Dokumentation von Fälschungen, Erfindungen und Hetze durch Presse, Politik, Polizei und Justiz in und um Gießen 2004
Schnellübersicht
Hier steht alles drin! Die Dokumentation: 50 Seiten, A4. Download als .PDF (1,23 MB).
4-seitige Kurzfassung (PDF, 666 KB ... gut geeignet als Massen-Infoblatt zum Kopieren usw.
Reaktionen auf die Doku
Verrückte Vorwürfe und Verfahren:
Tätervorwurf gegen Projektwerkstatt für 138 Fälle!
Am 7.4.2004 veröffentlichte die Polizei Mittelhessen ihre Kriminalitätsstatistik. Und darin findet sich ein unglaublicher Absatz mit Tätervorwürfen gegen die Projektwerkstatt - nirgends anders gibt es in der Statistik Benennungen von TäterInnen oder Gruppen. Offenbar sind drehen hier einige durch ... mehr dazu auf Indymedia und der Extraseite!
Gericht legt auch nach: Verfassungsbruch bei DNA-Test durch Amts- und Landgericht!
Polizei unterbindet Verteilen kritischer Flugblätter mit Platzverweisen, Überwachung und Festnahme. Mehr ...
Polizei denkt sich neuen Vorwurf aus. Bei der Gedichtelesung am 9.12.2003 war es der ausgedachte Vorwurf, Menschen bei der Vorbereitung von Farbschmiedereien erwischt zu haben. Indirekt gibt die Polizei diese Lüge jetzt auch zu ... denn sie macht einen neuen: Brandanschläge seien damals geplant und auch ein Brandsatz beschlagnahmt worden. Erinnern kann sich daran niemand - und ein Brandanschlag, zu dem mensch öffentlich einlädt und sich dann gedichtelesend unter einer Laterne versammelt, ist auch etwas ungewöhnlich ... mehr auf der Extra-Seite dazu!
Absurdes Verfahren "Beleidigung durch Unterlassung" und Verurteilung: Kreidemalerei "Fuck the police" ...
Verurteilung gegen jemanden, der eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Polizisten eingereicht hat. Weiterer Bericht ...
Andersherum: Justiz deckt Straftaten der Obrigkeit:
Staatsanwalt Vaupel (Gießen) schützt Gießener Obrigkeit und räumt Hürden für Kriminalisierung von Projektwerkstättlern beiseite. Generalstaatsanwalt von Hessen segnet Rechtsbrüche ab. Daraus folgte eine Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt. Mehr ...
Sonderseiten:
Extraseite zu Volker Bouffier, Innenminister von Hessen
Extra-Seite zu Pressearbeit und Pressetexten über die Dokumentation
Extra-Seite zu Aktionen rund um die Dokumentation
Extra-Seite mit den Anzeigen gegen Personen von Polizei, Justiz, Presse und Politik wegen falscher Verdächtigung, politischer Verdächtigung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beweismittelfälschung, Meineid, uneidlicher Falschaussage und Verleitung zu Falschaussagen
Extraseite zum Prozessen gegen ProjektwerkstättlerInnen
Extraseiten zu Einschränkungen des Demorechts und Demogebühren
Aktionen gegen Justiz- und Polizeiwillkür
Aktionswoche 8.-15.3.2004 in Gießen und mehr Aktionen (nach Erscheinen der Doku 2004)
Diskussionsveranstaltung am 15.3.2004 mit absurder Polizeireaktion
Aktionstipps, Kritiktexte usw. gegen Justiz, Polizei, Knäste ...
Dokumentation 2004
Zusammenfassung der Dokumentation über Kriminalisierung und Hetze wirbelt einigen Staub auf (aus der "Zeitung für stürmische Tage")
Giessener Repressionsverhältnisse
Über 20 Fälle von Erfindungen irgendwelcher Straftaten, zusätzlich viele Erfindungen von Tatbeteiligungen, etliche rechtswidrige Angriffe auf Demonstrationen, ebenso illegale Platzverweise, Hausverbote, Festnahmen, DNA-Tests und Hausdurchsuchungen, Einschüchterung und Gewalt, Hetze und Schüren sozialrassistischer Gewalt sind in einer 50-seitigen "Dokumentation von Fälschungen, Erfindungen und Hetze durch Presse, Politik, Polizei und Justiz in und um Gießen" zusammengetragen und nun veröffentlicht worden.
Mit dieser Dokumentation sollte der politische Kampf gegen Repressionsstrukturen argumentativ unterfüttert und erweitert werden. Der Blick auf den Alltag lokaler und regionaler Repressionsbehörden zeigt, dass Machtmissbrauch die Regel ist. Besonders erschreckend ist zudem die anwachsende Einigkeit innerhalb "Gießener Eliten", die Formen von Kriminalisierung, Diskriminierung und direkter Repression zu vertuschen oder gar zu unterstützen. Erst das Schweigen in Politik, Medien und gesellschaftlichen Organisationen und die Diffamierung alternativer politischer Gruppen durch einzelne RedakteurInnen und Vereins- bzw. ParteifunktionärInnen gibt denen, die Recht brechen und Macht ausnutzen, die Sicherheit, ihr Verhalten "gefahrlos" durchführen zu können.
