Übersicht über Selbstorganisierungsformen im Alltag und die Möglichkeit, diese miteinander zu verbinden und auseinander zu entwickeln
/// Alternativen im Alltag schaffen!
Widerstand gegen Hartz und Sozialkahlschlag ist wichtig. Aber einfach nur den Sozialstaat erhalten zu wollen, der immer auch für Bevormundung und Abhängigkeiten steht, erscheint uns zu kurz gegriffen. Von Chefs, dem Arbeitsamt oder anderen GeldgeberInnen abhängig zu sein, ist keine gute Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben! Deshalb könnte es spannend sein, eigene Netzwerke gegenseitiger Hilfe auzubauen: Umsonstläden, Gemeinschaftsküchen, Kooperativen usw. könnten erste Schritte für ein selbstorganisiertes Miteinander ohne staatliche Aufsicht sein.
Wo solche Ansätze verbunden werden, ist Reichtum und Selbstentfaltung keine Frage von Geld oder Arbeitsplatz mehr - und das wäre gut so! Selbstorganisation im Alltag kann helfen, uns ein gutes Auskommen zu sichern und die Vereinzelung zu durchbrechen, die sich die Mächtigen zu Nutze machen, um Menschen gegeneinander auszuspielen. Ein paar Ideen werden hier kurz vorgestellt ... aber wichtiger ist, dass viele einfach anfangen! /// Politisches Intro
Herrschaft zerstört unsere Lebensgrundlagen und macht Menschen zu Rädchen eines System, dass auf der Maximierung von Profit beruht. Dieses System lebt u.a. davon, dass es Menschen die Möglichkeiten entzieht, sich selbst zu organisieren. So ist die Mehrheit der Menschen gezwungen, arbeiten zu gehen ... und leider auch überzeugt davon, dass es anders nicht geht.
Dagegen ist Widerstand nötig - auf allen Ebenen: Ein Teil davon ist der Aufbau von Alternativen ... und zwar schon heute! Verschiedene Projekte versuchen bereits, sich Stück für Stück den Zwängen des Marktes zu entziehen und Strukturen aufzubauen, in denen Menschen sich unabhängig(er) von Geld und sozialem Status entfalten können. Dabei gibt es unterschiedlichste Formen: Freiräume, Umsonstläden, Kooperativen und viele andere Formen des kollektiven, selbstorganisierten Lebens. Darüber will dieser Text informieren - und natürlich einladen, selber schrittweise auszusteigen aus lebenslanger Lohnarbeit, Konsumwahn, Normen und Zwängen. Immer auch mit der Perspektive, Herrschaft und Verwertung auf der ganzen Welt zu überwinden! Wo strategisch geschickt Formen der Selbstorganisierung entwickelt werden, kann tatsächlich Kraft und Freiraum gewonnen werden für ein Leben mit immer weniger Zwängen.
Mehr Texte und Ideen finden sich auf der Selbstorganisierungsseite unter www.projektwerkstatt.de/von-unten.
/// Umsonstläden
Das Prinzip ist einfach: Bringen, was mensch nicht mehr braucht, aber weiter nützlich ist und mitnehmen, was mensch selber benötigt - und nichts kostet etwas. Das Ganze wird an einem festen Ort untergebracht - am besten irgendwo in oder nahe einem öffentlichen Raum, wo Menschen ohnehin ein- und ausgehen sowie ein offener Zugang zum Umsonstladen möglich ist.
Zu finden sind in den bestehenden Umsonstläden u.a. Klamotten, Schallplatten, Bücher, CDs, Videospiele, Geschirr, Stereoanlagen usw. Größere Sachen wie Möbel, Fahrzeuge usw. können über ein schwarzes Breff verschenkt werden. Auch Dienstleistungen finden so ihren Weg - mensch kann Hilfe, die Weitergabe von Wissen, handwerkliche Fähigkeiten usw. anbieten oder suchen.
