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Damit wir wissen, was wir tun!
Filme, Debatten, Seminare&Trainings in und um Gießen

Die Termine ++ Rückblicke ++ Seminare (geplant und auf Wunsch) ++ Newsletter, Links und Infos

Wir laden ein: Seminare und Trainings zu politischen Themen und Aktionen. Widerständige Politik braucht niveauvolle Positionen, kreative Ideen und mutige Aktionen. Alles drei! ++ Neu: Kleine Terminheftchen "Gießener Landbote" für Gießen und umzu ++ Ostkreis Gießen

Die meisten Seminare finden in unserem Aktionsraum in Gießen (Antiquariat Guthschrift, Bahnhofstr. 26) oder in der Projektwerkstatt in Saasen (Kreis Gießen). Beide sind gezielt als Aktionsplattform sowie für Seminare mit Anspruch an inhaltliche Tiefe und Selbstermächtigung geschaffen worden - der Raum in Gießen erst seit April 2016, die Projektwerkstatt schon vor über 25 Jahren. Das eröffnet günstige Möglichkeiten für Aktionen und Treffen - in der Projektwerkstatt auch für mehrtägige Veranstaltungen und Treffen.

Aktionsraum in Gießen
Ein Raum plus Platz auf den verschiedenen Etagen des Antiquariats Guthschrift. Das liegt sehr zentral in Gießen (Bahnhofstr. 26, also einerseits direkt neben der Fußgänger_innenzone, dicht am Marktplatz und am Bahnhof). Während der Antiquariats-Öffnungszeiten und auch abends bei Veranstaltungen ist der Raum offen. Dieser bietet Platz bis zu 50 Personen. Vorträge und Filmvorführungen sind möglich (Technik vorhanden). In der nächsten Zeit sollen Schränke mit Aktionsmaterial hinzukommen, außerdem eine kleine Küchenecke aufgebaut werden.

Projektwerkstatt in Saasen
Die Raumzuschnitte in der "Villa Kunterbunt kreativer Aktion", wie die Projektwerkstatt in Saasen beschrieben werden kann, ermöglichen hierarchiearme und kreative Kommunikation, Hinzu kommt der Zugriffs auf Handlungsmöglichkeiten, fantastische Archive, Bibliotheken und Anschauungsmaterial. Soweit Räume in anderen Orten genutzt werden, sollen auch dort ähnliche Raumqualitäten geschaffen werden. Einen festen Teilnehmer_innenbeitrag legen wir nicht fest. Da in den Häusern aber Kosten entstehen und wahrscheinlich auch das Essen nicht komplett gratis organisiert werden kann, bitten wir um einen Beitrag als Spende bzw. auf Selbsteinschätzungsbasis.

Die Termine für Gießen und Umgebung (oben) und überregional (darunter)


Gießener Landbote: Aktuelle Texte ++ Terminkalender (auch zum Neu-Eintragen!) ++ Download der Zeitung

Was bisher geschah ...

Im Original: Rückblick Winterhalbjahr 2015/16 ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
18.-20.12. in der Projektwerkstatt: Sich einmischen – Akten und Pläne studieren, mitreden und protestieren vor Ort
Kreativer und widerständiger Protest ist gut. Das dürfte inkompatibel sein mit dem Versuch, sich ständig mit den Herrschenden und Privilegierten zu verbinden, um kleine Vorteile zu ergattern, aber damit das Ganze selbst zu unterstützen. Es bedeutet aber nicht, zu den Strukturen des herrschenden Systems ohnmächtigen Abstand zu halten. Ganz im Gegenteil: In den Kochtöpfen der Macht herumrühren, genau hinzugucken, Interessen zu demaskieren, Vorhaben frühzeitig und genau zu kennen, verbessert die Handlungsmöglichkeiten. Darum soll es gehen: Die vorhandenen Beteiligungs- und Handlungsmöglichkeiten im Rahmen des bestehenden Systems kennenzulernen, um sie – neben der direkten Aktion – optimal nutzen zu können, z.B. Akteneinsichtsrecht, Verwaltungsklagen gegen Planungen und Behördenentscheidungen, Bürger_innenbeteiligung bei Bauvorhaben, nach Immissionsschutzrecht usw. ++ Infoseiten zum Thema ++ Anmelden

danach bis Januar: Projektwerkstatts-Wochen, vor allem mit Archiv-/Bibliotheksarbeit, aber auch viel Zeit zum Diskutieren usw.

Verschoben auf 8.-10.1.2016 (geplant war 21.-23.12.) in der Projektwerkstatt: Direct-Action-Training

25.-27.12. in der Projektwerkstatt: Seminar zu Martin Luther: Was hat der alles so gesagt? Warum wird er verehrt?
Der Anlass: Deutschnational und christlich-fundamentalistisch werden 2017 500 Jahre Thesenanschlag abgefeiert - und damit Luther, der die Verbrennung aller Juden und die Tötung aller "Gebrechlichen" forderte, Revolutionen verdammte und Frauen für minderwertige Wesen hielt. Andererseits: Optimal für Aktionen. Eine Möglichkeit wäre, die aktive Phase mit dem 31.10.2016 zu beginnen (also 499 Jahre Thesenanschlag).Ziel des Seminars: Sich informieren, aber auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt anfangen, Aktionsideen zu sammeln, Infoveranstaltungen zu machen, Flyer usw. rauszugeben .. also vielleicht das ganze Jahr 2016 über. ++ Anmelden

1. bis 4.1. in der Projektwerkstatt: Seminar zur "Theorie der Herrschaftsfreiheit"
Wie kann eine herrschaftsfreie Welt aussehen? Diese Frage beschäftigt PhilosophInnen, manch zukunftsorientierten PolitikerInnen oder AktivistInnen, Roman- und Sachbuchschreiberlinge. Doch ein kritischer Blick zeigt meist: Zukunftsdebatten sind eher ein Abklatsch heutiger Bedingungen mit netteren Menschen in der Führung. "Freie Menschen in freien Vereinbarungen" ist radikal anders: Mit scharfem, analytischen Blick werden die Bedingungen seziert, unter denen Herrschaft entsteht, wie sie wirkt und was sich wie ändern muss, damit Menschen aus ihrem Streben nach einem besseren Leben (Eigennutz) sich nicht nur selbst entfalten, sondern genau dafür die Selbstentfaltung aller Anderen brauchen und deshalb mit herbeiführen. Aus Konkurrenz wird Kooperation, das Normale weicht der Autonomie. Vorab was zum Thema lesen? Hier ... ++ Anmelden