Reaktion von Polizei, Politik, Presse und Justiz
Zunächst haben nur wenige Medien über die Dokumentation berichtet. Auffällig war, dass die Giessener bürgerlichen Medien die in der Doku selbst beschriebene Strategie des Verschweigens fortsetzten. Der mehrfach mit Hetze zitierte Lokalredaktionschef der Giessener Allgemeine, Guido Tamme, war zwar auf der Presse-Präsentation anwesend, aber ein Text von ihm erschien nie.
Veröffentlicht wurden nach den ersten Pressepräsentationen Texte im Giessener Express, in der Frankfurter Rundschau und im Neuen Deutschland. Gegenüber der nachfragenden Presse blockten Polizei, Staatsanwaltschaft und Politik ab: Nichts sei bekannt, alles sei erlogen und ähnliche Bemerkungen.
Vom 8.-15.3. fand eine Aktionswoche gegen Repression statt. Täglich stand am Marktplatz ein Infostand mit symbolischem Käfig, in dem Teddybären, eine Sonne usw., es gab Demonstrationen und etliche Veranstaltungen. Dreimal erschien der bunte.nachrichten.dienst, der das Schweigen Giessener Medien durchbrechen will. Dort wurden Aktivitäten angekündigt und davon berichtet (siehe www.bunter.nachrichten.dienst.de.vu). Tageszeitungen und Rundfunk ignorierten alle Aktionen.
Der 15.3.
Zu einem prominent besetzten Podium (die AutorInnen der Dokumentation, ein ehemaliger Polizist und ein aktueller Polizeidirekter aus Nordrhein-Westfalen) waren etwa 60 ZuhörerInnen erschienen. Eine angeregte Diskussion folgte den präzisen Vorträgen, dabei wurde viele konkrete Vorwürfe Richtung Politik, Presse, Justiz und vor allem Polizei gemacht. Der Hauptreferent, Polizeidirektor und HU-Chef Reinhard Mokros, berichtete zu Beginn seiner Ausführungen, dass er aus Giessener Polizeikreisen bedrängt worden sei, nicht zu erscheinen. Am übernächsten Tag fand sich ein detaillierter Bericht in der Giessener Allgemeine - dass erste Mal erfuhren LeserInnen bzw. HörerInnen bürgerlicher Medien in Gießen von den Auseinandersetzungen und der Dokumentation.
Doch dabei blieb es nicht - eine unverständliche Polizeiaktion gegen den Veranstalter des Abends schuf deutlich mehr Aufmerksamkeit. Während der Veranstaltung war nicht bekannt, dass zwei zivile PolizeibeamtInnen die Vorträge bespitzelten. Auf dem Nachhauseweg wurde der Moderator des Abends dann von drei zivilen Polizeifahrzeugen abgedrängt und schikaniert. Als erstes reagierten die Jusos Gießen mit einer Pressemitteilung. Am gleichen Tag folgte die Humanistische Union.
Der Polizeipräsident beschwichtigt ... und legt einen drauf!
Aufgrund der Kritik am Polizeieinsatz in der Nacht nach der Veranstaltung meldete sich Gießens Polizeipräsident zu Wort - seine Ausführungen beinhalten etliche Widersprüche. Schützend stellt er sich vor seine BeamtInnen und wies die Vorwürfe "mit Nachdruck" zurück. Über den Vorgang und die Erklärung des Polizeipräsidenten nach dem 15.3. berichteten etliche Medien. Daraufhin meldete sich der Polizeipräsident bei der Humanistischen Union und regte ein klärendes Gespräch an. Doch ihr Verhalten änderte die Polizei nicht. Am 7.4.2004 veröffentlichte die Polizei Mittelhessen ihre Kriminalitätsstatistik. Darin findet sich ein unglaublicher Absatz mit Tätervorwürfen gegen die Projektwerkstatt (siehe Abbildung aus der Statistik). Nirgends anders gab es in der Statistik Benennungen von TäterInnen oder Tätergruppen. Von den bekanntgewordenen Ermittlungsverfahren ist 2003 nur eines durch Gerichtsurteil abgeschlossen worden - für den Rest ist die Behauptung der Polizei eine politisch brisante Vorverurteilung. Offenbar mussten sie ihre Wut abreagieren, einer Zunahme von Straftaten (657 Prozent) hilflos gegenüberzustehen ...
Herausgeber
- Humanistische Union - Regionalverband Mittelhessen
- Bildungssyndikat Gießen/Wetzlar
- Infoladen Gießen
- AG Füsele. Autonome Gruppe für selbstbestimmtes Leben
- Gruppe X. Autonome Menschen ohne Label und kollektive Identität aus dem Umfeld der Projektwerkstatt in Saasen
Kontakt, ReferentInnen ...
Die AutorInnen der Dokumentation stehen für Nachfragen, Veranstaltungen, Interviews oder als TextverfasserInnen zur Verfügung.
Kontakt: Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen. Tel. 06401/90328-3, Fax -5, saasen@projektwerkstatt.de
Links zur Dokumentation
Der Link zur Dokumentation: 50 Seiten, A4. Download als .PDF (1,23 MB).- 4-seitige Kurzfassung (PDF, 666 KB ... gut geeignet als Massen-Infoblatt zum Kopieren usw.)
