Der Infodienst für aktive UmweltschützerInnen
Frühjahr 1998
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Politik von unten
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Zeitschriftenschau
mitarbeit(en) 4/97 Bericht zur Fachtagung "Bürgerbeteiligung" (S. 1+2) Suggestopädie (S. 3) Zeitschrift für Direkte Demokratie 4/97 Schwerpunktheft "direkte Demokratie" (siehe unten) Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen 4/97: Schwerpunktheft zur Mediation
Literatur
Rolf Cantzen Weniger Staat ? mehr Gesellschaft (1997, trotzdem in Grafenau, 264 S. , 24 DM) Der "Klassiker" zu einer dezentral organisierten Gesellschaft. Die Themen: Auseinandersetzungen mit Theoretikern wie Marx und Bakunin, Formen der Entscheidungsfindung in der Gesellschaft, Betriebe, soziale Rahmenbedingungen und Ökologie immer bezogen auf eine veränderte, anarchistische Gesellschaft.
Sonderheft zur Direkten Demokratie Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Direkte Demokratie stellt verschiedene Materialien zusammen, z.B. das Pro&Contra zu Volksabstimmungen, der Entwicklung von Mehr Demokratie e.V. von den Anfängen bis heute und der Praxis. Dabei sind gute Übersichten über die Rechtslage in den Bundesländern sowie ein Mustervortrag für alle, die für die Direkte Demokratie werben wollen. Bezug für 5 DM plus Porto bei Mehr Demokratie
Themenredaktion "Politik von unten" Jörg Bergstedt |
"Modelle der kommunalen Bürgerbeteiligung"Im November fand in Loccum das diesjährige Bundestreffen statt, zu dem die Stiftung Mitarbeit und die Evang. Akademie eingeladen hatten. Gekommen waren viele, die auch schon 12 Monate vorher dabei waren und ihre Verfahren vorstellten. Neu ins Gespräch kam das "community organizing", das vor allem in den USA verbreitet ist und auf eine langfristige, allmähliche Veränderung in den Städten oder Stadtteilen abzielt. Dafür eine handlungsfähige Struktur aufzubauen, ist der erste Schritt. Während des Vortrages von Prof. Leo Penta kamen aber bei vielen ZuhörerInnen Zweifel, wieweit hier wirklich "Macht von unten" entsteht. Der Anteil professioneller "BürgerbeteiligerInnen" (ModeratorInnen, AnwaltsplanerInnen usw.) war auch bei dieser Tagung sehr hoch. Neu war eine starke Gruppe aus den Agendaprozessen, die ebenfalls als Bürgerbeteiligungsmethode bewertet werden. Die nächste Tagung wird voraussichtlich vom 9.-11. Oktober stattfinden. Geplant sind außerdem regionale Treffen sowie zweimal im Jahr ein Rundbrief.
Agenda und BürgerbeteiligungImmer wieder wird die Agenda als Bürgerbeteiligungsmodell angegeben. Bezug genommen wird dabei auf den Text der Agenda selbst. Dort soll die Beteiligung der BürgerInnen bei der Aufstellung einer kommunalen Agenda gefordert werden. Das stimmt nur zum kleinen Teil. Tatsächlich sind die Kommunen nur aufgefordert, mit den BürgerInnen und Firmen in einen "Dialog" und "Konsultationsprozeß" einzutreten. Von den Formulierungen her ist als nicht viel mehr gefordert als eine Befragung. Was Agendagruppen vor Ort dann tatsächlich tun, ist eine zweite Frage. Das Rio-Abschlußdokument selbst gibt aber keine Hinweise auf Beteiligungsrechte. Hier wäre wünschenswert, das in Zukunft korrekter darzustellen. Da die Agenda auch aus anderen Gründen zweifelhaft ist, bleibt offen, ob nicht viel Kraft in einen Prozeß gesteckt wird, dessen Unverbindlichkeit schon von Beginn an klar ist (und der auch nur deshalb mit Millionenförderungen von den Mächtigen vorangetrieben wird.
Bayern: Jetzt erst recht!
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Zuletzt überarbeitet am 5. Mai 1998
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