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Martin Luther
Antisemit, Frauenhasser, Sozialrassist, Reaktionär

Achtung!!! Deutschnational und christlich-fundamentalistisch werden 2017 500 Jahre Thesenanschlag abgefeiert - und damit Luther, der die Verbrennung aller Juden und die Tötung aller "Gebrechlichen" forderte, Revolutionen verdammte und Frauen für minderwertige Wesen hielt. Andererseits: Optimal für Aktionen. Eine Möglichkeit wäre, die aktive Phase mit dem 31.10.2016 zu beginnen (also 499 Jahre Thesenanschlag).

Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526
Ich möchte mich fast rühmen, dass seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und gerühmt worden ist wie durch mich. Sogar meine Feinde müssen das zugeben. Und dafür habe ich doch als Lohn den ehrlichen Dank verdient, dass meine Lehre aufrührerisch und als gegen die Obrigkeit gerichtet gescholten und verdächtigt wird. Dafür sei Gott gelobt!

Aus "Denklinien der Weltkulturen" (S. 65)
Der humanistische Denker Erasmus von Rotterdam wollte die neue Kultur der Neuzeit auf zwei Säulen bauen, nämlich auf der Moral der stoischen Ethik und auf den Lehren der christlichen Bergpredigt. Doch der Reformtheologe Martin Luther widersprach ihm heftig, für ihn genügte allein die Bibel (sola scriptura) als Säule der neuen Kultur. Damit hat dieser Theologe die Impulse der humanistischen Denker für lange Zeit verzögert, lange Religionskriege zwischen den Konfessionen waren die Folge.

Sprechblase Lutherzitat

Martin Luther gilt als großer Held und wird ungebrochen als nationale Symbolfigur genutzt. Seine Ideologien sind allerdings derart menschenverachtend, dass er ohne Skrupel als Vordenker der Nazis bezeichnet wird, die sich immer wieder positiv auf den Reformator bezogen: In abstossenden Formulierungen phantasierte er über das feurige Ende aller Juden, vom Ersäufen behinderter Menschen in der Gosse und rechtfertigte das Morden an den aufständischen Bauern. Martin Luther steht für Sexismus, Sozialrassismus, Antisemitismus und Obrigkeitshörigkeit - ungeachtet dessen feiern die evangelische Kirche und auch insgesamt die patriotischen Teile Deutschland Luther unkritisch als wichtigen Gesellschaftsgestalter. Aufklärung und kreativer Widerstand gegen den Luther-Fankult bleiben auch in Zukunft notwendig - diese Seite ist hoffentlich ein kleiner Beitrag zu dieser kritischen Auseinandersetzung. Fragen, Anregungen, Kritik? Einfach Kontakt aufnehmen!


Luther am Boden - als Ergebnis des Krieges, den sein "praktischer Vollstrecker" (Hitler) angezettelt hatte.
Der umfassende Überblick über Luthers Ideologien, Hasspredigten und die Folgen im "grünes blatt"-Schwerpunkt 2/2016 (PDF).

Gegen deutschen Heldenmythos

Völker und Nationen sind Konstrukte – das erste weitgehend ohne, das zweite aber mit dem vollen Schwall formaler Regelungen. Innen und Außen, das Eigene und das Fremde, das „Wir“ und das „Die“ schaffen Identität, das Gefühl organisierter Geborgenheit und Zugehörigkeit. Ein Mensch, der in solchen prägenden Verhältnissen aufwächst, wird vieles mehr verinnerlichen und die Existenz von Völkern und Nationen als unumstößliche Tatsachen akzeptieren. Und noch schlimmer: Als Folge wird das Konstruierte als Selbstverständliches wieder im Denken reproduziert, an andere Menschen weitergegeben und so die Konstruktion selbst weiter vorangetrieben.
Auch Deutschland hat Helden. Sie wechseln je nach Zeitgeist und entsprechend den Interessen bzw. Ideologien derer, die den Diskurs privilegiert beeinflussen können. Aber sie alle brauchen identitätsstiftende Helden – nicht als einziges, aber Helden (oft ausschließlich männlich, aber in feministischen Kreisen fehlen die Heldinnen dann auch nicht) sind gute Projektionsflächen dafür, was als identitätsstiftendes Gedankengut in ihnen verpackt werden soll.

