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Saasen am 1. Mai 2002 und weiter ...
Hintergründe, Vorgeschichte, Berichte und Ansichten

Auf dieser Seite: Vorphase ++ Berichte vom 1. Mai ++ Gegendarstellungen ++ Weiter ++ Links

Die Vorphase und das Verhalten verschiedener Teile der Gesellschaft

In den letzten Wochen vor dem 1. Mai entstanden sehr unterschiedliche Sichtweisen und Wahrnehmungen des Konfliktes. Teile wurden in die Hintergrundseite zu den sozialrassistischen Angriffen integriert (siehe dort ...), viele andere aber nicht veröffentlicht, da Diskussionsprozesse liefen und eine Auswertung weder möglich noch sinnvoll erschien. Zudem ging es darum, die eigenen Überlegungen nicht alle öffentlich zu machen, um zusätzliche Gefährdungen auszuschließen. Das soll nachgeholt werden, um Transparenz zu schaffen. Statt eines chronologischen Ablaufs sollen verschiedene beteiligte Gruppen und ihr Verhalten benannt werden. Die Vereinheitlichung auf diese Gruppen mag dabei individuelle Unterschiede verwischen - das ist aber kaum anders denkbar, da wir von außen nicht wissen, welche Auseinandersetzungen z.B. innerhalb von Polizei, SPD, Vereinen, Antifa-Gruppen, bei Jugendlichen aus Saasen u.ä. liefen. Daß wir kaum überhaupt mitbekamen, daß es Diskussion gab, sondern alles sehr vereinheitlicht wirkte, ist aber bereits eine Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen, die auch in politischen Gruppen nachvollzogen werden.

Polizei
Noch im Sommer 2001 waren alle Verfahren eingestellt. Das demokratische Regime zeigte sich, wie es eben ist: Wer bürgerliche Verregelungen und Kapital-/Machtverhältnisse angreift, wird bestraft, wer sich gegen antibürgerliche Strömungen wendet, hat nichts zu befürchten. Demokratie ist eine Verteidigungsstrategie von Kapital- und bürgerlichen Mehrheiten gegen die anderen. Hätten antistaatliche und herrschaftskritische Gruppen wie "wir" irgendwelche Einrichtungen bewaffnet und organisiert angegriffen mit Verletzten (z.B. eine Militäreinrichtung - und das wäre mehr als begründet gewesen!), unter ein paar Tagessätzen bis Jahren Knast wären "wir" wohl nicht weggekommen. Nun gut ... erst kurz vor dem 1. Mai rief der Staatsschutz Gießen bei uns an, um uns zu informieren, daß die Polizei dieses Jahr keinerlei Aggressionen akzeptieren würde, "egal von welcher Seite" (klingt so, als hätten "wir" in den neun Jahren Projektwerkstatt in Saasen schon jemals EinwohnerInnen angegriffen (während es umgekehrt ja ständig passiert). Gerüchte aus dem Dorf sprachen von "Polizeieinheiten, die stationiert würden" und auch die Aussage eines Grünen-Funktionärs (der aber insgesamt eine der widerlichsten Rollen spielte - Bericht folgt) schien das zu bestätigen.
Am 25. April gab es einen weiteren Anruf, weil die Polizei Hinweise erhalten hatte, daß am Wochenende vor dem 1. Mai anti-sozialrassistische Aktionstage in Saasen geplant seien (wäre ja durchaus angemessen, war aber nicht).
In der Nacht zum 1. Mai kontrollierten wir die Aktivitäten der Polizei recht genau. Staatsschutz Gießen und Marburg (? jedenfalls war ein Marburger Wagen dabei) waren in qualitativ hoher Besetzung kontinuierlich vor Ort. Einheiten wurden aber offenbar nirgends fest stationiert. Stattdessen bewegten sich ständig Streifenwagen und die Zivilfahrzeuge in der Nähe der verschiedenen im Dorf präsenten Gruppen (Feten, Jugendtreffs usw.). Diese Taktik war offenbar durchaus wirkungsvoll. Allerdings, so unser Eindruck, verpaßte die Polizei den entscheidenden Moment, als gegen 2.30 Uhr DorfbewohnerInnen (ca. 20) vor die Projektwerkstatt zogen, darunter auch einzelne Schläger des letzten Jahres. Erst nach 30-45min tauchte das Gießener Zivilfahrzeug auf, kurz darauf auch eine offenbar dann schnell herbeigerufene Streife.

SPD
Wie alle Parteien und Vereine brach auch die SPD ihr Versprechen, bis zum 1. Mai 2002 u.a. über runde Tische eine Deeskalation zu erreichen. Allein die ProjektwerkstättlerInnen brachten diesen Vorschlag immer wieder ein - meist ohne jegliche Resonanz (Briefe, Mails wurden gar nicht beantwortet. Die Gemeindeverwaltung weigerte sich sogar, Briefe an die Parteien in deren Fächer zu legen bzw. weiterzuleiten (mehr ...). Die SPD bzw. der Bürgermeister wurden auch aus SPD-Kreisen angeschrieben, was sie zu tun gedenken - in der Antwort wurde diese Frage nicht beantwortet.
In der Nacht zum 1. Mai zeigte sich aber, daß die SPD sich sehr intensiv vorbereitet hatten. Zweifelsfrei ging es ihr um den sozialen Frieden und das Image von Saasen bzw. Reiskirchen - und nicht um gesellschaftliche Offenheit und Vielfalt. Sie hatte aber in der Nacht fast ständig mehrere Menschen im Dorf präsent, die auch sehr schnell weitere mobilisierten. Sie stellten sich in die Nähe möglicher Konfliktorte oder -gruppen - allein ihre recht demonstrative Anwesenheit dürfte deeskaliertend gewirkt haben. Fern jeglicher politischer Nähe muß also zur SPD ähnlich wie zur Polizei gesagt werden: Die haben ihr Ding überzeugend umgesetzt. Und sie versagten offenbar taktisch auch am gleichen Punkt wie die Polizei - nämlich um 2.30 Uhr, als niemand mehr mit Scharmützeln rechnete, aber eine Konfrontation möglich gewesen wäre, fehlte auch die SPD.

Grüne
Zu den Grünen wird es noch einen weiteren Bericht geben - denn der Vorgang vom 30.4. ist fast unglaublich: Ein Grüner, der bei anderen Grünen in Saasen zu Besuch war, versuchte eine Person davon abzuhalten, die Projektwerkstatt zu sichern, weil die Projektwerkstatt selbst schuld hätte und es daher eigentlich nicht wert wäre, verteidigt zu werden. Zudem entstand noch der Eindruck, daß die der Saasener Grüne andere Grüne, zu denen teilweise ein guter Kontakt besteht und die auch bei der Vorbereitung des 30.4. halfen, über seinen Unwillen zum Kontakt mit der Projektwerkstatt im Unklaren ließ. Das ist ein Problem, mit dem die Grünen auch intern umgehen müssen, daß die Person, die sich am deutlichsten gegen die Projektwerkstatt geäußert hat, gerade aus ihrer Partei stammt. Danke an die, die uns halfen!

Bericht eines Besuchers (gekürzt um persönliche Diffamierungen)
Auf meinem Weg vom Bahnhof zur Projektwerkstatt wurde ich auf der Straße unmittelbar vor dem Gemeindehaus der ev. Kirchengemeinde von Herbert Schlosser aufgehalten. Er fragte mich, wo ich hin wolle und verwickelte mich in eine längere Diskussion in deren Verlauf er die folgenden stichpunkthaft notierten Punkte anführte:

Diese und die diffamierenden Angaben hat Herbert Schlosser auch anderen Personen gegenüber im Vorfeld gemacht. Er hinterließ dabei auch die Telefonnummer von Dunja, eine der AutorInnen des bundesweiten Sexismusvorwurfs, die damit als Art Kronzeugin gegen die Projektwerkstatt auftrat.

Aggressive Jugendliche aus Saasen

Drei AffenBemerkenswert war in den letzten Wochen vor dem 1. Mai eine stark steigende Pöbelmentalität bei Jugendlichen im KonfirmandInnenalter und knapp drüber. Üblich war, bei einem Gang von Projektwerkstatt z.B. zum Bahnhof mehrfach angepöbelt zu werden - aus Angst offenbar immer nur, wenn "wir" schon weiter entfernt waren. Das ist interessant u.a. vor dem Hintergrund, daß der Pfarrer schon um den 1. Mai 2001 herum jeglichen Kontakt zur Projektwerkstatt abgelehnt hatte und gegenüber Dritten ankündigte, "seine" KonfirmandInnen ansprechen zu wollten. Das Ergebnis beeindruckt - unklar ist zudem, warum die Kirche auch nach der Nazisprüherei auf das Kirchengemeindehaus die Drei-Affen-Strategie weiterführte.
In der Nacht auf den 1. Mai waren die beschriebenen Jugendlichen aber an keinerlei Aggressionen beteiligt. "Wir" beobachteten aber vor allem Dorfplatz Gruppen, die dort ausharrten, um zu gucken, ob "noch was ginge" - wenn Polizei und SPD weg wären. Das waren aber ältere Jugendliche (am 4.5. erfuhren wird, daß auch Saasener Vereine mitaufpaßten, daß es keine Eskalation gab).
"Uns" bewegte aber die Frage, warum Jugendliche so ablehnend agieren, mit denen "wir" keinerlei negative Vergangenheit haben und die auch nichts wissen darüber, was in unserem Haus abgeht, was wir so machen, wo wir herkommen und ob nicht  vieles dabei ist, was ihnen sogar deutlich mehr Spaß machen oder eigene Freiräume bieten könnte als das Vereinseinerlei. Ein Mädchen, daß wir fragten, warum es uns beschimpfte und woher sie hätte, daß wir doof seien, antwortete offen: "Meine Eltern". Diskriminierung und Ausgrenzung wird über Generationen getragen - auch das ist nichts Neues.

