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Martin Luther im O-Ton

Religiöser Wahn ++ Gegen Andersgläubige ++ Pro Obrigkeit ++ Soziales ++ Sexismus ++ Antisemitismus ++ Krieg ++ Behinderte ++ Bauern

Die folgenden Originalzitate von Martin Luther zeigen ausreichend, welche eine Art von "Held" er war. Auf Luther zu schimpfen, ist allerdings albern, weil der tot ist. Das Problem liegt bei denen, die ihn (unkritisch) zum Helden machen: Kinos, Medien, Regierungen, Kirche, nationalkonservative Kreise usw.

Kapitel "Umerziehen, Verjagen oder töten!" in: grünes blatt Herbst 2016 (S. 20f)

 

Einige der folgenden Zitate sind 2005 mal zu einem Straßentheater verarbeitet worden, welches einfach aufzuführen ist. Uraufführung war in der Lutherstadt Wittenberg (Foto rechts). Der Verlauf: Angekündigt war ein "Channeling" mit Luther, also das Gespräch mit einem Toten. Eine Person (am Lautsprecher) führte das Gespräch und gab bekannt, dass es technische Probleme gäbe und deshalb Luther nur Sachen antworten könne, die er schon als Lebender gesagt oder geschrieben hätte. Dann ging das Gespräch los und die fragende Person redete mit Luther über die verschiedenen Themen, stellte dann die passenden Fragen, auf die Luther antwortete. Luthers Antworten folgten dann von einer Tonbanddatei, die ebenfalls über den Lautsprecher lief. Die Zitate wurden verzerrt, so dass es klang, als kämen sie irgendwo aus dem Off. Es ist also für das Theater nichts weiter nötig als:

Hier folgen Zitate und, wo vorhanden, die jeweilige Tondatei von damals. Die könnt Ihr runterladen (Tipp: Rechtsklick und dann "Speichern unter ...") und nutzen.

Christlicher Fundamentalismus: Luthers theologisches Denksystem

Kapitel "Das theologische System Luthers" in: grünes blatt Herbst 2016 (S. 30ff)

Wer den Müntzer gesehen hat, der hat den Teufel gesehen in seinem höchsten Grimm. ... Nach der Rückkehr von einer Reise ins thüringische Aufstandsgebiet legte Luther nach und rief in einer Erweiterung der zweiten Auflage seiner Bauernschrift in vollkommen maßlosen zutiefst erschreckenden Worten die Obrigkeiten dazu auf, die Aufständischen ohne Gnade und Erbarmen wie „tolle Hunde“ niederzumetzeln. Denn wer sie nicht schlage, werde von ihnen geschlagen und das ganze Land dazu. Die Niederwerfung des Aufstands geriet zum Gottesdienst. „Solche wunderlichen Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser als andere mit Beten". (zitiert nach Veit-Jakobus Dieterich: "Martin Luther", dtv, S. 85ff)

"Ein Christ soll Gewalt und Unrecht leiden, sonderlich von seiner Obrigkeit. ... Sünde hebt Obrigkeit und Gehorsam nicht auf, denn wir nicht allein den gütigen und frommen, sondern auch den bösen und unschlachtigen Herrn sollen mit aller „Furcht untertan sein." (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 64)

Verfolgung von Andersgläubigen, Hexen und Abweichlern

"Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen... Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an."
(Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551) ++ Ton für Theater

Deutliche Ablehnung brachte Luther auch den Philosophen seiner Zeit entgegen. „Ich wenigstens glaube, Gott diesen Gehorsam zu schulden, gegen die Philosophie wüten [wörtl.: „bellen“, nach dem Bilde des Wachhundes] (...) zu müssen.“ (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 25)

"Ebenso wie Erasmus habe ich auch Müntzer getötet; sein Tod liegt auf meinem Hals."
Worte für Vernunft: „Teufelshure“, „Teufelsbraut“, „Widersacherin Gottes“. (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 78f)

Über die Wiedertäufer und ihre Ablehnung von Eigentum: "Sie sind auch nicht schlicht allein Ketzer, sondern als Aufrührer greifen sie die Obrigkeit und ihre Regiment und Ordnung an." (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 28)

Gehorsam gegenüber der Obrigkeit

Kapitel "Staatliche Macht als Gottes Gabe" in: grünes blatt Herbst 2016 (S. 32)

