Sachspenden, Tauschen, „Dealen“
Möglichkeiten, Grenzen und weitergehende Ideen
Voraussetzungen ++ Grundlagen ++ Kontaktaufnahme ++ Was kommt woher? ++ Warum funktioniert das? ++ Mehr ++ Links
Materielle Grundlagen und Unabhängigkeit sichern!
Fast überall ist es spürbar: Politische, soziale oder Umweltgruppen knapsen am Geld, die Finanzbeschaffung nimmt großen Raum ein und oftmals werden fatale Abhängigkeiten eingegangen, nur um die materielle Ausstattung zu erhalten: Räume, die von Regierungsstellen zugeteilt werden (und wieder entzogen werden können), Gelder aus öffentlichen Etats (für die mensch von der Rechtsform bis zu politischen Inhalten Vorbedingungen erfüllen muß) oder gar Kredite (ganz modern, als ethische Geldanlage getarnt, treibt sie Projekte in Abhängigkeit des Marktes, denn Kredite müssen zurückbezahlt werden, d.h. das Projekt auf Dauer gewinnorientiert agieren). Hinzu kommen die, die (oft skrupellos) mit Firmen kooperieren, sei es in Form des Sponsorings (Spenden kassieren für Öffentlichkeitsdarstellung u.ä.) oder der gemeinsamen Durchführung von Projekten bis hin zur gemeinsamen Tätigkeit auf dem Markt. Inzwischen gibt es ganze Produktpaletten, die von Konzernen gemeinsam mit Umwelt- oder Eine-Welt-Organisationen entwickelt oder vertrieben werden.
Eine solche Finanzierung politischer Arbeit schafft Abhängigkeit – direkt von einzelnen Regierungsstellen oder Konzernen bzw. vom Markt, in Form des Zwangs zur gewinnorientierten Arbeit. Sie unterdrückt Phantasie und Kreativität, denn viele Ideen werden durch den Finanzierungsvorbehalt oder durch die Angst, die materiellen Grundlagen zu verlieren, abgeblockt. Ängste und Zwänge dominieren den Alltag des politischen Handelns.
Nicht viel anders ergeht es den Menschen selbst. Sie kommen aus einer sozialen Zurichtung, die ihnen deutlich vermittelt hat, daß die materielle Reproduktion nur über die Eingliederung in soziale Verhaltensnormen möglich ist: Den Verkauf der eigenen Denk- und Arbeitskraft im Markt, den „Einkauf“ von Gütern und Dienstleistungen aus dem Markt (im Extremfall der selbst vorher hergestellten Waren) oder das Erfüllen von Rollen rund um diese Verwertungslogik, z.B. der Arbeit im Haushalt einer im Arbeitsmarkt verwerteten Person (EhepartnerIn u.ä.). Die Fähigkeit dazu wird in Elternhaus, Schule, Ausbildung usw. vermittelt – zusammen mit den klassischen Rollenmustern nach Geschlecht, Herkunft oder Bildungsgrad. Selbstorganisation ist dagegen kein Gegenstand der Fortbildung. Wer z.B. ein Handwerk lernt, lernt dieses nicht, um sich selbst zu helfen, sondern um sich mit dem Wissen im Markt als Arbeitskraft verwerten lassen zu können. Eine auf Selbstorganisation ausgerichtete Fortbildung müßte einen Querschnitt durch alle Alltags-Handwerke, soziale Kompetenzen, Bereiche von Organisation und Aktionsformen, Mitbestimmungsmöglichkeiten und kreative Diskussions-, Planungs- und Entscheidungsverfahren und vieles mehr bieten. Sie findet nicht statt. Menschen und gesellschaftliche Gruppen sollen sich an den Staat, an Konzerne oder in der Marktlogik bewegen. Das stabilisiert Herrschaftssysteme und Marktökonomie, das treibt alle, ob Einzelperson oder Gruppe, in die Abhängigkeiten von den Herrschenden und der Logik des Marktes. Statt kreativer Prozesse, diese Abhängigkeiten zu überwinden, dominieren heute auch bei politisch aktiven Menschen und bei den politischen Gruppen die Kreativität, besonders geschickt Herrschaft und Markt für sich zu nutzen. Soziale, ökologische und andere ehemals „linke“ Projekte der 70er bis 90er Jahre gehören heute zu den geschicktesten und modernsten KapitalistInnen – mit KnowHow in allen Bereichen der öffentlichen Förderung, des Subventionsbetrugs und der Akquise von Fremdkapital an Börsen und im Geldmarkt. Diese Abhängigkeiten haben folgen: Politische Gruppen, die eher Modernisierer von Herrschaft und Kapitalismus sind (statt deren Gegner), und Einzelpersonen, die durch die Zwänge und Abhängigkeiten vom Arbeitsmarkt und der alltäglichen Reproduktion im Markt (Beschaffung der zum Leben und Überleben nötigen Güter und Dienstleistungen) immer mehr von idealistischen Ideen weg zu einer normal-kapitalistischen Lebensweise kommen.
Es gibt jedoch auch politische Gruppen, die unabhängige, emanzipatorische politische Arbeit machen und trotzdem nicht "am Hungertuch nagen". Eines ihrer Geheimnisse ist: Ganz wenig Geld brauchen! Es gibt nur wenige Bereiche, in denen es nicht auch ohne Knete ginge, von Sachspenden bis zu abenteuerlichen „Deals“ kann ganz gezielt und in breiter Form die materielle Grundlage für die politische Arbeit organisiert werden.
Ebenso kann das Alltagsleben selbst zu großen Teilen aus der Logik des Marktes herausgeholt werden. Auch wenn noch Bereich übrig bleiben, wo ohne Geld nichts läuft – wer im Monat nur noch 200 oder gar 100 Euro in Geldform braucht, wird keinen Job in Abhängigkeit mehr brauchen, sondern aus ihren/seinen Fähigkeiten mit ein bißchen Geschick diese Geldmenge „nebenbei“ erwirtschaften. Und das hat wiederum viel mit den politischen Möglichkeiten zu tun, denn Projekte und Gruppen, deren AkteurInnen dem Zwang zur zeit- und kraftintensiven materiellen Reproduktion unterliegen (und noch dazu ständig fürchten, bei radikalen Positionen und Aktionen die aktuelle Absicherung zu verlieren), sind in ihren Handlungen sehr eingeschränkt. Zudem fördert eine solche Einbindung das Herausfallen aus politischer Arbeit zugunsten „normaler“ Lebensgestaltung.