Weitere aggressive Aktionen aus dem Dorf

In den Wochen vor dem 1. Mai gab es (wie im ganzen Jahr) Sachbeschädigungen gegen das Grundstück der Projektwerkstatt. Hinzu kommen permanente, u.a. faschistische Anmachen ("vergasen müßte man Euch") vom SPD-Paar, das in der Ludwigstr. 10 wohnt (weißes Haus gegenüber) und die Drohmails (siehe hier ...)

Weitere Menschen aus dem Dorf

Auch in einem Dorf mit so gut erhaltener patriarchaler Männer-Clandominanz gibt es eine Mehrheit, die sich raushält. Die Vorgänge haben nicht gereicht, um diese Lethargie und das Drei-Affen-Verhalten zu durchbrechen. Selbst (oder gerade!) Menschen, die sich für "gebildet", "reflektiert", "kritisch" oder manchmal sogar "links" halten, haben eine unglaubliche Gleichgültigkeit gezeigt. Sich zeigen damit denen, die ganz bewußt eine Verschärfung gesellschaftlicher Machtverhältnisse wollen, auch hier: Wir werden Euch nicht stören ...
Nur zwei Menschen haben nach unserem Eindruck selbstbestimmt agiert und mit ihren Ideen in der Nacht das gemacht, was sie für richtig und angemessen hielten. Es war nicht mit "uns" abgesprochen, aber solche Selbstbestimmtheit ist der Schritt raus aus der Drei-Affen-Gesellschaft. Der Mut, selbst zu handeln, ist das wirksamste Mittel gegen Diskriminierung - die nicht nur am 1. Mai gegen die Projektwerkstatt läuft, sondern ständig und alltäglich gegen Menschen anderer Hautfarbe und Nationalität, gegen sog. "Minderjährige" (der Begriff ist schon zum Kotzen ...), sozial konstruierte Gruppen wie Frauen, Behinderte, Ungebildete, LohnarbeiterInnen usw. Eine gleichberechtigte Welt kann dort entstehen, wo viele (alle?) es als ihre eigene Sache ansehen, Diskriminierung abzuwehren.
Vier EinwohnerInnen aus der Großgemeinde Reiskirchen verteidigten die Projektwerkstatt direkt - wäre schön, wenn daraus und mit weiteren Menschen aus der Umgebung mehr geschieht, als den eigenen Freiraum zu verteidigen, sondern auch Ideen von selbstorganisierter Kultur und Politik, Leben und Alltag umzusetzen. "Wir" sollten mehr zusammen machen ...

Vereine usw.

"Wir" haben mehrfach Vereine, Kirche usw. angesprochen, um Gespräche gebeten, auch Kooperationsideen vorgeschlagen (z.B. ein gemeinsames Saasen-Internetportal (so dolle funktionieren die bisherigen Versuche ja nicht ...). Reaktionen gab es meist nicht. Mitte April entstand die Idee zu einem Fußballspiel, wir fragten die 1. Herrenmannschaft des SV Saasen und gingen dafür dreimal zum Training. Es gab einige nette Gespräche vor allem mit dem Trainer, der "uns" sehr offen gegenübertrat - leider aber kam es nicht zum Spiel, da zu wenig Spieler an dem Abend konnten. Wäre schön gewesen ... vielleicht ein andern Mal?

Nazis

Völlig unklar ist, wieweit Nazis einen Blick auf die Szenerie geworfen haben. Die beschriebenen Plakatkleibereen und Schmiereien sind recht eindeutig Nazis zuzuordnen, kleine Kritzeleien z.B. am Jugendzentrum eher unreflektieren Jugendlichen. Nazis mögen es, sich mit sozialrassistischer Bevölkerung zu mischen (siehe Rostock und Hoyerswerda). Zum 1. Mai hin gab es keine Naziaktivitäten mehr, was geschah, ist auf der Chronologieseite beschrieben.

Antifa- und einige andere "linke" Strukturen im Raum Mittelhessen

Sehr unterschiedlich reagierten "linke" Gruppen im Raum Gießen. Fast 60 kreative, überwiegend aus herrschaftsfeindlichen, widerständigen Gruppen stammende Menschen waren vor Ort. Das war schön. Doch etliche Gruppen aus der Region verweigerten jegliche Unterstützung. Ihr Haß richtete sich u.a. gegen die herrschaftsfeindlichen Positionen, die immer wieder aus der Projektwerkstatt heraus formuliert werden und auch Dominanzverhältnisse in "linken" Gruppen angreifen. Daß es die gibt, wurde offensichtlich auch darin, daß z.B. in Marburg zwei "linke" Zentren Infoveranstaltungen zum Saasener 1. Mai in ihren Räumen verboten, andere Gruppen die Unterstützung ablehnten. Mindestens eine Person mischte sich sogar direkt in Saasen ein, um zu vermitteln, daß es um die Projektwerkstatt nicht schade wäre ...
Diesem "Vorspiel" stand dann am 30.4. aber doch eine überraschend breite Unterstützung auch aus der Region entgegen - auch von Einzelpersonen aus Gruppen, die ansonsten keine Solidarität zeigten.

Presse

Die regionale Presse schwieg komplett - das paßt zu dem offensichtlichen Gesamtkonzept, Ruhe durchzusetzen und Eskalation zu verhindern. Der ganze Vorgang, tatsächlich ja gegenüber anderen Presseartikeln von hohem Nachrichtenwert, blieb ungenannt. "Linke", überregionale Zeitungen weigerten sich ebenfalls, im Vorherein zu berichten oder den Termin aufzunehmen - auch das ist ein Zeichen für die Dominanzverhältnisse. Aktivität in linken Zusammenhängen dient meist dem Ausbau oder der Sicherung von Einfluß, Geldquellen usw. und nicht gesellschaftlicher Einmischung. Die Trostlosigkeit setzte sich hier nur fort ...

Berichte

Die folgenden Texte sind Berichte von Einzelpersonen. Es gibt keine "offizielle" Meinung der Projektwerkstatt - und obwohl es egal ist, sei gesagt: Keiner der Menschen, die vor und anch dem 1. Mai regelmäßiger in der Projekwerkstatt lebten und werkelten, ist unter den AutorInnen. Wer das folgende also als "Meinung der Projektwerkstatt" interpretiert, hat ein bißchen viel Obrigkeitsdenken oder Vereinerfahrung abbekommen ...

Zu dieser nachträglichen Bemerkung gehört aber auch die Schilderung, daß zum einen Sachbeschädigungen vor allem im Gartenbereich der Projektwerkstatt weitergehen und zum anderen die Pöbeleien gegen ProjektwerkstättlerInnen und Gäste alltäglich sind. Sie stammen vor allem von Kids und Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren, die keinerlei eigenes Wissen über die Projekte und Personen in der Projektwerkstatt haben. Wir haben einige von ihnen angesprochen, woher sie ihren Haß beziehen. "Das hat mir mein Papi erzählt" oder "Von meinen Eltern" waren die Antworten. Genau so entstehen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und, wie in diesem Fall, Sozialrassismus.
Mit anderen Menschen aus dem Dorf gibt es ein entspannteres Verhältnis - mensch grüßt sich wieder, manch einer spricht uns an oder läßt sich ansprechen. Bedauerliche Ausnahme war das ein Training der Jugendfeuerwehr nahe dem Bahnhof, aus dem heraus etliche Anwesende unter Zusehen der BetreuerInnen pöbelten. Auch das könnte die Gefahr vergrößern, daß eine neue Haßgeneration heranwächst - obwohl wir weiterhin sicher sind, daß unser Haus eher ein bunter, spannender Punkt im Dorf sein könnte ... gerade weil vieles anders ist. Was auch so bleiben wird, solange die Menschen hier rund um die Projektwerkstatt es wollen.

Saasen: wie der andere 1. Mai noch anderster kam

Etwa 50 Menschen und ein Hund hatten sich im Verlaufe des 30.4. in Saasen eingefunden, um die Projektwerkstatt gegen den jährlichen sozialrassistischen Übergriff der DorfbewohnerInnen und einen eventuellen Nazi-Angriff zu verteidigen (Foto: Pink-Silver vor Bullenwagen).
Fazit: wir leben alle noch, das Haus steht und so wird es hoffentlich noch lange bleiben.

Wir hielten es auf Grund des ziemlich diffusen und unüberblickbaren Bedrohungsszenario für nötig, eine
ausgefeilte Verteidigungs- und Vermittlungsstrategie zu erarbeiten. Die Grundlagen hierfür waren bereits auf dem Organisierung-von-Unten Treffen an Ostern geschaffen worden. Manche Menschen kamen bereits am Abend des 29., um den ganzen nächsten Tag die Verteidigung vorzubereiten. Neben der Sicherung des Hauses, der Einrichtung eines Löschsystems und anderen technischen Installationen galt es vor Allem, den strategischen Verteidigungsplan zu erarbeiten und vorzubereiten.