"Ich möchte mich fast rühmen, dass seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und gerühmt worden ist wie durch mich. Sogar meine Feinde müssen das zugeben. Und dafür habe ich doch als Lohn den ehrlichen Dank verdient, dass meine Lehre aufrührerisch und als gegen die Obrigkeit gerichtet gescholten und verdächtigt wird. Dafür sei Gott gelobt!" (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

"Leiden, Leiden, Kreuz, Kreuz, ist der Christen Recht, das und kein anderes." (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, "Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther", Beltz & Gelberg (S. 123) ++ Ton für Theater

"Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"Denn freilich streiten die Christen nicht, noch gibt es bei ihnen eine weltliche Obrigkeit. Ihre Herrschaft ist eine geistliche Herrschaft, und dem Geiste nach sind sie niemandem als Christus allein unterworfen. Mit Leib und Besitz aber sind sie dennoch der weltlichen Obrigkeit unterworfen und Gehorsam schuldig. Wenn sie nun von der weltlichen Obrigkeit zum Kriege aufgerufen werden, sollen und müssen sie kämpfen, aus Gehorsam, nicht als Christen, sondern als Glieder und als untertänige, gehorsame Leute, dem Leibe und dem zeitlichen Besitze nach." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"Das Amt eines Richters ist hoch zu achten. Es ist ein göttliches Amt, ob er nun mit dem Munde Recht spricht oder es als Scharfrichter mit der Faust vollzieht." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"An sich ist das Amt des Schwertes recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, und Gott will, dass sie nicht verachtet, sondern gefürchtet und geehrt wird und Gehorsam genießt. Anderenfalls soll es nicht ungerächt bleiben, wie der heilige Paulus Römer 13, 2 schreibt. Denn er hat eine doppelte Herrschaft unter den Menschen aufgerichtet: eine geistliche, durch das Wort und ohne Schwert, wodurch die Menschen fromm und gerecht werden sollen, so dass sie mit dieser Gerechtigkeit das ewige Leben erlangen. Solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Wort, das er den Predigern aufgetragen hat. Die andere Herrschaft ist weltlich durch das Schwert, damit diejenigen, die nicht durch das Wort fromm und gerecht für das ewige Leben werden wollen, dennoch durch diese weltliche Herrschaft gezwungen werden, fromm und gerecht zu sein vor der Welt. Und solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Schwert." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

"Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, dass ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"Es ist besser, wenn Tyrannen hundert Ungerechtigkeiten gegen das Volk verüben, als dass das Volk eine einzige Ungerechtigkeit gegen die Tyrannen verübt." ++ Ton für Theater

"Man darf dem Pöbel nicht zuviel pfeifen, er wird sonst gern toll. Es ist billiger, ihm zehn Ellen abzubrechen, als ihm in einem solchen Falle eine Handbreit, ja, die Breite eines Fingers einzuräumen. Und es ist besser, wenn ihm die Tyrannen hundertmal unrecht tun, als dass sie dem Tyrannen einmal unrecht tun. Denn weil ja das Unrecht gelitten werden muss, so ist vorzuziehen, durch die Obrigkeit zu leiden, als dass die Obrigkeit durch die Untertanen zu leiden hat. Denn der Pöbel besitzt und kennt kein Maß. In jedem einzelnen stecken wohl mehr als fünf Tyrannen, So ist es besser, von einem Tyrannen, d. h. von der Obrigkeit, Unrecht zu leiden als von unzähligen Tyrannen, d. h. vom Pöbel." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"Wenn sich die Untertanen gegen die Obrigkeit stellen, rächen sie sich selber und machen sie sich selber zum Richter. Und das ist nicht nur gegen Ordnung und Gebot Gottes, der sich Gericht und Rache selbst vorbehalten hat, sondern auch gegen jedes natürliche Gesetz und jede Billigkeit, wie man sagt: "Niemand darf sein eigener Richter sein" und auch: "Wer zurückschlägt, ist im Unrecht."" (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"Zuerst: Wenn sie sehen, dass die Obrigkeit ihrer eigenen Seele Seligkeit so gering achtet, dass sie wütet und unrecht tut, was kümmert es dich dann, dass sie dir deinen Besitz, dein Leben, deine Frau und dein Kind verderben? Deiner Seele kann sie doch nicht schaden. Sie schadet sich selber mehr als dir, weil sie ihre eigene Seele verdammt, worauf dann das Verderben ihres Lebens und Besitzes folgen muss. Meinst du nicht, dass es schon streng genug gerächt ist?" (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