A. Voraussetzungen
Voraussetzung 1: Organisieren statt finanzieren
Wer in seinem/ihrem Lebensalltag monatlich 5000 DM oder mehr ausgeben will, hat kaum eine Chance zur Selbstorganisation. Der Ansatz selbstverwalteter oder pseudo-alternativer Betriebe, zwar hierarchiefrei, aber doch hochprofitabel zu arbeiten, hat nur zu kollektiver Selbstausbeutung oder enormen Modernisierungsstrategien geführt – nicht aber zu einer Befreiung von den Markt- und Herrschaftszwängen (und ganz nebenbei noch die Modernisierung des Kapitalismus insgesamt vorangetrieben – eine klare Niederlage gegenüber der alten Idee, Gesellschaft stückweise von den Marktzwängen zu befreien). Selbstorganisation hat dort Chancen, wo es gelingt, den Bedarf an auf dem Markt eingekauften Waren drastisch zu senken – mit dem Ziel Null. Denn „Markt“ bedeutet immer die anonyme Vermittlung von Werten ohne jegliche direkte Vereinbarungsebene zwischen Menschen. Und sie schafft den Zwang, für das allgemeingültige Tauschmittel im Markt, eben das Geld, selbst wieder im Markt die Wertschöpfung zu betreiben, d.h. sich zu verkaufen, Lohnarbeit nachzugehen.
Die Alternative muß lauten, den Aufwand für die materielle Reproduktion zu minimieren und diese im direkten Verhältnis zu organisieren, weil es nur dann gestaltbar ist. Tausch, gemeinsames Eigentum oder organisiertes „Schenken“ bzw. „Nehmen statt Kaufen“ können dazu Ansätze bieten.
Voraussetzung 2: Alltag und Politik verbinden
Unendliche Ressourcen ... fast alle Gruppen in den Industrieländern verfügen, den Besitz und die Verfügungsrechte aller beteiligten Menschen sowie den Besitz der Gruppe zusammengerechnet, meist über einen unglaublichen Reichtum. Was für das Auto allgemein bekannt ist (es bindet extrem viel Geld und Zeit bzw. zwingt zur fremdbestimmten Arbeit), gilt auch für viele, viele andere (eigentlich alle?) „Güter“: Computer stehen bei fast jeder Person herum – genutzt oft nur wenige Minuten durchschnittlich am Tag. Fahrräder, Klamotten, Werkzeug, Küchengeräte, Waschmaschinen usw. – alles steht oder liegt die meiste Zeit ungenutzt herum. Noch einfacher: Bücher und Zettelsammlungen schlummern in Regalen. Das Privateigentum bindet unglaubliche Mengen an Geld und Zeit. Wenn aus Privateigentum Kollektivbesitz wird, und das dann noch mit einem politischen Projekt verbunden wird, entsteht meist sofort ein unglaublicher Reichtum: Eine ansehnliche Bibliothek, wenn einfach nur die Bestände aller Beteiligten zusammengeworfen werden. Eine beeindruckende Heim- oder Fahrradwerkstatt. Ein Computerraum mit perfekter Ausstattung (meist noch mehr ... und eventuell kann jedeR noch einen eigenen Computer für einfache Sachen haben, denn alte Kisten schmoren überall in Kellern, Dachböden oder Schränken herum). Das und vieles mehr sind Beispiele für die massive Reduzierung des materiellen Bedarfs. Entweder die beteiligten Menschen bauen einen Raum auf, wo politischer Raum und kollektives Leben örtlich verbunden und damit alle Ressourcen gemeinsam (von den Menschen gemeinsam und gemeinsam für politische Arbeit – dann auch von anderen – und das Alltagsleben) nutzbar sind. Oder dann, wenn alle getrennt leben, kann ein gemeinsamer Raum für das politische Zentrum plus kollektiver Räume (Waschmaschine, Werkstatt, Computerräume, Bibliothek) geschaffen werden. Das reduziert auch den Raumbedarf pro Person sehr stark. Und all das spart Geld, spart Zeit, beendet eine materielle Verschwendung (und damit wieder den Zwang zum Geldbeschaffen/-verdienen), die durch die Orgie des totalen Privatbesitzes hervorgerufen wurde.
Kollektive Strukturen der Kooperation von Nützlichkeit sind eine wichtige Basis der Selbstorganisation. Kollektivität bezeichnet hierbei nicht den Mythos der Art alter selbstverwalteter Projekte, wo kollektiv immer gut sein sollte, auch wenn dadurch alles schwieriger, anstrengender usw. wurde und die harte Orientierung der Produktion für den Markt blieb.
Voraussetzung 3: Phantasie, Kreativität und das richtige Gespür für „Deals“
Selbstorganisation ist nicht nur ungemein praktisch und ein Weg hieraus aus den Abhängigkeiten von Markt und Staat. Es ist auch ein Bruchstück visionärer Entwurfe, hereingeholt in das konkrete Handeln hier und jetzt. Eine emanzipatorische Vision der „Freien Menschen in Freien Vereinbarungen“ wird noch einige Schritte weiter führen müssen – dann geht es nicht mehr um gegenseitige Unterstützung, sondern alle Fähigkeiten, aller materieller Reichtum ist allen zugänglich, schafft immer weitere Möglichkeiten für alle. Das ist weit weg. Doch ein Hauch davon ist erreichbar, wenn Menschen auf kreative Art gucken, wo sie sich gegenseitig helfen können als Form des punktuellen Ausbruchs aus herrschafts- und marktförmigen Verhältnissen. Darum geht es – um das Vermitteln der Idee von gleichberechtigter Unterstützung. Das ist ein deutlicher Unterschied zum Betteln, einem Bitten um eine Unterstützung als Wohltat oder Almosen. Betteln ist als Notmaßnahme oder als Lebensentwurf so akzeptabel wie alle anderen unterwürfigen Formen der fremdbestimmten materiellen Reproduktion. Selbstorganisation aber will etwas ganz anders. Selbst beim Versuch, eine Firma um eine Sachspende anzuschnorren, geht es darum, die Idee der Unterstützung auf gleichberechtigter Ebene zu vermitteln.
Das gilt selbst für das zunächst unterwürfig erscheinende „Schnorren“. Die Form der Kontaktaufnahme zwecks „Schnorrens“ (Überschüsse und Spenden für sich gewinnen) oder „Dealens“ (kreative Vereinbarungen treffen der ganz unterschiedlichen Art – vom Tausch bis zur politischen Aktion) kann und sollte auf dem gleichberechtigten Gespräch basieren. Der Ausgang ist offen. Es geht nicht nur um ein Ja oder Nein, sondern um vielfältige Möglichkeiten. Kann sein, daß ein Gespräch beginnt, weil eine politische Gruppe einen Computer sucht – und am Ende kommt heraus, daß sie etwas ganz anderes bekommt oder die/der GesprächspartnerIn die politische Zeitung abbonniert oder was auch immer. Angetrieben ist das Gespräch von der Nützlichkeit und von politischen Ideen. Die Kunst ist das kreative Diskutieren, das Gespür für den richtigen Augenblick und die passenden Vorschlag, die Wendigkeit im Denken ... all das ist etwas, was in dieser Gesellschaft wenig geübt wird, aber die Übung kommt, wenn die Gespräche mutig geführt werden. Selbst ein absurder Vorschlag kann helfen – das Gespräch bleibt in Erinnerung.
