Kooperation statt Kollektiv
Auf dem Weg in ein vielfältiges Miteinander der Selbstorganisierung im Alltag
Politische Kooperationen
Anlaufpunkte und Vernetzung
Regionale Zeitung für Mittelhessen
Früher war alles besser ... naja, jedenfalls gab es da eine regelmäßige politische Zeitung im Raum Gießen. Das „Widerhaken“ getaufte Blatt wurde in der Projektwerkstatt organisiert und layoutet. Seit 1997 ist Ruhe. Immer wieder gab es Diskussionen um einen neuen Versuch, zusammen mit anderen Gruppen aus der Region. Aber wir selbst waren ja kaum noch aktive Leute – und von anderen kam noch weniger. So blieb es bei Versuchen und bei Regionalausgaben überregionaler Mobilisierungszeitungen zur Expo und zum G8-Gipfel nach Genua. Der neue Name war „Kollateralschaden“ – ob unter diesem oder einem anderen Namen, in welchem Format, in welcher Vielfalt an Themen und Themenredaktionen: All das ist offen zu entscheiden von denen, die neu loslegen.
Lokale Zeitung in Saasen
Das faszinierende an einer Zeitung nur für das Dorf. Es gibt keine Konkurrenz. „Bild Saasen“ oder „Saasener Allgemeine“ als Regionalblatt einer anderer anderen Zeitung gibt auf Dorfebene nicht. So könnte ein offenes Blatt, in dem alle Menschen aus dem Dorf schreiben können, ein interessanter Kontrapunkt zu der Kungelpolitik und zum ausgrenzenden Sozialrassismus der Marke „Saasen“ werden. Auch das hat es schon mal gegeben: 14tägig erschien Mitte der 90er Jahre der „Saasener Dorfbote“.
Offene Werkstätten und Räume
Überall können offene Räume entstehen, die allen Menschen zugänglich sind, damit nicht jeder alles haben muss: Eine Fahrradwerkstatt, eine Bastel-Werkstatt, Bibliotheken, Videoschnitt- oder Computerarbeitsplätze, Ateliers und noch viel ausgefallenere Sache. Sie können auch in Privathäusern in dafür geeigneten Räumen, Kellern, Garagen usw. entstehen.
Die Werkstätten der Projektwerkstatt sind auf jeden Fall ein Teil davon - und es ist auch möglich, sich an deren Ausbau und Ausstattung zu beteiligen. Denn: Was da reingestellt wurde, kann jedeR auch ständig nutzen. Eine Liste der bestehenden Werkstätten in der Projektwerkstatt findet sich auf dieser Seite ...
KABRACK!archivs mit vielen autonomen Teilen
Neben den Werkstätten gibt es im Saasener Haus eine große Bibliothek und Archive. Sie sind in verschiedene Themengebiete aufgeteilt (die kann auch je nach Wunsch verändert werden). Die Betreuung und Gestaltung kann jeweils eine autonom agierende Gruppe übernehmen, d.h. diese organisiert dann neue Bücher, Dokumentation/Verzeichnis sowie Gestaltung der „eigenen Ecke“ selbst. Bislang sind erst wenige Menschen in dieser Form aktiv – und auch eher sporadisch. Für alle Bereiche sind daher noch Mitmachende gesucht. Bücherauswahl kann von überall geschehen, ansonsten kann bei selbst festgelegten Besuchen an den Archiven gewerkelt werden.
Ohne Mampf kein Kampf
Container-Koop
Das gibt es und läuft gut - kann aber noch auf viel mehr Menschen ausgedehnt werden.
- 30.4.2006: Spiegel-TV-Filmbeitrag zu Lebensmittelvernichtung mit Container-Filmszenen aus dem Kreis Gießen
Den Beitrag kannst Du runterladen auf: DVD-Vob-File mit 54 MB oder als AVI (XVID-Codec) mit 27 MB.
