Der Infodienst für aktive UmweltschützerInnen
Frühjahr 1998

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Müll

Müll

 

Themenredaktion "Müll"

 

 

Trotz intensiver Bemühungen und vieler aktiver Leuteimmer noch niemand. InteressentInnen bitte melden!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gutachten

 

Siedlungsabfallmengen

in Berlin

G.A.T. und Öko-Institut haben ein Gutachten zur "Überprüfung und Aktualisierung des siedlungsabfallmengengerüstes für das land berlin" vorgelegt. Es stellt nach Ansicht der Berliner Bürgerinitiativen gegen Abfallverbrennung das zur Zeit zuverlässigste und umfangreichste Datenmaterial zum Thema "Berliner Müll" dar. Die Analyse zeige schon jetzt einen Rückgang des Müllaufkommens. Konsequente Müllvermeidung für die Müllmenge zudem weiter sinken lassen.

Info: Britzer Umweltforum, W. Hübner, Tel. 030/6069208.

 

 

 

 

 

 

 

Wettbewerb "Müllfreie Schule"

 

Einsendeschluß für alle Schulen ist der 31.3. Mitmachen können alle LehrerInnen, SchülerInnen und Klassen. Zu gewinnen sind Sachpreise bis 500 DM sowie die Teilnahme an einer Abschlußveranstaltung im April.

Info: BUNDjugend
Katharinenstr. 62
17033 Neubrandenburg
Tel. 0395/5666512
Fax 5441702

Neues vom Trockenstabilat

in Gutachten des Öko-Institutes (erhältlich für DM 36,- beim Öko-Institut) bestätigt, was schon länger von kritischen Fachleuten angeprangert wird: Das Trockenstabilatverfahren kann nicht annähernd das halten, was seine Befürworter versprechen. Bei diesem Abfallbehandlungsverfahren, das derzeit in aller Munde ist, wird Müll getrocknet, von Stör- und Inertstoffen befreit und dann anschließend unter hoher Energieeffizienz verbrannt. Die Kosten sollen dabei weit unter denen von herkömmlichen Verbrennungsverfahren liegen.

Deshalb soll der getrocknete Abfall ins Zementwerk oder in andere Industrieöfen kommen. Weil dort aber der Stand der Rauchgasreinigungstechnik weit hinter dem von Müllverbrennungsanlagen zurückliegt, werden große Mengen an Schadstoffen emittiert. Langlebige krebserregende Stoffe, wie z. B. Chrom, Nickel und Cadmium werden z. B. 177-mal mehr freigesetzt als bei Verfahren, die Restmüll verrotten und anschließend auf die Deponie bringen. Auch Quecksilber und Blei werden ca. 70- bzw. 60mal mehr emittiert. Da durch das Verfahren die im Restmüll enthaltenen Schadstoffe weder in bedeutendem Maße zerstört noch aus dem Stoffkreislauf ausgeschleust, darüber hinaus aber durch den Zementofen neue Schadstoffe in großen Mengen gebildet werden, spricht das Öko-Institut dem Verfahren jegliche abfallwirtschaftliche Eignung ab.

Daß es den Entwicklern des Verfahrens in erster Linie darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen, zeigen auch die Planungen für eine Verbrennungsanlage in Aßlar im Lahn-Dill-Kreis, die speziell auf den Brennstoff Stabilat ausgerichtet ist. Sie soll die Grenzwerte für Müllverbrennung einhalten: Die Anlage ist aber mit einer Billigrauchgasreinigung ausgestattet. Es ist davon auszugehen, daß sie bei einzelnen Schadstoffen bis zu 100mal mehr als moderne Müllverbrennungsanlagen freisetzt. Die Umgebung der Anlage wird damit wesentlich mehr belastet als bei einem normalen Müllofen, obwohl sie nur einen Bruchteil des Abfalls verbrennt. Außerdem sind die sicherheitstechnischen Vorkehrungen in der Anlage erschreckend niedrig. Vielerorts fehlen Überwachungseinrichtungen, die bei herkömmlichen MVAs Standard sind und sogar doppelt ausgeführt werden müssen. Doch damit nicht genug: Die Anlage soll auch noch weitgehend vollautomatisch betrieben werden. Gnade Gott, wenn es zum Störfall kommt.