8.-10.1.2016 (geplant war 21.-23.12.) in der Projektwerkstatt: Direct-Action-Training
Du findest, in der Welt läuft einiges verkehrt? Und fühlst Dich ohnmächtig, weil Du oft nicht weißt, wie das Bessere gelingen oder durchgesetzt werden kann? Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen in Zwangsanstalten, Diskriminierung und Ausbeutung - so vieles passiert täglich, aber kaum etwas hilft dagegen? Dann könnte dieses Direct-Action-Training (wahlweise: Workshop) helfen. Denn ganz so ohnmächtig, wie es scheint, sind wir nicht. Im Gegenteil: Es gibt viele Aktionsformen, die wir kennenlernen und üben können, um uns wirksamer wehren zu können, um lauter und deutlicher unsere Stimme zu erheben oder uns politisch einzumischen: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, gezielte Blockaden oder Besetzungen, intelligente Störung von Abläufen und vieles mehr schaffen Aufmerksamkeit und bieten Platz für eigene Forderungen und Visionen. Wir werden konkrete Aktionsideen besprechen, den rechtlichen Rahmen durchleuchten und einiges ausprobieren. ++ Schon mal informieren? www.direct-action.de.vu

Sa/So, 16./17.1. in Köln (Kolbhalle, Helmholtzstraße 8-32): Direct-Action-Training
Du findest, in der Welt läuft einiges verkehrt? Und fühlst Dich ohnmächtig, weil Du oft nicht weißt, wie das Bessere gelingen oder durchgesetzt werden kann? Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen in Zwangsanstalten, Diskriminierung und Ausbeutung - so vieles passiert täglich, aber kaum etwas hilft dagegen? Dann könnte dieses Direct-Action-Training (wahlweise: Workshop) helfen. Denn ganz so ohnmächtig, wie es scheint, sind wir nicht. Im Gegenteil: Es gibt viele Aktionsformen, die wir kennenlernen und üben können, um uns wirksamer wehren zu können, um lauter und deutlicher unsere Stimme zu erheben oder uns politisch einzumischen: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, gezielte Blockaden oder Besetzungen, intelligente Störung von Abläufen und vieles mehr schaffen Aufmerksamkeit und bieten Platz für eigene Forderungen und Visionen. Wir werden konkrete Aktionsideen besprechen, den rechtlichen Rahmen durchleuchten und einiges ausprobieren. ++ Schon mal informieren? www.direct-action.de.vu ++ Wer die Einführung am 5.12.2015 verpasst hat, kann (und sollte) die hier angucken!

22.-31.1. in verschiedenen Orten Mittelhessens: Globale Mittelhessen
(globalisierungskritisches Filmfestival)
Spielplan in der Projektwerkstatt (noch nicht endgültig ... wer hilft bei den Veranstaltungstagen???)
  • Sa, 23.1.: Filme zum Thema "Umwelt und Energie"
    18 Uhr: La Buena Vida (Kohleabbau in Kolumbien - unter anderem für Kraftwerke in Deutschland
    ++ Filmsprache deutsch ++ Infoseite zum Film)
    20.30 Uhr: The Great Invisible (Explosion der Ölplattform Deep Horizon - und die Folgen ++ OmdU ++ Infoseite zum Film)
  • So, 24.1.: Filme zum Thema "Ernährung und Landwirtschaft" (jeweils vorab: Kurzfilm "Wahllos")
    18 Uhr: Landraub - Landgrabbing (Vertreibung und Landkauf in fernen Ländern für die Industrienationen ++ OmdU ++ Infoseite zum Film)
    20.30 Uhr: 10 Milliarden (Wie kann die Menschheit ernährt werden? ++ deutsch ++ Infoseite zum Film)
  • Mo, 25.1. Ein Film zum Thema "Aktion und Protest"
    20.30 Uhr: The Yes Men - jetzt wird's persönlich ... der dritte Film über die Kommunikationsguerilleros ++ OmdU ++ Infoseite zum Film ++ als Gast im anschließenden Gespräch: Jörg Bergstedt, Kommunikations-Aktivist)
  • Fr, 29.1.: Filme zum Thema "Geld und Profit"
    18 Uhr: Krieg der Patente (Patente und ihr Einfluss auf das alltägliche Leben ++ OmdU ++ Infoseite zum Film)
    20.30 Uhr: Flowers of Freedom (Goldabbau in Kirgistan und die Folgen ++ OmdU ++ Infoseite zum Film)
  • Sa., 30.1.: Filme zum Thema "Flucht"
    15 Uhr: Cafe und Gespräche zu Fluchtgründen, buntes Leben unterschiedlicher Menschen statt dörflicher Einfalt usw.
    18 Uhr: Kurzfilm "How to stop a deportation" ++ Hauptfilm: Fremd (Flucht eines jungen Mannes von Mali Richtung Europa ++ OmdU ++ Infoseite zum Film)
    20.30 Uhr: Die Unsichtbaren (der unmenschliche Weg durch die Asylbehörden ++ deutsch ++ Infoseite zum Film)
  • So, 31.1.: Ein Film zum Thema "Aktion und Protest"
    18 Uhr Aufstieg und Fall einer Patentlösung - Agrogentechnik in Mecklenburg-Vorpommern ++ deutsch ++ Infoseite zum Film ++ als Gast im anschließenden Gespräch: Ute und/oder Andreas Strauß, Hauptprotagonist_innen im Film und Feldnachbar_innen der Versuchsanlagen nahe Rostock)
In der Projektwerkstatt sollen an den beiden Wochenende (also zu Beginn und am Ende) thematisch passende Seminare mit Filmprogramm am Abend stattfinden (Anmelden):