B. Schnorren und Sachspenden
Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf das „Schnorren“ und „Dealen“, also eine konkrete Form der materiellen Reproduktion politischer Arbeit, die keine Infragestellung marktförmiger Verhältnisse beinhaltet – aber dennoch eine teilweise Loslösung aus den Abhängigkeiten bringen kann. Dazu dienen sie auch – das allein kann sehr wertvoll sein. Die Vorbemerkungen und abschließenden Abschnitte dieses Mittelteils sollen die teilweise eher technischen Tipps in einen politisch-visionären Zusammenhang stellen. Schnorren kann ein Stück Freiheit schaffen und damit Teil der Strategie zu den weitergehenden Visionen sein. Es bleibt aber selbst eine Teilnahme am Markt, zeitweise subversiv, aber denkbar nur als Nische und in der Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderungen als Zwischenlösung für politische Gruppen und Einrichtungen.
1. Vorweg: Grundlagen erfolgreichen Schnorrens
a. Fast nichts läßt sich nicht "für umsonst" bekommen. Ein bißchen Phantasie ist Vorraussetzung, um die richtigen Quellen zu finden und anzuzapfen.
b. Eine Portion Mut, Dreistigkeit und Penetranz ist notwendig, um erfolgreich beim "Schnorren" zu sein. Aber diese Eigenschaften lassen sich üben. Dabei geht es nicht darum, mitleidsvoll nach Spenden zu betteln, sondern kreativ die verschiedenen Wege und Möglichkeiten abzuchecken.
- Erstmal klären, was überhaupt gebraucht wird (eventuell auch, was als Ersatz dienen könnte)
- Überlegen, woher es kommen könnte und recherchieren, wo die Adresse herkommt.
- Die regionalen Gelben Seiten sowie für Ökoadressen das Alternative Branchenbuch (Altop-Verlag) und die dazugehörige Internetadresse www.eco-address.de) und das Grüne Branchenbuch (jeweils pro Bundesland, Verlag Das Grüne Branchenbuch). gehören zur Grundausstattung, ein Besuch beim Fachhändler verschafft nötige Kataloge, Fachleute können Auskunft geben über spezielle Herstellerbetriebe.
- Das "Opfer" anvisieren und loslegen!
c. Die beste Reihenfolge:
- Anrufen, ganz kurz das Projekt und die Bitte vorstellen. Bei größeren Firmen, wo zunächst die Telefonzentrale rangeht, ist dies auch sinnvoll, um richtig weiterverbunden zu werden. Wer schon weiß, in welcher Abteilung die Anfrage landen soll, kann sie sofort verlangen. Verbinden kostet oft Zeit, Einheiten und vielfaches Erklären, bis mensch die Richtigen erreicht.
- Namen und Durchwahl des/der GesprächspartnerIn geben lassen.
- Wenn die Spur einer Chance auf Erfolg besteht, weitere schriftliche Infos ankündigen (eine Projektvorstellung sowie eine präzise Beschreibung des Wunsches)
- Brief oder Fax zu Händen der Kontaktperson schnellstmöglich auf den Weg geben (damit nichts in Vergessenheit gerät)
- Ein bis zwei Tage, nachdem der Brief angekommen sein muß, wieder anrufen und kreativ-freundlich nachfragen.
- Selten gibt es sofort ein klares "Ja" oder "Nein". Aus einmal Nachhaken können viele Male werden. Aber das ist wichtig: Es kann das konsequente Wieder-Melden sein, wofür es schließlich die Belohnung gibt (und wenn das Opfer auch nur die Nachfragerei endlich lossein will). Wichtiger aber ist der kreative Dialog, der nicht nur vielfältige Möglichkeiten der Einigung schafft, sondern auch Erinnerung beim Angerufenen erreicht – ein wichtiger Vorteil beim nächsten Anruf!
d. Tipps und Tricks:
- Ein Brief vor einem Telefonat könnte meist genausogut von den Absendenden in den Papierkorb geworfen werden. Erst schreiben, wenn die Ansprechperson bekannt ist oder sonst klar ist, daß der Brief "erwartet wird". Ein Fax ist ein Mittelding zwischen Brief und Anruf, auch hier gilt: Vorher persönlich melden, Schriftstück ankündigen und direkt addressieren. Vorteil, wenn es schnell geht: Telefonat ist noch frisch in Erinnerung beim Angeschriebenen/Angefaxten.
- Wichtig: Nicht darauf einlassen, daß die Angesprochenen zurückrufen ("Wir melden uns dann" ist oft genug ein "Nein" durch Aussitzen). Statt dessen selber wieder anrufen. Wenn die anderen sich melden wollten, erspart eine Ausrede Peinlichkeiten und den Eindruck zu großer Aufdringlichkeit: "Ich war in den letzten Tagen schwer zu erreichen, vielleicht haben Sie es ja bereits versucht ..."
- Bei kleineren Betrieben in erreichbarer Nähe kann es besser sein, einfach vorbeizugehen.
- Firmen, die "warmgehalten" werden sollen, weil sie vielleicht nochmal als UnterstützerInnen in Frage kommen, könnten nach erfolgter Spende bei Gelegenheit einen Bericht, was gerade so läuft, erhalten (UnterstützerInnen-Infobrief zum Projektabschluß, Jahresende o.ä.)
2. Wege der Kontaktaufnahme
a. Ausnahmen: Gleich per Brief, Fax oder Mail
Nur weniges ist ohne vorherige direkte Kontaktaufnahme, also gleich per Mail, Brief oder Fax sinnvoll. Dazu gehören Standardanfragen wie „Wir wollen ein Seminar gegen Gentechnik durchführen und würden uns freuen, wenn Sie das mit einigen Proben ihrer gentechnikfreien Brotaufstriche unterstützen könnten“. Solche oder ähnliche Standardfälle klappen meist recht unkompliziert. Das hat guten Grund, denn die Firmen wollen in der Regel bei so etwas mit ihren Produkten als Alternative vertreten sein und/oder unterstützen auch die politische Zielrichtung, denn von gesellschaftlichen Veränderungen in die entsprechende Richtung profitieren sie wirtschaftlich. Daher ist es auch nur fair, wenn sie Aktionen, Seminare usw. unterstützen, die ihnen Vorteile bringen:
- Solarfirmen für Solar-Veranstaltungen/-Aktionen
- Bio-Nahrungsmittelhersteller, Großhändler oder Läden für Seminare zu Bio-Landbau, Gentechnik usw., Aktionen bis hin zu besetzten Genfeldern
- Farbenhersteller zu Aktionen oder Seminaren für Baubiologie
- Büromaterial-/Papierwarenhersteller für Aktionen pro umweltbewußter Alltag, Aktionen an Schulen usw.
- Verlage und Versände zu passenden Ausstellungen, Festen usw., wo deren Produkte (z.B. Bücher) als Kennenlernexemplare (z.B. zusammen mit Werbeflyern des Verlags) ausliegen.
Da der Bezug der Sachspende zur Aktion sehr direkt ist, kann hier auch ausnahmsweise mal eine schriftliche Anfrage zum Erfolg führen. Ansonsten ist davon abzuraten. Was zählt, ist der direkte Kontakt und die Kreativität der Gesprächsführung.