Internetseite des Umsonstladens Berlin mit Links zu anderen: www.umsonstladen.info;
www.co-forum.de
/// Tauschringe
In recht vielen Orten haben sich Gruppen gebildet, deren Mitglieder untereinander vor allem Hilfsdienste, handwerkliche Arbeiten usw. tauschen. Meist ist die Zeit die Währungseinheit, d.h. die Beteiligten "kaufen" Dienstleistungen (Hilfe) anderer ein und können die zeitorientierte Währung dadurch wiederum selbst erhalten, indem sie anderen helfen. Gegenüber dem profitorientierten Markt entsteht so der Vorteil, dass theoretisch alle die gleiche "Lohnhöhe" für ihr Engagement erhalten - also Computerprogrammierung genauso "wertvoll" ist wie Putzen oder Kinderbetreuung.
In der Praxis stimmt das aber nicht - und es zeigt sich, dass Tauschringe im Gegensatz zur Umsonstökonomie den Kern marktförmigen Wirtschaftens nicht beseitigen: Das Bewerten von Tätigkeit und das Anbieten auf dem Markt mit Nachfrage- und Angebotseffekten. Wer etwas kann, was in einem Tauschring viele brauchen, kann schnell viele Zeiteinheiten einsammeln und damit wiederum "Hilfe" einkaufen. Wer keine gefragten Kenntnisse hat, ist auch im Tauschring "arm". Zudem blenden Tauschringe meist aus, dass Menschen unterschiedlich viel Zeit haben, d.h. der Halbtags-Programmierer mit hohem Einkommen ist viel flexibler als die alleinstehende Putzfrau mit vier Kindern (mal als Klischee dargestellt). Hier könnten genau die Weiterentwicklungen ansetzen - z.B. Reichtumsausgleich oder die Aufnahme von Umsonstökonomie in die Aktivitäten der Gruppe.
Faxabruf von Tauschring-Adressen: 030/69040467
Eine von mehreren Internetseiten: www.tauschring-archiv.de
In Gießen: www.tauschring-gießen.de /// Food-Coops
Gemeinsam einkaufen ist sicherlich nur ein kleiner Anfang, sich den Zwängen profitorientierter Märkte zu entziehen. Weiterhin wird mit Geld bezahlt, Reichtumsunterschiede bleiben erhalten und als Quellen sind in der Regel Lebensmittelzwischenhandel oder landwirtschaftliche Betriebe im Vordergrund, die auch sonst ihre Produkte marktförmig vertreiben. Dennoch kann das gemeinsame Einkaufen einige Vorteile bringen:
- Bezugsquellen mit Mindestabnahmen können erschlossen werden, an die Einzelpersonen nicht ohne weiteres herankommen.
- Direktvermarktungswege zu LandwirtInnen und anderen HerstellerInnen werden erschlossen, die sich für Einzelne kaum lohnen würden. Durch das Aufteilen der anfallenden Arbeit von Abholung und Verteilung oder gar Auslieferungsfahrten, die sich für ProduzentInnen dann bei Sammelabnahme lohnen, wird der Direktbezug erst praktikabel.
- Wenig oder nicht selbst mobile Menschen können im Rahmen von Food-Coops mitbeliefert werden.
- Gegenüber Ladenpreisen kann einiges gespart werden.
Zudem ist es möglich, politische Öffentlichkeitsarbeit mit dem Bezug von Lebensmitteln oder auch anderen Produkten (Sammeleinkauf von Kleidung, Büromaterialien usw.) zu verbinden. Ausflüge zu Höfen, Feste und Vorträge sind ebenso sinnvoll wie Pressearbeit oder Infostände, Straßentheater und mehr.
Gemeinsamer Lebensmitteleinkauf bleibt eine Geldsache. Sie überwindet damit nicht Reichtumsunterschiede. Ökologische Lebensmittel bleiben für viele auch bei gemeinsamem Einkauf unerschwinglich. Daher sollten gerade Food-Coops überlegen, ob sie nicht einige Schritte mehr tun, um auch ein soziales Projekt zu werden, das unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten zwischen Menschen überwindet.
Internet: www.foodcoops.de /// Container-Kooperativen
Containern meint das Leben von den Resten des Zwischenhandels. Die Abfallcontainer der Supermärkte zeigen immer wieder, wie verschwenderisch ein marktförmiges Wirtschaften ist. Was aus Gründen der Preisstabilität weg muss oder nicht mehr der gewollten Optik entspricht, fliegt raus. Darunter befinden sich ständig massenhaft Lebensmittel, die gut genießbar sind - oft ist allein ihre Verpackung beschädigt oder das Verfallsdatum steht dicht bevor usw.