Der Ofen wurde übrigens mittlerweile vom grünen Regierungspräsidenten in Gießen genehmigt, doch haben die vor Ort ansässige BI sowie die Aßlarer Grünen gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt. Der Widerspruch stützt sich auf ein Gutachten, das vom Öko-Institut in Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter des Institutes für Ökologie erarbeitet wurde und kann bei Peter Gebhardt, Institut für Ökologie (Tel./Fax: 06404/65643) oder direkt beim Öko-Institut angefordert werden.

Entwurf einer Bioabfall- und Kompostverordnung verabschiedet

Ein am 6.11.1997 durch das Bundeskabinett verabschiedeter Entwurf einer Bioabfall- und Kompostverordnung soll den Umgang mit den gegenwärtig fünf bis sechs Millionen Tonnen Bioabfällen in Deutschland neu regeln. Die Verordnung betrifft dabei behandelte oder unbehandelte biologisch abbaubaren Abfälle, die auf landwirtschaftlich oder gartenbaulich genutzter Fläche aufgebracht werden. Im Entwurf sind Regelungen über Ausbringungshöchstmengen (maximal 30 t/ha in drei Jahren), Seuchen- und Phytohygiene, am Umweltzeichen "Blauer Engel" orientierte Schadstoffgrenzen für Schwermetalle, obligatorische Schadstoffuntersuchungen (vierteljährlich bzw. je 2000 Tonnen Bioabfall) und über Bioabfallmischungen enthalten. Das Aufbringen von kompostierten Bioabfällen in Zone 1 und 2 von Wasserschutzgebieten und auf Forstflächen ist nach der neuen Verordnung nicht erlaubt. Anwender von Komposten werden über Herkunft und Eigenschaften umfassend informiert. Gegenwärtig berät der Bundesrat über den Entwurf.

Näheres: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Gertrud Sahler, Kennedyalle 5, D-53175 Bonn, Tel. 0228/305-2010, Fax -2012.

 

Bürgerbegehren gestoppt

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat das geplante Bürgerbegehren "Das BESSERE MÜLLKONZEPT" ohne Müllverbrennung und ohne drastisch steigende Müllgebühren" für rechtswidrig erklärt. Dabei wurde ausschließlich der formale Grund angeführt, daß ein Bürgerbegehren keine Ratsbeschlüsse tangieren dürfe. Die Bürgeraktion in Köln sieht darin eine Aushebelung der Gesetze zur Mitbestimmung.

Kontakt: Rainer Zinkel, Rambouxstr. 167, 50737 Köln, Tel./Fax 0221/7409308.

 

Großbrauereien gegen Pfand

Zwanzig Großbrauereien haben sich in der "Arbeitsgemeinschaft Marke und Verpackung" zusammengeschlossen, um die in Deutschland geltenden Beschränkungen für die Dosenproduktion zu bekämpfen. Mit dabei sind u.a. Beck, Holsten, Warsteiner und Bitburger. Behauptet wird, daß in Deutschland mit dem DSD ein sinnvolles Recycling bestehe und Einwegware über weite Strecken hinweg sogar sinnvoller sei.

 

Coca Cola gegen Pfand

Gegen die Pläne von Coca Cola, die gesetzlichen Regelungen für die Einführung eines Zwangspfandes auf Dosen zu verändern, haben sich inzwischen mehrere Umweltorganisationen und -initiativen wie Das bessere Müllkonzept, die Aktion Total Tote Dose und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz ausgesprochen. Das Total-Tote-Dose-Team hat eine bundesweite Unterschriftensammlung eingeleitet.

Bezug der Listen: Jugendumweltbüro Göttingen, 37073 Göttingen, Tel. 0551/ 487103, Fax -4.




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Zuletzt überarbeitet am 5. Mai 1998
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