22. bis 24.1. in der Projektwerkstatt: Seminar "Freie Fahrt für alle!"
(Umwelt- und menschenfreundliche Verkehrssysteme, Nulltarif und Aktionsschwarzfahren)
Wie sieht Mobilität heute aus - und wie wäre es, wenn nicht Herrschafts- oder Kapitalinteressen alles prägen würden? Welche gesellschaftlichen Folgen haben Autoverkehr, Regionalplanung, Supermärkte auf der grünen Wiese, lange Anfahrtswege zum Arbeitsplatz, weltweiter Produkte- und Rohstoffverkehr und so vieles mehr? Wie lässt sich Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr fördern? Vor- und Nachteile des Nulltarifs (keine Fahrkarten mehr). Welche Rolle kann das Aktionsschwarzfahren spielen? ++ Anmelden

30./31.1. in der Projektwerkstatt: Kritik neurechter Ideologien und rechter Gedanken in vereinfachten Welterklärungen
Wo kreuzen sich moderne rechte Ideologien mit vereinfachten Welterklärungen? Warum sind Linke und Rechte oft anti-amerikanisch, anti-israelisch, gegen Gentechnik und Konzernherrschaft, gegen Globalisierung und TTIP? Was unterscheidet die Positionen und was verbindet sie? Das Seminar soll Einblick in neurechtes Denken (Verschwörungstheorien, Pegida, Theoriebücher z.B. von Alain de Benoiste) bieten und skeptisches Denken anregen. ++ Anmelden ++ Der Ablauf (verkürzter Zeitplan! Übernachtung möglich):
  • Sa, 30.1. um 14 Uhr : Film "Empörung und Verschwörung - Porträt einer Person auf dem Weg in rechte Ideologien"
  • 15 Uhr: Cafe und Gespräche zu Fluchtgründen, buntes Leben unterschiedlicher Menschen statt dörflicher Einfalt usw. (anschl. Filme im Rahmen der Globale Mittelhessen, siehe oben am 30.1.)
  • So ab 10 Uhr: Von Frühstück mit Mittag ... Informationen, Gespräche und Debatte zu neurechten Ideologien und vereinfachten Welterklärungen
Do, 25.2., 20 Uhr in Gießen (Cafe Amelie, Ecke Walltorstr./Asterweg): Vortrag und Diskussion "Den Kopf entlasten: Kritik anti-emanzipatorischer Positionen in politischen Bewegungen" (zum Inhalt siehe hier)

Rückblick auf alle Termine und Aktivitäten der vergangenen Monate

: Seminare, Diskussionen, Filmreihen und mehr

Es gibt ständig Veranstaltungen, Seminare und Trainings in verschiedenen Orten (siehe Terminkalender oben). In der Projektwerkstatt soll im Winter 2016/17 wieder ein umfangreiches Programm an Wochenende und während der Globale stattfinden. Vorschläge sind erwünscht.

Im Original: Rückblick Winterhalbjahr 2014/15 ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
14. bis 23.11. in verschiedenen Orten rund um Gießen und Marburg: Globalisierungskritische Filmreihe "Globale Mittelhessen 2014"
Die Globale Mittelhessen ist ein globalisierungskritisches Filmfestival, das dieses Jahr zum 6. Mal stattfindet. Es ist mittlerweile zum festen Bestandteil der politischen Kultur in der Region geworden. Zu den Themen gehören die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ebenso wie die weltweite Spekulation mit Ackerflächen und Wasser. Die Produktionsbedingungen bei der Massenfertigung von Konsumgütern und Nahrungsmitteln finden ihren Platz wie auch die Kriege um Rohstoffe. Im Programm sind aber auch Filme, die Alternativen und Ansätze für einen Wandel aufzeigen. Regisseur_innen oder sachkundige Referent_innen begleiten viele der Filme.
Zum zweiten Mal werden in der Projektwerkstatt in Reiskirchen-Saasen Filme gezeigt - thematisch passend zu zwei Seminaren an den jeweiligen Wochenenden. Wer will, kann also durchgehend dabei sein (Übernachtung dort möglich). Die Filmabende werden als Wunschkino organisiert: Gemeinsame Auswahl aus thematisch passenden Qualitätsfilmen - und rundherum mit Informationsmöglichkeiten, Diskussion, Referent_innen, Buffet und den vielen Möglichkeiten, die das Haus bietet.

14. bis 16. November: Anti-Knast und Anti-Psychiatrie
Knast und Zwangspsychiatrie sind die härtesten Unterdrückungsformen des Staates und die letzte Drohung der Verhaltensnormierung. Daher ist die Auseinandersetzung mit ihren Strukturen, Wirkungsweisen und Zielen ein wichtiges Feld der Kritik von Herrschaft. ++ Anmelden ++ Infoseite zu Strafe, Knast und Psychiatrie. Auf dem Seminar soll es um folgende Themen gehen:
  • Berichte und Innenansichten durch Betroffene, aus Dokumenten und als Film
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Gefängnissen und Psychiatrie sowie deren Fusion (Forensik)
  • Was sollen Strafe und Normierung? Was sagen "kriminell" und "geisteskrank" aus? Was bewirken sie tatsächlich?
  • Kritik an konkreten Verhältnissen und das Problem, damit das System zu legitimieren
  • Nachdenken über eine Welt ohne Psychiatrie und Knäste
  • Schutz vor und Aktionen gegen die Zwangseinrichtungen
Hintergrundtext:
In der Schulbüchern oder Regierungsbroschüren klingt es toll: Das Einsperren von Menschen soll gewaltförmiges Verhalten stoppen. Tatsächlich tut es genau das Gegenteil. Wie bei jeder anderen autoritären Struktur treten unter Kontrolle, Strafjustiz und Knast deutlich mehr Gewalttätigkeiten auf. Gerichten, Polizei und psychiatrische Kliniken ist das egal. Sie wissen, dass sie zu Kriminalisierung und Unterdrückung selbst beitragen. Seit vielen Jahren wird immer härter bestraft, mehr Überwachung und mehr Kontrolle eingeführt. Menschen bleiben länger in Gefängnissen, immer mehr kommen in die geschlossene Psychiatrie. Grundsätzliche Kritik ist selten. Wenn es um Nazis oder Vergewaltiger geht, stimmen sogar linke Gruppen verblendet in den Chor des Bestrafungs-„Fanblocks“ ein.
Das Thema hat es in sich: Der Wegfall von Atomkraft ist für viele noch vorstellbar, ohne grundsätzlich an den Rahmenbedingungen dieser Republik zu rütteln. In der Forderung nach Abschaffung von Strafe und psychiatrischer Diagnose wird hingegen unmittelbar die grundsätzliche Herrschaftsfrage gestellt. Denn ohne Zwangsstrukturen ist kein Staat zu machen. Mit dieser Veranstaltung ist daher die Hoffnung verknüpft, spannende Debatten über eine Welt ohne Herrschaft zu führen, ohne Widersprüche auszublenden. Was sind die Alternativen zu Strafe, Zwangspsychiatrie und Kontrolle? Wie gehen Menschen in einer herrschaftsfreien Gesellschaft mit unerwünschtem Verhalten um?