Das prägnanteste Beispiel der letzten Jahre in doitschen Landen ist Martin Luther. Wer sich anschaut, was er für Theorien vertreten hat, würde sich – so er/sie nicht eine extreme rechte Gesinnung hat – angewidert abwenden. Alles Jüdische soll verbrannt, Behinderte ersäuft werden, Frauen sind nur darum da, um Männer zu gebären. Hoch lobt er die Obrigkeit und fordert die totale Unterwerfung selbst unter die fiesesten Herrscher. Da Luther tot ist, könnte mensch auch zur Tagesordnung übergehen – mit einem kritischen Hinweis zu jeder Geschichtsschreibung, die Luther als großen Reformator darstellt. Aber Luther ist nicht einfach tot. Er lebt – als deutscher Held. „Luther – eine deutsche Heldengeschichte“ titelte die Filmwerbung Ende 2003, als der Film die Kinos füllte. Von kritischen Bezügen auf Luthers Sprüche und Handlungen – kein Wort. Das Volk jubelt Luther zu, er kämpft aufrichtig gegen die kirchliche Obrigkeit. Das zieht – und macht ganz vergessen, wie er zu der ihm genehmen Obrigkeit stand, wie er sich für den Massenmord an den aufständischen BäuerInnen aussprach.

2017 soll die deutsch-nationale und religiöse Packung noch größer werden: 500 Jahre Thesenanschlag, ein bundesweiter Reformationsfeiertag und zahlreiche Heldenveranstaltungen stehen bevor - vermutlich mit den üblichen Auslassungen.

Lutherkritische Aktionen

Das Spektakel um Luther rund um den Film blieb 2003 bis 2005 zum Glück nicht ungestört. Zu Film gab es Flugblattaktionen, Ausstellungen und manch Veranstaltung. Die Mehrzahl der Kinos verweigerte jegliche Kooperation – der Heldengenuss sollte ungestört über die Leinwände flimmern. In einer der Wirkungsstätten von Luther, der Lutherstadt Wittenberg, lief eine Aktionswoche gegen Luther, wo verschiedene Aktionen zusammenkamen und recht wirkungsvoll auf die reaktionären und diskriminierenden Positionen von Luther hinwiesen. Gegenüber dem Heldenmythos ist das wenig – aber die Aktionsform setzt dort an, wo die modernste Form der Herrschaft stattfindet: Die Herrschaft über die Köpfe, der Diskurs.

Und nun? Gibt es vor bzw. in 2017 wieder Aktionen, die der Geschichtsverfälschung und dem nationalen Taumel etwas entgegensetzen?

Die offiziellen Termine (soweit bekannt)

