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Die Anfänge
Alter Bahnhof Trais-Horloff

Die Anfänge

Die Projektwerkstatt entstand 1990 im "Alten Bahnhof Trais-Horloff", flug hier aber im Streit mit dem Eigentümer Ende 1992 raus, d.h. die Projektwerkstatt wurde von der örtlichen Naturschutzgruppe geschlossen! Ein Rückblick auf die Zeit bis zu diesem Rauswurf (dem dann der Umzug nach Reiskirchen-Saasen in ein eigenes Gebäude folgte) kann ein Text aus der Gießener Allgemeinen vom 20.12.1991 vermitteln:

Hungen-Trais-Horloff (mö). Wenn man die „Projektwerkstatt Alter Bahnhof Trais-Horloff“ zu Beginn oder im Frühjahr diesen Jahres betrat, drängte sich dein Besucher unwillkürlich ein Eindruck auf: „Das wird nie ´was!“ Als die alte Rumpelkammer an der Bahnlinie Gießen-Gelnhausen dann aber zahlreiche Aktivitäten meldete, eine Zeitung herausgab und der Hessische Rundfunk mit einem U-Wagen vor Ort auf Sendung ging, blieb den Zweiflern nur noch das große Erstaunen. Was im Sommer 1990 mit bescheidenen handwerklichen Aktivitäten begonnen hatte, ist mittlerweile zu einem anerkannten Anlaufpunkt für Jugend-Umweltgruppen aus der ganzen Bundesrepublik geworden.
Im November des vergangenen Jahres war das erste Zimmer im Obergeschoß bezugsfertig, von dem aus die „Macher“ der „Projektwerkstatt“ ihre Aktivitäten starteten, die innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Bandbreite erreichten. Mit Hilfe einer Layout- und Fotowerkstatt konnten die ersten Ausgaben der Jugendumweltzeitung „Platz“ herausgegeben werden. Es folgten regelmäßig die „Wüstenpost“, Verkündigungsorgan der Kinderumweltaktion „Kaktus“, und eine Natur- und Umweltbeilage zur Gießener und Alsfelder Allgemeinen sowie eine Reihe anderer Projekte und Seminarangebote. Unter anderem produzierte man gemeinsam mit dem HR einen Beitrag für den Hörfunk.
Dabei verfolgte die Projektwerkstatt eine regelrechte Doppelstrategie: Einerseits wurden die Angebote durchgehend aufrecht erhalten, und andererseits sollte der Innenausbau des Bahnhofs weitergeführt werden. Letztgenanntes Vorhaben kam bei den zahlreichen Aktionen der Werkstatt freilich zu kurz. Erst vor kurzem sind der große Versammlungsraum im ersten Stock und die Umweltbibliothek fertiggestellt worden. Die Fachbibliothek verfügt über einen Bestand von 1500 Bänden und wird ergänzt durch 17 Übersichtskarten, die im Flur und Treppenaufgang hängen.
Der Versammlungsraum bietet Platz für Besprechungen und Tagungen - Radiowerkstatt und Analyselabor fanden dort eine neue Heimstatt, Die Räume ergänzen das bereits vorhandene Raumangebot mit Bettensaal, Sanitäreinrichtungen und „Büro“ im Obergeschoß. Damit sind die Arbeiten an und in der alten Bahnhofsstation noch lange nicht abgeschlossen. Den Nebengebäuden und der Außenanlage wird sich demnächst gewidmet werden, wenn nicht wieder die zahlreichen Umwelt-Gruppen, die den Bahnhof nutzen, die Bahnhofsbewohner von den notwendigen Bauarbeiten abhalten.
Die Gruppen, die bislang in Trais-Horloff weilten, störten sich nicht an den lange Zeit provisorischen Verhältnissen. Wer sich aktiv für die Natur einsetzt, übersteht schon einmal ein paar kühlere Nächte im Schlafsack auf der Isomatte. Dieses Provisorium hat sich nunmehr überlebt - neuen Aktivitäten in neuen Räumen steht nichts mehr im Wege. Denkste! Kaum sind die Räume fertig; zieht es die Projektwerkstatt in die Welt, oder besser den Landkreis Gießen hinaus. Mit einem geschenkten, fünf Meter langen Bauwagen, der zum Umweltmobil umgerüstet werden soll, will man im kommenden Frühjahr und Sommer den Landkreis erobern.
Mit dem Mobil soll ein Defizit der Projektwerkstatt ausgeglichen werden. Im Gegensatz zur gute bundesweiten Resonanz auf die Idee der junge Umweltschützer, die viele Nachahmer fand, war die Reaktionen aus der näheren Umgebung eher dürftig. Mit dem „Umweltrnobil“, das mit einem kleinen Labor und Kaffee ausgestattet wird, soll sich dies ändern. Und wer oder was zieht den Wagen? „Das kriegen wir geregelt“ antwortet Jörg Bergstedt von der Projektwerkstatt und diesmal sind keinerlei Zweifel angebracht.