- Ausstellung zum Thema (PDF-Download ... einfach aushängen, event. auf A3 hochkopieren, siehe Foto rechts)
- Indymediaseite zur Veröffentlichung der Dokumentation
- Extra-Seite zu Pressearbeit und Pressetexten über die Dokumentation
- Extra-Seite zu Aktionen rund um die Dokumentation
- Extra-Seite mit den Anzeigen gegen Personen von Polizei, Justiz, Presse und Politik wegen falscher Verdächtigung, politischer Verdächtigung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beweismittelfälschung, Meineid, uneidlicher Falschaussage und Verleitung zu Falschaussagen
- Interviews mit den Betroffenen des Prozesses zur Dokumentation und Repression (über Indymedia)
- Text auf Indymedia zu den Reaktionen auf die Doku
- Doku in gedruckter Form bestellen (5 Euro einschl. Porto!) hier ...
- Bericht zur Doku auf "projekt antifa"
- Sie machen weiter: Absurdes Verfahren "Beleidigung durch Unterlassung"
- Der nächste Prozeß gegen zwei Projektwerkstättler (2. Instanz, Verurteilung im ersten Verfahren: bis zu 9 Monaten ohne Bewährung)
- Es geht weiter ... Polizei denkt sich neuen Vorwurf aus. Bei der Gedichtelesung am 9.12.2003 war es der ausgedachte Vorwurf, Menschen bei der Vorbereitung von Farbschmiedereien erwischt zu haben. Indirekt gibt die Polizei diese Lüge jetzt auch zu ... denn sie macht einen neuen: Brandanschläge seien damals geplant und auch ein Brandsatz beschlagnahmt worden. Erinnern kann sich daran niemand - und ein Brandanschlag, zu dem mensch öffentlich einlädt und sich dann gedichtelesend unter einer Laterne versammelt, ist auch etwas ungewöhnlich ... mehr auf der Extra-Seite dazu!
- Die poliZEItung - Aktionszeigung zum 10.7.2004 (hessische PolizistInnen-Vereidigung in Lich): PDF- Download ... (888 KB)
- Infoseite zu Volker Bouffier, Innenminister von Hessen ... auch interessant zum Fall Daschner: denn wenn ein Polizei-Vizepräsident jemanden foltern will, versucht die Staatsanwaltschaft alles, um ihn straffrei ausgehen zu lassen ...
Rückblick auf gelaufene Termine, Aktionen usw.
- 4. März 2004 in Gießen (13 Uhr, Vinothek in den Kongreßhallen-Restaurants)
Dort wurde auf Einladung der Humanistischen Union die Dokumentation präsentiert und der Öffentlichkeit vorgestellt. VertreterInnen der Presse waren eingeladen. Ihnen wurde bei dieser Gelegenheit die Dokumentation als gedruckte Fassung übergeben. Gießener Allgemeine, Express und FR waren anwesend. Presseinformation und Internetseite der HU mit Bericht von der Veranstaltung hier ... - 8.-15. März: Aktionswoche in Gießen (Internetseite mit vielen Terminen und Infos ...)
- Mi, 10. März, 19 Uhr, Milchbar/Mensa-Anbau in Marburg, Erlenring 10: Protest und politische Justiz (Veranstalter: Humanistische Union, Attac Marburg und Einzelpersonen). Info- und Einladungsflyer (auch zum Kopieren ...) hier ...
- 13.3., 12 Uhr, Gießen, Kirchplatz: Demo "Für eine Gesellschaft ohne Knäste - Solidarität statt Strafe!"
- Mo, 15. März, 19 Uhr, Margarete-Bieber-Saal in Gießen, Ludwigstr. 34: Podiumsgespräch "Machtmissbrauch im Rechtsstaat" (Veranstalter u.a. Humanistische Union, PDS, Bildungssyndikat, Infoladen, Gruppe X ...). Werbeflyer (.rtf)
- Bericht dieser Veranstaltung und des anschließenden Polizeiüberfalls ...
- Extra-Seite zur Veranstaltung und dem Überfall
- Berichte von der Aktionswoche in Gießen: 8.-10. März +++ 11./12. März +++ Demo und erste "Versiegelungen" ++ Bericht zum 15.3.
Alles darf beliebig runtergeladen, kopiert, verteilt, zitiert usw. werden! Hier folgen die einleitenden Texte der Dokumentation.
Aktuell: Polizei und Justiz legen nach - ständig
- Tätervorwurf gegen Projektwerkstatt für 138 Fälle!
Am 7.4.2004 veröffentlichte die Polizei Mittelhessen ihre Kriminalitätsstatistik. Und darin findet sich ein unglaublicher Absatz mit Tätervorwürfen gegen die Projektwerkstatt - nirgends anders gibt es in der Statistik Benennungen von TäterInnen oder Gruppen. Offenbar sind drehen hier einige durch ... mehr dazu auf Indymedia und der Extraseite! - Gericht legt auch nach: Verfassungsbruch bei DNA-Test durch Amts- und Landgericht!
- Verfassungsschutzbericht Hessen 2003: Auszüge für den Raum Gießen
- Polizei unterbindet Verteilen kritischer Flugblätter mit Platzverweisen, Überwachung und Festnahme. Mehr ...
