Der Infodienst für aktive UmweltschützerInnen
Frühjahr 1998

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Über den Tellerrand

Über den Tellerrand

 

Zeitschriftenschau

 

Friedens-Forum Nov./Dez. 97

Kein Friedensnobelpreis für Minenproduzenten (S. 3)

Anti-Fahrzeugminen ächten (S. 4)

Wahlprüfstein Eurofighter (S. 6)

China und die Atomwaffen (S. 19)

Rückkehrerschicksale in Bosnien (S. 22)

Schwerpunktthema Tschechien und seine Friedensbewegung (S. 24 - 42)

 

IPPNW Forum Dez. 97

Mitteilungen der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges

35000 Mal "Nein" zum Eurofighter (S. 4)

NATO-Osterweiterung (S. 5)

Krebserkrankungen nach Tschernobyl (S. 6)

Friedenspolitisches Engagement in der Krise (S. 10-13)

Contraste Jan. 98

Schwerpunkt "Rechte Gewalt" (S. 1, 6-9)

Nürnberger KOMM geschlossen (S. 3)

Forum Dez. 97:

Gedanken zum weiteren friedenspolitischen Engagement (S. 10-13)

 

 

 

 

Wahlkampfthema Eurofighter

5000 Protestunterschriften waren zusammengekommen. Friedensgruppen hatten bis zuletzt gegen die Anschaffung des Eurofighters protestiert. "Die Milliardeninvestition in eine militärisch unsinnige, beschäftigungspolitisch untaugliche und industriepolitisch riskante Sackgassentechnologie beschleunigt den Staatsbankrott, zementiert den Vorrabg militärischen Denkens vor dem notwendigen Ausbau der Zivilen Konfliktbearbeitung und bedeutet den Kotau der Politik vor den Erpressungsversuchen der Rüstungslobbyisten der DASA", hieß es im Offenen Brief an die Abgeordneten. Die Friedenskooperative ruft nun dazu auf, das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten zum Wahlkampfthema zu machen. Eine Dokumentation der Bundestagsdebatte (gegen DM 3,- Kopierkosten) und andere Materialien sind erhältlich bei:

Netzwerk Friedenskooperative, Römerstr. 88, 53111 Bonn, (0228)6929-04, Fax -06.

 

Bundesrepublikanischer Waffenexportspitze

Nach Jahren mit rückläufigen Umsätzen verzeichnete der internationale Waffenhandel nach Angaben verschiedener Friedensforschungsinstitute in den Jahren 1995 und 1996 wieder Zuwachsraten. Dominiert wird der Handel von den USA und den NATO-Staaten, die für mehr als 75 Prozent aller Lieferungen verantwortlich sind. Der Deutsche Anteil daran bewegt sich nach wie vor auf sehr hohem Niveau (1996 Umfang von 1,46 Mrd. Dollar). Große Kasse wird mit den Altwaffen der NVA gemacht. Zwischen 1990 und 1995 war Deutschland der weltweit zweitgrößte Exporteur von gebrauchtem Kriegsgerät. Diese Politik trug erheblich zur Erhöhung bestehender Spannungen bei und hatte militärische Eskalationen (z.B. in der Türkei) zur Folge.

Quelle: Rundbrief der Kampagne Rüstungsexporte stoppen! Dez. 97.

 

Diskussion um das Transplantationsgesetz

Am 1. Dezember 97 trat das erste deutsche Transplantationsgesetz in Kraft. Es billigt nun, was hierzulande seit Jahren in Kliniken herrschende Praxis ist. Allen Protesten zum Trotz wird der 1968 in den USA erfundene Hirntod als Kriterium für die Entnahme von Organen festgelegt. Liegt weder eine schriftliche Einwilligung noch schriftlicher Widerspruch des Betroffenen vor, sollen seine Angehörigen entscheiden, ob ihm Organe entnommen werden dürfen. Sobald einer der Befragten zustimmt, dürfen die Ärzte zur Tat schreiten. Welche negativen Folgen diese Regelung für Angehörige und Pflegekräfte hat, untersuchte jetzt Roberto Rotondo im Rahmen seiner Psychologie-Diplomarbeit. In BioSkop Ausgabe Dezember 97 warnt er außerdem vor einseitigen und falschen Darstellungen in der offiziellen Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Organspende.

Informationen bei: Roberto Rotondo (040)44809922 und BioSkop, Grendplatz 4, 45276 Essen, 0201/512647, Fax 519792.