Auch ausreichend ist der Brief für Rezensionsexemplare von Büchern, CDs und Software.
b. Ansonsten immer: Ruf doch mal an ... „Dealen“ für Materialien
Einen passenden Begriff für das, um was es hier geht, gibt es nicht. „Dealen“ soll ausdrücken, daß es eine Mischung ist aus Überredungs- und Überzeugungskunst sowie Verhandlungsgeschick, aus der Fähigkeit, das Besondere herauszustellen, und aus Spontanität, Kreativität und dem Gespür für den passenden Vorschlag. Wer nur um Geldspenden telefoniert oder im 0-8-15-Standard seine/ihre Anfragen runterspult, wird wenig erreichen. Viele Gruppen und Menschen bauen ihre Arbeit oder ihr Leben sehr stark auf Geld auf – dann ist es einfacher, beim Staat zu schleimen, um Förderungen zu bekommen, mit Arbeits- oder Sozialamt zu kooperieren (und damit die Zwangsgesellschaft zu stützen und für sich einzusetzen) oder mit Konzernen sogenannte „Sponsorings“ zu machen der Marke „Eine Hand wäscht die andere“. Die Idee des „Dealens“ um Sachmaterialien entstammt eher dem Ansatz der Selbstorganisation, wo die gute Idee zählt und wo für jeden Fall ein neuer Vorschlag entworfen wird. Der Vorschlag besteht aus der Überlegung, welche Quelle (Firma, Schrottplatz, PrivatbesitzerIn u.ä.) ich angehe, wie in das Gespräch anfange, welche Vorschläge und Begründungen ich bringe, ob ich nur eine Spende will, eine Gegenleistung anbiete, mit der oder einem besonderen „Deal“ überzeugen will usw.
3. Die Quellen
Für AnfängerInnen mag es schwerfallen, sich zu überlegen, wo diese oder jene notwendigen Dinge herzubekommen sind. Wichtig ist, genau zu überlegen, welche Materialien wo anfallen – und dort zum einen zu bekommen sind und zum anderen keinen oder einen geringen „Wert“ mehr haben für diejenigen, die mit ihnen umgehen. Einen kleinen Eindruck zur Orientierung kann folgende Liste geben.
Übersicht
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a. Warum spendet wer?
Ein paar nützliche Erkenntnisse über die jeweiligen AnsprechpartnerInnen ...
EinzelhändlerInnen:
- Sie sind vor allem eine Quelle für Kleinmengen. Anfragen wegen Werkzeugen, Bastelmaterial, allgemeinem Bürokrams und ähnlichem bis zum Wert von ca. 20 Euro sind oft schnell und unbürokratisch erfolgreich.
- Sinnvoll ist ein konkreter Anlaß für die Anfrage: z.B. ein Kinderfest, eine Ausstellung, eine Einweihung einer Projektwerkstatt oder eines Umweltzentrums...
- EinzelhändlerInnen sind auch als PartnerInnen interessant, wenn Geld für einen Einkauf vorhanden ist. Oft sind Rabatte zu vereinbaren. Wenn der Einkauf im Rahmen eines Finanzzuschusses läuft: Rabatt vereinbaren, Rechnung über Normalpreis ausstellen lassen und bezahlen, Preisnachlaß zurückspenden lassen.
HerstellerInnen:
- Hier ist auch über teurere Geräte zu verhandeln. Wenn es mit der reinen Spende nicht klappt, lässt sich bei wichtigen Dingen über Preisnachlässe sprechen.
- Bei überregional arbeitenden Firmen lohnt es, vor der Kontaktaufnahme herauszufinden, wer die Produkte in der Nähe vertreibt (gelingt dies nicht vor dem ersten Anruf, einfach forsch danach fragen). Häufig geben HerstellerInnen statt direkter Lieferung an ihre Vertriebsstellen weiter, daß die Umweltgruppe XY die das Produkt Z kostenlos oder ermäßigt erhält. Die HerstellerInnen übernehmen (teilweise oder vollständig) den Verlust für die HändlerInnen.
- Elektrowerkzeuge, Büromaschinen und viele Dinge mehr sind auch als Vorführgeräte im Umlauf. Nach einiger Zeit im Schaufenster bzw. im Einsatz vor den Augen potentieller KundInnen gehen die guten Stücke zurück an die HerstellerInnen. Gezielt danach zu fragen kann genauso gut sein, wie sich nach fehlfarbenen oder leicht beschädigten Geräten zu erkundigen.
- Zunehmend gibt es Rücknahmegeräte, d.h. die KäuferInnen bekommen Rabatte, wenn sie ihr altes Gerät zurückgeben (in Zahlung geben, wie schon länger bei Autos üblich). Diese Geräte sind für die HändlerInnen oder HerstellerInnen oft wenig wert – eine Spendenbescheinigung oder auch nur der Platz im Lager können schon reichen, sie für eine Spende zu gewinnen.
HandwerkerInnen:
Sie stellen aus "Rohstoffen" neue Dinge her. Es ist möglich, daß sie ihre Arbeitszeit für eine gute Sache einbringen und nur Materialkosten in Rechnung stellen. Oder sie lassen sogar das. In Kellern, Garagen u.ä. von Handwerksbetrieben lagern meist Reste (Installationskram für Elektro, Sanitär usw., Farben oder Tapeten), Altgeräte oder Fehlbauten (z.B. vermessene Möbel, Fenster, Türen usw.), deren Existenz sie manchmal gar nicht mehr kennen und deshalb schnell verschenken.
Außerdem können HandwerkerInnen wichtig sein, um deren Know-How zu nutzen. Statt selbst zu helfen, können sie bei Fragen beraten, mal vor Ort vorbeikommen und Tipps geben – und oft ist möglich, mal einen Tag dort zuzugucken, um einfache Dinge zu lernen. Auch das ist eine wichtige Hilfe!
Banken, Versicherungen und Co.:
Vor allem wegen ihres Drangs von Bankfilialen, Versicherungsbüros und anderen, immer modern und neu zu wirken, sich vorbildlich ihren KundInnen präsentieren wollen, mustern sie Mobiliar, das gerade beginnt, nicht mehr wie neu auszusehen, schnell aus. So sind sie eine wahre Goldgrube bei der Suche nach alten Möbeln und ausrangierten Büromaschinen (Kassen, Kopierer, Computer). Auf eine freundliche Anfrage öffnen oft geduldige Hausmeister (oder weniger geduldige, dann ist mehr Verhandlungsgeschick gefragt!) die Keller. Schreib- und Rechenmaschinen, Schreibtische, Regale, Schränke, Tische, Stühle, Aktenordner, Hängeregistraturen... warten dort auf einen neuen Einsatz.
Ämter/Behörden, Rathäuser usw.:
Bestimmte richtig „schöne“ Möbel (wie alte Aktenschränke mit Holzrolläden) schmoren nur noch in den Behörden, denn dort wird viel seltener modernisiert (BeamtInnen-Tragheit, fehlendes Geld ... außer für die Chefzimmer und Emfangssuiten). Dort HausmeisterInnen u.ä. zu fragen, kann in Keller oder Garagen mit Beständen, die sonst nirgends mehr zu bekommen sind.
Verlage:
Für Verlage ist es die Haupt-Werbestrategie: Von jedem neuen Buch gehen Dutzende bis Hunderte an die Presse, die das Werk besprechen und vorstellen („rezensieren“) soll. Gruppen, die eine Zeitung herausgeben oder mit einer zusammenarbeiten, können so mit geringen Ausgaben für Porto eine ganze Bibliothek aufbauen. Teilweise klappt das auch mit Internetseiten.