- Staatsanwalt Vaupel (Gießen) schützt Gießener Obrigkeit und räumt Hürden für Kriminalisierung von Projektwerkstättlern beiseite. Generalstaatsanwalt von Hessen segnet Rechtsbrüche ab. Daraus folgte eine Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt. Mehr ...
- Immer neue Kriminalisierung ... Prozesstermine gegen weitere AktivistInnen:
- Mittwoch, 15.9.2004, Amtsgericht Gießen, Raum 100 A, 8.30 Uhr: Prozeß wg. Kreidemalen "Fuck the police" (öffentlich) ... verurteilt!
- Montag, 20.9.2004, Amtsgericht Gießen, 8.45 Uhr: Prozeß wegen Schild "ACAB" (nicht-öffentlich, da Jugenstrafrecht) ... eingestellt!
- Und neue Anzeigen ... siehe auch Prozesse-Seite!
- Staatsanwaltschaft und Generalstaatsanwalt stellen alle Verfahren gegen PolizistInnen, PolitikerInnen usw. ein ++ Absurdeste Ausreden und Rechtsbeugung ++ Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt gegen Staatsanwalt Vaupel und den Generalstaatsanwalt von Hessen ++ Skandal: Staatsanwaltschaft Gießen ermittelt im Verfahren gegen sich selbst ++ Verwaltungsgericht Gießen formuliert schwarz auf weiß: Polizisten als Zeugen haben immer Recht ... mehr zu alledem hier!
- Absurde Verurteilung: Kreidemalerei "Fuck the police" vor Licher Polizei soll Polizeibeamten der Polizei Grünberg beleidigen ...
- Noch absurder ... Verurteilung gegen jemanden, der eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Polizisten eingereicht hat. Weiterer Bericht ...
- Welch Geistes Kind die Obrigkeit da ist, zeigt sich, dass selbst Polizisten abgestraft werden, wenn sie den tollen Innenminister kritisieren. Zitat aus der Oberhessische Presse vom 6.11.2004:
"Kritik an Minister: Ärger für Polizisten
Kassel. Wegen öffentlicher Kritik an Innenminister Volker Bouffier (CDU) prüft das Polizeipräsidium Nordhessen ein Disziplinarverfahren gegen drei Polizisten. Die Beamten hatten den Wunsch des Ministers nach mehr Streifenfahrten in einem Zeitungsinterview wegen des Personalmangels bei der Polizei als "unrealistisch" und "lachhaft" dargestellt." - Der nächste große Prozess auch an: Auftaktverhandlung am 10. März 2005. Mehr ...
- Neue Polizeistruktur in Wetzlar/Lahn-Dill: Jetzt auch mit eigenem Staatsschutz!
Wie die Polizei, Staatsanwaltschaft und Presse arbeiten, zeigt ein ganz anderer Vorfall. Am 27.9.2004 erschossen Gießener Polizisten einen Rentner, der seine Wohnung räumen mußte. Ohne jegliche Ermittlungen abzuwarten, wurde verkündet, dass der Rentner auf Polizisten geschossen habe und die Polizei in Notwehr handelte. Warum er geschossen haben soll, warum eigentlich niemand mal die Polizei trifft (vielleicht, weil niemand auf sie schießt und alles nur ausgedacht wird?) und warum die Polizei gleich mordet - auf solche Fragen findet sich nirgends eine Antwort. Aber die Presse berichtet schon am nächsten Tat die sogenannte Wahrheit. Und die ist das, was Polizei und Staatsanwaltschaft sagen. Der Redakteur des folgenden Artikels heißt Jochen Lamberts. Er ist Vorstandsmitglied bei Pro Polizei Gießen. Noch Fragen?
"Es wird wohl nicht mehr zu klären sein, weshalb ein 77-jähriger Rentner ... schoss" schreibt Lamberts. Und so behauptet es auch die Polizei. Ob er schoss, wird wohl vor allem nicht geklärt werden sollen! "Dieser habe sofort seinen Revolver gehoben und einen Schuss in Richtung der Beamten abgefeuert", heißt es weiter. Recherche? Null! Belege? Null! Was die Polizei sagt, IST die Wahrheit.

Die Gießener Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen die Polizei wie üblich brav ein.
Absurdistan in Justizbehörden
Die Giessener Justiz dreht immer mehr am Rad. Die Bemühungen, politische Opposition zu kriminalisieren und Herr-schende zu schützen, nimmt bizarre Formen an. Das Neueste im Überblick ...
- Verfahren gegen Aktivistin: Weil sie mit Kreide den Spruch "Fuck the police" auf die Straße vor der Bereitschaftspolizei Lich gemalt haben soll, wird eine Betei-ligte wegen Beleidigung angeklagt - beleidigen kann mensch zwar nur konkrete Personen, aber in Gießen versuchen es die RichterInnen ständig mit Rechtsbruch & Co., Opposition kleinzumachen.
- Ähnlich die nächste neue Anklage: Die Polizei räumte bei den Feiern der Licher Bereitschaftspolizei KritikerInnen noch in weiter Entfernung vom Eingang ab, einer wurde verhaftet, um das Verteilen von Flugblättern (!) zu verhindern. Jetzt hat er eine Anklage am Hals: Widerstand gegen die Staatsgewalt.