Unser Verteidigungskonzept beinhaltete 3 Eskalationsstufen. Damit wollten wir gewährleisten, dass alle, die mitmachen möchten, auch eine Aktionsform finden, die zu ihnen passt und die sie sich zutrauen. Dabei war es nicht verboten, während des Vorgangs notfalls bei einer anderen Stufe mitzumachen. Wichtig war uns, nicht selbst den totalen Nahkampf herbeizuführen. Abgesehen von diesen unerfreulichen militaristischen Überlegungen, hatten wir auch den Anspruch, direkten Kontakt aufzunehmen und eine inhaltliche Vermittlung an die Dorfbevölkerung zu erreichen. Dafür hatten wir um ein Fußballspiel gegen die örtliche MANNschaft angefragt, was diese aber leider absagten.
Außerdem wollten einige eine Art Visionen- oder Anarchieseminar auf dem Dorfplatz machen, nach dem Motto "Was denkt ihr, ist Anarchie?". Dies scheiterte leider an der geringen Zahl der am Nachmittag in der Projektwerkstatt Anwesenden, als das hätte laufen können.

Bei leichten Pöbeleien und Verbalgefechten wollten zunächst einzelne "KonfliktmanagerInnen" versuchen, den meist alkoholisierten patriarchalen Dorfmackern die Sinnlosigkeit und Dummheit ihres Verhaltens sowie unsere politischen Inhalte, Lebensweisen und Anliegen näher zu bringen. 
Gleichzeitig würde ein Pink-Silver Block in Aktion treten und versuchen, subversiv und frech das mackerige Sozialverhalten einiger DorfbewohnerInnen zu untergraben. Mit Puscheln, Lippenstift, Lollies und anderen Attributen ausgerüstet sollten patriarchale Typen dekonstruiert werden und ihnen die Chance zu einem "Mann-zu-Mann-Kampf", wie sie ihn herausfordern, zu nehmen. 
Für den Fall, dass dies nichts hilft und die Pink-Silvers ermüden oder scheitern, etwaige Angreifer aber keineswegs an einen Rückzug denken, hatten wir als Eskalationsstufe 2 eine "Distanzwaffengruppe" eingerichtet. Diese sollte das in Massen bereitstehende faule Gemüse und den an ein Fass Jauche angeschlossenen Gartenschlauch bedienen. Harte Gegenstände oder Dinge, die auf uns zurückgeworfen werden können und uns dabei gefährlich würden, wollten wir nicht verwenden.
Erst wenn all dies GAR nicht hilft, oder falls ein Trupp organisierter Nazis einfällt (dann wäre Stufe 1 auf jeden Fall ausgefallen), sollte Gruppe drei als militant ausgerüstete Truppe eingreifen. Hierfür hatten wir auch Blendlicht aufgebaut. 
Die Bullen hatten auf Grund der Lage des Vorjahres und unserer Mobilisierung angekündigt, eine Sondereinheit im Dorf zu stationieren und jeden Menschen, der aggressiv in die Nähe der Projektwerkstatt käme und nicht von uns eingeladen sei, in Gewahrsam zu nehmen. Wir haben des zur Kenntnis genommen, aber klar gemacht, dass es von unserer Seite keine Kooperation geben wird. 

Wir sind sehr froh, dass das meiste nicht zum Einsatz kommen musste. Aus verschiedenen Gründen konnte ein Angriff der sozialrassistischen Dorfclique abgewehrt werden.
Nazis sind keine aufgetaucht, deren Erscheinung war für uns auch nur ein zu befürchtender Aspekt gewesen, da sich die Naziaktivitäten in der Region in der letzten Zeit verstärkt hatten.
Die Stationierung der angekündigten Sondereinheit der Bullen fand nicht statt. Die Polizei war mit ein paar Streifen und vier Zivil-Staatsschützern zugegen, welche meist relativ schnell zur Stelle waren und als Einschüchterungsinstrument gegenüber der alkoholisierten Dorfgesellschaft einigermaßen funktioniert hat.
Gleichzeitig war die höhere Politik wie SPD Bürgermeister, SPD Kreistagsabgeordneter und Ortsvorsteher die ganze Nacht als Aufpasser zugegen. Zwar haben diese im Vorjahr die AngreiferInnen teilweise politisch gedeckt, dieses Jahr aber hätte ein erneuter Angriff zu einem politischen Debakel führen können. Somit hatten sie ein eigenes politisches Interesse an einer ruhigen Nacht und haben dieses auch versucht durch ihre eigenen Macht- und Autoritätsstrukturen durchzusetzen. Den ganzen Tag über hatte die Dorfbevölkerung unsere Aktivitäten neugierig beobachtet und konnte sich somit sowohl von unserer intensiven Vorbereitung als auch von unserer stetig durch Anreisende steigenden Zahl überzeugen (selbstverständlich haben wir ihnen keine Möglichkeit gegeben, genaueres über unsere Ausrüstung etc. herauszufinden).

Der typische Angriffszeitraum um kurz nach Mitternacht verstrich aus diesen verschiedenen Gründen ereignislos, statt dessen blieb das übliche Dorfbesäufnis auf dem Dorfplatz. Das nahmen einige von uns zum Anlass, die Dorfis selbst dort aufzusuchen und mit ihnen ein Gespräch zu beginnen. Schließlich müssen die Menschen von der Projektwerkstatt 365 Tage mit den DorfbewohnerInnen auskommen und sind an Maßnahmen, die zu einer friedlichen Koexistenz führen Können, interessiert.
Auch wir fingen an uns wieder mehr zu entspannen. Gegen 2 Uhr bekamen einige von uns mit, dass Gruppen von DorfbewohnerInnen vorhatten, nach Abzug der Polizei und Beendigung der Gespräche auf dem Platz, doch noch zur Projektwerkstatt zu ziehen. So entstand der Vorschlag, sich vom Dorfplatz zurückzuziehen, um zu sehen, ob diese alkoholisierten Dorfis dann kommen würden. Darüber herrschte unter uns leider länger Unklarheit, weil andere meinten, auf der Gesprächsebene würden sich sehr viele Aggressionen abbauen und auf Dauer zu einem besseren Verhältnis führen. Trotzdem zogen wir uns später vom Dorfbesäufnis zurück, mit dem Ergebnis, dass nach kurzer Zeit einige Dorfis hinterherkamen. Um Neugierigen aus dem Dorf eine Kommunikation mit uns zu ermöglichen hatten wir vorher beschlossen, nicht angreifende Dorfis auf bestimmte Bereiche des Hofes und des Hauses zu lassen. Nun befand sich eine aus DorfbewohnerInnen und ProjektwerkstättlerInnen gemischte Masse auf dem Hof. Einige der Dorfes begehrten Einlass, den wir ihnen verwehrten. Die Pink-Silver- und KonfliktmanagerInnen – Gruppe schaffte es, gut organisiert und mit viel Spaß Puscheln, Musik und Subversion die anwesenden Dorfis vom Haus weg zu halten oder ein wenig weiter abzudrängen.  Während dieser Phase kam es mehrfach zu von einzelnen als bedrohlich empfundenen Situationen. Dennoch war die Stimmung im allgemeinen nicht aggressiv. Ein Beschluß, alle Dorfis aus Gründen der Übersichtlichkeit und Einschätzbarkeit vom Hof auf die Straße zu entfernen, wurde später heftig als intransparente Entscheidung kritisiert.
Über unsere Entscheidungswege wollen wir uns noch einmal auseinandersetzen, wobei Vorschläge, wie mensch in solch militaristischen Situationen emanzipatorische Entscheidungsfindung aufrechterhält, willkommen sind. 
Schließlich schafften wir es, mit Pink-Silver, Musik und Gesprächen, die meisten auf die Straße zu komplimentieren und mussten am Ende nur noch länger wach bleiben und warten, bis auch der letzte Dorfi ins Bett gegangen war. 

An dieser Stelle: vielen, vielen Dank an die UnterstützerInnen, die zum Teil von sehr weit her kamen und so überlegt, organisiert und motiviert geholfen haben, eine Fortsetzung des traditionellen Übergriffes zu verhindern. Ihr wart super! Der glimpfliche Ablauf des Abends ist zu großen Stücken Eurer Anwesenheit zu verdanken.
Hier wäre nur noch eine frühere Ankunft und damit ein längerer gemeinsamer Vorbereitungsprozess zu verbessern gewesen.

Es ist von der Stimmung und den Ereignissen im Verlaufe des Jahres im Dorf Saasen abhängig, wie die Situation am nächsten 1. Mai ist. Vielleicht machen wir dann was ganz anderes.