 

Entdeckungsreise durch afrikanische Wirklichkeiten

Die Aktion 3. Welt Saar lädt anläßlich 15jährigen Bestehens zu Lesungen, Rap, Vorträgen und Bilderreisen durch 1001 afrikanische Wirklichkeiten ein.

Unterlagen und Informationen bei: Aktion 3. Welt Saar, Weiskirchener Str. 24, 66674 Losheim, (06872)-9930-56, Fax -57.


Rotzfreche-Asphalt-Kultur plant Frühjahrstreffen

 

Workshops und Erfahrungsaustausch über politische Straßenmusik, -theater, Aktionen auf Demos und was sonst noch in das Spannungsfeld Kultur und Widerstand hineingehört, steht vom 27. April an für eine Woche auf dem Programm. Dann treffen sich in Göttingen die politisch motivierten StraßenkünstlerInnen und Theaterleute Deutschlands in Göttingen. Die Rotzfreche-Asphalt-Kultur (RAK) ist ihr lockerer Zusammenschluß. Themen des Treffens sind u.a. Straßentheater, Liedtexte, Demo-Kapellen arrangieren und Kultur für Kinder. Interessierte sind herzlich willkommen.

Informationen bei:

Jörg Isermeyer

Gotmarstr. 10

37073 Göttingen

 

 

Themenredaktion "Über den

Tellerrand"

 

Es geht um die vielen weiteren Themen wie Frieden, Rassismus TKDV usw.: InteressentInnen bitte melden!

 

 

Spenden zur Triennale (werden dringend benötigt): Verein zur Förderung demokratischer Selbstorganisation e.V., Konto-Nr.: 021-413893, Landessparkasse Oldenburg (BLZ 280 501 00)

 

Choosing Peace Together

22. WRI-Triennale, Porec, Kroatien

Offene Konferenz, 19.-24.9.1998 WRI-Geschäftstagung, 25.9.1998

Kroatien, ein Land des Unfriedens in einer vom Krieg heimgesuchten Region, ist ein passender Ort fuer eine Konferenz, die FriedensaktivistInnen aus allen Kontinenten zusammenbringt. In den letzten sieben Jahren haben FriedensaktivistInnen auf dem Balkan Erfahrungen in vielen Bereichen der Friedensarbeit gesammelt:

  • vom Widerstand gegen den Ruf zu den Waffen bis zur Arbeit mit den vom Krieg Betroffenen;

  • vom Aussprechen der Wahrheit gegen die Ungerechtigkeit bis zur Hilfe für Menschen, als NachbarInnen miteinander zu leben;

  • von der Selbsterhaltung auch in harten Zeiten bis zur Förderung Anderer, die eigene Kraft zu erkennen und die DemagogInnen der Fremdenfeindlichkeit und des Totalitarismus in Frage zu stellen.

Die WRI-Triennale wird FriedensaktivistInnen aus dem Balkan mit AktivistInnen aus anderen Ländern und allen Kontinenten fuer einen Austausch über Erfahrungen und Visionen und fuer die Erarbeitung neuer Strategien und Kooperationen, zusammenbringen. Sie bezweckt, die Verbindungen zwischen AntimilitaristInnen zu stärken, unsere Art der Arbeit in Konfliktregionen auszuwerten, und unser Verständnis gewaltfreier Aktivitäten in Kriegssituationen zu vertiefen. Wir erwarten bis zu 250 oder 300 TeilnehmerInnen. Die Antikriegskampagne Kroatien (ARK) hat die War Resisters' International (WRI) eingeladen, die Konferenz in Kroatien abzuhalten, da sie diesen Austausch wertschätzen und hoffen, daß die Anwesenheit von AktivistInnen aus der ganzen Welt neue Einsichten für ihre eigene Arbeit bringen wird. Der Titel Choosing Peace Together (Zusammen den Frieden wählen) wurde gewählt, um gegenüber der kroatischen Gesellschaft und dem Balkan Position zu beziehen allgemein:

  • Choosing - nicht aufzwingen, oder bereits aufgezwungen haben;

  • Peace - wo Menschen sich selbst verwirklichen können, sicher, daß ihre Rechte respektiert werden - ein Prozeß, der vom Willen derjenigen an der Basis der Gesellschaft abhängt;

  • Together - nicht getrennt durch ethnische Ideologien, nicht unterdrückt durch Klassen- oder Geschlechtertrennung

 

Was ist eine WRI-Triennale?

