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Tierrechte rechts?

Im Original: Edmund Haferbeck, PETA ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Holocaust-Vergleich (Quelle: E. Haferbeck, Ein gezielter Tabubruch in humaner Absicht)
Die PETA-Kampagne mit dem Vergleich zum Holocaust der Juden, noch heute von Tätern geleugnet, ist die letzte Warnung an die Gesellschaft. Wenn diese Aufrüttelung nicht zum Erfolg führt, wird eine al Quaida für die Tiere nicht mehr zu verhindern sein.

In Tierbefreiung aktuell, März 2001 (S. 38) zum Tod von M.O. Bruker (siehe unten)
Dr. Max Otto bruker starb am 6.1.2001, er war mein großes Vorbild. ... Was Dr. Bruker geleistet hat, ist kaum aufalistbar. Nicht nur, daß er mit seinem ganzheitlichen Medeizinansatz in den von ihm und später von seinen Söhnen geleiteten Krankenhäusern Tausende von Menschen mit Erfolg behandelte und ihnen Linderung verschaffte, er tat viel mehr. ... Er war ein großartiger, vorbildlich lebender Mann, ein Altruist, dem materielle Werte gleichgültig waren. ... Die gleichen Verleumdungen, die über die Tierbefreier verbreitet wurden, sollten auch ihn treffen - erfolglos, Dr. Bruker ging seinen Weg und überzeugte durch tägliches Handeln und nicht durch Theoretisieren. Er war und ist einer der Wertvollsten, die die Bewegung gehabt hat und in seinem Gedenken hat. ... Ich werde sein lebenswerk mit fortsetzen helfen.
Dr. Edmund Haferbeck
Im Original: Helmut F. Kaplan ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aussagen von Helmut F. Kaplan zum Verhältnis Mensch - Tier:
Aus der regelmäßigen (!) Kolumne von Helmut F. Kaplan in der Tierbefreiung aktuell, Heft Dez. 2001 (S. 10)
1865 wurde in Amerika jedem freigelassenen Sklaven neben einem Stück land auch ein Maulesel zugesagt (...). Die ehemaligen Sklaven sollten nun als ihrerseits einen Sklaven, nämlich ein Tier, erhalten. ...
Die ganze Welt ist übersät mit Restaurants, auf deren Speisekarte die Leichenteile von Tieren angeboten werden. Und um diese Leichenteile ständig vorrätig zu haben, werden ununterbrochen Tiere gezüchtet, gefoltert und getötet. Es findet ein permanenter planetarischer Holocaust statt. ...
Und um zu erkennen, welche Mittel legitim sind, um Tiere aus ihren weltweit verstreuten KZs zu befreien, brauchen wir uns nur zu fragen: Welche Mittel wären legitim, um Menschen aus KZs zu befreien, von deren Existenz wirw wissen und deren Adressen wir kennen?


Im Original: Dr. Max Otto Bruker ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Nachruf Dr. M.O. Bruker
In Tierbefreiung aktuell, März 2001 (S. 38)
Dr. Max Otto bruker starb am 6.1.2001, er war mein großes Vorbild. ... Was Dr. Bruker geleistet hat, ist kaum aufalistbar. Nicht nur, daß er mit seinem ganzheitlichen Medeizinansatz in den von ihm und später von seinen Söhnen geleiteten Krankenhäusern Tausende von Menschen mit Erfolg behandelte und ihnen Linderung verschaffte, er tat viel mehr. ... Er war ein großartiger, vorbildlich lebender Mann, ein Altruist, dem materielle Werte gleichgültig waren. ... Die gleichen Verleumdungen, die über die Tierbefreier verbreitet wurden, sollten auch ihn treffen - erfolglos, Dr. Bruker ging seinen Weg und überzeugte durch tägliches Handeln und nicht durch Theoretisieren. Er war und ist einer der Wertvollsten, die die Bewegung gehabt hat und in seinem Gedenken hat. ... Ich werde sein lebenswerk mit fortsetzen helfen.
Dr. Edmund Haferbeck

Daran kam Kritik auf und es folgte eine Stellungnahme der Redaktion von "tierbefreiungs aktuell" zur Kritik am Nachruf für Dr. Bruker (in: tierbefreiung aktuell, Sept. 2001, S. 3)
Der Nachruf für Dr. Bruker war sehr persönlich gehalten. Der Redaktion ist die Diskussion um Dr. Bruker bekannt, sie hat sich ihr auch immer gestellt. Auch im Nachruf ist darauf eingegangen worden mit dem Hinweis, daß die Vorwürfe gegen Dr. Bruher wegen angeblicher national-sozialistischer Nähe (Weltbund zum Schutze des Lebens) aus der gleichen Quelle stammen, aus der TierrechtlerInnen als faschistoide Bwegung diffamiert werden.