Jederzeit wieder möglich: Food-Coops
Was in verschiedenen Städten klappt, muß in der Provinz anders organisiert werden. Hier gibt es die verschiedenen Landwirte rundherum, aber keine Märkte und Bioläden. Der Hofverkauf ist mühselig und würde viele Wege (Autofahrten?) erfordern. Daher gibt es eine andere Idee: In jedem Dorf gibt es eine Verteilstelle. Dort bringen die LandwirtInnen einmal wöchentlich ihre Waren nach Vorbestellung hin – und die BestellerInnen dann in den Stunden danach ab. Das anzuzetteln, die Verteilstellen zu klären, Absprachen mit den LandwirtInnen usw. wäre ein schönes Projekt!
Weitere Ideen
Ein Projekt mit Menschen aus der direkten Umgebung zur Selbstorganisierung & Gemeinschaftsökonomie. Hier ein Bericht vom ersten Treffen.
Treffen zur Praxis von Selbstorganisation. Hier mal kurz die Ergebnisse/Ideen:
1. Gemeinsame Gratisökonomie. JedeR macht das, wo er/sie Bock drauf hat oder gut kann. EineR zum Beispiel backt mehr Brot, was die anderen dann mitnutzen können. Andere Menschen produzieren Brotaufstrich, wieder andere haben Bock auf containern und stellen das zur Verfügung usw. usw. Dabei ist wichtig, dass es keine festen Tauschrelationen gibt, da sonst wieder sowas wie ein Währungsäquivalent entsteht (1 kg Brotaufstrich gegen 2 kg Brote). Halt ein Netzwerk von Leuten, die ohne Regeln in freien Kooperationen handeln. Das fängt jetzt an...
2. Zwei Menschen haben Bock auf gemeinsame Gemüse-/Obsterzeugung und das Einbringen der Produkte in die Gratisökonomie. Das wird dann eher nächstes Jahr ganz akut.
3. Angedacht wurde ein Gratisladen mit Kulturcafe, ausserdem hatte mindestens ein Mensch Bock, mal wegen regionalem ökostrom von unten anzufangen.
4. Koordination von Städten zwecks gemeinsamer Fahrt zu Phönix. Das ist ein Ökolebensmittel-Grosshändler bei Friedberg, der jeden Donnerstag Gemüse/Obst in großen Mengen verschenkt. Das könnte sofort anlaufen.
5. Gratisökonomie auch auf andere Sachen als auf lebensmittel ausdehnen (Klamotten, Küchengeräte, was auch immer). Dazu könnte für´ s erste ja die Projektwerkstatt als Knotenpunkt dienen.
Alles ziemlich schöne Anfänge wo mensch wirbeln kann. Wäre cool, wenn da noch viiiiieeeeeeeeele Menschen mitmachen. Ich habe in den letzten Monaten auch immer mit dem Gedanken gespielt, in ´ ne Kommune zu gehen, finde aber inzwischen diesen Ansatz regionaler Selbstorganisation in freien Kooperationen auch ziemlich attraktiv. Das bietet meiner Meinung nach viel mehr Möglichkeiten, Menschen jenseits unserer „Szene“ anzusprechen und konkret von Alternativen zu überzeugen/einzubinden und die Ablehnung von Kapitalismus/Herrschaft praktisch werden zu lassen.
Ausserdem hatte ich bis gestern kooperation völlig ohne Regeln eigentlich gar nicht bedacht. Bei Ökostrom ist das sicher kaum praktikabel (?), aber für die anderen Bereiche finde ich das einfach sehr attraktiv.
Wär schön, wenn da noch viele Menschen mitmachen/auch in anderen Regionen ausprobieren.
Umsonst-Ökonomie
Menschen bringen alles hin, was sie nicht mehr brauchen – und nehmen das mit, was sie gebrauchen können. Ohne zu bezahlen, ohne den ebenso auf Verwertungslogik aufbauenenden Tausch. Computerteile, Klamotten, Spielzeug und Bücher können so ausgetauscht werden. Per Pinnbrett können auch größere Sachen wie Fahrräder, Möbel usw. verschenkt werden. Eventuell unterstützt im Internet – so wie die, die so ein Projekt verwirklichen, es wollen.
Ein politischer Geschenkemarkt existiert schon: "LadenSchluss". Außerdem gibt es einen Umsonstladen in Gießen.
Fahrzeuge und mehr
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Links
- Selbstorganisierung im Alltag: Know-How und Praxistipps