- Mit der Bitte um Rezensionsexemplare (beim ersten Kontakt sollte eine Zeitung mitgeschickt werden) kommen auch teure Werke schnell und umsonst ins Haus.
- Dasselbe gilt auch für Software und CDs.
- Neben Rezensionen können Bücher und CDs auch für Ausstellungen (als Ansichtsexemplar, z.B. mit Werbezetteln des Verlags dabei) oder Schaufensterdekorationen angefordert werden.
Am einfachsten sind die Sachen, die thematisch und von der Zielgruppe her passen – also Musik-CDs für Kultur-/Musikzeitschriften oder solche mit Kulturveranstaltungs-Kalender, Software passend zum Thema oder eben Bücher (Umweltbücher für Umweltzeitungen usw.). Aber auch bei anderen Themen kann oft jede Besonderheit ausgenutzt werden – z.B. einen Artikel über Internetangebote im Umweltschutz verbunden mit Ökologie-Datenbanken und Internet-Software, ein Text über Datensicherheit im Netz verbunden mit Büchern und Software zu diesem Thema. Phantasie und dann die geeignete Vorstellung in der Zeitung sind gefragt. Mit dem Belegexemplar können gut weitere Werke angefordert werden – das geht oft besonders einfach, weil ja der „Beweis“ erbracht ist, daß auch Rezensionen erfolgen.
Gebraucht“waren“handel aller Art
Der Flohmarkt ist ein bekannter Weg, an Gebrauchtes aller Art heranzukommen. Bekannt sind zudem die Kleinzeigen in der Zeitung – in größeren Städten gibt es meist sogar Zeitungen ausschließlich für diesen Zweck („Such&Find“ oder ähnliche Namen). Aber es gibt noch mehr ...
- Internet: Seitenweise sind Kleinanzeigen-Homepages zu finden bis hin zu Geschenk-Foren (z.B. www.alles-umsonst.de). Weit verbreiteter ist das Versteigern gebrauchter Sachen. Da geht es Zack auf Zack, Unmengen technischer Geräte, Möbel und alles weitere sind zu bekommen (das bekannteste Forum für Versteigerungen ist www.ebay.de, aber es gibt noch einige mehr).
- FlohmarktbeschickerInnen: Einige Menschen leben davon, auf Flohmärkten zu stehen. Sie haben Garagen, Keller usw. voller Kram. Wo sie wohnen, ist am besten bei einem Besuch des Flohmarktes in der Region herauszufinden. Ein direkter Kontakt ist Gold wert – vor allem wenn die Flohmarkt-Menschen als UnterstützerInnen für ein kulturelles, soziales oder politisches Projekt gewonnen werden können.
- Geschenkmärkte: Sehr selten, aber es gibt sie – Läden, in denen alle ihre nicht mehr genutzten Kleider, Geräte, Möbel usw. hinbringen und andere sie dort abholen können. Und wo es sie nicht gibt: Einfach selbst einrichten, dann ist es besonders bequem, es auch intensiv zu nutzen. Die Projektwerkstatt in Saasen (www.projektwerkstatt.de/saasen) hat einen politischen Geschenke“markt“ eingerichtet. Hier werden Geräte, Zelte und alles, was für politische Arbeit sinnvoll ist, gesammelt (wer was loswerden will – hier kann es noch einen wichtigen Sinn machen!) und kann von politischen Gruppen abgeholt werden. Mehr unter www.projektwerkstatt.de/ladenschluss.
- Jugendwerkstätten, Arbeitslosenprojekte usw.: In den meisten Städten bzw. Landkreisen gibt es Einrichtungen, in denen Langzeitarbeitslose und jugendliche Arbeitslose beschäftigt sind. Sie agieren in einer Grauzone zwischen Gemeinnützigkeit und Marktwirtschaft. Eine Spezialität ist der Recyclingbereich z.B. von Elektrogeräten und Möbeln. Oft sind dort gute Sachen für wenig Geld zubekommen. Ähnliches gilt für Behindertenwerkstätten. Zumindest ist dort das ausgegebene Geld nicht komplett in den Profit geflossen – auch schon was ...
- Insgesamt sind technische Geräte das meistgesuchte in politischen Gruppen (Computerdesign, Spendenmailings & Hochglanz sind „in“, kreative Aktionen, für die mensch eher Theaterutensilien, Lock-ons, Farbe oder Megaphone bräuchte, eher „out“). Leider sind sie auch am schwersten zubekommen – wahrscheinlich weil die Herstellerfirmen Altgeräte schnell verschwinden lassen, um mit ihren neuen Geräten an die KundInnen zu kommen. Millionen nichtverkaufter Computer, Telefone, Faxgeräte usw. der jeweils zweineuesten Generation verschwinden irgendwo. Filialbetriebe dominieren den Verkauf, dort sind aber schwer kompetente AnsprechpartnerInnen zu finden. Daher muß hier besonders intensiv nachgedacht werden, wo Geräte anfallen können: Computer z.B. in Banken und Versicherungen (wenn dort neue Ausstattungen angeschafft werden), Kopierer in Copyshops (weil dort neue Kopierer schnell gekauft werden, wenn sie ein bißchen leistungsfähiger sind, preiswerter Kopieren usw.) oder den Leasingfirmen, die sie bereitstellen.
Reste und Abfälle:
In der bestehenden Profitgesellschaft fallen täglich gigantische Mengen von Zeug an, was noch brauchbar ist, aber weggeworfen wird. Als Rest und Altmaterialien sind hier nicht oder wenig benutzte Materialien gemeint, die aus Rationalisierungsgründen (eigene Arbeitszeit ist teurer als unter Ausbeutungsbedingungen hergestellte Waren) weggeworfen werden. Beispiel: Wo eine neue Elektrik verlegt wird, sind meist gleich aussehende Schalter- und Steckdosendesigns gefragt. Der Elektrobetrieb, der die liefert und einbaut, bestellt eine aufgerundete Stückzahl (kann ja mal was verloren- oder kaputtgehen). Nach dem Einbau sind z.B. 7 Schalter und 3 Steckdosen übrig. Da beim nächsten Objekt ein anderes Design gewünscht ist (z.B. andere Farbe der Schalter), sind diese übriggebliebenen Teile wertlos. Früher oder später landen sie im Müll. Oder eben bei der politischen Gruppe, in der WG u.ä., die sich drum kümmert.
Die wichtigste Frage ist, herauszufinden, wo was anfallen könnte. An welcher Stelle werden Materialien weggeworfen – ist es im Betrieb, auf der Baustelle, bei einer Entsorgungsfirma, beim Zwischenhändler, im Lager, beim Spediteur oder im Laden? Das ist von Produkt zu Produkt verschieden. Der Ort muß gefunden werden, wo etwas schon zu Müll deklariert ist (also keinen „Wert“ mehr hat – oft sogar die BesitzerInnen froh sind, es kostenfrei loszuwerden), aber noch nicht kaputt. Dieser Moment ist sehr kurz, denn in der kapitalistischen Profitlogik ist Müll nur ein Kostenfaktor, Lagerplatz kostet Miete usw.