Stellungnahme zur Stellungnahme
Als Leserbrief veröffentlicht in Tierbefreiung aktuell Dez. 2001 (S. 45)
Dr. Bruker war Nazi – und die „tierbefreiung aktuell“ verharmlost das!
In der vergangenen Ausgabe der „tierfreiung aktuell“ nimmt die Redaktion zu einem Nachruf von Dr. Bruker Stellung. Mir stehen die Haare zu Berge, denn erstens verharmlost die „tierbefreiung aktuell“ das rechtsextremistische Getue Brukers, zum zweitens greift sie stattdessen pauschalisierend die Menschen an, die Brukers Nazi-Aktivitäten berechtigterweise kritisieren. Aber im Einzelnen ...
Die „tierbefreiung aktuell“ schreibt von „angeblicher national-sozialistischer Nähe“ Dr. Brukers. Der Begriff angeblich ist in einem solchen Zusammenhang ein Sprachgebrauch, der das, wovor er steht, aufhebt. Die „tierbefreiung aktuell“ bezweifelt also, daß Bruker national-sozialistische Nähe hatte. Das ist unverständlich und unbegreiflich. Es sind nicht nur zahlreiche Äußerungen von Bruker, sondern auch glasklare formale Fakten. Bruker war Chef des Weltbund zum Schutze des Lebens. Der WSL ist nicht irgendeine Organisation mit rechten Tendenzen, sondern war eine der härtesten Nazi-Organisationen in Deutschland. In Zeitschriften und Flugblättern hat sie offensiv Auschwitz geleugnet und die Position vertreten, daß England den zweiten  Weltkrieg angezettelt hat gegen das friedliebende Deutschland. Warum, das bitte ich zu erklären, sind das nur „angebliche“ rechtsextreme Positionen?
Zum zweiten schreibt die „tierbefreiung aktuell“, daß die Hinweise auf die rechten Aktivitäten Brukers aus der gleichen Quelle stammen wie die Diffamierung von TierrechtlerInnen. Das soll sicherlich auf Jutta Ditfurth ansprechen und mag dort teilweise (mehr auch nicht) zutreffen. Aber: Dr. Bruker sind von vielen Seiten seine Nazi-Aktivitäten nachgewiesen worden. So fühle auch ich mich angesprochen. Im Buch „Agenda, Expo, Sponsoring – Recherchen im Naturschutzfilz“ stelle ich die rechten Umtriebe Brukers dar. Nach der Logik der „tierbefreiung aktuell“ müßte ich jetzt auch TierrechtlerInnen diffamieren. Tatsächlich aber arbeite ich mit vielen von ihnen seit Jahren zusammen – kritisch, aber mit allen, die rechte Positionen nicht teilen, oft gerne. LeserInnen der „tierbefreiung aktuell“ dürfte das durch die Ö-Punkte bekannt sein, wo ich mit einer Tierrechtsredaktion kooperiere.
Daher geht es doch zusammen: Dr. Bruker war ein Nazi. Aber viele viele TierrechtlerInnen sind keine. Es wäre nett, wenn die „tierbefreiung aktuell“ nicht nur platte Diffamierungen kritisieren würde, sondern selbst auch solchen Scheiß sein lassen würde. Und nicht weiter Nazis relativieren – wer Auschwitz leugnet usw., hat in keiner emanzipatorischen Zeitung auch nur ein positives Wort verdient!
Jörg Bergstedt, u.a. Redakteur „Ö-Punkte“


Entgegnung der Redaktion (Auszüge)
In gleicher Ausgabe veröffentlicht ... allerdings wird nichts weiteres zu Bruker bei der WSL ausgesagt
Wenn die verbreiteten Informationen über Dr. Bruker tatsächlich zutreffen würden zu seiner angeblichen "braunen Vergangenheit", würde sich die tb a sofort mit Artikeln/Nachrufen über Dr. Bruker zurückziehen. Daß diese Interpretation, die sich konkret nur auf die zeitweise ehrenamtliche Tätigkeit Dr. Brukers im WSL beschränkt, aus hiesiger Sicht nicht zutrifft, sollte aufgearbeitet werden. ...