Zum Programm:
Neben den Workshops, Kurzvorträgen und Diskussionen Samstag und Sonntag tagsüber gibt es einige feste Zeiten mit Filmen (offen auch für Menschen, die nur zu diesen Phasen kommen wollen). Das Programm (im Rahmen der "Globale Mittelhessen")
  • Freitag ab 18 Uhr: Buffet und Gespräche
    ab 20 Uhr: Impressionen in Texten, Geschichten und Gedichten aus Knast und Zwangspsychiatrie
    21 Uhr: Fiese Tricks der Justiz - Impressionen an Fallbeispielen (Ton-Bilder-Schau mit Jörg Bergstedt)
  • Samstag tagsüber: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema
    18 Uhr: Film "Thorberg"
    Aus der Züricher Zeitung: "Mit «Thorberg» dokumentiert Dieter Fahrer eingehend Alltag und Psychologie eines Gefängnisses ... Sieben sehr unterschiedliche Männer, sowohl in Bezug auf ihren Charakter wie auf die Art ihres Vergehens, haben sich bereit erklärt, vor der Kamera über sich und ihre Tat zu sprechen – sichtlich im Vertrauen zum Filmemacher, nach längerem gegenseitigem Kennenlernen, und wohl auch aus dem Wunsch heraus, dadurch die Eintönigkeit des Gefängnisalltags etwas aufzubrechen... Es ist die ungemeine Nähe zu den Porträtierten bei gleichzeitiger Distanz, die «Thorberg» in der Tradition des «Gefängnisfilms» in der Schweiz einen besonderen Platz einnehmen lässt."
    ca. 20 Uhr: Pause mit Buffet, Gesprächen und mehr in der Projektwerkstatt
    ab 21 Uhr: Wunschfilm-Abend (Open End) mit freier Auswahl von Filmen zu den Themen Knast und Psychiatrie
  • Sonntag tagsüber: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema
    16 Uhr: Kreativ-Café zum Überlegen und Planen von Aktivitäten
    Ab 18 Uhr: Wunschfilm-Abend (Open End) mit freier Auswahl von Filmen zu den Themen Knast und Psychiatrie
21. bis 23. November: Artgerechte oder keine Tierhaltung?
Tierrechtler_innen wollen gar keine Tierhaltung. Ökolandwirt_innen, Kleinbäuer_innen und Tierschützer_innen kämpfen hingegen für eine artgerechte Unterbringung - vor dem Schlachten oder während der Nutzung. Wer hat Recht? Oder beide? Oder keine_r? Was spricht für das eine und was für das Andere? Wo sind die Widersprüche und Lücken in den Argumenten? Wir wollen sowohl die Idee artgerechter Tierhaltung, vegetarischer Ernährung und tiernutzender Kreislaufwirtschaft auf Biohöfen untersuchen als auch veganes Leben, die Postulierung von Tierrechten und die Behauptung, Nahrungsmittel könnten ohne Tierleid produziert werden. ++ Anmelden

