Regionales aus Berlin


EWS-Schönau-Aktion "Abschalten. Geniessen". Anfang November in Berlin.

Veranstaltungsreihe "Energie"

ALLE VERANSTALTUNGEN im BAOBAB INFOLADEN, CHRISTBURGER STR. 38, 10405 BERLIN


1. November, 19.30 Uhr
Referent: Roland Schnell (Grüne Liga)

Einführungsreferat: SCHÖNE NEUE ÖKO-WELT? Von Strommarktliberalisierung, Global Players und Weltbankprojekten

Seitdem neoliberale Wirtschaftsprogramme weltweit die Hegemonie erlangt haben greifen diese Konzepte auch in der Energiepolitik der Nationalstaaten und Staatenverbünde. Es wird "dereguliert", "geöffnet" und "privatisiert" und den VerbraucherInnen wird die Hoffnung auf billige und bei bedarf auch saubere Energie gemacht. Vorüber seien die Zeiten von monopolistischen Großkonzernen und halbstaatlicher Vetternwirtschaft. Doch was ist dran an diesen Versprechen. Wohin geht es mit der Energiewirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit? Klar scheint nur zu sein, daß die Ressourcen begrenzt sind - was die Konzerne ja nicht daran hindert, sie im Wetteifer möglichst schnell und mit größtmöglichem Profit auszubeuten - und neue Konzepte der Energiegewinnung kommen müssen. In diesem Sinne sind auch die Global Players an der Entwicklung von Sonnen-, Wind- und Wasserenergie interessiert. Modelle von "Solarfeldern", "Wasserstofftankern" und "Windparks" bestimmen die energiepolitische Nachhaltigkeitsdiskussion.  Doch werden mit diesen 'großen' Modellen die globalen imperialistischen Ausbeutungsstrukturen nur modernisiert oder bieten sie für die Länder des Südens auch eine Chance zur Umverteilung?!
 
 

6. November, 19.30 Uhr
Referentinnen: Heike Drillisch (WEED), Hefa Schücking (Urgewald)

VERDAMMTE DÄMME - Aktuelle Projekte am Narmada (Indien) und Ilisu (Kurdistan)

Staudammprojekt gehören seit vielen Jahren zu den gigantischen Milliardengräbern staatlicher Wirtschaftsförderung. Zwischen heimischer Exportwirtschaftsförderung und technokratischem Größenwahn pendelnd erweisen sie sich oft als Fiasko für die betroffenen Menschen und die Umwelt. Vertreibung, Armut und rücksichtslose Zerstörung von Umwelträumen stehen an der Tagesordnung . Doch nach den Erfahrungen der Menschen mit zahlreichen Projekten der Vergangenheit regt sich heute mehr Widerstand gegen die Dammbau-'Mafia'. In dieser Veranstaltung soll über die aktuellen Projekte und den Widerstand am indischen Narmadaflußlauf und am Tigris-Staudamm "Ilisu" in Südost-Anatolien berichtet werden.
 
 

15. November, 19.30 Uhr
Referent: Theophilus Osezua-Emiowele, The Voice (Weimar)

ÖL - DAS SCHWARZE GOLD: Erdölförderung in Nigeria und der Widerstand der Ogoni

Seit vielen Jahren ist der Widerstand der Ogoni gegen die Ausbeutung der Ölreserven im Niger-Delta in den Medien präsent. Menschenrechtsverletzung und kriminelle Zusammenarbeit zwischen den korrupten Staatsorganen und dem Shell-Konzern sind an der Tagesordnung und spätestens seit dem Tod des bekannten Aktivisten Ken-Saro-Wiwa auch öffentlich bekannt. Doch im Gegensatz zum Greenpeace-Fall "Brent Spar" zeigt sich der Global-Player Shell im Falle seines Engagements in Nigeria unnachgiebig. Das dies kein Wunder ist, wird auf dieser Veranstaltung zu zeigen sein.
 
 

17. November, 19.30 Uhr
Referenten: Tobias Münchmeier (Greenpeace) angefragt, Bernhard Mogge(INFOE)

ATOMENERGIE: Riskante Meiler und strahlende Minen Von ehrgeizigen Atomprojekten im Osten bis zur australischen Jabiluka-Uranmine

Atomenergie ist seit den 50er Jahren das Zukunftsprojekt der Energiepolitiker und Konzerne. Seitdem das Projekt durch Unfälle und unkalkulierbare Risiken in Teilen der Industrienationen jedoch immer mehr in die Kritik gekommen ist und sich große soziale Gegenbewegungen anhand der Frage um die Nutzung von Atomenergie formiert haben ist hierzulande eine Stagnation dieser Technologie zu verzeichnen. Dies bedeutet jedoch keinesfalls ein Abschied von der Atomtechnologie.  Vielmehr wird ihre Anwendung in die wirtschaftlich schwachen gebiete Osteuropas verlagert. Siemens & Co reiben sich bereits die Hände für die großen Atomgeschäfte in Tschechien, der Ukraine und in andere Osteuropäischen Ländern aber auch immer wieder in sogenannten Entwicklungsländern wie Brasilien. Und auch die hiesigen Meiler sollen - wie es im "Atomkonsens" ja klar wurde - keinesfalls abgeschaltet werden.  Das Risiko liegt dabei keinesfalls nur hier, sondern es fängt bereits bei der Förderung des "strahlenden Goldes" Uran an. Wie rücksichtslos die Praktiken im Urangeschäft sind wird am Falle der australischen Jabiluka-Mine und des Widerstandes der Aboriginals deutlich.
 