Weitere Berichte

Nach meinen gestrigen Gesprächen mit einigen männlichen Kids auf dem Saasener Dorfplatz und auf der Straße vor der Projektwerkstatt (ich war in der Gruppe 1, die Kommunikation betreiben sollte) verstehe ich jetzt besser, was Jörg Bergstedt mit „sozialrassistisch“ meint, auch wenn ich den Begriff selbst so nicht gebrauchen würde.
Die jungen Erwachsenen wandten sich aggressiv gegen den sozialstaatlichen status quo. Sie forderten eine deutliche Absenkung der Lohnersatzleistungen und der Sozialhilfe mit dem Argument, dass sie als junge Arbeitnehmer, Beitrags- und Steuerzahler nicht bereit seien, „faule Aussteiger“ aus der Projektwerkstatt zu finanzieren. Die Bewohner der Projektwerkstatt seien unsozial, weil sie auf ihre Kosten leben wollten.
Dass Arbeitslosengeld eine beitragsfinanzierte und selbstverwaltete Leistung ist, auf die sie im Bedarfsfall ebenfalls einen Rechtsanspruch haben, war ihnen völlig unbekannt. Ebenso wiesen sie die Vorstellung, selbst von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, weit von sich („Ich komme in meiner Firma gut klar und gehe da gerne hin“).
Auf drohende Privatisierungen (einer der Jungs hatte sich als Auszubildender bei den Stadtwerken Reisskirchen zu erkennen gegeben) angesprochen, reagierten sie äußerst unwirsch (verdrängte Ängste?).
Insgesamt ist das Ensemble ihrer Wertvorstellungen und Grundüberzeugungen als eine Mischung aus Neoliberalismus und Volksgemeinschaft zu charakterisieren. Konflikte zwichen Kapital und Arbeit (aktuelle Tarifkonflikte und steuerpolitische Verteilungsungerechtigkeiten wurden von uns in Old-Labour-Diktion angesprochen) wurden überhaupt nicht gesehen, stattdessen eine totale Interessenidentität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern („mir geht es nur gut, wenn es auch meinem Betrieb gut geht“) behauptet. Auf unseren Einwand, dass hohe Profite nicht automatisch hohe Löhne seien, sind sie nicht eingegangen.
Es handelt sich bei ihnen m. E. zwar um typische proletarische männliche Jugendliche vom Land (Zentralität von Erwerbsarbeit im Habitus und wichtig für das eigene Selbstvertrauen), es fehlen aber völlig die in Städten (bei ähnlich autoritären Charakteren) anzutreffenden Reflexe „gegen die da oben“.  Wie gesagt, in Saasen völlige Fehlanzeige.
(Jugend-) kulturell fällt das Fehlen jeden Bezugs zu den kulturellen Veränderungen seit Ende der sechziger Jahre auf. Aber diese Veränderungen hatten ja eh eher Mittelschichtsangehörige betroffen. Wer sich im Dorf nicht anpasse, dürfe sich über Ausgrenzung nicht wundern. Wir forderten sie daraufhin auf, Respekt und Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen zu üben. Das lehnten sie (und das war ihnen völlig unverständlich) ab mit dem Hinweis, einen anderen Lebensentwurf als Angriff auf die eigene Identität zu empfinden.
Energisch beschuldigten sie Jörg Bergstedt, selbst ein schlimmer Umweltverschmutzer (und Heuchler) zu sein, weil dieser mit einem alten Traktor durch das Dorf heize, der penetrant Öl verliere.

Hallöchen ihr Lieben,
zu aller erst, es hat mir voll Spass gemacht in Saasen, und so wie es sich auf imc liesst, war an anderen Orten nicht gerade was richtig tolles los. Aber so im Nachhinein habe ich doch ein paar Kritikpunkte so weit klar, dass ich sie formulieren kann.
Also, ich finde, dass unser Anspruch von OvU nicht wirklich eingehalten wurde, obwohl ich gerade wegen M1 ueberzeugt bin, dass es der „bessere“ Ansatz ist. Ich finde es einfach fett zu kritisieren, dass sich eine Art „Zentrale“/Koordination herrausgebildet hat. Nicht zu letzt deswegen, weil einige Menschen da furchtbar im Stress waren und sich wahnsinnig um alles kuemmern mussten, weil es in ihren Augen nicht selbst organisierte. Und da gabs echt Ansätze von MackerInnentum, die mich ziehmlich angekotzt haben. Auch die Reflexion darueber fande ich doof, denn als Alternative wurde nur genannt: „Wir haetten doch nicht fuer alles ein Plenum machen koennen.“ Seit weit predigen wir den Plenas als DIE emanzipatorische und kreative Methode? Plenas sind voll doof. Punkt.  Ich wuensche mir echt fuer Aehnliche Aktionen, dass es keine Koordinierungsgruppe oder sonst ne zentrale gibt. Es erstickt naehmlich die kreativität. Jede „wichtige“ Aufgabe kann von einer gleichberechtigten Gruppe durchgefuehrt werden, eine Hierarchie von Aktionen/Aktionsformen/Aufgaben existiert doch echt nur in den Köpfen mancher menschen.
Und da moechte ich einen weiteren Kritikansatz kritisieren, der ab und zu aufkam. Es ginge nicht, dass menschen erst super spaet kommen, weil da nicht wirklich Zeit waere etwas vorzubereiten. Also ich finde es halt ein bischen elitaer so etwas von den Menschen zu verlangen, ich lebe auch in kapitalistischen Zwaengen und kann nicht immer...  Auch hier waere ein deutlich dezentralerer (also nur gleichberechtigte Gruppen) und unhierarchischer (im Sinne von gleich-wichtigkeit der Aufgaben) Ansatz besser gewesen. Ich will mal einfach ein bischen ueberlegen, welche Gruppen sinnvoll gewesen waeren:

Meine persoenlich Erfahrung war sehr gut. Mit den menschen, mit denen ich action hatte, lief sehr viel an permanenten Austausch. Und kein Zwang zur Kollektivität, d.h. jedeR hatte immer die eigene Entscheidungsfreiheit, ob er ein bestimmtes Verhalten auch jetzt fuer Oberwichtig haelt. Auf der Ebene von ich es richtig meinen Beduerfnissen entsprechend (auch wenn hier auch noch Kritik angebracht werden kann).
Tja, also ich will echt noch mehr Organisierung von Unten. Und ich finde die genauso (wenn nicht mehr) effektiv als jede Form der zentralisierung, aber verdammt viel sexier.
Wo wir dabei sind, grad voll Liebeskummer. Wie befuerchtet habe ich mich in meine 1.Mai-Identität fett verliebt. Bitte Fotos schicken sobald fertig. Ohje, diese verdammte Sehnsucht.

Mit Herzschmerz & Liebe
-- 
Lost in reality...
Flixy die Cyberelfe

Ich teile Flixys Kritik an unserer Orgastruktur, mir ist aber immer noch nicht klar, wie in einem solchen militaristischen Zustand ein emanzipatorischer prozess der Entscheidungsfindung aufrecht erhalten werden kann. Über Ideen würde ich mich freuen. Klar ist ja, dass das mit den Deligierten nicht hinhaut, weil dann jede Bezugsgruppe erst mal ein Treffen machen muss und dann ein Delitreffen... das dauert unter Umstaenden einfach viel zu lange. Also:
Barrikaden und Haeuserkampf von unten - aber wie?! Hee, wird das ein neues kapitel fuer das OvU Protokoll?!?!?
Das Problem ist natürlich auch, dass viele Menschen 0 Erfahrung in Kampfsituationen haben,dazu gehoere auch ich. Ich kann mir also schon gar nicht VORSTELLEN, wie das dann ist und abgeht. Daher faellt es mir auch schwer, irgendwelche Ideen zu entwickeln fuer das Vorgehen in einer Situation, die ich auch in aehnlicher Weise noch NIE erlebt habe..
Alles in allem habe ich mich aber oberkrass ueber die ganzen Menschen gefreut und fand es richtig nett, mit Euch allen ( und auch denen, die nicht auf der Liste sind) in der ProWe zu sein, Aktionen zu planen und so. Ich finde, das koennte oefter so sein! Wir koennten fett coole Aktionen reissen!

hallo zusammen 
ich hab grad den bericht über den letzten und den diesjährigen bericht über den ersten mai gelesen das ist ja echt heftig. da haben wirs in heidelberg mit den paar burschenschaftler ja echt gut. ich wünsche euch viel erfolg bei eurer arbeit und lasst euch nicht unter kriegen 
tschau lukas

Über Fussball reden ist als Einstieg unschlagbar. Das sind zwei Tage vorm Meisterschaftsfinale unkontrollierbare Reflexe, da MÜSSEN sie was drauf sagen! Von dort über „da gehts nur noch ums Geld“ rüber zur sozialen Frage - und dann ein bisserl Seelsorge, weil man in Deutschland eh nix machen kann.  Auch gut: Nachbar zu Nachbar muss sich lieb haben - sonst Erfurt & Palästina! 
Ich mochte - ganz ohne Ironie jetzt - den 45jährigen Gerhard vom Motoradklub echt gern. Früher Gewerkschaftsaktivist, inzwischen resigniert, zwei Töchter (erziehe sie zum Friedensgedanken, Garry!) - aber echt okay, so in Anbetracht der Umstände eben...
Mein Favorite: Diese Connection der Pink&Silver-Transen zu den Walpurgisnachthexen (hey schau, mein Besen hat‘n Schboila, ey!) Das war einfach göttlich und wurde vom Kriegsschamenen der örtlichen Diözese mit Wohlwollen bemerkt.

Hallo, Ihr vom 1. Mai in Saasen!
Jetzt nachdem ich meine Mails mal abarbeiten konnte, habe ich die erfreuliche Schilderung der Saasener Ereignisse gelesen.  Wunderbar gemacht! Ich freue mich sehr darueber, dass der diesjaehrige 1.  Mai so ungewoehnlich gut abgelaufen ist und ich sende hiermit ein uebergrosses Lob an alle, die an dieser Entwicklung Anteil hatten! Moege dies der Auftakt zu einem verstaendnisvolleren und kontaktfreudigeren friedlichen Mit- oder wenigstens Nebeneinander sein.
Solch gute Nachrichten koennten von mir aus ruhig oefters diese Liste begluecken... :-)

Vielen Dank allen die da waren!!! Ihr ward super!!! Laß uns mehr zusammen machen!

Wichtig finde ich noch als Ergänzung, daß die Menschen aus ganz verschiedenen Orten und Zusammenhängen kamen - ein bunter und kreativer Widerstand. Und daß auch fünf Menschen aus Reiskirchen und Umgebung dabei waren!