Konkrete Tipps:
- Transparentstoff: In Krankenhäusern und Hotels gibt es alte Bettlaken (bei letzteren richtig gute!). Meist sehr einfach zu bekommen und überall vorrätig. Sonst mit Kiste aufstellen „Hier gebrauchte, aber noch heile Bettlaken rein für ... (wird abgeholt!)“.
- Ausstellungswände: Druckereien und ComputerhändlerInnen bekommen ihr Papier meist auf geschlossenen Paletten, die sehen schon einigermaßen edel aus. Einwegpaletten für andere Fälle tauchen bei den meisten Firmen auf, die größere Mengen ein- und verkaufen.
- Große Papierbögen für die Diskussionsmitschrift an der Wand, Plakate? In (Zeitungs)Druckereien gibt es oft Papierrestrollen gratis. Und viele Offsetdruckereien haben Plakatreste von Andrucken (Testdruck), Fehldrucke u.ä. herumliegen.
- Reste von ungebrauchten Elektrokabeln und –kleinmaterial (Steckdosen, Schalter, Lampen usw.), Lederreste, kleinere Farben-Mengen, Sanitärausstattungen und vieles mehr: Bei den entsprechenden Handwerksbetrieben nachfragen. Vielleicht wundern die sich, weil noch niemand vorher kam und bat, z.B. herausgerissene Elektrokabel oder die Reste der Kabelrolle bei Neuverlegungen aufzuheben. Aber das ist kein Grund, es nicht jetzt zu tun. Hilfreich ist, einen Karton bei HandwerkerInnen und kleinen Läden zu hinterlassen, wo Reste hineingelegt werden – am besten gut kennzeichnen, für wen der Karton ist, was hinein soll usw. In seltenen Fällen auch bei Zwischen- und Großhändlern zu bekommen, dort vor allem leicht beschädigte Ware.
- Unbrauchbar gewordene Neumaterialien: Die Profitmaximierungslogik treibt irre Blüten. Teilweise hochwertvolle Materialien werden weggeschmissen, weil es teurer ist, sie zu lagern bzw. immer zu kontrollieren, was wo noch verwendet werden könnte. Für jede Baustelle wird neu bestellt und „just-in-time“ geliefert und eingebaut. Das ist eine Chance: Fenster und Türen, bei denen sich Schreinereien vermessen haben, stehen ungenutzt und vergessen in Schuppen, Hallen oder angelehnt an der Außenwand – bis der Container alles schluckt oder eben eine pfiffige Gruppe „schnorrt“. Bestellte, aber nicht abgeholte Maßanfertigungen von Möbeln bis Klamotten oder Türen sind von entsprechenden Firmen (Herstellerfirmen, also Schreinereien, Schneidereien, auch größere Möbelhäuser oder Fertigungsstätten, die auch Maßarbeit anbieten) ohne jegliche Gegenleistung als Spende zu organisieren. Und wenn die Firma sogar eine Spendenquittungen erhalten kann, hat sie davon auch noch etwas.
- Gebrauchtes Baumaterialien wie Heizkörper, Sanitärausstattungen (Dusche, WC, Waschbecken, Armaturen usw.), Holz, Fenster, Türen, Regenrohre, Abflußrohre, Schlösser, Elektromaterialien, Heizungsrohre, Dachziegel, Mauersteine usw.: Sie fallen auf den Baustellen direkt an. Es gibt (kapitalistische Profitlogik!) kaum eine Hoffnung, daß die noch funktionsfähigen Materialien zurück zu den Firmen gebracht und dort gelagert werden. Billiger ist der Container direkt an der Baustelle, wo alles direkt hineingeworfen wird. Die Zeitspanne zwischen noch eingebautem Gegenstand, dem Ausbau und dem Landen im Container (meist verbunden mit der Zerstörung spätestens beim Aufschlag, oft schon beim Ausbau) ist in Sekunden zu rechnen. Um dennoch an das Material zu kommen, gibt es zwei Wege. Zum einen die Absprache, welche Materialien benötigt werden und daß diese beiseitegestellt (nicht in den Container) und dann abgeholt werden. Regelmäßiges Vorbeischauen ist dann wichtig, denn viel Geduld ist auf solchen unter Profitzwang stehenden Baustellen meist nicht vorhanden. Der zweite Weg ist, die Materialien selbst auszubauen – also das Fenster oder Waschbecken selbst abschrauben, die Mauer selbst einreißen und die Steine wiederverwerten usw. So oder so führt der Weg über die direkte Kontaktaufnahme an der Baustelle – direkt dort anfragen oder Nummer notieren der Zuständigen und sich am besten dann dort verabreden. Häusersanierungen -oder renovierungen sind etwas sehr häufiger. Was dort vernichtet wird, kann andere Häuser kostenfrei als Material zur Renovierung dienen.
- Lebensmittel: Die wohl bekannteste Form des Abgreifens von wertlos gewordenen Waren ist das „Containern“. Gemeint ist damit das Durchsuchen von Abfallcontainern am Lebensmittelmarkt auf noch brauchbare Lebensmittel. Wertlos ist eine Ex-Ware z.B. dann, wenn das aufgedruckte Verfallsdatum überschritten ist oder direkt bevorsteht. In vielen Fällen ist die ehemalige „Ware“ dann aber noch voll nutzbar – zumal die aufwendige Verpackung die Lebensmittel im Container vor dem Kontakt mit den dort auch hineingeworfenen, tatsächlich vergammelten Lebensmitteln schützt. Einige soziale Projekte (z.B. billige Mittagstische für Obdachlose usw.) haben dauerhafte Absprachen mit LebensmittelhändlerInnen, das diese Reste nicht weggeworfen, sondern alles Nutzbare direkt an Kochgruppen abgegeben wird. Beide Strategien sind auch für Einzelpersonen, Wohnprojekte, politische Gruppen, Kochgruppen (z.B. Food-not-Bombs- oder Vokü-Gruppen agieren oft so) umsetzbar – zum einen das (heimliche) Containern, d.h. in der Regel nachts oder am Wochenende die Container an Lebensmittelmärkten durchwühlen, wenn sie offen zugänglich und unabgeschlossen sind. Intelligenter ist, Absprachen zu treffen, also z.B. einen Behälter mit Aufschrift neben den Container zu stellen und regelmäßig nach Geschäftsschluß abzuholen.
- Stellwände: Messeveranstalter oder –ausstatter werfen einmal genutzte Stellwände oft noch am Ort weg, weil Abbau, Transport und Lagerung viel zu teuer und aufwendig sind. Rechtzeitiges Vorsprechen ist nötig, um selbst beim Abbau dabeizusein und sich so das Erwünschte auszuwählen und zerstörungsfrei herauszunehmen.
- Kochausstattungen, Betten, Matratzen: Hotels, Gaststätten, Jugendherbergen usw. verändern immer wieder ihre Ausstattung, modernisieren oder zentralisieren ihren Betrieb. Immer fallen Geräte bis Komplettausstattungen an, die (wenn selbst ausgebaut/abgeholt) auch heil bleiben.