- Und weiter: Immer neue Lügen denkt sich die die Justiz im Zusammenhang mit der ominösen Verhaftung von 12 Personen bei einer Gedichtelesung am 9.12.2003 aus. Hieß es erst, die Personen seien bei einem Farbanschlag erwischt worden, ist nun ein Brandsatz gefunden worden (und keine Farbe mehr). Einer Verhafteten wird jetzt ihre Haftzeit in Rechnung gestellt - einschließlich ärztlicher Behandlung wegen ihrer Platzangst in der Zelle!!!!
- Passend zu allem: Mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung, Falschaussagen, Meineid usw. sind gegen Gießener PolizistInnen, PolitikerInnen und Journa-listen eingereicht worden. Die gegen Opposition sehr kleinliche Staatsanwaltschaft hat die meisten sofort eingestellt. Das ist politische Justiz - Gießener RichterInnen und Staatsanwälte als willige VollstreckerInnen der Obrigkeit.
- Polizei- und Justizwillkür: www.polizeidoku-giessen.de.vu.
- Prozesse gegen politische AktivistInnen: www.projektwerkstatt.de/prozess.
Übersicht über die Rechtsbrüche (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Verfassungsbruch
- Richterlicher Beschluß zur DNA-Analyse ohne Anhörung des Betroffenen (Verstoß gegen Art. 103 GG). Mehr ...
- Freiheitsentziehung ohne sowie nach Wegfall des Grundes in mehreren Fällen, z.B. am 9./10.12.2003 (siehe Dokumentation)
- Körperliche Mißhandlung und Drohungen im Polizeigewahrsam (Verstoß gegen Art. 104 GG)
Rechtsbrüche
- Rechtswidrige Platzverweise (siehe Dokumentation, auch von der Polizei mehrfach zugegeben - hinterher ...)
- Hausdurchsuchung am 10.1.2003 in der Projektwerkstatt (vom Landgericht als rechtswidrig bezeichnet)
- Hausdurchsuchung am 4.12.2003 in der Projektwerkstatt in Bezug auf die gleichzeitige Durchsuchung mehrerer Räume, den Beginn der Durchsuchung ohne Benachrichtigung des Hauseigentümers und der Beschlagnahme mehrerer Gegenstände ohne Rechtsgrund und Bezug zum Durchsuchungsbeschluß des Amtsgerichtes
Inhaltsverzeichnis
Editorial- Zitate
- Geschichte
Hauptteil
- A. Erfindung von Straftaten
Fallbeispiele: 11x Erfindungen - in einem Jahr! - B. Erfindung von Tatbeteiligungen
Fallbeispiele: Ohne Beweise werden TäterInnen benannt - C. Angriffe auf die Demonstrations- und Meinungsfreiheit
Fallbeispiele: Angriffe auf DemonstrantInnen und mehr - D. Hausverbote, Platzverweise, Festnahmen und Hausdurchsuchungen
Fallbeispiele: Innenstadtverbote, Hausdurchsuchungen ... - E. Drohungen, Gewalt und Gewaltverharmlosung
Fallbeispiele: Schläge, Einschüchterung, Wegsehen - F. Fälschung von Polizei- und Gerichtsakten, Verstösse gegen den Datenschutz
- G. Filz zwischen Politik, Polizei und Presse
Fallbeispiele: Hetze in der Presse
Fallbeispiele: Parteibücher bei Polizei, RichterInnen und RedakteurInnen - Literatur
- Fazit und Kunst zur Repression
Anhang
- Urteil des Prozesses am 15.12.2003 mit Kommentaren und Auszügen aus dem Bericht des unabhängigen Prozessbeobachters
HerausgeberInnen
- Humanistische Union - Regionalverband Mittelhessen
- Bildungssyndikat Gießen/Wetzlar
- Infoladen Gießen
- Demokratische Linke (DL), Gießen
- AG Füsele. Autonome Gruppe für selbstbestimmtes Leben
- Gruppe X. Autonome Menschen ohne Label und kollektive Identität aus dem Umfeld der Projektwerkstatt in Saasen
Erklärung der Herausgeber
Den Wahrheitsgehalt der in dieser Zusammenstellung gemachten Angaben können die Herausgeber nicht im Einzelnen überprüfen. Sie unterstützen die Projektwerkstatt Saasen aber in ihrem Anliegen, das ungeheuerliche Verhalten von Polizeibeamten und Ange-hörigen der Justiz öffentlich zu machen. Dabei soll die Projektwerkstatt auch Gelegenheit erhalten, ihre Sicht der Vorkommnisse darzulegen. Die Herausgeber halten die Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden gegen die Projektwerkstatt und ihre Mitarbeiter für einen nicht hinnehmbaren Eingriff in die Freiheits- und Bürgerrechte der Betroffenen. Diesem verfassungswidrigen Übergriff treten die Herausgeber mit aller Schärfe entgegen.
Gießen/Marburg, am 25. Februar 2004
Vorweg
Die folgende Dokumentation ist eine Fleißarbeit. In detaillierter Akteneinsicht sowohl von Polizei- und Gerichtsak-ten wie auch der Unterlagen bei Betroffenen, der Auswertung von Presseberichten und sonstigen Unterlagen sind viele Fälle zusammengetragen worden, in denen Polizei und Justiz Personen nach Belieben kriminalisieren, ein-schüchtern usw., während Politik und Presse die Rolle der Hetzer und Akzeptanzbeschaffer spielen. PolitikerInnen sind zudem Auftraggeber von ordnungsrechtlichen Durchgriffen.