Konkrete Vorschläge für Organisierung von unten

Im Original: Auswertungstext eines Beteiligten ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Bewertung und persönliche Eindrücke
Das dreistufige Aktionskonzept habe ich persönlich als sehr angenehm erlebt, auch politisch: Endlich wurde es mal überzeugende Wirklichkeit, dass Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen kein Barriere, sondern eine Bereicherung für emanzipatorischen Widerstand ist, auch in aufgeladenen Verteidigungssituationen. Ob als KonfliktmanagerIn, queeriger Pink-Silver, GemüsewerferIn, Party-Koch-Gruppe, InfocheckerIn oder eher Millitante ... aufgrund der verschieden Möglichkeiten hatte zumindest ich das Gefühl, mich da einbringen zu können, wo ich mich sicher fühle, was ich super wichtig und cool finde. Die Breite des Aktionskonzeptes war gut geeignet, um die verschiedenen subjektiven Ausgangspositionen, Fähigkeiten und Grenzen aufzufangen - auch wenn an vielen Stellen Verbesserungen möglich sind, nicht alles prima lief.
So war es möglich, dass sich verschiedenste Menschen auf ihre individuelle Weise einbringen konnten, auch insbesondere die, welche aus persönlichen oder politischen Gründen nicht mit gewaltförmigen Auseinandersetzungen klar kommen, keine körperliche Gewalt einsetzen können oder wollen. In der Regel werden solche Menschen von "härteren" Konfrontationen ausgeschlossen, weil es dort immer nur eine bzw. ähnliche Aktionsform gibt und kaum reflektiert wird, wie es hinzukriegen ist, dass alle auch tatsächlich dabei sein können! Bevor das dreistufige Konzept aus der Debatte heraus entstand, war ich mir z.B. gar nicht sicher, ob ich mich an der Verteidigung der Projektwerkstatt beteiligen würde ... zu viel Angst vor direkter Gewalt.
Was mich noch beeindruckt hat: Unterschiedliche Aktionsformen respektierten und kooperierten mit einander, etwas, was in dieser Selbstverständlichkeit nicht normal ist. Es gab ein gemeinsam koordiniertes Handeln, wenn auch mit Mängeln in der Praxis (in Bezug auf Hierarchiefreiheit, Transparenz - wie in anderen Auswertungen beschrieben). Mir hat es z.B. Sicherheit gegeben zu wissen, dass es weiter geht, wenn die erste Stufe nicht ausreicht, dass viele Menschen mit ihren Möglichkeiten da waren, um die Projektwerkstatt im Notfall zu verteidigen.

Probleme und Weiterentwicklungen
Ein Problem aus meiner Wahrnehmung war die relativ klare Trennung zwischen frech-frivolem Pink-Silver-Block / KonfliktmanagerInnen und miltanter Strategie. Obwohl das nicht zu krass war, da z.B. Stufe zwei auch von Leuten angenommen wurde, die keine face-to-face Miltanz ausüben wollten, die Übergänge also noch sanft waren.
Allerdings stellte sich schon die übliche, sozialisationsbedingte Normalverteilung ein, was zumindest bei Gruppe drei offensichtlich wurde, die komplett aus als männlich definierten Menschen bestand. Das ist insgesamt ein Problem, weil gesellschaftliche Konstruktionen unangetastet bleiben und fortbestehen können: Es besteht die Gefahr, dass alle sich an der Stelle einsortieren, die ihre gesellschaftliche Zuweisung nahe legt.
Für mich ist die Befreiung ein Teil einer emanzipatorischen Praxis, die im hier und heute ansetzt ... Befreiung von Rollenmustern, Ängsten, Geschlechterkonstruktionen, welche der Selbstentfaltung im Wege stehen und zu Dominanzen führen. Das bedeutet, einen bewussten, reflektierenden Umganz zu entwickeln, insbesondere im Alltag. Das bedeutet praktisch, Möglichkeiten zu entwickeln, wie Menschen individuell und kollektiv ihre Rollenmuster, Ängste und ansozialisiertes Verhalten aufbrechen können, um selbstbestimmt agieren zu können ... im Sinne der Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten. Für mich wäre es sehr befreiend, mit Hilfe anderer endlich auch einen Umgang mit Gewalteskalationen zu entwickeln, schon deshalb, weil es Situationen gibt, wo ich dem nicht aus dem Weg gehen kann oder will (unerwartete Übergriffe auf mich o.a.).
Für folgende Aktionen finde ich es daher ichtig, das auch als Ziel zu benennen und Ideen zur konkreten Umsetzung zu überlegen ... ein paar davon hier:
1. Übergänge zwischen einzelnen Gruppen fließender gestalten
Wenn nicht anders verabredet, sind klare Trennungen und vereinheitlichte Gruppen zu vermeiden. Statt dessen die "Durchlässigkeit" erhöhen, um das Springen zwischen einzelnen Gruppen erleichtern:
  • Ideenaustausch und gemeinsame Brainstormings in der Vorbereitung Que(e)rschießerInnen, die bewusst zwischen den Gruppen hin und her pendeln
2. Vielfalt innerhalb der Gruppen erweitern, Auschlussmechanismen minimieren
Aktionsgruppen sollten so gestaltet sein, dass sie maximale individuelle Selbstentfaltung und Viefalt zum Ziel haben. Auch innerhalb der Gruppen sollten Ja-Nein Situationen vermieden werden, da diese ausschließend wirken. Statt dessen fließende Prozesse: Das bedeutet z.B., immer verschiedene Eingriffs- und Aktionsmöglichkeiten zu überlegen, damit auch ungeübtere, ängstlichere Menschen mitmachen können. So hätte z.B. ein Teil der von Gruppe drei mit schicken, schwarzen Anzügen auflaufen können usw.

3. Trainings und Vorbereitungen
Um Verhaltensweisen, Ängste und Erwartungshaltungen aufzubrechen, ist eine intensive, kontinuierliche Auseinandersetzung innerhalb von Gruppen nötig, die auf starken persönlichen Bezügen, Offenheit und gegenseitigem Vertrauen gründen. All das ist vor Aktionen, in angespannten Situationen nur in abgeschwächter Form möglich; aber auch hier können wir einiges tun:
  • Kleingruppen mit vertrauten Menschen bilden, die sich mit Angst, Rollenverhalten beschäftigen Workshops und Trainings zu "Selbstverteidigung für AnfängerInnen" Einführungen in den Umgang mit div. "Hilfsmitteln"
4. Weitere Gruppen miteinbeziehen
Trotz des breiten Aktionskonzeptes beschränkte sich die (erfreulich gute!) Mobilisierung auf radikalpolitische Zusammenhänge. Schön wäre, auch Menschen aus Szenen einzuladen, die bisher voneinander abgekoppelt sind ... Queer, Künstler- und MusikerInnen, Theatermenschen usw. Sehr cool wären z.B. Sprayer gewsen, die die Bauwägen der Projektwerkstatt verschönern könnten. Wichtig dabei ist, dass wir diese Vielfalt wirklich wollen und nicht Menschen als Aushängeschild instrumentalisieren oder vereinnahmen.

Mehr davon ... vielfältige Aktionsmodelle fördern!
Wichtig finde ich, dass dieses Modell bzw. dessen Weiterentwicklungen auch auf andere Aktionsfelder übertragen wird ... Vielfalt und Rücksicht auf die Bedürfnisse, Fähigkeiten und subjektiven Befindlichkeiten einzelner Menschen fehlen vielerorts. So beschränken sich militante Antifa-Aktivitäten (die wichtig sind, keine Frage!) häufig auf Angriffe, bei denen wiederum viele Menschen nicht mitgehen können, obwohl auch hier wäre viel mehr möglich. Ein Grund, warum bespielsweise ich da nie dabei bin. Ähnliche Ansätze wie das Streckenkonzept beim Castor oder der dezentrale Expo-Widerstand würde ich gern öfter miterleben und mitentwickeln.
Wichtig ist, bunte Aktionskonzepte auch vorher transparent zu machen und immer wieder offensiv zu vermitteln, dass alle Menschen sich am Widerstand beteiligen können, unabhängig von körperlicher Verfasstheit, Durchsetzungswillen. Viele Menschen sind aufgrund schlechter Erfahrungen und sich selbst bestätigender Ängste (i know that!) häufig so abgeschreckt, dass sie gar nicht erst auftauchen.
Mit Wut, Mut und Hoffnung auf mehr Bewegung ... Vielfalt, Offenheit und bunt-kreative Militanz sind eine Waffe(l)!