- Projektoren: Medienverleihe (öffentliche oder auch kommerzielle) müssen immer wieder auf modernsten Standard umstellen. Altgeräte werden dann eventuell an gemeinnützige Gruppen abgegeben.
Manchmal führt das „Schnorren“ wertlos gewordener Waren (Reste und Abfälle) auch zu weitergehenden Möglichkeiten, denn solche relativ harmlosen Anfragen (kosten die SpenderInnen schließlich nichts) können Kontakte aufbauen, auf deren Grundlage mit den AnsprechpartnerInnen auch in weiteren Fällen was zu machen ist, z.B. bei weiterem Materialbedarf, Ausleihen, Hilfe bis Beratung oder auch dem Nutzen von Firmenhallen und –gelände (zum Unterstellen von Material, Fahrzeugen usw.) oder der Werkstätten, um selbst an den Geräten zu agieren (Heften und Schneiden von Zeitungen/Broschüren in Druckereien, Holzbearbeitung in Schreinereien, Schweißen in Schlossereien usw.)..
Versicherungen:
Auch eine Haftpflicht- oder andere Versicherung kann der Gruppe gespendet werden. Wirkungsvolle Hilfsmittel sind hier auch Gegenleistungen wie Spendenquittungen (siehe unten) oder Freinanzeigen in einer eigenen Zeitung (falls diese existiert). Da bei Versicherungen erhebliche Gewinnspannen für die MaklerInnen existieren, sind Spendenquittungen für sie attraktiv.
b. Warum funktioniert es?
Was versprechen sich die SpenderInnen oder UnterstützerInnen? Das kann sehr unterschiedlich sein ...
Spenden
- Kleine Sachspenden gehören zum guten Ton. Für gemeinnützige Zwecke, normalerweise Kindergärten, Feuerwehr, Rotes Kreuz hat jede Firma was auf Lager. Die Umweltaktiven machen sich mit einer Anfrage präsent und werden dann auch berücksichtigt. Auch HerstellerInnen haben meist einen solchen Bestand. Selbst größere Spenden gibt es oft ohne Gegenleistung.
- Einen Werbeeffekt durch die Spende sehen viele Geschäftsleute gern. "Wir wollen gerne unser Büro mit umweltfreundlichen Gegenständen ausstatten, wir haben da auch immer interessierten Publikumsverkehr" kann ebenso die Eintrittskarte ins Spendengespräch sein wie die Zusage, daß bei der Präsentation des Projektes die Presse auf die Unterstützung durch ... hingewiesen wird. Solche Zusagen aber nur dann machen, wenn es auch politisch und moralisch richtig erscheint, eine solche kleine Werbung für dieses Unternehmen zu machen.
- Bei der Zusammenarbeit mit HandwerkerInnen spielt oft die persönliche Sympathie die größte Rolle.
- SpenderInnen profitieren gerne von ihrem Entgegenkommen. Eine harmlose Variante ist die Spendenquittung. Dann können sie ihre Spende beim Finanzamt steuermindernd geltend machen.
Spende gegen Werbung
- Eine weitere Möglichkeit ist ein Sponsoring. Dabei wirbt die Firma mit ihrer Förderung des tollen Umweltprojektes. Sie kann das selber machen (in Presseinfos, auf ihren Produkten, in ihrem Geschäftsbericht) und/oder das Projekt nennt die Firma bei eigenen Veröffentlichungen, bringt den Namen (oder die Namen, mehrere können es auch sein) bei einer Präsentation irgendwie rüber. Jedoch: Vorsicht ist geboten. Der Sponsoringbereich ist in den letzten Jahren sehr groß geworden. Werbung für Konzerne kann politisch schnell fragwürdig sein – und wer seinen Etat davon abhängig macht, ist nicht mehr frei in den politischen Entscheidungen. Bei den großen NGOs ist das überall inzwischen der Fall!
- Sachspende öffentlich sichtbar: Wer einen Raum, ein Haus, ein Cafe, ein Infomobil oder etwas anderes, was öffentlich zugänglich bzw. sichtbar ist, schaffen oder ausstatten will, hat noch eine zweite Möglichkeit. Das Material kann am Ort für sich selbst werben. Bücher, Gruppenmaterial, Möbel, Solaranlagen und andere Umwelttechnik ... das und noch viel mehr kann so von Firmen kommen, die dann eine Werbung vor Ort haben. Das gilt natürlich nur für Material, daß politisch auch akzeptabel ist.
- Spenden von Geräten oder Baumaterial können an Ort und Stelle mit Werbung verbunden sein (dieses ... kommt von ...). So ist z.B. die Projektwerkstatt in Saasen gänzlich ohne Bankkredite, Abhängigkeiten und dauerhafte Zuschüsse von Papi Staat aufgebaut worden u.a. mit etlichen Materialien von baubiologischen Firmen, Solarbetrieben usw., deren Materialien jetzt im Haus zu finden und gekennzeichnet sind. Ein Öko-Lehrpfad durchs Haus zeigt, was zu finden ist. In der Bibliothek stehen Hintergrundmaterialien zu allen eingebauten Stoffen – und Herkunftsadressen.
- Für Autos gibt es bereits bewährte Logik ... und sogar Firmen, die das professionell anbieten. Kleinbusse werden rundherum mit Werbung für verschiedene Firmen beklebt oder lackiert. So finanziert sich das Fahrzeug.
- Wer eine Zeitung hat, kann einfach Material gegen Anzeige tauschen. Oder, das geht dann auch bei Radiobeiträgen u.ä., die Materialien dann vorstellen – also wie ein Warentest. Das klappt sehr gut. Freianzeigen gegen Büromaterial, Bücher, Reparaturen etc!
Gegenleistungen, Tauschen und „Deals“
Statt einer direkten Kopplung (Material gegen Werbung für diese Materials können Tausch und Deals auch komplexer sein. Wer etwas haben will, kann z.B. eigene Möglichkeiten anbieten – ein Tausch sieht dann variantenreicher aus und muß vor allem nicht zum gleichen Zeitpunkt erfolgen.
- Veranstaltungsräume, die SpenderInnen kostenlos offenstehen
- Nutzung von Einrichtungen, Ausleihen von Materialien an die SpenderInnen
- Mithilfe in Firmen (z.B. mal Helfen in einer Solarfirma gegen Montage einer Solaranlage auf dem eigenen Projekt oder Layouthilfe bei deren Öffentlichkeitsarbeit)
- Tauschen ganz unterschiedlicher Sachen – Materialien gegen etwas, was bei den AkteurInnen in der politischen Gruppe übrig ist
- Auslagen bei Ausstellungen – auch das wäre eine Gegenleistung, die keine zusätzlichen Aktivitäten erfordert.
- Solcher Tausch ist zwar variantenreicher als direktes Aufrechnen, aber denkbar sind auch noch verschlungenere Wege. Sie seien „Deals“ genannt, weil ein treffendes Wort dafür fehlt. Hier sind auch keine konkreten Tipps zu geben, sondern nur das Plädoyer, bei allen Gesprächen kreativ und spitzfindig zu sein, was Chancen angeht. Beispiele aus der Projektwerkstatt in Saasen für solche „Deals“ (dieses Haus ist ohnehin gutes Anschauungsmaterial, was alles möglich – fast jedes Bau- und Ausstattungsteile hat eine eigene Story ...):
- Die Regelungselektronik für die Solar- und Holzgebläsekessel-Heizung kam von einer Firma, mit der zusammen ein System für Tagungshäuser entwickelt wurde, daß dann später von der Firma auch weiter verwendet werden kann.