 

Im Original: Peter Singer ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Im Interview mit dem Spiegel, 25.11.2001 (Teil 1 ++ Teil 2)
Aber nehmen Sie zum Beispiel Kant: Er sagt, der Mensch sei stets als "Zweck an sich selbst" zu betrachten. Doch wenn Sie sich seine Argumentation genauer ansehen, dann stellen Sie fest, dass er sich auf die Fähigkeit zu Vernunft und Autonomie beruft. Dieser Gedanke ist dann missbraucht worden, um allen menschlichen Wesen diesen Status zuzusprechen - obwohl es keine 30 Sekunden Nachdenken braucht, um sich klar zu machen, dass es durchaus menschliche Wesen gibt, die weder vernunftbegabt noch autonom sind. ...
Moralisch wichtig ist doch nicht, ob ein Embryo menschliches Leben ist, sondern einzig die Frage, welche Fähigkeiten und Eigenschaften er hat. Denn auf diese gründet sich sein moralischer Status. ...
SPIEGEL: Ein früher Embryo hat aber kaum höhere Fähigkeiten als ein Bakterium oder, sagen wir, eine Kartoffelpflanze. Also steht er mit ihnen auf einer moralischen Stufe?
Singer: Der Unterschied besteht aber darin, dass der Embryo leibliche Eltern hat, denen dieser Embryo etwas bedeuten könnte. Und die hat eine Kartoffelpflanze nicht.
SPIEGEL: Solange aber diese Eltern damit einverstanden wären, könnte man diesen Embryo für jeden beliebigen Zweck verwenden - selbst wenn man Embryos zu einer Schönheitscreme oder einem Potenzmittel verarbeiten wollte?
Singer: Ein ethisches Problem hätte ich damit nicht. ...
SPIEGEL: Dann gilt das Gleiche vermutlich erst recht für die Präimplantationsdiagnostik, die mit dem Töten von Embryonen verbunden ist.
Singer: Ganz genau. Wenn Sie vor der Implantation an einem Embryo einen Gentest vornehmen und dann entscheiden, dass dies nicht die Art von Embryo ist, die Sie wollen, dann habe ich keinen Einwand dagegen, ihn zu zerstören.
SPIEGEL: Spielt es in Ihren Augen denn gar keine Rolle, dass dieser Embryo zwar keine Vernunft hat, aber doch immerhin das Potenzial, Vernunft zu entwickeln?
Singer: Nein - jedenfalls nicht in dieser Welt, in der wir keinen Mangel an Menschen haben. Wir haben ja kein Problem damit, die Weltbevölkerung zu vermehren - wenn überhaupt, dann mit dem Gegenteil.
SPIEGEL: Wann wachsen dem Embryo denn, nach Ihrer Auffassung, erstmals irgendwelche Rechte zu?
Singer: Ein wesentlicher Punkt ist das Einsetzen von Schmerzempfinden. Ab diesem Zeitpunkt verdient der Embryo einen gewissen Schutz - ähnlich wie ihn ein Tier auch verdient.
SPIEGEL: Das heißt: Vorher gleicht der Embryo, ethisch betrachtet, einer Kartoffel, nun steigt er auf zum moralischen Wert einer Ratte?
Singer: Was den Embryo selbst betrifft, würde ich die Frage mit "Ja" beantworten - allerdings mit der Einschränkung, dass es, wie schon gesagt, eine Sicht der Eltern gibt, die es zu berücksichtigen gilt. ...
SPIEGEL: Verstehen wir Sie richtig? Wenn Sie ein frisch geborenes Baby ethisch gleichsetzen mit Tieren, bedeutet das, dass Babys zu essen moralisch gleichzusetzen wäre mit dem Verzehr eines Rindersteaks?
Singer: Umgekehrt: Ich habe große ethische Bedenken dagegen, dass wir Tiere essen und medizinische Experimente mit ihnen machen. Nun können wir ja nicht einfach sagen: Wenn wir Tieren Unrecht tun, dürfen wir das auch mit Babys.
SPIEGEL: Dann stellen wir die Frage anders: Ihre Kollegen hier in Princeton experimentieren mit Ratten und töten sie anschließend. Ist dies moralisch ebenso zu bewerten, wie wenn sie dasselbe mit menschlichen Babys machen würden?
