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Wer schuf den Menschen? Gott!
Wer schuf Gott? Die Menschen!

Religiöse Wahrheit ++ Kirchen- und Religionskritik ++ Links

Religiöse Wahrheit - nein Danke!

Aus Michael Schmidt-Salomon, "Offenheit statt Offenbarung"
Ein Großteil der zahlreichen historisch wie in der Gegenwart festzustellenden Unmenschlichkeiten können nämlich verstanden werden als Epiphänomene einer fehlerhaften, meist unreflektierten, erkenntnistheoretischen Einschätzung: dem unter Religiösen aller Coleur anzutreffenden Irrglauben, im Besitz der absoluten, universell gültigen Wahrheit zu sein, oder genauer: im Besitz dieser Wahrheit sein zu können.
Die hier anzutreffende Konstruktion einer durch Offenbarung ermöglichten Schnittmenge zwischen der jenseitigen "Welt an sich" mit der diesseitigen "Welt des Menschen" war die epistemologische Ursache für millionenfaches Morden. Es gab in der Geschichte der Menschheit kaum eine Idee, die soviel Leid, soviel Elend provozierte, wie die religiöse Idee, daß absolute Wahrheit (Gott, Schicksal etc.) losgelöst vom Menschen existiere und per Offenbarung Auserwählten zuteil werden könne.
Denn Offenheit und Offenbarung schließen einander aus. Potente Offenbarungs-Religionen kennen -wenn man ihnen den Freiraum läßt- allzu häufig nur eine Maxime, den Umgang mit dem Andersdenkenden betreffend: Du wirst dran glauben - oder: Du wirst dran glauben! Eine Maxime, die nicht nur zur Zeit der Kreuzzüge brutal umgesetzt wurde. Anfang der vierziger Jahre unseres Jahrhunderts mußten bekanntlich einige Hunderttausend Serben und Serbinnen "dran glauben", weil sie sich nicht zum Katholizismus bekehren lassen wollten. ...
Eine der größten und wichtigsten Leistungen der kritischen Vernunft ist die Erkenntnis des konstruktivistischen Charakters unserer Weltwahrnehmung und die damit verbundene Absage an den Olymp.
Die menschliche Vernunft ist bescheidener geworden. Sie behauptet nicht mehr, die Welt aus olympischer Perspektive erkennen zu können, sie weiß, daß sie dazu nicht in der Lage ist, weil sie selbst "die Welt" anthroporelational konstruiert.
Der Kern dieser Erkenntnis läßt sich in einem einzigen Satz ausdrücken, den zu beherzigen erste WeltbürgerInnen-Pflicht sein sollte:
Wir können die Welt nicht wahrnehmen, wie sie losgelöst von unserer Wahrnehmung existiert.
Wenn dieser Satz stimmt (und ich kenne keine vernünftige Widerlegung dieses Satzes), so heißt dies, daß der gesicherte Zugang zur "Welt an sich" (die Welt losgelöst von unserer Wahrnehmung) für alle Zeiten versperrt ist und daß die einzige Welt, über die wir gerechtfertigt verhandeln können, die "Welt des Menschen" ist, eine menschliche Konstruktion, von der wir nur wissen, daß sie sich in den Kämpfen der Evolution wohl als existentiell sinnvoll herausgestellt hat. Ob und inwieweit aber diese Konstruktion mit der "Welt an sich" übereinstimmt, läßt sich nicht entscheiden, weil wir als Menschen für diese Entscheidung keine Kriterien besitzen. ...
Die religiöse Reklamierung eines Anspruchs auf offenbarter "Welt an sich"-Wahrheit verstößt fundamental gegen dieses Grundprinzip des Diskurses, denn der religiöse Mensch benutzt im Gegensatz zum nichtreligiösen nicht nur Argumente, die in der "Welt des Menschen" beheimatet sind (die gegeneinander abgewogen und modifiziert werden können), er benutzt zudem noch Argumente, die ihrem Anspruch nach einer höheren Ebene angehören (die durch menschliche Argumente nicht aufgehoben werden können). Durch diese pseudotranszendentale Verstärkung seiner Argumente wird der religiöse Mensch argumentativ unangreifbar. Er steht über den Dingen, berichtet über höhere Einsichten. Konsequenz: Er überhöht sich selbst, übervorteilt und erniedrigt seine(n) nichtreligiöse(n) KommunikationspartnerIn, der/die in der Kommunikation nicht mit gezinkten Karten spielt.

Aus der Bibel: Johannes-Evangelium 20, 29
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Papst Leo x., zitiert hier ... - genaue Quelle unbekannt
Wieviel dieses Märchen von Christus uns und den Unseren genützt hat, ist allbekannt!

"Wir sind Papst" (Schlagzeile der BILD-Zeitung)

Deutsch, rechts, reaktionär - was will mensch mehr? Kardinal Ratzinger hat's zum Papst geschafft - er selbst nennt sich Papst Benedikt XVI. und war seit 1981 Kardinal in Rom.