Thomas Müntzer hatte die Forderung nach einer Befreiung aus der Leibeigenschaft theologisch begründet. Luther trat ihm genau deshalb entgegen - er rechtfertigte jede Form der Unterdrückung mit der Bibel. In seiner Antwortschrift auf die Forderungen der Bauern, der „Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben“, hieß es im April/Mai 1525: „Auf den dritten Artikel: ,Es soll kein Leibeigener sein, weil uns Christus alle befreit hat.` Was ist das? Das heißt christliche Freiheit ganz fleischlich machen. Haben nicht Abraham und andere Patriarchen und Propheten auch Leibeigene gehabt? Lest Paulus, was er von den Knechten, welche zu der Zeit alle leibeigen waren, lehrt. Deshalb ist dieser Artikel direkt gegen das Evangelium und räuberisch, womit ein jeglicher seinen Leib, der (leib-)eigen geworden ist, seinem Herrn nimmt. Denn ein Leibeigener kann wohl ein Christ sein und christliche Freiheit haben, gleichwie ein Gefangener oder kranker Christ und doch nicht frei ist.

Ganz im Stil der katholischen Inquisitoren des Mittelalters ruft Luther die Bürger zum allgemeinen Denunziantentum auf: „Und ein Bürger ist schuldig, wo solcher Winkelschleicher einer zu ihm kommt, ehe denn er denselbigen hört oder lehren läßt, daß er seiner Obrigkeit ansage und auch dem Pfarrherrn, des Pfarrkind er ist. Tut er das nicht, so soll er wissen, daß er als ein ungehorsamer Untertan seiner Obrigkeit wider seinen Eid tut und als ein Verächter seines Pfarrherrn (dem er Ehre schuldig ist) wider Gott handelt, dazu selbst schuldig ist und gleich auch mit dem Schleicher ein Dieb und Schalk wird.“ (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 29)

"Gott will die Oberherrn, sie seien böse oder gut, geehrt haben. ... Und weil Kaiser Kaiser, Fürst Fürst bleibt, wenn er gelich alle Gebote Gottes überträte, ja ob er gleich ein Heide wäre, so soll ers auch sein, ob er gleich sein Eide und Pflichten nicht hält. ... Sünde hebt Obrigkeit und Gehorsam nicht auf, denn wir nicht allen den gütigen und frommen sondern auch den bösen und unschlachtigen Herrn sollen mit aller Furcht untertan sein. ... [soll dem Kaiser] niemand Gehorsam entziehen oder wider ihn streben, denn das ist Rotterei und Aufruhr und Zwietracht anfangen." ( (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 63f)

Soziale Fragen

"Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen." (zitiert nach: "Luther heute: Ein trefflich Wort", Verlag Neues Leben, S. 8)

"Armut ist in der Stadt groß, aber die Faulheit viel größer." (zitiert nach: "Luther heute: Ein trefflich Wort", Verlag Neues Leben, S. 38)

"Geld, Güter, Land und Leute haben ist an sich selbst nicht unrecht, sondern Gottes Gabe und Ordnung." (zitiert nach: "Luther heute: Ein trefflich Wort", Verlag Neues Leben, S. 40)

"Bei der Kindererziehung muß der Apfel neben der Rute liegen." (zitiert nach: "Luther heute: Ein trefflich Wort", Verlag Neues Leben, S. 13)

Sexismus

"Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen." (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, "Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther", Beltz & Gelberg (S. 111) ++ Ton für Theater

Luther ist überzeugt, "daß das Weib geschaffen ist zur Haushaltung, der Mann aber zur Policey, zu weltlichem Regiment, zu Kriegen und Gerichtshändeln, die zu verwalten und zu führen." (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 42)

"Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden." (zitiert nach: "Luther heute: Ein trefflich Wort", Verlag Neues Leben, S. 33) ++ Ton für Theater

"Darum hat die Maid ihr Punzlein, daß es dem Mann ein Heilmittel bringe." (zitiert nach: "Luther heute: Ein trefflich Wort", Verlag Neues Leben, S. 33)

"Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da." ++ Ton für Theater

"Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen." (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, "Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther", Beltz&Gelberg, S. 111)

Nach Luther bewirkt ihr Mangel an Verstand, daß "der Weiber Regiment von Anfang der Welt nie nichts Guts ausgerichtet hat, wie man pflegt zu sagen: Weiber Regiment nimmt selten ein gut End! Da Gott Adam zum Herrn über alle Kreaturen gesetzt hatte, da stund es Alles noch wohl und recht, und Alles ward auf das Beste regieret; aber da das Weib kam und wollte die Hand auch mit im Sode haben und klug sein, da fiel es Alles dahin und ward eine wüste Unordnung. ... Wenn Weiber beredt sind, ist das an ihnen nicht zu loben, es paßt besser zu ihnen, daß sie stammeln und gut reden können. Das ziert sie viel besser." (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 45f)