Zum Programm :
Samstag und Sonntag tagsüber gibt es einen Wechsel aus kleinen Referaten, Diskussionen und Workshops. Dabei sollen auch Fragen und Anregungen der Teilnehmer_innen berücksichtigt werden. Themenideen sind:
  1. FishBowl mit drei thematisch festen und 1-2 thematisc freien Stühlen. Die Festen wären:
    - Gegen Tierhaltung
    - Pro Tierhaltung (im Sinne einer Position, dass die für Landwirtschaft nötig ist - nicht im Sinne von: Tiere halten ist geil)
    - Ökologische Position (also abstrahierend vom Einzelgeschöpf-Schutz, d.h. keine tierrechtliche, sondern eine Öko-Position)
  2. Thematische Runde/Arbeitsgruppe (oder mehrere) zur Frage, wie Landwirtschaft im Kreislauf ohne Tiere aussehen kann und soll
  3. Strategische Debatte, wo die Idee tierhaltungsloser Kreislaufwirtschaft eingebracht werden könnte (AbL, SoLaWis usw.)
  4. Sammlung offener Fragen und Workshops dazu, z.B. (Vorschläge, die bislang benannt wurden):
    - Gibt es eine klare Grenze zwischen Tiernutzung/-verdrängung und Tierausbeutung? Wenn ja, wo liegt die?
    - Gibt es "artgerechtes" Einsperren?
  5. (falls da genügend Leute aus der Region kommen): Umsetzung hier in der Region planen mit einem Hof?
Abends laufen Filme - abwechseln Filme pro "artgerechter Tierhaltung" und gegen Tiernutzung mit Diskussionsmöglichkeit. Am späten Samstagabend (Open End) bieten wir die Möglichkeit, aus unserem Pool thematisch passender Filme auszuwählen. Vor, zwischen und nach dem Filmgucken bietet sich Raum zum Diskutieren in den Bibliotheken, am Buffet usw. Da alles zur Diskussion anregen sollen, sind auch Filme im Angebot, die erkennbar widersprüchlich sind oder Blindflecken aufweisen. Etliche Passagen oder Aussagen in den Filmen werden umstritten sein - gut so! Neben dem Videoarchiv sind als Besonderheiten für dieses Wochenende im Film-Pool:
  • Freitag, 20 Uhr: Intro mit Filmen, die die Debatte anheizen
    • "Ehrfurcht vor dem Leben - lasst uns über das Töten reden"
      Ein Film pro "artgerechter Tierhaltung". Das Auswählen des zu schlachtenden Tieres, die Schlachtung und das Zerlegen selbst bis hin zur Zubereitung des fertigen Menüs hält die Kamera direkt auf das Geschehen.
    • Anschließend: "Mattis und die Milch". Ein Film der die Gegenmeinung vertritt, also die Tierhaltung als vermeintlich schönes Leben der Tiere entlarvt.
  • Samstag, tagsüber: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema
    18 Uhr: Film "Gabel statt Skalpell"
    Laut Wikipedia: "Der Dokumentarfilm schildert, wie die westliche Ernährungsweise aus zuviel tierischem Protein, Fetten, Zucker und industriell verarbeiteten Lebensmitteln zu den typischen degenerativen Erkrankungen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, bestimmten Krebserkrankungen, sowie Diabetes Typ II und weiteren Erkrankungen führt. Eine vollwertige, fettarme, pflanzliche Kost aus naturbelassenen Pflanzen, wie Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten, kann nicht nur viele schwerwiegende Erkrankungen verhindern oder lindern, sondern sogar heilen. Dabei sollten tierische Produkte, hierbei insbesondere auch Milchprodukte und industriell verarbeitete Lebensmittel wie Fertigprodukte, Weißmehl, raffinierter Zucker und Öle, weitestgehend gemieden werden."
    ca. 20 Uhr: Pause mit Buffet, Gesprächen und mehr in der Projektwerkstatt
    21 Uhr: Wunschfilm-Abend (Open End) mit freier Auswahl von Filmen zu den Themen (unter anderem stehen zu Auswahl: "Ehrfurcht vor dem Leben - lasst uns über das Töten reden" ++ "Mattis und die Milch" ++ "Vom Glück der Kühe" + "Live and let live" + "Your Mommy kills Animals" (auch mehrere Filme gleichzeitig in verschiedenen Räumen möglich)
  • Sonntags tagsüber: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema
19. bis 21. Dezember: Sich einmischen – Akten und Pläne studieren, mitreden und protestieren vor Ort
Kreativer und widerständiger Protest ist gut. Das dürfte inkompatibel sein mit dem Versuch, sich ständig mit den Herrschenden und Privilegierten zu verbinden, um kleine Vorteile zu ergattern, aber damit das Ganze selbst zu unterstützen. Es bedeutet aber nicht, zu den Strukturen des herrschenden Systems ohnmächtigen Abstand zu halten. Ganz im Gegenteil: In den Kochtöpfen der Macht herumrühren, genau hinzugucken, Interessen zu demaskieren, Vorhaben frühzeitig und genau zu kennen, verbessert die Handlungsmöglichkeiten. Darum soll es gehen: Die vorhandenen Beteiligungs- und Handlungsmöglichkeiten im Rahmen des bestehenden Systems kennenzulernen, um sie – neben der direkten Aktion – optimal nutzen zu können, z.B. Akteneinsichtsrecht, Verwaltungsklagen gegen Planungen und Behördenentscheidungen, Bürger_innenbeteiligung bei Bauvorhaben, nach Immissionsschutzrecht usw. ++ Anmelden ++ Infoseite
Zum Programm:
  • Freitag 18 Uhr: Ankommen, Abendessen (Büffet im Glashaus)
    20 Uhr: Kennenlernen, Einführung in das Thema, Festlegung der Inhalte für den Folgetag
  • Samstag ganztags: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema des Seminars, unter anderem
    • Bürger_innenbeteiligung in Planungen (Bebauung, Immissionsschutz beim Anlagenbau usw.)
    • Wie an Infos kommen? Akteneinsichtsrecht und weitere Recherchemethoden
    • Kommunalpolitik: Verfahren, politische Gremien, Beteiligung usw.
  • Samstag, 20.12. um 20 Uhr (im Rahmen des Seminars, aber öffentlich auch für weitere Gäste)
    Film "Aufstieg und Fall der Agro-Gentechnik" - der erste große Dokumentarfilm aus der neuen Filmwerkstatt der Projektwerkstatt. 123 spannende Minuten über die Hintergründe der aufstrebenden, profitträchtigen Technik und den Widerstand dagegen. Am Ende siegte, zumindest in Deutschland und vorläufig, der Widerstand - ein nicht alltägliches Ergebnis. Wie das kam, zeigt der Film. Er ist noch unveröffentlicht - aber hier schon zu sehen!!!
    danach als OpenEnd: Gespräche, Filme und was beliebt
  • Sonntag bis ca. 15 Uhr: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema
21. Dezember bis 11. Januar: Werkeln, Gespräche und Sortieren in den Bibliotheken der Projektwerkstatt
Das kabrack!archiv ist eines der größten, unabhängigen und politischen Archive des Landes. Schön sortiert nach Themenfeldern werden Bücher, Flugschriften und Medientexte gesammelt. Sie sind für alle Menschen zugänglich - besonders wertvoll für alle, die an politischen Projekten werkeln und die Projektwerkstatt auch dafür nutzen. Rund um Weihnachten wollen wir, wie schon 2012 und 2013, gemeinsam neue Materialien einsortieren und auch die im vergangenen Jahr noch nicht geschafften Bereiche endlich einrichten (z.B. Antifa, Gender/Feminismus, Krieg/Militarismus/Imperialismus). Wer will mitmischen? Egal ob für einen Tag oder länger ... herzlich willkommen!
Und wer zudem noch Lust auf Inhalt hat, nimmt die passenden Seminare zu Beginn, mittendrin und/oder am Ende gleich mit. So erlebt und gestaltet ihr eine zusammenhängende und spannende Zeit in der Projektwerkstatt!

26. bis 28. Dezember: Den Kopf entlasten - Kritik anti-emanzipatorischer Positionen in politischen Bewegungen
Monsanto ist schuld. Nein, die Bilderberger. Quatsch, das Finanzkapital macht alles kaputt. Hinter allem stecken zwei Bankierfamilien. Europa wird immer mehr amerikanisiert. Geht doch gar nicht, weil die BRD ohnehin von den USA besetzt ist. Oder gar nicht existiert.
So oder ähnlich klingen viele Erklärungsmodelle für die Ursachen empfundener Missstände. Was sie gemeinsam haben: Sie vereinfachen, verkürzen komplexe Herrschaftsanalysen und spielen mit den Mitteln des Populismus. Statt Menschen zu eigenständigem Denken und kritischem Hinterfragen anzuregen, wandeln sie Ohnmacht oder Empörung in billige Zustimmung - zwecks politischer Beeinflussung, Sammeln von Anhänger_innen und Wähler_innen oder auf der Suche nach dem schnöden Mammon in Form von Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Vor allem aber können sie gefährlich sein, wenn plumpe Feindbilder und verkürzte Ursache-Wirkungsketten zu einem Hass gegen Bevölkerungsgruppen führen, denen die Schuld für das Böse auf der Welt zugeschoben wird - der Antisemitismus ist nur ein Beispiel dafür, die Folgen sind bekannt.
In kurzen Vorträgen, Workshops und Diskussionen werden Prinzipien vereinfachter Welterklärungen benannt und dann Beispiele vorgestellt, über die jeweils auch kurze Debatten möglich sind. Abschluss ist eine 8-Punkte-Liste für skeptisches Denken. ++ Anmelden ++ Infoseite