 

Gegendarstellung (aus dem Dorf)

Der folgende Text wurde uns anonym zugemailt. Er beinhaltet aber die erste Reaktion mit einer intensiveren Auseinandersetzung und auch Kritik an Menschen rund um die Projektwerkstatt (die so unterschiedlich sind wie auch die Herkunft der Texte hier)

Ich habe den Bericht auf ihrer Internetseite über die Ereignisse in der Nacht zum 1. Mai gelesen und möchte gern eine andere Sichtweise dieser Nacht beschreiben, wobei außer frage steht, dass jede Sichtweise für sich seine Berechtigung hat und doch es als sehr interessant erscheint, auch mal die andere Seite zu hören, zu lesen.
Sie berichten über ein Dorfbesäufnis, dass es so gar nicht gegeben hat. Die Dorfbewohner trafen sich wie jedes Jahr um diese Zeit zum gemütlichen Beisammensein in der Dorfmitte. Natürlich gab es außer nichtalkoholischen Getränken auch Bier, wobei man hieraus nicht gleich den Schluss ziehen sollte, dass man sich nur besaufen möchte. Die ersten verbalen Annäherungsversuche der Abgesandten der Projektwerkstatt bezogen sich auch  meiner Ansicht nach rein provokativ auf das Getränk Bier. Und so kamen die ersten Äußerungen und provokativen Fragestellungen zur Gastfreundlichkeit des Dorfes. Hier könnte man vermuten, dass eine Auseinandersetzung sei es verbaler oder körperlicher Art anscheinend als Antwort erwünscht gewesen wäre, doch die "Dorfis" wollten sich nicht darauf einlassen und brachen nach kurzen Antworten das aufgezwungene Gespräch ab. Doch irgendwie wollte man sie (die „Dorfis“) nicht verstehen und versuchte immer wieder ein Gespräch aufzuzwängen. So kamen und gingen die Besucher der Projektwerkstatt zur Dorfmitte. Zum Teil selbst in einem Zustand, den man entweder als zugekifft oder als sehr gut gespielt beschreiben könnte.
So Äußerungen, wie " Warum greift ihr uns heute abend nicht an? Was hast du eigentlich für eine Schulbildung? Und ähnliche provokative Fragen mußten sich einige Dorfbewohner gefallen lassen. Wenn man denn wollte, könnte man den Betreffenden unterstellen, dass sie eine tätliche Auseinandersetzung regelrecht forderten, damit die ganzen Vorbereitungen der Projerktwerkstatt nicht für umsonst waren. Es ist eigentlich den  Dorfis hoch anzurechnen, dass sie trotz Alkoholkonsums auf solcher Fragen, die zum Teil auch noch unter die Gürtellinie gingen , ruhig oder gar nicht reagieren haben. Es kann durchaus sein, dass man die „KonfliktmanagerInnen“ extra mit solchen Aufträgen betraut hat, doch sollte man sich auch fragen, wie die Projektwerkstattbesucher mit solcher Provokation umgegangen wäre.  Den ganzen Abend und die ganze Nacht über nahmen nur die Besucher der Projektwerkstatt Kontakt zu den Dorfbewohner auf, man versuchte dann mit selbstgebackenem Brot an die Dorfbewohner heranzukommen, um auch Bier  für den eigenen Konsum zu bekommen. 
Alles nur Taktik? Schade eigentlich, denn ich hatte den Eindruck, dass zum Teil auch interessante Gespräche zwischen den verschiedenen Abgesandten und Dorfbewohnern liefen, die übrigens die „Dorfis“  zu einem Be-such in die Projektwerkstatt eingeladen haben. Man lud zu Sojamilch, grünen Tee, Musik und Gesprächen ein. Unterstrichen wurde dies mit Flugblättern zum Thema“ Macht ,Herrschaft“, die zum Lesen angeboten wurden. An einem solchen Abend bestand jedoch absolut kein Interesse weder an solchen Themen noch an solchen Dis-kussionen. Nach dem dann aber irgendwann die Besucher der Projektwerkstatt von anderen Besuchern dringend gebeten worden sind wieder zurückzukommen, gingen sie mit der Bemerkung dann kommt doch mal vorbei. So kam es dann auch, dass einige „Dorfis“ der Einladung folgten. In dem Bericht von Ihnen liest sich das eher an-ders, so als ob man sich aufgrdrängt habe. Man sollte sich also zum einen Gedanken über die eigene Gastfreund-schaftlichkeit machen und sich vielleicht vorher genauer absprechen, ob man jemanden einladen will. Es  ist unfair, sich hinterher die Sache so hinzubiegen, dass man im besseren Licht steht, als die Gegenpartei. Die Dorf-bewohnerInnen haben nicht zu Gesprächen an diesem Abend geladen, die Besucher der Projektwerkstatt schon. 
Ach ja die letzen Anfragen ob wir noch Bier haben gab es dann gegen drei Uhr, dass heißt, dass die Besucher nicht von den „Dorfis“ wachgehalten wurden, sondern eher selbst das Bedürfnis hatte, denn sonst hätte man um diese Uhrzeit nicht mehr zum Brunnen kommen müssen.
Ich hätte auch gern noch Meinungen von Besuchern gelesen, die sich mit „Dorfis“ unterhalten haben und in der Dorfmitte Präsenz waren, denn der Schreiber des Berichtes von der Internetseite kann wohl kaum gewußt haben, welche Stimmung  am Dorfbrunnen war und welche Gespräche dort liefen. Man könnte annehmen, dass er zu sehr mit dem Verteidigungskonzept, was man ja lesen konnte , beschäftigt war und nur darauf gewartet hat, dass es doch endlich losgehen könnte. Ich finde es schon ganz schön heftig, welche Konzepte von Ihnen aufgestellt worden sind angesichts Ihrer sonstigen Einstellungen zur Gewalt. 
Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Mail in Ihrer Seite veröffentlichen, denn jedem sei das Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewähren und sonstige mails werden ja auch zum Lesen freigegeben.
Ich denke, wenn Sie Ihren den nächsten Bericht wertungsfrei  schreiben, könnte man eher nicht den Eindruck bekommen, dass Sie den Dorfbewohner oder mit Ihren Worten „ Dorfis“ etwas unterstellen  möchten. Ich bin der Meinung, dass  niemand der anwesenden Dorfbewohner an diesem Abend  vorhatte, in irgendeiner Form mit Ihnen und Ihren Besuchern in Kontakt welcher Art auch immer zu treten und ich finde es nicht gut, wenn man schon im Vorfeld sich ein solch brutales Bild von den Dorfbewohnern macht  und dieses dann auch noch ver-breitet. Vielleicht hilft es ja, wenn man sich Gedanken um seine eigene Einstellung macht und verändert sie dadurch und fördert nicht durch Provokation  Streitigkeiten, die dann eskalieren könnten.
Jeder sollte ich sein eigenes Bild machen können und nicht durch einseitige Erlebnisbeschreibungen beeinflußt werden.

Eine Antwort aus der Projektwerkstatt

Hallo,
vielen Dank für den Text. Natürlich stellen wir den auf die Internetseite, die ja nach allen Seiten ein offenes Forum ist. 
Danke auch deshalb, weil es die ERSTE kritische Auseinandersetzung über uns MIT UNS ist.
Zu den einzelnen Vorwürfen will ich nichts schreiben, u.a. auch deshalb, weil wir uns grundsätzlich möglichst herrschaftsfrei organisieren (wie die Selbstkritik auf der Internetseite zu lesen ist, ist uns das nur teilweise gelungen) und das auch bedeutete, daß an dem Abend mehrere Teilgruppen von Menschen selbstbestimmt agierten. Zwei davon kamen ZUM GLÜCK nie zum „Einsatz“ - die dienten der direkten Abwehr von Aggressionen.
Ich wegen unserer Aufteilung keine Ahnung, wer wie am Dorfplatz agiert hat. Ich fand es aber schön, daß Menschen, die hier waren und die Projektwerkstatt verteidigen wollten, weil sie die wichtig finden und auch schon für sich genutzt hatten u.ä. (also die Qualität von „Freiräumen“ kennen, in denen nicht Vorsitzende, Vorstände, Regeln oder Moral alles oder vieles kontrollieren), den Kontakt zu „Dorfis“ suchten. Sie waren interessiert an den Gründen für die Eskalation - und nicht auf der Suche danach.
Dorfis ist im übrigen kein erniedrigender Begriff, sondern z.B. das Gegenstück zu Studis (für StudentInnen) - wir überlegen sogar, uns nur so auszudrücken, weil wir die ständige Einteilung in männlich/weiblich bei Bezeichnungen für Menschen für völlig blöd halten - für fast alles in der Welt ist das ja völlig wurscht.
Nur ein Punkt überrascht mich sehr grundlegend: Daß Sie komplett kein Verständnis dafür haben, daß wir Angst haben. Wir haben hier in den neun Jahren einen Mord- und Brandanschlag von „Dorfis“ (1995), Hunderte von Sachbeschädigungen, mehrere Angriffe rund um den jeweiligen 1. Mai (mit Sachschäden bis mehrere 1000 DM, z.B. am 1. Mai 1993, also wenige Tage nach unserem Einzug ohne vor jeglichem Konflikt!) und ständige Anpöbeleien, etliche Male auch mit Todesdrohungen kassiert. Der Höhepunkt (mit Verletzten!) war letztes Jahr. Im Gegenzug dazu hat es NIE Angriffe von uns gegeben. 
Wie würden Sie in einem solchen Fall denken? Würden Sie neun Jahre nicht einmal Verteidigungsstrategien diskutieren, wenn andere sie ständig angreifen und ihnen mehrfach Mord androhen?  Es ist mir schlicht unverständlich, warum Sie sich nicht einmal vorstellen können, daß wir uns überlegen, uns zu verteidigen und auch zu wehren. Das finde ich auch schade, weil auf dieser Basis des „Stellt Euch nicht so an“ Diskussionen kaum möglich sind.
Ich würde mich freuen, wenn Sie bei aller Kritik anerkennen würden, daß wir Menschen sind. Wir haben nicht nur eine offensive Liebe und Sehnsucht nach Freiheit und Selbstentfaltung, in der alle Menschen (auch Sie und alle SaasenerInnen!) das tun, was sie wollen (und nicht, was die Chefs, Eltern, der Markt oder das System von ihnen verlangt), und sich freuen, wenn andere Menschen sich auch selbst entfalten, weil das allen hilft, wenn mehr Ideen und Möglichkeiten in der Welt wären ... sondern wir haben auch Ängste. Wir möchten, weil wir wissen, daß Ängste kein schönes Gefühl sind, andere Wege einer Koexistenz finden als die platte Gegenwehr. Wir wüßten auch nicht, was geschieht, wenn wir auch Reifen abstechen, Häuser angreifen - was gegen uns ständig gerichtet ist. Angst als politisches Mittel ist unmenschlich. Daher wollen wir das nicht. 
Aber ich schüttele den Kopf darüber, daß Sie auch nach 9 Jahren so tun, als gäbe es nichts, was für uns Grund für Angst und Gegenwehr ist.
Das siebte Geißlein ;-)