"Sonst und ohne das soll das Weib den Schleier aufsetzen; wie denn ein frommes Weib schuldig ist, ihres Mannes Unfall, Krankheit und Unglück helfen zu tragen von wegen des bösen Fleisches. Das Gesetz nimmt den Weibern Weisheit und Regierung. ... Ihr Schmuck ist, dass sie reinlich und fleißig ist." (zitiert nach Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 48)

Bibelteuer Zwang zur Ehe - Akzeptanz des Seitensprungs/Polygamie bei Männern
Luther fordert Todesstrafe für Ehebruch ... Ehebruch ist es aber nach Luther nicht, wenn ein Ehemann sich eine andere besorgt, weil die Ehefrau den Beischlaf hartnäckig verweigert. "Wo nun eyns sich sperret und nicht wil, da nympt und raubet es seynen leyb, den es geben hatt dem andern, das ist den eygentlich widder die ehe unnd die die ehe zuryssen. Darumb muß die weltliche ubirkeyt das weyb zwingen oder umb bringen. Wo sie das nicht thutt, muß der man dencken, seyn weyb sey yhm genomen von raubern und umb bracht und nach eyner andern trachten." (zitiert in Hubert Mynarek, "Luther ohne Mythos", S. 56)

Antisemitismus

Kapitel "Luther und die Juden" in: grünes blatt Herbst 2016 (S. 27)

"Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann." (Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375) ++ Ton für Theater

"Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen...; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, ... unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (...) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören." (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff) ++ Ton für Theater

"Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, dass Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will." (Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 182) ++ Ton für Theater

"Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? [...] Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben. Zum Dritten, daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten. Zum Vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren. Zum Fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Zum Sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinode an Silber und Gold nehme. Zum Siebten, daß man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase." (aus Luther: Von den Juden und ihren Lügen, S. 233-238) ++ Ton für Theater (erster Teil)

"Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs."
(Luther: Von den Jüden und ihren Lügen. Erlanger Ausg. Bd. 32. S. 244)

"Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler... die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen...es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen." (Paulusbrief an Titus 1, Verse 10-16) ++ Ton für Theater

Über die Verbindung zwischen dem Nationalsozialismus und Martin Luther

Kapitel "Taktgeber der Rechten" in: grünes blatt Herbst 2016 (S. 28)

Adolf Hitler über Martin Luther: "Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen" (in: Mein Kampf, 1923). Hitler sagte: "Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher."

Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, am 20. Mai 2014 in seinem Cicero-Text „Die dunkle Seite des Reformators“: „Der junge Adolf Hitler hatte Anfang der zwanziger Jahre mit den aufeinanderfolgenden Chefredakteuren des Völkischen Beobachters, Dietrich Eckart und Alfred Rosenberg, zwei Berater an seiner Seite, die Luther gerade wegen seines Kurswandels vom Judenfreund zum Judenfeind bewunderten. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass Hitler bereits in seiner Nürnberger Parteitagsrede von 1923 und ein Jahr später in „Mein Kampf“ seine Wertschätzung Luthers zum Ausdruck brachte. Den „großen Reformator“ würdigte er in einer Reihe mit Friedrich dem Großen und Richard Wagner als herausragenden Deutschen.“

Ganz rechtgläubig-lutherisch war es, was - um ein Beispiel unter vielen zu nennen - der Präsident der Thüringer Evangelischen Kirche selbst noch im Juli 1944 verkündete, nämlich daß „Adolf Hitler für unsere lutherische Frömmigkeit wahrhaft der Führer von Gottes Gnaden ist. Sein Auftrag ist unmittelbar von Gott, und sein Befehl ist Gottes Befehl!“ Hitler verkörpere „in einzigartiger Weise das deutsche Wesen und die Seele unseres Volkes (. . .) Der Führer ist uns zum Sinnbild des ewigen Deutschen geworden (. . .) Der Führer (. . .) steht auf einsamer Hohe in der ganz kleinen Zahl der wirklich Großen unseres Volkes! Kaum wüßte man neben dem Thüringer Bauernsohn Martin Luther noch einen anderen Deutschen zu nennen, der so wie Adolf Hitler in begnadeter Vollmacht berufen war, seiner Zeit und kommenden Jahrhunderten den Stempel seines wahrhaft revolutionären Wesens aufzuprägen!“ (Zitat aus Wikipedia)