In vielen Städten suchen deshalb Menschen auf eigene Faust oder in kleinen Gruppen die Hinterhöfe und Einfahrten von Supermärkten regelmäßig durch - vor allem am Samstagabend, wenn viele Geschäfte vor dem Wochenende die Regale ausgeräumt haben. Viele finden dann mal viel von dem einen, mal viel von dem anderen Produkt. Für einen selbstorganisierten Alltag ist das nur begrenzt interessant, denn meist ist eher wenig, aber dafür von vielen Produkten gefragt.
In Wien hat sich z.B. deshalb das "Geob", das "Gemüse- und Obstkollektiv", gegründet. Viele Menschen haben sich die Straßenzüge und Stadtteile aufgeteilt. Sie bringen ihre "Beute" dann an einem Platz zusammen - und aus dem nun sehr vielfältig zusammengesetzten Berg nehmen sich alle heraus, was sie brauchen. /// Brotaufstrich-Kooperation
Der Brotaufstrich steht hier als Beispiel für noch viele andere Möglichkeiten. Die dahinterstehende Idee ist, dass nicht immer alle alles in kleinen Mengen selbst besorgen oder herstellen müssen, sondern reihum immer wieder Menschen grössere Mengen von etwas herstellen (was nur wenig mehr Aufwand ist als eine kleine Menge desselben) und dann an andere weitergeben - nach Möglichkeit einfach geschenkt, denn Umsonstökonomie ist die einzige Form, in der Menschen gleiche Möglichkeiten haben, also nicht mehr zählt, wie viel Geld wer hat.
Variante 1: Gemeinsam herstellen. Menschen aus verschiedenen Zusammenhängen treffen sich regelmäßig, um gemeinsam selber Brotaufstriche herzustellen. Das ist lecker, günstiger und macht Spaß.
Variante 2: Kochplan und Verschenken. Es gibt einen Kalender, wer welche Woche Brotaufstriche herstellt und dann immer einige Gläser für die anderen Beteiligten zu einem bestimmten Treffpunkt mitbringt.
/// NutziGems
NutzerInnengemeinschaften (NutziGems) sind Personen, die etwas gemeinschaftlich nutzen. Im Prinzip ist eine NutziGem ein Freundeskreis oder umgekehrt sind viele Freundes- und Bekanntenkreise auch eine NutzerInnengemeinschaft. Fast überall, wo man sich kennt wird etwas gemeinsam genutzt, ausgeliehen, illegal vervielfältigt, verschenkt, dauerhaft zur Verfügung gestellt, sich gegenseitig beigebracht und geholfen usw. Alles kann in solchen NutziGems landen, d.h. einerseits natürlich Gegenstände (die Bohrmaschine, der Eiscrusher, das Wohnmobil...), dann aber auch Strukturen (das Gästezimmer, der Internetzugang, der Partykeller...) und häufig auch Fertigkeiten und Wissen (Computerkenntnisse, Umzugshilfe, Reparaturkönnen...). Die ganze Gesellschaft funktioniert so, nur dass im Bekannten- und FreundInnenkreis solche Formen gemeinsamer "Nutzung" meist ohne Geld über die Bühne gehen.
Klar, alle gucken schon ein wenig auf den Zustand und die Entwicklung des Verhältnisses zu den jeweiligen AusleiherInnen oder Unterstützten, aber ob die Gegenseitigkeiten insgesamt wirklich auch im Barwert oder in der Nettoarbeitszeit genau ausgeglichen wären, interessiert oft nur am Rande. Oder, um nicht nur den quantifizierbaren Teil dieser Vereinbarung in den Blick zu nehmen:
Eigentlich gibt es überhaupt keine fixe Regel, nach der sich solche Formen von NutziGems bilden. Der eine hat diese Bedingung, die andere macht es so. Mit wem die Einzelnen überhaupt, mit welchen Zielen und mit welchen konkreten Inhalten zu einer Vereinbarung über eine gemeinschaftliche Nutzung von Gegenständen, Strukturen und Fertigkeiten kommen ist sehr unterschiedlich. Eine Vereinbarung zur gemeinschaftlichen Nutzung ist ein soziales Verhältnis auf Gegenseitigkeit, aber ohne die übliche Tausch- oder Marktlogik oder zumindest mit einem gewissen Potential für Selbstbestimmung und Tauschwerteliminierung.