Grundsätzliches zu Martin Luther
Originaltexte von Luther
Zitate
Im Original: Text von Michael Krämer ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Der Thesenanschlag Luthers am 31.10.1517 jährt sich im Jahre 2017 zum 500. Mal
Die EKD hat deshalb am 21. September 2008 bis 2017 die Luther-Dekade ausgerufen, innerhalb derer in vielfältiger Form des Reformators gedacht wird. Die Theologische Fakultät der Humbold-Universität Berlin veranstaltet in der Zeit vom 5. bis zum 7. Oktober 2015 eine internationale Tagung zum Thema "Protestantismus Antijudaismus Antisemitismus" (Konvergenzen und Konfrontationen in ihren Kontexten).
Am 31. Oktober 1517 hat Martin Luther in Wittenberg die 95 Thesen angeschlagen. Sie haben eine Diskussion ausgelöst, die schließlich zur Reformation geführt hat. Insbesondere in den Lutherstädten Wittenberg, Eisleben, Erfurt, Torgau und Eisenach/Wartburg werden daher bis 2017 zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. Der Lutherische Weltbund (LWB) hat in Wittenberg ein Zentrum eingerichtet, durch das die Einbeziehung der Mitgliedskirchen in die Lutherdekade und die Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum sichergestellt werden soll. Damit wird die weltweite Ausstrahlung der Reformation unterstrichen und die internationale Bedeutung der Lutherdekade hervorgehoben. Einen sichtbaren Ausdruck findet das im Luthergarten, der in Vorbereitung auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation in den Wallanlagen der Lutherstadt Wittenberg bis zum Jahre 2017 nach den Plänen vom Landschaftsarchitekten Andreas Kipar entsteht. Das Projekt wurde durch den LWB in Genf initiiert, unter Mitwirkung des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Martin Luther Protestantismus Antijudaismus Antisemitismus
Neben all diesen schönen und erbaulichen Erinnerungen und Veranstaltungen scheint 500 Jahre nach dem Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg aber mehr und mehr auch die Frage nach Martin Luther, dem Protestantismus und seiner Verbindung mit dem Antijudaismus und dem Antisemitismus in die öffentliche Diskussion zu drängen.
So scheinen sich in jüngster Zeit auch in der evangelischen theologischen Wissenschaft zwei gegensätzliche Auffassung zum Thema "Martin Luther und der Antijudaismus/Antisemitismus" herauszubilden: "So sieht die eine Gruppe Luther heute tatsächlich eher kritisch. Sie ist der Auffassung, Luther sei nicht, wie es die andere Auffassung behaupte, zunächst (1523) judenfreundlich gewesen und erst im Alter (1543), aufgrund seiner Enttäuschung über die Bekehrungsunwilligkeit der Juden, zum Judenhasser geworden. Martin Luther sei auch nicht nur ein Kind seiner Zeit gewesen, und habe den Antijudaismus ausschließlich theologisch begründet. Tatsächlich habe er seine antisemitischen Forderungen zur Brandstiftung an den Synagogen, zur Zwangsarbeit für die jungen Juden und letztlich zur Vertreibung der Juden als politische Forderung an die Grafen von Mansfeld gerichtet. Deshalb sei auch die Unterscheidung der anderen wissenschaflichen Vertreter, es sei strikt zwischen dem theolgisch begründeten Antijudaismus und dem rassisch begründeten Antisemitismus zu unterscheiden künstlich. Dieser durch Luther begründete Antijudaismus/Antisemitismus sei auch, engegen der Auffassung der Kritiker, in der weiteren Tradition des Protestantismus nicht nur von untergeordneter Bedeutung gewesen., sondern es gebe einen Traditionsstrang dieses Antijudaismus/Antisemitismus im Protestantismus seit der Reformation gerade in der adeligen und großbürgerlichen protestantischen Schicht bis in das 20. Jahrhundert hinein."
Johann Gottfried Herder (1744–1803), Hofprediger in Bückeburg und Generalsuperintendent und Zeitgenosse Goethes in Weimar, hielt die Juden für "verdorben", "ehrlos" und "amoralisch", aber durch Erziehung zu bessern. Er deutete ihre Diaspora-Situation als Unfähigkeit zu einem eigenen Staatsleben und prägte den oft zitierten Satz, Juden seien seit Jahrtausenden eine parasitische Pflanze auf den Stämmen anderer Nationen. Er forderte die Abkehr von ihrer Religion als Voraussetzung für ihre nationale und kulturelle Integration.
Das im Jahre 1822 erschienene Werk von Hundt-Radowski "Die Judenschule" nehme auf Luthers antijudaistischen Schriften Bezug.
1883 habe der Historiker Heinrich von Treitschke eine Rede mit dem Thema "Luther und die Deutsche Nation" gehalten, in der er den Protestantismus als Hüter des "Deutschtums gegen fremdes Volkstum bezeichnet habe.
Von Treitschke stammt der Satz "Die Juden sind unser Unglück", der später das Schlagwort des nationalsozialistischen Hetzblattes Der Stürmer wurde. Treitschke formulierte diesen Satz in dem aufsehen erregenden Aufsatz Unsere Aussichten (1879) als angeblichen parteiübergreifenden Konsens seiner Zeitgenossen "wie aus einem Munde" und erhob darin Forderungen nach Zurückdrängen des gesellschaftlichen Einflusses der Juden.
1887 sei das "Handbuch zur Judenfrage" von Theodor Fritsch erschienen in dem zwanzig mal auf Luther Bezug genommen werde.
Der in der evangelisch-lutherischen Tradition tief verwurzelte Antijudaismus/Antisemitismus gipfelte im Jahre 1938 in einer Schrift des evangelischen thüringischen Landesbischofs Martin Sasse die am 23.11.1938 zur Rechtfertigung der Reichspogromnacht vom 09. auf den 10 November 1938 unter dem Titel "Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen" herausgegeben wurde. Martin Sasse führt in seinem Vorwort zu dieser Schift folgendes aus:"Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volke wird zur Sühne für die Ermordung des Gesandtschaftsrates vom Rath durch Judenhand die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiete im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt. Der Weltkatholizismus und der Oxford-Weltprotestantismus erheben zusammen mit den westlichen Demokratien ihre Stimmen als Judenschutzherren gegen die Judengegnerschaft des Dritten Reiches. In dieser Stunde muß die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert aus Unkenntnis einst als Freund der Juden begann, der, getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden. In dieser Schrift soll nur Luther mit seinen eigenen Worten zu uns reden. Seine Stimme ist auch heute noch gewaltiger als das armselige Wort gottferner und volksfremder internationaler Judengenossen und Schriftgelehrter, die nichts mehr wissen von Luthers Werk und willen. Wartburgstadt Eisenach, den 23. November 1938. Martin Sasse"