Reichspogromnacht
Die Reichspogromnacht fand in der Nacht zu Luthers Geburtstag statt und auch bei den Nürnberger Prozessen beriefen sich die Nazis ausdrücklich auf Luthers Anti-Juden-Schriften. Die Judenverfolgung ist also keine Erfindung der Nazis, sondern hat kirchliche Tradition.
Der Thüringer Landesbischof Martin Sasse veröffentlichte wenige Tage später (23.11.) die Schrift „Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!“ mit folgendem Zitat: „Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen (...). In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutsche Prophet im 16. Jahrhundert aus Unkenntnis einst als Freund der Juden begann, der getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden.“ Er stellte ausgewählte Lutherzitate unter dem Leitmotto von Joh 8,44 („Ihr habt den Teufel zum Vater ...“) so zusammen, dass die nationalsozialistische Judenverfolgung als direkte Erfüllung von Luthers Forderungen erschien. Sasse verbreitete dieses Pamphlet auch außerhalb der Kirchen als „Kampfmittel in dem Weltkampf unseres Volkes gegen die Juden“.
Auch die offizielle Propaganda des Dritten Reiches bezog sich immer wieder auf Luther. Das „Geschichtsbuch für höhere Schulen“ (7. Klasse: „Führer und Völker“) von 1941 zitierte aus Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ mit dem Kommentar: „Keiner vor und nach ihm hat die Juden, diese ,leibhaftigen Teufel`, mit solcher elementaren Wucht bekämpft wie er ...“. Das „Deutsche Lesebuch für Volksschulen“ von 1943 präsentierte unter dem Titel „Der Jude, unser Erzfeind“ judenfeindliche Zitate „großer Deutscher“, darunter Luther.

Einführung der Kennzeichnungspflicht von Juden (Davidstern)
Die gesellschaftliche Ächtung der Juden (als Zwischenschritt zur späteren Vernichtung) wurde von acht Landeskirchen am 17. Dezember 1941 in der „Bekanntmachung über die kirchliche Stellung evangelischer Juden“ befürwortet: „Die nationalsozialistische deutsche Führung hat mit zahlreichen Dokumenten unwiderleglich bewiesen, daß dieser Krieg in seinen weltweiten Ausmaßen von den Juden angezettelt worden ist. Sie hat deshalb im Innern wie nach außen die zur Sicherung des deutschen Lebens notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen gegen das Judentum getroffen. Als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft stehen die unterzeichneten deutschen evang. Landeskirchen in der Front dieses historischen Abwehrkampfes, der u. a. die Reichspolizei-Verordnung über die Kennzeichnung der Juden als der geborenen Welt- und Reichsfeinde notwendig gemacht hat, wie schon Dr. Martin Luther nach bitteren Erfahrungen die Forderung erhob, schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen und sie aus deutschen Landen auszuweisen. Von der Kreuzigung Christi bis zum heutigen Tage haben die Juden das Christentum bekämpft oder zur Erreichung ihrer eigennützigen Ziele mißbraucht und verfälscht. Durch die christliche Taufe wird an der rassischen Eigenart eines Juden, seiner Volkszugehörigkeit und seinem biologischen Sein nichts geändert. Eine deutsche evangelische Kirche hat das religiöse Leben deutscher Volksgenossen zu fördern. Rassejüdische Christen haben in ihr keinen Raum und kein Recht. Die unterzeichneten deutschen evangelischen Kirchenleiter haben deshalb jegliche Gemeinschaft mit Judenchristen aufgehoben. Sie sind entschlossen, keinerlei Einflüsse jüdischen Geistes auf das deutsche religiöse und kirchliche Leben zu dulden.“ (Zitat aus Wikipedia)

Einige Jahre später, nach Vernichtungskrieg und Holocaust, berief sich Julius Streicher, im Dritten Reich Herausgeber des Hetzblatts „Der Stürmer“ in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen weiter auf den Reformator: „Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank, wenn dieses Buch in Betracht gezogen würde. In dem Buch ,Die Juden und ihre Lügen` schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezüchte, man solle ihre Synagogen niederbrennen, man solle sie vernichten (...). Genau das haben wir getan!“ Ihm wurde das Weiterreden verboten - aber Recht hatte er mit seiner Wertung von Luthers Judenhass.

