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Das Bild zeigt den Titel der Ökostromausgabe der Ö-Punkte (Herbst 2000) ... bestellen!

Das Projekt "Ökostrom von unten" wurde koordiniert in der Projektwerkstatt im Kreis Gießen (Saasen).

Energie von unten (Selbstorganisation)

Die Reproduktion kann zu einer dezentralen Form zurückkehren, aber nicht mehr zu den voneinander vergleichsweise isolierten dezentralen Reproduktionsformen der Agrargesellschaft, die nur äußerlich durch Strukturen der Herrschaft verbunden waren, sondern auf höherer Entwicklungsstufe zu einer allseitig kommunikativ vernetzten dezentralen Struktur. Das gilt im übrigen nicht nur für die Mikroelektronik, sondern zumindest perspektivisch auch für die Ablösung der fossilen durch solare Energie. Erfordern die energetischen Systeme der fossilen Brennstoffe große, zentralisierte Technologien und Organisationsformen, so ist die Solartechnik ebenso dezentral und im kleinen Maßstab einsetzbar wie die Mikroelektronik. Die Repräsentanten des Kapitals schrecken vielleicht auch deshalb vor der forcierten Entwicklung solarer Energietechnik zurück, weil sie ahnen, daß damit dem Kapitalismus und seinen zentralisierten Formen der Herrschaft endgültig die Felle davonschwimmen könnten.
(aus Robert Kurz: Antiökonomie und Antipolitik)

So richtig es ist, die Energiekonzerne auch zur Mitwirkung am Wandel zur solaren Weltwirtschaft zu veranlassen – durch öffentlichen Druck, Überzeugungsarbeit oder politische Auflagen -, so wenig kann man erwarten, daß sie das im Sinne einer forcierten Substitutionsstrategie tun, also gegen sich selbst. Auch wenn es aus den ... genannten Gründen nicht möglich ist, die Versorgung mit erneuerbaren Energien so zu kontrollieren wie die atomar/fossile Energieversorgung: Es ist von ausschlaggebender Bedeutung, wer das Tempo der Einführung solarer Ressourcen vorgibt und nach welchen Interessen dabei vorgegangen wird. Die Schrittmacher der Einführung erneuerbarer Energien waren und sind unabhängige, nicht eingebundene Akteure: „grass-roots“-Organisationen, individuelle Betreiber, neue Unternehmen, Stadtwerke, Politiker. Sie haben die Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit geleistet und den Markt für Solartechniken vorbereitet. Ihre Aktivitäten müssen verstärkt werden, statt sich darauf zu verlassen, daß die Entwicklung nun von Konzernen und von Regierungen in die Hand genommen wird – nach dem Motto: „Wir haben verstanden.“ ... Der Wandel zur solaren Weltwirtschaft ist ohne die gebündelten Aktivitäten lokaler und unabhängiger Kräfte sowie zahlloser individueller Investoren nicht vorstellbar.
(Hermann Scheer in „Solare Weltwirtschaft“, 2000, Verlag Antje Kunstmann, S. 255)

Die Auseinandersetzung um die Stromversorgung findet nach der Liberalisierung des Strommarktes im Markt statt. Werbekampagnen, Versprechungen, mehr oder minder glaubwürdige Zertifikate sowie viele Verwirrungen um Preise prägen das Geschehen. Das ist typisch für alles: Was sich im Markt organisiert, unterwirft sich den dortigen Gesetzen. Umweltschutz, Mitbestimmungsrechte und Dezentralität gelten dort aber wenig oder nichts. Profit, Rationalisierung und Machtsicherung durch Zugriff auf Ressourcen und Marktanteile stehen im Vordergrund. Scheinbar sind alle diesem Trend des „Wachse oder weiche“ unterworfen. Da bleibt keine Zeit für ökologische Glaubwürdigkeitsdebatten oder Mitbestimmungsrechte – höchstens da, wo sich mit solchen Begriffen eine KundInnenschicht ansprechen läßt. Die ist aber klein und zudem oft nicht gewillt, genau hinzugucken, so daß die großen Energieversorgungsunternehmen mit Lockangeboten im Öko-Touch viele KundInnen gewinnen können, die danach drängen, etwas Gutes zu tun.
Das Projekt „Ökostrom von unten“ versucht etwas anderes: Raus aus der Marktlogik, rein in mitbestimmungsorientierte Formen der Stromversorgung. Die Menschen, sonst nur als im Markt umworbene KundInnen betrachtet, sollen selbst zu den Handelnden werden. Es soll „ihr“ Strom sein, gewonnen in „ihren“ Anlagen, verteilt über „ihr“ Netz hin zu ihren Häusern, die individuell oder in VerbraucherInnen-Gemeinschaften den Strom beziehen
(aus der Beschreibung des Projektes "Ökostrom von unten")

Hinter dem Castor steht das System! Der Widerstand gegen den Castor gilt dem System!
Der Castor fährt nicht nur, weil Grüne so schlapp sind. Weil Trittin und Schröder nur früher gegen die Atomkraft kämpften, als sie wenig zu sagen hatten. Weil Gutachten gekauft sind und überall Lügen und Betrug herrschen. Das alles stimmt auch, aber es ist nicht der Grund.
Sondern: Der Castor kann rollen, weil wir in einer Welt leben, in der es Herrschaft und Verwertungslogik gibt, allen voran in der Form von Markt und Kapital.
(aus einer Rede auf der Demonstration vor dem Grünen Parteitag am 10.3.2001 in Stuttgart - die ganze Rede als Diskussionsforum)

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Ökostrom von unten: Internetseiten 

Hier folgt eine Auswahl von Internetseiten zum Thema "Ökostrom" und zu interessanten Umweltschutz-Seiten (alles einige Jahre alt!).

Ökostrom-Kampagnen
Ökostromfirmen
Ökostrom-Tests
Regenerative Energie
Anti-Atom
Energie allgemein

Umweltschutz

Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail genügt und der Name wird gestrichen bzw. hinzugefügt.