Zum Programm:
  • Freitag 18 Uhr: Ankommen, Abendessen (Büffet im Glashaus)
    20 Uhr: Einführungsvortrag mit Diskussion zu vereinfachten Welterklärungen (Prinzipien, Wirkungsweisen, Beispiele)
  • Samstag ganztags: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema
    18 Uhr Vorfilm "Vereinfachte Welterklärungen am Beispiel: Ausschnitte aus dem Film Friedlich in die Katastrophe" (ein Film aus der Projektwerkstatt, 18min)
    danach Hauptfilm "Die Mondverschwörung" (86min) ++ Internetseite ++ Wikipedia
    Die Handlung: Dennis Mascarenas, Chefreporter des deutschsprachigen amerikanischen Fernsehsenders DDC-TV, soll herausfinden, was die Deutschen mit dem Mond vorhaben. Ausgehend von der Frage, wem der Mond denn eigentlich gehört, gerät er bei seiner Recherche-Reise über anfänglich harmlose und teilweise auch rein kommerzielle Spielarten der Mond-Gläubigkeit mit jedem neuen Interview tiefer in eine Parallel-Welt der Esoterik und der Verschwörungstheorien, bis er zuletzt auf die extremen Weltbilder der rechten Esoterik stößt und sich – selbst schon leicht verwirrt – in Neuschwabenland auf die Suche nach angeblich dort vorhandenen „reichsdeutschen Basen“ macht.
    20 Uhr Büffet, Gespräche und anschließend: Kinonacht mit Filmen nach Wahl, z.B.
    • typische Verschwörungsfilmen wie "Zeitgeist"
    • Aufklärungsfilme
    • Verschwörungs-Verarschungsfilmen
  • Sonntag bis ca. 15 Uhr: Workshops, Diskussionen, Kurzreferate usw. zum Thema
1. bis 4. Januar mit Zeit für Debatten zu "Organisierung ohne Hausrecht und Plenum - geht das?"
Die Welt ist durchzogen von Hierarchien. In allen Beziehungen und Verhältnissen spiegeln sich Zurichtungen, Normierungen, formale Regeln und unterschiedliche Möglichkeiten wider. Sie werden durch unmittelbaren Zwang, den Druck äußerer Verhältnisse, Eigentum und Hausrecht (bei physischen Räumen) oder Passwörter (in digitalen Netzen) sowie die durch die Beteiligten eingeschleppten Vorstellungen und Verhaltensmuster ständig reproduziert. Kein Ort sozialer Interaktion ist dagegen gefeit – es gibt keinen richtigen Ort im Falschen! Daraus folgt aber nicht, dass es nicht relative Befreiung geben kann und gegenkulturelle Veränderung. Zwang und äußerer Druck können durch widerständige Organisierungsformen gemildert werden. Eigentums- oder Admin-Vorrechte lassen sich z.B. vertraglich ausschließlich. Zurichtungen sind veränderbar, wenn andere Zurichtungsverhältnisse wirken. Genau daher rührt die Idee, gegenkulturelle Verhältnisse zu schaffen. Ein "offener Raum" kann als ein solches Aktionsfeld bezeichnet werden. Es gibt keine Beschränkungen, diesen zu nutzen und zu füllen - außer die anderen Akteur_innen, mit denen bei Interessenkollision (z.B. Nutzung der gleichen Infrastruktur, Flächen u.ä. zur gleichen Zeit) eine direkte Vereinbarung geschlossen wird. Ein Raum und seine Ausstattung (Technik, Räume, Wissen, Handlungsmöglichkeiten usw.) sind dann offen, d.h. gleichberechtigt für alle nutzbar, wenn die Beschränkungen formal und praktisch nicht bestehen, d.h. der Zugang zu den Handlungsmöglichkeiten darf weder durch verschlossene Türen, Vorbehalte, Passwörter usw. verwehrt werden können noch dürfen Wissensbarrieren hingenommen werden, die Einzelne von der Nutzung des offenen Raumes und seiner Teile ausschließen. Ziel ist das Erlernen und Neugestalten von Selbstorganisierung und freier Kooperation in sozialen Räumen ohne zentrale Entscheidungsfindung. Gleichzeitig geht es um die Förderung von Kreativität und Selbstentfaltungsmöglichkeiten.
Die „Stiftung FreiRäume“, Ideengeber und Träger von experimentellen Räumen ohne Hausrecht und Regeln, lädt ein zu Diskussions- und Nachdenktagen über das Modell offener Räume. Es sollen streitbare Begegnungen sein, denn niemand hat bisher Lösungen entwickelt, die überzeugen. Ideen und Wünsche der Teilnehmer_innen sollen im Seminar/Workshops Platz finden. Die Projektwerkstatt als seit vielen Jahren offener Raum bietet Anschauung – für Gelingen und Scheitern, für Weitermachen und neue Ideen. ++ Kein festes Programm, sondern nach Absprache über die Tage verteilt ++ Anmelden ++ Infoseiten zu offenen Räumen und zur Stiftung FreiRäume

7. bis 11. Januar 2015: Fünf Tage intensiv - Theorie der Herrschaftsfreiheit

Wie kann eine herrschaftsfreie Welt aussehen? Diese Frage beschäftigt Philosoph_innen, manch zukunftsorientierte PolitikerIn-nen oder Aktivist_innen, Roman- und Sachbuchschreiberlinge. Doch ein kritischer Blick zeigt meist: Zukunftsdebatten sind eher ein Abklatsch heutiger Bedingungen mit netteren Menschen in der Führung. Der Ansatz von "Freie Menschen in freien Vereinbarungen" ist radikal anders: Mit scharfem, analytischen Blick werden die Bedingungen seziert, unter denen Herrschaft entsteht, wie sie wirkt und was sich wie ändern muss, damit Menschen aus ihrem Streben nach einem besseren Leben (Eigennutz) sich nicht nur selbst entfalten, sondern genau dafür die Selbstentfaltung aller Anderen brauchen und deshalb mit herbeiführen. Der Anspruch an das Seminar ist nicht weniger als der Versuch, eine Theorie der Herrschaftsfreiheit darzustellen, zu diskutieren und, wo nötig und möglich, weiterzuentwickeln. Die Länge des Seminars ermöglicht es, alle Formen der Herrschaft und ihrer Wirkung zu klären und die Aspekte einer herrschaftsfreien Welt zusammenzutragen. Vorab was zum Thema lesen? Hier ... ++ Anmelden
Was kostet die Teilnahme?