In der weiteren Folge zitiert Landesbischof Sasse auschließlich aus Luthers Schrift von 1543 "Von den Jüden und ihren Lügen" in der Luther ausführte: "Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? Zu leiden ist's uns nicht, nachdem sie bei uns sind und wir solch Lügen, Lästern und Fluchen von ihnen wissen, damit wir uns nicht teilhaftig machen aller ihrer Lügen, Flüche und Lästerungen. So können wir das unlöschliche Feuer göttlichen Zorns nicht löschen noch die Juden bekehren. Ich will meinen treuen Rat geben:
Erstlich, daß man ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecke, und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien und solch öffentlich Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner Christen wissentlich nicht geduldet noch gebilligt haben.
Zum anderen, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre; denn sie treiben eben dasselbe darinnen, was sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun, wie die Zigeuner [!], auf daß sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Land, wie sie rühmen.
Zum dritten, daß man ihnen nehme all ihre Betbüchlein und Talmudisten, darin solche Abgötterei, Lügen, Fluch und Lästerung gelehrt wird.
Zum vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben [!] verbiete, hinfort zu lehren; denn solch Amt haben sie mit allem Recht verloren.
Zum fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe; denn ihr sollt sie nicht schützen, es sei denn, ihr wolltet vor Gott aller ihrer Greuel teilhaftig sein.
Zum sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete. Alles was sie haben, haben sie uns geraubt durch ihren Wucher.
Zum siebenten, daß man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen, wie Adams Kindern auferlegt ist."