Der eher als "linker" Sozialdemokrat geltende ehemalige Kirchentags-Chef Erhard Eppler ist vom konservativen Papst begeistert - Hauptsache, ein Deutscher sitzt oben?

Erhard Epplers Text "Der Neoliberalismus ist am Ende" in: FR 12.11.2005 (S. 8)
Immerhin ist dieser kluge deutsche Professor jetzt Papst.

Plakat aus Zeitschrift "Dorfkirche"Kirchen- und Religionskritik

Religionskritik

Aus Canfora, Luciano (2006): "Eine kurze Geschichte der Demokratie", PapyRossa in Köln (zitiert nach: Junge Welt, 13.4.2006, S. 10)
Nach dem Willen Gottes ist das Volk der Ursprung jeder rechtmäßigen Gewalt. Die Gemeinden Englands, die im Parlament versammelt sind, welches vom Volk gewählt ist und dieses repräsentiert, sind die oberste Gewalt dieser Nation. ...
Liest man die Protokolle dieser Debatte, so fällt deren stark religiöser und »reformatorischer« Geist auf; man berief sich einzig auf die Bibel und das Christentum. Für die Vertreter Cromwells erzählte das alttestamentliche Buch Exodus die Geschichte einer künftigen Befreiung. Die Bibel verwies also auf die Zukunft und nicht auf die Vergangenheit. ...
Der Kampf der Ideen wurde auf dem Boden der Religion ausgetragen, und die Ideen und die Mythen, auf die man sich bezog, fanden sich in der Bibel und in Luthers Aufbegehren gegen Rom hundert Jahre zuvor. ...
Im Brief an die Galater betont Paulus erneut: »Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau« (3, 28), mahnt jedoch im Ersten Brief an die Korinther: »Jeder soll in dem Stand bleiben, in dem ihn der Ruf Gottes getroffen hat« (7, 20). Ein instabiles, praktisch jedoch ausgesprochen produktives Gleichgewicht: Alle verharren an ihrem Platz, die entlaufenen Sklaven kehren zu ihren Herren zurück, die sie dann menschlich behandeln. Anderswo aber besitzen diese Unterscheidungen keine Gültigkeit. Die Verfassunggebende Versammlung Virginias zog anfangs sogar eine gesetzliche Bestimmung gegen entflohene Sklaven in Erwägung.(...) Von einer biblischen »Weltsicht« gelangte man eben nicht unbedingt zur Befürwortung der Freiheit aller Menschen hier und jetzt, in der konkreten sozialen Gegenwart.

Aus Frerk, Carsten, "Das Geschäft mit der Nächstenliebe", in: FR, 1.6.2006 (S. 9)
Die vielfältige Arbeit von Caritas und Diakonie kommt vor allem dem Image der beiden Kirchen zugute: "Die tun doch so viel Gutes."
Hinsichtlich der Finanzierung dieser Einrichtungen darf die beständige Wiederholung: "Die Kirche ist der Träger von Kindertagesstätten, Krankenhäusern, Altenheimen, etc." jedoch nicht täuschen, da in wesentliche Bereiche überhaupt kein Cent Kirchengeld fließt und die gesamten kirchlichen Zuschüsse für Caritas und Diakonie nur 1,8 Prozent von deren Gesamtkosten abdecken. ...
Dafür wird jetzt Abhilfe geschaffen. Das bereits von der rot-grünen Bundesregierung formulierte Antidiskriminierungsgesetz, das dieser Tage vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, gibt den Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften das gesetzlich festgeschriebene Privileg, nach ihren eigenen ethischen Lehren "Loyalitätsanforderungen" zu formulieren, die nicht als Diskriminierung gelten.
Das bedeutet für die vielen MitarbeiterInnen beider Kirchen und bei Caritas wie Diakonie eine gesetzlich erlaubte Beschränkung der individuellen Rechte der freien Religionsausübung, der Berufswahl, der sexuellen Selbstbestimmung, der freien Partnerwahl und Lebensform - also Diskriminierung auf Grund eines Bundesgesetzes, das behauptet, gerade das verhindern zu wollen. Dies ist ein besonders fatales Beispiel für den Abbau von Bürger- und Menschenrechten. In Deutschland. Aktuell.