Wir wollen keine festen Preise. Menschen haben unterschiedlich viel Geld - warum sollen alle gleichviel zahlen? Da wir nicht wissen, wer was leisten kann, stellen wir eine Dose auf, in der alle nach Selbsteinschätzung etwas reinwerfen können für Unterkunft, Essen und Seminarprogramm. Wer eine Quittung drüber braucht - auch kein Problem.

Mögliche weitere Themen (auf Wunsch durchführbar)

Wenn sich genügend neue Interessent_innen zusammenfinden, können die folgenden Themen auch erneut angeboten werden. Daher dann bitte im Formular oder Mail voranmelden oder direkt in der Projektwerkstatt Kontakt aufnehmen.

Selbstorganisierung:
Gegenkulturelle Idee und praktische Möglichkeiten für politische Gruppen und einen vom Geldzwang befreiten Alltag

Zwei bis drei Jahre mit vollem Idealismus, dann ist meist die Batterie leer ... politische Akteur_innen, kurz zuvor noch auf der Suche nach Alternativen zu Ausbildung, Job, Verwertung usw., passen sich den Gegebenheiten an, werden spießiger oder modern-kapitalistischer als alle, die früher ein abschreckendes Beispiel für sie waren. Politischen Gruppen und Einrichtungen geht es oft noch schlimmer: Der scheinbare Zwang zu finanziellen oder formalen Absicherungen, der unreflektierte Hang zu Verregelungen der Zusammenarbeit sowie der Druck der äußeren Verhältnisse führen meist sehr schnell zu Anpassung und Abhängigkeit von Zuschüssen, öffentlichen Räumen, Medien usw.
In diesem Seminar sollen Alternativen aufgezeigt und, viel wichtiger, gemeinsam erarbeitet werden. Kreative Diskussionsformen sollen dabei die Chance bieten, sich zu lösen von dem, was uns Jahrzehnte als einzig möglicher Lebensweg oder einzig erfolgversprechende Organisationsform vermittelt wurde. Es geht um ein Leben ohne Beruf, Organisieren statt Finanzieren, offene Freiräume, eigene Medien, gemeinsam genutzte Infrastruktur aufbauen und vieles mehr. ++ Voranmelden ++ Infoseite

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Anspruch, Abläufe und Organisierung der Seminare

Inhaltliche Ziele

Es geht in allen Fällen um die Selbstaneignung des aktuellen Diskussions- und Wissensstandes zum Thema. Dabei soll nicht eine Auslegung als richtig präsentiert und andere denunziert werden, sondern – unterstützt durch entsprechende Methoden des Seminars (siehe unten) – die Möglichkeit geschaffen werden, sich der verschiedenen Denkansätze zu vergewissern und diese für sich aufzunehmen, zu hinterfragen, in eigenes Denken einzubauen oder zu verwerfen. Es ist möglich und im Sinne einer guten Streitkultur sogar wünschenswert, wenn Eigensinnigkeiten zwischen den Seminarteilnehmer_innen bestehen bleiben und ausgetauscht werden können.
Darüber hinaus geht noch der Anspruch des Seminars, auch neue Ideen zu entwickeln und Erkenntnisse zu gewinnen. Es sind in diesem Sinne keine reinen Schulungen, sondern intensive Wochenenden oder mehrere Tage der Selbstaneignung von Wissen und der Debatte über das Angeeignete hinaus.

Die Methoden

Einstieg
Für jedes Seminar wird ein Fragenkatalog erstellt, eine lose, aber doch analytische Leitschnur für die Beschäftigung mit dem Thema. Der Katalog soll dabei selbst dynamisch sein, d.h. ständig durch die Teilnehmer_innen selbst ergänzt und weiterentwickelt werden. Es würde eine Qualität der Seminare zeigen, wenn zu Wissensaneignung und neuen Erkenntnissen auch neu entworfene Fragestellungen kommen – selbst wenn sie nicht mehr im Seminar beantwortet werden können.

Verlauf
Die Seminare sollen auf einem klugen Wechsel unterschiedlicher Diskussionsformen basieren – sowohl hinsichtlich der Art der Debatte und Wissensaneignung wie auch der Gruppengrößen. Mindestens wird es einen Wechsel zwischen Gesamtrunde und kleinen Gesprächskreisen geben. Die Gesamtrunde dient ausschließlich dem Austausch, der organisatorischen Vereinbarung (z.B. über weiteren Ablauf, Zeiten usw.) sowie des anregenden Brainstorming, welches wieder in kleinere Runde mündet.

Open Space
Ab einer Größe von 20 Personen kann der gesamte Ablauf als selbststeuerndes „Open Space“ organisiert werden. Die Räumlichkeiten der Projektwerkstatt sind auf dieses Verfahren (Beschreibung siehe www.hierarchnie.de.vu) bestens angepasst. Das Verfahren wird zu Beginn erläutert. Es gibt einige feste Zeiten für Austausch und Brainstorming in Gesamtrunden.

Besondere Phasen
Für einige Anlässe sind besondere Gruppen- und Gesprächsmethoden vorgesehen.

Thema im letzten Teil: Kreative Aktionen in Alltag und Öffentlichkeit
Der letzte Abschnitt ist jeweils der Frage praktisch-widerständiger Anwendung gewidmet. Er beginnt mit einer kleinen, lebendigen Einführung in die Welt kreativer Aktionen – von verstecktem Theater über Kommunikationsguerilla bis zu intelligenter Sabotage werden an konkreten Beispielen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Dauer: 1-2 Stunden je nach Anzahl von Nachfragen und bereits in diese Phase eingebetteter Beispiele.