Antwort wiederum darauf

Hallo,
vielen Dank für die schnelle Veröffentlichung meiner Gedanken. Es ist Schade, wenn Sie die verschiedenen  angesprochenen Punkte als Vorwürfe sehen, denn sie sind eher als positive Kritik zu sehen, die einfach nur der Anregung zum Nachdenken dienten  bzw. eine andere Sicht- und Denkweise verdeutlichen sollten. 
Ich habe im übrigen in keinster Weise Ihnen die Angst abgesprochen, die Sie ja wirklich empfinden. Dieses Recht könnte ich mir gar nicht anmaßen, da ich viel zu wenig über die Geschehnisse der letzten Jahre weiss. Ich habe nur meine Gedanken zu Ihren Verteidigungsstrategien geäußert, die mich beunruhigt haben und habe formuliert, was  ich aus diesen Berichten herauslesen könnte, wenn ich dann böswilliges unterstellen wollte. Das Schubladen –Denken  ist also auch bei Ihnen etwas vorhanden, dass wieder mal erkennen läßt, dass wir alle nur Menschen sind, so wie ich auch einer bin, der sagt, was er denkt.
Das mein Bericht aus meiner Sicht authentisch ist glaube ich schon, weil ich vor Ort und mittendrin war. Mein Name erscheint genauso wenig wie der des Schreibers Ihrer Seite und ich denke , dass der Name  nicht so wichtig ist, wie der Inhalt des Geschrieben, dass zur Anregung  für Diskussionen hilfreich sein könnte.