Internet: www.laich.info/nutzigem /// Gemeinsame Infrastruktur
Stellen wir uns 10 Menschen aus unserem Bekanntenkreis vor. Alle legen z.B. die Geräte aus der Heimwerkstatt oder dem Werkzeugkoffer zu Hause auf einen Tisch. Meist würde ein Riesenreichtum entstehen. Fast alle haben eine Bohrmaschine, obwohl kaum jemand sie mehr als 1x monatlich braucht. Viele viel seltener. Genauso mit Stichsäge, Winkelschleifer, Maulschlüsselsortiment und vieles mehr. Von Computern, Laserdruckern, Küchengeräten, Spielen, Büchern, Fahrradanhängern, Zelten usw. mal ganz zu schweigen. All dieses Zeugs liegt meist rum - aber oftmals ist viel Geld draufgegangen, für das mensch lohnarbeiten musste.
Die notwendige Geldmenge im Alltag kann drastisch reduziert werden, wenn Geräte, die nur selten gebraucht werden, gemeinsam genutzt werden - z.B. durch den Aufbau eines gemeinsames Werkraumes, eines Computerraumes usw. Manches wird der eine oder die andere noch ständig besitzen wollen, weil es oft genutzt wird. Aber vieles kann Teil einer gemeinsamen Infrastruktur werden. Wenn in WGs, Häusern oder in öffentlichen Räumen solche gemeinsamen Werkstätten, Arbeitsräume, Bibliotheken usw. entstehen, haben alle den Zugriff auf viel mehr Reichtum als vorher - und müssen doch viel weniger dafür aufwenden.
Die Weiterentwicklung dieser Einzelbeispiele gemeinsamer Infrastruktur sind offene Plattformen, die insgesamt öffentlich nutzbar machen, was sonst in Privatbesitz nur herumliegt, z.B. die Idee der Projektwerkstätten als Räume bzw. Häuser mit für alle zugänglicher Ausstattung.
Internet: www.projektwerkstatt.de /// Öffentliche Aktionen
Ökologische Ernährung, Direktvermarktung bis hin zur Umsonstökonomie kann auch ein wichtiger Teil jeder Gruppe sein - gleichgültig ob Food-Coop, Umsonstladen-Crew oder Container-Kooperative. Alle Mittel der direkten Aktion stehen zur Verfügung, also Theater, Subversion, Sabotage usw. Eine vollständige Liste ist nicht möglich, da unendlich viele Aktionsformen denkbar sind. Einige Beispiele mögen Anregung genug sein. Gerade bestehende Gruppen mit Ansätzen der Selbstorganisierung im Alltag können mit solchen Aktionen gute Erfolge erzielen, weil sie jeweils gleich auf (ihre eigenen) Alternativen hinweisen können.
- Gratis einkaufen: Eine Gruppe geht in einen Supermarkt, allerdings nicht als Zusammenhang erkennbar. Sie stellen sich an der Kasse an - mit Abständen zwischen ihnen, so dass weitere Menschen einbezogen werden. Der vorderste Wagen ist voll von Produkten des Alltagsbedarf. Die Person (oder zwei) am Wagen schieben an die Kasse und sagen dann laut und deutlich so etwas wie: "Wir haben kein Geld, brauchen aber ja auch was zu essen. Wir wollen das so mitnehmen, ok?". Und dann langsam weiterschieben.
Wahrscheinlich entbrennt sofort eine Debatte. Dabei können die weiteren Aktivistis aus der Gruppe verschiedene Rollen spielen (Unterstützung, Provokation, Pöbeln, Kompromissvorschläge usw.), die nicht von allein durch spontan mitdiskutierende Menschen vorhanden sind. Meist ist sehr schnell eine Utopiediskussion zur Umsonstökonomie möglich, wenn z.B. Menschen formulieren "Wenn das alle machen würden..." - "Ja, wäre doch toll".
- Entwertungsaktionen: Barcodes untauglich machen oder Aufkleber mit Beschriftung wie "Heute umsonst - ohnehin ist ein Leben ohne ständige Bewertung und Preise viel schöner" oder ähnliches in Geschäften auf Produkten und Preisauszeichnungsflächen kleben.