Verabredungen und Handlungsspeicher
Permanent wird ein Plakat mit Ideen für über das Seminar hinausreichenden Verabredungen und Vorschlägen geführt. Sofort bei Nennung, zwischendurch oder am Ende werden hierzu nochmal konkrete Schritte vereinbart – soweit Interesse dazu besteht.
Mögliche und erwünschte Folgen
Die Seminare sollen die inhaltliche Debatte neu starten, weiterführen, emanzipatorische Positionen für Aktivist_innen und Aktionsideen für inhaltlich Interessierte fördern. Es geht um die Aneignung des Debattenstandes zum Thema, aber auch über eine darüber hinaus führende Auseinandersetzung. Der Stellenwert des Nachdenkens über den kritischen Blick auf die Gesellschaft soll gehoben, die Umsetzung emanzipatorischer Ziele im eigenen Leben und politischen Kampf sowie die bessere Vermittlung solcher Positionen im Rahmen politischer Aktivität gestärkt werden.
Gewünscht ist auch die Wiederholung solcher oder ähnlicher Seminare an anderen Orten durch Teilnehmer_innen der Seminare in der Projektwerkstatt.

Die Vorbereitung

Inhaltlich
Jedes Seminar bedarf eines inhaltlichen Vorbereitungsprozesses. Dabei geht es nicht um eine Vorwegnahme des Seminars im kleineren Kreis, um die Inhalte selbst schon drauf zu haben. Das ist nicht nötig, denn es soll diese Zweiteilung in Referent_innen und Teilnehmer_innen nicht geben. Andererseits soll nicht alles dem Zufall des gemeinsamen Prozesses überlassen, sondern genau überlegt werden, welche Gruppenmethoden zur Anwendung kommen können, wie das Seminar startet, welche Inputs durch Referent_innen oder Texte vorbereitet werden. Zudem werden Fragenkataloge, Arbeitsmaterialien und mehr für die Kleingruppenphasen erstellt.
Ich freue mich über Menschen, die für ein konkretes Seminar ihre Mitwirkung hier zusagen.

Organisatorisch
Für jedes Seminar ist eine gewisse Organisierung notwendig. Hier wäre Hilfe sehr wünschenswert. Mindestens nötig sind:

Es wäre also schön, wenn für jedes Seminar z.B. 1-3 Personen einen Tag früher anreisen und hier mitwirken.

Unabhängig davon wäre möglich, vor oder auch während eines Seminars die Ausstattung der Projektwerkstatt zu diesem Thema zu verbessern, z.B.

Kontakt von Nachfragen über Mitwirkung bis zu Anmeldung zu den Seminaren:
Jörg Bergstedt, c/o Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen, Tel. 06401/903283, Mail ...

Die regionalen Terminübersichten


Die Projektwerkstatt in Saasen ...

Gut erreichbar mit Bahn, Bus, Rad und Stinker liegen die Gebäude der Projektwerkstatt. Das ganze Haus ist als offene Plattform ausgebaut mit Archiven, politischen Werkstätten voller technischer Infrastruktur, nutzbaren Gruppenräumen bis hin zu einem kleinen Seminarhaus. Das alles steht nicht nur da, sondern ist mit Leben gefüllt. Die Projektwerkstatt ist Ort etlicher Treffen, hier entstehen Ausstellungen, Bücher, Kalender, Zeitungen oder Aktionsideen. Die Ausstattung hilft bei der Umsetzung - und die Crew der Projektwerkstatt hat viele Erfahrungen mit Aktionen, politischer Einmischung, Öffentlichkeitsarbeit, Widerstand und auch Gruppenmethoden, vor allem solche, die Dominanzen abbauen. Wer immer hier herkommt, kann dieses Know-How abgreifen ... die Menschen aus der Projektwerkstatt lassen sich gerne in Treffen "hineinziehen" ...

Termine im Infoladen Giessen (wenn nicht zu sehen, hier klicken ...)
Gruppen und Aktionsorte in Giessen

Giessen war 2002-2004 bekannt für seine bemerkenswerten Serien an kreativen Aktionen. Die Mischung an Kommunikationsguerilla, Subversion über Veranstaltungen, visionäre Projekte bis hin zu gezielter Militanz führt zu etlichen öffentlichen Debatten - obwohl die Tageszeitungen, Rundfunk und Fernsehen abgesprochenerweise alle Widerständigkeit totzuschweigen versuchen.
Eine besondere Spezialität ist die kreative Antirepression: Ständig waren die Repressionsorgane wie Knast, Justiz, Polizei, Arbeits-, Sozial-, Standes-, Finanzamt oder die Ausländerbehörde Ziel von Aktionen. Verbunden war das mit der Kritik an Staaten, Herrschaftsinstitutionen und gesellschaftlicher Normung. Und mit Gegenvisionen einer herrschaftsfreien Welt.
Inzwischen ist Ruhe eingekehrt und es überwiegt die übliche "linke" Praxis: Gruppentreffen, Lobbyarbeit, mal eine Latschdemo ... verbliebene Projekte

Ansonsten sind die meisten Giessener Politgruppen nur wenig an Kooperation interessiert und agieren oft sehr verbandsfetischistisch. Daher sind hier keine weiteren Links angegeben, müßten sie doch mit Warnungen verbunden sein, dass neue Interessierte dort vor allem als Verbandshelfer_innen gesehen werden - nicht jedoch als Mitmischende in gleichberechtigten, offenen Aktionsstrukturen. Einige Gruppen, auf die das teilweise nicht oder nur abgeschwächt zutrifft, haben auch gar keine Internetseiten.

Mehr Infos

Wer regelmäßig Infos haben möchte, kann verschiedene Wege gehen, z.B. ab und zu hier auf den Seiten vorbeigucken oder ...

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Weitere Terminkalender

Regionale Infos und Aktionen

Die Liste wäre lang ... damit es nicht zu unübersichtlich wird, findet Ihr im folgenden einige ausgewählte Links, über die Ihr wieder zu mehr kommt. Es sind Berichte, spannende Zentren und ihre Termine sowie Übersichten über Projekte in Mittelhessen.