Die War Resisters' International ist ein weltweites Netzwerk unabhängiger Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen, die nicht nur dem Krieg Widerstand leisten, sondern für die Beseitigung der Kriegsursachen arbeiten. In dieser Arbeit fördert die WRI Gewaltfreiheit, worunter ein weites Feld von Aktivitäten von aktivem Widerstand bis zu konstruktiver Arbeit am Aufbau von Alternativen verstanden wird. Eine WRI-Triennale dient als Treffpunkt für Menschen, die sich der Gewaltfreiheit und dem Aufbau einer Welt ohne Krieg und Unterdrückung verpflichtet haben. Ein Ort, um Kontakte zu knüpfen und bestehende Kontakte zu vertiefen. Es ist ein Forum, um Erfahrungen auszutauschen und gegenseitig das Denken anzuregen.

 

Teilnahme

Die offene Konferenz ist offen für alle gewaltfreien AktivistInnen. Ebenso wie Gruppen erreicht werden sollen, die bereits innerhalb der War Resisters' International aktiv sind - darunter die Mitgliedsorganisationen im ehemaligen Jugoslawien (Antikriegskampagne in Kroatien, Frauen in Schwarz Belgrad, Pokret za Mir Pancevo) - wird die WRI besondere Anstrengungen unternehmen um andere antimilitaristischen Gruppen zu erreichen. Der Izmir Savas Karsitlari Dernegi (ISKD - Verein der KriegsdienstgegnerInnen Izmir) z.B. plant nicht nur, selbst an der Konferenz teilzunehmen, sondern auch VertreterInnen anderer Gruppen mitzubringen, mit denen sie in der Türkei zusammenarbeiten. Es wird wichtig sein, Gruppen zu erreichen, die gegen die NATO-Osterweiterung im Osten Europas arbeiten, und Menschen, die mit gewaltfreien Aktionen in Konfliktregionen wie Tschetschenien und dem Libanon aktiv sind. Die Verbindungen zu Lateinamerika - bereits gestärkt durch das ICOM (International Conscientious Objectors Meeting - Internationales Kriegsdienstverweigerer-Treffen) in Kolumbien und die WRI-Triennale in Brasilien 1994, durch die Arbeit von Peace Brigades International und den Austausch zwischen den neuen lateinamerikanischen MOC-Gruppen (Movimiento de Objeción de Conciencia - Bewegung der Kriegsdienstverweigerer) und europäischen AntimilitaristInnen, insbesondere aus Spanien - müssen aktiver gestaltet werden. Die neue WRI-Arbeitsgruppe zu Afrika versucht sicherzustellen, daß es ein gutes Kontingent von TeilnehmerInnen aus verschiedenen Teilen Afrikas geben wird, z.B. aus dem Tschad, während es aus Asien mindestens TeilnehmerInnen aus Indien und Indonesien geben wird. Wir hoffen, daß TeilnehmerInnen, die selten nach Europa kommen - aus finanziellen oder mit Paßschwierigkeiten zusammenhängenden Gründen - bereit sein werden, nach der WRI- Triennale Vortragsreisen zu unternehmen.

 

Das Konferenzprogramm

Die Konferenz ist eine auf Partizipation ausgerichtete Mischung von kleineren Arbeitsgruppen und großen Veranstaltungen.

Plena: Jeden Abend (außer Mittwoch) wird eines eine Plenumssitzung mit einem Podium und Simultanübersetzung in Serbokroatisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch geben.

Ansonsten sind die Tage unter verschiedene Oberthemen gestellt: Samstag "Choosing Peace Together", Sonntag "Gerechtigkeit nach Krieg und Diktatur", Montag "Der Tod der Konfliktlösung", Dienstag "Männer-Themen, Frauen-Themen", Donnerstag "Zivile Aktionen für Frieden".

Informationen (auf Deutsch) Andreas Speck, Verein zur Förderung demokratischer Selbstorganisation e.V., Kaiserstraße 24, 26122 Oldenburg Tel.: 0441/17111, Fax: 0441/2489661 Email WRI-AG.FOEGA@ OLN.comlink.apc.org

Informationen (International): War Resisters' International, 5 Caledonian Road, London N1 9DX




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Zuletzt überarbeitet am 5. Mai 1998
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