- Die Solar-Warmwasseranlage gab es, weil auf dem Aktionsmobil immer eine Solarstromanlage zu sehen war und an jedem Standort eine erhebliche Werbung erfolgte einfach durch den Einsatz (schon mal einen Bandauftritt mit Solarstrom auf einem Schulhof abgezogen – und keinE SchülerIn konnte heimlich den Stecker ziehen???). Eine Erweiterung gab später gegen Tausch mit Anzeigen in der im Haus gemachten Zeitung.
- Während des Versuch, ein größeres Ökohofprojekt in der Nähe umzusetzen (gegen den geplanten Golfplatz, der aber wegen massiver Unterstützung der rotgrünen Kommunal- und Landesregierung siegte), brachten die beteiligten Biolandwirte immer wieder Nahrungsmittel vorbei, um die Arbeit zu unterstützen.
Wichtig: Kein künstliches Tauschsystem schaffen, sondern das als Gegenwert einsetzen, was ohnehin läuft – also die eigenen Fähigkeit oder die politische Arbeit selbst!
C. Weitere Ökonomieformen
Schenk– und Tauschökonomie sind genauso wie Spenden eng an Verwertungslogik und Märkte angebunden. So liegt auch immer das Denken in Leistung und Gegenleistung nahe. Das zu überwinden, wäre politisch wertvoller und visionärer – jedoch nicht mehr nur eine Geschichte von Fall zu Fall.
Neben der normalen Marktökonomie (Kaufen und Verkaufen bis zum Abzocken von Spenden und Resten) sowie demTauschen und Schenken können auch andere Formen zumindest teilweise verwirklicht werden.
a. Gratis- und Klauökonomie
Wer die Bewertungen nicht anerkennen will, kann einfach immer oder zumindest in Teilen auf Umsonstwirtschaften setzen. Also: Verschenken, was andere brauchen. Und Schenken lassen. Das kann auch mit spannenden Aktionen verbunden werden, z.B. entstehen spannende Situationen, wenn in einem Laden ganz offen das Benötige eingeladen wird, ohne dafür bezahlen zu wollen. Für die Idee des Schenkens (nicht als Spende, sondern als Normalität im Alltag) können auch andere Menschen oder Firmen gewonnen werden. Wenn sich z.B. eine größere Runde von Menschen vereinbart, sich gegenseitig Benötigtes zu schenken (wenn möglich), kann das vieles möglich machen. Diese Form der Umsonstökonomie läßt sich auch organisieren, z.B. im Internet (siehe unter anderem www.alles-und-umsonst.de) oder in Geschenkläden, wie es mehrere schon für Alltagsbedarf (Klamotten, Fahrräder usw.) gibt. In der Projektwerkstatt in Saasen ist jetzt auch ein solcher „Laden“ für politischen Bedarf geschaffen worden. Wer Computer, Bauteile dafür und Peripherie, Megaphone, Zelte, Faxgeräte, Aktionsmaterialien, Ausstellungswände usw. übrig hat, stellt sie in den Raum. Und wer was braucht, holt es sich. Näheres unter www.projektwerkstatt.de/ladenschluss.
Ähnlich zu bewerten ist Klauen, jedoch verboten und daher auch schlecht zu einer politischen Aktion zu machen. Einige spannende Ausnahmen (z.B. Plünderungen von Großmärkten durch DemonstrantInnen und AnwohnerInnen während der Aktionen zum G8-Gipfel in Genua, Gratiszüge und Hausbesetzungen als offene Aneignung) ändern daran wenig. Allerdings ist eines wichtig: Wer etwas klaut, was gemeinschaftlich nutzbar ist (also z.B. Bücher aus Bibliotheken), macht das genaue Gegenteil. Aus kollektiver Nutzbarkeit wird wieder Privatbesitz – konterrevolutionär bis zum Abwinken! Also: Wenn klauen, dann aus Privatbesitz.
b. Gemeinschaftsökonomie und Eigentumsneutralisierung
Das ist die weitestgehende Form – es gibt gar keinen eigenen Besitz mehr, sondern nur gemeinschaftlichen und (noch schlauer!) es gibt kein Eigentum mehr. Letzteres widerspricht zwar dem geltenden Recht in Deutschland, aber als Vereinbarung bis hin zum Vertrag kann auf die Ausübung des Eigentumsrechts verzichtet werden – und so ist es zumindest in der Wirkung aufgehoben. Beispiele für solche Projekte:
- Besitz zusammentun: Wenn die AkteurInnen einer Gruppe, benachbarter WGs u.ä. einfach ihre Bücher, ihr Werkzeug (Heimwerkzeug, Fahrradwerkzeug ...), ihre teuren Anzüge, Computer und Peripherie usw. in einem dafür eingerichteten Raum zusammenstellen, entsteht schnell ohne Aufwand eine hervorragend ausgestattete Bastel- oder Fahrradwerkstatt, eine beeindruckende Bibliothek, ein hochkarätiger Computerraum (plus Einzelgeräte bei denen zuhause, die z.B. viel schreiben) usw.
- Eigentum an Flächen und Häusern liquidieren: Verschiedene Projekte versuchen bereits, Häuser und Flächen kollektiv zu nutzen und eigentumsrechtliche Möglichkeiten wie Verkauf, Profit usw. zu verhindern. Das geht z.B. durch gegenseitige Kontrollvereinbarungen mehrerer Häuser (z.B. Vorbehaltsrechte im Grundbuch) oder durch Verträge, die den Eigentümern ihre Macht nehmen. Für ersteres ist das Mietshäusersyndikat in Freiburg ein gutes Beispiel, für zweiteres ist die Stiftung FreiRäume als Rechtsträgerin und Vertragspartnerin mit der jeweils aktiven Gruppe gegründet worden (siehe www.projektwerkstatt.de/stiftung).
- Open Source und Copyleft: Freie Software, z.B. Linux, aber auch für Erfindungen, Texte usw. Alles darf weiter genutzt werden, gehörten allen – mit einer Auflage: Was daraus entsteht und entwickelt wird, muß auch frei von Eigentumsrechten sein.
- Diese Ideen werden auch für die gesamte Gesellschaft diskutiert. Wer da mitmischen will, kann einsteigen bei der Diskussion Ökonomie und Linux (Oekonux, www.oekonux.de) oder der Gruppe Gegenbilder mit dem Entwurf zu „Freie Menschen in Freien Vereinbarungen“ (www.opentheory.de/gegenbilder, neueres Buch: Autonomie und Kooperation).
Links
- Die emanzipatorische Umweltzeitung "gruenes blatt"
- Herrschaftskritik und Utopien
- Dominanzabbau in politischen Gruppen
- Downloads zu Umweltschutz und zu Organisierung von unten
- Gentechnik
Links zu Annettes Philosophenstüchen