Der bisherige Höhepunkt ist das Gerichtsverfahren gegen zwei Personen aus der Projektwerkstatt in Saasen. Vorbereitung, Verfall und Urteil in diesem Prozeß sprechen für sich. Daher ist das Urteil in kompletter Form samt Anmerkungen aus den Unterlagen der Angeklagten und der unabhängigen Prozessbeobachter Bestandteil dieser Dokumentation (siehe Anlage). Die enorme Anzahl der Einzelfälle zeigt aber, dass der Prozeß keinesfalls die Ausnahme, sondern einen Baustein in einem System von Disziplinierung und Machterhalt darstellt. Daher kann er für eine Auseinandersetzung mit der Praxis von Polizei, Justiz und den dahinterstehenden Eliten in und um Gießen nur der Anlaß sein. Hintergrund ist die Breite des Geschehens.
Die Dokumentation kann daraus auch selbst nur einen kleinen Ausschnitt zeigen. Viele Menschen konnten gar nicht erreicht werden, um ihre eigenen Erfahrungen zu schildern. Einige politische Gruppen verweigerten ihre Mitarbeit an der Dokumentation, weil ihnen angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse wichtiger ist, bei den Eliten anerkannt und gefördert zu werden statt eigene Überzeugungen offen zu formulieren. Das ist verständlich, aber eben doch genau die Basis auf der das System einer Gesellschaft, die von Eliten nach dem Prinzip des "Ei-ne Hand wäscht die andere" dominiert wird. Kritische Position werden integriert und entschärft oder, falls das nicht geht, mit allen Mittel kriminalisiert und ausgegrenzt. Verbindungen von Strafrecht, politischer Propaganda, Medienhetze und sozialrassistischen Mobs sind dabei existent und gewollt. Dieses Gemisch wird sich weiter ver-stärken, bis die kritischen Stimmen abgetötet sind.
Es sei denn, der Gleichschaltung von Verhalten und Meinung tritt eine breite, offensive Bewegung von Menschen entgegen, die keine Lust haben, ihre Leben von Hartz-Reformen und Gefahrenabwehrverordnungen durchregulieren zu lassen.
In diesem Sinne soll die Dokumentation nicht nur enthüllen und kritisieren. Sondern aufrütteln. Was ist Gießen geschehen ist und, so ist zu befürchten, weiter geschehen wird, ist sicherlich kein Einzelfall. Solche Untersuchun-gen können und sollten auch in anderen Städten folgen. Um diesen Bogen sichtbar zu machen, beginnt die Dokumentation mit einigen Zitaten, die überwiegend nicht aus Gießen stammen ...
Zitate
Am frühen Morgen des 1. Oktober 2002 schließlich traf der stellvertretende Frankfurter Polizeichef Wolfgang Daschner eine folgenschwere Entscheidung. Unter der Überschrift: "Nur für die Handakte der Polizei/StA" nahm er später als internen Vermerk seine Anweisung zu den Akten, Gäfgen sei "nah vorheriger Androhung, unter ärzt-licher Aufsicht, durch Zufügung von Schmerzen (keine Verletzungen) erneut zu befragen".
(Aus der FR, 30.12.2003, S. 14. Daschner ist weiter im Amt ...)
In den zurück liegenden Jahren hat amnesty international immer wieder von Beschwerden über Misshandlungen und den Einsatz unverhältnismäßiger Gewalt durch Polizeibeamte Kenntnis erhalten. Die fraglichen Übergriffe haben sich gewöhnlich bei der Festnahme der mutmaßlichen Opfer oder in Polizeihaft zugetragen. ... Die meisten Beschwerdeführer gaben an, Polizeibeamte hätten sie mit Fußtritten und Fausthieben traktiert oder sich auf sie gekniet, um ihnen ganz bewusst Schmerzen zuzufügen. Einige berichteten, ihnen seien in schmerzhafter Weise die Arme hinter den Rücken gezogen worden oder man habe ihre mit Handschellen gefesselten Handgelenke verdreht. Es bleibt nach wie vor festzuhalten, dass ein signifikanter Anteil der Misshandlungsvorwürfe von ausländischen Staatsbürgern oder Deutschen ausländischer Herkunft erhoben worden ist. Einige der mutmaßlichen Opfer polizeilicher Übergriffe haben schwere Verletzungen davongetragen, die sie teilweise zwangen, sich in stationäre Behandlung zu begeben. Ein Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen, die er sich in der Polizeihaft unter wiederholten Schlägen und Fußtritten zugezogen hatte. ... offenkundige Widerstreben bei manchen Staatsanwaltschaften, in Fällen mutmaßlicher polizeilicher Misshandlungen Anklage zu erheben und die Wahrheitsfindung den Gerichten zu überlassen. Für bedenklich hält amnesty international des Weiteren die hohe Zahl von Gegenanzeigen der Polizei, wodurch Misshandlungsopfer möglicherweise abgeschreckt werden, ihr Recht auf Wiedergutmachung und Entschädigung einzuklagen. Finden Gerichtsverfahren gegen der Misshandlung be-schuldigte Polizisten statt, so werden bisweilen eher Strafen verhängt, die der Schwere der Tat nicht gerecht zu werden scheinen. amnesty international befürchtet, dass die genannten Defizite Polizeibeamten, die sich mut-maßlich Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht haben, zur Straffreiheit verhelfen könnten.