... (Text noch nicht vollständig)

Im Frühjahr 1993 musste die Projektwerkstatt umziehen. Der Naturschutzbund warf die Aktivist_innen raus. Der Mehrheit im dortigen Vorstand, inzwischen am Ende des Studiums angelangt, wollte keine Aktionen mehr, die der eigenen Karriere im Wege stehen. Das lohnte sich wirtschaftlich sehr - über zwanzig Jahre verdienten die Projektwerkstatts-Killer von damals dann gemeinsam gutes Geld mit dem Naturschutz - Link zu ihrer Firma, die sich 2016 dann aufspaltete).

Selbstdarstellungstexte aus der Geschichte der Projektwerkstatt

 

Ca. 2005

Text aus der "Zeitung für stürmische Tage" (später leicht aktualisiert)

Projekte und Aktionen sind das Herzstück der Projektwerkstatt. Dafür sind die Räume und auch das Tagungshaus geschaffen. Neben den politischen Gruppen, Projekten usw., die z.B. für ein Wochenende oder eine Woche im Tagungshaus unterkommen und die Projektarbeitsräume nutzen, laufen rund um das Haus auch ständig Projekte. Vielfach sind es Kooperationen mit teilweise vielen anderen Gruppen regional, überregional und international.
Alle Projekte treten unter ihrem Namen auf, niemand kann sich "Projektwerkstatt" nennen. Dadurch sind alle Projekte in ihren Entscheidungen autonom. Hierarchien lehnen wir ab - Vorstände, Plena, Delegiertentreffen oder anders betitelte Zentralgremien entscheiden nichts in Bezug auf das Haus. Statt dessen ist alles so aufgebaut, dass Informationsflüsse über direkte Kommunikation, Infowände usw. läuft. Es gibt keine getrennten Büros, alles ist allen zugänglich. Bücher, Computer, Schweißgeräte, Fahrräder, Kühlschrank - alles wird gemeinsam genutzt und weiterentwickelt (oder auch leider mal nicht ...).

Das Haus

Das gesamte Haus ist fast unüberschaubar - überall gibt es Ecken und Winkel, und überall tun sich neue Möglichkeiten auf. Regale mit Büchern und Ordnern sind wohlsortiert, aber verwinkelt gestellt, so dass sich Sitzecken, Lesematratzen, Sitzrunden oder Arbeitstische mit Computern bilden. Die weiteren Räume beherbergen Ausstellungen, Pinnwände, einen großen Raum für Vorträge oder Filme, gemütliche Hängematten-Sitze, einen schallgeschützter Probe- und Partyraum, Holz- und Metallwerkräume, Sabotage-, Kletter- und Theatermaterial, Drucker, Kopierer und vieles mehr. Aus dieser Vielfalt entsteht die Gesamtidee "Offene Aktionsplattform", die kreativen politischen Aktionsgruppen, Projekten und Seminaren zugute kommt.

Projekträume, offene Aktionsplattform und Seminarhaus im Einzelnen:

Archive und Bibliotheken

Umweltschutz (Landschaft, Energie, Müll, Gentechnik usw.), Eine-Welt, Globalisierung, Neoliberalismus, Antifa, Antirassismus, Antinationalismus, Rechte Ideologie/Neue Rechte, Gender/Antisexismus, Pädagogik, Bildungsarbeit, Filz im Naturschutz (Umweltschutz, Staat und Konzerne, rechte Ökologie usw.), Esoterik, Ökofaschismus, Kinderbücherei, Direkte Aktionen/Widerstand (u.a. zu Köln 99, n30-Global-Action-Day/Seattle, Expo-Widerstand, Prag 2000, Gratiszug Bonn-Genua, Weihnix 24.12.01, Anti-NATO München, Atomforum, Castor usw.), Gruppenmethoden, Organisationsformen, Medienarbeit, Finanzierung usw. Mehr ...

Tagungshaus

2 Bettenräume mit 20 Betten (zusätzlich Matratzen, Isomatten möglich), großer Tagungsraum und mehrere Kleingruppenräume, Gruppenküche und Sanitäranlagen. ReferentInnenvermittlung zu verschiedenen Themen sowie Einführung und Unterstützung für Kreativmethoden und Entscheidungsfindung von unten (Fish Bowl, Open Space) sind möglich. Mehr ...

 

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