Ökostrom von unten: Windenergie

Die Umstellung auf Ökostrom allein hilft nicht viel. Wichtig sind zudem:


Der folgende Text handelt vom Neuauf von Windkraftanlagen. Er stammt aus der "Ö-Punkte"-Ausgabe Herbst 2000 (Schwerpunkt "Ökostrom von unten").
 
 

Windkraft aus Selbstorganisation
Der Atomkonsens, den die sogenannten Verantwortlichen ausgehandelt haben, führt zunächst einmal weder zum beherzten Einstieg in ein solares Zeitalter noch zum Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft. Wer das will, muß es noch mindestens 32 Jahre lang privat regeln. Das heißt: "Du mußt den Strom, den Du verbrauchst, selbst erzeugen, entweder indem Du selbst ein solares Kraftwerk baust oder indem Du Dich an der Errichtung eines solchen beteiligst."

Wind ist eine Erscheinungsform der Sonnenenergie. Windkraftwerke sind die technisch am weitesten entwickelten solaren Kraftwerke. Wer Windkraft nutzen will, braucht zunächst einmal einen windhöffigen Standort. Das ist ein Plätzchen, wo der Wind in 10m Höhe über dem Erdboden mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von mindestens 4,5m/sec weht. Die Windhöffigkeit wird durch ein Windgutachten festgestellt.
Der Wind allein bringt`s aber nicht. Der Standort muß eine realistische Anschlußmöglichkeit ans öffentliche Netz (20kV-Leitung) haben. Er muß mindestens 500m vom nächsten Wohnhaus entfernt sein, wegen möglicher Schattenwurf oder Lärmbelästigung. Er darf öffentlichen Belangen nicht widersprechen. Die öffentlichen Belange werden zumeist von den Kommunen, den Naturschutzbehörden und Umweltschutzverbänden formuliert. Es ist trotzdem möglich, eine Baugenehmigung zu erhalten. Am einfachsten ist es, wenn ein Mensch ein eigenes, geeignetes Grundstück hat u n d entschlossen ist den Wind, der ihm dort um die Nase weht.

Dann muß sich dieser Mensch nur noch um:

Dazu braucht frau 2 bis 3 Jahre Zeit und ein dickes Fell. Steht das Kraftwerk endlich, so ist sein Betrieb relativ einfach. Es muß täglich per Modem überprüft werden. Einmal im Monat wird eine Rechnung an das abnehmende EVU geschrieben und der Eingang der gesetzlich vorgeschriebenen Vergütung überprüft.
Einmal im Jahr kommt der Wartungsdienst und eine Steuererklärung fürs Finanzamt muß erstellt werden. Die Versicherungen müssen bezahlt und die Banken bedient werden. Eine GesellschafterInnenversammlung muß vorbereitet und durchgeführt werden. Die Einspeisung ins öffentliche Netz erleichtert den Betrieb des eigenen Kraftwerkes sehr, weil damit Automaten und Fachleute die Garantie dafür übernehmen, daß der mit Wind selbst erzeugte Strom allezeit mit der richtigen Spannung ins Netz geht. Andererseits bedeutet das auch, daß die Windkraftwerksbesitzer ihren im Haushalt verbrauchten Strom weiterhin vom EVU kaufen und bezahlen müssen.

Autorin: Uschi Roos, Windblume e.V.
Wer sich mündlich informieren will, erhält Auskunft beim Verein Projekt Windblume e.V. in Laubach, Tel. 06405/4627

Weiterer Text: Aufruf zur Abkehr von "Höher.Schneller.Weiter" bei Windanlagen.

Zurück zum Anfang. Zurück zur Übersicht.

Zu den allgemeinen Infos über Ökostrom von unten und insgesamt zum Umweltschutz von unten.