Gottes bzw. Luther's Segen für Krieg

"So ist es auch: Wenn ich das Amt ansehe, das Krieg führt, wie es die Bösen bestraft, die, die Unrecht haben, tötet und solchen Jammer ausrichtet, da scheint es ein durchaus unchristliches Werk zu sein und in jeder Hinsicht gegen die christliche Liebe. Sehe ich aber darauf, wie es die Gerechten beschützt, Frau und Kind, Haus und Hof, Gut, Ehre und Frieden damit erhält und bewahrt, so ergibt es sich, wie wichtig und göttlich das Werk ist. Und ich merke, dass es auch ein Bein oder eine Hand abhaut, damit nicht der ganze Leib stirbt. Denn wenn nicht das Schwert entgegentritt und den Frieden bewahrt, müsste alles, was es in der Welt gibt, im Unfrieden verderben. Deshalb ist ein solcher Krieg nichts anderes als ein kleiner, kurzer Unfriede, der einem ewigen, unermesslichen Unfrieden wehrt, ein kleines Unglück, das einem großen wehrt." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

"Darum ehrt auch Gott das Schwert mit so hohen Worten, dass er es seine eigene Ordnung nennt (Römer 13, 1) und nicht will, dass man sage oder denke, die Menschen hatten es erfunden und eingesetzt. Denn die Hand, die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

"Ich möchte mich fast rühmen, dass seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und gerühmt worden ist wie durch mich. Sogar meine Feinde müssen das zugeben." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"Und dafür habe ich doch als Lohn den ehrlichen Dank verdient, dass meine Lehre aufrührerisch und als gegen die Obrigkeit gerichtet gescholten und verdächtigt wird. Dafür sei Gott gelobt! Denn weil das Schwert von Gott eingesetzt worden ist, um die Bösen zu bestrafen, die Gerechten zu beschützen und den Frieden zu bewahren, Römer 13, 4; 1. Petrus 2, 14, ist auch überzeugend genug bewiesen, dass Kriegführen und Töten von Gott eingesetzt sind und, was der Lauf des Krieges und das Kriegsrecht mit sich bringen. Was ist ein Krieg anderes als Strafe für das Unrecht und das Böse? Warum führt man Krieg, außer dass man Frieden und Gehorsam haben will?" (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526*) ++ Ton für Theater

Menschen mit "Behinderung"

"Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich dafür, dass sie entweder vom Teufel entstellt, aber nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel sind." (Opery exegetica, Erlanger Ausgabe, II., S. 127)" (Luther über behinderte Kinder)

"Selbst Luther empfahl, man solle die ´Wechselbälge` und ´Krielekröppe` ersäufen, denn solche Wechselkinder seien lediglich ein vom Satan in die Wiege gelegtes Stück seelenloses Fleisch (´massa carnis`), ´das denn nicht gedeiht, sondern nur frisst und seugt.`" (Dieter Mattner, Behinderte Menschen in der Gesellschaft, Stuttgart 2000, S. 22, unter Verweis u. a. auf Hermann Meyer, Geistigbehindertenpädagogik in: Geschichte der Sonderpädagogik, Stuttgart 1983, S. 91; Meyer verweist u. a. auf Luthers Tischreden Nr. 4513 und 5207.)

Gegen Bauern und Aufstände

"Steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen". (Luther über die aufständischen Bauern, Weimarer Ausgabe 18, S. 357 f)

"Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muß: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir." (Martin Luther: Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern, zitiert nach Fromm, Erich (1985): "Über den Ungehorsam", dtv München, S. 15)

"Die Bauern gaben bei ihrem Aufruhr an, die Herren wollten das Evangelium nicht predigen lassen und schindeten die armen Leute, deshalb müsste man sie stürzen. Aber ich habe darauf geantwortet: Obwohl die Herren damit unrecht taten, sei es trotzdem weder billig noch recht, auch unrecht zu tun, d. h. ungehorsam zu sein und Gottes Ordnung zu zerstören, die nicht in unserer Verfügung steht. Sondern man müsse das Unrecht leiden." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) ++ Ton für Theater

"So geschieht es freilich auch überall und ist geschehen, dass die geschlagen werden, die ohne Grund den Krieg anfangen, denn sie können zuletzt doch nicht dem Gericht Gottes. d. h. seinem Schwerte, entrinnen. Er findet und trifft sie schließlich doch, wie es auch jetzt den Bauern in Aufruhr ergangen ist." (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)