- Umsonstladen oder Umsonstessen in der FußgängerInnenzone oder sogar im Restaurant, in Supermärkten, Kaufhäusern u.ä. Kurzzeitig Flächen "besetzen" und dort Umsonstökonomie umsetzen.
Bei allen öffentlichen Aktionen ist die Vermittlung wichtig - also immer dabei reden, rundherum auch Menschen haben, die nicht direkt mitmachen, sondern Gespräche führen können. Flugblätter, Zeitungen, Aufkleber bis hin zu Megaphon oder Transparent sind wichtig. Normale Pressearbeit oder subversive (gefälschte Beschimpfungen von Firmen oder Parteien, Wirtschaftsverbänden u.ä.) können das Ganze ergänzen.
Direct-Action-Ideen im Internet: www.direct-action.de.vu Mit einem anfangen, aber da nicht aufhören ...
Welcher Einzelschritt auch immer der erste ist - es ist gut und richtig, ihn zu gehen. Ebenso aber muss klar sein, dass alles nur eine kleine Nische ist und der Alltag nur punktuell verändert wird, wenn es dabei bleibt. Von jedem ersten Schritt können weitere erfolgen. Insofern sind Food-Coops, Tauschringe, Umsonstläden usw. nicht nur Zweck an sich, sondern vor allem Sprungbrett zu mehr ... hin zu einer bunten, sich verstärkenden Selbstorganisierung im Alltag. Denn das machen die bisherigen Erfahrungen auch deutlich: Je mehr verschiedene Aspekte verwirklicht werden, desto besser greifen die Wirkungen auch ineinander - die Food-Coop trifft sich im Umsonstladen, was bisher an Dienstleistung nur getauscht wurde, wird über das Schwarze Brett im Umsonstladen jetzt auch so angeboten, wer zusammen Lebensmittel einkauft, gründet schneller eine NutziGem für Bohrmaschinen, Computer & Co. usw. Räume, Rundbriefe, Infostände und mehr können gemeinsam genutzt werden. Selbstorganisierung im Alltag ist ein Projekt als Prozess ... immer weiter raus aus dem Markt, immer mehr rein in die Selbstbestimmung - und zwar ohne Krampf und riesigen Arbeitsaufwand, sondern geschickt und so, dass Menschen hinterher weniger Kraft aufwenden müssen für ihre materielle Reproduktion. Schließlich soll das Leben vor allem Freiraum und Zeit für Spaß und Selbstentfaltung bieten. Und die Welt verändern wollten wir auch noch ... Und vieles mehr...
Sicherlich sind noch weitaus mehr Ideen vorstellbar, wie Selbstorganisierung im Alltag so geregelt werden kann, dass sie den Zwang zu marktförmiger Reproduktion und damit zusammenhängend der Lohnarbeit mindert oder aufhebt. Diese Liste soll anregen, aber längst nicht das Ende der Entwicklung sein. Wer weitere Ideen hat oder Beispiele kennt, kann diese gerne an piratenutopie@uni.de schicken. Im Internet soll dieser Text ständig weiterentwickelt werden. Unvollständige Literaturhinweise zum Hintergrund der Debatte
Annette Schlemm, Jörg Bergstedt, Stefan Meretz: Freie Menschen in freien Vereinbarungen, Gruppe Gegenbilder 2000, www.opentheory.org/gegenbilder
(dort Bestellung und -Download über www.projektwerkstatt.de/materialien).
Christoph Spehr: Gleicher als andere. Eine Grundlegung der Freien Kooperation. www.rosaluxemburgstiftung.de/Einzel/Preis/rlspreis.pdf
Christoph Spehr: Die Aliens sind unter uns! Herrschaft und Befreiung im demokratischen Zeitalter. (Siedler-Verlag, 1999)
Stefan Meretz: Linux und Co. Freie Software - Ideen für eine andere Gesellschaft. Neu-Ulm, 2000.
Jörg Bergstedt: Reader Herrschaftskritik konkret. Beziehbar über www.herrschaftsfrei.de.vu
Gruppe HierarchNIE!: Reader zur Entscheidungsfindung von unten, Dominanzabbau, kreative Gruppenprozesse, Alternativen zu Zentralen & Eliten.
Download und bestellbar über www.projektwerkstatt.de/von-unten
Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. 1867, Dietz Verlag Berlin.
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