 

22. November, 19.30 Uhr
Referentin: Verona Wunderlich(KATE e.V.), evtl.auch Christoph Luchaus

Süd-Alternativen - Energieversorgung im Süden: Biogasanlagen in Kuba

Die großtechnologischen Entwicklungshilfeprojekte in Form von Staudammprojekten bis hin zu Atomkraftanlagen bieten für die Länder des Südens keine Perspektive. Im Gegenteil erhalten und schaffen sie neue Abhängigkeits- und Ausbeutungsstrukturen. Doch welche Alternativen gibt es im Süden? In Cuba hat sich aus der Not der Abschottung heraus eine sehr einfache aber überaus praktische Technologie verbreitet: Biogasanlagen. Das Gas aus landwirtschaftlicher Gülle wird hier gesammelt und treibt Generatoren an, doch viele der Anlagen sind aufgrund der schlechten Wirtschaftssituation Cubas nicht mehr Funktionsfähig. Die Entwicklungshilfe NGO KATE hat sich zum Ziel gemacht, 30 dieser Anlagen gemeinsam mit CubanerInnen wieder instand zu setzen.
 
 

27. November, 19.30 Uhr
Referentin: Birgit Zimmerle Birgit Zimmerle (WEED-Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung)

Großstaudämme - dazugelernt? Einschätzung des aktuellen Berichts der World Commission on Dams (WCD) aus NRO-Sicht

Weltweit gibt es 45.000 Großstaudämme - viele mit desaströsen sozialen und ökologischen Folgen. Der wachsende internationale Widerstand hat im Mai 1998 zur Einrichtung der World Commission on Dams geführt.  In der Kommission arbeiteten zweieinhalb Jahre lang Befürworter und Kritiker von Staudammprojekten zusammen. Aufgabe der Kommission war die umfassende Auswertung der Erfahrungen mit Großstaudämmen und die Entwicklung von Kriterien und Richtlinien für zukünftige Planungen unter besonderer Berücksichtigung von Alternativen für die Energie- und Wasserversorgung. Am 16. November 2000 wird der Abschlußbericht der World Commission on Dams der Öffentlichkeit vorgestellt. Birgit Zimmerle hat den WCD-Prozess kritisch begleitet. Sie wird über die Ergebnisse berichten und Schlußfolgerungen für das Engagement von Nichtregierungsorganisationen an der Kommission ziehen. Wie geht es weiter mit dem Widerstand gegen Staudammprojekte, wo liegen Ansatzpunkte und Erfolgschancen bei aktuellen Projekten?
 

29. November, 19.30 Uhr
Referenten: Jörg Bergstedt (Institut für Ökologie)

Nord-Alternativen: Ökostrom von unten - Vom Ökostrom zu Strom-ErzeugerInnen-VerbaucherInnengemeinschaften

Ökostrom heißt das Zauberwort, mit dem die Welt wieder Ordnung wird.  Doch was steckt hinter diesem Etikett. Viele große Strommonopolisten haben auch ein sogenanntes Ökostromangebot in ihr Sortiment aufgenommen.  Damit lassen sie sich die ohnehin bestehenden - sehr geringen - Öko-Anteile ihres Mischstroms nun teurer bezahlen. Den reinen Atomstrom gibt´s dann zum Billigpreis. Als Global Players mischen sie dann anderswo weiterhin in den umweltzerstörerischen Großprojekten mit. Wem können VerbraucherInnen hier noch trauen, und auf was gilt es zu achten?  Strom-ErzeugerInnen-VerbaucherInnen-Gemeinschaften könnten ein Weg sein, die Energieversorgung lokal selbst zu organisieren, ohne die großen Konzerne. Projekt A hat ein Blockheizkraftwerk im Keller, eine Solaranlage auf dem Dach oder ein Windkraftanlage im Garten stehen und schließt sich direkt mit den Verbrauchern B und C zusammen, um den Strom gemeinsam zu erzeugen und zu verbrauchen.
Achtung: Vom 2.-4. Februar ist ein Seminar zu "Ökostrom von unten" mit Schwerpunkt der Gründung einer Strom-ErzeugerInnen-VerbraucherInnen-Gemeinschaft (gemeinsames Eigentum/Betrieb der Anlagen, Strom-/Energiedirektvertrieb usw.) im Haus am Wannsee stattfinden. Informationen über BAOBAB-Infoladen, Christburger Str. 38, 10405 Berlin, 030/4426174.
 

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