Massentierhaltung mit zweifelhaften Mittel aufrecht zu erhalten.

Quelle: Natur- und Landschaft 12/1997

 

Kormorane zum Abschuß freigegeben

In Mecklenburg Vorpommern scheint der Tierschutz nicht sehr hoch im Kurs der Landesregierung zu stehen. Um weniger Ausgleichszahlungen für die Fischer zahlen zu müssen soll der Schutz der Kormorane aufgeweicht werden. Dies ist nach Meinung des Deutschen Tierschutzbundes erstens wirkungslos und zweitens eine unglaubliche Tierquälerei, denn viele Tiere werden nur angeschossen und veränden dann jämmerlich. Nach Meinung des Tierschutzbundes dürfen ökonomische Interessen nicht den Artenschutz dominieren.

 

Seeadler im Aufwind

Im letzen Jahr hatten 15 der 19 Seeadler-Brutpaare in Schleswig-Holstein eine erfolgreiche Brut, so schlüpften 27 junge Seeadler. Dies gab die Staatssekretärin im Umweltministerium Henriette Berg bekannt. Rund 175 ehrenamtliche Helfer haben durch Bewachung der Horste für eine ungestörte Brut gesorgt.

Quelle: MUNF Schleswig-Holstein

 

Brandgänse brauchen besseren Schutz

Mehr als 20.000 Brandgänse versammeln sich jedes Jahr zur Mauser bei der Nordseeinsel Trischen. In der Mauser sind die Vögel praktisch flugunfähig und bedürfen daher einen besonderen Schutz. Die Mausergebiete werden allerdings durch zahlreiche Störungen, wie Wassersportfahrzeuge, Fischkutter, Hubschrauber, Wattwanderer und die Ölförderung durch DEA und eventuell auch durch die Baumaßnahmen der Elbvertiefung in Mitleidenschaft gezogen. Die DO-G fordert daher die Vorschläge des Systemarberichtes für das Wattenmeer umzusetzen. Vor allem die Sperrung zur Beruhigung der Mausergebiete und eine Besucherlenkung wird von der DO-G unterstützt.

Quelle: DO-G Deutsche Ornithologische Gesellschaft

 

Die Pflanzen und Tiere des Jahres

Wie alle Jahre wieder werden sie ausgerufen, die "Pflanzen und Tiere des Jahres", um auf deren Gefährdung hinzuweisen. Meist entsteht um diese Auserkorenen ein ziemlicher Medienrummel, nur wirklich bewegen tut sich meist nichts. Daran ändert auch die die wahre Inflation von "Pflanzen und Tieren des Jahres" nichts. Für 1998 wurden auserkoren:

  • Vogel des Jahres, Feldlerche, wegen der intensiven Landwirtschaft stark gefährdet

  • Blume des Jahres, Krebsschere, pflanzt sich fast ausschließlich vegetativ fort, hierzu sind allerdings Hochwasser nötig, welche es durch die starke Verbauung der Gewässer kaum noch gibt

  • Pilz des Jahres, Schweinsohr, Gefährdung durch den modernen Waldbau

  • Nutztiere des Jahres, Weiße Gehörnte Heidschnucke und Altdeutscher Hütehund, gefährdet durch die Rationalisierung der Landwirtschaft und der immer seltener werdenden Beweidung von Heidelandschaften (es gibt noch ca. 100 Weiß Gehörnte Heidschnucken)

  • Tier des Jahres, Unke, vor allem die Zerstörung von Lebensräumen ist am Niedergang dieser Tiere Schuld

  • Baum des Jahres, Wildbirne, angewiesen auf Niederwälder, von denen es bekanntlicherweise nur noch wenige gibt

  • Orchidee des Jahres, echter Sumpfwurz

  • Fisch des Jahres, Strömer

 

Internationaler Naturschutz

Öko-Contras

Früher kämften sie für eine "politische Sache" und heute ist die sogenannte "Bewaffnete ökologische Front"(FEA) bereit, für die Natur ihre Kämpfer zu opfern. Sie setzen sich aus ehemaligen "Contras" und "Sandinisten" zusammen und haben erklärt, daß sie vor allem gegen die skrupellosen Holzfäller im Norden des Landes vorgehen wollen.

Quelle: Grünstift 1,2/1998

 

WWF fordert Netz von Schutzgebieten

Fast zwei Drittel der ürsprünglichen Wälder sind mittlerweile von der Erde verschwunden. Aus diesem Grund schlägt der WWF vor, ein Netz von Schutzgebieten über die ganze Erde (10% der vorhandenen Wälder) verteilt einzurichten.

Allein in den letzten 5 Jahren hat die Waldvernichtung dramatischen Ausmaße angenommen. Nach Angaben des WWF gehen jährlich 17 Mio. Hektar Urwälder durch den Menschen verloren. Ginge diese Entwicklung ungebremst weiter, werden viele Länder in 50 Jahren gar keinen Wald mehr besitzen.




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Zuletzt überarbeitet am 5. Mai 1998
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