Aus Bernd Rebe, "Die geschönte Reformation" (S.76f)
Nach der von Hitler angeordneten Mordaktion gegen den SA-Führer Ernst Röhm, einige andere SA-Größen, aber auch gegen Teile des Bürgertums, am 30. Juni 1934 lud der aus Riga stammende braun- schweigische Pfarrer Ernst Brutzer zu einem "Dankgottesdienst aus Anlass der Säuberungsaktíon" ein. Hierin führte er (an den Bibeltext Röm. 13 von der Obrigkeit anknüpfend) aus,
"dass Hitler der von Gott bestellte Wächter (sei), der über dem Vaterland wache. Er gebe Gott immer wieder die Ehre. Ihm habe Gott beigestanden, ihm Entschluss und Tatkraft verliehen. "Wir danken es in diesem Hause, das uns der Gegenwart Gottes bewusst werden lässt, unserem Führer, dass er sich unter Gott beugt, und in der Vollmacht, die er ihm gegeben hat, im höchsten Verantwortungsbewusstsein vor Gott und vor dem Volk, dessen Schicksal ihm anvertraut ist, getan hat, was er tun musste, ohne Rücksicht auf die Person, um unser Volk vor dem Verderben zu retten und zu bewahren vor fremder Mächte Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten, die wir Deutschen nach Gottes Willen selbst zu ordnen und zu leiten haben".
Im Rückblick auf die vergangenen 16 Monate stellte Brutzer fest.
"Wir freuten uns von Herzen in der Erkenntnis, dass Gerechtigkeit unser Land zu erhöhen begann und dass die volksverderblichen Mächte der Unordnung, Zuchtlosigkeit, des Liberalismus, der Sünde immer mehr an Boden verloren. Wie Jesus bei der Reinigung des Tempels die Geißel geschwungen habe, so "hat Jesus wieder einmal durch die Hand Adolf Hitlers seine Geißel geschwungen auch über unser deutsches Land". Die Ansprache klang aus in der Freude, dass "in diesem Eingriff Gottes durch unsren Kanzler eine Freundlichkeit und Güte Gottes zum Besten unseres Volkes und Vaterlandes" sichtbar werde" (Zitat Kuessner, S. 208/209).
Parallel hierzu hatte Pfarrer Grüner von der Braunschweiger Martinikirche in einem Gemeindebrief festgestellt: "In Adolf Hitler ist uns Jesus Christus erschienen." Grüner predigte dann:
"Bisher hatte das deutsche Volk in Hitler den Befreier aus nationaler Schande und sozialer Not gesehen; es hatte ihn erkannt als den Erbauer des Dritten Reiches und schenkte ihm darum sein Herz und seinen Glauben. Am 30. ]uni wurde er zum Vollstrecker eines Gottesgerichts - weil er Vollmacht von Gott hatte. Den Glauben an seine Sendung, den einst schon Luther hatte; nicht nur vor Kaiser und Reich, Papst und Kirche zu treten, sondern auch in das aufrührerische Wittenberg zu gehen, als verbrecherische Horden sein Werk zu zerstören drohten, - diesen Glauben hat auch Hitler, und darum hat er im Namen und im Auftrag eines Höheren handeln und siegen können."
Diese "religiöse Überhöhung der Mordaktion", wie Kuessner diesen Vorgang zutreffend kennzeichnet, ist aber nicht nur bei den "Deutschen Christen" zu finden, sondern etwa auch bei Pastor Alfred Goetze, der als Mitglied des Pfarrernotbundes der Bekennenden Kirche angehörte.

ReligionskritikerInnen
Kirchenkritik

Auszüge aus der Dokumentation in der FR, 11.2.2006, S. 10
Wann genau es angefangen hat, weiß heute keiner mehr. Irgendwann war es plötzlich da, das Unfassbare. Das Böse. Es nannte sich Luzifer, Judas, Hitler, Nero und Kain. ... Die Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Josef Höffner, allerdings enttäuschte bald. Er teilte im April 1978 mit: "Es besteht für die Menschen des ausgehenden 20. Jahrhunderts kein Grund, das Wirken Satans und böser Geister in unserer Welt zu leugnen oder die Aussagen darüber als absurd zu empfinden." Und Kardinal Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI., erklärte bei einer Fernsehdiskussion des Bayerischen Rundfunks am 21. April 1978: "Aus dem Neuen Testament kann zwingend auf die Existenz des Teufels als eines personalen Wesens geschlossen werden." Einzige Autorität im Kampf gegen das Böse sei die römisch-katholische Kirche.

Kirchenschützer

Gregor Gysi (damaliger Linken-Fraktionschef im Bundestag) im Interview
Kirchen wird es solange geben, solange die Menschen religiös glauben und ich kann mir keine Zeit vorstellen, in der die Menschen aufhörten, dies zu tun. Nur durch die Religionsgemeinschaften haben wir zum Beispiel in Deutschland allgemein verbindliche Moralvorstellungen. Dabei spielt die Bergpredigt eine besondere Rolle. Der Kapitalismus setzt auf Konkurrenz und Wettbewerb, erzeugt also keine Moral. Die Linken sind im letzten Jahrhundert so gescheitert, dass auch sie zur Zeit nicht fähig sind, allgemein verbindliche Moralformen aufzustellen. Nur dank der Religionsgemeinschaften verfügt unsere Gesellschaft noch über solche.

Bibelkritik
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Wer nach besonderen Formen von Kirche und Religion im Raum Gießen sucht, hier ein paar Hinweise ...
Sog. Sekten jenseits der Staatskirchen
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