(Aus dem Bericht "Erneut im Fokus. Vorwürfe über polizeiliche Misshandlungen und den Einsatz unver-hältnismäßiger Gewalt in Deutschland" von amnesty international, International Secretary)
Nach einem Artikel in der FAZ vom 29.1.2004 S.4 haben sich von 70 überprüften Richtern und Staatsanwälten 33 als Betrüger herausgestellt. "Die Trennungsgeldaffäre hat die Spitzen der brandenburgischen Justiz erfasst." Der Präsident des Landesverfassungsgerichts, der Präsident des Oberverwaltungsgerichts und der Generalstaatsanwalt haben sich beteiligt.
"Hier ist schon mal jemand die Treppe runtergefallen." (Typische, inzwischen mehrfach wiederholte Form der indirekten Gewaltandrohung von Polizeibeamten gegenüber Verhafteten)
"Du bist der Nächste!" (Staatsschutzchef Gerhard Puff in der Fußgängerzone von Gießen zu einem Anwesenden)
"Wenn wir mit der Projektwerkstatt fertig sind, sind Sie der Nächste!" (Staatsschutzchef zu einem Studierendenvertreter während des Uni-Streiks im Herbst 2003)
"Wenn wir uns das nächste mal auf der Strasse sehen, gibt es richtig eine. Das kann ich dir schwören." (BKAler in einer Kneipe gegenüber einem Politaktivisten)
"Der ganz normale Demonstrant, der seinem Protest Ausdruck verleiht, ist für uns völlig uninteressant." (Staatsschutzchef Gerhard Puff im Interview des Gießener Anzeiger, 26.05.03.
Kunst zur Repression
Im Herbst startete das Hausprojekt "begrenzt" in der Ostanlage 27 in Giessen. Die BewohnerInnen waren mehr-fach von Repression betroffen. Der Vermieter, die FH Giessen, verweigerte die Nutzung eines leerstehenden Saals und wies in einem Gespräch auf den Aufenthalt "polizeibekannter Personen" im Haus hin - offenbar hatte die Giessener Polizei auch hier Informationen weitergegeben. Das folgende ist ein künstlerischer Beitrag einer Bewohnerin zu den Vorgängen, beim Verlesen dieses Gedichts auf öffentlichem Gelände wurde sie und 11 Zuhö-rerInnen verhaftet und für 18 Stunden eingesperrt.
Warum hat der Künstlertreff/begrenzt wider Erwarten keinen begrenzten Raum?
1
Warum habe ich es mir nicht gleich bei der ersten Zusage schriftlich geben lassen, dass ich den Saal im begrenzt für kulturelle Veranstaltungen nutzen darf?
Warum wird die Nutzung eines zum Abriss bereitstehenden Raumes trotz amtlicher Absicherung verweigert durch eine Liegenschaftsverwaltung des Landes Hessen?
Sind selbstorganisierte Kulturveranstaltungen im Interesse des Landes?
Woran erkennt man das Interesse des Landes?
Kann dieses Interesse repräsentiert werden?
2
Warum hasst der Verwalter der Immobilien der Fachhochschule Punker?
Hat die deutsche Verwaltung immer noch Angst vor linksradikalem Terror?
Oder ist es eher eine amerikanische Form Innerer Sicherheit?
Sehe ich etwa aus wie eine Terroristin?
Wieso hat der Jugendkriminalbeauftragte Bielefeld - Süd etwas gegen manifeste Ansichten?
Warum scheint es mir, dass die Ausbildung von Polizisten in Deutschland eher autoritär als demokratisch orientiert ist?
Woher hat mein Vermieter das Halbwissen, dass ich im Gefängnis war?
Warum hat man uns festgenommen?
Warum hatte die Polizei es nötig, in bezug auf unsere Verhaftung eine falsche Presseerklärung herauszugeben?
Warum hat die Presse der Polizei geglaubt und nicht uns?
Sind meine Freunde polizeilich gesucht? Wenn ja, warum?
Ist es ohne dieses Wissen legitim, dass ich diese Freunde bei mir zu Hause einlade?
3
Ob ich jemals meine "sichergestellten" Datenträger wiedersehen werde?
Wird mein Telefon abgehört?
Gibt es eine Chance, dass wir überhaupt noch irgendwie den Künstlertreff/ begrenzt realisieren können, nachdem ich diesen Text veröffentliche?
Wann kommt der nächste Coup sozialer Ausgrenzung anders denkender?
Leide ich unter Verfolgungswahn?
Gehört es zur bourgeoisen Hochkultur, psychotisch zu sein?
Wieso lassen sich in Reaktion auf den 11. September 2001 Verschwörungstheorien so gut vermarkten?
Bin ich ein reiches dekadentes Kind?
4
Wie komme ich zu dem Eindruck, dass mein 40jähriger Mann bei den Ämtern mehr erreicht als ich 20jährige Frau?