Singer: Nein. Experimente mit Babys wären wohl kaum in Übereinstimmung zu bringen mit unserem generellen Wunsch, dass sich Menschen um Babys kümmern. Die meisten Eltern wollen gute Eltern sein, Beschützer ihrer Kinder. Und es wäre zu schwierig, ihnen zu erklären, dass völlig normale Kinder zu Experimenten gebraucht und dann umgebracht würden.
SPIEGEL: Es wäre aber, wenn man Ihre Gedanken zu Ende denkt, folgerichtig.
SINGER: Vielleicht in einem sehr theoretischen Sinne. Aber Sie müssen vorsichtig sein, ehe Sie daraus politische Schlussfolgerungen ziehen.
SPIEGEL: Das ist ja sehr beruhigend!
Singer: Man muss schon berücksichtigen, dass Menschen Babys starke Gefühle entgegenbringen. Diese Gefühle können Sie nicht einfach beiseite werfen ...
SPIEGEL: ... genau das scheinen Sie aber an anderer Stelle zu tun. Wenn es um Embryonen geht, dann gilt Ihnen die emotionale Beziehung wenig.
Singer: Die ist ja aber auch viel geringer. ...
Man könnte sich theoretisch eine Gesellschaft vorstellen, in der die Werte anders wären, eine Gesellschaft, die eine Unterscheidung machen würde zwischen den Babys, die wirklich geliebt und aufgezogen werden, und anderen, die man der Wissenschaft spendet. ...
Ich habe einmal den Vorschlag gemacht, eine Phase von 28 Tagen nach der Geburt festzusetzen, nach der dann das volle Lebensrecht erst in Kraft tritt. Das ist zwar ein sehr willkürlicher Zeitpunkt, den wir einer Idee aus dem antiken Griechenland entlehnt haben. Aber es würde den Eltern Zeit für ihre Entscheidungen geben.
SPIEGEL: Das heißt, so lange sollen Eltern ihr Kind töten dürfen, einfach nur, weil sie es eben nicht wollen?
Singer: Das hängt von den Umständen ab. In allen entwickelten Ländern ist die Nachfrage nach halbwegs gesunden Kindern zur Adoption wesentlich größer als das Angebot. Warum also sollten sie ein Kind töten, wenn es Eltern gibt, die es gern adoptieren würden?
SPIEGEL: Und nicht "halbwegs gesunde" Kinder lässt man dann eben sterben?
Singer: Das mag sich fundamental unterscheiden von unserer offiziellen christlichen Ethik. Aber in vielen anderen Kulturen wird es keineswegs als grausam betrachtet. Im antiken Griechenland wurde ein Kind erst nach 28 Tagen in die Gesellschaft aufgenommen - vorher durfte man es in den Bergen aussetzen. In Japan war es lange völlig normal, Kinder zu töten, wenn Geburten zu dicht aufeinander folgten.
SPIEGEL: Dass dies bei uns verboten ist, ist doch eine große humanitäre Errungenschaft.
Singer: Die Christen pflegen alles, was sie machen, als moralischen Fortschritt zu betrachten. Ich habe da meine Zweifel.
SPIEGEL: Bisher haben wir weitgehend über gesunde Babys gesprochen. Wie aber steht es mit schwer behinderten Babys, die möglicherweise nie volles Bewusstsein ihrer selbst erlangen werden. Kommen die nie im Laufe ihres Lebens in den Genuss eines vollwertigen Rechts zu leben?
Singer: In derartigen Fällen bin ich der Auffassung, dass sie selbst kein derartiges Recht haben. Aber sie können Eltern haben, denen sie etwas bedeuten, die ihnen Liebe geben und die sich um sie kümmern.

Gibt es Tierrechte?

Keine individuelle, sondern kooperative Entscheidungsmacht
Zitate von Locke, John aus "Zwei Abhandlungen über die Regierung", zitiert in: Gebhardt, Jürgen/Münkler, Herfried (1993), "Bürgerschaft und Herrschaft", Nomos in Baden-Baden (S. 141)
Durch diese Verleihung hat Gott ihm kein persönliches Besitzrecht über die niederen Lebewesen übertragen, sondern ein der gesamten Menschheit gemeinsames Recht.

Links zur Diskussion um Tierrechte