Am 06.Mai 1939 führte der im Protestantismus in Deutschland tief verwurzelte Antijudaismus, der durch die Nazis und die Deutschen Christen aufgegriffen und in einen rassisch begründeten Antisemitismus umgemünzt wurde, zur Gründung des so genannten "Entjudungsinstitutes" in Eisenach, welches von 11 von 28 evangelischen Landeskirchen finanziert wurde und innerhalb dessen sich 300 evangelische-theologische Wissenschaftler mit der Frage der Entjudung des evangelischen kirchlichen Lebens befasst haben.
Das Fazit kann deshalb nur lauten: Von Luthers Antijudaismus des Jahres 1543 bis zur Gründung des Entjudungsinstituts durch 11 von 28 evangelischen Landeskirchen in Deutshland im Jahre 1939 war es zwar ein fast 400 Jahre dauernder, aber doch ein ziemlich direkter Weg, auch wenn das von renomierten evangelischen-theologischen Wissenschaftlern immer wieder bestritten oder doch relativiert wird.
Die evangelische Pfarrerin Sybille Biermann-Rau hat deshalb in ihrem Buch mit dem Titel "An Luthers Geburtstag brannten die Synagogen – Eine Anfrage" folgendes ausgeführt: "Die Absage an den Antijudaismus, und insbesondere den von Martin Luther, halte ich für eine Bekenntnisfrage. Gehört eine solche Absage nicht in die Grundordnung einer Kirche, die sich eine lutherische nennt bzw. sich auf Luthers Theologie beruft? Wir können Luthers reformatorische Erkenntnisse und Luthers Bibelübersetzung -allen voran die der Psalmen- nur dann gebührend würdigen und die 500-jährige Wiederkehr des Thesenanschlags nur dann recht feiern, wenn wir uns deutlich von seinem Antijudaismus distanzieren. So habe ich die Hoffnung, dass die Evangelische Kirche in Deutschland, vertreten durch die Synode und den Rat der EKD, öffentlich und verbindlich Luthers Judenfeindschaft als Irrweg erklärt - wenn nicht zu Beginn der Lutherdekade, so im Laufe dieser Jahre bis 2017. "

Luther-Lob von links
Aus "Vorwärts zum Urchristentum", in: Junge Welt, 4.7.2015 (S. 15)
Das »Lutherjahr« 2017 wird schon lange vorbereitet; und je näher es rückt, desto mehr greifen die Medien das Thema auf. Dass aber Luther weder der erste noch der einzige war, der die mächtige Institution Kirche mutig kritisierte und dass er ohne die Wegbereiter wohl kaum zu seiner großen Leistung fähig gewesen wäre, gerät bis jetzt wenig in den Blick.

Judenverfolgungs-Lob mit Lutherbezug durch die evangelische Kirche im Dritten Reich
"Die nationalsozialistische deutsche Führung hat mit zahlreichen Dokumenten unwiderleglich bewiesen, daß dieser Krieg in seinen weltweiten Ausmaßen von den luden angezettelt worden ist. Sie hat deshalb im Innern wie nach außen die zur Sicherung des deutschen Lebens notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen gegen das Judentum getroffen. Als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft stehen die unterzeichneten deutschen Evangelischen Landeskirchen und Kirchenleiter in der Front dieses historischen Abwehrkampfes, der u. a. die Reichspolizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden als der geborenen Welt- und Reichsfeinde notwendig gemacht hat, wie schon Dr. Martin Luther nach bitteren Erfahrungen die Forderung erhob, schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen und sie aus deutschen Landen auszuweisen. Durch die christliche Taufe wird an der rassischen Eigenart eines Juden, seiner Volkszugehörigkeit und seinem biologischen Sein nichts geändert. Eine deutsche Evangelische Kirche hat das religiöse Leben deutscher Volksgenossen zu pflegen und zu fordern. Rassejüdische Christen haben in ihr keinen Raum und kein Recht. Die unterzeichneten deutschen Evangelischen Kirchen und Kirchenleiter haben deshalb jegliche Gemeinschaft mit Judenchristen aufgehoben." (zitiert nach: Joachim Kahl, "Das Elend des Christentums", S.54)

Lese- und Buchtipps
Materialien und Downloads für Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen

Vorlagen für Etiketten (3x9, A4-Bogen)
Workshops zu Lutherkritik

Bei Interesse sind auch Workshops zur Kritik an Luther möglich - gerne auch mit Bezug zu lutherkritischer Öffentlichkeitsarbeit. Ein bereits existierender Veranstaltungstext (als .rtf) kann übernommen werden - bei Bedarf einfach Kontakt aufnehmen!


Links zu Martin Luther

Die Person Martin Luther
Luther und Antisemitismus
Kirche und Nationalsozialismus
Christlicher Antijudaismus
Aktionen gegen Luther
Aktionen für Luther
Rückblick: Aktionen zu "Luther - der Film" (Ende 2003)

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Da kann man nur sagen, dass die Verfasser dieser Site keine Ahnung von Geschichte haben, kein Verständnis für die großartigen Leistungen, die die lutherische Reformation für die europäische Geschichte bedeutet.
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