Im Original: Noch eine Stimme von außerhalb ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Kleiner Rückblick auf die Nacht vom 30. April zum 1. Mai in der Projektwerkstatt Saasen
Komme leider jetzt erst dazu, meine Eindrücke kurz zusammenzufassen.
Meinen Namen möchte ich nicht nennen, denn warum soll mann/frau es der Abteilung Ausforschung des Trachtenvereins „Grün-Weiß“ Wiesbaden einfacher machen als unbedingt nötig (ich gehe davon aus, daß die regelmäßig Eure Homepage „besuchen“)?
Ich war der etwas mundfaule stämmige, grauhaarige, ältere Typ, die Begleitung der jüngeren Frau (Aufgabengebiet: ohne Zusatz die ideale Sommererfrischung ;->.
Wir Beide wohnen in der Nähe und waren wohl mit gemeint bei den vier Leutchen aus der Region.
Ein paar Tage vor dem 1. Mai hat mich die gute Bekannte auf die Internetseiten der Werkstatt und den zu erwartenden Angriff von Stinos am 1. Mai hingewiesen.  Obwohl ich nicht weit weg wohne, war mir die Projektwerkstatt nur beiläufig bekannt. Zwar zähle ich mich seit rund einem Vierteljahrhundert zur undogmatischen Linken, aber offensichtlich nicht zu der in Saasen etablierten Fraktion.
Wenn aber irgendwo Linke angegriffen werden, ist es für mich kein Problem mich auch ganz praktisch solidarisch zu erklären. Mit körperlichem Einsatz habe ich dabei etwas Probleme (so war ich immer heilfroh von den B.....  bei diversen Demos nicht angegriffen worden zu sein (mit ganz wenigen Ausnahmen), bzw. immer rechtzeitig weggekommen zu sein) - weniger aus grundsätzlichen Überlegungen, sondern eher, weil ich nicht der Mutigste bin. Deswegen versuche ich vor politischen Aktionen immer die Situation möglichst genau abzuchecken.  Also überlegte ich: wen kennst du aus Saasen. Direkt niemand, aber aus der politischen Arbeit kenne ich M.. Mit ihm habe ich jahrelang sehr gut zusammen gearbeitet. In seiner Jugend muß er auch bei den Linken gewesen sein. Heute hat er von der Politik „die Schnauze voll“, macht kaum noch was und kümmert sich sonst nur noch um die family (wie das fast alle mir aus besseren Tagen bekannte Genossen und Mitstreiter machen). M. ist in Saasen groß geworden, seine Verwandtschaft lebt - zum Teil noch - dort, er selber hat ein kleines Häuschen in einem Reiskirchener Ortsteil.
Der Anruf bei M. war ernüchternd. Zwar gab es Hindergrundinfos, aber als es um die Frage ging am 1.Mai präsent vor Ort zu sein, wurde es unproduktiv. Ich hatte den Eindruck, da wurden alle Gründe gegen die Werkstatt und/oder Jörg zusammengekehrt, um ja nicht „Flagge zeigen zu müssen“. 
Vielleicht sind einzelne Gründe der auch emotionalen Ablehnung des Projektes auch berechtigt, aber das interessiert mich weniger. Im Vordergrund sollte meines Erachtens die zentrale Frage stehen: Versuche ich mitzuhelfen, daß da ein langschwelender und langanhaltender Konflikt nicht in eine Pogromsituation umkippt (oder lasse ich es).
M. empfahl mir mit H. diesbezüglich zu telefonieren. H. ist der Mensch, der nach Schilderung eines Beteiligten am 30. April abends versuchte angereiste  „Hausschützer“ in einer mehr oder weniger aufgezwungenen Diskussion von ihrem Tun abzuhalten. Das finde ich daneben, was soll das, da sind Aktivisten stundenlang mit der Bahn unterwegs (unter anderem auch deswegen, weil offensichtlich die örtliche Linke nicht in der Lage ist, den Konflikt zu entschärfen) und dann werden sie quasi aufgefordert auf dem Absatz kehrt zu machen .... !
Also ich rief H an. Ich kenne H. von vor 20 bis 25 Jahren. Damals war er ein exponierter Linker, immer bereit für seine Einstellungen zu kämpfen. Heute erkenne ich ihn mit seinen politischen Ansichten kaum wieder. Ich kann mir darauf nur bedingt einen Reim machen. Ich denke das hat bei M. und H. sehr viel damit zu tun, daß sie  - aus welchen Gründen auch immer - sich im Laufe der vielen Jahre an das soziale Umfeld angepaßt haben.
Ich möchte das nicht bewerten, vor allen Dingen nicht sofort völlig negativ.  Ich selber bin vor etwa 20 Jahren in den Vogelsberg gezogen. Ich weiß, unter welchem Anpassungsdruck der Einzelne steht, sich „in das Vorgefundene“ zu integrieren. Mir war immer bewußt, wenn ich diese Anpassung nicht will, daß ich auch verhindern muß, daß dieser Druck einen Ansatzpunkt findet (und damit erst wirken kann oder genauer übermächtig werden kann).  Ganz konkret ging und geht es immer noch darum, größtmöglichen persönlichen Freiraum - in Eurem Umfeld wird dann wohl von Autonomie gesprochen - sich zu bewahren.
Oder ganz simpel ausgedrückt: keine Familie zu gründen, kein Haus zu kaufen, beruflich nicht auf die Mitbürger angewiesen zu sein, nur die gesellschaftlichen Aktivitäten zu entwickeln, die einem nicht allzu sehr in eine geschlossene Gemeinschaft binden, .... und solcher Dinge mehr.
Da es bei diesen Dingen um so etwas wie Lebensglück geht, tue ich mich sehr schwer anderen Menschen, auch (und gerade ehemaligen) Genossen, Vorschriften zu machen. Die behaupten - ob zu Recht sei dahingestellt - daß ihr individuelles Lebensglück eben - gerade nach langen, vermeintlich erfolglosen, aber „opfervollen“  Kämpfen für die „gute Sache“ - auch ein Existenzrecht hat (und das nehmen sie sich jetzt eben). Andere Linke, die noch kämpfen, werden dann sehr schnell als Störenfriede dieses individuellen Glückes angesehen, von denen sich die Ex-Linken zwar nicht unbedingt öffentlich distanzieren (soweit geht das selten), aber mit denen sich diese „im-Mainstream-Angekommenen“ ungern solidarisieren.
Natürlich ärgere ich mich, denn langsam komme ich mir vor wie der letzte Mohikaner (und wer will ein solcher schon sein). Aber was soll‘s, ich muß es akzeptieren. Fairerweise muß ich aber sagen, daß da der Vogelsberger (genauer müßte ich wohl sagen, der Mitbürger in kleinen Ortschaften) erstaunlicherweise - so meine Erfahrungen - stark unterscheidet. Ist ein Linker am Ort groß geworden (Besonderheit dabei: ist er Kind oder Enkel eines Flüchtlings oder nicht) oder ist er nur zugezogen. Ich kann mich noch gut an eine etwa 15 Jahre zurückliegende politische Aktion erinnern, bei der es kurz vor einer Schlägerei stand. Daß ich da als Zugezogener „mitrührte“ interessierte keinen Ur-Vogelsberger wirklich, auch nicht besonders, daß der Fraktionsvorsitzende das große Wort führte (er war und ist ja nur ein Flüchtlingssohn), ausschlaggebend war einfach, daß auf unserer Seite (nicht nur im übertragenen Sinne) der Sohn eines hoch angesehenen Ur - ..... agierte (verhalten, aber doch deutlich sichtbar). So konnte die Gewaltspirale gerade noch gestoppt werden.
Vielleicht ist das auch eine Erklärung dafür, daß nur vier Leutchen aus der Region zur Unterstützung anwesend waren. Natürlich gibt es im Vogelsberg auch noch Linke (wie überall wahrscheinlich im Promillebereich in Bezug auf die Gesamtbevölkerung gesehen), die waren nur nicht da.
Zum Ablauf der Nacht will ich nicht groß etwas sagen. Ich war nur sehr überrascht, als die Menge so um Viertel vor zwei auf das Haus vorrückte. Das waren ja (fast alles) Stinos. Das hätte ich nicht gedacht. Ich hätte zum Beispiel viel mehr Jugendliche erwartet. Also knapp zehn Minuten hatte ich Angst es könnte rund gehen, aber danach war klar, die Stinos greifen schlicht und einfach nicht an, weil wir augenscheinlich in der Überzahl waren.
In einem Gespräch ein paar Tage später mit der Frau, in deren Begleitung ich war, ging es dann schon um die Frage: Was muß geschehen, daß sich das Ganze nicht nächstes Jahr wiederholt? Oder anders gesagt: Wie das ganze Jahr zur Deeskalation nutzen. Wir waren uns in der Einschätzung der Situation nicht ganz einig. Dreh- und Angelpunkt ist meines Erachtens, wie das Verhalten der Ortsbevölkerung einzuordnen ist.
Nur mit so etwas wie dem „beschränkten Horizont der Landbevölkerung“ zu argumentieren versperrt den Blick für Lösungsansätze. Sicherlich gibt es im Ort das vereinfachte Denken: Die von der Projektwerkstatt passen sich nicht an - die müssen aus dem Ort weg, aber das greift zu kurz.
Zwischenbemerkung:  Vor zwei Wochen erinnerte ich mich, daß ich doch eine Frau aus Saasen - wenn auch flüchtig - kenne. Ich rief sie an und fragte unverblümt nach ihrer Einstellung zur Werkstatt. Nach dem Telefonat halte ich viel weniger von der Frau, denn es kamen  nur platteste Argumente gegen Werkstatt/Jörg, die sich hier zu zitieren nicht lohnen. In wieweit diese Frau, übrigens eine sogenannte „Eingeheiratete“, hier nur den örtlichen Konsens formulierte oder ob sie das selber auch glaubt, muß ich im Moment dahin gestellt bleiben lassen (zumindest bis ich im Herbst die Gelegenheit habe im lockeren Rahmen da nochmal nachzufassen).
Ist das Verhalten der Ortsbevölkerung auch unter aller Sau, sich nur darüber aufzuregen bringt für die Zukunft wenig. Meines Erachtens ist es hilfreich, die Beweggründe des Verhaltens (ein ganz kleiner Teil schlägt zu, ein Teil bagatellisiert und der größte Teil ist desinteressiert) sich näher anzuschauen.
Und da gibt es aus den letzten Jahrzehnten schon lehrreiche Beispiele. Ende der Siebziger sind unzählige Wohngemeinschaften aus dem Frankfurter-, Giessener- und Marburger Raum in den Vogelsberg gezogen. Heute gibt‘s die meisten nicht mehr oder es sind stinknormale Familien draus geworden. Ein paar haben sich aber festgesetzt, es sind Tagungshäuser geworden, (ehemals) autonome Klein-Handwerksbetriebe ... oder auch irgend etwas im künstlerischen Bereich.  Sie alle hatten mit der „Vogelsberger Sturheit“ zu kämpfen, haben sich angepaßt, widerstanden oder sind (wieder) weggezogen. Da gab es nicht nur zwischen den einzelnen Ortschaften Unterschiede, sondern auch in wieweit der „Neubürger“ für die Gemeinschaft „von Nutzen war“.   Ich (als nur in der Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse der tradtionellen Linken Zuzuordnender) halte das für den entscheidende Knackpunkt.  Jahrhundertelang wurde - pauschal-galaktisch betrachtet - das Land von der Stadt ausgebeutet. Die ländliche Bevölkerung mußte deswegen eine Verhinderungsstrategie dagegen entwickeln, eben die sogenannte Dorfgemeinschaft.
Ich meine damit nicht in erster Linie „die Gesellschaft mit beschränktem Horizont“, diese Ausformung gibt es sicherlich auch, ist meines Erachtens aber nicht (mehr ?!) ausschlaggebend, sondern das sich gegenseitig helfen (positiv ausgedrückt) oder die Vetternwirtschaft (etwas bösartig).
Noch heute ist es so, daß recht bald beim Zuzug eines Fremden ein darauf spezialisierter Ortsbürger beim Zugezogenen die Lage peilt. Was vielleicht dem Städter als Ausforschung seines persönlichen Umfeldes erscheint (gegen das er sich zu Recht wehrt), dient aber lediglich dazu abzuchecken, in wieweit der Neue der Gemeinschaft von Nutzen sein kann. Konkret, ob er bereit ist zur Nachbarschaftshilfe, ob er einem nützliche Kontakte besorgen kann, ob er Geschäftskunde eines ortsansässigen Unternehmens werden kann ... und solche Dinge, die spätestens beim zweiten Blick einen sogenannten „geldwerten Vorteil“ versprechen. Der „Ausforscher“ kann, bei positiver Resonanz, dann die heißen Tipps für beide Seiten, Neuankömmling und Alteingesessener, geben, der dann weiterführende „Geschäftsverbindungen“ schafft. Einmal im System angekommen, ist das dann schnell ein Selbstläufer.
Für mich entscheidend ist dabei, daß dieses System völlig unabhänig von der politischen Überzeugung des Einzelnen funktioniert. Zumindest ich habe, wenn ich mich darin einbinden habe lassen, immer das gesagt, was ich für richtig halte. Letztendlich geht es ja um gegenseitige finanzielle Vorteile und nicht darum, dem Gegenüber seine Weltsicht aufzudröseln. Okay, so ganz ohne innere Überwindung lief das auch bei mir nicht. Wenn ich irgendwo hinkam und mich begrüßten die offensichtlich mit dem Dampfstrahler gereinigten Gartenzwerge im streichholzkurz gemähten Vorgarten, dann fragte ich mich schon, ob ich hier richtig war. Aber wie sagt eine Bekannte von mir immer: Die größte Hoppla (Vogelsberger Ausdruck für die Giessener Psychiatrie) hat kein Dach!
Zurück zur Werkstatt. Ich denke Saasen hat es sich abgeschminkt, daß die Werkstatt in dieses System einzubinden ist. Warum auch immer ist dabei zweitrangig. Hier mit gegenseitigen Schuldzuweisungen zu arbeiten ist maximal unterhaltend. Einerseits dürfte die Werkstatt auf Dauer zumindest das ungeliebte Kind des Dorfes sein und umgekehrt muß sich die Ortbevölkerung damit abfinden, dass die „Exoten“ mitten im Dorf leben.
Mehr zu wollen, wie etwa eine Integration ist fern der momentanen Realität (zumindest für die nächsten Jahre).
Meines Erachtens heißt das im Vorfeld des nächsten 1. Mai, am besten schon jetzt, Maßnahmen anzudenken und dann zu versuchen umzusetzen, die weniger in die Richtung gehen: Menschen die sich kennen, schlagen nicht aufeinander ein (eine erstmal sich verfestigte Meinung ist mit Argumenten nicht mehr zu kippen), sondern jeder Angriff wird zurückgeschlagen (Wir von der Werkstatt haben den längeren Atem, wir lassen uns nicht vertreiben!). Das heißt aktuell sich weniger aneinander zu reiben, sich eher zu ignorieren.  Und sich natürlich - wie schon in anderen Beiträgen näher ausgeführt - besser für das nächste Jahr vorzubereiten.
Ist diese Distanz erst einmal gelebt, also die eigene Identität in der Praxis gefestigt, so kann ein neuer Anlauf des Aufeinanderzugehens gestartet werden.  Dann hoffentlich mit weniger Aufregung, eine Voraussetzung zu einer weniger aggressiven Umgangsweise. Auch für diesen Ansatz gibt es Beispiele, so zum Beispiel die Idee von der multikulturellen Gesellschaft. Das funktioniert ja nur in der BRD nicht, anderswo, wie in Kanada zum Beispiel, klappt das einigermaßen zufriedenstellend.
Soweit der doch etwas länger gewordene „Rückblick“.
Ich schaue ab und zu im Netz nach, ob sich jemand auf meine Gedanken bezieht, damit geg.falls die Diskussion weitergehen kann.
no pasaran - der „Weißhaarige“

Die Monate danach

Nach dem ersten Mai begannen nach nur kurzer Pause wieder die typischen Pöbeleien - und wieder am lautesten von Jugendlichen (ca. 10-15 Jahre), die uns kaum kennen und die Hetzreden der Dorf-Mitte, der Eltern, Vereinsleiter usw. auf diese Art umsetzen. Im Herbst gab es aus einer Jugendclique (ca. 15-18jährige) einige kleine Attacken auf die Projektwerkstatt. Dabei drangen sie mehrfach bis ins Haus vor, pöbelten dort und warfen z.B. mit Musikinstrumenten herum. Am 23.11.2002 hatten sie aber Pech und trafen auf vorbereitete ProjekwerkstättlerInnen. Das tat offensichtlich weh ... und sie türmten in Panik, ließen ihren Motorroller umfallen und verschwanden.
Kurz zuvor (während unserer Aktionen gegen den Castor) hatten DörlerInnen mal wieder die Rosen- und Brombeerhecken m das Grundstück zerstört sowie die Plane über dem Holzstapel abgeschnitten.

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