Woher bekomme ich als Studentin einen guten Anwalt in Gießen, der unsere Aktionen in Verbindung mit der Giessener Exekutive und Judikative verteidigen würde?
Soll ich kämpfen oder es vergessen?
Wenn ich mich wehre: welche Mittel sind am sinnvollsten?Clarisse Schröder, 15. - 16. Januar 2004
Geschichte ...
Die Brutalität Giessener Polizei und die obrigkeitsstaatliches Handeln verklärende Tagespresse der Stadt sind nichts Neues. Meist geschieht alles in unsichtbaren Sphären. Allein die Opfer bekommen zu spüren, wie konse-quent der "demokratische Rechtsstaat" vor allem sich und die Privilegien der Eliten verteidigt, während die Frei-heit und Persönlichkeitsrechte der Einzelnen immer wieder unter die Räder geraten.
Bekannt wurden die Auseinandersetzungen im Jahr 1996, also die Giessener Polizei eine kurdische Veranstal-tung angriff, die zuvor von den Behörden verboten war. Die Presse verbreitete anschließend die Stories, die die Herrschenden zu ihrer Legitimation brauchten. Politik, Polizei und Presse standen auch hier zusammen.
Das folgende Dokument stammt aus dem Jahr 1996. Als leitende Polizeibeamte waren bereits 1996 im Einsatz: Staatsschutzchef Gerhard Puff und Polizeiführer Lothar Wiese ...

Drei Jahre später: Licher Bereitschaftspolizei verfälscht Video mit Aufnahmen vom Prügeleinsatz gegen Kurden!
Gießener Gespräche mit Polizei ... ändern nix, wie mensch sieht!
Humanistische Union e.V.
e-Mail:hu-hessen@hu-marburg.de
Pressemitteilung 04.06.2004
Deeskalation: Gießener Gespräch
In gemeinsamen Gesprächen möchten Vertreter verschiedener Gießener Gruppen und Vertreter des Polizeipräsidiums Mittelhessen akzeptable Möglichkeiten eines Umgangs miteinander ausloten. Ziel soll der Abbau von Vorbehalten gegeneinander und ein besseres Verständnis füreinander sein. Die Gespräche sollen am Montag (7. Juni) in Gießen beginnen. Das gaben die Humanistische Union (HU) und das Polizeipräsidium Mittelhessen am Freitag (4. Juni) bekannt.
Teilnehmen an den Gesprächen werden neben Vertretern der Polizei und der HU auch Aktivistinnen und Aktivisten der Jungsozialisten in der SPD, der Demokratischen Linken (DL) im AStA Gießen, der Gießener PDS und der Projektwerkstatt Reiskirchen Saasen.
Die Gespräche finden an einem neutralen Ort in Gießen statt. Um Schaukämpfe zwischen den Beteiligten zu vermeiden, ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Franz-Josef Hanke
(HU-Landessprecher)
Vorgeschichte und weitere Informationen:
Links und Infos zum Thema
- Unangreifbar: Die Polizei als Täter und Zeuge ... (Beispiele)
- Polizei deckt Nazis
- Urteil in München gegen Antifaschisten wegen Verteilen von Stadtplänen
- Internetseite der Polizei Mittelhessen
- Hausdurchsuchung/Razzia im Frankfurter Cafe Exzess war auch rechtswidrig ...
- Nicht nur die Polizei in Gießen ... Erfindungen, Fälschungen & Co. andernorts
- Wirre Repression, Urteile gegen Justizkritiker
- HR-Sendung thematisiert Weisungen des hessischen Innenminsters Bouffier an Staatsanwälte
- Justizskandale in Deutschland sind systematisch
- Infoseite zu Justizirrtümern
- Infoseite mit vielen Nachrichten zu Law and Order & Co. in Gießen
- Sicherheitswahn in Deutschland ... Angst wird erzeugt und brutal für immer autoritärere Staatsmacht genutzt!
- Beispiele für Polizisten als Zeugen (Verurteilung des Angeklagten meist sicher) und Täter (Freispruch oder Einstellung meist sicher)
- Hintergrund der Kritik an der Polizei, siehe u.a. in der begleitenden "poliZEItung" (PDF)
- EU-Kommission (CPT) zu Gewalt und Bedingungen in Polizeigewahrsam, Knast und Psychiatrie sowie die allgemeine Straflosigkeit bei Misshandlung und Folter
- Freispruch für Polizisten, die Seil über Autobahn mit Menschen dran einfach durchschnitten (im Urteil: von der Polizei kann Nachdenken bei Einsätzen nicht verlangt werden ...)
- Fehlurteile und ihre Gründe
- Kontinuität nach 1945: Nazijuristen an Gerichten in Frankfurt, Gießen, Marburg und Wetzlar sowie an Bundesjustizeinrichtungen ++ Nazis in Polizei und Geheimdiensten
- Stichwort "Polizei" auf Wikipedia
- Grundrechtereport 2005 (Auszüge)
- Sicherheitswahn Deutschland
www.polizeizeugen.de.vu:
Die Internetseite zur Ungleichbehandlung von Polizei und Nicht-Polizei vor Gericht. Das Flugblatt zur Aktion (A4 beidseitig zum Kopieren und verteilen)
